Als "Ehepaar" beste Freunde sein?
- Bruder

- 31. Juli
- 12 Min. Lesezeit

Wachtturmartikel 29. Juni - 5. Juli - Besprechung
Link um Video: https://youtu.be/NlJjh8YmUC4
In der Woche vom 26. Juni bis 5. Juli 2026 wurde im sogenannten Wachtturm-Studium der Jehovas Zeugen das Thema: „Als Paar beste Freunde sein“ behandelt. Der Schwerpunkt des Artikels lag dabei auf der Frage: „Warum sind gute Freunde ein Geschenk von Jehova?“
Tatsächlich ging es jedoch nicht um Freundschaft, sondern um die Frage, was eine glückliche Ehe ausmacht. Eine glückliche Ehe – so der Artikel – beruht auf einer engen Freundschaft sowohl zueinander - als auch zu Jehova.
Was in diesem Artikel zu diesem Thema dargelegt wurde zeigt, wie die Wachtturmorganisation das Thema Ehe für eigene Ziele instrumentalisiert. Totalitäre religiöse Organisationen wie die Wachtturmgesellschaft sind dafür bekannt, gezielt Mechanismen wie strenge Gehorsamsforderungen, Isolation und die Kontrolle persönlicher Lebensbereiche einzusetzen, um besonders junge Ehepaare zu manipulieren.
Durch die Verknüpfung bestimmter Lebensentscheidungen mit dem Seelenheil wird die freie Selbstbestimmung systematisch eingeschränkt.
Wenn daher religiöse Organisationen Ratschläge erteilen, die sich bei genauerer Betrachtung als Regularien in Fragen der Zukunftsplanung erweisen, wie etwa Berufswahl und Freizeitgestaltung, ist Vorsicht angebracht. Allgemein vernünftige Empfehlungen werden ausgesorochen, um eine akzeptierende Haltung zu erzeugen, damit der Zuhörer die organisatorischen Ziele bereitwillig unterstützt.
Dieser Artikel ist ein treffendes Beispiel solcher Manipulationstechniken. Schon direkt zu Beginn wird deutlich, wohin die Reise geht, wenn gesagt wird: „Eine glückliche Ehe basiert auf einer festen Freundschaft zueinander und zu Jehova“. Die wahre Basis einer glücklichen Ehe – die Liebe – scheint für die Verfasser nur eine untergeordnete Rolle zu spielen, den im Artikel wird gesagt, Zitat:
GUTE Freunde sind ein Geschenk von Jehova (Jak. 1:17). Sie lieben ihn, und sie lieben uns. Sie freuen sich, wenn es uns gut geht, fühlen mit uns, wenn wir traurig sind, und sprechen uns offen auf etwas an, wenn es nötig ist. Sie halten zu uns, und wir können ihnen vertrauen. Solche Freunde „erfreuen das Herz“.
Wenn ich ein älteres Ehepaar sehe, das Händchen haltend und von den gemeinsamen Enkelkindern spricht, frage ich mich, ob das gesagte hier im Artikel wirklich das ist, was eine gute Beziehung aus macht. Die Grundlagen einer solchen Beziehung auf eine Freundschaft zu reduzieren oder mit Freundschaft zu Gotte zu Verbinden ist abwegig.
Es ist alleine die Liebe die das emotionale Fundament in der Partnerschaft zwischen Mann und Frau bildet. Sie fungiert als verbindendes Element, das über die erste Phase des Verliebtseins hinausgeht und durch Vertrauen, Fürsorge, sexuelle Anziehung sowie gemeinsame Lebensziele die Basis für eine stabile und dauerhafte Bindung bilden.
Wenn auch freundschaftliches Verhalten wichtig ist, so ist Lieb zwischen Ehepartner nicht mit einer Freundschaft zu vergleichen. Ehe ist ein verbindlicher Lebensentwurf, der rechtlich, sozial und institutionell besiegelt ist. Das Leben ist in einem gemeinsamen Haushalt, durch Finanzen und oft durch gemeinsame Kinder stark miteinander verwoben.
