Katastrophenhilfe und das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.
- Bruder

- vor 13 Stunden
- 10 Min. Lesezeit

Link zum Video: https://youtu.be/jrbpnQuXG_Q
Jehovas Zeugen werden regelmäßig aufgefordert zu spenden, unter anderem auch für ihre weltweite „Katastrophenhilfe“, eine Hilfe, die sich jedoch in erster Linie auf Glaubensbrüder konzentriert. Nur in bestimmten Situationen profitieren davon auch sogenannte „Weltmenschen“, die keine Mitglieder der Gemeinschaft sind.
In ihren Publikationen bezeichnet die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas diese Spendenbereitschaft und den Einsatz der freiwilligen Helfer als „herausragende Beispiel“ für echte christliche Nächstenliebe und als Beweis der Liebe zu Jehova Gott, wie im Wachtturm von 26. JANUAR 2024 unter dem Thema „Mit eigenen Augen sehen wir Jehovas Liebe“ Zitat:
Während des Dienstjahrs 2023 ... gaben die Rechtskörperschaften der Jehovas Zeugen für das weltweite Werk insgesamt über zehn Millionen US-Dollar für die Katastrophenhilfe aus. Hinzu kamen etliche Spenden, mit denen Brüder und Schwestern in betroffenen Gebieten Hilfsbedürftige direkt unterstützten.
Über zehn Millionen US-Dollar für die Katastrophenhilfe, das ist eine beträchtliche Summe. Kritiker hinterfragen jedoch die Transparenz der Finanzströme, da die Organisation keine detaillierten öffentlichen Finanzberichte vorlegt, aus denen hervorgeht, welcher Anteil der Gesamtspenden tatsächlich in die Katastrophenhilfe fließt und wie sich dieser im Vergleich zu anderen Aktivitäten, etwa dem Bau von Immobilien wie Königreichssälen oder Zweigniederlassungen, verhält.
Ja, Hilfe für Katastrophenopfer wird geleistet und wird von den Betroffenen auch geschätzt, jedoch ist die Höhe der eingesetzten Mittel im Verhältnis zu den Gesamteinnahmen der Organisation für Außenstehende kaum nachprüfbar. Der Vorwurf, die Spendenaufrufe für die Katastrophenhilfe dienten als „Alibi“, um Spendenbereitschaft zu generieren, ist nicht von der Hand zu weisen.
Spendenbereitschaft und Mitgefühl werden zudem mit biblischen Beispielen begründet, etwa mit der armen Witwe, die Jesus im Tempel beobachtete, oder mit dem Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“. Sehen wir uns an, wie Mark Sanderson diese Beispiele interpretiert und anwendet.
Tatsächlich definiert er den Begriff Mitgefühl auf eine fragwürdige Weise, die im Widerspruch zu den Lehren Jesu steht. Anstatt echte Empathie und Unterstützung zu bieten, fordert er vielmehr dazu auf, das zu tun, was Jesus in seinen Beispielen kritisierte. Diese Abweichung von den ursprünglichen christlichen Werten, wirft Fragen bezüglich der Integrität und der wahren Absichten der Organisation auf.
Weshalb kann man das so sagen? Nun, die leitende Körperschaft erwartet, dass Jehovas Zeugen ihrem Gewissen folgen und wie der gute Samariter handeln, der einem verletztem Mann in seiner Not half. Das Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“ ist zentral für die christliche Lehre, doch ein genauerer Blick auf die Richtlinien und der Praktiken der Wachtturm-Gesellschaft offenbart eine beunruhigende „Fehlinterpretation“.
Während Mark Sanderson, Mitglieder der leitenden Körperschaft, das passive Verhalten des Leviten und des Priesters öffentlich verurteilt, weil sie an einem sterbenden Menschen vorbeigingen, ohne zu helfen, pflanzt er bewusst oder unbewusst den Zeugen in seiner Ansprache zu 1. Korinther 10;23 dasselbe Verhalten des Leviten und des Priesters ein. Zitat aus dem Video:
Ein gut geschultes Gewissen hält uns nicht nur davon ab etwas Schlechtes zu tun es drängt uns dazu anderen Gutes zu tun großzügig zu sein zu sein gegenüber unseren Brüdern und Jehova - das hat Jesus gelehrt
Wirklich? hat Jesus das so gelehrt? Das hört sich an, als habe Jesus vor allem gelehrt, gegenüber unseren Brüdern und Jehova großzügig zu sein. Er bezieht sich auf das Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“. Doch genau das lehrte Jesus mit diesem Gleichnis nicht. Seine Botschaft ging weit über die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas hinaus.
