Wie Homosexuelle in dem JWOrg.-Video „Denkt an Lots Frau“ diskriminiert werden

Wie viele fundamentalistische Religionen, sind auch Jehovas Zeugen, für ihre lautstarke Missbilligung homosexueller, sowie bi- und transsexueller Menschen („LGBT-Gruppe“), bekannt. Gemäß ihrer religiösen Lehre, ist jeder praktizierende Homosexuelle ein schwerer Sünder und verdient den Tod. Er muss damit rechnen, sehr bald von Gott, anlässlich der sich nahenden Schlacht von Harmagedon, sein Leben zu verlieren.

Hierbei stützen sie sich auf die Worte des Apostel Paulus, aus 1. Kor. 6:9: „Wisset ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasset euch nicht verführen! Weder die Hurer noch die Abgöttischen noch die Ehebrecher noch Lustknaben noch die Knabenschänder (Luth 2012: Männer die bei Männern liegen) … „ NWÜ

Doch auch hier gilt es, das Gesamtzeugnis der Bibel zu beachten. Paulus macht in allen seinen Briefen eine Unterscheidung zwischen dem Gesetz, als dem Inbegriff des vollkommenen und heiligen Willen Gottes, den der Mensch zu tun hat und dem Evangelium, als der befreienden Zusage dessen, was Gott in Jesus Christus, um des Menschen willen, wirkt.

Beides steht nicht gleichrangig nebeneinander, sondern das Evangelium von Jesus Christus ist die „Mitte der Schrift“ – während das Gesetz dem Evangelium zugeordnet ist, um des Evangeliums willen, aber auch bleibend notwendig ist. Deshalb ist auch bei diesem Text eine differenzierte Betrachtungsweise gefordert, damit die grundlegenden Unterschiede, zwischen dem Wirken und Wollen Gottes und dem Handeln und Vermögen des Menschen, nicht aus dem Blick geraten.

Gerne werden die nachfolgenden Sätze in 1. Kor. 6:11 so interpretiert, als hätten es alle Ehemaligen geschafft, ihre sündigen Neigungen aufzugeben, weil Paulus feststellt: Und solche sind einige von euch gewesen.“

Doch dies ist nicht das, was Paulus meinte – er sagte damit vielmehr: „Aber ihr, also auch die Homosexuellen, seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden, durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“

Nicht durch eigene Anstrengung, sondern durch das Opfer Jesu sind sie reingewaschen. Jeder aufrichtige Christ ist sich bewusst, dass zwischen dem Anspruch Gottes und seinem eigenen Vermögen eine unüberwindbare Kluft besteht und er somit immer der Sünde erliegen wird.

Römer 7: 12-15: „So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut … Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich.“

Obgleich die WTG, auf der Grundlage strikter politischer Abstinenz, sich nicht an Aktionen beteiligt, die gegen die LGBT-Gruppe gerichtet sind oder die Gesetze der Regierungen bekämpft – wie gewisse Aktionsgruppen – verfolgt sie dennoch, gegen Mitglieder mit homosexuellen Neigungen, einen rigorosen Kurs, indem sie ihnen ein lebenslanges Zölibat auferlegt. Jeder, der sich dem widersetzt, muss vollständig von seiner ZJ-Familie und ZJ-Freunden verstoßen werden; zusätzlich droht jeder Familie oder Freunden, die sich nicht an diese Vorgabe halten, ebenfalls der Ausschluss aus der Gemeinde.

Somit steht jeder, in die Gemeinschaft der Zeugen hineingeborene und womöglich schon als zehnjähriges Kind getaufte ZJ, dem als Heranwachsender klar wird, dass er homosexuell ist, vor der Wahl – entweder seine Sexualität zu verleugnen oder sein gesamtes menschliches Umfeld zu verlieren. Siehe die Lebensgeschichte von Howie Rutledge Tran – ehemaliger Assistent der Leitenden Körperschaft.

.http://www.bruderinfo-aktuell.de/index.php/die-geschichte-von-howie-rutledge-tran-ehemaliger-assistent-der-lk/

Während der letzten Jahre, hat die Wachtturmgesellschaft immer wieder eine Reihe von Videos veröffentlicht, die nachdrücklich gegen gleichgeschlechtlich orientierte Menschen gerichtete Aussagen enthalten und dieses Jahr bildet da keine Ausnahme. Im Gegenteil, die Rhetorik in dieser Thematik scheint sich bedenklich aufzuheizen, da ZJ nunmehr angewiesen werden, auf direkten Konfrontationskurs zu gehen, wann immer sie mit gleichgeschlechtlich Liebenden oder anderen, die nicht in das eingegrenzte Wachtturm-Denkschema, bezüglich erlaubter sexueller Identitäten passen, zu tun haben.

Auf der offiziellen ZJ-Webseite „JW.Org“ wurde kürzlich eine Serie von Videos veröffentlicht, die anlässlich der weltweiten Kongresse vorgeführt wurden. Eines dieser Videos ist ein dreiteiliges Drama, mit dem Titel „Denkt an Lots Frau“. Es kann hier  eingesehen werden. https://youtu.be/zr2dwoD4kyQhttps://www.jw.org/de/publikationen/videos/denk-an-lots-frau/

Auf JW.Org erklärt die WTG, dass dieses Drama eine Parallele zur biblischen Geschichte von Lot, in den letzten Tagen von Sodom und Gomorrha, darstellt, Zitat:

„Die Warnung, die Jesus vor fast 2000 Jahren gab, ist wichtiger denn je. Seht wie Brian und Gloria lernen, ihre Familie vor den Gefahren zu schützen, vor denen Jesus warnte.“

Welche Warnung wollte Jesus, mit seinem Hinweis auf Lots Frau, aber wirklich aussprechen? Der Film der WTG macht einen Rundumschlag und verteufelt alle menschlichen normalen Wünsche und Ziele, wie einen gesicherten und erfüllenden Beruf, Vorsorge für das Alter oder sonstige Tätigkeiten, die das Leben lebenswerter machen, als Dienst am Mammon.

Im Grunde werden alle Aktivitäten, die dich zeitlich und emotional daran hindern, dich für die JW.Org Interessen (im Pionierdienst, Betheldienst oder als Bauhelfer etc.) einzusetzen, als Bedrohung gesehen, die dich in Gefahr bringen, wie Lots Frau dein Leben in Harmagedon zu verlieren. Man scheut sich nicht, diese Botschaft, mit dramatischen Videoeffekten, tief in das Bewusstsein der Zeugen zu schleusen.

