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„Unterwegs“

  • Autorenbild: Bruder
    Bruder
  • vor 10 Stunden
  • 11 Min. Lesezeit

Von Tilo 

„Der beste Platz in den stürmischen Zeiten, die uns bevorstehen, ist innerhalb der Organisation Jehovas, wo wir unter seinem Schutz in Sicherheit sind.“ (Zitat Wt 8.1992,)

Da ist es wieder! Wie oft habe ich das schon gelesen! Aber stimmt das? Ich habe meine Zweifel, oder besser: meine Gewissheit, dass es nicht stimmt! Ich denke an Abraham, den Vater aller, die glauben dürfen und können. Wo war sein ‚bester Platz, wo er unter dem Schutz Gottes in Sicherheit war’? War es nicht die „mächtige Hand Gottes“, unter der er beschützt wurde? Doch, das war sein „bester Platz“.  Aber wie kam es dazu?


“Geh fort aus deinem Land, verlasse deine Heimat und deine Verwandtschaft, und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde!“ (Apg. 7:3)

Mit diesen Worten war Abraham aufgefordert worden, die Stadt Ur in Chaldäa zu verlassen. Wenige Worte, aber sie sind bedeutungsschwer, denn Ur war zur Zeit Abrahams eine herausragende Stadt, in der man in relativer Sicherheit gut leben konnte. Man war beschützt und lebte in einer kultivierten Umgebung. Man genoss den Schutz der Stadt, ihren Komfort und das quirlige Leben. Hier stand man auf der Höhe der Zeit.

Ich versuche mich in diese Situation hineinzudenken. Kann ich mir vorstellen, alle bürgerlichen Sicherheiten aufzugeben und jeden Tag erneut den Herausforderungen des Lebens zu begegnen? Ich könnte es höchstens unter der gleichen Bedingung, die Abraham hatte: Unter dem ausdrücklichen Schutz Gottes. Und dazu braucht man Vertrauen zu Gott. Nun ist es so, dass Gott mir dieses Vertrauen eingeflößt hat, es wurde mir gegeben, und es ist durch Erfahrung mit Gott bestätigt worden.

Am Beginn seiner Reise wusste Abraham jedenfalls, dass Gott eindeutig mit ihm in Verbindung getreten war! Und wir finden in Abrahams Lebensbericht viele Hinweise darauf, dass Gott ihn nie aus den Augen verloren hatte.


Alle Gefahren seiner Reise wurden von Gott gesehen und beachtet. Im Verlauf dieser Reise wurde Abraham mit seinem Gott immer vertrauter, so dass Gott ihn später seinen Freund nannte. Anfangs hatte Jehowah gesagt: “Hab keine Angst, Abram, ich selbst beschütze dich, ich werde dich auch reich belohnen!”


Die Gefahren waren groß; manchmal stand sein Leben auf dem Spiel, und es gab Situationen, in denen er völlig hilflos war, in denen sein Verstand nicht ausreichte, um eine gute Lösung zu finden. Zweimal  – zum Beispiel – meinte er, zu einer List greifen zu müssen, um sein Leben zu retten. Aber die List war wirkungslos! „Sage, dass du meine Schwester bist“, sagte er zu seiner Frau, als er daran dachte, wie orientalische Könige die Männer von schönen Frauen behandelten.

Sie hätten den Mann töten lassen, um sich die Frau zu nehmen. Aber wenn sie sich als Schwester ausgab, nahmen sie sie erst recht. Was konnte Abraham tun? Der Allmächtige schritt ein. Er gab den Königen eine deutliche Warnung, so dass sie vor der Frau Abrahams zurückschreckten (1. Mose 12:14-20; 20:1-18).


So hat Gott immer wieder gezeigt, dass er im Leben Abrahams gegenwärtig war, dass er ein Gast in Abrahams Zelt war. Wir können am Leben Abrahams ablesen, wie es den Kindern Gottes geht, wenn sie auf ihrer Lebensreise in kritische Situationen geraten. Es kann sein, dass sie in Gefahr geraten, es kann sein, dass sie niedergeworfen werden, es kann sein, dass sie völlig ratlos sind und keinen Ausweg mehr wissen, aber sie werden dennoch nicht im Stich gelassen oder vernichtet (2. Kor. 4:7-9)! Immer wieder ist Gott für sie da.