Tatsächlich rief der Apostel Paulus in Apostelgeschichte 11:29 dazu auf, die hungernden Brüder in Jerusalem zu unterstützen. Doch Jehovas Zeugen verstehen den Begriff „Brüder“ ausschließlich als Bezeichnung für ihre eigene Glaubensgemeinschaft. Dadurch wird die Lehre Jesu über die Fürsorge für andere stark eingegrenzt. Die Frage ist daher: Verlangt Jesu Botschaft nicht eine weit umfassendere Anwendung? Hören wir weiter, wie Sanderson das Gleichnis Jesu auslegt bzw. im Grunde verdreht:
Ausschnitt 2 zusammengefasst
Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter findet sich in Lukas Kapitel 10 - wir kennen die Geschichte. Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho und wurde von Räubern überfallen. Vers 31 beschreibt wie ein Priester und Levit vorbeikommen - die Straßenseite wechselt und den Mann halb tot auf der Straße liegen ließ. Und dann kam ein Samariter.
Was tat der Samariter? Er ging zu dem Mann, versorgte seine Wunden und kümmerte sich um ihn. Was lehrt uns das? Der Samariter hatte offensichtlich ein gut geschultes Gewissen, so Sanderson. Ein gut geschultes Gewissen motiviert uns dazu, das Richtige zu tun und anderen Gutes zu erweisen.
Sanderson hebt hier besonders die Bedeutung eines geschulten Gewissens hervor, was Fragen über die relevanten Einflüsse seiner Schulung aufwirft. Entscheidend ist, welche Faktoren unser Gewissen prägen. Ein Gewissen kann durch Erziehung, kulturelle Normen oder persönliche Erfahrungen geformt werden. Vor diesem Hintergrund ist Interessant, welche Schlussfolgerung Sanderson aus diesem Gleichnis zieht und seinen Zuhörern vermittelt.
Sanderson. Video Ausschnitt 3
Ein geschultes Gewissen motiviert uns Großzügig zu unseren Brüdern und Jehova zu sein.
Aha - ein „gut geschultes Gewissen“ soll uns also zur Großzügigkeit motivieren. Genau das ist der Punkt, den er vermitteln möchte: Ein gut geschultes Gewissen, so seine Aussage, bewegt uns dazu, großzügig zu sein.
Doch zunächst betont er den Begriff des „gut geschulten Gewissens“, eine Redewendung, die Zeugen Jehovas immer wieder hören, denn damit kann man Menschen ein schlechtes Gewissen einreden und Schuldgefühle erzeugen. Und genau das ist ein wesentliches Ziel dieser Art von Erziehung, den Gläubigen ein schlechtes Gewissen einzureden, wenn sie gegen die Vorschriften und Erwartungen der Gemeinschaft verstoßen. Dies fördert nicht nur die Konformität, sondern auch die Loyalität gegenüber der Organisation.
Grundsätzlich wird ein funktionierendes Gewissen jeden Menschen dazu veranlassen, Menschen in Not zu helfen - genau das ist der Punkt, den Jesus mit seinem Gleichnis verdeutlichen wollte. Aber lasst uns hier tiefer in die psychologischen Aspekte dieses Gleichnisses eintauchen. Warum überquerten der Levit und der Priester die Straße? Sie gingen auf die andere Seite, weil der Hilfsbedürftige nicht zu ihnen, nicht zu ihrer religiösen Gemeinschaft gehörte. In ihren Augen galt er als unrein, und sie wollten ihre rituelle Reinheit bewahren. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sie schlechte Menschen waren.
Die Erfahrungen, die Sanderson nun im Zusammenhang mit dem Gleichnis Jesu anführt, verdeutlichen, dass er eine selektive Sichtweise einnimmt. Er orientiert sich stärker an den Handlungen des Leviten und des Priesters sowie an deren Gesetzestreue und zeigt, dass die Hilfsbereitschaft eines Zeugen Jehovas von einem „geschulten Gewissen“ abhängt und sich in erster Linie auf Menschen ausrichteten sollte, die ihm im Glauben nahestehen.
Dies legt nahe, dass Sanderson möglicherweise weniger offen für Hilfe gegenüber anderen ist, die nicht denselben Glauben oder dieselbe Überzeugung teilen. Hören wir, welche Schwerpunkte er in seinen Erfahrungen setzt:
Sanderson. Video Ausschnitt 4
Wie hilft uns das was wir besprochen haben gerade jetzt während der Corona Pandemie…
Um seinen Erfahrungen etwas mehr Dramatik zu geben und eine Notsituation zu vermitteln, nimmt er Bezug auf die Corona Pandemie.