Freundesliebe dagegen ist autonom. Jeder Partner geht seinen eigenen Interessen und Lebenswegen nach, ohne dass der Alltag formal synchronisiert ist. Freunde fungieren als emotionale Entlastung, weshalb man oft unbeschwerter Zeit miteinander verbringt. Beides ist zwar wichtig aber nicht miteinander vergleichbar, sondern ergänzen sich höchstens einander.
Liebe in einer Ehegemeinschaft dagegen sorgt für Stabilität und Sicherheit und gibt beiden Partnern das Gefühl, angenommen und geschützt zu sein. Sexuelle Anziehung und Begehren sind besonders in der Anfangsphase prägend - spielen aber auch langfristig eine wichtige Rolle, um die besondere Zweisamkeit von einer reinen Freundschaft abzugrenzen. Doch der Artikel setzt sich gezielt mit der Fragestellung auseinander, warum es von Bedeutung ist, dass Ehepartner ihre Freundschaft pflegen und weiterentwickeln.
Zitat Abs. 2: "Es ist wichtig, dass Mann und Frau beste Freunde sind. So eine Freundschaft entsteht allerdings nicht von selbst. Beide müssen etwas dafür tun. Wird die Freundschaft vernachlässigt, führt das nicht selten zu Einsamkeit, Frustration oder einer gereizten Stimmung. … Dieser Artikel geht darauf ein, wie Verheiratete ihre Freundschaft (?) stärken können. Doch zunächst sehen wir uns an, worauf man schon bei der Partnersuche achten kann, um einen Freund oder eine Freundin fürs Leben zu finden".
Wer kennt diese Veranschaulichung nicht, die jeder Sprecher einer Hochzeitsansprache anführt - "Jehova sollte der dritte in eurer Ehegemeinschaft" sein". Dieser Vergleich bezieht sich auf Prediger 4:12 "Eine dreifache Schnur kann nicht so schnell entzweigerissen werden".
Damit ist gemeint, dass Jehova Gott ein fester, aktiver Bestandteil der Ehe sein sollte. Jehova bildet den Mittelpunkt der die Partner zusammenhält. Und tatsächlich gibt die Verbindung zu Gott dem Paar Stärke, um Probleme gemeinsam zu bewältigen. Doch diese Tatsache wird, - wie gesagt - in diesem Artikel schamlos benutzt um den Diensteinsatz für die Organisation Jehovas zu forcieren.
Eine dritte Person im Ehebund kann zu Problemen in Form eines psychologischen Drucks führen, besonders wenn ein Partner das ursprüngliche Wir-Gefühl stört, weil er etwas anderes unter einer "Verbindung zu Gott" versteht und sich zwei gegen den Dritten verbünden - zum Beispiel ein Partner mit Jehova. Es kommt zu einer Koalitionbildung, hier der vermeintlich treue Diener Jehovas, dort der vermeintliche Versager auf diesem Gebiet.
Offensichtlicht versucht dieser Artikel Freundesliebe auf die Ehegemeinschaft zu projizieren und mit der Liebe zu Jehova Gott – also zu Gott zu verbinden. Für die Liebe Gottes findet sich in der griechischen Sprache ein eigener Begriff „agápē“ - der die unbedingte, göttliche und völlig selbstlose Liebe Gottes beschreibt. Agape ist weniger ein romantisches Gefühl, sondern eine bewusste Entscheidung hin zur Liebe Gottes. Im christlichen Glauben wird die Opferbereitschaft Jesu als der größte Ausdruck der Liebe zu Gott und der Menschheit verstanden.
Doch mit der Frage „WORAUF MAN BEI DER PARTNERSUCHE ACHTEN MUSS“ versucht man den Namen und die Liebe zu Jehovas stärker in den Vordergrund zu stellen. Der Artikel verweist auf Sprüche 18:22 aus der NW-Übersetzung „Wer eine gute Ehefrau findet, hat etwas Gutes gefunden, und Jehova schenkt ihm seine Gunst“ wird die Verantwortung vergrößert, vor der junge Zeugen Jehovas eigentlich schon stehen, wenn sie einen guten Ehepartner suchen. Ein guter Ehepartner kann nur ein treuer Diener Jehovas sein.
