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  • Bruder

Bist du bereit? Gerrit Lösch „zertifizierte Gehirnwäsche“

Aktualisiert: 2. Jan.



Wie sonst kann es sein, dass diese Kandidaten, die die Bibel gelesen und studiert haben, dort so ruhig sitzen und sich diesen von Gerrit Lösch präsentierten Nonsens anhören können, von einem Mann, der von sich selbst behauptet, dass man ohne seine Hilfe die Bibel nicht verstehen kann. Sein Thema lautet: Bist du bereit? Mit dieser Frage begann Gerrit Lösch von der leitenden Körperschaft also seine Ansprache. An dieser Stelle erwartete ich eigentlich, dass Gerrit Lösch auch erklärt, was er unter "gute Taten" versteht und vor allem, was sie mit meiner Bereitschaft für das Kommen Jesu zu tun haben. Doch ich brauche noch etwas Geduld, dazu kommt er erst zum Ende seiner Ansprache. Tatsächlich versucht er, im Sinne einer "Flucht nach vorn", die WTG von ihrer gesamten Palette der wiederholt fehlgeschlagenen Endzeitprophezeiungen und damit einhergehenden Erwartungen reinzuwaschen. Lösch hat noch keine zwei Minuten gesprochen, schon tauchen in meinem Kopf eine Menge Fragen auf. Nach der biblisch völlig korrekten Feststellung, dass Jesu Herrschaft über seine Eklesia in 33 A.D. begann (siehe Kol 1,13), schwenkt Lösch unvermittelt über, zu der völlig willkürlichen und unbeweisbaren Annahme, Jesus habe 1914 begonnen, über seine Feinde zu herrschen. Dafür bemüht er Psalm 110:1, der jedoch nichts beinhaltet, das sich in 1914 oder irgendeinem anderen Datum der Menschheitsgeschichte verorten ließe. Die WTG scheint von diesen nachweislich falschen Datum einfach nicht lassen zu können. Wider aller Vernunft behauptet Lösch, dass seit 1914 viele Dinge geschehen, die zeigen, dass Jesus tatsächlich herrscht. Doch welche Dinge sollen das sein? Kriege, Katastrophen, Revolutionen, große Umwälzungen? Die Geschichte zeigt deutlich, dass man schon immer Ereignisse und Entwicklungen im Sinne einer "Endzeit" hätte interpretieren können. Und: Wenn Jesus wirklich derzeit "über seine Feinde herrscht", so wie die WTG behauptet – sollte man dann nicht weltweit eher positive Auswirkungen erwarten? Oder anders gefragt: Ist Jesu „Herrschaft über seine Feinde" derartig wirkungs- und bedeutungslos, dass es während seiner Regentschaft zu zwei Weltkriegen, nebst all den anderen, bis heute andauernden Gräueltaten, Katastrophen, Unruhen etc. kam und kommt? Wie lässt sich die derzeitige Weltlage mit o.g. Aussage auch nur ansatzweise unter einen Hut bringen? Es erfordert willentliche Blindheit, nicht zu erkennen, dass mit dem hier von Lösch einfach so dahingeworfenen Dogma "Herrschaft Christi über seine Feinde seit 1914" massiv etwas nicht stimmen kann. Zum Publikum möchte ich bemerken: Kann man von Absolventen einer Bibelschule, die ein tiefgehendes Studium der Schriften hinter sich haben, nicht erwarten, dass diese in der Lage sind, mitzudenken? Oder sind sie einfach nur „zertifiziert-gehirngewaschen“ worden? Präsentiert wird das Ganze auch noch von einem Mitglied der leitenden Körperschaft, einem Mann, der von sich selbst behauptet, dass man ohne seine Hilfe die Bibel nicht verstehen kann. Wo also sind die Beweise für die "Herrschaft Christi über seine Feinde seit 1914"?  