Wie Älteste vor der australischen ROYAL COMMISSION überführt werden!

Horlay.001Zum Beispiel Max Horley, ein Ältester der Zeugen Jehovas, bei seiner Zeugenaussage zum Thema Kindesmissbrauch in Australien vor der Kommission.

Der folgende Artikel wurde von einem NICHT-ausgeschlossenen Leser von JWSURVEY.ORG geschrieben.

Wie bereits in vielen Zeitungen und Medien auf der ganzen Welt berichtet wurde, geht die australische ROYAL COMMISSION den Hinweisen nach, dass Zeugen Jehovas in Australien 1006 Missbrauchsfälle an Kindern NICHT der Polizei gemeldet haben. 100 dieser Fälle seien angeblich Wiederholungstätern zuzuschreiben.

Der Beweis kommt nicht von „Ausgeschlossenen“ oder „Satan“, wie es die WTG gerne behauptet, sondern von MUTIGEN OPFERN, die sich gemeldet haben. Ebenso von Ältesten, die über diese Fälle berichtet haben und interne Unterlagen der WTG an die Öffentlichkeit brachten. Diese Unterlagen bestätigen genau das, worüber Kinderschutz-Aktivisten und Betroffene die Wachtturmgesellschaft und die Öffentlichkeit informiert haben.

Auf folgende Missstände wurde hingewiesen:

  1. Die Opfer wurden mit den Tätern in geschlossenen Räumen zusammengebracht, um dort ihre Aussagen vor den Ältesten (alles Männer) zu erörtern. Welche Peinigung und Demütigung das doch für ein Kind sein muss.
  2. Anzeige bei der Polizei wurde NICHT zugelassen, auch wenn der Missbrauch bewiesen wurde. Dem Opfer wurde gesagt, still zu sein, da man sonst gemieden würde. (Man muss sich das einmal vorstellen. Eine Straftat wird einfach unter den Tisch gekehrt.) Klingt schrecklich, nicht wahr?
  3. Für beide, für das Leben der Opfer und für die Organisation, hat sich diese Vorgehensweise zu einem spektakulären Schaden entwickelt. Wobei es für das Opfer schlimmer ist, weil es ja weiterhin mit dem Täter leben muss.

Derjenige, der dies liest und es nicht glauben will, vertraue uns bitte, bis er alles selbst geprüft hat. Dies kannst und solltest du auch tun. Die Wachtturmgesellschaft hat diesen Opfern NICHT die Möglichkeit eingeräumt, an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie wurden in geheimen Ältestensitzungen unter Ausschluss der Familie befragt. Welch ein Kontrast zu dem, wie die ROYAL COMMISSION in Australien in dieser Sache vorgeht. Dies geschieht öffentlich. Jedermann kann sich informieren.

Die ROYAL COMMISSION veröffentlicht den gesamten FALL online. Jeder kann diese Videos ansehen. Selbst die Dokumente und der Schriftverkehr werden veröffentlicht. Wie beschämend für die angebliche Organisation Gottes. Die Kommission hat sich bisher mit zwei Fällen beschäftigt. Die Namen der betreffenden Personen wurden mit BCB und BCG angegeben. Die Kommission hat untersucht, wie die Wachtturmgesellschaft mit den Fällen umgegangen ist. Beide Fälle liegen 20 Jahre zurück. Bisher hat die Kommission die Aussage von den beiden Opfern und den fünf beteiligten Ältesten.

Hier sind ein paar allgemeine Punkte, die aus der Beobachtung des Verfahrens gewonnen werden können. (als ich das schrieb, hatten wir erst den Tag 3 der Anhörung verfolgt. Weitere Tage werden noch folgen.) 

Hier findet ihr ein You-Tube-Video der Anhörung.

https://www.youtube.com/watch?v=M94krxNcJQg&list=PLkzrUMKiXNLIiu-nYpELJla70dL4-GI-9#t=2088

Aber schon in diesen 3 Tagen war zu sehen, dass die Strategie der WTG im Umgang mit der Kommission zu scheitern drohte, mindestens aber anfing zu bröckeln.  Es ist schwer zu glauben, dass die Ältesten, wie sie behaupten, von der Rechtsabteilung der Wachtturmgesellschaft nicht richtig betreut wurden.

