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Weshalb Jehovas Zeugen die Dreieinigkeit so entschieden ablehnen.




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Heute möchten wir uns mit der Dreifaltigkeit auseinandersetzen, einem hoch umstrittenen Thema, von dem viele Kirchenführer und Christen behaupten, es sei die zentrale Lehre des Christentums. Wenn dem jedoch so wäre, warum hat Jesus die Dreifaltigkeit dann nicht deutlich vermittelt?

 

Um es sofort klarzustellen: Wir beabsichtigen hier keineswegs, eine neue Pro- oder Contra-Theorie zur Dreifaltigkeit aufzustellen. Im Internet wird dieses Thema bereits aus nahezu allen Blickwinkeln, sowohl pro als auch contra, diskutiert, sodass leicht der Eindruck entstehen kann, es sei kein Problem, das Wesen Gottes zu erklären und zu verstehen. Deshalb soll es heute vor allem um die Frage gehen, weshalb Jehovas Zeugen die Dreieinigkeitslehre so entschieden ablehnen.

 

Die historische Entwicklung zeigt, dass die Dreieinigkeit bis zu den Konzilen von Nicäa (325 n. Chr.) und Konstantinopel (381 n. Chr.) keine Rolle spielte. Als ehemaliger Zeuge Jehovas fällt es mir leicht, die Dreieinigkeitslehre abzulehnen, galt sie doch für mich über viele Jahre hinweg als Beweis, „in der Wahrheit“ zu sein.

 

Aber nur die Tatsache, dass Jehovas Zeugen die Dreieinigkeitslehre ablehnen, reicht nicht aus, um zu beweisen, dass sie in Bezug auf die Person Jesu die Wahrheit lehren. Tatsächlich vertreten sie eine weitaus abwegigere Auffassung bezüglich der Identität Jesu.

Sie verwerfen zwar die Lehre der Dreieinigkeit, gleichzeitig vertreten sie jedoch eine für ihre Lehre zentrale Ansicht, nämlich, dass Jesus Christus dem Vater untergeordnet sei.

 

Jesus Christus ist nach ihrem Verständnis das einzige und erste Geschöpf Gottes und mit dem Erzengel Michael gleichzusetzen. Vor seinem Leben als Mensch existierte Jesus angeblich im Himmel als Erzengel Michael. Einfach gesagt, Gott Jehova, der Vater und Jesus, der Sohn, sind zwei unterschiedliche, nicht gleichrangige Personen und dabei berufen sich auf Johannes 14:28: „Der Vater ist größer als ich“.

 

Wir haben also zwei Interpretationen bezüglich der Person Jesu: Einerseits die Dreieinigkeitslehre der Christenheit und andererseits die Lehre der Zeugen Jehovas, nach der Jesus ein erschaffener Gott ist. Beide Interpretationen können nicht gleichzeitig wahr sein. Kann es sein, dass beide Interpretationen falsch sind? Wir möchten versuchen, diese Frage zu klären - wohl gemerkt es ist ein Versuch!.

 

Die Diskussionen führen seit jeher zu hitzigen Streitigkeiten. Sowohl die Befürworter als auch die Gegner der Dreieinigkeitslehre bringen Argumente vor, die bedacht werden sollten. Was mich betrifft, persönlich bin ich der Ansicht, dass die Verfechter einer Dreieinigkeitslehre irren. Jedoch irren sich Jehovas Zeugen eindeutig bei der Auffassung, dass Jesus das erste von Gott erschaffene Geistwesen sei. Diese Lehre wurde bewusst so gestaltet, um Jesus Christus als Bestandteil ihrer „himmlischen Organisation Gottes“ einzuordnen.

 

Ich nutze häufig verschiedene Bibelübersetzungen und habe mir deshalb auch eine Ausgabe der östlich-griechisch-orthodoxen Kirche zugelegt, die ebenfalls die Lehre von der Dreifaltigkeit vertritt. Besonders spannend fand ich dabei die Wiedergabe von Johannes 1:1, dem zentralen Belegtext für die trinitarische Dreifaltigkeitslehre: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ So lautet die gebräuchlichste Übersetzung der meisten Bibelübersetzer.

