Hat sich wirklich etwas Verändert?
- Bruder

- 20. Dez. 2025
- 10 Min. Lesezeit

LINK ZM VIDEO: https://youtu.be/eLI_70pIbk8
Heute möchten wir uns mit einer Frage befassen, die in der Ex-Zeugen Jehovas Community aufgetaucht sein könnte. Es geht um die jüngsten Veränderungen in der Wachtturm Organisationen. Einige von uns könnten denken, der Kampf gegen die Praktiken der Organisation sei schon aufgrund unserer Bemühungen gewonnen.
Frauen dürfen neuerdings in den Zusammenkünften Hosen tragen und Männer, die sich einen Bart wachsen lassen, werden nicht mehr als unreif eingestuft. Keine Berichtsabgabe und Kontrolle bezüglich desZeiteinsatzes mehr und keine Diskriminierung derer, die eine Hochschulbildung anstreben.
Alles Veränderungen, die mit Begeisterung von unseren ehemaligen Brüdern begrüßt werden. Sie fühlen sich befreit und blicken dankbar auf den Sklaven, der ihnen zur rechten Zeit diese Erleichterungen zugesteht.
Jeder darf jetzt einen Ausgeschlossenen begrüßen und ihn fragen, wie geht es Dir, oder sollte er besser sagen, wie geht es Ihnen?
Hat der "treue und verständige Sklave" endlich seine Fehler erkannt? Oder sind all diese Veränderungen, der Anfang vom Ende einer absolutistischen Religionsorganisation?
Ist der Kampf im Wesentlichen schon gewonnen? Oder sehen wir hier den Versuch eines kaputten Systems, den Kampf doch noch zu gewinnen?
Wir werden untersuchen was hinter den Türen der Königreichssäle immer noch vor sich geht und zeigen, warum der Kampf trotz vieler gewonnener Schlachten noch nicht zu Ende ist.
Wenn man so lange einen Kampf geführt hat, und der Gegner plötzlich anfängt Positionen aufzugeben, die er einst bis zum Tod verteidigt hat, ist es verlockend, sich den Sieg zu erklären.
Doch hier sollten wir realistisch sein. Die bisherigen Veränderungen sind nur wie eine Schönheitsoperationen an einem Krebspatienten. Die Organisation ordnet die Liegestühle auf der Titanic um. Warum so eine harsche Sprache?
Nun, während man Männern erlaubt, sich Bärte wachsen zu lassen, sterben immer noch Kinder an verweigerten Bluttransfusionen. Während Schwestern Hosen tragen dürfen, werden Familien immer noch zerstört. Und während man aufgehört hat, Stunden zu zählen, nimmt man immer noch die Opfer in Kauf, die sich das Leben genommen haben, nachdem sie von allen getrennt wurden, die sie geliebt haben.
Wir möchten ein realistisches Bild davon zeichnen. Ja, die leitende Körperschaft hat Veränderungen vorgenommen, aber lasst uns untersuchen, warum. Auf Grund unsere Arbeit? Haben sie erkannt, dass die sogenannten Abtrünnigen mit ihrer Kritik recht hatten? Diese Annahme wäre anmaßend.
Warum also hat die leitende Körperschaft Veränderungen vorgenommen?
Wie in einigen anderen nordischen EU-Ländern hat auch Norwegen der Wachtturmgesellschaft den offiziellen Status als eingetragene Glaubensgemeinschaft entzogen und damit die Streichung der staatlichen Unterstützung.
Und wie wir gleich noch feststellen werden, ist das wahrscheinlich mit ein Grund für die der organisatorischen Anpassungen bei der WTG.
Dutzende Menschen leiden unter psychischer Gewalt durch „Meidung“, gemeint ist, die Praxis des Kontaktabbruchs, auch unter Familien. Wir sprechen auch von Kindern im Alter von gerade einmal 12 Jahren, die aufgrund ihres normalen Teenagerverhaltens von ihren Familien getrennt werden.
Die Schlussfolgerungen der Gerichte waren überall in der Regel vernichtend, nämlich Verursachung schwerer psychischer Schäden und Verletzung der Grundrechte. Deshalb wurde Jehovas Zeugen der offizielle Status als eingetragene Glaubensgemeinschaft entzogen.
