Was für ein Mensch war Richter Rutherford?

Richter J.F. Rutherford
Richter J.F. Rutherford

– der Gründer der „theokratischen Organisation“ –

 

Die von Russell gegründete Wachtturm-Gesellschaft (WTG) wurde 1884 eine gesetzlich eingetragene Körperschaft, und Russell blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1916 ihr Präsident, der in allen Belangen der Organisation und Lehre das alles entscheidende Wort sprach. Wie sein Ansehen war auch sein Einfluss bei den Bibelforschern gewaltig.

Doch die „theokratische Organisation“, die alles verbindlich festlegt, was jeder zu glauben und zu tun hat, damit er ewiges Leben erhält,  nahm weder 1870 noch 1884 mit der Gründung der WTG ihren Anfang. Im Gegenteil, sein Leben lang hatte Russell vor einer solchen Organisation gewarnt.

5ef0d-russellencolorDie wahre Christenversammlung oder Kirche Gottes war für Russell nicht eine ganz bestimmte christliche Glaubensgemeinschaft, von der man durch Taufe und Anerkennung eines ausgefeilten Glaubensbekenntnisses ein Teil oder Mitglied wurde. Nein, alle Bibelforscher glaubten 50 Jahre lang, dass sich die Versammlung Gottes oder Gemeinde Christi aus Christen zusammensetzt, die  den verschiedensten christlichen Denominationen angehörten und  „deren Namen  in den Himmeln bekannt sind“ (Hebräer 12:23). Nur Gott kennt sie.

Und Gottes Sohn gab nur ein Kennzeichen an, an denen sie am ehesten zu erkennen sind – ganz gleich aus welchem Gesangbuch und in welcher Kirche oder Versammlung sie ihre Lieder  zum Lobe Gottes singen – nämlich:  „Wenn ihr einander liebt, dann werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“

Mit dieser Überzeugung würde heute jeder Zeuge Jehovas als Abtrünniger ausgeschlossen werden. Und offensichtlich hat man auch den Gründer der Wachtturmgeselschaft und der Bibelforschervereinigung, Charles Taze Russell, aus der Jehovas Zeugen hervorgegangen sind, heimlich still und leise entsorgt, zählt er doch nicht mehr zu den Gliedern des ominösen treuen und verständigen Sklaven.

„Hütet euch vor ‚Organisation’“

Pastor Russell wurde nicht müde, die alten Bibelforscher davor zu warnen, durch die Bildung einer imposanten Organisation mit einem detailliert festgelegten Glaubensbekenntnis einen Zaun zu errichten, der sie von anderen Christen trennte.  Im Wachtturm vom April 1882 werden sie ermahnt, Zitat:  „Wir sind in Gemeinschaft mit allen Christen, in denen wir den Geist Christi erkennen können, und besonders mit denen, die die Bibel als einzigen Maßstab anerkennen. Wir fordern daher nicht, dass alle wie wir sehen, um als Christen bezeichnet zu werden; uns ist klar, dass Wachstum in der Gnade und in der Erkenntnis ein allmählicher Prozess ist.“(S. 71)

Ein gutes Dutzend Jahre später wiederholte Russell nochmals seine Meinung über religiöse Organisationen und warnte vor ihnen mit den Worten im Wachtturm vom 15.9.1895 (Engl.):  „Hütet euch vor ‚Organisation’. Sie ist vollkommen unnötig. Die Richtlinien der Bibel sind die einzigen, die ihr benötigt. Versucht auch nicht, andere in ihren Gewissensentscheidungen auf etwas festzulegen, und lasst das auch nicht bei euch zu. Glaubt und gehorcht soweit, wie ihr Gottes Wort im Augenblick versteht, und wachst so weiterhin Tag für Tag in der Gnade, in der Erkenntnis und der Liebe.“

Die Anmaßung einer Sekte

Die Bibelforscher bildeten eine zwanglose Bruderschaft; eine ungebundene Vereinigung zur gegenseitigen Ermunterung und Hilfe. Worin bestand denn die Gefahr einer straffen zentralistisch ausgerichteten Organisation, die eine Gemeinde zu dem macht, was JZ schon lange sind: eine klassische Sekte? Und warum ist es so schwer, ihr wieder zu entkommen?