 

Könnt ihr euch meine Verwunderung vorstellen, als ich Johannes 1:1 in der östlich-griechisch-orthodoxen Übersetzung las? Dort war zu lesen:

„Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und „das Wort war das, was Gott war“

Warum haben die Übersetzer 2 Wörter hinzugefügt? Es gab dazu einen Verweis auf einen Anhang. Was ich dort las, hat mich sehr überrascht und mich in meiner kritischen Haltung gegenüber der Dreieinigkeitslehre bestätigt.  

Die Ehrlichkeit der Übersetzer der östlich-griechisch-orthodoxen Bibel ist bewundernswert. Ich werde Auszugsweise aus dem Anhang zitieren.

 

Zitat: „Obwohl die meisten modernen Übersetzungen Johannes 1:1 mit „und das Wort war Gott“ wiedergeben, so ist diese Übersetzung problematisch und möglicherweise irreführend. Es ist klar, dass in der Übersetzung „Das Wort war Gott" der Begriff „Gott" verwendet wird, um seine Natur oder sein Wesen zu bezeichnen, und nicht seine Person.Im normalen englischen Sprachgebrauch ist „Gott" jedoch ein Eigenname, der sich auf die Person des Vaters oder gemeinsam auf die drei Personen der Gottheit bezieht. Darüber hinaus suggeriert „das Wort war Gott", dass „das Wort" und „Gott"austauschbare Begriffe sind, dass der Satz wechselseitig gilt.
Doch das Wort ist weder der Vater noch die Dreifaltigkeit... Die Übersetzung ist ohne Erklärung nicht haltbar. Es ist wichtig zu beachten, dass in der Übersetzung „Das Wort war Gott" der Begriff „Gott" verwendet wird, um seine Natur oder sein Wesen zu bezeichnen, und nicht seine Person. Im normalen englischen Sprachgebrauch ist „Gott" jedoch ein Eigenname, der sich auf die Person des Vaters oder auf die drei Personen der Gottheit bezieht.
Doch darüber hinaus haben sich auch qualifizierte Griechisch-Wissenschaftler wie Jason BeDuhn öffentlich gegen die traditionelle Übersetzung ausgesprochen und behaupten, dass, grammatikalisch gesehen, Johannes 1:1, kein schwer zu übersetzender Vers ist. Eine interlineare Übersetzung würde lauten: „Und ein Gott war das Wort." Eine solche minimal wörtliche Übersetzung würde die Wortstellung so umstellen, dass sie dem korrekten englischen Ausdruck entspricht: „Und das Wort war ein Gott."

 

Moment mal, würden Jehovas Zeugen an dieser Stelle entgegnen: „Genau das formuliert doch die Neue Weltübersetzung, folglich ist Johannes 1:1 keine Belegstelle für die Dreieinigkeitslehre“.

Ja, das ist korrekt und in diesem Punkt hat die Neue Weltübersetzung recht, dem lässt sich nicht widersprechen. Doch wenn das zutrifft, wie kann dann Jesus ein Geschöpf sein, wenn er doch ein Gott ist? 

Wenn daher im Griechischen steht: „Das Wort war, was Gott war“, dann handelt es sich um eine sehr genaue Übersetzung der griechischen Grammatik und entspricht auch dem, was Johannes ausdrücken wollte.

 

Dazu ein Beispiel: Wenn ich sage: „Der Prinz war bei dem König, und was der König war, das war auch der Prinz“, was wäre dann der Prinz? Wäre er der König? Nein, es gibt nur einen König. Doch der König ist von königlichem Geblüt, und ebenso ist auch der Prinz von königlichem Geblüt.

 

Übertragen bedeutet das: Der Sohn ist göttlich - zwar nicht der eine wahre allmächtige Gott, aber mit Sicherheit auch kein Geschöpf. Wenn überzeugte Trinitarier Johannes 1:1 als Bestätigung ihres Glaubens angesehen haben, müssen sie diesen Vers eigentlich als Beweis verwerfen, denn ein Beweis muss eindeutig sein.   

