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  • Bruder

Der Tanz um das Goldene Kalb! 2. Teil

Aktualisiert: 5. Aug. 2023




Zurück zu den Ereignissen zur Zeit Mose.

Moses bemerkte damals von all dem, was sich am Fuße des Berges während seiner Abwesenheit vom Volk abspielte, zunächst nichts. Aber Jehova Gott sah natürlich, was am Fuße des Berges geschah, wandte sich umgehend an Moses und sagte zu ihm:

Geh, steig hinab! Denn dein Volk verdirbt, das Du heraufgeführt hast aus Ägypten. Gewichen sind sie – schnell – von dem Weg, den Ich ihnen gebot. Sie machten sich ein gegossenes Kalb, warfen sich vor ihm nieder; sie opferten ihm; sie sagten: Dies sind Deine Götter, Israel, die Dich heraufgeführt haben aus Ägyptenland! 
Weiter sagte der HERR zu Mose: Ich habe dieses Volk gesehen, da – ein halsstarriges Volk (sind sie). Jetzt aber, laß mich doch in Ruhe, es entbrannte mein Zorn gegen sie. Ich mach Schluss mit ihnen. Dich aber mache ich zu einem großen Volk. 


Hier stoßen wir auf eine erstaunliche Bemerkung Gottes. Er sagt zu Moses: „…dein Volk, das du aus Ägypten-Land heraufgeführt hast, verdirbt,… ist halsstarrig.“

Israel – nicht Gottes, sondern das Volk Moses? Die Befreiung aus Ägypten nicht Gottes Tat, sondern die Tat Moses? Hier lässt Gott erkennen, dass es der größere Moses, Jesus Christus war, der die Juden und auch die gesamte Menschheit einmal wirklich befreien wird. Obwohl Jehova Gott derjenige ist, der das Volk durch seine Kraft befreite und führte, sprach er nicht von seinem Volk, sondern vom Volk Moses.

Jetzt aber, lass mich doch in Ruhe mit deinem Volk, ich mach Schluss mit ihnen. Dich aber mache ich zu einem großen Volk, sagte Gott.

Wie reagierte Moses auf diese für uns sicherlich befremdende Aussage, dass er, Mose, sein Volk aus Ägypten befreit haben soll? Sah sich Moses selbst auch als Befreier und Retter? Betrachtete er Israel als SEIN Volk? Nein! Er wusste und war davon überzeugt, es ging nicht um seine Person, es ging vielmehr um die Rettung des Volkes, eine Rettung, die ohne Gottes Macht nicht sichergestellt werden konnte.

Moses antwortete Gott entsprechend, indem er sagt:

„Warum, HERR, entbrennt dein Zorn gegen Dein Volk, das Du mit großer Kraft und starker Hand aus dem Land Ägypten herausgeführt hast? Willst Du diese Menschen, die Dir wie eigene Kinder ans Herz gewachsen sind, wirklich vernichten? Nur weil sie gerade etwas falsch machen?“

Weiter lesen wir:

„Da besänftigte Mose das Gesicht des HERRN, seines Gottes, indem er sagte: Warum, HERR, entbrennt dein Zorn gegen dein Volk, das du aus Ägyptenland aufbrechen ließest mit großer Macht und mit starker Hand? Warum sollen die Ägypter sagen: Zum Bösen ließ er sie aufbrechen, um sie zu ermorden in den Bergen? – und mit ihnen Schluß zu machen auf der Erdfläche? Kehr um von Deiner Zornesglut! Und bereue das Böse, das du über dein Volk bringen willst! Denk an Abraham, Isaak und Israel, deine Diener, – was Du ihnen bei Dir zugeschworen hast! Du hast ihnen versprochen: Ich mache viel eure Nachkommen – wie die Sterne des Himmels. Und all dies Land, von dem Ich sagte: ‚Ich will’s euren Nachkommen geben’ – sie (werden damit) belohnt für Weltzeit.
Da bereute der HERR das Böse, das Er gesprochen hatte, Seinem Volk anzutun.“

Wir erkennen hier die scharfsinnige, geschickt in rhetorische Fragen verpackte Argumentation, dass es eigentlich auch um die Ehre und Glaubwürdigkeit Gottes geht. Willst Du Menschen, die Dir wie eigene Kinder ans Herz gewachsen sind, wirklich vernichte, nur weil sie gerade etwas falsch machen? Mit dieser Einstellung tritt Jesus vor unseren Gott.