Richtig: Sie können gar nicht erbracht werden. Da die WTG von einer "UNSICHTBAREN Aufrichtung des Königreiches Christi“ im Jahr 1914 spricht, kann natürlich nichts bewiesen werden. Und so bleiben nur Behauptungen übrig und extrem zweifelhafte "Indizienbeweise", wie z. B. die Existenz eines angeblich unter ZJ herrschenden "geistigen Paradieses" oder die von der WTG als "Beweis der letzten Tage" vorgebrachte, von ihr selbst als "göttliches Gebot" ausgegebene "Predigtdiensttätigkeit“. Auch bei der kurz nach 1914 angeblich erfolgten "Ernennung des tuvS" war niemand zugegen, der es hätte bezeugen können, denn auch diese erfolgte "unsichtbar“ und eben deshalb wieder unbeweisbar. Es erschallte keine Stimme vom Himmel: "Dieser ist mein geliebter 'Sklave', den ich zur Leitung meiner Organisation gesalbt habe; hört auf ihn". Es flatterte kein übernatürliches "Ernennungsdiplom“ mit Siegel und Unterschrift, wie es die Gilead-Absolventen von eben diesem Sklaven erhalten, vom Himmel in Pittsburg, in Brooklyn oder sonst irgendwo auf der Erde herab, durch welches die Ordination eines "tuvS" glaubhaft belegt werden könnte. Alles, was wir haben, ist das extrem unzuverlässige Wort der WTG und ihre "vom Geist geleiteten" Äußerungen, die bekanntlich so unbeständig sind, wie die zahllosen Falschprophezeiungen, vom Schlage der vollmundigen "Millionen werden nie sterben!"-Verheißung aus 1925. Erstaunlicherweise, aber völlig korrekt, zählt Lösch dann eine Reihe von Personen auf, die diesem Irrtum der falschen Erwartungen erlagen, ohne jedoch 1 und 1 zusammenzuzählen und die korrekte Lehre hieraus zu ziehen. Und: Welche Garantie liefert uns Lösch, dass die von der WTG in die Welt gesetzten Daten nicht exakt genauso falsch sind? Selbst wenn die Organisation jetzt vorsichtig ist und kein genaues Datum mehr nennt, hat sie nichts aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Das Ende steht immer noch UNMITTELBAR bevor, es ist GREIFBAR NAHE, und wer das nicht glaubt, liegt im Koma! Die anderen in den vergangenen Jahrhunderten waren ja alle doof, aber WIR wissen es jetzt GANZ GENAU. Sehr vielsagend ist der Moment, als Lösch in seiner Ansprache mutig auf die fehlgeschlagene "Ende"-Prophezeiung des Adventistenpredigers Jonas Wendell von 1873 hinweist. Hat dieser nicht auch – genauso wie die WTG nach 1914 – die Erfüllung seiner Vorhersage flugs als "unsichtbar" erklärt? Dann listet er eine ganze Reihe von in den Sand gesetzter WTG-Prophezeiungen auf, um "vielsagend" die rhetorische Frage zu stellen: "Werden besondere Prophezeiungen 100 Jahre nach 1919 (also nach 2019) erfüllt werden? KEINE ANTWORT!", worauf es im Publikum zu Gelächter kommt. Dies ist ein Schlüsselmoment, der die gesamte Tragik der WTG und ihr derzeitig sich täglich verschärfendes Dilemma in aller Deutlichkeit bloßlegt. Wie ist das Gelächter der Gilead-Absolventen zu interpretieren? Wie können sie dort so ruhig sitzen, sich diesen von Gerrit Lösch präsentierten Nonsens anhören und ihn noch lustig finden? Was ist der tatsächliche unterschwellige Auslöser der Reaktion? Sicherlich würde es keinem der WTG ergebenen, treuen ZJ in den Sinn kommen, einen seiner erlauchten, höchsten geistlichen Würdenträger offen zu verlachen. Deshalb bleibt einem nichts anderes übrig, als dieses Verhalten als Demonstration "wohlwollender Anteilnahme" zu deuten. Tatsächlich müsste es aber genau das sein: Ein Ausdruck grenzenloser Belustigung, über die Verrenkungen der WTG, mit den immer offener zutage tretenden Irrtümern ihres "Endzeit-Postulats“ zurande zu kommen und die Unmöglichkeit, das "Dringlichkeitsbewusstsein" weiterhin und anhaltend auf Dauerhochspannung zu halten. Gleicht die WTG nicht den um ihren Altar hinkenden Baalspriestern, die verzweifelt nach ihrem nicht existierenden Gott rufen und ihn um ein Zeichen anflehen? Trifft das "Esel-Karotte"-Gleichnis nicht 100% auf die WTG zu und ihr "Warten auf Godot" der nie kommt. (Siehe hierzu siehe im Glossar den Eintrag "Bald") Lösch startet ein effektives Ablenkungsmanöver: Der Schweizer "Bethel-Bruder“ Adolphe Weber muss als Sündenbock herhalten. Dieser war so fest von Rutherfords Dogma – „Millionen jetzt lebender werden nie sterben“ Ende 1925 überzeugt, dass er den Brüdern im Land befahl, alle Literatur vor Ablauf des Jahres 1925 kostenfrei zu verteilen, bevor er seines Amtes enthoben wurde, als Abtrünniger die „Wahrheit“ verließ und viele Bibelforscher hinter sich herzog. Laut Lösch war also Br. Weber "der Böse": "Na sowas aber auch, wie konnte dieser böse Bruder denn solche falschen Erwartungen hegen und abtrünnig werden?  