Die warnenden Worte Jesu, aus Lukas 17:32, werden dann nach WTG-Manier mit Mat 6:24 verbunden:  “ … niemand kann gleichzeitig zwei Herren dienen, ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen“ und im Sinne der Aktivitäten für die JW.Org uminterpretiert.

Geschickt wird nun, dieser auf Leistung für Gott ausgerichteten Botschaft, auch die Warnung vor der angeblichen Gefahr, die durch den Kontakt mit homosexuellen Menschen entsteht, angefügt. Nach WTG-Ideologie handelt es sich dabei um hinterlistige und sündige LGBT-Gruppen. Es gibt zwei Szenen im Video, in denen die Botschaft der WTG, betreffs Homosexualität, besonders deutlich wird und eine sticht als besonders widerlegungsbedürftig heraus, bedingt durch die völlige Absenz von Anstand und gutem Benehmen des ZJ-Akteurs, in diesem Videodrama.

Betrachten wir die Szene

Video: https://youtu.be/zr2dwoD4kyQ

Brian und Gloria sind Zeugen Jehovas, deren Tochter einige ihrer Arbeitskollegen zum Essen eingeladen hat. Während der Unterhaltung beim Essen, stellt sich heraus, dass die junge Kollegin Tess eine der besten Mitarbeiterinnen der Firma ist. An Tess gerichtet, bemerkt die ZJ-Mutter Gloria, ihre Eltern müssten sehr stolz auf sie sein, worauf Tess antwortet: „Meine Mütter sind beide wirklich stolz auf mich. Ich wurde von zwei wundervollen Frauen erzogen.“

Und nun beginnt eines der peinlichsten und grobschlächtigsten Beispiele homophobischer Propaganda, in der neueren ZJ-Geschichte.

Ein schreckliches Abendessen

 

Beachtet bitte Brians – von der WTG offiziell befürworteten und missbilligenden – Gesichtsausdruck, als er von Tess‘ gleichgeschlechtlichem Elternpaar erfährt. Es zeigt sich, dass Brian die jungen Leute verurteilt hatte, bevor sie überhaupt ihre Schuhe ausgezogen hatten. Auffällig und nicht gerade taktvoll, nimmt er seine Tochter beiseite, um ihr Vorhaltungen zu machen:

 

… diese Leute und diese Arbeit, die lenken dich ab, von den wichtigeren Dingen, wir machen uns Sorgen! Sie üben einen schlechten Einfluss auf dich aus.“

Was für eine Katastrophe, die Tochter hatte wegen ein paar Überstunden den Besuch des Kreisaufsehers versäumt! Dies scheint ein furchtbares Vergehen zu sein.

 

Doch zurück zum Hauptproblem. Was passiert, als Tess die Bombe platzen lässt und nachfolgend sich und ihre beiden Mütter verteidigt? Erinnern wir uns daran, dass den ZJ-Akteuren beigebracht wurde, dass Homosexualität eine schwere Sünde ist, für die man es verdient, von Gott höchstpersönlich in Harmagedon getötet zu werden. Jeder getaufte Zeuge, der ohne Reue romantische Beziehungen zu einem Angehörigen des gleichen Geschlechts pflegt, muss weisungsgemäß von seiner gesamten ZJ-Familie und seinen ZJ-Freunden bedingungslos verstoßen werden.

Es ist klar, dass in den Augen der ZJ-Akteure, in dieser Szene, die Eltern von Tess etwas abscheuliches tun und den Tod verdienen, es sei denn, sie würden sich trennen, ZJ werden, Männer heiraten oder ledig bleiben.

Da nun Tess aber keine ZJ ist und lediglich auf eine, ihr gestellte Frage antwortet, wäre es eine Sache der Höflichkeit, die Konversation, betreffs der Berufstätigkeit, einfach fortzusetzen. Stattdessen verhalten sich die ZJ-Akteure so, als hätte man sie geohrfeigt und auf den Tisch gespuckt. Ihnen fällt die Kinnlade herunter, es verschlägt ihnen die Sprache und der Vater starrt Tess, mit einem Ausdruck voller Entrüstung und Abscheu, an.

In der dann folgenden Zurschaustellung, die nur durch komplettes Fehlen von Sozialverhalten zu erklären ist, beugt sich die ZJ-Akteurin Gloria mit besorgtem Gesichtsausdruck nach vorn und erklärt entsetzt, sie habe gerade erst herausgefunden, dass ihr Assistent, auf ihrer Arbeitsstelle, ebenfalls homosexuell sei.

Gloria klingt so, als ob sie jedermann mitteilen möchte, dass ihr Assistent ein Vergewaltiger sei, vor dem man sich in acht nehmen muss.

Aus welchem Grund sie so reagiert – darüber darf gerätselt werden. Entweder verhält sie sich bewusst unhöflich oder sie hat keinerlei Begriff von richtigen Umgangsformen oder sie leidet an einer bösartigen und unheilvollen Mischung aus beidem. Aber wahrscheinlicher ist, dass die Macher dieses Werks ihren Anhängern zeigen wollen, wie man solchen ungelittenen Personen entschieden vors Schienbein tritt.

Verständlicherweise möchte Tess wissen, wieso ihre gleichgeschlechtlichen Eltern, die augenscheinlich liebevoll für sie gesorgt haben, ein Problem darstellen sollen. Angesichts der Tatsache, dass soeben ihre Eltern frontal verunglimpft wurden, ist ihre Reaktion mehr als nachvollziehbar.

Unglaublicherweise zeichnet der Film die Person der Tess so, als sei sie diejenige, die rücksichtslos und unhöflich ist, weil sie es gewagt hatte, über ihre gleichgeschlechtlichen Eltern zu reden und diese auch noch vor einer ZJ-Familie verteidigen will. Offensichtlich hätte sie entweder die Existenz ihrer liebevollen Mütter leugnen oder die Fakten über ihr Geschlecht abwandeln sollen, um die zarte Empfindsamkeit der ZJ zu schützen.

Ein weiterer Arbeitskollege mischt sich nun verständlicherweise in diese Auseinandersetzung ein. Es sieht tatsächlich so aus, als ob Brian diese unerfreuliche Auseinandersetzung gesucht hat, um seine Familie auf den moralischen Sockel der Gerechtigkeit zu heben. Kein Wunder, dass die Situation eskaliert: Wir sind die Guten und ihr seid die von Gott Verurteilten. „Wir leben nach der Bibel, aber wir verurteilen keinen, wir glauben aber, dass es Wertmaßstäbe gibt, die richtig oder falsch sind,“ erklärt Brian.