Diese auf uns unangemessen wirkende Haltung ist nur unter dem Vorbehalt zu verstehen, dass Moses für Jesus Christus als prophetisches Vorbild diente. Auch Christus ist bereit, vor Gott für die Menschheit zum Guten einzustehen, obwohl sie streng genommen allesamt den Tod verdient hätten.


Wenn Gott das Volk Israel jetzt vernichtet, so argumentiert Moses, dann werden die Ägypter zu triumphieren beginnen, die ja schon immer der Meinung waren, dass diesem Gott nicht zu trauen sei.

Moses zweite Bitte ist noch verwegener, geradezu unerhört, als sich dieser Mensch doch einfach vor Gott hinstellt und ihn auffordert:

„Kehre um von Deiner Zornesglut und bereue das Üble oder Böse, das du über dein Volk bringen willst!“

Und dann bringt Mose noch ein drittes Argument vor, indem er Gott an ein Versprechen erinnert, das dieser schon vor langer Zeit gegeben hatte: den Vätern Abraham, Isaak und – nein, nicht Jakob – wie sonst die Dreierreihe meist endet -, sondern diesmal: Israel! Mose nennt ausdrücklich den Ehrennamen Israel, mit dem er einst Jakob nach der ungewöhnlichen Begegnung mit einem Engel bedachte, mit dem er eine Nacht lang gekämpft hatte: Israel – Gotteskämpfer. Zahlreich sollte dieses Volk werden – zahlreich wie die Sterne am Himmel, so hatte Gott es einst versprochen, ohne Bedingungen zu stellen.


Und nun hatte dieses Israel einen kapitalen Fehler gemacht, hatte in einem Gefühl des Gott-Verlassenseins in der Wüste versucht, mithilfe eines handgefertigten Abbild eines Kalbes wenigstens wieder so etwas wie geborgene Gottes-Nähe zu verspüren.

Wie reagierte nun Gott auf diese Bitten von Mose? Er ist erstaunlich schnell dazu bereit, seinen Plan zu ändern und bietet nun stattdessen dem Mose an: „Dich mache ich zu einer großen Nation.“

Doch Mose geht auf dieses verlockende Angebot nicht ein. Im Gegenteil, Mose bleibt bescheiden und erbittet gerade für sich selbst nichts. Für die anderen aber wagt er alles! Indem er zugunsten Israels bittet, riskiert er in Gänze sich selbst als Person! Er bleibt den Menschen treu, die ihm voller Vertrauen sogar in die Wüste gefolgt sind und fordert Gott auf dasselbe zu tun! Für einen Menschen ist dieses Verhalten völlig untypisch, geradezu unglaublich.


Hier werden wir unweigerlich an das erinnert, was Jesus Christus für uns Menschen tat, was auch in dem sogenannten "Hohe Priesterliche Gebet" zu Ausdruck kommt, das Jesus an seinen Vater richtete.

„Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. … Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein.“ Johannes 17: 4-7

So wie der Vater das Gebet seines Sohnes erhörte, so hatte Gott auch auf Moses gehört und ließ sich zur Umkehr bewegen. Und so schließt die Geschichte mit den knappen Worten: „Da bereute der HERR das Böse, das Er gesprochen hatte, Seinem Volk anzutun.“


Mose bittet für sein Volk, der größere Mose, Jesus Christus, bittet nicht nur für das Volk Gottes, die Juden und die Auserwählten Jünger Jesu, sondern für die gesamte Menschheit.

„Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“

Noch einmal zurück zu den Parallelen zwischen dem, wie die Israeliten und die heutige WTG mit ihrer Gefolgschaft zu sehen sind.