Diese Fragen beantwortete Pastor Russell im Jahre 1904 in dem dritten Band („Dein Königreich komme“, S. 173) seiner sechs „Schriftstudien“ wie folgt:  „Das zu tun [wieder auszutreten], erfordert Gnade und einige Anstrengungen, zerreißt oft angenehme Verhältnisse und setzt den ehrlichen Wahrheitssucher den einfältigen Beschuldigungen aus, dass er ein „Verräter“ an seiner Sekte, ein „Wetterwendischer“, ein „Unbeständiger“ sei usw. Wenn man sich einer Sekte anschließt, so wird erwartet, dass man sich der Sekte gänzlich ergibt und nicht mehr sich selbst gehört. Die Sekte unterscheidet nun für ihn, was Wahrheit und was Irrtum sei; und er muß, um ein wahres, zuverlässiges, treues Glied der Sekte zu sein, deren spätere wie  frühere Entscheidungen über alle religiösen Fragen annehmen, seine eigene Meinung übersehen und persönliche Nachforschungen vermeiden, da er sonst an Erkenntnis wachsen und als Glied solcher Sekte verloren gehen könnte. …  Diese Bande des Sektentums, weit davon entfernt, als das, was sie sind, als Fesseln und Ketten, angesehen zu werden, werden als ein Schmuck, als Ehrenzeichen und Ausweis von Charakterstärke betrachtet und getragen.“

Ein Dutzend Jahre später, als Russell gestorben war, entwickelte sich alles genau so, wie er warnend vorausgesagt hatte.

Den Samen zu dieser Entwicklung legte Russell allerdings selbst, indem er  die „Schriftstudien“  mit der Bibel verglich und  in der Zeitschrift „Der Wachtturm“  (Dezember 1910, ab S. 218) feststellte:  „Wenn die sechs Bände der Schriftstudien praktisch eine nach den Gegenständen eingerichtete Bibel sind, mit den biblischen Beweisstellen versehen, so möchten wir die Bände wohl ‚eine Bibel in arrangierter Form’ nennen. Das heißt, sie sind nicht nur Kommentare zur Bibel, sondern sie sind praktisch die Bibel selbst.

Spätestens nach dieser Gleichstellung der Schriftstudien mit der Bibel hätte seitens der Bibelforscher-Gemeinde ein lauter Aufschrei erfolgen müssen.  Für jeden gläubigen Bibelleser ist diese ungeheuerliche Behauptung der Gipfel der Anmaßung. Und wer die Schriften der WTG aufmerksam liest, muss feststellen, dass JZ bis heute nicht von diesem Gipfel heruntergestiegen sind. (Die Schriftstudien wurden nur durch andere Bücher, denen praktisch der gleich hohe Wert beigemessen wird, ersetzt. Man zitiert aus dem Wachtturm wie aus der Bibel) 

 „Sein Leben lang waren Russell und die Gesellschaft ein und dasselbe gewesen.“ 

In der Regel fängt jede Bewegung mit einer „Einmannherrschaft“ an. Gut war es aber nicht, dass später ein Mann alles zu sagen hatte und machen konnte, was er wollte. Das sah auch Russell ein. Nach seinem Tod wollte er die Kompetenzen und Vollmacht auf ein Gremium verteilen. In Zukunft sollte keine einzelne Person für die Lehre der   Wachtturm-Gesellschaft verantwortlich sein.

Das Verkündiger-Buch schreibt auf S. 64 weiter:  „In seinem Testament ordnete Bruder Russell die Gründung eines fünfköpfigen Herausgeberkomitees an, das für den Inhalt des Wachtturms verantwortlich sein sollte.“  Auf S. 65 kann man in einer sehr klein gedruckten Fußnote die fünf Namen des Herausgeberkomitees lesen; den Namen seines Nachfolgers Rutherford findet man aber unter ihnen nicht. Wieso nicht? Schließlich stand er doch als Präsident ganz an der Spitze der Gesellschaft?

Was für ein Mensch war „Richter“ Rutherford?

Judge-RutherfordRutherford war ein Machtmensch, der keinen Widerspruch und keine Kritik duldete. Seine Persönlichkeit war eine brisante Mischung von Eigenschaften –  gefährlich und zugleich gefragt, besonders für einen Mann in einer sehr verantwortungsvollen Stellung, in der man auf  mehr als einen weisen Ratgeber angewiesen ist. Und dass Rutherford der Präsident der WTG wurde, war bestimmt nicht Russells letzter Wille. Russell war ein Menschenkenner. Einerseits war er von Rutherfords hervorragenden Fähigkeiten und hoher Intelligenz überzeugt und wusste, wie nützlich er der Gesellschaft sein konnte. Er war ein scharfer Denker, wortgewaltig und hatte einen starken Willen. Andererseits  kannte er Rutherfords Schwäche:  Er war impulsiv, sehr ehrgeizig, dachte nicht lange nach und setzte seine schnell gefassten Entschlüsse unnachgiebig und beinhart durch.

