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Hingabe und Taufe - DER WACHTURM WIDERSPRICHT SICH SELBST

vor 10 Minuten
8 Min. Lesezeit

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Stell dir vor, du besuchst das Wachtturmstudium. Du sitzt im Königreichssaal, als der Studienleiter den Wachturm aufschlägt und einen Satz vorliest, bei dem sich dir der Magen verkrampft: „Wir möchten, dass unser Bibelschüler sich nicht uns, nicht einer Lehre und nicht einer Organisation hingibt“.

Du schaust dich um. Alle nicken zustimmend, manche lächeln sogar. Dieser Satz klingt so sauber, so demütig. Ja, es klingt gerade so, als würde die Organisation sagen: „Wir wollen nichts von dir. Wir wollen nur, dass du Jehova liebst und an das Opfer Jesu glaubst.“

Es geht heute um den Artikel „Lerne Jehova immer besser kennen“, der im September 2026 im Wachtturmstudium behandelt wurde. Darin erklärt die Organisation sinngemäß, dass sich Bibelschüler „weder uns noch einer bestimmten Lehre oder einer Organisation“ hingeben sollten. Doch dann kommt der entscheidende Punkt: Im selben Artikel wird plötzlich auch die „Leitende Körperschaft“ ins Spiel gebracht.

Vordergründig geht es in diesem Artikel also um unser Verhältnis zu GOTT und die Hingabe an ihn, also um die Taufe. Die Organisation will angeblich nichts von dir.


Wirklich? Doch du weißt es besser, denn du bist schon viele Jahre mit „Jehovas Organisation“ verbunden. Und als du dich „Jehova hingeben“ wolltest, also ein Jehovas Zeuge werden wolltest, wurdest du geprüft. Du musstes 60 Fragen beantwortet und hast dich öffentlich zur Organisation bekannt.


Ein öffentliches Bekenntnis wird in verschiedenen Lebensbereichen, etwa im juristischen oder gesellschaftspolitischen Kontext, abgelegt. Besonders häufig findet es sich jedoch im religiösen Bereich. Die Organisation der Zeugen Jehovas bildet dabei keine Ausnahme. Im Gegenteil: Kritisch betrachtet hat sie die Taufe in ein Gelübde gegenüber ihrer Organisation umgewandelt.


Doch ist die christliche Taufe mit einem Gelübde vergleichbar? Die Antwort hängt wesentlich von der jeweiligen Konfession und ihrem Verständnis bezüglich der Taufe ab.

In vielen christlichen Glaubensgemeinschaften ist das öffentliche Bekenntnis ein wichtiger Bestandteil des Glaubenslebens. Es dient dazu, den eigenen Glauben vor Gott und der Gemeinde zu bezeugen – beispielsweise bei der Konfirmation oder Firmung. Auch wer sich als Erwachsener taufen lässt, legt häufig unmittelbar vor der Taufe ein öffentliches Glaubensbekenntnis ab. Damit bekundet er seine Zustimmung zu den grundlegenden Glaubensinhalten seiner Kirche oder Gemeinde, häufig in Form des „Apostolischen Glaubensbekenntnisses“.


Dies gilt in ähnlicher Weise auch für die Taufe einer Person, die sich den Zeugen Jehovas anschließt. Doch was versteht die Bibel wirklich unter der Taufe? Kann man die christliche Taufe mit einem Gelübde vergleichen?

An dieser Stelle müssen wir gedanklich etwas zurückgehen – in die Zeit, in der Moses dem Volk Israel das Gesetz Gottes, die Zehn Gebote, übermittelte. „Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun“. Mit diesen Worten antwortete das Volk Israel laut 2. Mose 24,3-7. Es legte damit ein Gelübde ab, das es, wie wir wissen, aufgrund seiner Unvollkommenheit jedoch nicht einhielt.


Daher ist die Taufe im Namen des Sohnes, Jesus Christus, ein sichtbares Zeichen für dein Vertrauen in die Zusage der Liebe Gottes. Nach der Lehre des Apostels Paulus ist die Taufe ein Symbol dafür, dass Jesus Christus für uns gestorben ist und wir hoffen können, auf der Grundlage seines Opfers aufzuerstehen.

Das alte Leben mit seinen Fehlern und der Trennung von Gott bleibt zurück. Was bleibt, ist die Zusage Gottes zur Vergebung.

Durch die Taufe wird der Täufling Teil der weltweiten christlichen Glaubensgemeinschaft, jedoch nicht Teil einer christlichen Organisation oder Kirche. Sie ist auch kein rechtlicher Akt im traditionellen Sinne, sondern eine lebenslang gültige Zusage, dass Gott den Menschen begleitet und ihm seine Sünden vergeben hat.