Alle fünf an den Fällen beteiligten Ältesten erweckten den Eindruck, als wollten sie sagen: „Wir sagen nicht, dass in der Vergangenheit alles PERFEKT lief. Für jeden von uns war dies eine neue Situation. Keiner wusste so recht, wie er damit umgehen sollte. Aber wir haben das Problem erkannt und daraus gelernt. Auch wurden die Probleme ordnungsgemäß geregelt. Bitte vertraut uns, es ist alles in Ordnung. Bitte schenken sie dem Mann hinter dem Vorhang, (gemeint sind diejenigen, die die Missstände aufdecken möchten) nicht ihre Aufmerksamkeit“

Doch das Problem der Ältesten ist, dass die Kommission vorbereitet und gut informiert ist. Daher hinterfragen sie alles mehrmals. Man kann es direkt in den Gesichtern der Ältesten erkennen, wie unwohl und unsicher sie sich fühlen. Erstens hat sich nun gezeigt, dass die Ältesten in beiden Fällen schreckliche Unfähigkeit bewiesen; es wurde sogar eine aktive Täuschung nachgewiesen. Es wurde festgestellt, dass Max Horley einen Brief an das Zweigbüro schrieb mit dem Hinweis, man sollte diesen Fall nicht zu ernst nehmen. Dieses Schreiben wollte er der Kommission vorenthalten und sagte, er habe es verloren. Damit wollte er die Schwere des Missbrauchsfalles herunterspielen.

Es ist aber nicht nur die Inkompetenz der Ältesten, die beteiligt waren, sondern auch der Versuch zu vertuschen.

Dino Ali .001 Am dritten Tag wurde z. B. Dino Ali unter EID befragt. Vor der Kommission behauptet Ali mündlich wie schriftlich, dass er und seine Kollegen den Fall des jungen Mädchens (BCG) gegen ihren Vater (angeblich ein Freund von ALI) genauestens untersucht haben. Das Komitee kam zu dem Ergebnis, dass der Vater aufgrund von Mangel an Beweisen nicht ausgeschlossen werden könne, obwohl sie den Aussagen des Mädchens glaubten. Sie hatten aber keine weiteren Zeugen und kein Geständnis vom Vater. Ali hat daraufhin festgestellt, dass in diesem Fall Aussage gegen Aussage steht.

Ali gab zu, dass jeder der an diesem Fall beteiligten Ältesten damit einverstanden war, den Fall abzuschließen.
Zu seiner großen Überraschung zeigte ihm die Kommission eine Reihe von seinen alten, handschriftlichen Notizen. Sie brauchten recht lange, bis Ali zugab, dass es seine Notizen waren, die er während der Untersuchung des Missbrauchs schrieb. Ali, wie im Protokoll festgehalten und im Video zu sehen ist, war sichtbar unwohl zu Mute und versuchte, um den heißen Brei herumzureden. Er hatte aber bald keine andere Wahl als zuzugeben, dass es seine eigenen Notizen sind, die die Kommission offensichtlich aus den Unterlagen der Versammlung erhalten hatte.

Die Kommission veranlasste Ali, seinen eigenen Bericht zu lesen, seine eigenen Notizen. Darin beschuldigt nicht nur die Tochter, BCG, den Vater des Missbrauchs, sondern auch BCG‘s Mutter bestätigte Ali, dass der Vater die beiden jüngeren Töchter missbrauchte. Auch die älteste der vier Töchter erklärte Ali, dass sie missbraucht worden war.

Klingt schlimm? Es wird schlimmer.

Weiter hinten in seinen Notizen hatte Ali mit seiner eigenen Hand das Geständnis des Vaters, dass er den Missbrauch begangen hat, niedergeschrieben. Die Kommission wies daher darauf hin, dass es weit davon entfernt war, nur einen Zeugen und kein Geständnis zu haben. Dino Ali hatte eigentlich drei Zeugen und ein Geständnis – genügend Beweise für die Schuld des Vaters.

Nachdem er sowohl grober Fahrlässigkeit als auch offensichtlicher Lüge überführt wurde, verbringt Ali den übrigen Teil seiner Zeugenaussage damit, vergebens zu versuchen, den Richter davon zu überzeugen, dass diese drei Zeugen und das Geständnis in Wirklichkeit nicht drei Zeugen und ein Geständnis wären.