Lassen wir nun Rutherfords Irrtümer und berühmt-berüchtigte Auftritte Revue passieren. Sein Auftritt als Präsident begann mit einem Paukenschlag, der alle zusammenzucken ließ. Kaum hatte Rutherford den Präsidentensessel besetzt, brach in der Weltzentrale ein Aufstand aus. Der Journalist Marley Cole schrieb darüber  in seinem Buch „Jehovas Zeugen“. Der Autor war JZ freundlich gesonnen (er wurde später ein ZJ) und hatte die Unterstützung der WTG. In Deutsch erschien das Buch 1956, Pyramiden-Verlag. Wir zitieren S. 88:   „Fünf Monate, nachdem er (Rutherford) die Präsidentschaft angetreten hatte, lehnten vier von sieben Direktoren es ab, seine Machtbefugnisse anzuerkennen. … Vor allem wollten sie, dass alles, was Rutherford tat, von der Zustimmung des Vorstands abhängig gemacht werde. Wie die Dinge standen, handhabte der Präsident selbst die Verwaltung, ohne die Vorstandsmitglieder zu befragen. Er ließ sie erst wissen, was er tat, nachdem es bereits geschehen war.“ 

Der Protest der Mehrheit der Direktoren war völlig berechtigt und in Übereinstimmung mit Bruder Russell, der für Veränderungen, vor allem für eine Dezentralisierung und Verteilung der Verantwortung, war. Das wäre auch heute ganz im Sinne der ZJ. Aber Rutherford, der sich als der wahre Rebell erwies, schmeckte das gar nicht. Er wollte nicht weniger, sondern mehr Macht als Russell.

Rutherfords eiserne Hand bekamen alle zu spüren, als er die vier Direktoren einfach aus dem Bethel hinauswarf! Und mit anderen, die ihm ebenfalls unbequem waren, geschah das Gleiche. Marley Cole hat die Hinauswürfe auf S. 91 etwas milder beschrieben:  „Im Brooklyner Bethel wurden die enthobenen Direktionsmitglieder und noch einige andere ‚unglückliche Ankläger’ ersucht, auszutreten. Ehe das ‚Sichten der Ernte’ im Bethel vorüber war, hatte man 31 Mitglieder ausgeschlossen.“ 

Sein Leben lang war Rutherford ein streitsüchtiger und sogar gewalttätiger Mensch. An persönliche Meinungen, die von der Mehrheit seiner engsten Mitarbeiter für absurd gehalten wurden, hielt er dogmatisch fest. Widerreden, die er nicht duldete, wurden barsch abgeschmettert.

„Das ist nichts weiter als Verleumdung. Alles Lüge und üble Nachrede der Gegner“, sagen JZ. Irrtum! Das sagen nicht die bösen Feinde, sondern ZJ, die Bruder Rutherford gut kannten. Und es soll schon was heißen, wenn die Organisation im Verkündiger-Buch auf S.220  zugibt:  „Er äußerte sich mit allem Nachdruck über das, was nach seiner Überzeugung die Wahrheit war, und machte dabei keine Zugeständnisse. Er konnte ziemlich barsch werden, …“  Hayden Covinton, Rutherfords engster Mitarbeiter und ehemaliger Staranwalt der WTG, der über den Präsidenten nie ein böses Wort fallen ließ, gab in einem Interview unumwunden  zu: „Er hatte auch sehr viel Sinn für Humor, und er konnte auch sehr ausrasten!“ (Das auf Band aufgenommene Interview wurde von den Interviewern – Jerry Murray und seine Frau, beide ZJ – am 19.11.78 niedergeschrieben.)

Alexander H. Macmillan, ein prominenter ZJ aus der obersten Führungsetage der „theokratischen Organisation“ schrieb 1957 das Buch „Faith on the March“, zu dem Präsident Nathan H. Knorr das Vorwort schrieb. Macmillan und Knorr machten keinen Hehl daraus (warum sollten sie auch, wenn es doch damals alle wussten?) und stellten dem Expräsidenten in diesem Buch das nicht gerade schmeichelhafte Zeugnis aus: „Er räumte uns keine Gelegenheit ein zu sagen, was wir für richtig hielten und dachten.“ 

Die Theokratie und ihr neuer Gott

Kaum war Russell tot, gab Rutherford zwei ihm ergebene Bibelforscher (Clayton Woodworth und George Fisher) den geheimen Auftrag, im Namen von C. T. Russell den siebenten Band der Schriftstudien zu schreiben. Marley Cole, S. 85: Geplant war die Herausgabe eines letzten Bandes, des siebenten. Er sollte die Krönung der sechs vorhergehenden ‚Studien in der Schrift’ bilden. Die ersten sechs Bände waren nur die Grundlage für den siebenten gewesen. Er sollte der Christenheit den geistigen Todesstoß versetzen.“ Der neue Präsident hatte mit dem 7. Band etwas Großes vor. Größenwahnsinnig wie er aber von Anfang an war, brauchte er dazu das Ansehen und den klangvollen Namen seines Vorgängers, damit die Bibelforscher mitmachten. Daher sagte er ihnen, dass dieser Band sozusagen ein posthumes Werk von Pastor Russell ist. War es aber nicht.

