Kritische Fragen - sozialer Tod!
- Bruder

- vor 12 Stunden
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Es gibt Menschen, die behandelt werden, als wären sie schon gestorben. Diese Menschen sind nicht durch einen Unfall oder eine Krankheit gestorben, sondern durch eine Entscheidung, die jemand traf, als sie anfingen, innerhalb einer religiösen Organisation Fragen zu stellen. Die Organisation sorgte dafür, dass jeder, der dem Betroffenen nahestand, den Kontakt zu ihm abbrach.
Wir sprechen über einen koordinierten und strukturell verankerten Prozess, der seit Jahrzehnten Zeugen Jehovas in Angst hält. Ich selbst habe, so wie viele tausend andere auch, diese schmerzhafte Erfahrung gemacht und persönlich erlebt. Bis dahin war ich selbst Teil der inneren Struktur dieser Organisation. Anfangs aus voller Überzeugung diente ich als Pionier und Ältester, verteidigte die Organisation und unterstützte sie. Doch mit der Zeit wuchsen in mir zunehmend Zweifel an den Entscheidungen, an denen ich im sogenannten „Rechtskomitee“ beteiligt war.
Wer wie ich, auch durch dieses System gegangen ist, wird jede einzelne Phase wiedererkennen, die hier angesprochen wird. Und wer damit noch nie in Kontakt kam, wird sich fragen, wie und ob das überhaupt möglich ist. Ja, es ist möglich, und es ist in der Vergangenheit geschehen, und wird wahrscheinlich auch heute noch so sein.
Dazu später mehr. Doch zunächst die Fakten, die zeigen, wie sich in dieser Organisation die Ängste entwickelten und genutzt wurden, um dich daran zu hindern, kritische Fragen zu stellen.
Zunächst wirst du nicht bemerken, was dich in dieser Organisation erwartet. Wenn ein Zeuge Jehovas mit dir die Bibel studiert, wird er nicht sagen: „Stell keine Fragen.“ Nein, im Gegenteil: Er wird dich ermutigen und sagen: „Prüfe, was ich sage. Stelle Fragen. Überprüfe deinen Glauben anhand der Bibel.“ Wenn sie anfangen, mit dir die Bibel zu studieren, wirkt alles darauf ausgerichtet, zu prüfen und zu forschen. Genau das ist ihre Methode.
Und das funktioniert, weil es nach intellektueller Redlichkeit klingt, nach einer Religionsorganisation, die nichts zu verbergen hat. Du wirst dich eine Zeitlang wohlfühlen. Man fragt und bekommt Antworten, man studiert, bis man überzeugt ist, geistlich zu reifen. Diese Phase machte ich von Kindheit durch.
Wer als Erwachsener beginnt, mit den Zeugen Jehovas die Bibel zu studieren, erfährt Wärme und Anerkennung und hat das Gefühl, endlich die Wahrheit gefunden zu haben. Ja, du darfst Fragen stellen - solange sie in die Richtung der Schlussfolgerungen führen, zu denen die Organisation gelangt ist. Gehen deine Fragen jedoch in eine andere Richtung, ändert sich die Haltung der Organisation vollständig.
Wo genau die Grenze zwischen akzeptablen und gefährlichen Fragen liegt, wird dir vorher kaum erklärt, du musst es selbst herausfinden, wenn du sie überschreitest.
Denn wenn du später als getaufter Verkündiger fragst, warum eine bestimmte Bibelstelle heute anders erklärt wird als früher, wird es gefährlich - du hast gerade ein Territorium betreten, das die Organisation sehr ernst nimmt. Das heißt jedoch nicht, dass man deine Frage nicht beantworten würde.
Sprichst du trotzdem weiterhin über deine Bedenken, betrachtet man dich als rebellisch, beschuldigt dich der Abtrünnigkeit und droht mit Ausschluss. Ausschluss heißt, dass du praktisch aus der Welt der Menschen verschwindest, die dir bisher am Herzen lagen - ein sozialer Tod, der tiefer trifft als jeder körperliche Verlust.