Zitat Abs 3: „Vor großen Entscheidungen sollten wir uns über mögliche Vor- und Nachteile oder Risiken Gedanken machen. Da sie langfristige Auswirkungen auf unser Leben haben können, ist es gut, sie nicht zu überstürzen.
Dem kann man selbstverständlich nur zustimmen. Doch die Verantwortlichen,„wohlmeinenden“ Rat geben, wissen genau, dass Reife und Lebenserfahrung zweifellos notwendig ist, was die meisten heiratswilligen jungen Leute unter Jehovas Zeugen kaum erworben haben, besonders die männlichen - aus verständlichen Gründen.
Kaum aus der Schule entlassen, so sagt man, heiraten viel dieser jungen Männer. Deshalb wird weiter gesagt: "Jehova hat die Ehe ins Leben gerufen und möchte, dass ein Mann eine gute Ehefrau und eine Frau einen guten Ehemann findet, und er weiß natürlich immer, was für uns am besten ist". Und die Vertreter Jehovas wissen natürlich auch, was für die Organisation Jehovas das Beste ist, und haben diesen Artikel verfassten.
Wenn wir die Empfehlungen der Sklavenklasse näher betrachten, fällt auf, dass eine gute Ehe im Sinne der Organisation funktionieren muss. Und nur ein „Freund Jehovas“ kann für einen jugendlichen Zeugen der richtige Partner fürs Leben sein und mit dem Segen Gottes rechnen. Damit diese jungen Menschen bereit sind diese "Erfordernisse" zu akzeptieren muss ihre eigene Urteilskraft ausgeschaltet werden.
Diese Art des spirituellen Missbrauchs erzeugte Gewissensbisse oder persönliche Zweifel. Indem die leitende Körperschaft die Deutungshoheit über den göttlichen Willen beansprucht, macht sie Ehepaare emotional abhängig. Die Unterordnung unter die Lehre wird als Bedingung für das eigene Heil dargestellt. Ganz deutlich wird dies im Absatz 5 betont. Zitat Abs. 5
Durch unsere Taufe werden wir Freunde Gottes, und wenn du heiraten möchtest, sollte auch dein zukünftiger Partner ein Freund Jehovas sein. Und wer das beachtet, zeigt Wertschätzung für Gottes Maßstäbe und kann seinen Partner als ein Geschenk von Jehova sehen.
Durch die Taufe wird man so das Leitungsgremium - ein Freund Jehovas - eine Behauptung die den wahren Grund eier Taufe verschleiert. Mit diesem Artikel gibt Organisation Jehovas die Richtung vor. Das heißt, ein Zeuge Jehovas der entschlossen ist eine Ehe einzugehen, sollte an sein Taufversprechen denken. Ein Freund Jehovas kann nur glücklich werden – wenn er einen Freund Jehovas heiratet.
Erstaunlich wie leichtfertig Organisation bereit ist - selbst die christliche Taufe für ihre organisatorischen Ziele zu benutzen. Die Taufe ist das sichtbares Zeichen der Aufnahme in die weltweite Gemeinschaft der Christen. Sie symbolisiert, dass Gott den Menschen bedingungslos annimmt.
Nun wird in diesem Artikel 1. Korinther 7:39 zitiert. Lasst uns diesen Vers gemeinsam betrachten, um zu sehen - ob hier von den Freunden Jehovas gesprochen wird, Zitat:
„Eine Frau ist gebunden, solange ihr Mann lebt. Wenn ihr Mann jedoch sterben* sollte, ist sie frei, zu heiraten, wen sie will – aber nur im Herrn.
