Abaddon, die Heuschrecken und ein Stern

In Offenbarung 9:1-11 wird als fünfte von sieben Plagen ein spannendes Szenario beschrieben, das Jehovas Zeugen auf ziemlich fragwürdige Weise ausgelegt haben.

Gemäß Vers 1 heißt es dort zunächst: „Und der fünfte Engel blies seine Trompete. Und ich sah einen Stern, der vom Himmel zur Erde gefallen war, und der Schlüssel zum Schlund des Abgrunds wurde ihm gegeben.“

In ihrem Buch „Die Offenbarung – Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!“ behaupten Jehovas Zeugen auf Seite 143, Absatz 6 dogmatisch: „Und der Stern muß den von Jehova ernannten König versinnbildlichen, denn die gesalbten Christen anerkennen nur den himmlischen König Jesus Christus“.

Ein gefallener Stern wird also von ihnen definitiv mit Jesus Christus gleichgesetzt. Doch weder dieser Vers noch die ganze Textpassage lässt eine solche Feststellung mit absoluter Sicherheit zu. Es ist schlichtweg nicht bekannt, ob mit diesem „Stern“, der vom Himmel fiel, Jesus Christus oder Satan (vgl. Jes. 14:12; Hes. 28:14, 17; Luk. 10:18; Joh. 12:31; Off. 12:3-9) oder ein gefallener Engel oder aber ein guter Engel gemeint ist. Feststeht nur: Dieses Wesen, wer immer es auch sein mag, handelt mit der Zulassung Gottes. Und der „Stern“ ist nicht Mittelpunkt des Geschehens.

Die weiteren Verse in Offenbarung, Kapitel 9 leuchten das Szenario stärker aus. Der gefallene Stern öffnet mit einem Schlüssel, der ihm „gegeben“ wird, einen Abgrund. Wer ihm den Schlüssel übergeben hat, wird nicht mitgeteilt. Schlüssel sind in der Bibel aber ein Bild für Vollmacht (Matth. 16:19; Luk. 11:52; Off. 1:18; 3:7; 20:1). Grundsätzlich gilt: Was auch immer geschehen wird – ob Gutes oder Böses –, es dient letztlich unter Gottes Kontrolle seinen Zielen. Nach dem Öffnen des Schlunds oder Schachtes zum Abgrund kommt Rauch daraus hervor. Er vernebelt alles, verfinstert das Licht der „Sonne“, verwischt die Konturen, trägt zur Verwirrung bei und lässt einen schwer atmen. Aus dem Rauch kommt ein aggressiver Heuschreckenschwarm. Den Heuschrecken wird Gewalt „gegeben“, die Menschen zu schädigen (Verse 1 bis 3). „Auch haben sie Schwänze und Stacheln wie Skorpione; und in ihren Schwänzen ist ihre Gewalt, die Menschen fünf Monate zu verletzen“, lautet der Vers 10. Für Pflanzenwuchs haben sich die Heuschrecken nicht zu interessieren. Im Vers 4 heißt es: „Und es wurde ihnen gesagt, keine Pflanzen der Erde noch irgendetwas Grünes, noch irgendeinen Baum zu beschädigen, sondern nur die Menschen, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirn haben.“ Wer das Siegel Gottes nicht trägt, gehört nicht zu Gottes Volk und steht nicht unter seinem besonderen Schutz. Somit treffen die Qualen Gläubige und Ungläubige nicht gleichermaßen. Diese Plage ist nur möglich, weil Gott sie zulässt und es so will (Beachte den Ausdruck „gegeben“ u.a. in Off. 6:2, 4, 8; 8:2, 3; 9:1, 3, 5; 13:5, 7, 14, 15).

Von Heuschrecken ist schon in den Hebräischen Schriften die Rede. Die achte Plage, die zur Zeit der Israeliten über Ägypten kam, war ein gewaltiger Schwarm Heuschrecken. „Und sie bedeckten dann die sichtbare Oberfläche des ganzen Landes, und das Land wurde dunkel; und sie machten sich daran, den ganzen Pflanzenwuchs des Landes und alle Frucht der Bäume zu fressen, die der Hagel übriggelassen hatte; und da wurde nichts Grünes an den Bäumen oder am Pflanzenwuchs des Feldes im ganzen Land Ägypten übriggelassen.“ (2. Mo. 10:15). Der Prophet Joel prophezeite eine Heuschreckenarmee (Joel 2:1-11). Wer die Vision Joels liest, erkennt an den geschilderten Einzelheiten Parallelen zu dem Bericht in der Offenbarung. Doch die Heuschrecken der Offenbarung, die aus dem Abgrund kommen, bewirken in einer ganz anderen Weise Verderben als diejenigen auf den Feldern Ägyptens (2. Mose) oder Israels (Joel). Die Plage, die sie bringen, ist geistlicher Art, wie noch gezeigt wird.

