"Wie uns Jehova hilft auszuharren"
- Bruder

- 9. Nov. 2025
- 13 Min. Lesezeit

Kommentar zum Wachtturm-Studienartikel der am 19.10. 2025 besprochen wurde.
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In diesem Artikel befassen wir uns mit dem Wachturm-"Studienartikel" Nr. 32 "Wie uns Jehova hilft auszuharren" (aus dem "Studien-Wachtturm" vom August 2025), der am 19.10.2025 besprochen wurde.
Der Leittext ist 1. Petrus 5:10; Zitat laut NWÜ:
"Der Gott aller unverdienten Güte … wird euch festigen, er wird euch stärken, er wird euch festen Halt geben."
Der Schwerpunkt dieses Wachtturmartikels liegt auf den sogenannten "Vorkehrungen Jehovas" und soll den Zeugen beim "Ausharren" helfen, insbesondere, was den "Predigtdienst von Haus zu Haus" anbelangt. Im Fokus dieses Wachtturmartikels stehen die Fragen: Für welche Hilfen hat Jehova gesorgt, damit wir es schaffen, auszuharren, und wie können wir diese nutzen?
Wenn ein Zeuge Jehovas etwas über "Jehovas Vorkehrungen" liest, denkt er natürlich automatisch an die "Vorkehrungen" der Organisation. Nehmen wir uns nun etwas Zeit, einige relevante Bibelverse zu betrachten, um zu sehen, wie die Organisation diese anwendet. Wir werden feststellen, auf welch heuchlerische und irreführende Weise sie diese auf ihre Interessen und Ziele verdreht. Kommen wir also direkt zur Sache. Abs. 1 - Zitat:
"Da wir in den letzten Tagen leben, müssen wir alle ausharren. Manche leiden an einer chronischen Krankheit. Andere müssen mit dem Verlust eines geliebten Menschen fertigwerden. Wieder andere erleben Gegnerschaft vonseiten der Familie oder der Regierung (Mat. 10:18, 36, 37). Was auch immer dich belastet – Jehova kann dir helfen auszuharren."
Der Absatz beginnt also mit der Feststellung "Da wir in den letzten Tagen leben, müssen wir alle ausharren." Da dieser Artikel in erster Linie für Jehovas Zeugen geschrieben wurde, ist zu vermuten, dass die in diesem Artikel angeführten Schwierigkeiten besonders Jehovas Zeugen belasten. Und um die Anwesenden auch gleich auf die richtige Spur zu setzen wird das Ziel dieses Artikels auch gleich zu Anfang hervorgehoben - Zitat:
"FOKUS [:] Für welche Hilfen Jehova gesorgt hat, damit wir es schaffen auszuharren, und wie wir sie nutzen können."
"Jehovas Organisation" sorgt also für "Hilfen", damit die Zeugen ihre speziellen Probleme meistern können. Nun, wenn wir den Artikel etwas genauer betrachten, so geht es um Probleme, die eigentlich von der Organisation selbst verursacht wurden und kaum etwas mit der "Zeit des Endes" zu tun haben.
Chronische Krankheiten, der Verlust geliebter Menschen, Familienprobleme - all dies sind Dinge, die das Leben ALLER Menschen zu ALLEN Zeiten das Leben schwer machen. Im Gegensatz hierzu handelt es sich bei Schwierigkeiten wie religiöser Widerstand von Familienangehörigen oder Ärger mit Regierungsbeamten bis hin zu sogenannter "Verfolgung" um Probleme, mit denen speziell Jehovas Zeugen zu kämpfen haben, und somit gilt: Ein Großteil der Probleme, mit denen speziell Jehovas Zeugen heute zu tun haben, sind selbstverschuldet.
Bleiben wir beim Thema "Krankheiten". Tatsächlich beobachte ich, dass in den Versammlungen viele mit Krankheiten kämpfen oder um liebe Angehörige trauern, weil diese plötzlich verstarben.
Vor diesem Hintergrund - so meine Erfahrung - zeigt sich, dass immer mehr impfgeschädigte Zeugen Jehovas, aber auch Familienangehörige und Freunde mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, die sie vorher nicht kannten oder die sich verstärkt haben.