Ihm wurden viele Ansichten unterstellt, die er nie und nimmer vertreten hatte. In Wirklichkeit war es die persönliche Meinung von Rutherford. Das konnte natürlich nicht gut ausgehen. Eine gewaltige Karambolage war vorprogrammiert. So kam der Tag, an dem die völlig überraschte Bethel-Familie (incl. der sieben Direktoren) vor die vollendete Tatsache gestellt wurde: Der siebente Band betitelt „Das vollendete Geheimnis“ ist freigegeben. Das war am 17. Juli 1917, der Tag, an dem (nach Ansicht der meisten Direktoren) „die bestehende Tyrannei“ das Fass zum Überlaufen brachte.

Das Verkündiger-Buch beschreibt den Moment, in dem der Aufstand ausbrach, mit folgenden Worten: „Bei dieser Gelegenheit wurde auch eine bestürzende Mitteilung gemacht: Die vier gegnerischen Vorstandsmitglieder waren ihres Amtes enthoben worden, und Bruder Rutherford hatte an ihrer Stelle vier andere ernannt.“(S. 67)

War das so schnell und rechtlich überhaupt möglich? Für einen gewieften, durch und durch skrupellosen Juristen, wie es der Richter war, war das schon möglich. Dazu das Verkündiger-Buch, S. 68: „Es stellte sich heraus, dass die vier Vorstandsmitglieder zwar von Bruder Russell ernannt worden waren, doch dass diese Ernennungen nie durch eine Abstimmung der Mitglieder der Körperschaft auf der Jahresversammlung der Gesellschaft bestätigt worden waren. Somit waren die vier rechtlich gesehen überhaupt keine Mitglieder des Vorstands.“ Ganz streng genommen waren sie es nicht, aber dann wären es auch die übrigen drei nicht gewesen.

Der zweite Streich folgte sogleich, als in einem Atemzug mit der Entbindung der Vorstandsmehrheit auch die Freigabe des 7. Bandes erfolgte. Während die eine Hälfte der Bibelforscher-Gemeinde in Aufruhr stand, wurde die andere Hälfte durch eine bombastische Propaganda in Euphorie versetzt. S. 69 des Verkündiger-Buches berichtet: „Ende 1917 und Anfang 1918 verbreiteten die Bibelforscher eifrig das neue Buch „Das vollendete Geheimnis“. Als das Jahr 1917 zu Ende ging, war man vollauf damit beschäftigt, die Auflage von 850 000 zu drucken. Im „Wachtturm“ vom 15.12.1917 (engl.) wurde berichtet: ‚Es ist außer der Bibel kein Buch bekannt, von dem in einem vergleichbaren Zeitraum so viele Exemplare verkauft wurden wie vom siebten Band.’“

Was versetzte die andere Hälfte in einen solchen Begeisterungstaumel? Nicht die Wahrheit, sondern Versprechungen und Behauptungen über die kurz bevorstehende Erfüllung von Prophezeiungen.

Viele alte Bibelforscher, die die sechs Bände der Schriftstudien von Charles Russell kannten und akzeptierten, waren vor 85 Jahren über den siebenten Band ebenso entsetzt. Für sie war Rutherford ein „Unchrist“, und sie trennten sich von ihm. Die Mehrheit glaubte aber an die ungeheuerliche Behauptung des Wachtturms von 1919, S. 93, 95, der siebente Band sei „als Speise direkt vom Herrn gegeben, der auch die Verantwortung für ihn trage“. Und der Wachtturm-Jahrgang 1920 bescheinigte dem Band auf S. 118: „Er enthält keinen Irrtum.“ Logisch – denn schließlich war er eine Gabe direkt vom Herrn. Und nur wer das anerkannte, durfte gemäß dem Wachtturm von 1919 (S. 145, 146) als Ältester gewählt werden.

Kritik an Rutherfords unbiblischen Meinungen galt als Kritik an Jesus Christus. Im Wachtturm 1924 heißt es: „Wenn wir des Herrn Knechte bekritteln, so bekritteln wir den Herrn selbst.“(S. 136) Oder das Murren gegen eine Vorgehensweise Rutherfords wurde als Auflehnung gegen Gott hingestellt: „Irgendwelches Murren gegen des Herrn Art und Weise, seine Sache zu tun, ist ein Murren gegen den Herrn selbst.“ (WT 1927, S. 7, 88) Diese Ansicht wird auch heute noch vertreten, wer den Sklaven kritisiert, kritisiert Gott. 