Zwei Wochen lang wurden beispielsweise dem Gericht in Oslo dutzende Zeugenaussagen vorgelegt, von Menschen, die psychische Gewalt erlebten. Die organisatorischen Anweisungen der WTG verursachten bei diesen Personen schwere psychische Schäden und verletzten sogar gegenüber minderjährigen grundlegende Menschenrechte.
Ein ähnliches Urteil ereilte Jehovas Zeugen auch in Schweden. Auch hier bröckelt der skandinavische Rückhalt. Warum haben die Regierungen das getan? - Nun, die WT-Organisation kostet dem Staat einfach zu viel Geld.
So hat Schweden seit fast 2 Jahrzehnte lang Prozesse geführt und sich seit 2007 bereits dreimal geweigert, die Organisation zu finanzieren. Und jedes Mal hat die Organisation ihre Anwälte geschickt. Du kannst dir sicherlich vorstellen, dass diese Prozesse dem Staat große Kosten verursacht haben.
Schweden verweigerte die Finanzierung aus 2 Gründen. Der erste Grund ist, Diskriminierung aufgrund der Wahl des Lebenspartners. Die Organisation musste zugeben, dass sie Personen aufgrund der Wahl des Partners ausgeschlossen hatte.
Diese Praxis verstößt gegen die Anforderungen staatlicher Subventionen. Im Wesentlichen diskriminieren Jehovas Zeugen offen jeden, der nicht heterosexuell ist, und die schwedische Regierung finanziert keine homophoben Organisationen.
Ob diese Praxis biblisch ist oder nicht, soll jetzt aber nicht das Thema sein, und sicherlich können Jehovas Zeugen mit ihrem Anspruch, eine moralisch reine christliche Glaubensgemeinschaft zu sein, ihre Praxis, homosexuelle Personen auszuschließen, nicht so einfach aufgeben.
Der zweite Grund hat mit ihrer Praxis des Gemeinschaftsentzugs zu tun. Hier scheint die Organisation eher bereit zu sein, sich den Voraussetzungen des Staates anzupassen, denn zwei Wochen nach der Entscheidung des Gerichts, hatte sie plötzlich "neues Licht" erhalten, - was für ein Zufall?
Die Organisation hatte im März in der Berufung zwar gewonnen, doch die schwedische Regierung brachte das Verfahren vor den Obersten Gerichtshof. Aber die panische Reaktion der WTG auf ihre wahrscheinlicheNiederlage vor dem Obersten Gerichtshof, sagt alles über ihre wahren Beweggründe aus. Die Änderungen wurden nicht aufgrund einer göttlichen Offenbarung vorgenommen, sie dienten der Schadensbegrenzung.
Die se Änderungen sind reiner Überlebensinstinkt. Druck durch die Regierung, Niederlagen vor Gericht, Mitgliederverluste und so weiter, die Organisation blutet aus tausend Wunden.
Deshalb wurden einige kleinere Anpassungen vorgenommen, das ist erfreulich. Als Zeuge Jehovas Du darfst Du jetzt eine ausgeschlossene Person grüßen, aber nur, wenn sie im Königreichssaal auftaucht und wenn es kein Abtrünniger ist oder jemand, der aktiv gegen die Wachtturmorganisation arbeitet. Dabei spielt es keine Rolle, ob das, was gesagt wird der Wahrheit entspricht. Das Ergebnis ist und bleibt ein völliger und totaler Abbruch zur Familie und lebenslanger Freundschaften.
Wer die Organisation verlässt und über seine Erfahrungen berichtet, ist ein Abtrünniger. Und wer seine Geschichte einem Journalisten erzählt oder in einer Dokumentation auftritt, - greift Gottes Organisation an. Es spielt keine Rolle, ob das, was er erlebt hat, eine Tatsache ist.
Eine Aussage von Patrick Haake, einem ehemaligen Ältesten, der 35 Jahre lang diente, bevor ihm die Gemeinschaft entzogen wurde, weil er sexuellen Missbrauch in der Gemeinde aufgedeckt hatte, wurde in den Reihen der Zeugen Jehovas ein bahnbrechender Fall.
Seine Aussage ist dokumentierte Realität, die durch Zeugenaussagen dutzender Opfer untermauert wurde.