Nun, wer will dem widersprechen? Ja, es existieren Wertmaßstäbe, die ein Christ vertreten muss und die von Christus auch festgeschrieben wurden. Zum Beispiel: Seinen Nächsten zu lieben, ihn nicht zu verurteilen, denn mit dem Maß, mit dem du misst wirst du gemessen werden. Ein Christ wird sich nicht selbstgerecht an die Brust schlagen und ausrufen: „Ich halte mich an die Wertmaßstäbe und Gebote Gottes und bin deren Verteidiger.“ Viel schlimmer, als die offensichtliche Unhöflichkeit, scheint mir hier die eitle Selbstgerechtigkeit zu sein, zu der Jehovas Zeugen verleitet werden.

Für einen Zeugen Jehovas gibt es „schwere Sünden“ und „weniger schwere Sünden“. Doch wenn auch nicht jede Sünde die gleichen schweren Folgen nach sich zieht, so ist in den Augen Gottes eine Sünde eine Sünde und als solche zu bewerten. Der Apostel Paulus zählt alle Sünden gleichsam nebeneinander auf, ohne Abstufungen erkennen zu lassen. 1. Korinther 6: 9-10

Demnach steht Homosexualität auf der gleichen Stufe, wie Diebstahl oder Lügen. In den Publikationen der WTG, wird jedoch Homosexualität als besonders schwere Sünde behandelt, wie sowieso alle Verfehlungen, die mit Sexualität zu tun haben. Nach der Bibel ist der Mensch ein in seiner Leibhaftigkeit bestimmtes sexuelles Wesen. Ja, er ist von Gott erschaffen, als Mann und Frau. Diese Polarität wird in der Bibel unmittelbar in Beziehung gesetzt, zu den beiden Grundelementen der Sexualität: der Weitergabe von Leben (Gen. 1:27), sowie der lustvollen Zuwendung und Vereinigung (siehe Gen. 2:24 und die beeindruckenden Texte des Hohen Liedes).

In der Unvollkommenheit des Menschen, auch auf dem Gebiet der Geschlechtlichkeit, besteht freilich die Möglichkeit, dass sie sich auch voneinander lösen und unabhängig voneinander vorkommen können. Da sich der Mensch, ja, die gesamte Schöpfung, in einem unvollkommenen Zustand befindet, kommt es zu Abweichungen von dem, was Gott idealerweise vorgesehen hat.

In Römer 8:18 lesen wir: „Die (gesamte) Schöpfung ist nämlich der Nichtigkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, so dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit.“

Dadurch werden die deutlichen Aussagen nicht aufgehoben, denen zufolge homosexuelle Praxis dem Willen Gottes widerspricht. Die Bibel spricht zwar nicht von anlagebedingter Homosexualität, dies bedeutet aber nicht, dass Homosexualität nicht als eine anlagebedingte Unvollkommenheit gesehen werden kann. Homosexuell veranlagte Personen haben sich nicht bewusst für die Homosexualität entschieden. Von ihnen zu verlangen, auf ein sexuell erfülltes Leben zu verzichten, ist für sie genauso unerreichbar, wie für einen Heterosexuellen.

Ein heterosexueller Mensch hat also keinen Grund, sich seiner angeblich moralischen Lebensführung zu rühmen. Ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen: Kein Mensch ist auf sexuellem Gebiet moralisch einwandfrei. Aber da es sich hierbei um ein Wachtturm-Video handelt, bleibt die Auseinandersetzung zu diesem Thema nur an der Oberfläche. Die WTG wird niemals eine faire Anhörung von Gegenargumenten zulassen, sieht sie doch gerade in ihren Attacken gegen Homosexuelle eine Möglichkeit, sich als Bewahrer der reinen Anbetung zu profilieren.

In dieser Filmszene sind es, neutral betrachtet, eher die, aus WTG-Sicht unmoralischen und bösen Arbeitskollegen, die letztendlich als die Vernünftigeren erscheinen, während die „Verteidiger der gerechten Grundsätze Jehovas“ am Ende einem Haufen aufgeblasener, betrunkener Hyänen gleichen, die jeden Takt und christlich soziale Gnade vermissen lassen.

Glorias Einwand, dass Schwule und Lesben vielleicht als solche geboren worden sein könnten, wird von Brian schnell abgeschmettert – dieser Gedanke wird nicht einmal in Erwägung gezogen. Stattdessen greift er auf die Binsenweisheit zurück, dass jeder einen freien Willen hat und umreißt sein Argument für die WT-Auslegung der Bibel, die das liebevolle Verhältnis, der Eltern der Frau, als schädlich verurteilt. Unglaublich, er postuliert auch, dass Jehovas Zeugen „ihre Religion niemanden aufzwingen“, ungeachtet der Tatsache, dass er und Gloria gerade eine beiläufige Erwähnung von Tess als Anlass nahmen, eine langwierige und an den Haaren herbeigezogene Diskussion loszutreten, um Kinder solcher Eltern leidenschaftlich zurechtzuweisen.

Warum produziert die JW.ORG solche Videos?

Derartige Produktionen sind nicht einfach als Unterhaltung für JZ gedacht. Dieses Video soll den Zeugen demonstrieren, wie man mit einer Situation, in der eine Person beiläufig erwähnt, sie habe zwei Väter oder zwei Mütter, umzugehen hat. Eine solche Begebenheit einfach zu übergehen, ist keine Optionen – und jeder Zeuge, der das Video sieht, wird das verstehen.

Nein, wir übertreiben nicht: JW.Org hat im Jahr 2016 eigens ein „Kinder-Lehrvideo“ herausgebracht, das schon junge Zeugenkinder ermutigen soll, die kleinen Kinder gleichgeschlechtlicher Paare, über die sündige Natur der Beziehung ihrer Eltern zu belehren, damit diese den Tod vermeiden können und ins Paradies kommen können, vorausgesetzt sie bekämpfen diese Neigung. In den Zusammenkünften der Zeugen wurde dieses Video zusätzlich ausführlich behandelt. Es wird behauptet, dass Homosexualität mit der Hilfe des Geistes Gottes überwunden werden kann, wenn man nur wirklich will. Was für eine schwachsinnige und auch biblisch nicht zu belegende Behauptung.