Es wurde auch schnell klar, dass die Wachtturmgesellschaft zwar so tat, als ob sie einige Dinge geändert habe, aber da, wo es wirklich wichtig gewesen wäre, wurden offensichtlich keine Änderungen vorgenommen, und alle Ältesten bestätigten dies unter Eid.

Die zwei Zeugen Regel.

Es ist weiterhin Praxis, dass drei Männer eine Betroffene von sexueller Gewalt verhören, manchmal vor ihrem Täter. Auch die Richtlinie, der Polizei keine Meldung zu machen, sofern es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, besteht weiter. Geändert hat sich nur, dass die Opfer nicht mehr davon abgehalten werden sollen, die Polizei einzuschalten. Die Kernprobleme sind in der Wachtturm-Organisation immer noch lebendig und wirksam vorhanden. Trotz des Versuchs der Wachtturmgesellschaft, der Kommission eine andere Version zu präsentieren, hat die Kommission allein in den ersten drei Tagen diese Schilderung zerschlagen.

Das Versagen ist für die Wachtturm-Organisation von oben bis unten systemisch. Dies sind nicht die Handlungen einiger „fauler Äpfel“ oder inkompetenter Männer. Jeder einzelne Älteste, mit Ausnahme von Ali, hat bestätigt, dass er bezüglich dieser Probleme direkten gedruckten Richtlinien gefolgt ist. In der Tat fühlten sich diese Ältesten nicht in der Lage, von diesen Richtlinien abzuweichen, auch wenn sie damit nicht einverstanden waren. Die folgende Aussage von Max Horly ist typisch für die wiederholten Antworten der befragten Ältesten…

Richter Mc Clellan.001Richter Peter McClellan: „Mr. Horley, ich verstehe, wie die Kirche organisiert ist, aber was das Verfahren betrifft, bedeutet dies, dass die Untersuchung in einem Fall wie diesem, den Anschuldigungen einer Frau, vollständig von Männern durchgeführt wird; Richtig?“ 

Max Horley: „Es tut mir leid, die….“

Richter McClellan: „Die Untersuchung in der Kirche wird vollständig von Männern durchgeführt?“

Horley: „Das ist richtig, ja.“

Richter McClellan: „Glauben sie, dass dies angebracht ist, wenn die Anschuldigungen von einer Frau und vielleicht von einer jungen Frau kommen?“

Horley: „Dies ist – dies ist die Vorgehensweise, die dafür vorgesehen ist.“

Richter McClellan: „Ich weiß, aber ich habe Ihnen eine andere Frage gestellt.“

Horley: „Also, das betrifft wohl meine persönlichen Gefühle. Ich glaube, ich wäre immer noch an die Weisungen des Zweigbüros gebunden.“

Dies ist während der mündlichen Verhandlung immer wieder zu hören. Älteste befolgen Anweisungen, und sie können die Anweisungen nicht in Frage stellen, auch wenn sie mit ihnen nicht einverstanden sind. Und sie sind damit nicht einverstanden.

Unter Druck geraten, sind die meisten befragten Ältesten mit der Wachtturm-Politik nicht einverstanden. Von den vier Ältesten, die besonders zu den wichtigsten Bedenken der Kommission befragt wurden, gaben drei (Max Horley, Doug Jackson und Kevin Bowdich) schließlich teilweise oder vollständig zu, dass das Verfahren fehlerhaft war und geändert werden müsste. Nachfolgend einige Auszüge aus dem Protokoll, die das bestätigen.

Stewart.001Mr. Angus Stewart, Berater der Kommission: „Der Punkt ist, verstehen sie, dass es in Gegenwart der beschuldigten Person sehr schwierig für das Opfer ist, alles zu sagen, was mit ihm passiert ist?“

Max Horley: „Absolut, ja.“

Stewart: „Und auch in Gegenwart von anderen Männern, mindestens zwei Ältesten; ist das richtig?“

 

Horley: „Das ist wahr, ja.“

Stewart: „Somit ist es also kein Verfahren, das notwendigerweise die ganze Geschichte ans Tageslicht bringt, nicht wahr?“

Horley: „Offensichtlich nicht während der ersten Sitzung, und wie es sich in diesem Fall zugetragen hat; ja.“