Wen versinnbildlichen die Heuschrecken der Offenbarung? Die Zeugen Jehovas sehen sich selber durch die Heuschrecken dargestellt. In ihrem o.g. Buch heißt es auf Seite 143, Absatz 7 mit Bezug auf Offenbarung 9:2, 3: „Die kleine Schar der Brüder Jesu verbrachte am Ende des Ersten Weltkriegs (1918/19) eine kurze Zeit in einem solchen ‚Abgrund‘, wo sie verhältnismäßig untätig waren. Als aber Jehova seinen Geist im Jahre 1919 auf seine reumütigen Diener ausgoß, schwärmten sie aus, um die Herausforderung, die das vor ihnen liegende Werk für sie bedeutete, anzunehmen.“

Und auf Seite 147 im Absatz 18 heißt es: „Die neuzeitlichen Heuschrecken hatten eine Aufgabe zu erfüllen. Die gute Botschaft vom Königreich mußte gepredigt werden. Irrtümer mußten bloßgestellt und verirrte Schafe gefunden werden.“

Mit der Ausdrucksweise „kleine Schar der Brüder Jesu“ meinen Jehovas Zeugen ihre geistgesalbten Glieder, also die Versiegelten. Und: Gemäß dem Verständnis der Zeugen sind die „Heuschrecken“ die versiegelten Menschen selbst. Zu den Zeugen Jehovas gehören aber auch die sogenannten „anderen Schafe“ (Joh. 10:16). Sie bilden sogar den überwiegenden Teil ihrer Mitverbundenen. Die „anderen Schafe“ sehen Jehovas Zeugen indes als Nichtgesalbte in ihren Reihen. Das würde aber bedeuten: Sie sind von Gott nicht versiegelt und stehen damit nicht unter Gottes Schutz bei dem Angriff des Heuschreckenschwarms (sicher keine „kleine Schar“). Mit ihrem absonderlichen Bibelverständnis schießen sie sich also ein Eigentor: Die „Heuschrecken“ sind nämlich demnach befugt, ihre eigenen Glaubensbrüder anzugreifen! Alle nicht versiegelten Menschen sind ja Angriffsziel der Heuschrecken. Außerdem: Wären die „Heuschrecken“ tatsächlich selbst die Versiegelten, dann müsste ihnen wohl kaum extra gesagt werden, nur die Menschen zu schädigen, die das Siegel Gottes nicht tragen (Off. 9:4). Die Deutung der Zeugen Jehovas zu Offenbarung, Kapitel 9 ist biblisch abwegig.

Dabei macht die zu behandelnde Bibelpassage es dem Leser eigentlich recht leicht zu erkennen, dass es sich bei den Heuschrecken um bösartige Geschöpfe handelt und keineswegs um die gesalbten Nachfolger Jesu Christi. Die Heuschrecken kommen aus einem „Abgrund“ (Off. 9:3). Bemerkenswerterweise wird gemäß Lukas 8:31 der Abgrund von einem Dämon gefürchtet (vgl. auch 2. Pet. 2:4). Die Schlussfolgerung liegt nahe, dass es sich bei den Heuschrecken um Dämonen handelt. Die Plage durch die im Detail beschriebene Heuschreckenarmee der fünften Posaune symbolisiert somit dämonische Qualen, die Menschen zugefügt werden. Den Opfern erscheint die Qual schlimmer als der Tod, den sie aber nicht finden (Off. 9:6).

Im Vers 11 wird ein „König“ vorgestellt. Er ist der „Engel des Abgrunds“ und heißt Abaddon (hebr. „Vernichtung, Untergang“) bzw. Apollyon (griech. „Vernichter“, „Verderber“). Wer ist er? Jehovas Zeugen meinen, es zu wissen. In ihrem o.g. Buch schreiben sie auf Seite 148, Absatz 20: „Als ‚Engel des Abgrunds‘ und als ‚Vernichter‘ hat Jesus wirklich ein quälendes Wehe über die Christenheit gebracht.“ Für Jehovas Zeugen stellt also Abaddon Jesus Christus dar.