„Aber nur im Herrn“ bedeut im Sprachgebrauch eines Zeugen Jehovas, nur einen Zeugen Jehovas zu ehelichen, was Paulus aber so nicht sagt. Paulus sprach lediglich davon, dass Christen nur einen gläubigen Christen heiraten sollten, der ebenfalls eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus hat, und dieselben christlichen Werte teilt, und beide Jesus Christus, ihrem Herrn und Erlöser dienen.
Doch in der Organisation Jehovas wird ein Dienst für Christus nicht einmal erwähnt?
Es genügt, wenn beide durch ihre Taufe zeigen das sie Jehova und seiner Organisation dienen werden. Alles andere wird als ein ungleiches Gespann mit Ungläubigen gesehen. Doch Paulus erklärt was er unter einem ungleichen Gespann versteht, Zitat:
„was hat Licht mit Finsternis zu tun? Und welche Übereinstimmung gibt es zwischen Christus und Bẹlial?
Die Frage "Welche Übereinstimmung besteht zwischen Christus und Beliar" ist rhetorisch gemeint, und drückt einen unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Christus der Wahrheit und den Gehorsam gegenüber Bẹlial - ein neutestamentlicher Begriff für den Teufel.
Hier gilt es zu berücksichtigen, dass die "Organisation Jehovas" uneingeschränkten Gehorsam gegenüber Jehova als auch gegenüber seiner Organisation erlangt. Jesus ist für sie lediglich das erste von Gott erschaffene Geistwesen und steht dem Vater untergeordnet gegenüber. Wenn es also um die Frage des Gehorsams geht, nehmen Jehova und seine Organisation den ersten Platz ein.
Über welche Fragen muss also ein junger Zeuge Jehovas – der heiraten möchte, während der Kennrnphase – nachdenken? Ob die oder der Auserwählte als Zeuge Jehovas getauft ist. Ist dies der Fall, scheint dem Eheglück nichts mehr im Wege zu stehen. Doch diese Annahme erweist sich gemäß dem Artikel als ein Trugschluss, dem viele in der Vergangenheit schon zum Opfer fielen, siehe Absatz 6, Zitat:
Nur weil jemand getauft ist, macht ihn das noch nicht zu einem passenden Ehepartner. Interessierst du dich für jemanden,- dann versuch, denjenigen objektiv zu betrachten. Frag dich: „Wie geht er mit seiner Familie um? Nimmt er Rücksicht und ist respektvoll? Was für Freunde hat er? Wie reagiert er, wenn jemand anderer Meinung ist? Muss alles nach seinen Vorstellungen laufen, oder ist er bereit nachzugeben, wenn keine biblischen Grundsätze verletzt werden? Wie denkt er über Geld?
Das sind durchaus berichtigte und sinnvolle Fragen, die sicher stellen, dass man eine gute Wahl triffst. Doch die für die Organisation wichtigen Fragen werden im Absatz 7 angesprochen Zitat: "du könntest auch über folgende Fragen nachdenken: Hat er eine tiefe Liebe zu Jehova? (sprich die Organisation Jehovas - seine Liebe zu Christus scheint weniger Wichtig zu sein. Zitat Abs. 7:
„Arbeitet er an der „neuen Persönlichkeit“? Wird er mich motivieren, mich noch mehr für Jehova einzusetzen? Haben wir die gleichen Ziele? Kann ich mir vorstellen, dass wir nicht nur Freunde, sondern beste Freunde werden? Wird der Bruder, für den ich mich interessiere, nicht nur ein guter Freund sein, sondern auch ein gutes Haupt? …. Wird die Schwester, die ich gerade kennenlerne, mich trotz meiner Fehler und Schwächen als Haupt respektieren? Das alles herauszufinden, braucht Zeit. Lerne die Person, die du heiraten möchtest, also gut kennen".
Ein Heiratswilliger muss sich also mit vielen Fragen befassen, doch eine Frage erscheint in der Aufstellung nicht, die Frage bezüglich seines Verhältnisses zum Christus. Wenn es darum geht einen Partner zu finden, um im Herrn zu heiraten“ wäre dies eigentlich die wichtigste Frage.