Ein Umstand, mit dem aber nicht nur Jehovas Zeugen zu tun haben. Seit Einführung der Impfung gegen Covid-19 sind Fälle von Herzerkrankungen, Schlaganfällen, Krebserkrankungen, Nervenentzündungen, Schwindel, Herzrasen und Sehstörungen angestiegen, von "Long Covid" ganz zu schweigen - Probleme, mit denen auch Jehovas Zeugen zu kämpfen haben. Ich denke, dies hat auch "der Sklave" erkannt.
Natürlich werden nun viele, auch Betroffene, einwenden, dass nicht alle Erkrankungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung stehen müssen. Das mag richtig sein. Doch die Häufung dieser Erkrankungen ist auffallend. Schaut euch in den Versammlungen oder in euren Familien- oder Freundeskreisen um. Dennoch werden die Meisten der Zeugen nun denken: "Seht her - der Sklave gibt uns wieder Ermunterung zur rechten Zeit".
Bestatter sind sozusagen direkt an der Front, und was sie zu diesem Thema berichten, ist erschreckend. Bestatterin Marlies Spuhler bricht das Schweigen: Seit 2021 keine Leichenstarre mehr, Verwesung im Turbo-Modus, Turbokrebs bei 60-Jährigen und plötzliche Tode im Bett. Sie berichtet von doppelten Sterbezahlen, fehlenden Obduktionen und Angehörigen, die flüstern: "Ohne Impfung würde sie noch leben." Marlies spricht über Blutverdickung bei COPD-Patienten. Sie verlor jedes Vertrauen in Medizin und Politik, und ihre Familie blieb ungeimpft.
Von daher ist die Frage berechtigt, ob nicht ein Großteil der derzeitigen gesundheitlichen Probleme unter Jehovas Zeugen eventuell auf die Richtlinien, Anweisungen oder Empfehlungen "des Sklaven" zurückzuführen sind, weil Jehovas Zeugen "dem Sklaven" buchstäblich bis ins Grab vertrauten und ihm bedingungslos folgten.
Ob Ablehnung von Bluttransfusionen oder das Befolgen der Aufforderung, sich eine fragwürdige Impfung verabreichen zu lassen, weil "Jehova" es angeblich so will - all dies zeigt, welche Macht die Organisation hat. Was "der Sklave" sagt, wird gemacht - ohne Wenn und Aber, selbst wenn es darum geht, den Kontakt zur Familie oder zu Freunden abzubrechen. Was immer "der Sklave" auch erwartet - die Zeugenherde gehorcht, weil "Jehova es so will".
Dass es sich bei diesen Feststellungen nicht um die Privatmeinung eines "gehässigen Abtrünnigen" handelt, beweist folgendes: Man erinnere sich, wie schnell Jehovas Zeugen bereit waren, Dinge zu tun, die sie vorher ablehnen und verachten mussten, sobald "der Sklave" die Zügel lockerte und plötzlich Dinge genehmigte, die er bisher ablehnte. Plötzlich lassen sich Jehovas Zeugen einen Vollbart wachsen; weibliche Zeugen gehen mit Hosen in die Versammlung; sie reden mit Ausgeschlossenen und entscheiden sich für eine Hochschulbildung. So viel zum Thema "Persönliche Entscheidungen treffen". Derlei rückgratlose Wendehalsigkeit ist nur noch als billig zu bezeichnen. Okay, dann mal Prost - das dürfen die Zeugen jetzt ja auch sagen ...
Setzen wir unsere Betrachtung fort. Im Absatz 2 geht es um die Frage: "Woher bekommen wir Kraft zum Ausharren?" - eine wichtige Frage. Doch ein Zeuge braucht über diese Frage nicht nachzudenken, denn "seine" Antwort - also die "richtige" Antwort - wird ihm schon vorgegeben - Zitat:
"Ausharren beschreibt die Fähigkeit, trotz Schwierigkeiten, Verfolgung, Prüfungen oder Versuchungen durchzuhalten und dabei die Hoffnung zu bewahren. Um als Christ auszuharren, reicht unsere eigene Kraft nicht aus. Wir sind auf die Kraft angewiesen, die Jehova gibt: „Kraft, die über das Normale hinausgeht“ (2. Kor. 4:7). In diesem Artikel geht es um vier Hilfen, die Jehova uns zur Verfügung stellt. Außerdem werden wir sehen, wie wir sie nutzen können."