Das ominöse Jahr 1925

Es ist unfassbar, wie viele sogar im Jahre 1926 noch zu dieser bedingungslosen Gefolgschaft bereit waren, nachdem sich dieser eine Führer als ein echter Verführer und falscher Prophet erwies. Etwa sieben Jahre lang wurde in einem gewaltigen Propagandafeldzug unter dem Motto Millionen jetzt Lebender werden niemals sterben für das Jahr 1925 (wie vorher für das Jahr 1914) das „Ende der Welt“ und die Aufrichtung eines weltweiten Paradieses auf der Erde angekündigt. Aber bekanntlich kam beides 1925 nicht.

Diese Begebenheit erwähnt Karl F. Klein (Glied der LK) in seinem Lebensbericht im Wachtturm vom 15. Dezember 1984 in einer kleinen Fußnote auf S. 26 mit den Worten: „Hinsichtlich seiner irrigen Feststellungen in Bezug auf das, was wir im Jahre 1925 erwarten könnten[?], sagte er einmal vor uns allen im Bethel: Ich habe mich lächerlich gemacht.“

„Das ist doch ein ehrliches und demütiges Eingeständnis“; könnte man meinen. Doch was ist von Kleins Konjunktiv „… 1925 erwarten könnten zu halten, obwohl es als „sicheres Datum vom Herrn“ angekündigt wurde? Der Gebrauch der Möglichkeitsform spiegelt den Geist der Unehrlichkeit jener Männer wider, die JZ mit der „geistigen Speise zur rechten Zeit“ versorgen.

Die vielen Leser des Wachtturms mussten nun erfahren, dass sie diese Zeitschrift in den vergangenen Jahren nicht richtig gelesen hatten. Alle ihre großen Erwartungen für 1925 waren „phantastische Gebilde“, die ihrer starken „Einbildungskraft“ entsprangen. Nun gab es aber auch Leser, die genau wussten, was sie in den vorangegangenen Jahren im Wachtturm gelesen hatten und sich nicht einreden ließen, unter Paranoia oder Wahnvorstellungen zu leiden.

Für solche Leser hatte Rutherford folgende Erklärung im Wachtturm 1925 (S. 291, 294) über den Ursprung ihrer Erwartungen für dieses Jahr: „Das Ende des Jahres 1925 ist ungefähr gekommen. Einige mögen erwartet haben, das Werk der Kirche im Fleische dieses Jahr unbedingt vollendet zu sehen. Wahrscheinlich ist diese Erwartung zum Teil mit veranlasst worden durch den Wunsch, die irdische Pilgerschaft schwerer Mühe zu beenden und behaglich niederzusitzen in Herrlichkeit. Wenn dem so ist, liegt dann nicht ein gewisses Maß von Selbstsucht in einem solchen Wunsch und solcher Erwartung? Selbstsucht könnte dem Herrn nicht wohlgefällig sein… Es ist zu erwarten, dass Satan versuchen wird, dem Sinn einiger Geweihter den Gedanken nahe zu legen, dass 1925 doch eigentlich ein Ende des Werkes bringen sollte.“

Und ein Jahr später hat der Präsident der WTG nochmals ein für allemal festgestellt: „Einige dachten, dass das Werk im Jahre 1925 enden würde, aber der Herr hat dies nicht gesagt. (WT 1926, S. 264) In früheren Wachtturm-Artikeln hieß es aber, dass „der Herr gesagt hat“, dass 1925 dieses und jenes geschehen werde. Leider vergaß man hinzuzufügen, dass damit nicht der Herr Jesus Christus oder der Herr-Gott gemeint war, sondern der Herr Rutherford.

Jetzt hat er es nicht gedacht und gesagt, sondern „einige dachten …“. Und woher hatten „einige“ diese „phantastischen (Gedanken-)Gebilde“? Richtig: sie entsprangen dem „selbstsüchtigen Wunsch“, „dass doch 1925 ein Ende des Predigt-Werkes bringen sollte“. Und wer hat ihnen einen so selbstsüchtigen Wunsch eingepflanzt? Stimmt: der Teufel! Jetzt wissen wir es endlich ganz genau, wer für die falsche Prophetie verantwortlich ist: Einige Abtrünnige, die dem Satan verfallen waren.