Um alle diese Fragen abzuklären braucht man natürlich viel Zeit. Aber es gibt noch mehr abzuklären. Weiter heißt es, Zitat Abs. 7:
"Es ist leichter, eine gute Entscheidung zu treffen, wenn man möglichst „viel“ über den voraussichtlichen Partner erfährt. Finde heraus wie andere über ihn denken. Erkundige dich in welchem Ruf er steht und was für einen Charakter er hat. Schätzen ihn andere als demütig, freundlich und vernünftig ein?"
Finde heraus, - erkundige dich, in welchem Ruf er steht und welchen Charakter er hat und ähnliches rät dieser Artikel. Natürlich ist es sinnvoll, über den zukünftigen Partner so weit wie möglich informiert zu sein, doch ob diese Art der Überwachung wirklich sinnvoll ist?
Diese Spitzeltätigkeit erinnert an das zentrale Überwachungsinstrument der Stasi aus der DDR.
Freunde, Nachbarn oder Kollegen – bespitzelten sich gegenseitig um ein Klima der Angst aufrechtzuerhalten. Und die Beweggründe dieser Spitzeltätigkeit war die Überzeugung, dass das sozialistische System Privilegien und Karrieremöglichkeiten versprachen. Das die verantwortlichen diese Artikels es genauso handhaben zeigen die Erfahrungen die sie anführen. Zum Beispiel die von Sarah, aus Französisch-Guayana die einen Bruder namens Daniel heiratete. Sie erzählt:
„Ich habe mich bei vielen Leuten über Daniel erkundigt – bei seinem Mitbewohner und Pionierpartner, bei einem Ältesten aus seiner Versammlung, bei gemeinsamen Freunden und bei Schwestern aus seiner Versammlung.“ Außerdem wäre es gut taktvoll zu fragen, ob es irgendetwas gibt, das du über ihn wissen solltest, eventuell auch aus seiner Vergangenheit. Das ist wichtig, weil manche Faktoren oder Gewohnheiten später zu ernsten Eheproblemen führen könnten".
Das mag genügen um zu zeigen, wie das Stasi System von der Organisation vollständig kopiert wird, um zu verhindern das junge Menschen eventuell eine Ehe eingehen die für die Interessen der Organisation schädlich wären. Und falls diese gut gemeinte Ratschläge nicht ausreichen, kommen die guten Freunde ins Spiel, Zitat:
„Falls du Zweifel hast oder reife Freunde Bedenken äußern, ignoriere das nicht und frag dich, ob du die Freundschaft fortsetzen oder lieber beenden solltest.“
Ab Absatz 11 geht es um Aspekte, die eine Ehe gefährden könnten. Nun, es ist allgemein bekannt das zahlreiche Ehen heutzutage scheitern, und deshalb sind solche Ratschläge angebracht. Doch auch hier zeigt sich, dass es nicht um das Wohl der Ehepartner geht, sondern um die Interessen der Organisation. Es geht um das Thema Arbeit im Ausland und di damit verbundenen Trennung. Zitat Abs 11:
"Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden, dass man kurzzeitig voneinander getrennt ist. Aber eine längere Trennung kann gefährlich sein. Manche haben zum Beispiel eine Arbeit im Ausland angenommen und waren deshalb über einen langen Zeitraum weg von zu Hause. Das bringt vielleicht finanzielle Vorteile mit sich, kann für die Ehe aber katastrophale Folgen haben.
Auch das dieser Rat mag angebraht sein, aber die Autoren haben hier eher die sogenannten Glaubensaktivitäten der Organisation im Blick. Solche allgemein vernünftige Empfehlungen werden erteilt, um eine grundsätzliche akzeptierende Atmosphäre zu erzeugen. Dieser Artikel ist ein gutes Beispiel der Manipulationstechnik.