Natürlich kann sich die Wachtturmorganisation auch auf Urteile berufen, die für sie positiv verliefen. Gerichte in den Vereinigten Staaten, in Kanada und anderen Ländern, entschieden, dass die Organisation das Recht hat,für ihre eigenen Mitglieder Regeln festzulegen. Das ist legal, aber es bedeutet noch lange nicht, dass diese Regeln moralisch sind und ganz sicher nicht harmlos.
Kommen wir nun zu einem anderen Thema: Bluttransfusionen, ein Thema, das buchstäblich Menschen tötet. Während Jehovas Zeugen sich wahrscheinlich über die Erleichterungen bezüglich Hosen und Bärte und so weiter freuen, gibt es unter ihnen immer noch vermeidbare Todesfälle, auch wenn die genauen Zahlen nicht bekannt sind, weil die Organisation keine Statistiken darüberführt und auch nicht veröffentlichen würde.
Aber Mediziner schätzen, dass jedes Jahr Hunderte sterben, weil sie Bluttransfusionen verweigern.
Doch nicht nur Erwachsene, auch Kinder sterben. Dennis Windwerk war erst 14 Jahre alt, als er an Leukämie starb, nachdem er Bluttransfusionen abgelehnt hatte. Seine Eltern flehten ihn an, die Behandlung anzunehmen.
Der Richter, der dem Zwölfjährigen die Ablehnung zugestand, sagte, der Junge habe sich selbst das Todesurteil ausgesprochen. Stunden später war Dennis gestorben, an einer Krankheit, bei der es bei richtiger Behandlung eine gute Überlebenschance gegeben hätte.
Die Organisation wird dir sagen, dass dieser Jugendliche in Treue dem Gesetz Gottes gegenüber starb und seine „Treue gegenüber Gott“ als Vorbild für junge Menschen missbrauchen.
Was sie dir aber nicht sagen und wahrscheinlich auch nicht ändern werden ist, dass ihre Auslegung biblischer Ernährungsgesetze keine Grundlage in der medizinischen Behandlung hat, obwohl sie ihre Position zu Blutfraktionen schon mehrfach änderten. Das bedeutet, dass diese Menschen umsonst gestorben sind.
Aber wie gesagt, das werden sie aufgrund der Empörung und Anklagen nicht ändern können. Das Risiko, verklagt zu werden, wäre zu groß.
Denken wir an die Gerichtsurteile im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch. Während sie also diese oberflächlichen Änderungen vornehmen, vertuschen sie weiterhin Kindesmissbrauch in ihren Reihen.
Sie haben zwar eine geheime Datenbank mit Tausenden von Beschuldigten, weigern sich aber beharrlich diese den Behörden zu übergeben, selbst wenn sie gerichtlich dazu aufgefordert werden. So viel zum Thema "dem Cäsar geben was dem Cäsar gehört".
Sie zahlen lieber Millionen Dollar an Bußgeldern, anstatt diese Informationen zu veröffentlichen, um Ruhe zu haben, anstatt Kinder zu schützen. Und wie gewohnt, berufen sie sich auf die Bibel und beharren auf ihre bizarre Auslegung der sogenannten "Zwei- Zeugen-Regel".
Diese angeblich biblisch begründete „Zwei-Zeugen-Regel“ kommt der Wachtturm-Gesellschaft sehr entgegen, wenn es um Kindesmissbrauch geht. Da Kinder in aller Regel keine zwei Zeugen haben, ist die Untersuchung schnell beendet. Und das hält jeder normale Mensch für äußerst perfide.
Die „Zwei-Zeugen-Regel“ bezieht sich nur, wenn überhaupt, auf innerkirchliche Verfahren über Streitigkeiten unter der Bruderschaft und hat in Verbindung mit Kindesmissbrauch nichts mit der Zusammenarbeit staatlicher Behörden zu tun.
In Matthäus 18 :15 sagt Jesus: "Sündigt aber dein Bruder, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er aber nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch zweier oder dreier Zeugen Mund, bestätigt werde".
Auch die übrigen angeführten Bibelzitate, wie 4. Mose 35:30; 5. Mose 17:6 oder 1. Timotheus 5:19 sind nicht auf die Auslegung der "Zwei-Zeugen-Regel" der Zeugen Jehovas anwendbar.