Das Video wurde völlig berechtigt weltweit verurteilt, nicht nur wegen der homophoben Natur der Botschaft, sondern auch wegen der unglaublich drastischen Art und Weise, mit der es Zeugenkinder ermutigt, ihre Klassenkameraden und andere Nicht-Zeugen in einer so unhöflichen, unangenehmen Weise zu belästigen. Leider, so scheint es, hat sich bei der WTG nicht das Geringste geändert.

Nun muss jedoch auch gesagt werden, dass viele Zeugen Jehovas wohl zu höflich sein werden, um den hier gegebenen Rat zu befolgen, obwohl genau das die Führung der WTG von ihren Anhängern erwartet. Es scheint, dass die Verantwortlichen der Film-Produktion dringend eine gründliche Lehrstunde in Manieren und christlichen Umgang, mit andersdenkenden Menschen, nötig haben.

Ein Artikel, der sich mit dem Thema Homosexualität, aus biblischer Sicht,  ausführlich auseinander setzt, ist unter diesem Link zu finden: http://www.bruderinfo-aktuell.de/index.php/die-biblischen-aussagen-zu-sexualitaet-und-homosexualitaet/

 

 

Mag ich nicht (132)

161 Kommentare zu “Wie Homosexuelle in dem JWOrg.-Video „Denkt an Lots Frau“ diskriminiert werden

  1. Peter@Peter SK

    Lieber Peter SK,

    Du schreibst sehr gute und inhaltsreiche Kommentare u. in vielem stimmen wir überein. Somit ist es mir eine Ehre, daß wir beide Peters sind. Danke, daß Du so rücksichtsvoll bist, Deinen Nick jetzt ein klein wenig zu modifizieren. Die meisten hier im Forum sind keineswegs so extrem wie die Person mit dem "E". Wir alle wissen, wer gemeint ist. Aber BI blockt ihn nicht immer (ich würd's wahrscheinlich tun, weil ich hab solche Leute satt). Die meisten Kommentatoren hier sind als moderat und tolerant einzustufen und es finden sich immer wieder interessante Gedanken. Ich bin erst später zu dieser wt-org gekommen, weil ich mich in eine ZJ verliebt hatte. Aber auch zu meiner Aktivzeit dachte ich mir oft, wie froh ich bin, eine normale Kindheit gehabt zu haben. Mir haben die gelangweilten Kinder in der Versammlung immer leid getan. ZJ schaffen es, Kinder als kleine Senioren zu behandeln, dafür werden Senioren gezwungen, kindergartenähnliche Antworten zu geben. - So schließt sich der Kreis. Ich wäre diesem Wahnsinn nie beigetreten, wenn mich das blonde ZJ-Model damals nicht verführt hätte...👍

    1. Peter SK

       
      Peter SK @ Peter
       
      Hallo Namensvetter Peter,
       
      Du schreibst Zitat: „Die meisten hier im Forum sind keineswegs so extrem wie die Person mit dem "E"  “ Zitatende
       
      Es freut mich wenn das hier und heute so ist.
       
      Ich habe mich oft gefragt, warum im Namen der Religion so viel Hass und Gewalt sowohl in Wort als auch in Tat existieren. Viele andere Menschen werden sich diese Frage auch gestellt haben. Es muss ein Zusammenhang sein, der sich in den meisten Religionen finden lassen muss.
       
      In den auch noch in der heutigen Zeit bekannten Buchreligionen kann man sehr häufig von einem von Gewalt und Ausgrenzung durchtränkten Rechtsverständnis lesen (Altes und Neues Testament, Koran etc.), das vom Verständnis heutiger humanistischer Werte weit entfernt ist. Das betrifft z. B. Themen wie Todesstrafe, Sippenhaft, Sklavenhalterei, Ehe, Familie, Sexualität etc. Jüngere Interpretationen (Religiöse Exegese) dieser „heiligen Schriften“ sind bemüht, diese teils archaischen Texte etwas an den weiter entwickelten Stand der Menschen (der westlichen Welt) anzugleichen und die barbarischsten Teile etwas zu entschärfen. Hier hat jedoch dann der religiöse Streit seinen Ursprung, der in der Vergangenheit und auch noch in der Gegenwart mit Wort, Schrift und der Waffe in der Hand vom Menschen gegen seinen eigenen Artgenossen ausgetragen wird.
       
      Wer religiös ist und sich damit dem von ihn geglaubten Gott und seinem vermeintlichem Wort verpflichtet fühlt, wird natürlich in das Horn stoßen wollen, in das nach eigenen Überzeugungen und in den „heiligen Schriften“ nachlesbar dieser Gott geblasen hat. Ansonsten würde man sich ja nach Überzeugung des Gläubigen Gott nicht gerade zum Freund sondern eher zum Feind machen. Dieses wiederum hätte die Konsequenz, die eigenen religiös begründeten Hoffnungen für das eigene Leben zu verwirken. Für den Zeugen Jehovas bedeutet das: Verlust des ewigen Lebens, Verlust des sozialen Umfeldes etc. Das ist natürlich ein hoher Preis dafür, anderer Meinung zu sein, als die, die im „heiligen Text“ der Buchreligion vertreten wird. Das wird sich ein Gläubiger schon ein paar Mal überlegen…
       
      Im Ergebnis wird der Gläubige aus Furcht panisch genau schauen, was dieser Gott in seinen Texten so gemeint haben könnte. Damit hat jede außerhalb dieser religiösen Gruppe stehende Randgruppe, jeder nicht gerade positiv erwähnte Sachverhalt jede ach so nebensächlich erscheinende Kleinigkeit einen ziemlich schlechten Stand.
       
      Um wieder zum Ausgangspunkt zu kommen…
       
      Wenn Menschen heute nach außen oder auch vielleicht tatsächlich im Innern ein moderateres Verständnis z. B. biblischer Texte mit Blick auf gewisse Themen haben, korrigiert das nicht den Fehler (jahrtausendealte Schriften als Richtschnur für ein heutiges Rechtsverständnis heranzuziehen) bzw. wird die Gefahrenquelle nicht beseitigt. Gibt es hier – in diesem Blog z. B. - Menschen, die im Ergebnis ihrer „moderateren“ Einstellung homosexuelle Menschen nicht gleich verurteilen wollen oder nach der Todesstrafe rufen, so wissen diese doch, dass es irgendwie in diesen Schriften so oder ähnlich steht…
       
      Was wird im Zweifel passieren…? Die Antwort kann sich jeder selbst geben.
       