In Ur wäre es für Abraham sehr schwer gewesen, seinen persönlichen Glauben auszuleben. Hier kannte jeder jeden und nichts blieb dem anderen verborgen. Das allein schon schränkte die persönliche Freiheit ein. Denken wir daran, dass jede Stadt auch eine Organisation ist, die nur funktionieren kann, wenn alle dasselbe wollen und tun und sich den Gesetzen der Stadt unterwerfen. Schon der Druck eines Kollektivs ist mitunter zuviel für die innere Integrität, für die eigene Aufrichtigkeit im Glauben. Heute sind Begriffe wie „Gruppenzwang“ und „Gruppendynamik“ in ihren negativen Wirkungen bekannt – und werden geschickt benutzt, um einen bestimmten Zweck zu erreichen. Jede „Stadt“ übt einen gewissen Druck auf ihre „Bewohner“ aus und kann sie dahin führen, wohin sie vielleicht nicht wollen.


Kostbare Reiseerfahrungen

Nur auf der Reise, wo Abraham von jeder stadtbürgerlichen Existenz und den Zwängen der Masse frei war, konnte Gott zeigen, worauf es wirklich ankommt: Auf das Vertrauen zu Gott, das wir heute Glauben nennen! Auf seiner Wanderung hatte Abraham nur den Allmächtigen als Helfer. Für alle anderen Menschen war er ein Fremder, der keine Rechte im Land hatte, der sich alles, was er zum Leben brauchte, hart erkämpfen musste. Wo Abraham schutzlos war, wurde Gott ihm zu einer mächtigen Mauer,  –  unübersteigbar und fest. Und so sehe ich in Abraham auch jene Menschen, die ihre „Stadt“ ebenfalls verlassen haben und sich als Fremde in der Welt auf den Weg machten, um die Freiheit der Kinder Gottes zu erleben.


Städte gegen Gott

Ein berüchtigter Städtebauer war Nimrod, ein Gewaltherrscher. Er baute zuerst Babel (Babylon). Sein vorherrschendes Motiv war vielleicht der Wunsch, Menschen zu beherrschen. Das kann in einer Stadt besser gehen, als bei einem Volk von Nomaden und Ackerbauern. Die Menschen dieser Stadt atmeten vielleicht den Geist Nimrods, wenn sie schrien:  

“Auf! Jetzt bauen wir uns eine Stadt mit einem Turm, dessen Spitze bis zum Himmel reicht!”, schrien sie. “Dadurch werden wir überall berühmt. Wir werden nicht über die ganze Erde zerstreut, weil der Turm unser Mittelpunkt ist und uns zusammenhält!“ (1. Mose 11:4)

Man wollte „berühmt“ werden. Die Stadt sollte sie schützen und zusammenhalten, der Turm sollte ihr geistiger Mittelpunkt sein! Das waren die Motive für den Bau einer Stadt, die später ein Symbol für sittliche Verworfenheit und Gottfeindlichkeit geworden ist. Die Erbauer dieser Stadt hatten nicht Gott zum Mittelpunkt, sondern die Stadt mit ihrem Turm! In der Offenbarung wird diese Stadt mit einer leidenschaftlichen Hure verglichen, welche die ganze Blutschuld der Erde auf sich geladen hat. Und so wundert es uns nicht, wenn Nachfolger Christi dazu aufgerufen werden: „Verlasst diese Stadt!“ Denn diese Stadt wird als ein Versteck von Dämonen und als Quelle der Unreinheiten beschrieben. Hier praktizierte man spiritistische Bräuche, hier herrschte man über Menschen, hier verfolgte man die Zeugen Jesu. (Jer. 51; Offb. 18)


Städte als gottesfeindliche Organisationen

Die Menschen haben nicht nur buchstäbliche Städte zu ihrem Schutz gebaut, sondern auch Organisationen. Die Beschreibung Babylons der Großen aus der Offenbarung ist die Beschreibung einer Organisation. Wenn wir den Begriff nicht zu eng fassen, dann können wir die institutionalisierte Religion ebenso dazu rechnen, wie das Finanzwesen, die Wirtschaft, den Welthandel und die Politik.