In diesem Absatz wird 2. Korinther 4:7 teilzitiert. Doch wir wollen auch den Kontext dieses Verses betrachten. Schließlich geht es um die wichtige Frage: "Von woher bekommen alle Zeugen Jehovas ihre Kraft zum Ausharren?"
2. Korinther 4:8-14:
"Wir stehen in jeder Hinsicht unter großem Druck, doch wir sind nicht bewegungsunfähig. Wir sind ratlos, doch nicht völlig ohne Ausweg. Wir werden verfolgt, doch nicht im Stich gelassen. Wir werden niedergeschlagen, doch nicht vernichtet. Ständig ertragen wir an unserem Körper die zum Tod führende Behandlung, die Jesus ertrug, damit auch das Leben von Jesus an unserem Körper offenbart wird. Denn wir, die wir leben, sehen wegen Jesus ständig dem Tod entgegen, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Körper offenbart wird. In uns ist also der Tod am Werk, in euch aber das Leben. Nun haben wir denselben Geist des Glaubens wie der, von dem es in den Schriften heißt: „Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet.“ Deshalb glauben auch wir und darum reden wir. Wir wissen ja, dass der, der Jesus auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken wird und uns zusammen mit euch vor ihn bringen wird."
Der Wachtturm zitiert den Text (Vers 7) so, als ob die in ihm vermittelte Ermunterung für jeden einfachen Zeugen, also auf alle Zeugen Jehovas anzuwenden sei. Tatsächlich aber lehrt die Organisation, dass dieser Vers innerhalb seines Kontextes explizit nur auf die Gesalbten, die 144000, Anwendung findet. Die Organisation versucht also, dich mit einem Schrifttext zu "ermuntern", der gemäß ihrer eigenen Lehre gar nicht auf dich zutrifft.
Versteh mich nicht falsch: Selbstverständlich gilt dieser Text für jeden Christen. Paulus spricht in aller Klarheit von allen Menschen, die auf Grund ihres Glaubens an Jesus hoffen, von Gott auferweckt zu werden. Doch die Wachtturmgesellschaft wendet solche Verse in der Regel nur auf eine besondere Gruppe an, einer Gruppe, von der sie behauptet, gewisse Teile der Bibel seien speziell nur für diese Gruppe geschrieben.
Genau das ist ihr Problem, nämlich, dass sie dir bestimmte Verse vorenthalten und sagen, diese seien nicht für dich bestimmt. Doch wenn es gerade mal in ihr Schema passt, wenden sie die gleichen Verse auf alle an. Dies ist nur eines der Probleme mit der Zweiklassenlehre der WTG. Das Ganze ist verwirrend. In obigem Wachtturmartikel versucht die Organisation, einen eckigen Block (Vers gilt nur für "Gesalbte") in ein rundes Loch (Vers gilt für alle) zu treiben. Der einfache Zeuge ist nur noch verwirrt.
Kommen wir zum Absatz 3 - Zitat:
"Jehova hat für eine ganz besondere Hilfe gesorgt, damit wir ausharren können: das Gebet. Trotz unseres sündigen Zustands dürfen wir mit ihm kommunizieren (Heb. 4:16). Wir können uns zu jeder Zeit, in jeder Sprache, mit jedem Thema und von jedem Ort aus an Jehova wenden – selbst wenn wir isoliert oder im Gefängnis sind (Jona 2:1, 2; Apg. 16:25, 26). Jehova versteht sogar, was wir sagen möchten, wenn wir vor lauter Verzweiflung nicht die richtigen Worte finden (Röm. 8:26, 27). Das Gebet ist wirklich ein Wunder der Kommunikation."
Ja, das Gebet ist eine wichtige Hilfe. Trotz unseres sündigen Zustands dürfen wir mit Gott kommunizieren. Doch wird in diesem Absatz aus Römer 8:26 und 27 zitiert: "In gleicher Weise wirkt Jehovas Geist in unserer Schwachheit" laut NWÜ. Auch hier stellt sich wieder das Problem, dass gemäß der Zweiklassenlehre der WTG sich die Zuhörer nicht sicher sein können, ob Paulus zu ihnen spricht, wenn er schreibt: "Gott erforscht die Herzen." Wohl schreibt Paulus von denjenigen, die im Einklang mit Gott sind - von den sogenannten "Heiligen". Wenn aber der Wachturm von "den Heiligen" spricht, dann sind in der Regel nur die "144000 Geistgezeugten" alias "Gesalbte" gemeint.