Hierbei fällt auf, dass sie sowohl den gefallenen „Stern“ als auch den König der Heuschrecken, also Abaddon, „den Engel des Abgrunds“, mit Christus Jesus gleichsetzen. Etwas mehr vorsichtige Zurückhaltung von ihrer Seite bei solchen Behauptungen wäre aber – wie oben schon ausgeführt – angebracht. Mit absoluter Sicherheit kann das nämlich von der Bibelpassage her ebenfalls nicht abgeleitet werden. Es kann sein, dass es sich bei dem „Stern“ und bei „Abaddon“ um dieselbe Geistperson handelt. Es ist aber ebenso denkbar, dass es sich um verschiedene Wesen handelt.

Der König Abaddon hat jedenfalls Macht über die symbolischen Heuschrecken – über Dämonen (vgl. Matth. 9:34). Im Reich der Finsternis herrscht eine straffe Organisation mit klarer Über- und Unterordnung (Off. 9:7-9). Es scheint sich demnach bei Abaddon um Satan oder aber um einen Dämonenfürsten zu handeln. Abaddon, der „Engel des Abgrunds“, kann nicht Jesus Christus darstellen, denn Jesus ist kein geschaffener Engel, sondern der einziggezeugte Sohn Gottes (Joh. 1:18) und Schöpfer der Engel (Joh. 1:3; 1. Kor. 8:6; Kol. 1:15-17).

Was will Offenbarung 9:1-11 also offenbaren? Diese Vision beschreibt die von Gott zugelassene Generalmobilisierung des Bösen und enthüllt die tragische Ironie, wozu es führt, wenn man Satan dient. Der gefallene Stern lässt diese Dämonenhorden nicht frei, um etwa Satans Feinde zu quälen, also die Sklaven Gottes. Nein, diese kann und darf er nämlich nicht antasten, weil sie von Gott versiegelt wurden und beschützt sind. Vielmehr wird die dämonische Armee losgelassen, um Satans eigene menschliche Anhänger zu quälen. Das entspricht ganz dem Naturell des Teufels, der sich am Leid und Schrecken anderer ergötzt (Joh. 8:44; Luk. 8:33). Dass Böse über Gottlose herfallen, ist weniger verwunderlich, als dass Gute (Gesalbte) über Gläubige/Ungläubige herfallen. All „die, die auf der Erde wohnen“ und das Kennzeichen des wilden Tieres annehmen und sein gotteslästerliches Bild anbeten, sind von der Plage betroffen (Off. 13:14-17). Der Teufel „belohnt“ also seine treuen und oft unbewussten Untertanen mit systematischer grausamer Folter durch überirdische Geistermächte – Dämonen„engel“ (vgl. Off. 12:9, 12). Welche Qualen erleiden doch die Anhänger dieses von Satan beherrschten Systems – ganz zu schweigen die dem Dämonismus Verfallenen! Die Dämonen stechen wie Skorpione, das heißt sie fügen intensive und unaufhörliche Schmerzen zu (Off. 9:3, 5, 10). Seinen Jüngern versprach Jesus aber: „Seht! Ich habe euch die Gewalt gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten sowie über die ganze Macht des Feindes, und nichts wird euch irgendwie schaden. Dennoch freut euch nicht darüber, daß euch die Geister unterworfen werden, sondern freut euch, weil eure Namen in den Himmeln eingeschrieben sind“ (Luk. 10:19, 20).

Fazit:

  • Bei den „Heuschrecken“ handelt es sich offensichtlich um Dämonen, die gut organisiert sind. Sie stellen keineswegs versiegelte Nachfolger Christi dar.
  • Es kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, um wen es sich bei dem gefallenen „Stern“ handelt. Möglich ist, dass es sich dabei um Satan handelt.
  • Es darf nicht mit letzter Sicherheit behauptet werden, der „Stern“ und der „Engel des Abgrunds“ (Abaddon/Apollyon) seien dieselbe Geistperson.
  • Was aber klar gesagt werden kann, ist: Abaddon, der Engel des Abgrunds, ist nicht Jesus Christus.