Dennoch müssen wir hinnehmen, dass die Aussagen der Bibel zu diesem Thema nicht eindeutig sind. Je nach Religionszugehörigkeit oder persönlicher Überzeugung werden Bibeltexte unterschiedlich interpretiert - entweder als Hinweis auf eine Dreieinigkeit oder als Argument dagegen.

 

Bekanntlich bestreiten Zeugen Jehovas ausdrücklich die Lehre der Dreieinigkeit und können sich kaum vorstellen, dass selbst die Neue-Welt-Übersetzung Texte enthält, die nicht eindeutig sind und zugunsten der Dreieinigkeit interpretiert werden könnten. Zum Beispiel: Johannes 1:8-9. Hier wird die Rolle von Johannes dem Täufer erwähnt, der die Ankunft von Jesus Christus als das "wahre Licht" für alle Menschen ankündigt.

 

Der Kontext von Joh. 1:1-18 zeigt, dass Jesus als göttliches Wort „Fleisch“ wurde. Dies wird auch von Jehovas Zeugen anerkannt. Allerdings steht dies im Widerspruch zu ihrer Lehre. Obwohl ihre Übersetzung hervorhebt, dass Jesus oder das Wort „ein Gott“ war, liegen sie falsch, wenn sie behaupten, Jesus sei die erste Schöpfung Gottes. Das stellt einen Widerspruch dar, denn Jehova hat keinen anderen Gott erschaffen. 

Trotz zahlreicher Veränderungen, die die Übersetzer der „Neuen-Welt-Übersetzung“ gelegentlich an ihrer Bibel in Bezug auf Jesus vorgenommen haben, vermittelt die Neue-Welt-Übersetzung den Gedanken, Jesus und Jehova seien unterschiedliche Personen und liefern damit indirekt einen Beweis für die Trinität.


Lesen wir Jesaja 40:3 in der Neuen-Welt-Übersetzung: „Eine Stimme ruft in der Wildnis: ‚Bahnt den Weg Jehovas! Baut für unseren Gott eine gerade Landstraße durch die Wüste.‘“

Gemäß dieser Übersetzung prophezeite Jesaja: „Macht einen geraden Weg für Jehova Gott“. Auch in Matthäus 3:1-3 lesen wir dann, dass Johannes der Täufer dieser von Jesaja angekündigte „Rufer in der Wildnis“ ist. Über ihn heißt es: „Bereitet den Weg Jehovas vor!“

Damit wendet Matthäus die Prophezeiung aus Jesaja direkt auf den Dienst Johannes’ des Täufers an.

 

Doch springen wir zu den Versen 29 und 30 - dort lesen wir:

„Am nächsten Tag sah er Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht das ist Gottes Lamm, dass die Sünden der Welt hinwegnimmt“

Einmal spricht Matthäus von Jehova, dann aber von Jesus. Man könnte also denken, Jehova und Jesus sind dieselbe Person, also keine eindeutige Aussage? Nach Überzeugung der Zeugen Jehovas sogar ein Widerspruch.

 

Tatsächlich jedoch ist dies kein Widerspruch, - Warum? Matthäus verwendet ein Zitat von Jesaja, um zu zeigen, dass sich die Prophezeiung erfüllt hat. Es handelt sich hierbei um ein Zitat samt dessen Interpretation, nicht um zwei widersprüchliche Aussagen. Viele Bibelkommentatoren sprechen in diesem Zusammenhang von einer "doppelten Erfüllung". Zum einen eine unmittelbare für die Rückkehr aus dem babylonischen Exil, zum anderen eine endgültige durch das Kommen des Messias. Dieser kurze gedankliche Einschub soll aufzeigen, wie schwierig es sein kann, biblisch für oder gegen die Lehre von der Dreieinigkeit zu argumentieren.