Rutherford und seine Eingebungen

Kein Präsident der WTG habe jemals behauptet, unter „Eingebung“ zu stehen, zu sprechen oder zu schreiben. Das ist die feste Ansicht der ZJ. Das ist aber ein Irrtum. Präsident Rutherford hat in seinem Buch „Feinde“ tatsächlich auf S. 71 behauptet, „unter der Eingebung und mit der Vollmacht des Höchsten“ zu sprechen! Und da JZ selbst sagen, dass man keinem Menschen – noch nicht einmal der LK – blindlings vertrauen darf, müssen wir unbedingt den Rat des Apostels Johannes beherzigen: „Meine lieben Freunde, glaubt nicht allen, die vorgeben, den Geist zu besitzen! Prüft sie, um herauszufinden, ob ihr Geist von Gott kommt. Denn viele falsche Propheten sind unterwegs.“

Wenn die Voraussagen eines Menschen nicht zur vorausgesagten Zeit eintreffen und andere Aussagen sogar mehrmals korrigiert und mit der Bibel in Übereinstimmung gebracht werden müssen, dann können seine Eingebungen nur von „dunklen Mächten“ stammen. Leider sind JZ als Organisation einem solchen Menschen auf den Leim gegangen. Vor diesem Hintergrund muss die eingangs gestellte Frage „ist die „theokratische Organisation“, die Versammlung der Gemeinde Christi“ offensichtlich verneint werden.

Mag ich nicht (0)

63 Kommentare zu “Was für ein Mensch war Richter Rutherford?

  1. O.W.Schade

    "EIN WUNDERSCHÖNER AMERIKANISCHER TRAUM.... "

    Sind Jehovas Zeugen eine amerikanische Sekte, fragt JW.ORG in seiner Rubrik: Über uns?
    https://www.jw.org/de/jehovas-zeugen/haeufig-gestellte-fragen/keine-sekte/

    Die Begründung, liebe BI Aktuell Leser, entspricht dem amerikanischen Traum eines jeden Pioniers und eines jeden Jungunternehmers. Zu 100% von Gottes Segen. Damit haben die US Amerikaner auch kein Problem. Politisch, militärisch oder auch in religiöser Hinsicht. Überall in Amerika ist der Segen Gottes enthalten, entweder öffentlich oder aber verdeckt und versteckt.

    "Was wir lehren, so JW.ORG, gründet sich komplett auf die Bibel - nicht auf die Schriften irgendeines religiösen Predigers in den USA." Eine wunderschöne religiöse Illusion, ein herrlicher amerikanischer Traum, eine Seifenblase made in USA.

    Folglich war alles rein biblisch und nichts Falsches kam aus der Feder von Russell, Rutherford, Knorr, Franz und so weiter.... Dann dürfen Jehovas Zeugen in aller Seelen Ruhe weiterträumen, ihren amerikanischen Traum vom vollkommenen Glauben. Mit der Realität hat das allerdings nichts gemeinsam.

    LG O.W.S.

  2. Käfer

    Lieber Brüder,
    erstmal möchte ich mich ganz, ganz herzlichst bedanken das ihr euch die viele Arbeit macht unseren Schöpfer und seinen Sohn in das richtige Licht zu stellen.
    Habe hier soviel schon gelesen und bin erschüttert und frage mich nun wie soll es weiter gehen mit meiner Hoffnung über das was ich bisher gelernt habe aus Gottes Wort mit Hilfe der JZ.
    Oft ja sehr oft konnte ich die Tränen nicht zurückhalten denn mein ganzes Glaubensgebäude fängt an zu wanken. Nicht an Gott und Jesus Christus aber an die Lehren die mir die Hoffnung gaben einmal einmal wenn Gott es will im Paradies meine Lieben wiederzusehen.
    Jetzt sitzte ich wieder hier nach einer schweren Zeit die hinter mir liegt und wollte meinen Glauben stärken wobei ich immer und immer wieder gebetet habe das ich die "WAHRHEIT DIE UND FREI MACHT" richtig verstehe und danach leben kann.
    Habe vor ein paar Monaten Euer Buch auch bestellt und fast durchgelesen.
    Momentan lese ich viel in der Bibel in den Evangelien und Briefen. Das gibt mir die Kraft nicht aufzuhören.
    Werde mich wieder melden.
    Macht bitte so weiter in Liebe und Demut die Wahrheit offen zu legen.