Jesus ist kein Engel!:

  • Er ist nicht der „Engel des Abgrunds“ in Offenbarung 9:11. In ihrem o.g. Buch behaupten Jehovas Zeugen auf Seite 148, Absatz 20 fälschlicherweise das Gegenteil.
  • Er ist auch nicht der „starke Engel“ in Offenbarung 10:1. In ihrem o.g. Buch behaupten sie auf Seite 155, Absatz 3 fälschlicherweise das Gegenteil.
  • Er ist auch nicht der Erzengel „Michael“ in Offenbarung 12:7. In ihrem o.g. Buch behaupten sie auf Seite 180, Absatz 15 fälschlicherweise das Gegenteil.
  • Er ist auch nicht der Engel mit großer Gewalt in Offenbarung 18:1. In ihrem o.g. Buch behaupten sie auf Seite 259, Absatz 4 fälschlicherweise das Gegenteil.
  • Und er ist auch nicht der Engel in Offenbarung 20:1. In ihrem o.g. Buch behaupten Jehovas Zeugen auf Seite 287, Absatz 4 fälschlicherweise das Gegenteil.

Selbst wenn Jehovas Zeugen somit versuchen, fast schon jeden mit Macht ausgestatteten Engel der Offenbarung mit Jesus Christus gleichzusetzen und ihn damit in seiner Stellung herabzustufen, wird für wahre Christen der Herr Jesus Christus niemals nur ein Engel sein, da er Gottes Sohn ist. Jesus steht als solcher weit über jedem Engel (Hebr. 1:4).

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3 Kommentare zu “Abaddon, die Heuschrecken und ein Stern

  1. Lichtspender

     
    In Offenbarung 9:13-21 findet sich die 6. Vision über die 4 Engel und die Reiterheere.
     
    (Es empfiehlt sich, diese Passage zunächst aufmerksam komplett zu lesen.)
     

     
    Die Verse 13 und 14 lauten: „Und der sechste Engel blies seine Trompete. Und ich hörte eine Stimme aus den Hörnern des goldenen Altars, der vor Gott steht, zu dem sechsten Engel sagen, der die Trompete hatte: ,Binde die vier Engel los, die an dem großen Strom Euphrat gebunden sind.´“
     

     
    Jehovas Zeugen werfen in ihrem Buch „Die Offenbarung – ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!“ zunächst die „Stimme“, die aus den Hörnern des goldenen Altars kommt, mit den vier Engeln, die am Fluss Euphrat gebunden sind, in einen Topf. Damit treten sie schon in das Fettnäpfchen Nr. 1 (S. 148, Abs. 2, 4).
     

     
    Im Absatz 14 des o.g. Buches wird dann dreist behauptet, die „vier Engel“ würden die „gesalbte Johannes-Klasse“ darstellen. Im Absatz 3 werden die vier Engel als „die geistigen Israeliten“ identifiziert, also die Heiligen. Es wird darin gesagt: „Im Jahre 1919 befanden sich auch die geistigen Israeliten in einer Lage, in der sie eingeschränkt oder gewissermaßen ,gebunden´ waren; sie fühlten sich unglücklich und baten Jehova um Führung.“ Das ist Fauxpas Nr. 2. Der Kontext (Verse 13 bis 21) legt es hingegen nahe, dass es sich bei den Engeln um satanische Engel handelt. Sie werden gesondert von einem „sechsten Engel“ Gottes beschrieben. Auch Dämonen sind Engel – nur eben gefallene Engel. Es wird von ihnen gesagt, dass sie „gebunden“ waren. Gott würde heilige Engel wohl kaum binden. Auch der "Strom Euphrat" wird genannt. Dort sind diese vier Engel. Der Euphrat galt als Landesgrenze Israels, wo Feindesland begann. Einst waren am Euphrat die Erobererheere Assyriens und Babylons aufgebrochen.
     

     
    Es fällt auf, dass Jehovas Zeugen für das Losbinden der vier Engel explizit das Jahr 1919 nennen. Das ist Fauxpas Nr. 3. Dieses Jahr hatten sie bereits auf die Befreiung der „Heuschrecken“ angewandt, die nur quälen sollen. Die Reiterheere töten aber. Es handelt sich hier um eine Steigerung (S. 143, Abs. 7, vgl. S. 149, Abs. 4).
     