      Es wird unter religiösen Menschen immer Zeitgenossen geben, die eben auf „Hardcore“ stehen J. Die gibt es hier möglicherweise auch ;-). Ich will damit sagen, es wird Zeitgenossen geben, die wollen knallhart ohne irgendwelche Differenzierung oder Exegese an den Urtext und damit an die Todesstrafe für z. B. homosexuelle Menschen oder andere bizarre Dinge ran.
       
      Die Quelle dieses Hasses und dieser Gewalt ist schlussendlich das jeweilig religiöse Buch in Verbindung damit, was religiöse Menschen daraus glauben lesen zu wollen/zu müssen.
       
      Sich unter solchen Menschen aufzuhalten ist kein angenehmes Gefühl…aber es ist gut zu wissen wie sie denken und ticken…
       
      Was Du über das „Einheiraten“ in die ZJ und die Kindheit von ZJ-Kindern andeutest klingt sehr interessant. Ich bin ja auch selber in einer ZJ-Familie aufgewachsen und kenne das Aufwachsen als Kind in dieser Umgebung aus erster Hand.
      Ein schönes Wochenende 🙂

      Peter SK

      1. Peter@Peter SK

        Eine kleine Anekdote aus meiner Zeugen Zeit möchte ich Dir nicht vorenthalten, lieber Peter. Meine ex-Schwägerin, ihres Zeichens Pionierin, hatte später ein Kind. Plötzlich begann sie „Mein Buch mit biblischen Geschichten“ kritisch zu hinterfragen. Sie sagte, es ist ihr zu brutal und sie weigert sich, es ihrem Kind vorzulesen. Vor allem die Abbildung des „weisen“ (sic!) Königs Salomo mit dem Kind und dem Soldaten, der das Schwert in Tötungsabsicht erhebt, sei  traumatisierend für den kleinen Lukas. Andere Mütter in der Versammlung sahen das auch so. Die Ältesten meinten dazu nur lapidar: „Wir haben uns in unserer Kindheit noch viel schlimmere Sachen anhören müssen und wir sind trotzdem nicht gestört. Es ist trotzdem was aus uns geworden.....“

        1. Peter SK

           

           

          Peter SK @ Peter

          Hallo Peter,

          ja das ist eine witzige Anekdote – aber eben aus dem Leben gegriffen.

          Ich denke, Kinder sollten altersentsprechend an die Realitäten des Lebens herangeführt werden aber auch ihre Phantasie entwickeln. Lesen Kinder Märchenbücher, wissen sie, dass sie da Märchen lesen – also eben ausgedachte Geschichten. Ob das Grimms Märchen oder Harry Potter ist, ist da egal. Manche glauben zwar auch ein Stück weit ihrer Kindheit an den Weihnachtsmann oder die Zahnfee aber das wird ihnen denke ich nicht wirklich schaden. Sie kommen irgendwann dahinter. Auch wenn bei den Kidis auch manchmal Realität und Phantasie verschwimmen, das gehört zum Kindsein dazu.

          Das ist die eine Seite.

          Brutale Geschichten, die aber als (religiöse) „Wahrheiten“ den Kindern vermittelt werden, sind eine andere Kategorie. Ich spreche aus Erfahrung. Ich erhielt mit vielleicht ca. 8/9 oder 10 Jahren meine erste Bibel; eine alte Lutherübersetzung in altem deutsch. Ich wurde in Sachsen geboren, damit war diese alte abgegriffene Bibel halt das, was für mich übrig war. Mein Vater gab sie mir mit dem Hinweis, dass das Lesen darin sehr nützlich sei. Durch mein Umfeld bedingt war es für mich auch in diesem Alter kein Problem, die alte Schrift fließend lesen zu können. An dieser Stelle schloss sich ein kurzes Kapitel meines Lebens und es begann ein neues im Rückblick sehr langes und düsteres Kapitel, welches ich erst später im Erwachsenenalter unter großen Verlusten wieder schließen konnte. Das Geschenk dieser alten Lutherbibel war im Nachhinein der Fluch meines Lebens. Aber das ist eine andere Geschichte.

          Ich kann mich noch an die Nöte und das Aufgewühltsein erinnern, welches die brutalen Geschichten im Alten Testament in mir als Kind damals angerichtet hatten.

          Ich habe in der Schulzeit von Grausamkeiten kriegführender Parteien gehört. Im Krieg kommt es oft zu sadistisch-sexualisierten Übergriffen, die man gar nicht fassen kann. Da wurden Menschen bspw. durch die Körperöffnungen des Unterleibes erschossen oder es wurden brennende Fackeln o. ä. in den Scheiden von weiblichen Kriegsopfern versenkt. Hört man sowas, ist man von der Abartigkeit und Brutalität derartiger Handlungen einfach nur entsetzt und angewidert.

          Es gab zwar in biblischen Zeiten keine Schusswaffen oder ähnliches, dafür sind die Brutalitäten der im Auftrag ihres Gottes kriegführenden Israeliten legendär. Beispiel?

          Im Krieg haben Soldaten Feinden die Vorhaut – bzw. den ganzen Penis – abgeschnitten, um belegen zu können, wie viele Gegner sie getötet haben. So verlangt Saul von David, damit er Michal zur Frau bekommt, 100 Vorhäute von Philistern und David liefert ihm sogar 200 (1Sam 18,25.27; 2Sam 3,14). Das tat ein Mann Gottes – des biblischen Gottes, dessen „Worte“ von Gläubigen als moralische Richtschnur gepredigt werden.

          1Sam 18,25-27

          25Saul sprach: So sagt zu David: Der König begehrt keinen andern Brautpreis als hundert Vorhäute von Philistern, um an den Feinden des Königs Vergeltung zu üben. Aber Saul trachtete danach, David umzubringen durch die Hände der Philister.

          26Da sagten seine Großen David diese Worte, und es dünkte David gut, des Königs Schwiegersohn zu werden.

          27Und die Zeit war noch nicht um, da machte sich David auf und zog hin mit seinen Männern und erschlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, um des Königs Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zur Frau.

           

          David, der Mann Gottes, hatte offensichtlich mit einem derartigen Vorgehen kein größeres Problem.