 

Solche scheinbar offensichtlichen Widersprüche entstehen hauptsächlich dadurch, dass die Bibel zwar die Gottheit des Vaters und des Sohnes nachweist, aber keinen expliziten Satz enthält, der formuliert: „Gott ist ein Wesen aus drei Personen“. Die Gründe für diese Widersprüche liegen erstens in unterschiedlichen Perspektiven. Das Alte Testament betont sehr deutlich die Einheit Gottes (5. Mose 6,4: „Jehova unser Gott ist einer“).

 

Als Jesus als Mensch auf der Erde war, und als Gott bezeichnet wurde, zeigen viele Verse Jesus in einer untergeordneten Rolle, zum Beispiel „der Vater ist größer als ich“, Joh 14,28, dann aber wiederum: „Ich und der Vater sind eins“, Joh 10,30.

 

Die widersprüchlichen Aussagen Jesu in den Evangelien spiegeln die komplexe Natur seiner Identität wider. Einerseits betont Jesus seine Unterordnung unter den Vater, wie in Johannes 14,28 („Der Vater ist größer als ich“), was seine Menschlichkeit und begrenzte Rolle verdeutlicht. Andererseits erklärt er in Johannes 10,30 („Ich und der Vater sind eins“) seine göttliche Einheit mit dem Vater. Diese scheinbaren Gegensätze zeigen, wie Jesus sowohl Mensch als auch Gott ist, zwei Naturen vereint in einer Person.

 

Diskussionen über die theologische Frage der Dreieinigkeit, insbesondere im Kontext der Ansichten von Zeugen Jehovas, erweisen sich häufig als sinnlos. Dies liegt vor allem daran, dass jeder Gesprächspartner überzeugt ist, die eigene Wahrheit zu vertreten, eine Haltung, die auch ich als Zeuge Jehovas über Jahrzehnte vertrat.


Zusammenfassend lässt sich bis zu diesem Punkt sagen, dass die Dreieinigkeitslehre den Versuch darstellt, verschiedene biblische Aussagen zu einem Bild zu verbinden. Die „Widersprüche“ entstehen, wenn man einzelne Verse separat betrachtet, anstatt das gesamte Zeugnis der Schrift heranzuziehen. Die Frage, die dabei im Raum steht, ist, ob es sich lohnt, über das Thema „Dreieinigkeit“ zu streiten. Ist der Glaube an einen dreieinigen Gott entscheidend für das Heil? Ich denke, diese Frage muss und sollte jeder individuell für sich beantworten.

 

Auch wenn ich, zu der Zeit, als ich noch ein Zeuge Jehovas war, darüber lachte, wenn Dreieinigkeitsverfechter von einem Geheimnis sprachen, besonders wenn sie mit ihren Argumenten nicht weiterkamen, so bin ich heute der Meinung, dass es sich tatsächlich um eines der tiefgründigsten Geheimnisse handelt. Die grundlegende Frage, die man in dieser Diskussionsrunde vorab klären muss, ist: Was versteht man genau unter dem Begriff „Dreieinigkeit“? Das Problem entsteht, wenn man versucht, das Wesen des einen Gottes in drei Personen aufzuteilen.

 

Wir müssen verstehen, - wir sprechen von Gott, und Gott ist uns Menschen nicht begreiflich. Ich denke hier an die Worte von Paulus auch 1. Korinther 2:11 -14 „der Mensch kennt sich in den Angelegenheiten eines Menschen aus, aber kein Mensch hat die Wirklichkeiten Gottes begriffen“. Und da es tatsächlich so ist, was sollen solche Diskussionen für einen Sinn haben.

Daher müssen wir uns fragen: Wie hat Gott sich uns mitgeteilt? Im Alten Testament erfahren wir etwas über Gottes Größe und Macht in der Schöpfung, seine Güte, seinen Plan, - dass er ein Gott ist und nicht duldet, andere Götter anzubeten,- so hat er sich Israel offenbart.