Eine Zeugin Jehovas kommt ins Krankenhaus als der Lockdown ausgerufen wurde. Tochter und ihren Schwiegersohn dienten im Bethel … aufgrund der Situation durften sie nicht besuchen. Das Gedächtnismahl kam immer näher und unsere liebe Schwester hat sich große Sorgen gemacht wie sie das Abendmahl allein im Krankenhaus feiern sollte … Eine Schwester die im Krankenhaus arbeitet beschloss außerhalb ihrer Schicht mit ihr das Abendmahl
„Unsere Schwester hat sich große Sorgen gemacht“ - was für eine verzweifelte Situation, in der sich diese Glaubensschwester befand. Ich weiß nicht, wie ihr diese Erfahrung einordnet, aber für mich wirkt es lächerlich, diese Erfahrung mit dem Beispiel Jesu vom“ barmherzigen Samariter“ in Verbindung zu bringen.
Das Abendmahl kann man auch allein im Krankenhaus feiern, oder? Und selbst wenn sie es nicht feiern konnte, wäre das sicherlich keine Notsituation, und nicht vergleichbar mit Menschen, die eine Naturkatastrophe überstanden haben.
Das sind die Opfer, die Jehova begeistern? So wird das Gewissen von Jehovas Zeugen im Zusammenhang mit Barmherzigkeit und Nächstenliebe trainiert. Das ist die gute Botschaft der Wachtturmorganisation. Jehovas Zeugen glauben, die wichtigste Hilfe sei ihre Evangelisation, was dazu führt, dass sie „weltliche Menschen“ als wandelnde Tote betrachten, die sie erretten müssen.
Sanderson. Video Ausschnitt
Kannst du dir vorstellen, wie sehr es unsere Schwester bewegt hat als sie erfuhr dass eine Schwester beschloss hat außerhalb ihrer Schicht ins Krankenhaus zu fahren nur um mit ihr das Abendmahl zu feiern. Sie hat die entsprechende Schutzkleidung angezogen und dann mit der Schwester die allein im Krankenhaus war zusammen das Gedächtnismahl gefeiert - einfach begeisternd.
Eine bewegende Erfahrung - die Schwester war also berührt. Doch genau das scheint die „Leitende Körperschaft“ unter gelebter Barmherzigkeit zu verstehen, andere dabei zu unterstützen, die Zusammenkünfte zu besuchen.
Bei dieser Sichtweise werden Menschen oft übersehen, die sich tatsächlich in einer Notlage befinden. Jehovas Zeugen sehen in ihren Brüdern solche, die man unter Umständen betreuen muss, damit sie den Erwartungen der Organisation gerecht werden.
Und was die weltlichen Mitmenschen betrifft, so gelten diese für sie vor allem als potenzielle Bibelstudienkandidaten. Das menschliche Element, wie es etwa in den Gleichnissen Jesu deutlich wird, tritt dabei hinter der evangelistischen Zielsetzung zurück.
Diese Behauptung muss und kann man belegen. Im Wachturm vom 1. Juni 2003, Seite 6, werden zwei Beispiele für Großzügigkeit angeführt, die zeigen, was Jehovas Zeugen unter „liebevoller Nächstenliebe“ verstehen. Wir möchten einige Passagen daraus zitieren, die ich an bestimmten Stellen mit persönlichen Kommentaren untermauern werde. Zitat:
Das Haus einer älteren Christin (Kommentar hinzugefügt - Wahrscheinlich eine interessierte) war äußerst reparaturbedürftig. Sie lebte allein und hatte keine Angehörigen, die ihr helfen konnten. Über die Jahre hatte sie ihr Haus stets für christliche Zusammenkünfte zur Verfügung gestellt, (Tatsächlich eine Interessierte) und oft lud sie andere zum Essen ein. Als die Glieder der Versammlung ihre Notlage erkannten, taten sie sich zusammen, um zu helfen. Im Verlauf einiger Wochenenden erneuerten freiwillige Helfer das Dach, installierten ein neues Bad, verputzten und strichen das gesamte Erdgeschoss und bauten neue Küchenschränke ein. Dieses Geben half nicht nur der Frau angesichts ihrer misslichen Lage, sondern beeindruckte die Nachbarn als Beispiel für wahres christliches Geben.
So, so, ein Beispiel für wahres christliches Geben. Diese Behauptung ist genauer zu überprüfen. Diese „christlich“ interessierte Person war für die Versammlung eine wertvolle Stütze, und selbstverständlich konnte sie damit rechnen, dass man sie unterstützte. Schließlich konnte die Gemeinde davon ausgehen, ihr Haus weiter zu nutzen.