Angus Stewart:: „Das Problem, Mr. Jackson, wird auf diese Weise nicht wirklich behandelt, oder? Das Problem…“

Jackson Don.001Doug Jackson: „Nein“

Angus Stewart:: … „der gesamte Aufbau der Verfahrensweise mit zwei männlichen Ältesten, ein männlicher Beschuldigter, und dann eine Frau in einem Umfeld, in dem sie sich nie wohl fühlen könnte und aufgefordert wird, intime Details sexueller Natur zu erzählen, – dieser Aufbau funktioniert nicht, oder?“

Jackson: „Nun, ich stimme zu, euer Ehren, wirklich.“

Angus Stewart: „ Das ist kein guter Prozess, oder?“

Bodewich.001Kevin Bowdich: „ Er könnte besser sein.“

Nur ein Ältester, Dino Ali, bestand stur darauf, dass dieser Ablauf gut war, obwohl seine widersprüchlichen und manchmal bizarren Antworten an die Kommision entweder auf einen Mann hindeuteten, der absichtlich stur die Möglichkeit ausschließt, dass seine Kirche Mängel haben könnte, oder auf einen Mann, der Angst davor hat, der Wachtturmgesellschaft öffentlich zu widersprechen, oder auf einen Mann mit so eingeschränktem kritischen Denkvermögen, dass er einfache Logik und Beweise nicht verstehen kann.

Hier ist ein weiteres typisches Beispiel dafür, wie der Richter versucht, ihn ans Wasser zu führen,… aber Mr. Ali weigert sich, dieses zu trinken, als es um die Diskussion ging, ein Opfer von sexueller Gewalt vor ein Drei-Mann-Komitee zu bringen.

Richter McClellan: „Und Sie denken immer noch, dass es ein angemessener Prozess für eine junge Frau ist, die Anschuldigungen zu sexuellen Übergriffen gegen ihren Vater vorbringt, oder?“

Dino Ali: „Ich glaube, es ist ein Prozess, um verstehen zu können, was passiert ist. Ich verstehe, wie schwer es für sie gewesen sein muss.“

Richter McClellan: „Aber aufgrund des Umstandes, wie dieser Prozess durchgeführt wurde, war sie nicht dazu in der Lage, ihnen all das zu sagen, was ihr passiert war, und sie ihnen hätte erzählen können. Verstehen Sie das?“

Dino Ali: „Richtig, richtig. Ich verstehe das.“

Richter McClellan: „So… demnach haben sie drei eigentlich gar nicht die ganze Geschichte erhalten, weil der Prozess dies nicht zugelassen hat. Verstehen Sie das?“

Dino Ali: „Das verstehe ich auch.“

Richter McClellan: „Nun… lässt das nicht die Schlussfolgerung zu, dass es einen Mangel in diesem Prozess gibt?“

Ali : „Nein!“

Also… von den vier Ältesten, die befragt wurden, stimmten drei zu, dass der Ablauf Mängel hat und bewiesen dadurch, dass die Sorgen der Kommission berechtigt waren. Aber der vierte Älteste weigerte sich zuzugeben, dass der Ablauf Mängel hat, selbst wenn diese Mängel nachweisbar sind.

Wartet… ich sagte vier Älteste. Gab es da nicht noch einen fünften?

Ja, den gab es, Ältester Joseph Bello. Aber er verbrachte nicht viel Zeit im Zeugenstand.

Eigentlich erschien er nur, um nervös und beschämt eine Aussage zu präsentieren und zu bestätigen, dass er und das Missbrauchsopfer BCB und ihr Ehemann in Betracht gezogen hätten, ihre Geschichte der ROYAL COMMISSION offen mitzuteilen. Doch dann kam er zu der Überzeugung, dass er damit nichts bewirkt, außer dass er Jehovas Namen in den Schmutz ziehen würde.

Daraufhin sagte der Berater der Kommission, Mr. Stewart: „Ich entnehme ihrem Glauben, dass Jehova ein liebender Gott ist?“

Joseph Bello: „Definitiv!“

Stewart: „Würde Jehova dann nicht mehr um das Opfer besorgt sein als um seinen eigenen Namen?“

An diesem Punkt sollte man meinen, Mr. Bello würde diesen „Olivenzweig“ nehmen, der ihm angeboten wurde. Aber stattdessen gab er folgende Einsicht darüber, warum die Wachtturmgesellschaft lieber Vergewaltiger freilaufen ließ, als den Opfern zu helfen.