Im gleichen Kapitel (Römer 8) lesen wir folgendes - V. 33-35 laut NWÜ:
"Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der sie für gerecht erklärt. Wer wird sie verurteilen? Christus Jesus ist es, der gestorben ist, ja mehr noch, der auferweckt wurde. Er ist an der rechten Seite Gottes und tritt auch für uns ein. Wer wird uns von der Liebe des Christus trennen? Etwa Schwierigkeiten oder Not oder Verfolgung oder Hunger oder Nacktheit oder Gefahr oder das Schwert?"
Lieber Zeuge Jehovas: Erkennst du, dass es auch hier ein Problem für dich gibt?
Die Frage die Paulus aufwirft, lautet: "Wer erhebt Anklage gegen Gottes Auserwählte, also Menschen, die im Einklang mit Gott sind?" Christus ist für alle gestorben, er sitzt zur Rechten Gottes und bittet auch für Alle. Doch laut WTG findet Römer 8:33, wie überhaupt der gesamte Römerbrief, nur auf "die Gesalbten" Anwendung. Sie deutet diesen Vers so, als würde Paulus nur von einer bestimmten Gruppe Auserwählter, nämlich den sogenannten „Gesalbten“ sprechen. Tatsächlich aber spricht Paulus hier ALLE gläubigen Menschen an. Gott selbst spricht sie frei. Wer kann sie verurteilen? Christus ist für sie alle gestorben. Er ist vom Tod auferweckt worden und tritt für uns alle ein. Kann uns noch irgendetwas von Christus und seiner Liebe trennen? Etwa Leiden, Angst und Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahren für Leib und Leben oder gar die Hinrichtung?
Jesus Christus starb nicht nur für einige Auserwählte, um sie vor Gott freizusprechen. Doch die sogenannten "Vertreter Christi", der sogenannte "Sklave", das oberste menschliche Leitungsgremium der WTG behauptet, Jesus sei nicht dein Mittler, er sei nicht dein Fürsprecher, du gehörst nicht zu den "Gesalbten". Wir sehen also: Sie beziehen sich in diesem "Studienartikel" auf Bibelverse, die gemäß ihrer eigenen Lehre nicht auf dich anwendbar sind! Die Wachturmgesellschaft hat dir Jesus als Fürsprecher weggenommen, denn er tritt gemäß ihrer unbiblischen Zweiklassenlehre nur für die 144000 "Gesalbten" ein.
Der Begriff "Auserwählte Gottes" bezieht sich in der Bibel zwar auch auf eine bestimmte Gruppe oder Einzelpersonen, die von Gott für einen besonderen Zweck auserwählt wurden, wie z. B. auf das jüdische Volk im Alten Testament, das auserwählt wurde, Gottes Gesetze zu bewahren und weiterzugeben.
Aber im christlichen Glauben wird der Begriff auf die Menschen angewendet, die sich zu Christus bekennen und ihn als den auserwählten Messias anerkennen. Jeder Christ ist ein "Gesalbter Gottes".
Die Auserwählung Gottes basiert nicht auf weltlichen Maßstäben, sondern auf Seinem eigenem Willen und Seiner Gnade, und Seine Auserwählten werden dazu bestimmt, das Evangelium auszuleben und zu vermitteln, um die Welt durch ihren Glauben zu beeinflussen. Auch vom auserwählten Volk Israel wurde erwartet, die Gebote Gottes einzuhalten und Seine Botschaft allen Nationen zu verkünden.
Diese Auserwählung erfolgte nicht auf der Grundlage einer Überlegenheit, sondern war eine unverdiente Gnade und umfasste eine besondere Verantwortung, die mit dem Zweck verbunden ist, Gott zu dienen und Seine Lehre zu bewahren. Dies wird auch heute von jedem Christen erwartet.