Woher bekam er den Anstoß, zu den völlig überspannten, überzogenen Erwartungen? Wer war der wahre Auslöser dieser unrühmlichen Geschichte und des persönlichen Scheiterns? Er selbst? Oder war es nicht etwa "Gottes Organisation", verkörpert in der Person des "Richters" Rutherford, mit seinem völlig an den Haaren herbeigezogenen Hirngespinst von der Auferstehung "Abrahams, Isaaks, Jakobs und all der anderen Treuen" zu irdischer Vollkommenheit, im Jahre 1925? War es nicht auch benannter Richter, der bekanntermaßen im sonnigen San Diego eine Villa errichten ließ, für die zu erwartenden auferstehenden Treuen aus vorchristlicher Zeit? Ist es da verwunderlich, wenn treue WTG-Gefolgsleute, wie der böse Br. Weber überreagieren? Aber genau diese Gläubigen sind dann die Dummen, Abtrünnigen und Bösen. Sodann betet Lösch in altbekannter WTG-Manier mal wieder die Selbstdistanzierung der WTG, vom 1968 erschienenen Buch "Freiheit der Söhne Gottes" runter, in welchem der Fokus in Hochauflösung auf 1975 scharfgestellt wurde. Nach 1975 verlegte sich die WTG auf Wortspielereien. Lösch präsentiert hier nichts Neues, das Buch spricht doch nur von einer MÖGLICHKEIT. "Unglücklicherweise aber wurden auch noch andere Äußerungen veröffentlicht, die ANDEUTETEN, dass solche Erfüllungen der Hoffnungen mehr eine WAHRSCHEINLICHKEIT, als eine MÖGLICHKEIT waren" (Zitat aus dem wt vom 15.3.1980, dt. 15.6.1980 S. 17 Abs. 5). Weiter bezieht er sich auf den wt vom 15.7.1976 (dt. 15.10.1976), in welchem sinngemäß gesagt wurde: "IHR hattet falsche Erwartungen, IHR müsst EUER Denken korrigieren. Es war nicht Gottes Wort, sondern EURE falschen Erwartungen, die versagt hatten. EUER persönliches Verständnis war auf falschen Prämissen gegründet." Aber waren es denn nicht genau die "Prämissen", die von der WTG und ihren Vertretern in den Jahren vor 1975 in aller Welt als "unbedingt zu akzeptierende, und zu verinnerlichende göttliche Wahrheit" hinausposaunt wurden, wie z. B. vom damaligen dt. Zweigaufseher Konrad Franke? Das 1975-Dogma war zu dieser Zeit  innerhalb der WTG derartig fest in Beton gegossen, dass sich neue ZJ, ob ihrer Vorbehalte, angesichts Jesu glasklarer "Tag und Stunde"-Aussage, sagen lassen mussten: "Jeder, der nicht glaubt, dass 1975 Harmagedon kommt, IST KEIN ZJ!" Diese und andere gleichartige Ansprachen von damals sind auf Youtube verfügbar. Ansprache Franke zu 1975 Lösch unternimmt einen weiteren Versuch der Reinwaschung mit dem Hinweis auf das scheindemütige Bekenntnis des wt vom 15.6.1980 S. 17 Abs. 6 hin, wo es heißt: „Wenn „Der Wachtturm“ hier jemand“ sagte, so meinte er damit alle enttäuschten Zeugen Jehovas, ALSO AUCH DIEJENIGEN, DIE AN DER VERÖFFENTLICHUNG VON INFORMATIONEN BETEILIGT WAREN, die dazu beitrugen, dass in Bezug auf dieses Datum Hoffnungen geweckt wurden." "Das ist aber mal ein ehrliches Bekenntnis", könnte man hier zuerst denken und so wird es auch von Lösch verkauft, wie demütig doch der Sklave sei das er dies so offen sagt, so Lösch und alle WTG-ergebenen ZJ sollen es auch so sehen. Doch weit gefehlt, denn an spitzfindig/tatsachenverschleierndem