top of page

“Wo hielt sich Jesus die 40 Tage nach seiner Auferstehung auf?


TEIL 1



Die von Jesus Christus verheißene Hoffnung auf die Auferstehung und das ewige Leben sowie die endgültige Überwindung von Tod und Leid bilden das zentrale Fundament des christlichen Glaubens.

 

 „Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Verkündigung vergeblich, und vergeblich auch euer Glaube! 1. Korinther 15:14 

 

Laut dem Neuen Testament wurde Jesus am dritten Tag nach seiner Kreuzigung von Gott auferweckt und erschien anschließend seinen Jüngern. Der eigentliche Vorgang der Auferstehung wird in der Bibel nur knapp geschildert. Umso ausführlicher werden jedoch die vierzig Tage nach seiner Auferstehung beschrieben. Diese Berichte sind für unser Thema von besonderer Bedeutung, da sie Hinweise auf die Frage geben, in welcher Weise und in welcher Gestalt die Menschen auferstehen werden. 

 

Dazu gibt es verschiedenartige und teils widersprüchliche Aussagen und Glaubensansichten. Einige Christen glauben, dass es sich bei der Auferstehung um eine Wiederbelebung des biologischen Körpers im irdischen Sinne handelt, während andere an eine neue, verwandelte Existenz glauben, in der die eigene Identität (Leib und Seele) bis zur Auferstehung von Gott bewahrt wird, um dann nach der Auferstehung als Engel oder Geistwesen im Himmel bei Christus zu sein. Sie berufen sich dabei unter anderem auf die Worte aus Johannes 14:2: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen“. Jesus sagt damit ihrer Ansicht nach, dass Gott im Himmel für jeden Menschen einen Platz bereithält. Deshalb wird dieser Vers oft bei Beerdigungen oder als Zuspruch in Zeiten der Trauer verwendet.

 

Oder Johannes 14:3, wo Jesus seinen Jüngern verspricht, sie abzuholen, damit sie für alle Zeiten da sind, wo er ist. Und da Jesus selbst sagt, dass er zum Vater zurückkehren wird, richten sie ihre Hoffnung auf ein Dasein mit Jesus im Himmel aus.

 

Dies wirft zahlreiche grundlegende Fragen auf, auf die wir an dieser Stelle aber nicht ausführlich eingehen möchten. Nur die Frage “Wo hielt sich Jesus die 40 Tage nach seiner Auferstehung und vor seiner Himmelfahrt auf - und wird dort ohne Unterbrechung  bleiben- möchten wir klären. Die Offenbarung spricht davon –„Das Zelt Gottes wird bei den Menschen sein“. Dieser Satz aus Offenbarung 21:3 ist eine der zentralen Verheißungen der Bibel und beschreibt die Vollendung, in der Gott und Jesus mitten unter den Menschen wohnen werden.

 

Im griechischen Original wird das Wort „skēnē“ verwendet, welches wörtlich „Hütte“ oder auch „Zelt“ bedeutet und auf das Heiligtum der Israeliten, den Tempel, als Wohnstätte Gottes verweist.

 

Daher wird der Vers häufig sinngemäß wie folgt wiedergegebe: „Gottes Wohnung ist jetzt unter den Menschen“, da das „Zelt“ für Gottes Gegenwart, seine Nähe und die Gemeinschaft mit den Menschen steht.

Es bedeute das Ende der Trennung zwischen dem göttlichen und irdischen. Das Judentum lehrt bezüglich der Auferstehung eine - leibliche und geistige Wiederherstellung. Der fleischliche Körper und der göttliche Geist werden wieder zusammengeführt, um in einer zukünftigen Welt zu existieren.

 

Diesen Gedanken versuchte Jesus auch dem Nikodemus, einem jüdischen Pharisäer zu vermitteln. Dieser sucht Jesus heimlich bei Nacht auf und führte einen tiefgründigen Dialog über Glauben, Neuanfang und Auferstehung, und Jesus konfrontiert ihn direkt mit der Kernbotschaft: "Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen (Johannes Kapital 3). Auf dieses Gespräch werden wir später noch näher eingehen.

 

Als Zeuge Jehovas ging ich davon aus, dass Verstorbene als bewusste Persönlichkeit im Gedächtnis Gottes weiter existieren, um in einer zukünftigen Auferstehung neues Leben zu erhalten. Die Form der Auferstehung - ob himmlisch oder irdisch - war zweigeteilt und richtet sich nach der - Bestimmung - des Auferstandenen , was entscheidend für den späteren Aufenthaltsort des Betroffenen war.