     
    Wen stellen die „Reiterheere“ gemäß dem „Verständnis“ der Zeugen Jehovas dar? In den folgenden Absätzen wird erst einmal Ablenkungs-Wischi-Waschi betrieben, um dann im Absatz 9 die Reiterheere ebenfalls (!) mit der gesalbten „Johannes-Klasse“ (so wörtlich: „die gleiche Gruppe“, die durch die Heuschrecken dargestellt wird) und der furchteinflößenden „Schar von Königreichsverkündigern mit dem Herrn Jesus Christus an der Spitze“ zu identifizieren. Was für ein Durcheinander! (siehe auch Abs. 14). Das ist Fauxpas Nr. 4.
     

     
    Und „Jesus Christus“ wird dabei mit ins Boot geholt! Das ist Fauxpas Nr. 5. Christus hat mit diesem dämonischen Feldzug aber nichts zu tun. Denn die Reiterheere stellen dämonische Horden dar.
     

     
    Jehovas Zeugen entgeht zudem ein interessantes Detail: Die Reiter gemäß Offenbarung 9:17 hatten „feuerrote und hyazinthblaue und schwefelgelbe Brustpanzer“. Dieses erste „und“ statt einem Komma scheint drei verschiedenartige Brustpanzer herausstellen zu wollen (siehe hingegen das Bild Seite 151, dort ein einziger, dreifarbiger Brustpanzer). Es ist ja auch nicht nur ein Reiterheer, sondern es ist von „Reiterheeren“ (Plural) die Rede. Die Farbe jedes Brustpanzers korreliert offensichtlich mit der jeweiligen Kriegstaktik jedes dieser Heere. Feuerrot passt zu dem „Feuer“, das aus dem Maul dieser Heerespferde kommt. Hyazinthblau passt zu dem „Rauch“ der anderen Division von Pferden. Und Schwefelgelb passt zu dem Schwefel weiterer Kriegspferde. Das Ziel besteht also jeweils in der Verbrennung, Vernebelung und Vergiftung – mit tödlichem Ausgang.
     
    Das Detail der diversen Legionen haben Jehovas Zeugen übersehen (vergleiche Markus 5:9, 15). Fauxpas Nr. 6.
     

     
    Jetzt leisten sich Jehovas Zeugen den nächsten Fauxpas: Sie halten sich nicht weiter mit den „Reitern“ auf und übertragen kurzerhand die Gewalt der „Mäuler“ der löwenköpfigen Pferde auf das Predigen der einzelnen Zeugen. Sie meinen, sich in der Lage zu sehen, „autoritativ mit der „Zunge der Belehrten“ zu sprechen“ (S. 153, Abs. 16). Das ist schon Fauxpas Nr. 7.
     

     
    Und die „Schwänze“ der Pferde, die Schlangen gleichen, meinen sie auf „Tausende von Millionen Bibeln, Bücher, Broschüren und Zeitschriften, die sie im Verlauf der Jahre verbreitet haben,“ anwenden zu dürfen (S. 153, Abs. 16). Fauxpas Nr. 8.
     
    Die Erwähnung von „Schlangen“ und „Löwen“ weist in der Symbolsprache der Heiligen Schrift vielmehr hier auf einen bösartigen, teuflisch-dämonischen Zusammenhang hin (siehe Luk. 10:19; Off. 12:9; 20:2; Ps. 22:13, 16, 21 sowie 2. Tim. 4:17; 1. Pet. 5:8; Off. 13:2).
     

     
    Sie betrachten es als ehrenvolle Aufgabe, „aggressive Schriften“ bei den Menschen zurückzulassen (S. 154, Abs. 17). Doch ist es in Wirklichkeit ein unehrenhafter unchristlicher Propaganda-Feldzug, an dem sie teilnehmen. Das ist Fauxpas Nr. 9.
     

     
    Bedauerlicherweise sind sich die einzelnen Zeugen Jehovas gar nicht bewusst, wie sie von dämonischen Heeren tatsächlich für ihre Zwecke gebraucht, ja missbraucht werden. Sie sind ihnen aufgesessen – im wahrsten Sinn des Wortes. Jehovas Zeugen als Helfershelfer der Dämonen sind nämlich mit anderen Gruppierungen für den (geistigen) Tod unzähliger Menschen sowie für geistige Vernebelung und religiöse Vergiftung mit verantwortlich. Jehovas Zeugen lassen sich sozusagen von den Dämonen einer dieser Reiterabteilungen instrumentalisieren. Sie sind unbewusst mit den Dämonen im Bunde und bilden mit ihnen eine Einheit – wie Reiter und Pferd.
     