Man benutzt sie, um eine innere Zustimmung zu erzeugen. Innere Zustimmung erhält man durch allgemein akzeptierte Fakten, denen man gerne beipflichtet. Diese Methode unterstützt, Entscheidungen zu beschleunigen. Wenn der Zuhörer dem Gesagten zustimmt, wird sein innerer Kompass für erwarteten Handlungen gestärkt, wie im Beispiel Abs 13, Zitat:
„Myriam aus Frankreich erzählt: „Wir starten jeden Tag mit Bibellesen und sprechen dann darüber, was uns gefallen hat und was wir gern umsetzen wollen. Diese Momente bedeuten mir viel.“ Sie fügt hinzu: „Ich finde es auch so schön, wenn wir zusammen beten und ich spüre, wie sehr mein Mann Jehova liebt.“ Katie sagt noch: „Unsere schönste gemeinsame Zeit ist der Predigtdienst. Wenn man hört, wie der andere über seinen Glauben spricht, tut das richtig gut. Und wir lernen viel voneinander“
Jeden Tag in der Bibel lesen, sehr gut, und darüber sprechen, auch gut, genau wie das gemeinsame Gebet. Doch diese "guten Ratschläge" bilden auch eine gute Gelegenheit um deinen Partner zu prüfen.
Zitat: “Wenn wir zusammen beten spüre ich, wie sehr mein Mann Jehova liebt.“ Und unsere schönste gemeinsame Zeit ist der Predigtdienst. Wenn ich höre, wie mein Partner über seinen Glauben spricht“. Ja, so ein Ehepartner tut einem Diener Jehovas gut. Und für die Verantwortlichen dieser Organisation ist dein zukünftiger Ehepartner erst akzeptabel wenn er dich so liebt - wie er Jehova liebt - soll heißen – sich voll in der Organisation einbringt. Um die wichtige Rolle deins zukünftigen Ehepartners auch biblisch zu belegen wird Philipper 1:10 aus der NWÜ wird angeführt, Zitat:
„dass ihr prüft, worauf es wirklich ankommt, um bis zum Tag Christi makellos zu sein und andere nicht zum Stolpern zu bringen“.
Denke daran, deine Wahl eines Ehepartners kann andere zum Stolpern bringen, deshalb prüfe worauf es wirklich ankommt, das ist die angebliche Aussagen. Nur, darum geht es in Philipper 1:10 diesem Zusammenhang nicht. Hier benutzen die WTG-Übersetzer wie so oft, eine spezielle Formulierung.
Andere Übersetzungen stellen diese Verbindung zur Ehe nicht her, sondern legen den Schwerpunkt auf den Tag der Wiederkunft Christi. Zitat:
„damit ihr euch für das entscheidet, worauf es ankommt, denn am Tag des Christus sollt ihr rein und tadellos vor ihm stehen.“
Der gesamte Artikel ist darauf ausgerichtet, die Entscheidung für einen Ehepartner zu nutzen, um gemeinsam im Sinne der Organisation zu wirken. Die Freundschaft zu Jehova sollte für junge Paare der wichtigste Punkt in ihrem Leben sein, und nicht Jesus Christus. Mann und Frau bilden eine Einheit, das ist richtig. Doch das Wohl unseres Partners sollte - gemäß dem Artikel das Wohl Jehovas. Siehe
Absatz 12-13, Zitat:
„Mann und Frau bilden eine Einheit. Deshalb ist uns das Wohl unseres Partners genauso wichtig wie unser eigenes. Aber abgesehen von Jehova sollte für uns nichts und niemand wichtiger sein als das Glück unseres Partners".
Solche Sätze zeigen was in Wirklichkeit gemeint ist. Das Wohl Jehovas, - sprich seiner Organisation. Seit wann müssen sich Christen um das „Wohl Gottes“ bemüht sein?
Dieser Gedanke wurde jungen Heiratswilligen Zeugen schon immer vermittelt.