Dies sind im Endergebnis auch alles „Städte“, die man sich gebaut hat, um andere Menschen zu beherrschen, um sich selbst zum „Mittelpunkt“ zu machen. Auch hier verlieren die Bewohner der „Stadt“ ihre Freiheit und ihr Gewissen. Sie müssen den Schutz durch die „Stadt“ damit bezahlen, dass sie sich der vorherrschenden Meinung anpassen. Sie müssen bezahlen, indem sie ihren Glauben an den wahren Mittelpunkt aufgeben oder einschränken und sich unterordnen. Sie müssen sich manipulieren lassen und dürfen nicht mehr sie selbst sein. Es ist traurig, was in den modernen „Städten“ mit den Menschen gemacht wird, denn die Versklavung des Menschen strebt einem Höhepunkt zu.


In der Bildersprache der Offenbarung wird ein wildes Tier erwähnt, das eine Zahl hat. Es ist die Zahl 666, die jeder tragen muss, wenn er existieren will! Man kann das auf verschiedene Weise deuten, aber die allgemeinste Bedeutung ist die totale Vereinnahmung des Menschen durch Organisationen, durch „Städte“. Für echte Nachfolger Christi stellt das ein großes Problem dar. Wie kann man existieren, ohne die Zahl des wilden Tieres anzunehmen? Wie kann man aus „ihr hinausgehen“, wenn es scheinbar unmöglich gemacht wird? Nimmt man aber die Zahl des wilden Tieres an, dann wird man sterben, wenn Christus kommt, um Gericht zu halten (Offb. 13:16-18).


Trotzdem begeben sich die Jünger Jesu auf diese Reise und versuchen sich von der „Welt“ rein zu erhalten, was zuerst bedeutet, das falsche satanische Denken und die daraus resultierende Handlungsweise abzulehnen. Sie müssen sich wie Abraham darauf einlassen, die „Stadt“ im Vertrauen auf den Beistand Jesu Christi zu verlassen. Sie müssen wie Abraham ihr Vertrauen zu Gott auf ihrer Reise beweisen. Und sie haben –  wie ihr Vorbild im Glauben – die einzigartige Gelegenheit, mit ihrem Vater im Himmel ganz vertraut zu werden.

Es können die unterschiedlichsten „Städte“ sein, die man verlassen muss.  Man muss auch religiöse Organisationen verlassen. Für einen Zeugen Jehovas wird es bedeuten, gerade die Organisation zu verlassen, von der er vielleicht einmal überzeugt war, dass es die Organisation Gottes war. Aber sie ist es nie gewesen, und ich kann mir heute nicht mehr vorstellen, dass es irgendeine Organisation gegeben hat, die Gott wollte und guthieß.


Israel war keine Organisation, die Gott gewollt hat.

Wer jetzt auf das Volk Israel hinweist und meint, dass es eine Organisation im Sinne einer „Stadt“ war, die Gott gewollt hat, den muss ich enttäuschen. Denn wir erinnern uns an die Worte Gottes, als die Juden von Samuel einen menschlichen König forderten: „Höre auf die Stimme des Volkes, …, denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, damit ich nicht König über sie sei.“ (1. Sam. 8:7) Die Juden bekamen ihre „Stadt“, aber sie wurden damit nicht glücklich. Auch wenn das Königtum Salomos an die Herrschaft Christi denken lässt, bleibt doch die Tatsache bestehen, dass dieses Königtum der Menschen, diese staatliche Organisation, von Gott nicht gewollt war.


Das Gesetz Mose garantierte die religiöse Freiheit

Die jüdische Religion war keine Organisation, wie es heute JW.Org behauptet. Mit den Machtstrukturen der heutigen Wachtturm-Organisation hatte das Judentum wirklich nichts zu tun. Ein Grundprinzip des ursprünglichen Judentums war die Freiheit des Einzelnen – auch in Bezug auf die Anbetung Gottes. Zwischen Gott und den Menschen durfte sich kein anderer drängen! Die Wachtturm-Organisation aber tritt offen an Gottes Stelle und behauptete immer, dass, wer ihr den Gehorsam verweigere, ihn in Wirklichkeit Gott verweigere! Die Wachtturm-Gesellschaft hat durch die Jahrzehnte das reine Wort Gottes mit unzähligen „theokratischen Gesetzen“ erstickt!