 

Jehovas Zeugen lehren, dass es vom Menschen nach dem Tod nichts gibt, was weiterexistiert. Mit dem Tod erlischt das Leben vollständig. Aus diesem Grund glauben sie, dass Jesus nach seinem Tod nicht körperlich, sondern als Geistwesen auferstanden ist, da er seinen fleischlichen Leib opferte. Diese Auslegung wirft natürlich Fragen auf. Demnach wäre die Auferstehung Jesu eigentlich keine echte Auferstehung, da er in Wirklichkeit nicht selbst (als Mensch, als die Person, die er vor seinem Tod war) zurückgekommen ist.

 

Bevor du jetzt wegklickst, lass mich deutlich machen, worum es in diesem Video nicht geht. Es geht nicht um die unsterbliche Seele der griechischen Philosophie. Ich behaupte nicht, dass das hebräische Wort „Nephesch“ eine Seele in dem Sinne bezeichnet, wie die meisten Christen es verstehen. In diesem Video geht es nicht um diese theologische Fragestellung, sondern um die Identität der Auferstandenen.

 

Frage dich, was macht dich zu der Person oder dem Wesen, das du bist? Denn wenn nach dem Tod nichts von dir übrigbleibt – kein Bewusstsein, keine Wahrnehmung, keine Fortsetzung deiner Existenz –, dann besteht ein ernsthaftes und offensichtliches logisches Problem, das kaum zu übersehen ist.

 

Jehovas Zeugen vertreten die Auffassung, dass der Mensch die Seele - ist - und nicht eine Seele “besitzt“. Der Körper enthält nach ihrem Verständnis kein separates, bewusstes Element, das nach dem Tod weiterexistiert. Wenn der Körper stirbt, ist auch die Seele gestorben.

 

Es bleibt kein Bewusstsein mehr erhalten, keine Gedanken, und kein Empfinden an vergangene Zeiten. Die Person ist einfach nicht mehr vorhanden. Es besteht kein Bewusstsein für den Zeitraum zwischen Tod und Auferstehung.

 

Zugegeben, die Vorstellung nach dem Tod nicht leidend in einem Zwischenzustand zu verweilen, erscheint tröstlich. Zudem lässt sich diese Sichtweise auch durch einige Bibelstellen so untermauern.

Doch es stellt sich die Frage: Bist du nach der Auferstehung wirklich derselbe, der gestorben ist? Oder erscheint jemand anderes der glaubt - du zu sein?

 

An diesem Punkt fühlen sich die meisten bereits unwohl. Doch bedenke, nur weil du glaubst, als dieselbe Person aufzuerstehen, macht dich das noch nicht zu derselben Person. Bei Identität geht es nicht um bloße Ähnlichkeit, sondern darum, ob du tatsächlich derselbe bist – derselbe, der die Erfahrungen gemacht hat, die die du im Laufe der Zeit gemacht hast und die dein Leben geprägt haben. Genau hier beginnt das Problem.

 

Stell dir vor, anstatt dich aufzuerwecken, würde nur eine exakte Kopie von dir erschaffen, während du selbst einfach zurückbleibst.

An dieser Stelle würden Zeugen Jehovas wahrscheinlich einwenden: „Aber Jehova Gott erinnert sich vollkommen an dich.“ Und diese Antwort ist emotional nachvollziehbar. Stell dir vor, du erlebst die Auferstehung wie erhofft – aus einem Zustand vollständiger Auflösung. Von außen sieht es so aus, als wärst du die ursprüngliche Person. Aber in Wirklichkeit ist die ursprüngliche Person verschwunden. Gott hat dich als Kopie neu erschaffen, aus seinem Gedächtnis.

Diese Art der Auferstehung erinnert an einen Künstler, der ein verschwundenes Gemälde auf Grund seiner Erinnerung noch einmal erstellt - aber es ist nur eine Kopie. Keine Frage, Gott, der universelle Künstler, kann einen Menschen allein anhand von Erinnerungen neu erschaffen, der dem Original in jeder Hinsicht gleicht. Aber Ähnlichkeit ist keine Kontinuität. Das ursprüngliche Subjekt der Erfahrung, das „Du“, das dich zu dem macht, der du bist – ist verschwunden.

 

Wenn die Auferstehung also real sein soll, und tatsächlich DU zurückkehrst, dann muss etwas von dir selbst erhalten bleiben. Andernfalls wäre deine Auferstehung lediglich eine Wiederherstellung oder ein Austausch.