„Als aber das Volk sah, dass Mose ausblieb und nicht wieder von dem Berge zurückkam, sammelte es sich gegen Aaron und sprach zu ihm: Auf, mach uns einen Gott, der vor uns hergehe.“ 2. Mose 32:1

Hier wird deutlich, dass Aaron auf Drängen des Volkes handelte. Das Volk suchte nach einer sichtbaren Führung und wollte nicht länger auf Moses warten. Auch heute ist die Mehrzahl der Zeugen glücklich und dankbar dafür, dass eine sichtbare leitende Körperschaft für sie die Führung übernimmt und ihnen vorangeht, in dem trügerischen Gefühl, dadurch Gott zu folgen, ja, eigentlich wollen sie es so. Und die Organisation tut alles, um sich selbst vor dem Volk als „Gott“ zu positionieren, indem sie behauptet, „Murren gegen die Organisation, ist Murren gegen Gott.“

So wie unsere geistige Führung ging einst Aaron bereitwillig auf den Wunsch der Israeliten ein, indem er sie aufforderte:

„Reißt ab die goldenen Ohrringe an den Ohren eurer Frauen, eurer Söhne und eurer Töchter und bringt sie zu mir. Da riss alles Volk sich die goldenen Ohrringe von den Ohren und brachte sie zu Aaron. Und er nahm sie von ihren Händen und bildete das Gold in einer Form und machte ein gegossenes Kalb. Und sie sprachen: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat!“

Wie konnte sich das Volk nur zu einer solch unglaublichen Verirrung versteigen und ihren lebendigen Gott mit einem toten, handgefertigten Kunstgegenstand vertauschen, kaum dass ihre Geduld auf die Probe gestellt wurde? Heute gehorchen die meisten Zeugen bereitwillig der Aufforderung des Sklaven und legen ihre materiellen Besitztümer bereitwillig in die Hand der WTG. Längst haben sie ihr Vertrauen auf die Rettungsvorkehrung von Christus als dem Hauptvermittler des Lebens ohne es zu merken verloren. Stattdessen vertrauen sie dem "treuen und verständigen Sklaven", dem neuzeitlichen „goldenen Kalb“, dem sie ihre Zukunft und ihr Leben anvertrauen, wie einst die Israeliten, als sie das nichtige und Gott entehrende Abbild eines Kalbes anbeteten.

So unglaublich naiv uns heute die Verirrung der Israeliten erscheinen, so sehr müsste uns heute die Haltung der Zeugen erstaunen, wenn sie denken, eine menschliche Organisation könne sie aus der kommenden Drangsal retten.

Was diese Organisation angeblich im Namen Gottes bewirkt haben soll, beeindruckt sie, ohne zu erkennen, dass sich Vergleichbares in vielen anderen religiösen und nicht religiösen Organisationen in der einen oder anderen Form zu sehen ist.

Dennoch können wir zuversichtlich sein, dass unser wahrer Fürsprecher und Retter, Jesus Christus, alle, selbst solche, die noch der Organisation vertrauen, nicht verwerfen wird. So wie Moses, wird nun Jesus für alle gläubigen Menschen vor Gott eintreten und für ihre Übertretungen um Vergebung bitten, damit ihnen ihre Verirrungen nicht länger angerechnet werden müssen.


„Sofort warf sich Mose auf die Erde und betete an. Er sagte: “Herr, wenn du mir deine Gunst geschenkt hast, dann sei in unserer Mitte. Wenn es auch ein widerspenstiges Volk ist, so vergib uns doch unsere Schuld und Sünde und nimm uns als Eigentum an.” 2. Mose 34:8 Da sagte er: „Hiermit schließe ich einen Bund: Vor deinem ganzen Volk werde ich Wunder tun, wie sie bisher unter allen Völkern der Erde noch nie vollbracht worden sind. Das ganze Volk, in dessen Mitte du stehst, soll das Tun Jahwes sehen. Er ging an Mose vorüber und rief: “Jahwe, Jahwe, Gott: barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Güte und Treue, der Gnade über tausend Generationen hin erweist, der Schuld, Vergehen und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, der die Schuld der Väter an den Kindern und Enkeln bis in die dritte und vierte Generation verfolgt.” 2. Mose 34:6

Trotz dieser ermutigenden Rückschau auf dieses mosaische Drama, müssen wir am Gerichtstag das letzte Wort natürlich unserem Schöpfer und seinem Messias überlassen.



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