Joseph Bello: „Jehova wäre um das Opfer besorgt, aber er ist ebenfalls um seinen Namen besorgt, das sagen uns die Schriften“.

Mit anderen Worten… nein…. Pfui!

Oh, und bevor er den Zeugenstand verließ, gab er ebenfalls zu, dass er keine wirkliche Ahnung davon hatte, wofür es die Kommission gab, oder was sie tat, und das – obwohl er mehrere Wochen zuvor berufen wurde. Er stellte keine Nachforschungen an. Als der erstaunte Richter ihm sagte, dass er doch durch die Nachrichten von der Arbeit der Kommission gehört haben müsste, entgegnete Mr. Bello, den Nachrichten nie zu folgen. Das Gesicht von Richter McClellan nach dieser Antwort spricht tausend Worte.

Das ist nur ein kurzer Auszug aus der „Büchse der Pandora“, die geöffnet und von den Ältesten über den Boden der Kommission verteilt wurde. Nicht ein einziger Ältester hat sich mit Ruhm bekleckert. Sie alle brachen bei der Befragung entweder in einem gedämpften, beschämenden Chaos in sich zusammen oder zeigten sich selbst als unvernünftige, trügerische Fanatiker.

Wer sich dazu entscheidet, die Videos anzusehen und die Aufzeichnungen zu lesen, nehme bitte die erschütternden Aussagen von BCB und BCG dazu. Hört aufmerksam zu, wenn sie davon berichten, wie ihr Leben durch die Männer zerstört wurde, die sie hätten beschützen und lieben sollen.

Hört zu, wenn sie davon berichten, wie die Ältesten und die Richtlinien der Wachtturmgesellschaft sie in eine schreckliche Situation gebracht haben. Beachtet ihren Mut und ihren Schmerz.

Und bedenkt, dass diese nur zwei von möglicherweise tausenden von Opfern auf der ganzen Welt sind, die die Wachtturmgesellschaft im Stich gelassen hat. Sie tut es weiterhin, bis ein Gesetz, Geldstrafen und die öffentliche Meinung sie dazu zwingen werden, ihre mittelalterlichen Ansätze zum Kindesmissbrauch zu überdenken.

Hier nun eine stichpunktartige Zusammenfassung all dessen, was im Verlauf der weiteren Vernehmung durch die australische ROYAL COMMISSION ans Tageslicht kam.

Es ist noch unvollständig, da angesichts der Fülle an Material (ganz zu schweigen von dessen „Traurigkeit“) immer noch Dinge offenbar werden, und die Anhörung noch nicht zu Ende ist.

 

Älteste nehmen Missbrauchsopfer nicht ernst und wischen ihre Klagen einfach beiseite.

Beispiel: Jugendliche Tochter ist nackt in der Dusche, hat die Tür zugeschlossen, obwohl ihr Vater (ein „ernannter Diener“ in der Versammlung) ihr das verboten hat, damit er jederzeit zwecks Missbrauchs zutritt hat. Der Vater bricht vor Zorn die Tür ein und knallt ihr diese dabei ins Gesicht, was ihr ein blaues Auge einbringt.

In der Versammlung von einem Ältesten daraufhin angesprochen, „was ist dir denn passiert?“ antwortet sie: „Mein Vater hat die Badezimmertür aufgebrochen und sie mir dabei ins Gesicht geknallt“, reagiert er amüsiert mit: „Ach wirklich? Hat er das?“ Sie wird nicht für voll genommen.

Unter den Ältesten herrschte Kumpanei und gegenseitiger Schutz.

Dieser Zeuge Jehovas, der seine Tochter missbrauchte, wurde erst nach Bekanntwerden einer außerehelichen Beziehung ausgeschlossen. Der schwere Missbrauch innerhalb seiner eigenen Familie spielte nur unter ferner liefen eine Rolle und lief so nebenbei mit.