Als ich in den 60ziger Jahren mich um meine jetzige Ehefrau bemühte, die damals schon im sogenannten Pionierdienst stand, war die größte Sorge des Kreisaufseher, der ja die Verantwortung für die Pioniere in seinem Kreis hatte, wie ich zum Pionierdienst eingestellt war. Seine Befürchtung - ich könnte sie negativ beeinflussen. Deshalb fragte er, wenn auch höflich – ob sie auch an ihr Versprechen Jehova gegenüber gedacht hat. Die Risiko, dass ein Ehepaar andere Lebensziele verfolgt, als von der Organisation gewünscht, - ist den Verantwortlichen auch heute noch klar.
Gemeinsame religiöse Ziele des Ehepaares verkleiner das Risiko die Ziele der Organisation Jehovas aufzugeben. Wenn beide Partner dieselben Glaubensziele verfolgen können Kontrolle und Druckausübung subtil durch den Partner erfolgen, ohne dass die Organisation direkt eingreifen muss.
Ich bin mir sicher, das viele Ehepartner aus Liebe zu ihren zukünftigen Partner sich damals und heute bereit sind - gemeinsam mit seinem Ehepartner der Organisation zu dienen, aus Angst ihn zu verlieren. Zum Schluss lasst uns noch den Schlussgedanken dieses Artikels hören, Zitat:
"Jehova möchte, dass alle seine Diener glücklich sind. Wenn du also single bist und ans Heiraten denkst, dann such dir den Menschen, mit dem du eine Freundschaft fürs Leben eingehen willst, sorgfältig aus. Und wenn du verheiratet bist, dann stärke die Freundschaft mit deinem Partner. Geh Schwierigkeiten an, die in eurer Ehe aufkommen, und verlass dich dabei auf Jehova. Dann wirst du das erleben, was er dir wünscht: „Genieße das Leben“ mit deinem geliebten Partner!" (Pred. 9:9).
Ja, das ist alles Richtig. Jehova Gott möchte dass alle glücklich sind, - aber nur alle seine Diener? Der Umkehrschluss wäre - nur Diener Jehovas können damit rechnen dass Jehova für ihr Glück sorgt, deshalb könnte es natürlich nur vernünftig sein - einen Ehepartner zu finden der Jehova schon dient, denn das Glücksversprechen Jehovas basiert auf der konsequenten Ausrichtung des Lebens am Dienst für ihn, also für seine Organisation. Das ist der Grund warum so ein Artikel verfasst wurde. Die Ausrichtung des Alltags auf das Prinzip des Dienstes und weniger auf das persönliche Glück des Ehepaares.

Liebe @Wildblume und Liebhaber der sinnlichen Show und Akrobatik.
Hier ein hübscher langsamer Walzer (gerade zufällig angeklickt) und ich dachte mir, das passt ja bombastisch hier unter das Thema darunter, weil ich Dir vorgestern das Kleid und den lustigen Link gepostet habe wo die beiden mit Trinkflasche auf dem Kopf tanzen müssen zum Haltung lernen
https://www.bruderinfo-aktuell.de/post/warum-ich-an-eine-irdische-auferstehung-glaube?commentId=23a1ff9d-34c3-41ba-aaeb-e5512f6a4c8c
Hier anknüpfend https://youtube.com/shorts/j0P4QfjHRO8
Ihr Kleid wirkt m.M.n. gar nicht. Aber darum gehts nicht. Und die Musik ist manchmal auf den Turnieren nur grässlich. Einerseits will man als Wertungsrichter sehen, dass ein Paar auch mit weniger melodischen Beat klar kommt, aber irgendwo muss die Musik ja auch tanzfähig sein und nicht wie hier vom Lautsprecherknarrzen übertönt werden. Ich hätte Einspruch erhoben gegen den Veranstalter bei…
So, ich habe jetzt nochmals den besagten wt-Artikel durchgesehen (was aufgrund der inhaltslosen Leere desselben in wenigen Sekunden erledigt ist) und ihn auf die Kernpunkte eingedampft. Der glorreiche Gipfel ist wohl dieser Satz im §13 - Großschreibung zur Hervorhebung hinzugefügt:
"Verbringt VOR ALLEM BEI GLAUBENSAKTIVITÄTEN (i. e. WTG-konzerninteressenfördernder Aktivismus) Zeit miteinander. ... „Unsere schönste gemeinsame Zeit ist DER PREDIGTDIENST. ...“ ".