Dadurch hat sie die Mitglieder versklavt und entmündigt. Sie hat ihnen die eigene Verantwortung abgenommen und lebt in dem Wahn, dass nur durch ihre äußere Kontrolle und Bevormundung den Mitgliedern die „reine Anbetung“ möglich sei!  Im Judentum stand der Mensch aber in seiner eigenen Verantwortung vor Gott, auch wenn der Hohepriester für seine Sünden im Tempel opferte.  Ein kleiner Kommentar aus der Thora (übertragen von Chajm Guski, 2014) zu 5. Mose 10:12 sagt dazu: „Was verlangt Gott? Mit der darauf folgenden Antwort soll sichergestellt werden, dass eine Gesellschaft auch ohne äussere Kontrolle funktionieren kann. Die Gebote und Gesetze Gottes verlangen nicht nur Liebe zu Gott, sondern auch Liebe zu den Menschen. Der Talmud sagt: ‚Alles untersteht der Macht des Himmels, außer dass jemand sich dafür entscheidet, Gott zu verehren.’ (Berachot 33b) … Die Liebe ist hier als ein Gefühl oder eine Geisteshaltung zu verstehen, die tiefe und zugewandte Verbundenheit zu einer Person ausdrückt und die keinem speziellen Zweck verpflichtet ist. Sie erfordert eine aktive Wendung an das Gegenüber mit ein.“


JW.Org ist weit zurückgefallen.

Wenn ich diesen kleinen Kommentar auf JW.Org anwende, dann fällt mir sofort ein, dass die Zeugen Jehovas weit hinter diese Freiheit und weit hinter das Gesetz Mose zurückgefallen sind! In dieser „Stadt“ wird alles und jeder kontrolliert. Alles im Leben eines Zeugen wird durch die „theokratische Gesetzgebung“ geregelt. Da bleibt kein wesentlicher Platz für das Gewissen des Einzelnen; da ist kein Raum für eine aufrichtige Liebe zum Nächsten, die auf eigene Verantwortung gründet und die gelebt wird, weil man es selbst so will. Gewissen und Liebe sind sehr empfindlich gegen alles regelnde  Gesetze und Anweisungen von Menschen.


Die äußere Kontrolle durch Menschen ist das Gift für die Freiheit, den ungeheuchelten Glauben und für die echte Glaubensfreude. Sie ist u. U. der Tod der Liebe! Wenn im Gesetz Mose noch die Liebe zu Gott und dem Nächsten hoch erhoben wurde, dann wird sie durch modernes Pharisäertum in JW.Org zu einer fast leblosen Pflichterfüllung. Dann geht es in erster Linie um die Pflicht, und noch eimal um die Pflicht, und nicht um Gott und den Nächsten. Dann kann es keine Gewissensentscheidungen geben, sondern nur noch den strengen Gehorsam, der von Menschen eingefordert wird, und über den man nicht nachdenken soll.


Das alles hat Jesus an den Pharisäern seiner Tage gesehen und verurteilt (Mat. 23). In so einer „Stadt“ kann kein Nachfolger Christi frei atmen. (Es sei denn, er lebt von der Propaganda unbeeindruckt sein Leben als Christ so, wie er es versteht. Aber geht das?)


Die frühen Christen hatten die Freiheit der Söhne Gottes!

Und wie sah es unter den frühen Christen aus? Es gab keine menschliche Hierarchie, es gab nichts von all dem, was heute zum Instrumentarium der organisierten Religion gehört! Es waren Menschen, die unter der Aufsicht des Himmels standen. Ihre Namen waren im Himmel eingeschrieben und ihr Gesetz war das Gesetz des Christus, das in der Liebe zu Gott und zu einander gipfelte.

Zusammen mit dem Gewissen machte dieses Gesetz jede äußere Kontrolle überflüssig! Da waren keine Aufpasser nötig, denn Jesus führte seine Jünger durch seinen Geist! Es gab Brüder als Hirten und Lehrer, die nach Bedarf dienten, aber kein Amt innehatten und keine besondere Ehre beanspruchten! Alle beteten Gott mit Geist und Wahrheit an und waren allein durch das Band der Liebe vereint.  Alle standen auf einer Stufe vor Gott und Christus.