     
    Wie weit doch Jehovas Zeugen von der „Wahrheit“, die sie zu haben glauben, entfernt sind! Ich selbst habe dies selbst jahrzehntelang nicht erkannt und wahrhaben wollen. Stattdessen habe ich als Betrogener unwissentlich selbst andere mit der angeblichen „Wahrheit“ der Zeugen betrogen. Die Zeugen Jehovas werden durch ihre Leitung ständig gekinnpinselt, die „Wahrheit“ zu haben, überzeugen sich aber leider als Einzelne nicht eigenständig gründlich davon, ob dem auch so ist. Es ist unabdingbar, die Bibel wirklich intensiv, unabhängig, unter Gebet und unter der Führung des heiligen Geistes zu lesen. Besonders das Neue Testament sollte ein Christ immer und immer wieder lesen.
     

     
    Fazit:
     
    Die „vier Engel“ aus Offenbarung 9:14 stehen keinesfalls für Gesalbte – wie Jehovas Zeugen fälschlicherweise lehren –, sondern offensichtlich für einst gebundene rebellische mächtige Engel, möglicherweise sogar Engelfürsten, denen Gott durch einen seiner heiligen Engel gewährt, unbelehrbaren, reuelosen ungläubigen Menschen zu schaden.
     

     
    Die „Reiterheere“ sind nicht etwa menschliche Diener Gottes – wie Jehovas Zeugen fälschlicherweise lehren –, sondern stellen dämonische Horden dar. Sie und ihre Helfershelfer nehmen an einem verheerenden Propaganda-Feldzug teil und sind für den (geistigen) Tod von Millionen und Abermillionen Menschen verantwortlich.
     
    Lieber Noch-Zeuge-Jehovas, mach dich nicht mitschuldig an diesem teuflischen Treiben!
     

     
    In reiner Liebe
    Lichtspender
     

  2. Rotkehlchen

    Lieber Lichtspender,

    vielen Dank für deinen sehr interessanten Kommentar. Ich finde es immer ganz toll, wenn das Bibelbuch Offenbarung angeschnitten wird. Ich liebe es mich damit zu beschäftigen.

    Ich stimme dir auch vielen Punkten zu. Auf jeden Fall ist die ORG total verpeilt. Sie kann einfach nicht erkennen welche Bedeutung die Offenbarung Jesu hat.

    Bei einem Punkt bin ich allerdings nicht ganz bei dir.
    Du schreibst, dass die 4 ENGEL rebellische Engelfürsten oder gar satanische Engelfürsten wären. Wie kommst du darauf? Weil sie den Auftrag von Gott haben die „bösen Geister“ noch nicht loszulassen? Laut Offenbarung 7:1-3 haben sie folgenden Auftrag:

    1Und danach sah ich vier Engel an den vier Enden der Erde stehen, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe über die Erde, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum.
    2 Und ich sah einen anderen Engel, der von Sonnenaufgang heraufstieg, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen es gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen,
    3 und er sprach: Schädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben!

    Sie haben also die Macht diese „Winde“ loszulassen, sodass diese den Menschen Schaden zufügen. Das tun sie dann auch in Offenbarung 9:13-18

    13 Und der sechste Engel stieß in die Posaune, und ich hörte eine Stimme aus den vier Hörnern des goldenen Altars, der vor Gott steht,
    14 die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Löse die vier Engel, die gebunden sind an dem großen Strom Euphrat!
    15 Und die vier Engel wurden losgebunden, die auf Stunde und Tag und Monat und Jahr bereitstanden, den dritten Teil der Menschen zu töten.
    16 Und die Zahl des Reiterheeres war zweimal zehntausendmal zehntausend; und ich hörte ihre Zahl.
    17 Und so sah ich in dem Gesicht die Pferde und die darauf saßen: Sie hatten feurige und violette und schwefelgelbe Panzer, und die Köpfe der Pferde waren wie Löwenköpfe; und aus ihren Mäulern ging Feuer und Rauch und Schwefel hervor.
    18 Durch diese drei wurde der dritte Teil der Menschen getötet: von dem Feuer und von dem Rauch und von dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen.