 

Darüber muss man nachdenken. Die Frage ist nicht, ob etwas wie Du nach der Auferstehung wieder existiert. Die Frage ist, ob die Person, die gestorben ist, tatsächlich zurückkehrt. Doch nachdem, was wir gerade besprochen haben und was Jehovas Zeugen glauben, kehrst nicht du zurück. Wer also an eine Auferstehung im Himmel oder auf der Erde glaubt, muss auch glauben, dass etwas den Tod überdauert. Um das genau zu verstehen, lesen wir Prediger 12:7:

 

Der Staub kehrt zur Erde zurück, aus der er kam, und der Geist kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat.

 

Der Prediger beschreibt hier eine grundlegende Trennung der menschlichen Natur. Der stoffliche Körper zerfällt und wird wieder zu Staub - in Anlehnung an den Schöpfungsbericht. Und der Geist, der unsichtbare Lebensodem, den Gott dem Menschen am Anfang eingehaucht hat, kehrt nach dem Tod wieder zu seinem Ursprung, dem Schöpfer, zurück.

 

Jehovas Zeugen gebrauchen diesen Text, um gegen eine unsterbliche Seele zu argumentieren. Doch für jeden ernsthaften Erforscher der Bibel steht fest, dass das, was in der Bibel mit „Seele“ bezeichnet wird, kein unsterblicher Bestandteil des Menschen ist, der nach dem Tod als so etwas wie Bewusstsein weiterexistiert. Doch es gibt Christen, die hier an den Begriff „Seele“ denken, um ihren Glauben an eine „unsterbliche Seele“ zu stützen.

 

Einige Theologen verweisen jedoch darauf, dass der Prediger hier nicht von Leib und Seele spricht, sondern Fleisch und GEIST.  Viele aber vertreten auch den Standpunkt - Seele und Geist - das mache keinen Unterschied. Nun, es ist tatsächlich nicht einfach, den Unterschied zwischen Geist und Seele genau zu definieren. Beide Begriffe - Geist und Seele - sind immaterielle Dimensionen des Menschen. Der Geist steht für rationales Denken und Verstand oder das Bewusstsein. Er verarbeitet Informationen, ordnet die Welt, plant Handlungen und erfasst Erkenntnisse.

 

Wir sehen also, die Erklärungen gehen ineinander über und lassen sich schwer auseinanderhalten.

Aber eines wird deutlich: Die Seele ist nicht etwas, was nach dem Tod weiterlebt. Betrachten wir den Tod und das Sterben Jesu Christi. Sein Tod und sein Sterben sind nicht eins zu eins übertragbar, und theologisch gesehen ist er einzigartig. Dennoch erlitt Jesus als Mensch einen biologischen Tod, wie ihn alle Menschen erfahren. Dabei durchlebte er tiefe Einsamkeit und das Gefühl der Trennung – als er ausrief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Markus 15,34).

Doch der Frage „Wo war der „Geist“ oder die „Seele“ Jesu, als er tot war“ möchten wir besondere Aufmerksamkeit widmen, allerdings im - zweiten Teil der Betrachtung?

33 Kommentare


Schilo
15. Juli

Lieber Bruder,

ich schätze dich sehr. Ich tu mich nur schwer mit obiger Abhandlung.


So viele oberflächlich berührte Gedanken, der gewohnten Tiefgang fehlt mir.


Jesus Tod und Auferstehung ist nicht mit dem von uns Menschen zu vergleichen. Loskäufer, letzter Adam nur Er allein. Der Rest aller Auferstehenden sind Nutznießer dieses Opfers. Auch wurde er nicht als seine Kopie oder Klon auferweckt. Wenn Gott von Jesus als Menschensohn sagt, dies ist mein geliebter Sohn, dann meint er sicherlich nicht allein das Verwandtschaftsverhältnis. Wenn in der Bibel steht, dass Jesus auferweckt wurde und im Himmel eine übergeordnete Stellung erhalten hat ist mit Sicherheit nicht seine Position das Augenmerk, sondern die Person Jesus, Sohn Gottes, wie Gott Vater ihn auferweckt hat. Und Jesu…


Bearbeitet
Gefällt mir
Schilo
20. Juli
Antwort an

Es geht im Grunde darum, dass M.N. die Auffassung vertritt, dass jeder Christ in den Himmel kommt. Wohlwissend dass ich anderer Meinung bin, forderte er mich auf ihm alle Bibeltexte zu diesem Thema zu nennen, die meine Überzeugung stützen.