Was es aber immer gab, waren Menschen, die bestrebt waren, Macht über andere zu gewinnen. Sie gründeten Kirchen, also „Städte“. Christen können sich dagegen nur wehren, indem sie diese “Städte“ verlassen und sich auf die Reise begeben, um bei Gott und sich selbst anzukommen.


Die falschen Sicherheiten täuschten mich.

Hier war ich vor über einem Jahrzehnt angekommen. In der „Stadt“, der Organisation der Zeugen Jehovas,  wurde mir Sicherheit angeboten. Ich brauchte keine Zweifel zu haben, wenn ich treu und gehorsam alles glauben würde, was man mir vorsetzte. In dieser „Sadt“ sollte ich gerettet werden, wenn Christus als Richter kommen würde. Nur in dieser „Stadt“ konnte man angeblich glücklich sein; draußen vor den „Toren“ war das echte Glaubensleben angeblich unmöglich. Nur in dieser „Stadt“ wäre ich wirklich zu Hause, sie wäre meine Heimat, sagte man, und ich glaubte es.


Aber wie sah die Wirklichkeit aus?

Die Wirklichkeit unter der Oberfläche konnte nur sichtbar werden durch den ehrlichen Vergleich mit der Bibel und dem Leben, das wir führten, und von dem wir ahnten, dass es nicht das sei, was es sein sollte. Ich musste auch lernen, ehrlich zu mir selbst zu sein, denn JW.Org „lebt“ davon, dass sich jeder selbst betrügt. Durch die leise Stimme Gottes aus seinem Wort traten Widersprüche zutage, die den Atem stocken ließen. Da gingen die Augen des Herzens auf und ich kam zu folgendem Schluss:

Wer mit Gott gehen will, muss alle scheinbaren, von Menschen angebotenen Sicherheiten hinter sich lassen. Er muss sich ganz in Gottes Hand begeben, ohne in Glaubens- und Gewissensdingen von Menschen abhängig zu sein. Er muss den Unvergleichbaren und Ewigen vor Augen haben. Er darf nicht zulassen, dass sich Menschen in das Verhältnis zu seinem himmlischen Vater drängen wollen. Er muss einsehen, dass es nur bei Gott wahre Sicherheit und ein wahres Zuhause geben kann. Er muss sich Christus anvertrauen, der ihn im Auftrag des Vaters auf seiner Reise begleitet und führt. Er muss den unbedingten Mut zur Wahrhaftigkeit haben und den Mut zur eigenen Verantwortung. Nur das ist in letzter Konsequenz Glaube!


Deshalb kann es dann nur heißen: „Verlasse die Stadt!“ Von Jesus heißt es, dass er ‚die Stadt verlassen hatte’, als er seinen Opfertod vor den Toren der Stadt Jerusalem starb:

 „So starb auch Jesus außerhalb der Tore, um durch sein Blut die Menschen von ihrer Schuld zu befreien. Lasst uns zu ihm hinausgehen, ausserhalb des Lagers, und die Verachtung mittragen, die ihn getroffen hat. Denn auf dieser Erde gibt es keine Stadt, in der wir für immer zu Hause sein können. Sehnsüchtig warten wir auf die [Stadt], die im Himmel für uns erbaut ist.“  (Hebr. 13:12-14)

Das „Lager“ ist hier ein Bild für die Volksgemeinschaft Israels während der Wüstenwanderung nach dem Auszug aus Ägypten, somit ein Sinnbild für die jüdische Religionsgemeinschaft. Die Hebräerchristen mussten das Lager (die  jüdische Religion) verlassen, um zu Christus zu kommen!  Mit seinem Tod, außerhalb des „Lagers“, war die jüdische Religion für seine Nachfolger zu Ende! Sie hatte mit ihren Gesetzen und gottesdienstlichen Einrichtungen nur als Vorbild gedient. Die Wirklichkeit gehörte jetzt dem Christus. 