Diese Drohung wird zwar nie ausdrücklich ausgesprochen, aber du spürst sie deutlich. Sie beginnt, wenn ein langjähriger Freund aus der Versammlung dich anruft oder ein Familienmitglied dich beiseite nimmt und warnt: „Sei vorsichtig mit dem, was du sagst und mit dem, was du außerhalb der Versammlung liest.“ Es klingt liebevoll, fast so, als wollten sie dich schützen, doch in Wirklichkeit signalisiert es, dass deine Freiheit, kritisch zu denken, eingeschränkt ist.
Du erkennst mit der Zeit immer deutlicher, dass dein eigenes Forschen und Denken kritisch beobachtet wird und damit für dich zu einem Problem.
Deine Scheinwelt beginnt zu bröckeln. Zwar nicht öffentlich, aber in Gesprächen, in der Art wie über dich geredet wird. Man betrachtet dich als geistig schwach, als jemanden, der von Abtrünnigen beeinflusst wurde. Unabhängiges Denken galt bis dahin für dich als normal, als Kompliment. Doch nun bedeutet es Alarm.
In ihren Publikationen bezeichnet die Organisation unabhängiges Denken ausdrücklich als ersten Schritt zur Abtrünnigkeit - erstaunlicherweise abweichend von der wahren Lehre Jesu. Du wirst als jemand gesehen, der sich auf eigene Schlussfolgerungen stützt statt auf die Anweisungen der leitenden Körperschaft, und demzufolge Jehovas Ordnung missachtet.
Wenn du nicht aufhörst, immer dieselben Themen zu hinterfragen, bekommst du einen Anruf von einem Ältesten. Drei Brüder würden sich gerne mit dir Treffen wollen, natürlich nur, um dir geistliche Unterstützung anzubieten, nur um mit dir über dein Problem zu reden. Das klingt freundlich. Wenn du der Aufforderung nachkommst, betrittst du einen Raum, in dem dir drei Älteste gegenübersitzen. Keine Aufzeichnungen sind erlaubt, keine Zeugen anwesend - niemand steht auf deiner Seite.
Sie schlagen ihre Bibel auf, aber nicht um auf deine Fragen und Zweifel einzugehen, die dich belasten, und um diese anhand der Bibel zu erklären. Nein, es geht nur um eine einzige Frage. Was sie dich fragen, lautet im Kern: „Glaubst du noch, dass Jehova die leitende Körperschaft heute nutzt, um sein Volk zu führen? Bist du dem treuen und verständigen Sklaven gegenüber loyal?“ Innerhalb von Minuten dreht sich das Gespräch ausschließlich darum, ob du dich der Autorität der Sklavenklasse unterwirfst - das ist die eigentliche Frage, um die es wirklich geht.
Für diese Männer gibt es nur ein akzeptables Ergebnis: eine Entschuldigung und Reue darüber, dass du die Autorität der Sklavenklasse angezweifelt hast. Aus Angst, isoliert zu werden, greifen viele an dieser Stelle nach diesem Strohhalm, um einen Ausschluss zu verhindern.
Manche können das jedoch nicht. Sie wissen, was sie wissen, und wollen weder ihr Gewissen belasten noch ihren Glauben preisgeben. Menschen mit ernsthaftem Glauben sind selten bereit, einer solchen Forderung nachzugeben. Sie möchten sich noch im Spiegel ansehen können, anstatt vorzugeben zu glauben, was eine Organisation ihnen durch wechselnde Lehrmeinungen vorgibt.
Der Umgang mit Freunden und Familie wird kompliziert, denn ihnen wird subtil signalisiert, dich zu meiden. Jeder in der Gemeinde versteht dieses Signal, weil alle erlebt haben, was denen widerfährt, die sich der sozialen Ausgrenzung nicht anschließen. Die Angst, selbst als geistig schwach zu gelten, ist groß. Deshalb bemühen sich viele, zumindest den Eindruck von Loyalität gegenüber der Organisation zu wahren.