Wahre christliche Liebe und Hilfe ist nicht mit Erwartungen verbunden, sie ist bedingungslos. Und genau diese bedingungslose Hilfe beschreibt Jesus mit seinem Beispiel vom „barmherzigen Samariter“. Doch die Hilfe der Organisation beschreibt einen geschlossenen Kreislauf.
Weiter heißt es, Zitat:
Jehovas Zeugen sind schnell zur Stelle, wenn Katastrophen eintreten. Im Sommer 2001 beispielsweise verursachten heftige Stürme schwere Überschwemmungen in Houston, Texas, USA. Insgesamt wurden 723 Häuser von Zeugen Jehovas mehr oder weniger stark beschädigt. Ein Katastrophenhilfekomitee, bestehend aus qualifizierten christlichen Ältesten, wurde umgehend gebildet, um den individuellen Bedarf zu ermitteln und Hilfsgelder bereitzustellen, damit die Zeugen Jehovas vor Ort die Situation bewältigen und ihre Häuser reparieren konnten. Freiwillige aus benachbarten Versammlungen erledigten alle Arbeiten. Eine Zeugin Jehovas war so dankbar für die Hilfe, dass sie, als sie die Zahlung ihrer Versicherung für die Reparatur ihres Hauses erhielt, das Geld sofort dem Hilfsfonds spendete, damit es auch anderen Bedürftigen zugutekommen konnte.
Was haben diese Erfahrungen gezeigt? Im ersten Beispiel reparierte die „Katastrophenhilfe der Zeugen Jehovas“ das Haus einer alleinstehenden Frau, die ihr Haus für Zusammenkünfte zur Verfügung stellte. Im zweiten Beispiel reparierten örtliche Zeugen die Häuser ihrer Glaubensbrüder. Dies entspricht nicht dem Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“, sondern vielmehr dem Gleichnis des weniger guten Leviten, der vorbei ging und sich eher um Menschen seiner Glaubensgemeinschaft kümmern würde. Aber das war nicht das, was Jesus lobte. Jesus lobte den Mann, der Menschen außerhalb seines Glaubenssystems half.
Halte einen Moment inne und denke über den Fehler in der Logik nach. Sie nennen das „christliches geben“, aber das Gleichnis definiert „christliches geben“ als Liebe ohne Grenzen.
Dass die Katastrophenhilfe der Zeugen Jehovas auf das Eigeninteresse der Religionsorganisation ausgerichtet ist, zeigt, dass die interessierte Frau den Betrag der Versicherung sofort dem Hilfsfonds spendete, natürlich damit auch anderen Bedürftigen geholfen werden konnte. Hast du den Hinweis im Artikel bemerkt? Tatsächlich ist Katastrophenhilfe ein wirksames Mittel, um die Spendenbereitschaft bei den Einzelnen zu erzeugen.
Dieser Hinweis wurde nicht ohne Grund gegeben, es handelt sich um den sprichwörtlichen Wink mit dem Zaunpfahl.
Es gibt Informationen darüber, dass Personen, die auf Katastrophenhilfe angewiesen waren, direkt darauf hingewiesen wurden, dass sie die volle Versicherungssumme oder einen Teil davon an die Organisation spenden könnten. Natürlich nicht offiziell und nur für die Katastrophenhilfe, um anderen in Not geratenen Menschen zu helfen.
Ob diese Vorgehensweise der organsierten Katastrophenhilfe wirklich ein Beweis wahrer christliche Barmherzigkeit ist, das ist zu hinterfragen, besonders wenn sich diese Hilfe in erster Linie auf Glaubensbrüdern beschränkt.
Ich weiß, an dieser Stelle werden Zeugen Jehovas sagen: „Typisches abtrünniges Gerede, das stimmt nicht, auch sogenannten Weltmenschen wird geholfen“.
Ja, es ist richtig. Zeugen Jehovas sind schnell vor Ort, um den Betroffenen materielle Unterstützung, aber auch psychologische Hilfe anzubieten. Doch die Erfahrung zeigt, dass ihre psychologische Betreuung oft in Richtung „Bekehrung“ geht. Erfahrungsgemäß zielt ihre Art der Hilfe darauf ab, Anerkennung zu erhalten, um sich als die guten und besseren Christen darzustellen. Das Leid aller Menschen wird für ihren Missionsauftrag benutzt.
Eine Hilfe, unabhängig von ihrer Glaubensrichtung, scheint nur so, denn offiziell kann eine Katastrophenhilfsorganisation nicht nur einer besonderen Gruppe helfen.