Die „Zwei-Zeugen-Regel“ ist unzureichend,

da Täter ihre Taten nicht vor Zeugen verüben und deshalb ihre „Schuld“ nicht festgestellt werden kann. Dies begünstigt ein Klima, in dem pädophile Zeugen oder auch andere ungeniert ihren Trieben frönen und Kinder missbrauchen können. Sie können darauf bauen, dass den evtl. Klagen ihrer Opfer entweder kein Glauben geschenkt wird, oder Aussage gegen Aussage steht und nichts unternommen werden kann. Die Anwendung der „Zwei-Zeugen-Regel“ ist falsch, da sie völlig den historisch/kulturellen Kontext, in dem sie steht, ignoriert.

Bemerkung zur „Zwei-Zeugen-Regel“   http://www.bruderinfo-aktuell.de/wp-admin/post.php?post=2114&action=edit

Täter werden aufgrund fehlender „Zeugen“  trotz Anklage eines Opfers nicht „schuldig“ gesprochen“ und haben weiter Zugriff auf Kinder ihrer Familie und Kinder der Versammlung. Selbst wenn sie als „schuldig“ erfunden wurden, dann aber pflichtgemäß „bereuen“ und „zurechtgewiesen“ werden, wird seitens der Organisation nichts getan, um ihre Familie/Kinder, aber auch andere Kinder in und außerhalb der Versammlung zu schützen. Die Versammlung wird nicht gewarnt und damit großer Gefahr ausgesetzt. Trotz „Zurechtweisung“ ging der Missbrauch innerhalb der Familie weiter.

Zitat aus WT v. 01.11.1995 über Kindesmissbrauch: Was können Älteste tun?

Wenn sich ein Glied der Versammlung an die Ältesten wendet, weil ihm plötzlich Gedanken oder “verdrängte Erinnerungen” daran kommen, als Kind mißbraucht worden zu sein, werden normalerweise zwei der Ältesten beauftragt, Hilfe zu leisten. Sie sollten den Betroffenen freundlich ermuntern, sein Hauptaugenmerk jetzt darauf zu richten, mit der psychischen Belastung fertig zu werden. Die Namen der Mißbrauchstäter, an die sich der Betreffende “erinnert”, sollten streng vertraulich bleiben.

Wird die Beschuldigung zurückgewiesen, sollten die Älstesten dem Ankläger erklären, daß rechtlich nichts weiter unternommen werden kann. Und die Versammlung wird den Beschuldigten weiterhin als unschuldig betrachten. Gemäß der Bibel müssen zwei oder drei Zeugen vorhanden sein, damit rechtliche Schritte unternommen werden können (2.Kor.13:1; 1. Tim. 5:19). Selbst wenn sich mehr als eine Person an einen Mißbrauch durch dieselbe Person “erinnert”, ist die Natur dieser Erinnerungen doch zu ungewiss, um ohne weitere belastende Beweise rechtliche Entscheidungen darauf zu stützen. Das bedeutet nicht, daß solche “Erinnerungen” als falsch (oder als wahr) betrachtet werden. Aber bei einem Rechtsfall muß man sich an die biblischen Grundsätze halten.

Schwere Fehleinschätzung seitens der Wachtturmorganisation

Der Missbrauch von Wiederholungstätern wurde nur mit „Unreinheit“, „unabsichtlichem Sündigen aus momentaner Schwäche“, nicht aber mit „Zügellosem Wandel“, „vorsätzlichem und wiederholtem Vergehen“ gemaßregelt. Älteste beherrschen ihr Regularium nicht. Trotz „Zurechtweisung“ ging der Missbrauch weiter. Grundsätzlich ist der Wachtturmgesellschaft vorzuwerfen, dass sie den Missbrauch von Kindern eher als unmoralische Handlung bewertet, nicht aber als ein Verbrechen.

Vor Männern im Zuge von „Rechtsverfahren“

Werden weibliche Missbrauchsopfer auf der Basis von organisatorischen Vorschriften gezwungen, sich (1) ohne moralische Unterstützung, (2) vor Männern, (3) ihren Peinigern zu stellen und (4) intime Einzelheiten preiszugeben, was ihre seelische Not und ihr Trauma noch erheblich vergrößert. Ein jeder dieser Aspekte verletzt sämtliche derzeitigen in „weltlichen Verfahren“ üblichen Regeln, die sich auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse betreffs psychologischer Traumata von Missbrauchsopfern und auf den korrekten Umgang mit diesen stützen.

Keine Betreuung der Opfer.