Doch plötzlich verkündet der Sklave, Jehova habe „Neues Licht“ offenbart. Der Umgang mit ausgeschlossenen Sündern wird gelockert; sogar ein Gruß ist nun erlaubt. Dankbar richten viele Zeugen Jehovas ihren Blick auf Gott Jehova, der sich als barmherzig zeigt, und auf die Organisation. Die Verkündigung dieses „Neuen Lichts“ wird von vielen Gläubigen als positive Entwicklung innerhalb der Organisation wahrgenommen. Einige hoffen sogar, dass sich Jehovas „Barmherzigkeit“ künftig auch auf weitere Aspekte des Umgangsverbots ausdehnen wird.
Die Bekanntgabe dieser Lockerungen erfolgte mit dem Lagebericht Nr. 2 für 2025 auf JW.Org. Dieser Bericht ist ganz auf die Liebe und Barmherzigkeit Jehovas und die der Organisation ausgerichtet. Hören wir uns einige Ausschnitte an.
1. Teil der Zusammenfassung
Willkommen zu diesem Lagebericht. Wie hat sich die Jahresversammlung 2023 berührt. Könnt ihr euch noch daran erinnern, dass betont wurde, dass Jehova der barmherzige Richter der ganzen Erde ist, und es war doch wirklich begeisternd zu erfahren, dass Personen, die in der Sintflut gestorben sind, bei der Vernichtung verschont werden. ....
„Wie hat dich die Jahresversammlung 2023 berührt?“ Mit dieser Frage bezieht er sich geschickt auf das „Neue Licht“, das ab 2023 gilt. Doch bereits diese wenigen Sätze lösen bei reflektierenden Personen zahlreiche Fragen aus. Ist Jehova der barmherzige Richter der ganzen Erde? In Johannes 5:22 steht doch: „Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn (Jesus Christus) übergeben“.
Weiter wird in dem Video gesagt: „Personen, die in der Sintflut und in Sodom und Gomorra vernichtet wurden, könnten von Jehovas Barmherzigkeit profitieren. Haben dich diese neuen Erkenntnisse veranlasst, über Jehovas Barmherzigkeit nachzudenken?“
Ich habe darüber nachgedacht und frage mich: Sind Menschen, die dieses „Neue Licht“ hinterfragen, größere Sünder als jene in Sodom und Gomorra? Denn Personen, die die Lehren der Organisation infrage stellen, profitieren, wie wir wissen, nicht von dieser Barmherzigkeit.
Doch auch die leitende Körperschaft hat, unter Gebet, darüber nachgedacht und sich gefragt, wie Jehova mit Menschen, die schwer gesündigt hatten, umging“ Es ist zu hoffen, dass sie auch diesen Punkt noch einmal überdenken. Wer weiß? Doch hören wir weiter.
2. Teil der Zusammenfassung
„Wir sprechen darüber, wie wir künftig vorgehen, wenn jemand aus der Christenversammlung eine schwere Sünde begeht. Jehova will, dass alle zur Reue finden, was lernen wir daraus?
Nun stellt sich jedoch weniger die Frage, was wir daraus lernen können, sondern vielmehr, was die leitende Körperschaft daraus gelernt hat. Hat sie den Mitgliedern nicht immer erklärt, dass sowohl der Gemeinschaftsausschluss als auch die damit verbundene Meidung ein Akt der Barmherzigkeit Jehovas seien? Demnach wäre doch alles in Ordnung, oder? Man darf gespannt sein, wie die Zeugen künftig im Sinne dieser Barmherzigkeit vorgehen werden.