    Wer sind diese Winde oder Reiter oder Geister?
    Der Text aus Offenbarung 16:12-14 gibt weiteren Aufschluss:

    12 Und der sechste Engel goss seine Schale aus auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser vertrocknete, damit den Königen vom Aufgang der Sonne der Weg bereitet würde.
    13 Und ich sah aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister herauskommen, gleich Fröschen.
    14 Es sind nämlich dämonische Geister, die Zeichen tun und ausgehen zu den Königen der Erde und des ganzen Erdkreises, um sie zum Kampf zu versammeln an jenem großen Tag Gottes, des Allmächtigen.

    Ich denke, dass die 6. Posaune und die 6. Schale die gleiche Situation darstellen, nur anders beschrieben. Von Offenbarung 4-11 kann man eine zeitliche Abfolge erkennen und dann ab Kapitel 12 beginnt die „Erzählung / Offenbarung“ nochmal von vorne, nur etwas anders dargestellt. Wenn man die Kapitel jeweils miteinander vergleicht, kann man viele Parallelen erkennen. Z.B. Kapitel 7 mit Kapitel 14 oder 6 mit 13, usw.
    Daher kann man auch das Kapitel 8+9 mit den Kapitel 16 vergleichen.

    Daher denke ich, dass die 4 Engel schon heilige Engel sind, die im Auftrag Gottes handeln und die 4 Winde einfach noch nicht loslassen, bis die Knechte Gottes versiegelt sind. Erst wenn die Knechte versiegelt sind und in Sicherheit sind, beginnt das Strafgericht Gottes an den Menschen. Für diese Strafgerichte „benutzt“ er auch seine Gegner, wie böse Geister, Dämonen, falschen Propheten, usw.
    Aber genauso wie die Engel, die die Trompeten blasen oder die Schalen ausgießen um das auszulösen, was die Menschen „schädigen / richten“ soll, heilige Engel sind und keine bösen Dämonenfürsten, so müssen das auch die 4 ENGEL aus Offenbarung 9 sein.

    Wenn der Erzengel Michael den Satan in den Abgrund einschließt oder herauslässt, ist er deswegen auch nicht auf seiner Seite. Sondern hat den Auftrag Gottes / Jesu das zu tun.

    Das wären meine Überlegungen dazu. 😉

    Liebe Grüße
    Rotkehlchen

    1. Lichtspender

      Liebes Rotkehlchen, vielen Dank für das Teilen deiner Überlegungen.

      Ich bin ganz bei dir, wenn du sagst, dass die "vier Engel" aus Offenbarung 7 (!) heilige Engel Gottes sind, die die "vier Winde", sprich die große Drangsal, zurückhalten.

      Wie ist es mit den "vier Engeln" aus Offenbarung 9? Sind diese identisch mit denen aus Kapitel 7? Das kann, muss aber nicht zwangsläufig sein. In den Versen werden hinweisende Details genannt:

      Sie werden als "gebunden" beschrieben (Off. 9:14). Würde Gott seine Engel binden, um sie dann freizulassen?

      Auch der "Strom Euphrat" wird genannt. Dort sind diese vier Engel. Der Euphrat galt als Landesgrenze Israels. Dort begann Feindesland. Einst waren dort die Erobererheere Assyriens und Babylons aufgebrochen.

      Interessehalber habe ich mal in diversen Bibelkommentaren nachgeschlagen, was dort dazu gesagt wird. Dies ist zwar für mich nicht maßgeblich, aber: alle bringen die "vier Engel" mit bösen Engeln in Verbindung, die Gott freigibt, um zu tun, was er zulässt: verstockte Menschen zu schaden.

      Auf die Parallelen von den "Posaunen" und "Schalen" weisen sie auch hin. Sie betonen aber ausdrücklich, dass es sich nur um Ähnlichkeiten handelt. Ähnlich wie der Antichrist auch Christus imitiert. Wie auch immer: Mir war insbesondere wichtig, herauszustellen, dass die "vier Engel" und die "Reiterheere" wohl kaum gleichermaßen die Gesalbten darstellen können, wie Jehovas Zeugen das behaupten.

      In Liebe

      Lichtspender

       

       

       

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