Ich hatte die Wahl. Schreib ich Texte, wird er diese zerreißen wollen, schreib ich keine , wird er sagen ich weiß keine.

Also wohlwissend, es wird auf ein Pingpong Spiel hinauslaufen hab ich mich wirklich ganz kurz gefasst bei Angabe der Bibelstellen. Wie von mir erwartet, so ist es gekommen.


In meinen Augen eine völlig sinnfreie Aktion die M.N. da losgetreten hat. Von vornherein zum scheitern verurteilt.


Ich kenne gläubige Exzeugen, die wissen, dass sie auf der Erde bleiben werden. Es…


Gefällt mir

M.N.
13. Juli

Ihr Lieben,

 

grundsätzlich gilt: Das Sterben und der Tod Jesu am Stauros ist nicht vergleichbar mit Sterben und Tod unvollkommener Menschen, denn für uns ist der Tod "der Lohn (d. h. die unausweichliche Konsequenz) der Sünde" bzw. der ererbten Unvollkommenheit. Jesus war sündenlos, weshalb die in Röm 5,12 und 6,23a beschriebene Kausalität in seinem Falle nicht greift. Jesus war kein normaler, d. h. unvollkommener Mensch. Deshalb kann ein Vergleich bzw. eine Parallelsetzung des Todes Jesu mit dem, was uns am Ende unseres Lebens widerfährt, nur in die Irre führen.

 

Egal, wie man zu der "Naturen"-Frage betreffs Jesus Christus steht (hatte er 2 Naturen, eine göttliche und eine menschliche, oder hatte er nur eine "ganz normale" menschliche Natur), eins…

Gefällt mir
lila.lucky
lila.lucky
15. Juli
Antwort an

Schöne Gedanken. Ich ging ehe als E.T.s Gedanken mit, dass Jesus im menschlichem Körper oder Gestalt den Ursprung als Mensch hatte, vorher jedoch im Himmel war. Man muss eben beides sehen, E.T. sah nur den Mensch.


Meine Gedanken an Google und die google Antwort:


Die bekannteste entsprechende Bibelstelle ist Johannes 1,14:

„Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Lutherbibel)

Auch im Philipperbrief (Kapitel 2, Verse 6-7) wird beschrieben, wie Jesus Christus seine göttliche Gestalt verließ, um als Mensch zu leben:

„Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm…

Gefällt mir

lila.lucky
lila.lucky
12. Juli

Ich weiß tatsächlich nicht was ein geistiger Körper ist. Offenbar so etwas, wie sich die Engel materialisiert haben, die zu Lot ins Haus kamen. Lot bewirtet seine Gäste. Aber was sie tranken und aßen wurde im Körper "verbrannt" ohne auszuscheiden.

(Vielleicht per Flux Kompensator. Der Prof. lässt das Ding auch alles essen.)

Ob damit Sachaja 3,10 & Micha 4,4 Prophetie möglich wird, "jeder unter seinem Weinstock sitzen werde", weiß ich auch nicht.

Gott jedenfalls kam in der Abendkühle und wandelte durch den Garten Eden.

Ebenso wandelte der Teufel auf der Erde, als er von Gott gefragt wurde wo er war.

Wir verstehen bestimmt manche Bibelstelle nicht in dem Umfang wie wir sollten? Es einfach wie ein Kind verstehen.

Als Jesus…

Gefällt mir
lila.lucky
lila.lucky
19. Juli
Antwort an

Wahrscheinlich kommt es vom sauber machen. Er langte immer hinein und machte Unruhe. Darum haben sie sich sein Gesicht gemerkt. Vorsicht. GEFAHR 😂😂😂

Gefällt mir

Zum Text im Artikel

Oder Johannes 14:3, wo Jesus seinen Jüngern verspricht, sie abzuholen, damit sie für alle Zeiten da sind, wo er ist. Und da Jesus selbst sagt, dass er zum Vater zurückkehren wird, richten sie ihre Hoffnung auf ein Dasein mit Jesus im Himmel aus.


Antwort gibt Bibel selbst: Joh.14:2-3,23

2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? 3 Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin.

23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn…

Gefällt mir

"Geist" und "Seele" sind in der Bibel NICHT austauschbar.

Geist und Seele sind nicht identisch.


Gemäß 1. Thessalonicher 5:23 sagte der Apostel Paulus deshalb einst:

"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"


Gefällt mir
bottom of page