 

Später - im neutestamentlichen Zusammenhang begegnet er uns auf einmal mit Formulierungen, die uns irritieren, wie in Matthäus 28:18: „Tauft sie auf den Namen „Singular“ des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Teilte uns Jesus hier ein Geheimnis über das Wesen Gottes mit, dass wir noch nicht kannten und so nicht richtig erfassen können. Wie können wir als Christen mit diesem Widerspruch umgehen. Spricht Jesus hier von einem Gott in 3 Personen?


Das christliche Gottesbild sollte und kann nicht das Ergebnis menschlicher Philosophie sein, sondern einer göttlichen Selbstoffenbarung. Das Gottesbild ist kein logisches Verfahren, in dem man versucht Gott zu erklären. Gott offenbart sich in seinem Wesen durch das Wirken seiner Attribute im Sohn und im Heiligen Geist, wobei der Heilige Geist nicht bloß Ausdruck einer unpersönlichen Kraft ist, sondern wahrhaft Teil des göttlichen Wesens.

 

Vieleicht sollten wir den Sohn auch als Teil Gottes sehen, denn wir sprechen nicht von 3 Personen, - drei Göttern in einem. In dem Moment, wo wir das Wesen Gottes als drei Personen betrachten, haben wir wie gesagt, ein Problem und die Bibel scheint sich zu widersprechen.

 

Genau das aber haben Jehovas Zeugen gemacht - aus Gott Vater und Gott Sohn machen sie zwei Personen, um Jesus in ihr Glaubenskonzept intrigieren zu können. Das ist aber nur oberflächlich gedacht. Der Wachtturm erklärt die „Dreieinigkeit“ wie folgt: Zitat: „Im Athanasianischen Glaubensbekenntnis heißt es: „Vater Gott, der Sohn Gott, und der Heilige Geist sind Gott, und doch sind es nicht drei Götter, sondern es ist nur Ein Gott.“

 

Dies bedeutet, auch Trinitarier sprechen nicht von drei Göttern, sondern eher von einem Gott, der in drei Seinsformen existiert: „Vater, Sohn und Heiliger Geist“. Ich weiß - für die meisten erscheint sehr philosophisch.

Jehovas Zeugen lehnen die Dreieinigkeit ab, da sie die Einheit Gottes nicht als „drei Aspekte desselben Gottes“ betrachten. Im Mittelpunkt steht für sie der Name Gottes „Jehova“, wobei die Göttlichkeit Jesu eine Nebenrolle spielt. Jedoch tritt Gott in der Bibel in vielfältigen Formen und unter unterschiedlichen Bezeichnungen auf, und dennoch ist stets von „dem einen“ Gott die Rede.

 

Denken wir an die Situation, als Mose am brennenden Dornbusch fragte: „Was soll ich sagen, wer mich gesandt hat“. Wie antwortete Gott? Jehova, Jahwe oder Elohim? Gemäß 2. Mose 3:13,14, ist die Antwort: Zitat:

„Und Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Wie ist sein Name, was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: „So sollst du zu den Israeliten sagen“: »Ich werde sein, der hat mich zu euch gesandt«.

 

Die neue Weltübersetzung sagt an dieser Stelle: „Ich werde, was ich werden möchte“. Und er fügte hinzu: „Sag zu den Israeliten: ‚„Ich werde“ hat mich zu euch gesandt.‘“

 

Andere Übersetzungen sagen: „Ich bin, der ich bin“ oder „ich bin da“. Der allmächtige Gott beschränkt sich nicht auf einen einzigen Namen. Er zeigt sich als der lebendige, gegenwärtige Gott, der für sein Volk da sein wird, auch wenn sein konkreter Name (JHWH) häufig mit „Der Herr“ (Adonai) wiedergegeben wird.

 

Die zitierte Wendung „Ich werde mich erweisen, als der ich mich erweisen werde“ ist eine wörtliche Übersetzung von Gottes Eigennamen. Dies bedeutet, dass Gott sich in jeder Situation als das erweist, was nötig ist, sei es als Retter, Richter oder heiliger Gott. 