Na klar - der Götze WTG-Konzernideologiepropagandavertrieb hat für WTG-konzernideologisch gestreamlinte ZJ-Ehepaare natürlich an alleroberster Stelle zu stehen. Darum geht es: Endlose Maloche für das gefräßige, leistungshungrige und nimmersatte JW.Orgmonster.
Sodann diese Edikte betreffs der Eheparterauswahl:
Abs. 5: "Durch unsere Taufe werden wir Freunde Gottes [Adepten der WTG] (Ps. 25:14). [Dieser Vers hat nichts mit der WTG bzw. mit der…
Ich habe noch etwas neues ausgegraben... du kriegst die Tür nicht zu... neue Briefe an die Ältenschaft sind raus.
https://www.reddit.com/r/exjw/comments/1vf0lkw/august_2026_announcements_and_reminders/
KURZFASSUNG
Es sollen pro Nase 11,50 $ für das weltweite Werk gespendet werden. Weniger reicht nicht. Darum ist es unzulässig, weniger zu spenden. Spenden sei ein Vorrecht. Die Versammlungen sollen daher eine Urabstimmung abhalten und zustimmen und festlegen und es heilig geloben, ab jetzt so und so viel zu spenden. Und wehe nicht, da kann keiner mehr garantieren (gerettet zu werden, weiß man ja). Wenn sie arm sind, sollen sie in der nächsten Woche 'örtliche Bedürfnisse' behandeln, wie man Jehova mit seinen wertvollen Dingen unterstützen kann. Und in übernächsten Woche ist nochmal ein Programmpunkt 'örtliche Bedürfnisse' reserviert.
So berichten viele…
Leute, ich falle vom Glauben ab! Ich suche etwas für ein Argument... krame herum, lese stellenweise die Broschüre
"Dein Königreich komme"
In
Kapitel 16
„Eine große Volksmenge“ begrüßt den König
https://www.jw.org/de/bibliothek/broschueren/Dein-K%C3%B6nigreich-komme/Eine-gro%C3%9Fe-Volksmenge-begr%C3%BC%C3%9Ft-den-K%C3%B6nig/
18. (a) Wie hat der „treue und verständige Sklave“ seinen Dienst fortgesetzt? (b) An welchem bedeutsamen Werk darfst du dich jetzt beteiligen?
18 Trotz des zahlenmäßigen Rückgangs führt der gesalbte Überrest der „kleinen Herde“ Jesu, die Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“, weiterhin die Aufsicht über das Königreichswerk (Matthäus 24:45-47). Sie tut dies mit Hilfe einer leitenden Körperschaft, einer Einrichtung, wie es sie auch in der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts gab (Apostelgeschichte 15:6; Lukas 12:42-44). Als N. H. Knorr im Jahre 1977 starb, wurde Frederick W. Franz mit 83 Jahren der vierte…
Jacky
Hallo,
Mein Psychologe/Therapeut sagte mal was ganz Interessantes, was sogar das Thema hier schneidet:
(Meli, meine Partnerin, wohnt seit sie 14 ist/ 4 Jahre also inzwischen, bei mir im Haus. Da ihre Eltern ganz weit umgezogen sind) Meli und Ich haben eine intensive Beziehung auf 3 Ebenen -als eine Art Schwester; -als beste Freundin und Vertraute; -als meine große Liebe/Partnerin/Verlobte.
Also so ganz abwegig bzw typisch WTG ist das gar nicht.
Allgemein finde ich die WT/Org als extrem übergriffig was Ehe und Lebensart allgemein angeht. Warum erkennen das so wenig Erwachsene? Ich meine, irgendwann ist man doch so weit erfahren und alt genug daß man erkennen tut daß ein paar alte Männer (LK) sich viel zu sehr einmischen und…