Kommt es tatsächlich zu einem Gemeinschaftsentzug eines Mißbrauchstäters, weil er seine Schuld zugegeben hat, kümmert es die Organisation nicht, was die Täter weiter anrichten, und welche Gefahr sie sowohl inner- als auch außerhalb ihrer Familie und der Versammlung darstellen. Die Organisation wäscht ihre Hände in Unschuld: „Wir haben unsere Schuldigkeit getan, was jetzt kommt, ist uns egal. Wir sind nicht die Polizei“ etc. Es geht der Wachtturmgesellschaft einzig und allein um ihren „Ruf“ und um den „Schutz“ ihres Images als „reine“ Organisation Gottes.

Die internen „Rechtsverfahren der Zeugen Jehovas“ missachten staatliche Autorität

und das Strafgesetz, indem sie Missbrauch, wie gesagt, nicht als „Verbrechen“, sondern lediglich als „Unmoral“ einstufen. Existierende und potentielle, zukünftige Missbrauchsopfer werden nicht geschützt. Es fehlt an völliger Kooperation zwischen ZJ und professionellen Kinderschutzorganisationen, die über echtes fachliches Knowhow im Umgang mit Opfern verfügen.

Durch die niedrige Qualität und die Mangelhaftigkeit von Maßnahmen ist eine fachlich fundierte, echte, gehaltvolle Hilfeleistung für Missbrauchsopfer nicht gegeben. Die Wachtturmgesellschaft ruht sich bequem auf über die Jahre in WT-Publikationen verstreut veröffentlichten Wischiwaschi-Artikeln aus, die angeblich alles beinhalten, was Missbrauchsopfer zur Bewältigung ihrer seelischen Nöte und Traumata benötigen, wie z. B. das im Juli vom Mitglied der leitenden Körperschaft, A. Morris III, stolz präsentierte Erwachet aus dem Jahr 1982.

Grundessenz aller Hilfeleistung: „Auf Gott warten, er wird’s schon richten. Heile, heile Gänschen, im Paradies wird alles gut“.

Die JW.ORG-Behauptung, „betreffs Kinderschutz waren wir die Ersten, wir sind Vorreiter, und sind damit die Besten“, wurde gründlich weggewischt. O-Ton Kommission: „Wir wollen nicht wissen, wer der Erste war, oder wie es früher war, sondern: Wie ist es jetzt, hier und heute, und was sind die jetzigen offenkundigen Mängel in JZ-Verfahrensweisen, die korrigiert werden müssen?

Das Recht des Opfers und seiner Angehörigen, zur Polizei zu gehen, wird von den örtlichen Ältesten nicht zwingend angesprochen. Dies geschieht nur, wenn es absolut nicht zu vermeiden ist, um -wenn irgend möglich – den „Ruf“ der Org. zu „schützen“. Die JW.ORG will „nicht schlecht dastehen“. Das Schicksal des MOs ist ihr hierbei egal.

Missbrauchsopfern wird unter Verweis auf 1. Tim 5:13 (nicht „schwätzen“) verboten, mit Personen ihres Vertrauens über ihr Trauma zu reden, was sich außerordentlich schädlich auswirken kann. Ihnen wird geboten: „Schluck es runter, bring es hinter dich, warte auf Gott, er wird’s schon richten“. Sie sollen ihren Kummer aussitzen („Wirf deine Bürde auf Jehova“), alles herunterschlucken und geduldig auf Gottes Hilfe warten, anstatt ihnen echte, psychologische Hilfe zu geben, oder sie bei der Suche danach zu unterstützen.

Die autoritäre JZ-Befehlsstruktur

Anweisungen kommen strikt von oben nach unten. Entscheidungen werden in diktatorischer top-to-bottom-Manier gefällt; niedere Hierarchieebenen, wie z. B. örtliche Zweigkomitees, können nur gehorchen. Behauptungen, „wir dürfen LK-Anweisungen an Landesgegebenheiten anpassen“, sind reine Verschleierungstaktik; niedere Hierarchieebenen haben de facto keinerlei Mitspracherecht betreffs endgültiger Entscheidungen. In Australien mag man einen „biblischen Grundsatz“ verschieden von der LK verstehen, vor allem in Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten; wenn jedoch die LK nicht zustimmt, muss sich Australien beugen, wider besseren Wissens.