„Der verdrängte Christus“

Ich muss anmerken, dass man innerhalb von JW.Org eigentlich nicht zu Christus geführt wird. Die Rolle Jesu wird in der „Organisation“ heruntergespielt. Und ich finde die Aufforderung des Apostels sehr interessant, wenn er dazu auffordert, „zu ihm [Jesus] hinauszugehen“, weil es für uns keine bleibende „Stadt“ (oder keine Organisation) auf der Erde gibt, in der wir „zu Hause“ sein könnten, sondern dass unsere Sehnsucht auf die „Stadt“ gerichtet ist, die Gott erbaut hat. Das geht deutlich aus den Worten des Apostels hervor, wenn er die Reise Abrahams beschreibt: 


„Aufgrund seines Glaubens gehorchte Abraham, als Gott ihn rief. … Und er zog fort, ohne zu wissen, wohin er kommen würde. Aufgrund seines Glaubens lebte er als Fremder im Land. … Er wartete nämlich auf die Stadt, die auf festen Grundsteinen erbaut ist,  –  deren Planer und Gründer Gott selbst ist.“ (Hebr. 11:8-10)

Das ist und bleibt das Neue Jerusalem, das seine Kinder mit offenen Armen aufnehmen und jede Träne von den Augen wischen wird! (Offb. 21:1-8)


Noch bin ich mit vielen anderen auf meiner Reise. Ich habe die „Stadt“ verlassen und gehe meinen Weg weiter. Was habe ich bisher erfahren? Ich habe gesehen, wie man durch Gott aus vielen Gefahren befreit wird und die Kraft erhalten hat, Prüfungen zu bestehen. Von Mal zu Mal wurde man stärker und zuversichtlicher. Viel Unnötiges fiel von einem ab, manches Überflüssige versickerte irgendwo. Das Leben wurde leichter und fröhlicher. Verluste machten plötzlich reich, weil man näher zu Gott und seinem Sohn rückte. Man wurde „wesentlicher“, weil man endlich die ungeheuer wichtige Rolle Jesu als alleinigen Retter verstanden hat! Ich habe es nicht bereut, die „Stadt“ verlassen zu haben.

2 Kommentare


M.N.
vor 6 Stunden

Ihr Lieben,


die JW.Org, in all ihrer grotesk narzisstischen Selbstverblendung eines falschen Propheten allerschlimmster Couleur, betrachtet sich als Gottes größte Gabe und schönstes Geschenk an den gesamten Kosmos, weshalb sie ihren Minions gebietet, "bei ihr Zuflucht zu suchen". Hier folgt eine Auflistung all der so blasphemisch wie wichtigtuerischen Selbstlobpreisungen, mit denen sich die JW.Org auf Grundlage krassesten Missbrauchs und Falschauslegung biblischer Aussagen (oh ja: Auch hier schmeißt sie mit Bibelversen um sich) als des Allmächtigen beste Erfindung in die höchsten aller Himmel erhebt - ein jeder dieser Begriffe ist nachschlagbar im Glossar:


"Gegenbildliche Zufluchtsstadt"

"Geheimer Ort"

"Geistige Arche"

"Geistige Sicherheit"

"Geistiger Zufluchtsort"

"Innere Gemächer"

"Land der Lebenden"


Sie preist ihre Ortsgruppen alias "Versammlungen" als "Geistige Zufluchtsorte" und "Orte der Sicherheit"…

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Jesus Christus, der Herr, gebietet ganz persönlich seinen wahren Nachfolgern:


"Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! 

10 ... und sie werden aus Furcht vor ihrer Qual weitab stehen und sagen: Wehe, wehe! Die große Stadt, Babylon, die starke Stadt! Denn in einer Stunde ist dein Gericht gekommen."

(Offenbarung 18:4, 10, Elb).


Haben wir einen Glauben wie Abraham bewiesen und diese "Stadt" inzwischen verlassen und damit Jesu Gebot beachtet? Nur dann werden wir "Kinder Abrahams" sein.


Die JW.-Organisation mit ihren Millionen Mitgliedern ist ein nicht unerheblicher Teil dieser "Stadt":


https://www.christusbekennen.info/PDF/40-Die_Hure_Babylon_die_GroBe_-_ihre_wahre_Identitaet_und_die_Rolle_der_Zeugen_Jehovas.pdf


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