Wir können Gott nicht in Worte fassen und unsere Worte sind begrenzt. Trotzdem liegt es in der Natur des Menschen, Dinge, Personen und auch Gott zu benennen. Weil Gott aber größer ist, als wir es in Worte fassen können, finden wir in der Bibel viele unterschiedliche Gottesnamen. 

Gott sollte für uns keine unbekannte Macht sein, er versteckt sich nicht und hüllt sich auch nicht in eine Wolke des Schweigens. Er ist da. Er ist der Ursprung des Lebens, er schenkt das Leben und Erlösung und hilft durch seinen Geist. Und wenn wir ihn spüren wird sein Name „Jahwe“ zu einem Versprechen an uns Menschen, dass er mit uns sein will und mit seinem Sohn.

 

Dreieinigkeit muss nicht 3 Personen- in einem Gott bedeuten. Ja, es gibt Klärungsbedarf, wenn Jesus für sich beansprucht, Gott zu sein. Wie könnte man das kindgerecht erklären, ohne in gewisse theologische Fallen zu treten?

Es gibt viele Bilder, wie das Modell von „H2O“, ein Gas welches wir als flüssig, gasförmig oder fest als Eis kennen. Dieses Beispiel vermag zwar nicht die ganze Weisheit Gottes zu erfassen oder sein vollständiges Wesen erklären. Zumindest erklärt es aber annähernd den Kern dessen, was Gott ausmacht. 

Doch dieser Vergleich kann und sollte niemals der Weisheit letzter Schluss sein, um Gott in seiner Tiefe und Vielschichtigkeit zu erahnen.

 

Zum Abschluss möchte ich noch einmal unterstreichen, dass wir keinesfalls die Absicht hatten, eine neue Pro- oder Contra-Theorie zur Dreifaltigkeit zu entwickeln.

Es ging darum, die Frage zu beantworten, warum Jehovas Zeugen die Dreieinigkeitslehre so entschieden ablehnen.

Liegt der Grund darin, dass sie anhand der Bibel nachweisen können, dass die Dreieinigkeitslehre heidnischen Ursprungs ist? 


Jehovas Zeugen lehnen die Dreieinigkeitslehre nicht nur ab, weil sie diese für unbiblisch halten, sondern auch, weil für sie Jehova Gott der einzige wahre Gott ist. Jesus Christus ist für sie zwar der Sohn Gottes, aber nicht Teil Gottes, sondern sein erstes Geschöpf. Er wird von ihnen mit dem Erzengel Michael gleichgesetzt und besitzt somit einen Anfang. Weil Jesus einen Anfang hat und ein Geschöpf ist, kann er nach ihrer Auffassung nicht der allmächtige, ewige Gott selbst sein.


Und dies, - obwohl im Johannesevangelium 17:5 Jesus seinen Vater bittet, ihm die Herrlichkeit wiederzugeben, die er bereits vor der Erschaffung der Welt bei Gott hatte, und somit kein Geschöpf Gottes sein kann.

Johannes 17:5, Zitat:

5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.

 

Gemäß der Bibel war Jesus von Anfang an bei Gott. Die klarste Aussage dazu findet sich zu Beginn des Johannes 1,1–2: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott.“ In der christlichen Theologie wird dieses „Wort“ (griechisch Logos) mit Jesus Christus gleichgesetzt, der als ewiger Sohn Gottes verstanden wird. Weiter heißt es, dass durch ihn alles geschaffen wurde und er später als Mensch auf die Erde kam – Johannes 1,14.

Auch andere Bibelstellen belegen seine Präexistenz – also seine Existenz vor der Schöpfung der Welt und seinem irdischen Leben. Zum Beispiel Johannes 17:5, wo Jesus seinen Vater bittet, ihm die Herrlichkeit zu geben, „die er bei ihm hatte, ehe die Welt war“. 

Kurz gesagt widersprechen Jehovas Zeugen der Lehre der Dreieinigkeit, um Jesus Christus als Teil ihrer „himmlischen Organisation Gottes“ einordnen zu können, weniger aufgrund der Annahme eines heidnischen Ursprungs der Lehre. Jehova Gott ist der Mittelpunkt ihres Glaubens und ihrer Gebete.