Doch was macht die Organisatin der Zeugen Jehovas aus dem Akt der Taufe? Sie erwartet vom Täufling nicht nur ein persönliches Glaubensbekenntnis, sondern auch die Zustimmung zu ihren Glaubenslehren und die Einordnung in ihr organisiertes Glaubenssystem. Und mit seiner Zustimmung hat jeder Zeuge Jehovas, der sich in der Neuzeit taufen lässt, zugleich akzeptiert, diejenigen zu meiden, die die Organisation verlassen oder ihre jeweils angepassten Lehren ablehnen.


Mit diesem Wachtturmartikel hat sich die Leitende Körperschaft selbst widersprochen. Lies den Satz noch einmal: Der Wachtturm erklärt, das Ziel des Bibelstudiums sei es, den Schülern zu helfen, sich Jehova hinzugeben. Das bedeutet laut Zitat: „Nicht uns, nicht einer Lehre und nicht einer Organisation.“

Das klingt, als ginge es ausschließlich um eine persönliche Beziehung zu Gott und nicht um das, was tatsächlich erwartet wird: die Hingabe an eine Organisation. Doch wenn es wirklich nur um die persönliche Beziehung zu Gott ginge, wäre deine Taufe als Zeuge Jehovas aus Sicht der Organisation bedeutungslos. Auch die 60 Tauffragen hätten dann keine entscheidende Bedeutung. Die Männer der leitenden Körperschaft hätten keine Autorität über dich, und ihre Forderungen wären gegenstandslos.

Genau darin liegt der Widerspruch: Einerseits wird betont, dass deine Hingabe allein Jehova gilt und nicht einer Organisation. Andererseits wird von dir erwartet, dass du ihre Lehren anerkennst, ihre Anforderungen erfüllst und dich ihrer Autorität unterordnest.


Der Artikel versucht, dir eine Unwahrheit als Wahrheit zu verkaufen. Ehemalige Zeugen Jehovas wissen aus eigener Erfahrung, dass mit der Bekehrung und Taufe nicht nur die Hingabe an Jehova verbunden ist, sondern auch die Erwartung, der Leitenden Körperschaft und ihren Vorgaben gehorsam zu sein. Der Artikel hingegen will Bibelstudierenden den Eindruck vermitteln, es gehe ausschließlich um Jehova – also um Gott – und nicht um die Bindung an eine Organisation. Genau das ist die eigentliche „Verkaufsmasche“: Im Vordergrund steht die persönliche Hingabe an Gott, während die damit verbundenen Erwartungen an Gehorsam gegenüber der Organisation in den Hintergrund treten.


Sie lassen dich zunächst etwas unterschreiben, was dir gefällt, und schieben dir anschließend einen Vertrag über den Tisch, dessen Inhalt dich eigentlich misstrauisch machen sollte. Sie sagen: „Nein, du musst keiner Organisation beitreten.“ Gleichzeitig erwarten sie jedoch, dass du ihre Lehren übernimmst, ihre Vorgaben akzeptierst und ihnen Gehorsam leistest. Mit anderen Worten: Man vermittelt dir den Eindruck, du würdest dich ausschließlich Gott hingeben, während man zugleich deine Bindung an die Organisation und die Unterordnung unter ihre Autorität voraussetzt.


Das ist kein einmaliger Ausrutscher, das ist ihre Methode. Zuerst präsentieren sie dir die warme, hoffnungsvolle Botschaft: Sie versprechen dir ein Leben im Paradies und wecken in dir eine Hoffnung. Doch sobald du Vertrauen gefasst hast und für ihre Botschaft empfänglich geworden bist, treten zunehmend die Regeln und Anforderungen ihrer Organisation in den Vordergrund.


Einige werden jetzt einwenden: „Moment mal, so ist das doch gar nicht! Die Männer an der Spitze bestehen schließlich darauf, dass man ihre Lehren im Voraus prüft. Genau dafür gibt es doch die 60 Fragen vor der Taufe.“ Aber ist das wirklich der entscheidende Punkt? Was ist der eigentliche Zweck dieser Fragen? Geht es darum, dass du die Lehren kritisch hinterfragst und dir ein eigenes, unabhängiges Urteil bildest? Oder geht es darum, festzustellen, ob du die vorgegebenen Lehren verstanden und angenommen hast und bereit bist, dich nach den Regeln der Organisation zu richten?