Jesu einzigartige Rolle in Gottes Vorsatz schätzen
Lies dir den Artikel "Jesu einzigartige Rolle in Gottes Vorsatz" aus dem Wachtturm vom 15. Dezember 2008 durch. Dort wird Jesu Mittlerrolle als "einzigartig" beschrieben. Nun gut - doch was soll gemäß diesem Artikel hieran das "Einzigartige" sein?
Die "Einzigartigkeit" besteht laut WTG darin, dass die Mittlerrolle Jesu geteilt ist. Sie verweist auf 1. Timotheus 2:5, doch an dem was Paulus dort sagt, kommen sie nicht vorbei, seine Worte sind eindeutig - Zitat:
"Denn Einer ist Gott, und Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen: der Mensch Jesus Christus".
In diesem Artikel bezeichnet der Wachtturm Jesus zwar auch als Mittler für das Heil aller Menschen, aber sie teilen ihm eine untergeordneten Rolle zu, indem sie sich auf Hebräer 12:24 beziehen und behaupten, Jesus sei hauptsächlich der Mittler des neuen Bundes - Zitat aus Abs. 12:
"Das mit „Mittler“ übersetzte Wort ist in der Originalsprache ein Rechtsbegriff. Jesus wird damit als Vermittler, oder in gewissem Sinn als gesetzlicher Vertreter, des neuen Bundes bezeichnet, der die Geburt einer neuen Nation, des „Israels Gottes“, ermöglichte."
Demnach ist Jesus nur als "gesetzlicher Vertreter" zu sehen. Tatsächlich offenbart uns ein intensives Studium von WTG-Literatur, dass gemäß WTG-Lehre Jesus nur für diese "neuen Nation", das sogenannte "geistige Israel" bzw. die Klasse der 144000 "Gesalbten" als deren "gesetzlicher Vertreter" fungiert. Doch die Kernbotschaft von Hebräer 9 lautet, dass Jesus der Mittler eines neuen Bundes zwischen Gott und seinem Volk, den Juden ist. Und tatsächlich betonte Jesus wiederholt, er sei in erster Linie zu seinem Volk, den "verlorenen Schafen Israels", gesandt worden.
Deshalb sprach Jesus auch noch von "anderen Schafen, die nicht aus dieser Hürde (der Juden) sind"; auch diese muss er erretten. Der Kontext von Hebräer 9:15 erklärt lediglich die Überlegenheit des neuen Bundes im Vergleich zum alten, den Moses mit Israel schloss. Somit spricht Paulus nicht von einer Zwei-Klassengesellschaft unter Christen. Alle Juden und alle Christen werden durch ihren Glauben an das Opfer Jesu zu einer Herde und in diesem neuen Bund aufgenommen.
Wenn daher die WTG im Absatz 13 behauptet, durch die Mittlerrolle Jesu bestünde für diejenigen, die in den neuen Bund aufgenommen wurden, eine andere Hoffnung als für die "anderen Schafe", da nur Erstere durch das Blut Jesu vor Gott gerechtgesprochen worden seinen, dann ist dies eine Irrlehre. Die Aussicht, als Könige und Priester mit Jesus im Himmel zu herrschen ist zwar ein Vorrecht, aber keine besondere Belohnung.
Was laut WTG die Hoffnung derjenigen betrifft, die nicht in den neuen Bund aufgenommen worden seien, wird im Abs 14 erklärt: Sie sollen "für immer auf der Erde leben" dürfen; sie wären nicht "Teilhaber des neuen Bundes", sondern dessen "Nutznießer". Als "Nutznießer" könnten sie zwar von dem Opfer Jesu profitieren, aber nur, wenn sie die Klasse der "Gesalbten", die sogenannten "Brüder Christi", bei ihrer Arbeit "unterstützten", was nichts anderes bedeutet, als der heutigen, menschlichen WTG-Konzernführungsriege "bereitwillig" und absolut "gehorsam" zu Diensten zu sein und deren Direktiven genauestens zu befolgen.
Die Lehren dieser Organisation sind gefährlich. Sie nehmen dir Jesus weg und setzen sich als auserwählte Klasse - sozusagen als Nebenvermittler - neben Jesus bzw. zwischen ihn und dich. Hier zitiert man Hebräer 12:2 und 3 aus der Neuen Weltübersetzung, Zitat:
"Dabei wollen wir den Blick auf Jesus gerichtet halten, den Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens."