In der Ausgabe des Wachtturms vom Dezember 2019 veröffentlichten Zeugen Jehovas selbst unter der Rubrik „Fragen von Lesern" einen Artikel zu dieser umstrittenen Exegese der "Zwei-Zeugen-Regel". Wieso erscheint dieses „Neue Licht“ gerade jetzt? Ehemalige oder "abtrünnige Zeugen Jehovas" haben schon lange darauf verwiesen, dass die Ausführungen und biblischen Belege der leitenden Körperschaft unzutreffend sind.
Werfen wir deshalb einen Blick in den Kontext und zitieren aus dem Wachtturm-Artikel zu dem Text aus 5. Mose 22:25-27. Hier geht es in erster Linie nicht darum, die Schuld des Mannes zu beweisen; sie stand außer Frage. Es geht vielmehr um die Unschuld der Frau.
In den Versen davor ist von einem Mann die Rede, der mit einer verlobten Frau „in der Stadt" geschlafen hatte. Dadurch machte er sich des Ehebruchs schuldig, denn die verlobte Frau galt als verheiratet. Von der Frau heißt es, sie habe „in der Stadt nicht geschrien". Hätte sie das getan, hätten andere sie sicher gehört und ihr geholfen. Aber sie hat nicht geschrien. Sie war also am Ehebruch beteiligt und so wurden beide für schuldig befunden (5. Mo. 22:23, 24).
Dann wird eine andere Situation geschildert: „Falls der Mann das verlobte Mädchen jedoch auf dem Feld getroffen hat und sie überwältigt und bei ihr gelegen hat, dann soll nur der Mann, der sich zu ihr gelegt hat, sterben. Dem Mädchen soll nichts geschehen. Sie hat keine Sünde begangen, die den Tod verdient.
Es liegt der gleiche Fall vor, wie wenn ein Mann seinen Mitmenschen angreift und ihn ermordet. Denn er hat sie auf dem Feld getroffen und das verlobte Mädchen hat geschrien, aber es war niemand da, der ihr zu Hilfe kam" (5. Mo. 22:25-27).
In diesem Fall entschied man zugunsten der Frau. Man nahm an, die Frau hat „geschrien, aber es war niemand da, der ihr zu Hilfe kam". Somit beging sie keinen Ehebruch.
In den religiösen Handbüchern von Jehovas Zeugen wird mit Bezug auf dieses Ereignis erklärt, dass in Ermangelung eines Geständnisses ein Rechtskomitee einberufen werden kann, um zu klären, ob es zwei oder mehr Augenzeugen gibt. Gibt es aber nur einen Zeugen, wird kein Rechtskomitee gebildet.“
Der Abschlussbericht der australischen Aufarbeitungskommission (Royal Commission into Institutional Responses to Child Sexual Abuse) aus dem Jahr 2017 zeigt auf, in welchem erschreckenden Ausmaß sexueller Kindesmissbrauch in Institutionen stattgefunden hat. Sie kritisiert die kirchliche Zwei-Zeugen-Methode der Zeugen Jehovas und stellt fest, . „die Anwendung der Regel im Zusammenhang mit sexuellem Kindesmissbrauch verstärkt eher das Leiden der Opfer und spiegelt nicht die Realität wieder, da sexueller Kindesmissbrauch natürlicherweise meistens in Abwesenheit von Zeugen verübt wird. (S. 72, Abs. 30.1). Abschlussbericht
Das bedeutet, dass, wenn der Missbrauch eines Kindes nicht von 2 Personen bezeugt wird, Kinderschänder in den Gemeinden der Zeugen Jehovas zumindest intern nicht weiter verfolgt werden. Der Täter bleibt in gutem Ansehen und könnte andere Kinder weiter missbrauchen, während dem Opfer oft die Schuld dafür gegeben wird, dass es Schande über Jehovas Organisation brachte. Doch nun liegt es an den Eltern allein, etwas dagegen zu unternehmen.
Auch eine britische Untersuchungskommission zum sexuellen Kindesmissbrauch zeigte schwere Mängel bei den Zeugen Jehovas auf. Dennoch behauptet die Organisation weiterhin, dass sie die höchsten Standards für den Schutz von Kindern habe.