„Sie haben zunächst unter Gebet überlegt, wie sie Jehovas Barmherzigkeit noch besser im Umgang mit Sündern widerspiegeln kann können“. Will er damit sagen, dass der bisherige Umgang mit Sündern weniger barmherzig war? Das ist den meisten von uns schon lange klar. Auf die drei Bibelstellen, die sie nun besser verstanden haben wollen, gehen wir deshalb nicht näher ein. Konzentrieren wir uns lieber auf die wesentliche Neuerung, „das Grüßen ausgeschlossener Sünder“.
3. Zusammenfassung
Doch nun hat die leitende Körperschaft entschieden, dass Verkündige entsprechend ihrem biblisch geschulten Gewissen entscheiden können, ob sie solche Personen kurz begrüßen können.
Zeugen Jehovas sehen in diesen Lockerungen einen bedeutenden Schritt der Erleichterung und sind dankbar. Und die genauen Gründe und Kriterien dieser Lockerungen wurden in diesem Lagebericht umfangreich und mit vielen Bibeltext erklärt, um eine breite Diskussion unter den Mitgliedern zu vermeiden. Doch sind diese vorgebrachten Begründungen wirklich der wahre Grund?
Um den wahren Grund zu erkennen, müssen wir einen Schritt zurücktreten. Wie wir wissen, erlitten Zeugen Jehovas am 4. März 2024 ihre erste Niederlage vor dem Bezirksgericht in Oslo. Am 15. März, 11 Tage später, wurde dieser Lagebericht veröffentlicht, und eine Praxis, die die unter angeblicher „göttlicher Leitung“ mehrere Jahrzehnte bestand, wurde von der WT-Organisation plötzlich aufgehoben.
Jahrzehntelang hat man diese Praxis theologisch verteidigt und Kritik von Aussteigern, Journalisten und Menschenrechtlern wurden ignoriert, ja sogar aktiv bekämpft. Der wahre Grund für die Aufhebung dieser Praxis wird deutlich, wenn man weiß, was dieses Urteil für die Organisation bedeutet. Wir befassten uns in der Vergangenheit schon damit.
Die gerichtliche Niederlage gegen den Staat Norwegen bedeutet für die Organisation möglicherweise einen Verlust von 1,5 Millionen Euro jährlich. Diese Tatsache wird im Lagebericht nicht erwähnt. Vielmehr spricht man von Gottes Liebe und Barmherzigkeit, um die Änderungen zu erklären. Wir können uns die gesamte Begründung auf JW.Org anhören, und jeder, der im Thema ist, wird sehen wie verlogen die Argumente sind.
Nicht die Argumente an sich sind verlogen, sondern dass sie den wahren Grund verschweigen. Das Unehrliche ist, dass sie diese Änderungen, die zu einem erheblichen Verlust ihrer finanziellen Mittel führen, mit dem Beispiel Jehovas und seiner Barmherzigkeit begründen.
4. Zusammenfassung
wir haben über den Wunsch Jehovas gesprochen, Sünder zur Reue zu führen, und wie wir mit Sündern umgehen, um sie irgendwie mit Gott zu versöhnen
Das klingt zunächst gut. Dennoch bestehen weiterhin Einschränkungen für Personen, die die Lehren der Organisation infrage stellen oder auf ihr widersprüchliches Verhalten hinweisen. Kritik wird nach wie vor nicht geduldet.
Bemerkenswert ist, dass diese Entscheidung mit einem Bibeltext begründet wird, der auf den ersten Blick passend erscheinen mag, zugleich aber offenlegt, worum es eigentlich geht: um die Verteidigung ihrer eigenen Lehre – einer Lehre, die jedoch nichts mit der Lehre Christi zu tun hat (2. Johannes 9:11).