Der Hauptgrund ist die Überprüfung, ob der Taufanwärter die Lehre der Organisation und deren Lebensführung übernommen hat. Es handelt sich um ein standardisiertes Prüfverfahren. Die Fragen stammen aus ihrem internen Organisationsbuch „Organisiert, Jehovas Willen zu tun“.


Die Fragen sind in mehrere Abschnitte unterteilt:

Teil 1: Christliche Glaubensansichten, bei denen das theologische Grundwissen abgefragt wird. Dazu gehören zum Beispiel folgende Fragen: Wer ist Gott Jehova? Wer war Jesus Christus? Was ist die Bibel? Und was ist der Zustand der Toten?

Teil 2: Christliche Lebensführung. Hier wird geprüft, ob der Bewerber die moralischen und ethischen Verhaltensregeln der Gemeinschaft verinnerlicht hat und aktiv praktiziert ins- besondere in Bezug auf Sexualmoral, christliche Neutralität oder Ablehnung von Bluttransfusionen. Die Fragen sollen sicherstellen, dass die spezifischen Lehren lückenlos akzeptiert werden. Erst nach erfolgreichem Bestehen dieser Fragestunden erteilen die Ältesten die Freigabe zur Taufe.


Am eigentlichen Tauftag (meist auf größeren Kongressen) stellt der Taufredner den Bewerbern noch zwei finale öffentliche Fragen, die vor der gesamten Zuhörerschaft laut mit „Ja“ beantwortet werden müssen. Damit bestätigen die Täuflinge öffentlich ihre Sündenvergebung, aber auch persönliche Hingabe an Jehova Gott sowie die Anerkennung, dass man von nun an mit der „Organisation“ der Zeugen Jehovas verbunden ist. Dieses öffentliche“ Ja“ ist eine Notwendigkeit, um gerettet zu werde.

Teil 3: Du musst Teil der Organisation sein, um gerettet zu werden. Das sagt man im Wachtturm für die Öffentlichkeit nicht offen. Aber sie sagen es intern überall und immer wieder. Ein Mitglied der Leitenden Körperschaft sagte auf JW-Broadcasting, dass das Ziel jeder Literaturabgabe, jedes Rückbesuchs und jedes Bibelstudium das Endziel hat, einen getauften Jünger zu machen, weil die Taufe für die Rettung notwendig ist. Ein weiterer Führer sagte, Bibelschüler müssen ihr Leben Jehova hingeben und sich taufen lassen. Nur dann könnten sie den Tag Jehovas überleben; sie würden ihn nicht überleben, wenn sie den Vorgaben der Organisation nicht folgen.


Siehst du den Wechsel, den Widerspruch? Der Wachtturm-Artikel sagt, die Hingabe gilt nur Jehova, aber in den öffentlichen Ansprachen sagen sie, die Taufe bedeutet Beitritt zur Organisation. Die erwähnten 60 Fragen drehen sich um die Auslegung der Bibel durch den „treuen und verständigen Sklaven“ der Zeugen Jehovas. Die eigentliche Frage aber ist: Glaubst du, dass die Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas der Treue und verständige Sklave ist, der von Jesus eingesetzt wurde? Hier geht es nicht um eine persönliche Beziehung zu Jehova. Du schwörst einer Organisation die Treue und damit stimmst du zu, jeden zu meiden, der die Gemeinschaft verlässt. Das ist Nötigung und ein Minderjähriger kann unmöglich die volle Tragweite dessen erfassen, worauf er sich einlässt.


Auf jedem Kongress wirst du an dein „Ja“ auf die Tauffragen erinnert und eine lautete: „Verstehst du, dass deine Taufe dich als Zeuge Jehovas in Verbindung mit seiner Organisation ausweist?“ Noch einmal: Deine Taufe identifiziert dich als Zeuge Jehovas in Verbindung mit seiner Organisation. Wenn es also nicht um eine Organisation geht, warum wird dann im Taufversprechen die Organisation erwähnt? Warum musst man den Anweisungen einer Organisation zustimmen? Du musst zustimmen, Menschen zu ächten, die der Leitenden Körperschaft nicht mehr vertrauen.

Die Frage, warum die Wachtturmorganisation den christlichen Taufakt missbraucht und davon ein Gelübde macht, steht im Raum. Sektenbeauftragte und Aussteiger werfen bestimmten religiösen Organisationen vor, die Taufe für ihre Zwecke zu nutzen, um Mitglieder zu gewinnen und Bindung zu einer geschlossenen Gruppierung zu erzeugen. Die Taufe wird zur exklusiven Eintrittskarte, und wer sich nicht taufen lässt, gilt als „verloren“. 