Ganz anders verhielt es sich bei den ersten Christen, die den Namen Gottes Jehova nicht verwendeten. Selbst der Apostel Paulus erwähnte weder den Namen Gottes noch den Heiligen Geist, was darauf hindeutet, dass die Dreieinigkeit in der frühen Christengemeinde keine Rolle spielte.

Die Briefe der Apostel, insbesondere die des Paulus, bestätigen dies ebenfalls.

 

Der Anfangsgruß von Paulus in Römer 1:7 ist bekannt als der klassische Eröffnungsgruß seiner Briefe: „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“

Am Ende seiner Briefe grüßte Paulus unterschiedliche Personen und Gruppen, oft nannte er konkrete Namen. Abschließend wünschte er meistens: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch!“

Weder Jehova noch der heilige Geist werden als Person erwähnt, nur der Herr Jesus Christus.

Quintessenz: Weder die Dreieinigkeitslehre noch die Lehre der Zeugen Jehovas ist geeignet das Wesen Gottes zu erklären. Was uns bleibt ist nur das, was Paulus in 1. Korinther 2:11-14 sagt: „der Mensch kennt sich in den Angelegenheiten eines Menschen aus, aber kein Mensch hat und wird die Wirklichkeiten Gottes begreifen“.

17 Kommentare


Jehovas Zeugen wollen Jesus als erschaffenen Engel sehen und nicht als wirklichen einziggezeugten Sohn Gottes, der dann ja auch ein Gott wäre.


Aber in welchen Punkten ist die Dreieinigkeitslehre unbiblisch? Hier muss man fair sein:


https://www.christusbekennen.info/PDF/18-Ist_die_Dreieinigkeitslehre_biblisch_oder_eine_Irrlehre.pdf

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Jacky:


Hallo,

ich frage mich warum um diese 3Einigkeit so sehr und hart debattiert wird! 

1: Steht das nicht klar und deutlich in Gottes Wort? und wenn nicht, kann das dann überhaupt Gottes Wort sein?

2: Es steht nicht deutlich in Gottes Wort/Bibel, sehe sie aber trotzdem als von Gott kommend, warum sollte ich mir dann Gedanken darum machen? Angenommen ich glaube an die 3Einigkeit und sie wäre aber falsch, habe ich denn dann gesündigt? Ist es eine Sünde was Falsches zu vermuten? Zumal dies nicht klar in der Bibel erwähnt wird und dadurch der größte Streitpunkt (so was ich bisher mitbekommen habe) unter Christen ist! Kann ich nicht als Christ einfach akzeptieren daß ich das nicht weiß bzw. gar…


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Hallo MN,


danke für deine Antwort.

Aber was ist denn "die biblische Wahrheit"? Es gibt gefühlt mehr biblische Auslegungen als Christen.

Ich verstehe bloß eins nicht: Warum wird die 3E als so wichtig und entscheidend angesehen? Ist es wirklich eine Sünde wenn ich da (als Gläubige) falsch liegen würde? Angenommen ich wäre eine Christin und würde ein relativ vorbildliches (biblisch) Leben führen, irre mich aber bei der 3E-Lehre. Ist das eine Sünde? Komme ich wirklich in die Hölle wegen einem Fehler? Ich habe sehr oft gelesen JA! Denn dann wären alle Gebete fruchtlos und man konnte desween nicht Jesus´ Opfer annehmen, usw. Warum kann man bei dieser Fage nich in etwa diese Einstellung haben; "Egal was stimmt, das sehen wir…


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M.N.
31. Mai

Und jetzt zum "Warum" - "Warum lehnt die WTG/lehnen ZJ das 3E-Konzept so verbissen ab?"