5. Zusammenfassung
„Solche Person sollte man weder grüßen noch sie einladen, unsere Zusammenkünfte zu besuchen. Johannes hat Christen aus gutem Grund eindringlich aufgefordert, so jemanden nicht einmal zu grüßen,weil der Betreffende einen äußerst schlechten Einfluss ausüben“
Er zitiert die Worte des Johannes aus 2. Johannes 9:11 und philosophiert zwanzig Minuten über gewisse Bibeltexte, um ausführlich darzulegen, wie die leitende Körperschaft unter Gottes Anleitung die Barmherzigkeit Gottes jetzt besser versteht, und warum es notwendig ist, diese Korrekturen durchzuführen. Aber den wahren Grund, nämlich das Urteil in Norwegen, erwähnt er nicht. Zurück zu 2. Johannes 9:9-11 dort lesen wir:
9 Jeder, der abweicht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre des Christus bleibt, der hat den Vater und den Sohn. 10 Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, den nehmt nicht auf ins Haus und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, macht sich seiner bösen Werke teilhaftig.[1]
Johannes spricht tatsächlich von Abweichlern. Doch meint er damit einzelne Personen, die von der Lehre der WTG abweichen? Nein. Seine Worte richten sich gegen jeden, der nicht in der Lehre Christi bleibt. Wer davon abweicht, hat Gott nicht.
Solche Personen sollten die Christen damals weder begrüßen noch in ihr Haus aufnehmen. Zudem hatte das „Grüßen“ damals eine deutlich tiefere Bedeutung als heute. Tatsächlich werden, wie ich erfahren musste, gerade auch solche Personen ausgeschlossen, die eher Christus vertrauen als dem Sklaven und als Abtrünnige gebrandmarkt werden.
Nein, jeder, der von der Lehre Christi abweicht und nicht in dieser Lehre bleibt, hat Gott nicht. Personen, die die Lehre Christi nicht befolgen, sollten die Christen damals weder begrüßen, noch in ihr Haus aufnehmen.
Fassen wir zusammen: Die neue Regelung erstreckt sich nicht auf alle Ausgeschlossenen. Personen, die die Lehren der Organisation hinterfragen oder auf Missstände hinweisen, werden weiterhin als Abtrünnige angesehen. Dies zeigt, dass die Organisation klare Grenzen setzt und definiert, unter welchen Umständen Barmherzigkeit gewährt oder ein Gruß erlaubt wird. Die Stigmatisierung kritischer Mitglieder bleibt unverändert.
Fragen wir uns: Wie reagierten Jesus und die Apostel auf Fragen und Zweifel? Jesus bemühte sich stets, das Verständnis seiner Zuhörer zu fördern und sie zum Nachdenken anzuregen. Er ermutigte zu Dialogen, die tiefere Einsichten ermöglichten. Auch die Apostel, inspiriert von seinem Vorbild, antworteten offen. Diese Interaktionen verdeutlichen nicht nur die Bedeutung von Fragen, sondern auch den Wert des Glaubens in der Suche nach Wahrheit und Erkenntnis. In keinem Fall wurde in diesem Zusammenhang von Sünde gesprochen.
Es bleibt abzuwarten, wie die Gerichte reagieren: Reicht diese halbherzige Regeländerung aus, und wird die Organisation weiterhin staatliche Gelder erhalten? Der leitenden Körperschaft geht es dabei nicht um Barmherzigkeit, sondern um den Erhalt finanzieller Unterstützung.

"Überprüfe deinen Glauben anhand der Bibel" ist WTG-Lingo für "schlag diesen oder jenen Vers in der Bibel (vorzugsweise in der NWÜ) auf und bestätige, dass er zu dem, was wir dir sagen, passt". "Beweistextmethode" nennt man das. Beispiel:
"Wir werden alle in einem ewigen Paradies auf der Erde leben" - "Beweis": Luk 23,43 laut neuester NWÜ:
"Er erwiderte: „Ich versichere dir heute: Du wirst mit mir im Paradies sein.“"
"Siehst du? Jesus spricht hier vom Paradies, und das beweist, dass wir in einem irdischen Paradies auf der Erde leben werden."
Stimmt das aber? Ganz klar nein:
Nirgendwo bezieht sich Jesus hier auf die Erde.
Nirgendwo sagt Jesus hier, der Erdplanet würde für immer und ewig, zeitunbegrenzt existieren.
Nirgendwo wird in…