Die Taufe ist ein Jahrtausende altes christliches Ritual. Doch Missbrauch findet dann statt, wenn das Ritual nicht mehr der spirituellen Freiheit und dem Glauben des Einzelnen dient, sondern als Werkzeug für Macht, Kontrolle, Ausgrenzung oder psychischen Druck innerhalb einer Organisation genutzt wird. Und die Wachtturmorganisation ist auf diesem Gebiet perfekt. Aber der Loyalitätseid ist erst der Anfang, denn nach der Taufe wird es erst richtig gefährlich. Konformität ist das Ziel der Organisation, und deshalb verlangt sie nicht nur Gehorsam, sondern blinden Gehorsam gegenüber der Leitenden Körperschaft. 2013 erklärte der Wachtturm, dass alle Zeugen Jehovas bereit sein müssen, sämtliche Anweisungen zu befolgen, ganz gleich, ob diese aus strategischer oder menschlicher Sicht vernünftig erscheinen oder nicht. Man wisse nie, ob Jehova die Dinge lenkt und wenn nicht, würde man für seine Loyalität belohnt.


Denk darüber nach, was es bedeutet, wenn die Organisation sagt: „Die Wahrheit kann sich jederzeit ändern, und trotzdem musst du gehorchen“. Das ist unlogisch und gefährlich. Es hat nichts mit einer persönlichen Beziehung zu Gott zu tun. Das ist Gehorsam auf Befehl und blindes Vertrauen auf Menschen oder einer menschlichen Organisation gegenüber. Doch die Bibel sagt: „Vertraue nicht auf Menschen“, aber die Organisation sagt: „Vertraut uns, der Leitenden Körperschaft, und befolgt unsere Anweisungen, selbst wenn es keinen Sinn ergibt“

Und hier ist der Punkt, der jeden gläubigen Christen beunruhigen sollte: Wenn sich ihre Anweisungen und Wahrheiten über Nacht ändern können, dann bist du nicht geschützt, dein Gehorsam wird dich nicht retten. 2026 wurde über Nacht ihre Blutlehre „angepasst“, nachdem viele wegen ihres Gehorsams gestorben waren.

Aber das war nicht der wahre Grund für ihre Anpassung. Der gesellschaftliche und juristische Druck auf die Organisation spielte hier die entscheidende Rolle. Das jahrzehntelange strikte Verbot, führte weltweit zu schweren medizinischen und moralischen Konflikten in Krankenhäusern sowie zu Todesfällen, die vermeidbar gewesen wären. Diese Anpassung dient alleine dem rechtlichen Überleben der Organisation in vielen Staaten der Erde, und dem Verlust finanzieller staatlicher Unterstützung.


Zum Beispiel hat Japan Gesetze erlassen, die es dem Staat erleichtern, religiösen Organisationen den Status als anerkannte Körperschaft zu entziehen. Dies entzieht der Organisation massive Steuervorteile. Und in diesem Zusammenhang gibt es viele Beispiele, die zeigen, dass blinder Gehorsam sich negativ auf die Gehorchenden auswirkte. Und wenn du an der Organisation zweifelst, wirst du beiseite genommen und sie wollen wissen, ob du noch glaubst, dass die leitende Körperschaft von Jesus eingesetzt wurde. Und ein „Nein“, wäre ein Grund für einen Ausschuss, mit allen Folgen, die so ein Ausschluss mit sich bringt.

Und hier liegt das tieferliegende Problem. Der Wachtturm wird für zwei Zielgruppen geschrieben. Da ist der Außenstehende, der die warmherzige Botschaft hört, und der eingeweihte Getaufte. Das ist ihr System ­ eine zweigleisige Botschaft, und die beiden Gleise passen nicht zusammen. Die Leitende Körperschaft will nicht nur deinen Glauben, sie will auch deinen Gehorsam. Sie will deine Loyalität und dein Leben. Sie spricht von Hingabe an Jehova, aber sie verlangen bei der Taufe ein Gelübde an die Organisation. Sie sagt: „Folge Jesus“ meint aber: „Gehorche der Leitenden Körperschaft, selbst wenn es unlogisch ist, vertraue dem treuen und verständigen Sklaven“.

 

1 Kommentar


lila.lucky
lila.lucky
vor 4 Minuten

Erste/r

Guten Morgen an Alle.🌹 ☕️ 🥧



Euer Video ist nur 18 sek lang. Besteht nur aus dem Intro. Ist da was schief gegangen?

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