          Solche Geschichten – mit „Wahrheitsanspruch“ religiöser Eltern sind aber durchaus sehr problematisch. Sie setzen Werte für Dinge, die denkbar, aussprechbar und handelbar sein sollen. Sie setzen mit Blick auf den geglaubten Gott die Grenzen für „richtig“ und „falsch“. Das Kind lernt, alles, auch wenn es noch so verachtenswert und brutal ist, auch wenn es unserem heutigem Verständnis von Recht und Ordnung oder den allgemeinen Menschenrechten widerspricht sei in Ordnung, wenn Gott es verlange. Das ist sehr, sehr problematisch.

          Du schreibst, Zitat aus Deinem Text: „Die Ältesten meinten dazu nur lapidar: „Wir haben uns in unserer Kindheit noch viel schlimmere Sachen anhören müssen und wir sind trotzdem nicht gestört. Es ist trotzdem was aus uns geworden.....““ Zitatende.

          Ich behaupte, ein tieferes Verständnis von Kindererziehung, Psychologie und und und geht diesen Männern mit Sicherheit fehl.

          Warum?

          Offensichtlich ist es unter den Strukturen der JW.ORG doch in einigen Ländern zu mehrfachen Missbrauchsvorwürfen mit Bezug auf Kinder gekommen, die gerichtlich untersucht und auch nicht entkräftet werden konnten. Diplomatisch formuliert…

          Der Umgang mit derartigen Vorwürfen und die strukturelle Aufstellung der JW.ORG speziell in diesem Bereich lassen nicht unbedingt auf ein tiefgehendes Verständnis derartiger Zusammenhänge schließen. Insofern erscheint die Rechtfertigung des von Dir zitierten Ältesten doch ein klein wenig an der Realität vorbei zu schrammen.

          Liebe Grüße und eine guten Start in die neue Woche

          Peter SK

          1. Micha

            Lieber Peter SK   Zweierlei Maß war schon immer ein Charakteristikum der WTG. Auf der einen Seite verlangen sie, Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder keine Filme ansehen, in denen Gewalt vorkommt, und auf der anderen Seite sollen sie die Bibel lesen. Darin aber kommt auch genügend Gewalt vor.

            Ich bin ein erwachsener, weit in die Jahre gekommener und vom Leben abgehärteter Mann, aber als ich beim Bibellesen auf die Geschichte von Jephta und seiner Tochter gestoßen bin, konnte ich monatelang nicht mehr. Immer wieder ging mir diese Szene durch den Kopf. Erst lange Zeit danach fand ich wieder den Weg zu diesem Buch.

            Ich wünsche mir eine Zeit, da keinem aber wirklich keinem Menschen in den Sinn kommt so etwas zu tun, ja nicht einmal an sowas zu denken. Erst wenn alle Menschen an derartige Gräuel nicht mal mehr denken können, erst dann sind sie vielleicht auf dem Weg zu Vollkommenheit. LG Micha

            1. Peter SK

              Hallo Micha,

              ich kann das nachempfinden. Ich muss gestehen, dass ich schon vor 17 Jahren den Kontakt zu den ZJ abgebrochen und ein von Religion losgelöstes Leben begonnen hatte. Ich bin mittlerweile 48 Jahre jung.

              Die Geschichte mit Jephta und seiner Tochter ist mir bekannt. Ich erzähle Dir von dem zeitlichen Abstand aus dem Grunde, weil die detaillierten biblischen Zusammenhänge für mich nicht mehr ganz so wichtig und über die Jahre ehrlich gesagt etwas verblasst sind. Ich war gezwungen, mich mit Unmengen anderer wichtiger und auch komplexer Zusammenhänge zu befassen, sodass vor diesem Hintergrund und den vielen Jahren die einzelnen biblischen Zusammenhänge nicht mehr sofort abrufbar sind.

              Ich bin in der ehemaligen DDR geboren und hatte aufgrund des Umbruchs in der DDR und der Vergangenheit mit den ZJ eine Menge nachzuholen. Nachzuholen nicht im Sinne hochfliegender Vorstellungen sondern im Sinne der Bewältigung des alltäglichen Lebens und seines Unterhaltes.

              Aufgrund des religiösen Hintergrundes und der staatlichen Situation in der damaligen DDR konnte ich weder ein Studium beginnen noch einen normalen Beruf erlernen. Ich musste einfach arbeiten gehen, ohne jede Ausbildung mit einem Notendurchschnitt von 1,1. Das ist die Qualifikation bei Weiterführung für ein Medizinstudium.

              Eine erste Berufsausbildung konnte ich noch als Erwachsenenbildung absolvieren, parallel zu einer Vollarbeitszeit, denn von irgendetwas muss man ja leben. Da ein paar Jahre später gesundheitliche Probleme in diesem Beruf Auftraten, musste ich den Beruf wechseln und drückte dafür erneut die Schulbank. Um mit dem neuen jetzt zweiten Beruf auch eine Arbeitsstelle zu finden, musste ich viele Jahre fernpendeln und habe um dem zu entfliehen neben dem Beruf noch ein Studium begonnen. Nach vielen Jahren der erwerbstechnischen Odyssee habe ich jetzt in meiner Heimat eine Tätigkeit, von der ich ganz normal ohne Höhenflüge leben kann.

              Ich habe mich sehr viel mit Naturwissenschaft und auch mit Religionskritik befasst.

              Wenn ich mich an die Geschichte mit Jephta und seiner Tochter erinnere, so greift auch hier die theologische Exegese, d.h. (satirisch bemerkt) in einen Text etwas hinein- oder herauszulesen, was eigentlich gar nicht darin enthalten ist 🙂

              Die Frau sollte/wurde geopfert im bekannten Sinn - wie halt damals geopfert wurde. Behauptet wird jedoch (von den ZJ z. B.), dass sie nicht getötet worden wäre, sondern auf andere Art Dienst für Gott getan hätte. Dies ist jedoch meines Wissens lediglich eine Tatsachenbehauptung, die durch keine Textpassage tatsächlich inhaltlich gestützt wird - und ich habe vor meinem Ausstieg die Bibel zigmal vor- und zurück gelesen 🙂

              Als Hintergrund wird lediglich die Überzeugung benannt, dass der Gott des alten Testaments keine Menschenopfer wollte. Nun ja, wenn man das Alte Testament liest kann man das verschieden sehen. Wer wurde nicht alles gemeuchelt...

              Nebenbei gesagt wie bizarr und pervers ist die Geschichte mit Isaak.. Dieser Gott der Bibel erwartete von seinem Knecht Abraham, dass dieser emotional bereit wäre, seinen Sohn zu opfern. Die Geschichte allein schon ist ein Graus und Grund genug, dieser Religion den Rücken und noch andere Dinge zu kehren.