Wenn Gott Jesus als "Hauptvermittler" eingesetzt haben soll, wer sind dann wohl die Nebenvermittler? Natürlich: Die von der WTG akkreditierten "Gesalbten", verkörpert im - und repräsentiert vom - obersten menschen WTG-Zentralkomitee.
Doch zurück zu unserem eigentlichen Thema "Wie uns Jehova hilft auszuharren". Beleuchten wir noch den Absatz 10 mit der Einleitung "Was du tun kannst" - Zitat:
"Lies jeden Tag in der Bibel und mach dir eine Liste mit Versen, die dir Kraft geben. Außerdem tut es vielen gut, den Morgen mit dem Tagestext zu beginnen. So empfand auch Marie, deren Vater und Mutter beide Krebs hatten. Was gab ihr die Kraft, für ihre Eltern da zu sein, als ihnen nur noch wenige Monate blieben? „Ich hab jeden Morgen den Bibeltext aus der Broschüre Täglich in den Schriften forschen gelesen und darüber nachgedacht. Durch diese feste Routine hatte ich immer einen biblischen Gedanken im Sinn, der mich von mir und meiner traurigen Situation abgelenkt und meinen Fokus auf etwas Größeres gerichtet hat“ (Ps. 61:2)."
Nun, in schweren Tagen (doch nicht nur dann) täglich in der Bibel zu lesen ist natürlich hilfreich, auch ohne "feste Routine" oder organisatorischen Aktionismus. Ich denke, das ist ein guter Rat. Doch das Problem mit der Wachtturmorganisation ist, dass sie in ihrer "Täglich ..."-Andachtsbroschüre einen Vers aus ihrer dubiosen "Neuen-Welt-Übersetzung" vorgibt und diesen gemäß ihren Lehren verpackt, so wie auch in obigem Wachtturmartikel: Man greift sich einen Bibelvers - oftmals nicht einmal den ganzen - und verdreht dessen Inhalt mit dem Ziel, dich dazu anzuhalten, im Gleichschritt mit der Wachtturmgesellschaft zu marschieren - auf dem Weg, den sie für dich vorgesehen hat. Anstatt dich einfach zu ermuntern, die Bibel aufzuschlagen und ohne am ideologischen Gängelband zu hängen, darin zu lesen, geben sie vor, welchen Text du lesen sollst und wie er im Zusammenhang mit einem Wachtturmartikel zu verstehen sei. Das ist auch ihre raffinierte Manipulationstaktik in Verbindung mit dem "Tagestext".
Fassen wir den Kerngedanken dieses Artikels zusammen. Trotz deiner Probleme, egal welcher Art und wer sie verursacht hat: "Höre nicht auf, den Namen Gottes durch deinen Dienst in seiner Organisation zu verherrlichen."
Wie der Absatz 15 zeigt, schreckt die WTG nicht davor zurück, den Dienst Jesu für ihre Ziele zu missbrauchen - Zitat:
"Damit wir ausharren können, hat Jehova uns eine gesicherte Hoffnung gegeben ... Hoffnung half Jesus, den schwersten Tag seines irdischen Lebens zu ertragen. (Lies Hebräer 12:2.) Er wusste, dass seine Treue zur Heiligung des Namens Jehovas beitragen würde. Außerdem freute er sich darauf, wieder mit seinem Vater vereint zu sein und eines Tages zusammen mit seinen Brüdern im Himmel zu regieren. Genauso kann die Hoffnung auf ewiges Leben in der neuen Welt uns helfen, unter allen Schwierigkeiten auszuharren, die uns in Satans Welt begegnen."
Somit bedeutet ausharren: Jeder muss "wie Jesus treu zur Heiligung des Namens Jehovas" beitragen, um seinen Lohn der Hoffnung zu erlangen. Das ist die Kernaussage dieses Artikels, den wir gerade betrachtet haben.
Nun, ich habe in der Bibel nie etwas über die Hoffnung Jesu gelesen. Als Sohn Gottes trug Jesus eine Verantwortung. Er hatte Glauben und Vertrauen, dass sein Vater ihn auferwecken würde, aber nirgendwo heißt es, er habe eine Auferstehungshoffnung wie ein Sünder unterhalten. Diese Aussagen ist wirklich verwirrend.