Reden wir nun noch über das Thema Bildung. Auch hier versucht die WTG das Beste für sich aus beiden Welten heraus zu holen. Ja, sie hat ihre Haltung zur höheren Bildung gelockert, auch wenn sie es nicht so nennt und lieber von "weiterführender Bildung" spricht - von der sogenannten "weltlichen Bildung".
Die leitende Körperschaft räumt jetzt zwar ein, dass sich auch einige aus der Führungsriege für eine weiterführende weltliche Bildung entschieden haben. Es wird gerne betont, dass viele von der sogenannten Führungsriege eine Universitätsausbildung genossen haben.
Doch die einfachen Verkündiger, die aufs College gehen, wurden als geistig schwach beurteilt. Und Schwestern, die eine Universitätsausbildung anstrebten oder genossen, wurden sogar als weniger wünschenswerte Ehepartnerinnen geschätzt. Väter, welche die Bildungsziele ihrer Kinder unterstützen, wurden auf Grund des „Anti-Intellektualismus“ der Organisation verurteilt und hatten es schwer eine verantwortliche Stellung zu erhalten.
Die offizielle Politik mag sich zwar geändert haben, aber die Kultur des Anti-Intellektualismus sitzt noch tief. Warum also überhaupt diese Änderung? Es geht ums Geld. Die Organisation verliert Unmengen davon. Sie mussten Immobilien wie Kongresshallen, Zweigbüros und weltweit hunderte Königreichssäle verkaufen.
Tausende Bethel-Mitarbeiter wurden entlassen und weltweit Versammlungen zusammengelegt, um Geld zu sparen. Sie brauchen Versammlungen, also Mitglieder, die es sich leisten können, den indirekten Spendenaufrufen nachzukommen. Man kann keinem Fensterputzer oder Hausmeister, der in einer schwierigen Wirtschaftslage kaum den Mindestlohn verdient, Spenden entlocken. Höhere Bildung bedeutet höheres Einkommen und damit mehr Freiraum für Spenden. Es geht der WTG nicht um ihre Mitglieder, es geht ihr um das Geld.
Warum hat man in der Vergangenheit so viele davon abgehalten, sich eine finanzielle Zukunft zu sichern? Warum wurden Familien zerstört? Warum hat man versucht auf Biegen und Brechen die Organisation als rein und moralisch sauber zu präsentieren und bewusst Kindesmissbrauch vertuscht. Diese Fragen führen zu noch weit größeren Fragen.
Die se veränderten Regeln können nicht von Gott stammen. Wenn die WTG - Richtlinien verändert, warum nicht die Blut-Doktrin, warum nicht das Kontaktverbot, und warum nicht die "Zwei-Zeugen-Regel" zum Schutz der Kinder? Weshalb sind diese Fragen wichtig
Jeder Riss in ihrer Autorität schafft Raum für Zweifel, jeder Zweifel führt zu Fragen, jede Frage gefährdet ihre Kontrolle. Deshalb nehmen sie Änderungen vor, nicht weil Ihnen das Wohlergehen der Mitglieder am Herzen liegt, sondern weil sie versuchen, Fragen zu verhindern, die dazu führen, dass immer mehr die Gemeinschaft verlassen.
Aber die Fragen kommen, die Wahrheit über die Wahrheit verbreitet sich. Und wenn jemand hinter diesenVorhang blickt und erkennt, dass das Leitungsgremium nur aus einer Gruppe von Männern besteht, die sich alles selber ausdenken, dann gibt es kein Zurück mehr.
Nein, der Kampf ist noch nicht vorbei, noch lange nicht, wir sind mittendrin. Und ehrlich gesagt, er wird auch nicht gewonnen wegen kleiner kosmetischer Änderungen, die sie vornehmen. Solange sie an den grundlegenden Praktiken festhalten, die Leben zerstören, wie das Kontakt- oder Blutverbot, Gefährdung von Kindern und Informationskontrolle, geht der Kampf weiter.

Ob sich aufseiten der WTG/bei JZ etwas verändert hat?
Jain.