              Interessant ist in diesem Zusammenhang auch Folgendes, als Noah die Arche baute, muss es gemäß dem Kontext des Alten Testamentes viele Familien und auch Kinder unterschiedlichen Alters gegeben haben. Meines Wissen erzählt das alte Testament nur davon, dass für die Spezies Mensch nur Noah mit seiner Frau, seinen Söhnen und den Schwiegertöchtern in die Arche ging. Alle anderen kamen in der Flut - gemäß der Bibel - um.

              Das heißt, dass neben Erwachsenen auch viele Kinder durch das Eindringen von Wasser in die Lungen einen Tod durch Ertrinken starben. Das heißt gemäß diesem Bibelbericht werden auch Kinder, die noch nicht die Reife eines Erwachsenen haben, von diesem "liebenden" Gott vernichtet. Ach so, der Gott der Bibel steht ja ohnehin für Sippenhaft.. kann man nachlesen...

              Ich schäme mich noch heute dafür, diesem Glauben der ZJ zugehörig gewesen zu sein. Das einzige, was mich tröstet, ist die Erinnerung daran, wie sich in mir alles sträubte, als im Kindesalter die Indoktrination durch mein Umfeld begann. Ich hatte als Kind keine Wahl; als Erwachsener schon.

              Einen Vorwurf mache ich mir dennoch, dass ich erst vor 17 Jahren die Entscheidung traf, dass mit diesem religiösen Wahnsinn für mich persönlich Schluss ist.

              In diesem Sinne

              LG von Peter SK

              Guten Start in die neue Woche

               

               

  2. Noomi an Urmel

     
    Danke liebes Urmel, dass du mir geantwortet hast. Ich lese seit dem Frühling 15 hier auf BI. Bin zufällig darauf gestossen. Auch ich konnte ganz liebenswerte Kontakte knüpfen. Was ich sehr schätze, sind der rege Gedankenaustausch, auch wenn ich mich nicht gross daran beteilige (bin kein Schreiberling). Aber allein das Lesen regt zum Nachdenken und Überdenken des eigenen Glaubensgefüges bei.
    Vielleicht meldet sich ja Peetha mal wieder.
    LG Noomi
     

  3. Nuknuk an ede

    Haha ich lach mich schlapp

    Sabotage Ede in Schleichfahrt.

    Der Wolf im Schafspelz. Ist aber nicht die feine Art die du hier treibst. Unfrieden zu stiften ist nicht nett.

    LG

  4. Horst

    Horst @ "Edelmuth",

    Welch unedelmütiger und unchristlicher Seitenhieb gegen die BI-Seite in Deinem Kommentar an PeterSK! Richtig gepflegte Zeugen-Jehovas-Ironie. Das hat doch mit dessen Aussage überhaupt nix zu tun. Warum sollte er die Erfahrung machen, dass Kommentare von ihm nicht veröffentlicht werden ? Wenn die Deinen zwischendurch nicht durchkommen, wirds schon einen Grund haben, Mr. Wachtturm ! Dann schreib sie doch auf den "vielen anderen Seiten" von denen Du sprichst.

     

    1. Edelmuth an horst & nuknuk

      Hallo Horst
      Hallo nuknuk

      Das hat doch mit dessen Aussage überhaupt nix zu tun. Warum sollte er die Erfahrung machen, dass Kommentare von ihm nicht veröffentlicht werden ? Wenn die Deinen zwischendurch nicht durchkommen, wirds schon einen Grund haben,

      Die Liste Derjenigen, deren Kommentare wegen unliebsamer Inhalte gelöscht wurden ist lang. Deshalb ziemt es sich auch für Peter SK sich vorsichtig zu äußeren. Auch bei ihm kann es dafür Gründe geben.

      Es ist aber für mich Genugtuung, verehrter Horst, dass du meine Warnung bestätigst.

      Im Gegenteil, verehrte nunknuk, eine Warnung schafft Frieden, weil sie andere davor warnt durch unbedachte Äußerungen Unfrieden zu schaffen, soweit die Beitrage von BI überhaupt freigeschaltet werden.

      Ede

      1. Horst

        Servus Ede,

        und danke, Mr. Wachtturm ! In Deiner Antwort bestätigst Du wörtlich, dass Du hier durch "unbedachte Äusserungen Unfrieden schaffst" ...

        Lies doch mal den Kommentar von PeterSK an roko24. Darin stellt er für sich fest, dass er aufgrund verschiedener Äusserungen anderer nicht hierher gehört. Das ist sein gutes Recht.

        Warum kommst Du für Dich nicht endlich zu diesem Schluß ??

        Dann würde ich sogar darauf verzichten, auf konkrete Antworten zu den Dir gestellten Fragen zu warten.

        Z.B.: Wieviel Zeit berichtest Du für Deine Internet-Aktivitäten ?

        Worin besteht Dein von Dir erwähnter Widerstand gegen die LK ?

        Warum musst Du, nach eigenem Bekennen, auf vielen Seiten Deine Meinung anderen gegenüber als die einzig wahre hinstellen ?

        Worin unterscheidest Du dich von den Wachtturm-Betonköpfen, und was ist der Nutzen Deiner "Belehrungen" für die Nutzer dieser Seite ?

        Warum erkennst du nicht die Menschen, die Sorgen und Nöte, die Lebensgeschichten, die Probleme, die liebenswürdigen Seiten unserer Schwestern und Brüder hier ?

        Keine Kompromisse , Leben oder Tod, schwarz oder weiss. Das kennen wir alle hier mit zum Teil über 50jähriger ZJ-Erfahrung. Und Du einzelner Prediger meinst, dass Du alle hier belehren musst mit Deiner allein-seligmachenden Meinung ?

        Auch die Betreiber der Seite müssen sich nach Deiner Ansicht richten ?

        Ich anerkenne vorbehaltlos deren Recht, diese Seite von Hetzkommentaren und Wachtturm-Belehrern wie Dir freizuhalten.

        Du "ächtest" andere und fühlst Dich dabei selbst verfolgt. - Du bist ein richtiger Vorzeige-Zeuge mit all seiner verqueren Denkweise.