Rabulismus kann die weichgespülte Wendung "diejenigen, die an der Veröffentlichung von Informationen beteiligt waren" kaum überboten werden. Hier rückt sich der für alle WTG-Dogmen allein verantwortliche "t.u.v.S." ganz weit weg vom dem, was er damals als Wahrheit weltweit losgelassen hatte. Wer bitteschön waren denn die "AN DER VERÖFFENTLICHUNG VON INFORMATIONEN BETEILIGTEN?" War es etwa der "Bethel-Büro-Bote“? War es Freddie Franz mit seinen 1975er Märchenphantasien, seine Exzellenz "dem Orakel der WTG-Tippstube"? Oder nur die WTG-Bethel-Hauptbürosekretärin, die diesen Text in das MEPS-System eingab? Vielleicht der „Bethel-Druckereibruder“, der an der Druckpresse stand, auf der diese WTG-Ergüsse millionenfach zu Papier gebracht wurden, oder gar der LKW-Fahrer, der die Verlagsprodukte durch die Lande zu den Literaturdepots der Ortsversammlungen karrte? Warum haben die Obersten, für Lehre und Satzung ALLEINVERANTWORTLICHEN der WTG-Führung – im vorliegenden Falle vertreten durch Papa Lösch – nicht den Mut Ross und Reiter beim Namen zu nennen? Warum bleibt man hier im Dunkeln und bedient sich einer Wischiwaschi-Sprache mit Gummi-Worthülsen wie: "DIEJENIGEN, DIE AN DER VERÖFFENTLICHUNG VON INFORMATIONEN BETEILIGT WAREN"? Warum wird nicht gesagt: "WIR – DAS GEISTGELEITETE SPRACHROHR GOTTES, WIR, die Herren Knorr, Franz, Gangas, Schröder etc. … WIR waren für diesen Unsinn verantwortlich, WIR haben ihn ausgeheckt, WIR haben ihn unters Volk gebracht und all den Schaden und die Enttäuschung angerichtet. Doch leider – Fehlanzeige. Lösch belegt zudem, dass die WTG keinerlei Demut und Einsicht zeigt, indem er die zu ziehende Lehre genau in ihr Gegenteil verkehrt, er sagt: "Es gibt keinen Grund für uns, im Glauben an Gottes Verheißungen (den Verheißungen der WTG) erschüttert zu werden". Bezöge er sich hier wirklich auf Gottes Verheißungen, so wie in "sola scriptura", ohne die vielen Hinzufügungen oder Umdeutungen der WTG, dann gäbe es nichts an dieser Aussage zu beanstanden. Wir wissen jedoch, dass er damit die Versprechungen der WTG meint und diese unablässigen "Das Ende kommt bald“ Prognosen haben nichts mit Gottes Verheißungen zu tun. Gegen Ende seiner Ansprache stellt Lösch dann ungeniert genau diesen falschen Propheten, "Jehovas Organisation", als gutes Beispiel für "Bereitsein" hin. Noch einmal: Derzeit agiert die WTG nicht anders als früher, nur dass sie jetzt keine konkreten Daten mehr nennt, sondern "das unmittelbar bevorstehende Ende" im Sinne einer sich unablässig in gleichbleibender Distanz vom Beobachter wegbewegenden Fata Morgana definiert. Lösch trotzig: "Aus Gehorsam, Liebe und Glauben gegenüber Jesus müsse man in Erwartung des nahen Endes leben“, womit im Umkehrschluss insinuiert wird, dass jeder, der dies nicht so tue, wie von der WTG gefordert, Christus gegenüber keinen Gehorsam, Liebe und Glauben beweisen würde. Was für eine selbstgerechte Anmaßung. Absicht und Ziel dieser Ansprache werden in den Schlusssätzen deutlich. Jehovas Zeugen dürfen nicht nachlassen, im eifrigen und fleißigen Strampeln im Hamsterrad der vielseitigen theokratischen Tätigkeiten. "Wir wollen bereit sein, Jehova mit Dringlichkeitsbewusstsein zu dienen. Wir wollen bereit sein für jedes gute Werk", was im WTG-Jargon nichts anderes bedeutet, als ihre Organisationsinteressen zu fördern. Und damit hat Lösch seine eingangs gestellte Frage „Bist du bereit für das Kommen Christi?“ in gewohnter Weise beantwortet. Wer sich die Originalansprache von Gerriet Lösch anhören möchte hier der Link: Link zum Video - Gerriet Lösch - Originalansprache

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