Natürlich sind da die kosmetischen "organisatorischen Veränderungen" jüngster Zeiten à la "Keine Predigtdienststundenberichtspflicht mehr für Normalo-ZJ", "Männer dürfen Bärte tragen", "Frauen dürfen Hosen tragen", "JZ dürfen sich zuprosten", "Ausgeschlossene dürfen im Rahmen von Zusammenkünften KURZ und nur pro forma (!) angesprochen werden" etc. "Die Gemeinschaft entziehen" heißt ab jetzt "aus der Versammlung entfernen", und "Ausgeschlossene" heißen ab jetzt "aus der Versammlung Entfernte". "Rechtskomitee" heißt ab jetzt "Komitee aus Ältesten". "Bezeichnen" ist nicht mehr Sache der "Ältesten", die einen "warnenden Vortrag" halten, auf dessen Grundlage einzelne ZJ missliebige "Glaubensbrüder" zu "Meiden" haben, sondern muss jetzt von jedem "Zeugen Jehovas" in Eigenregie praktiziert werden, ohne dass vorher eine "Ansprache" erfolgte. ZJ solle…
Den folgenden Brief erhalten alle in meiner ehemaligen Versammlung, jetzt im Januar 26 zum 5.Mal.
Wie fühlt sich heute mein Glaube an, als ich die Organisation der Zeugen Jehovas verlassen habe?
Nachdem ich die Wachtturm-Organisation verlassen habe, sind schon einige Dinge vorgekommen:
_ wurde von den meisten ignoriert
_ als Abtrünniger, als von Jehova verlassen angesehen
_ und einiges, das ich lieber nicht erwähnen möchte,
obwohl ich nur meinem christlichen Gewissen gefolgt bin und als gläubiger Mensch, dem Wort Gottes gehorchen wollte
Fühle ich mich verletzt? Bin ich beleidigt? Bin ich verlassen? Nein, denn ihr ahnt vielleicht nicht einmal, was mir nur dadurch widerfahren ist, weil ich das Wort Gottes einfach auf mich wirken ließ und dadurch unter einen…
Im BI-Artikel wird gesagt, "dass ihre Auslegung biblischer Ernährungsgesetze keine Grundlage in der medizinischen Behandlung hat". Dem kann zugestimmt werden, nachdem man darüber nachdenkt und mit Sorgfalt prüft, was die Bibel wirklich hinsichtlich der BLUTFRAGE sagt.
http://www.christusbekennen.info/PDF/29-Bluttransfusionen,_Zeugen_Jehovas_und_die_Bibel.pdf
Lieber Josef,
so einen ähnlichen Brief habe ich auch bei mir Zuhause herumliegen.
U.a. mit meiner damals neuen Erkenntnis, dass Jesus Christus von der Org. als Engel degradiert wird und nicht die Ehre bekommt, die ihm zusteht.
Dein Weg ist einer von mehreren und macht letztendlich frei.
Ich habe meinen Brief nicht weggeschickt und statt dessen einen anderen Weg gewählt.
Ich hoffte wie du, dass die Ältestenschaft zur Erkenntnis kommt durch Recherche, machte aber Beobachtungen, die mich eines Besseren belehren.
Zum einen die Reaktion meines Vaters (50 Jahre Ältester) und zum Anderen der Ausstieg meiner Jüngsten, die Briefe an alle ihr wichtigen Personen schrieb und dann über die Gemeinde Ausstieg.
ALLE ihr wichtigen Personen ließen sie fallen. Tante, Opa, beste…
Man kann sich auch freuen über einen Ausschluss. Ich bin seit 5 Jahren damit gut gefahren.
Das folgende habe an die Ältestenschaft der Versammlung geschrieben.
Mein Bekenntnis als eigenverantwortlicher und selbstständiger ZJ
Mir wurde klar, dass meine Mails, die ich an euch schickte, selbst mit den besten Argumenten und Beweisen, sehr wahrscheinlich nichts bewirkt haben, wahrscheinlich noch nicht mal wirklich gelesen wurden, allerdings war es mir persönlich wichtig, mich zu erklären und alle meine persönlichen Gründe auf Papier zu bringen.
Ich bin froh, dass auf Grund meiner ,, Bezeichnung´´ , ich zu dieser Überzeugung gekommen bin, euch meine abschließende Stellungnahme bekannt zu geben, wie ich von nun an meinen Glauben als ZJ nach außen hin vertreten werde.
Zu diesem…