  5. Fox

    Guten Tag Boas,

    zu deiner Frage: "Zu der Aussage Jesu, dass der Mann den sie jetzt hat nicht ihr Mann sei, frage ich mich, ob David der Mann von Abischag der Sunamitin war" - nein, David war nicht mit ihr verheiratet. David war körperlich offensichtlich in der Situation, froh zu sein, nicht mehr in dieser Form aktiv sein zu müssen und das Mädel diente ihm als Wärmflasche.

    Bei den Zeugen wäre er dafür sowas von ausgeschlossen worden!!! Da gibt es wohl keinen Ältesten, der sich vorstellen darf, dass Männlein und Weiblein auch nur mal freundschaftlich miteinander umgehen wollen. Laut Ältestenlehrbuch soll darauf geachtet werden, dass sich zwei von unterschiedlichem Geschlecht nicht einmal allein miteinander unterhalten, selbst weit weg von einem Bett soll das nicht sein. Die Jugend ist da schon etwas weiter, die wissen, dass man am besten in einer großen Menschenmenge küsst, die Zeugen schauen gleich weg und alle anderen machen sich nichts draus. Aber bei solchen Anweisungen ist man als gleichgeschlechtlich Orientierter doch echt im Vorteil.

  6. Noomi an Peter

     
    Ihr lieben beide Peter’s. Es gibt sooo viele Varianten von Peter. Vielleicht kann einer von euch Beiden sich eine Variante ERGOOGLEN.
    Es gab mal ein Peetha hier und man hat schon lange nichts mehr von ihm gehört. Frage mich schon einige Zeit, was er wohl macht. Lieber Peetha melde dich wieder mal!!
    LG Noomi
     

    1. Das Urmel an Noomi

      Liebe Noomi,

      ich danke Dir, das Du an unseren lieben peetha denkst. Auch ich, habe mir schon Gedanken gemacht, was macht peetha??? Aber , der Alltag, schiebt oft gedachte Dinge an die Seite. Weißt Du, das peetha mein erster persönlicher Ansprechpartner, hier auf BI war. Das war Anfang 2015. Er hatte einfach so seine Handynummer hier auf Bi rein gestellt. Fand ich so cool und rief ihn auch gleich an und dann kam alles ins Rollen. Nach und nach lernte ich ganz viele liebe Brüder und Schwestern telefonisch und persönlich kenn. Mittlerweile, kann ich wirklich sagen, es ist für mich eine echte christliche Gemeinschaft entstanden. Danke an Euch . Alle, die das Urmel kennen, sind von mir ganz herzlich, hier an dieser Stelle gegrüßt.

      an Peter SK: auch von mir ein herzliches Willkommen. Du schreibst, Du kommst aus Sachsen? Sachsen-Anhalt ist nicht weit von Sachsen und auch in Sachsen gibt es einige Aussteiger.

      das Urmel wünscht Allen ein entspanntes ( kuscheliges) Wochenende

       

  7. ⒶⓉⒽⒶⓁⒿⒶ

    Ein Wort meinerseits zu den „Function buttons ´mag ich` - ´mag ich nicht`. Weshalb klicke ich (falls ich’s überhaupt tue) auf einem der beiden? Nun, ich habe eine Wahl: gefällt mir die Auslegung des Autos, so wie er/sie es gerne verstanden haben möchte, oder nicht? Gefällt mir der Inhalt weil er die Wahrheit offen legt, oder weil er den Nerv des Lesers voll trifft – oder nicht?
     
    Eine Verurteilung ist immer eine gefährliche Aktion: Wenn ich ver-/urteile, so kann ich mich sehr irren. Wenn ich aber vergebe, niemals.
     
    Ein „NIC“ (Neo Interpretation Christ) verhält sich u.a. wie die LK der JW.ORG, und wie wir im Lukasevangelium lesen können (Luk. 23 ab Vers 1).

    Der gesamte Hohe Rat erhob sich. Sie führten Jesus zu Pilatus und trugen diesem ihre Anklage vor. »Wir haben festgestellt«, sagten sie, »dass dieser Mann unser Volk aufwiegelt; er hält die Leute davon ab, dem Kaiser Steuern zu zahlen, und behauptet, er sei der Messias und König.«

     
    Hierzu vergleiche ich jetzt die LK & JW.ORGa mit dem „Gesamten Hohen Rat“ wie oben beschrieben. „Wir haben festgestellt“ – wie die LK!
     
    Auch mit der Aussage des aktuellen Artikels kommt die o.g. Spiegelung vor: „In seiner neuesten Ansprache: „Sie werden verfolgt werden“, nimmt Mark Sanderson, von der LK der Zeugen Jehovas, auf Jesu Worte aus Math. 10:22 Bezug. Er behauptet: „Wahre Christen müssen mit Verfolgung rechnen“.
     
    Eine Fehlinterpretation wird erkennbar, wenn wir einmal den Kontext zu Matt. 10:22 mit einbeziehen. Gleich im Vers 1 wird deutlich (ohne Interpretationsbedarf): „Dann rief Jesus seine zwölf Jünger zu sich und…“ Was sagte Jesus zu wem? Sind hier wirklich alle wahren Christen mit kenntlich gemacht worden?
    Betrachte auch Matt. 11:1 hierzu exakt: „Als Jesus seinen zwölf Jüngern diese Anweisungen gegeben und seine Rede beendet hatte…“
     
    Ein „NIC“ vergewaltigt, sehr oft und gerne, so manch einen Bibeltext. Es bleibt aber stets die Frage „Steht das genau so in der Bibel oder will ich es so haben?“
    Wenn Jesus – mehrfach – die Wortwahl benutzte „es steht geschrieben“ wie z.B. in Luk. 19:46, wer hat dann das Recht, seine Interpretation in die Bibel hinein zu legen?
     
    Also – ich mag die Bibel mit ihrem Inhalt aber ich mag nicht ein verbiegen von Fakten. Die „Function Buttons“ haben damit ihre Bedeutung – vorausgesetzt, sie werden mit der richtigen Einstellung bedient. Wie waren doch gleich wieder die wunderbaren Worte unseres Herrn und Königs Jesus Christus:

    »Ich bin der Weg«, antwortete Jesus, »ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben.« Das muss eine JW.ORGa und LK auch anerkennen!

     Interpretationsfreie Grüsse von
    @THALJA
     
     

  8. Noomi an RoKo24

    Liebe/er RoKo24. Deine Zusammenfassung von Joh 4 hat mir sehr gefallen. Noch nie habe ich es in dieser Sichtweise gelesen. Es macht demütig und bescheiden im Be- und Verurteilen anderer Menschen. Danke dafür.
    LG Noomi

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