    Es grüßt in in Dankbarkeit
    "Käfer"

    1. pit an Käfer

      Lieber Käfer,
      herzlich Willkommen.
      Wenn Hoffnungen zerspringen ist es eine schwere Zeit. Aber es zerspringen auch die Ketten der Lügen. Das bringt neue Freiheit in die Gedanken.
      Und die Zusicherung des Herrn bleibt bestehen. So, wie ER auferstanden ist, so werden deine Liebsten auferstehen.
      Daran ändert sich nichts. Auch nicht, wenn du das Zeugen-Modell als falsch erkennst.
      Ob das im Himmel, auf der Neuen Erde oder erst im Himmel und dann auf einer Neuen Erde sein wird, kann man aus der Schrift nicht eindeutig sagen. Aber ich weiss, dass es so schön sein wird, wie wir uns das heute nicht vorstellen können. Wo auch immer. Ich vertraue da ganz auf unsere beiden Höchsten.
      Friede pit

      1. Käfer

        Käfer & pit
        Danke für die liebe Ermunterung mit deinen Worten.
        Für Dich und alle hier meinen Dank.
        Käfer

        1. Argentum an Käfer

          Lieber Käfer,
          auch von mir herzlich willkommen. Wenn Dein falsches Glaubensgerüst zerfällt, bleibt darunter ein starkes festes Fundament übrig und Du wirst spüren, daß Dich die Wahrheit hinter der " Wahrheit" besser trägt, weil sie Dich näher zu Gott bringt und Du Dich Kind Gottes nennen darfst. Darauf werden sich begründete spürbare Hoffnungen aufbauen.
          Du wirst sehen, das es Dir viel mehr Frieden gibt, als jede falsche Lehre, die Du unerkannt angenommen hast.

          Ganz liebe Grüße
          Argentum

  3. Hallo Brüder und Schwestern,
    ich weiß nicht wo ich den Link einstellen soll so habe ich ihn unter diesem Thema eingestellt.
    Beim hersurfen habe ich etwas gefunden über sogenannte Freikirchen,er wird erklärt was man unter Freikirche versteht und dan folgt ein Bericht einer Frau die von einer Fundamentalistischen Freikirche versklavt wurde,wenn auch die >Sprache< eine andere ist,so sind die Methode sich ähnlich,die einen Machen JHWH lächerlich und die anderen machen es mit Christus.
    Hier der Link,interessant ist der Bericht nach der Erklärung was eine Freikirke ist,hier wird voneiner wohl sehr fundamentalistischen Berichtet.
    http://sekten-info-nrw.de/index.php?option=com_content&task=view&id=273&Itemid=1
    LG
    Klaus

  4. erwachter Sünder an Alle

    Liebe BI-Gemeinde,

    zu der Aussage im Beitrag:Was für ein Mensch war Richter Rutherford?
    „Die Mehrheit glaubte aber an die ungeheuerliche Behauptung des Wachtturms von 1919, S. 93, 95, der siebente Band sei „als Speise direkt vom Herrn gegeben, der auch die Verantwortung für ihn trage“. Und der Wachtturm-Jahrgang 1920 bescheinigte dem Band auf S. 118: „Er enthält keinen Irrtum.“