Weiter heißt es:
"Er wusste, dass seine Treue zur Heiligung des Namens Jehovas beitragen würde."
Wenn also Jesus trotz seiner Probleme nicht aufhörte, "den Namen Gottes durch seinen Dienst zu verherrlichen", dann solltest du das auch schaffen. War das der Grund, warum Jesus alle Leiden ertrug? Wollte er damit den Gedanken vermitteln "Seht her, wenn mein Vater das von mir erwartet, wieviel mehr dann von euch?"
Zum Schluss wird zu Absatz 19 gefragt: "Was müssen wir tun, um auszuharren?" – Antwort:
"Wie wir gesehen haben, hat Jehova für Hilfen gesorgt, damit wir bei Problemen aller Art ausharren können: das Gebet, sein Wort, unsere Brüder und Schwestern sowie unsere Hoffnung. Wenn wir diese Hilfen gut nutzen, trägt Jehova uns durch schwere Zeiten – bis alles Leid, das die Welt Satans mit sich bringt, der Vergangenheit angehört (Phil. 4:13)."
Ist dir aufgefallen, für welche "Hilfen Jehova gesorgt hat", damit wir ausharren können? Das Gebet, sein Wort die Bibel (erklärt durch den "Sklaven"), die Versammlung und unsere Hoffnung. Doch wer oder was fehlt in dieser Auflistung?Ganz genau: Die wichtigste Hilfe wird in diesem Wachtturmartikel nicht erwähnt – Jesus Christus; und wenn auf ihn Bezug genommen wird, dann höchstens als "Vorbild unserer Hoffnung".

Steffi:
Hallo,
wie wir/ich bereits angekündigt haben, will ich Begebenheiten schreiben, auf welch verlorenem Posten die Ältesten stehen, wenn der größte Bannhammer (Ausschluß/Meidung) keine Angst erzeugt.
Es geht um Jacky´s Onkel. Eigentlich ein der Cousin ihrer Mutter. Seine Familie (Eltern + ältere Schwester) sind tatsächlich ZJ bzw. als solche aufgewachsen. Niemals konnten wir das ahnen. Denn etwa zu Weihnachten und Geburtstage wurden und werden die Familie rund um Jacky (irgendwann mal auch ich) eingeladen. So waren wir Drei (J, Meli und ich) auch mal auf einer großen Geburtstagsparty (75. + 40. gleichzeitig) eingeladen. Dort lernte ich ihren „Onkel“ kennen. Natürlich sprachen wir über ZJ. Er hat nie erlebt daß seine Eltern je im Dienst waren. Seine Schwester, ebenfalls…
Jacky
Hallo,
@Bianta - klar, ich weiß schon was damit gemeint ist (Eros/Agape). Aber da Steffi ein riesiger Eros Rammelzotti Fan ist, passte das so gut.
Liebe BI, bitte meine Frage stehen lassen, auch wenn das nicht unbedingt ein biblisches Thema ist:
Ich kann nicht glauben daß ich die Einzige in der Klasse bin die diese einfache Mathe/Physik Vorprüfungsaufgabe lösen konnte. Das ist doch Allgemeinwissen.
1 PKW ist 5 Meter lang, 2m breit und 1,5m hoch. Wiegt 2 Tonnen. Sein el. Dach öffnet sich in 16 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 250Km/h. Dazu gab es 3 Fragen.
Man baut dieses Fahrzeug exakt im Maßstab 1:10 nach. Von unserer Perspektive aus:
Wieviel Kg wiegt das 1:10 Modell
In wievielen Sekunden öffnet das Dach des…
So, jetzt lasst uns doch mal etwas Artikelrelevantes betrachten:
"Ausharren" ist WTG-Jargon für "stur und unbeirrt auf JW.Org-Konzernlinie rödeln und malochen, entgegen jeder Logik und Vernunft, bis der Arzt kommt, weiter, immer weiter, mit Scheuklappen links und rechts, im Tunnelblick auf uns, den Orggötzen, um bloß nix anderes zu sehen, was u. U. unserer Konzernideologie widerspricht oder diese gar ad absurdum führt". Ich zitiere aus dem Glossar, Eintrag "Ausharren":
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