Ein australischer Aufseher, Spink, versuchte eine extreme Verschleierungstaktik. Er wollte den Eindruck erwecken, Australien habe die Freiheit, Änderungen ohne die LK vorzunehmen. Hiermit hatte er jedoch beim vorsitzenden Richter keinen Erfolg, der dies glatt durchschaute und die diktatorische Befehlsstruktur innerhalb der Wachtturmgesellschaft klar feststellte.

Jegliches JZ-Regelwerk könnte nur von der LK geändert werden. Nur sie allein hat Entscheidungs- und Befehlsgewalt. Nur die LK entscheidet, wie die Schrift auszulegen und anzuwenden ist; alle anderen haben zu gehorchen und Anweisungen umzusetzen,.

Jehovas Zeugen müssen erstarrten Strukturen folgen mit der Begründung, „dem Wort Gottes“ zu folgen, wobei andere „alte Strukturen“, wie z. B. die Steinigungsstrafe, bequem, aber inkonsequent umgedeutet werden. Die Wachtturmgesellschaft ignoriert in ihrer „Schriftauslegung“ völlig den historisch/kulturellen Kontext, in welchem bestimmte Gesetze, wie z. B. die des mosaischen Bundes oder „Frauen sollen schweigen“, gegeben wurden. Sie reißt einzelne Passagen aus ihrem textuellen Umfeld heraus und legt sich alles so zurecht, wie es in ihre jeweilige autoritäre, von der leitenden Körperschaft diktierte, Kirchenpolitik passt.

Die Tatsache, daß JZ-Regularien einem steten Wandel unterworfen sind und laufend „verbessert/berichtigt“ werden müssen, gepaart mit der Tatsache, daß andere, ebenfalls „bibelbasierte“ Kirchen, zu einem völlig anderen Verständnis der gleichen „biblischen Grundsätze“ kommen, zeigt zum einen, dass es mit der „göttlichen Leitung“ der JW.ORG nicht sehr weit her sein kann, und dass es andererseits auch nicht möglich ist, zu einem „absolut wahren“ Verständnis biblischer Aussagen zu kommen. Somit ist es unmöglich, JZ-Verfahrensweisen absolut „biblisch“ begründen/belegen“ zu können und „göttliche Autorität“ für diese zu behaupten.

Fortsetzung folgt!

 

Mag ich nicht (0)

39 Kommentare zu “Wie Älteste vor der australischen ROYAL COMMISSION überführt werden!

  1. O.W.Schade

    ERINNERUNGSLÜCKEN - GEDÄCHTNISLÜCKEN - BEWUSSTSEINSLÜCKEN

    Max Horley, verantwortlicher Aufseher des australischen Zweigbüros, kämpft nicht nur mit Erinnerungslücken, sondern jetzt auch mit Bewusstseinslücken. Laut der Tagespost von Dienstag, dem 28. Juli 2015 gab er folgendes zu Protokoll:

    "Seit 1950 seien den Zeugen Jehovas 1006 Fälle von Kindesmissbrauch bekannt geworden. Alle diese Fälle seien intern behandelt worden, statt sie bei der Polizei anzuzeigen. Man sei sich damals nicht bewusst gewesen, dass es sich um kriminelles Vergehen handle."

    Wie gut, dass es BI und ihre Schreiber und deren Kommentatoren gibt. Natürlich helfen wir alle gerne weiter, so gut wir es können, um die durch JW.ORG-Anwälte entstandene Amnesie zu heilen und ihre krankhaften Erinnerungs-, Gedächtnis- und Bewusstseinslücken wieder aufzufüllen. Von Herzen und immer wieder gerne! Natürlich leisten wir auch Rechtsbeistand-Erinnerung: Kindesmissbrauch war in Gottes Augen schon überall und zu allen Zeiten ein kriminelles Vergehen! Außer in Kanaan, glaube ich?
    Die wurden dafür aber auch von Gott vernichtet, meine ich oder etwa nicht? Da war doch mal was mit Gottes Volk und Kinderopfern und Kanaanitern und Vernichtung und so...ich kann mich irgendwie nicht mehr so genau daran erinnern, ist schon so verdammt lang her...

    Lückenfüller
    O.W.S.

    Lückenfüller
    O.W.S.

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