Auch wenn die meisten der freiwilligen Helfer wirkliche christliche Nächstenliebe ausüben möchten, die verantwortliche Führung benutzt diese Bereitwilligkeit bewusst für ihre finanziellen Ziele aus. Die Organisation zitiert deshalb immer wieder gerne 1. Johannes 3:17
Denn wie kann Gottes Liebe in einem Menschen sein, wenn dieser die Not seines Bruders vor Augen hat, sie ihm aber gleichgültig ist? Und das, obwohl er selbst alles hat, was er zum Leben braucht!
Ja, Johannes spricht von Hilfe für Brüder. Doch Jehovas Zeugen verwenden den Begriff „Bruder“ ausschließlich auf die Bruderschaft ihrer Glaubensgemeinschaft. Der Apostel Johannes hat jedoch eine breitere Perspektive vertreten, indem er das Konzept des Gebens und der Brüderlichkeit nicht nur auf gleichgesinnte Glaubensbrüder beschränkt hat.
Und genau diese universelle Brüderlichkeit betont Jesus in seinem Gleichnis des „barmherzigen Samariters“. Doch der Wachtturmartikel vermittelt den Eindruck: Seht her, Jehovas Zeugen sind die besseren Christen. Das scheint der offensichtliche Grund zu sein, warum die Organisation zu dieser Art christlicher Nächstenliebe greift. Doch tatsächlich geht die Organisation in diesem Artikel noch einen Schritt weiter, Zitat:
Es gibt jedoch eine Art des Gebens die noch wichtiger ist als Mildtätigkeit. Als ein reicher, junger Mann Jesus fragte, was er tun müsse, um ewiges Leben zu erhalten, forderte Jesus ihn auf: „Geh, verkauf deine Habe. … Beachte -Jesus sagte nicht nur: ‘Gib den Armen und du wirst Leben erhalten.’ Er fügte hinzu: „Komm, folge mir nach.“ Mit anderen Worten, so lobenswert und nützlich die Mildtätigkeit auch ist, die christliche Jüngerschaft schließt mehr ein.
Jehovas Zeugen sind überzeugt, dass ihr „Haus-zu-Hausdienst“ die wichtigere Art des Gebens ist. Ja, Jesus bildete seine Jünger als Prediger aus, doch das bedeutet nicht, dass jeder Nachfolger Jesu ein Prediger sein muss.
Nachfolge Jesu bedeutet, seinen Lebensstil, die Lehren und das Handeln Jesu Christi im Alltag auszuleben. Und tatsächlich ist die praktische Nächstenliebe der zentrale Aspekt einer wirklichen Nachfolge Jesu.

Steffi
Hallo,
Jetzt muss ich mich mal wieder melden. Geht es nur mir so, oder auch anderen Ex-ZJ? :
Diese Selbstherrlichkeit hat mich sogar als aktive Zeugin getriggert. Nur ZJ sind hilfsbereit. Alle Weltmenschen sind geldgeil. Mit dem Einverständnis von Jacky und Meli möchte ich ein Beispiel nennen die das komplett widerlegt: beide waren 14/15 als Meli's Eltern weit weggezogen sind. Ein halbes Jahr später ist deshalb Meli zu Jacky gezogen. Jacky's Vater übernahm die Vormundschaft von Meli. So, jetzt gehen wir Drei auf eine Privatschule. Diese kostet natürlich was. Um das Schulgeld für Meli entstand ein Streit zwischen ihren Eltern und Jacky's Vater. Und zwar wer zahlt. Aber genau andersrum als es die WTG immer hinstellt. Ihre Eltern sahen…
Da hätte mal Mark Sanderson, Glied der Leitenden Körperschaft der ZJ, besser die Google-KI vorher bemüht (Lehren vom Gleichnis barmherzige Samariter):
"Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,25-37) lehrt,
dass Nächstenliebe aktiv, grenzenlos und uneigennützig ist. Es definiert den „Nächsten“ nicht über Herkunft oder Religion, sondern über die konkrete Not eines Menschen. Die Kernlehre ist, Barmherzigkeit ohne Ansehen der Person zu zeigen, wie es der Samariter tat, der dem verletzten Juden half.
Hauptlehren des Gleichnisses:
Nächstenliebe kennt keine Grenzen: Wahre Nächstenliebe überwindet kulturelle, ethnische und religiöse Feindschaften, indem sie jedem Menschen in Not hilft, unabhängig von dessen Herkunft.
Aktiv Handeln, nicht wegschauen: Barmherzigkeit zeigt sich durch Taten, nicht nur durch Mitleid. Der Samariter packt persönlich an, versorgt Wunden und übernimmt Kosten,…