Die Antwort hat mit dem Selbstverständnis der WTG bzw. ihres obersten menschlichen Lenkungskomitees, das sich seit 2013 anmaßt, als einziges den "klugen und treuen Knecht" (Mat 24,45) zu bilden, der einzige Weg zu Gott und zu ewigem Leben zu sein, zu tun. In dieser anmaßenden Falschlehre stört ein "gottgleicher" oder "vergöttlichter" Jesus - er passt hier nicht rein bzw. lenkt vom Anspruch der WTG, "Gottes einzige Rettungsvorkehrung" zu sein, auf sehr lästige Weise ab.


Dass die WTG diesen so blasphemisch wie unmäßigen Anspruch erhebt, steht außer Zweifel und ist bis zum Überdruss vermittels ihrer eigenen Aussagen nachgewiesen worden, siehe z. B. im Glossar, Eintrag "Einzig richtige…


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pit
pit
31. Mai

Hallo.

Nehmen wir als Bild das Gehirn.

Ein Doppelnetzwerk von Synapsen, links und rechts, die in Einheit Eins sind.

Und den Heiligen Geist als Befeuerung des Gesamtnetzwerks.

Bei Ausgiesung, öffnen in vielen Ausgängen, von der Auserdimensionalität in unseren Kosmos hinein, zu den Gläubigen hin. Dabei interpretiert der Geist die Gedanken des Netzwerks in uns verständliche Bilder und Worte.

Umgekehrt wird es dann bei unserer Hineinführung in das Netzwerk sein. Nur da werden wir schon mit dem Sohn verbunden sein. Wenn also Viele die Braut Christi sind, wie können sie da Eins sein, wenn man kein Netzwerk annimmt?

Hat jemand eine bessere Interpretation?

Friede pit

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lila.lucky
lila.lucky
01. Juni
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Zum Gehirn ist festzustellen, arbeitet das männliche Hirn und die Synapsen vergleichsweise anders als das weibliche Gehirn. Darum gibt's das Buch

https://www.amazon.de/M%C3%A4nner-zuh%C3%B6ren-Frauen-schlecht-einparken/dp/3548359698


Allan und Barbara Pease werfen einen amüsanten Blick auf die kleinen, aber bedeutsamen Unterschiede zwischen Mann und Frau. Intelligent, geistreich und kontrovers verbinden sie neueste Erkenntnisse der Gehirn- und Evolutionsforschung mit aktueller Verhaltenspsychologie. Endlich eine Antwort auf die Frage, warum Frauen und Männer so sind, wie sie sind, und warum sie gerade deshalb so wunderbar miteinander auskommen können.


auch in englisch

https://www.amazon.de/Dont-Listen-Women-Cant-Read/dp/8186775080


Gibt's auch als gebraucht ab 2 Euro im Internet. Voll lustig geschrieben! Der Berliner hat recht, Mario Barth.


Darum reden Frauen über Liebe und babbeln nur rum und Männer hassen diese Themen. Sie lieben eher still.

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M.N.
31. Mai

So, und jetzt muss ich noch etwas klug💩 - sorry:


Im Artikel heißt es "Trotz zahlreicher Veränderungen, die die Übersetzer der „Neuen-Welt-Übersetzung“ gelegentlich an ihrer Bibel in Bezug auf Jesus vorgenommen haben" - aha: Erst "zahlreich", dann "gelegentlich". Das erinnert mich an das "Dunkel war's, der Mond schien helle"-Liedchen - jede Zeile enthält ein Widerspruch. Lassen wir das "gelegentlich" weg, und die Sache stimmt. Wer's nicht glaubt, schaue ins Glossar, Eintrag "Neue-Welt-Übersetzung", Untereintrag "Beispiele für tendenziöse, WTG-zweckdienliche Wiedergaben in der NWÜ".


Sodann zum Begriff "doppelte Erfüllung": Wohl existiert das Konzept von "früherer und späterer Erfüllung" in der Bibel, allerdings ist der Terminus "doppelte Erfüllung" sektiererischer Natur. Frage an die KI:


Ist der Begriff "doppelte Erfüllung" offizieller, akademisch/theologischer Sprachgebrauch?


Kurz gesagt:…


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