    Ein kurzer Überblick über einige darin „offenbarte Wahrheiten“ ( absurde Behauptungen )
    Aus JWsurvey.org
    Zum ­ Buch „Das vollendete Geheimnis“- der siebente Band ( mit Google-Übersetzer)
    auszugsweise:
    „Im Folgenden sind nur einige der auffälligsten Beobachtungen aus der vollendete Geheimnis. You are encouraged to look up the pages in the book yourself to see that I am not exaggerating. Sie werden ermutigt, schauen die Seiten im Buch selbst zu sehen, dass ich übertreibe nicht.
    The book claimed that Russell's estrangement from his wife Maria was prophesied in the Bible Das Buch behauptet, dass Russells Entfremdung von seiner Frau Maria in der Bibel prophezeit
    Charles Taze Russell was the “faithful and wise servant” (or “faithful and discreet slave”) and he was also the “seventh angel” mentioned in the book of Revelation. Charles Taze Russell war der "treue und kluge Knecht" (oder "treuen und verständigen Sklaven"), und er war auch der "siebente Engel" im Buch der Offenbarung erwähnt. (pp.4-6, 53, 169) (pp.4-6, 53, 169)
    The book of Ezekiel prophesied that God would separate Russell from his wife, Maria, and make her “dead” in his eyes. Das Buch Hesekiel prophezeite, dass Gott Russell von seiner Frau, Maria zu trennen, und stellen in den Augen ihrer "tot". (pp.483-484) (pp.483-484)
    Russell continued to supervise the harvest work, even after his death. Russell weiterhin die Erntearbeit zu überwachen, auch nach seinem Tod. (pp.144, 256) (pp.144, 256)
    Ezekiel 33:22 foretold Russell speaking from beyond the grave by means of The Finished Mystery. (p.530) Ezekiel 33:22 vorhergesagt Russell spricht von jenseits des Grabes durch die vollendete Geheimnis. (P.530)
    The Finished Mystery was “divinely provided” to humanity, and is the “incense burner” referred to in Revelation 8:5. Das vollendete Geheimnis wurde "göttlich vorgesehen", um die Menschheit und ist das "Duftbrenner" in Offenbarung 8 bezeichnet: 5. (p.145) (S.145)
    Revelation 14:20 predicted the precise traveling distance between where The Finished Mystery was written, and where it was printed. Revelation 14.20 vorhergesagt den genauen Fahrstrecke zwischen denen Das vollendete Geheimnis geschrieben wurde, und wo es gedruckt wurde. (p.230) (S.230)
    The “loud voice” in Revelation 14:18 was a “disappointed cry” because Russell did not have time to complete The Finished Mystery himself. Die "große Stimme" in der Offenbarung 14.18 war ein "enttäuscht Schrei", weil Russell hatte keine Zeit, um abzuschließen Das vollendete Geheimnis selbst. (p.227) (S.227)
    The “behemoth” of Job 40 is the stationary steam engine, and the “leviathan” of Job 41 is the steam locomotive. Der "Koloss" Hiob 40 ist die stationäre Dampfmaschine, und die "Leviathan" Hiob 41 ist die Dampflokomotive. (pp.84-85) (pp.84-85)
    The rider on the white horse in Revelation 6:2 is the “Bishop of Rome” who is the “personal representative of Satan”. Der Reiter auf dem weißen Pferd in Offenbarung 6: 2 ist der "Bischof von Rom", die den "persönlichen Vertreter des Satans" ist. (p.106) (S.106)
    Michael and his angels, as described in Revelation 12, are the Pope and his bishops. Michael und seine Engel, wie in Offenbarung 12 beschrieben, den Papst und seine Bischöfe. (p.188) (S.188)
    The “voice out of heaven” in Revelation 18:4 is the voice of the Watch Tower Society. Die "Stimme aus dem Himmel" in Offenbarung 18: 4 ist die Stimme von der Wachtturm-Gesellschaft. (p.276) (S.276)“ Zitat Ende

    So viel zu:„als Speise direkt vom Herrn gegeben, der auch die Verantwortung für ihn trage“.und „Er enthält keinen Irrtum.“

    Russell und Rutherford waren überzeugt davon, dass Gottes Thron in den Plejaden steht.
    „Gott in den Plejaden?
    Ein verblüffendes Kapitel der "Wachtturm"-Geschichte
     
    Die Plejaden sind ein offener Sternhaufen, angesiedelt im Sternbild Stier, volkstümlich als "Siebengestirn" bekannt.  Unter günstigen Bedingungen können mit bloßem Auge sogar bereits 9 oder 10 Sterne beobachtet werden.  Der hellste Stern ist Alcyone.  Die Entfernung der Plejaden zur Erde wird mit ungefähr 410 Lichtjahren angegeben.
    Aus dieser Entfernung muß Gott Anfang dieses Jahrhunderts unsere Gebete gehört haben, will man einigen Aussagen aus der Literatur der Wachtturm-Gesellschaft jener Zeit folgen.
     
    Über Jahrzehnte...
    Bereits 1895 drückte der Zion's Watch Tower die Überzeugung aus, daß sich das sichtbare Universum um die Plejaden als seinem Mittelpunkt dreht und daß dieses Zentrum der höchste Himmel, der Thron Gottes sein könne.  ("that that center may be the heaven of heavens, the highest heaven, the throne of God."  May 15, pg. 1814)  Diese Ansicht hat man offenbar über Jahrzehnte aufrecht erhalten, denn in der Ausgabe vom 15. Juni 1915 wird wiederholt, daß die Plejaden die Residenz Jehovas sein könnten, der Ort, von dem er aus das Universum regiert. ("the Plejades may represent the residence of Jehovah, the place from which he governs the universe."  June 15, 1914, page 5710 Reprints)
     
    Gottes Thronsitz
    Diese Linie wurde von Rutherford übernommen.  Sein Buch "Reconciliation" (1928) lehrt auf Seite 14, daß die Plejaden der Ort sind, an dem der ewige Thron Gottes steht ("the Pleiades ist the place of the eternal throne of God").  Dieser wurde sogar noch näher lokalisiert:  Gott regiert natürlich vom hellsten Stern der Plejaden, von Alcyone.  Rutherford schreibt in "Reconciliation" mit dem Gedanken, daß einer der Sterne der Wohnsitz von Jehova ist. ("that one of the stars is the dwelling-place of Jehovah." S. 14)   Damit nimmt er Bezug auf eine ebenfalls schon in Russells Schriftstudien formulierte Lehre, nach der Gott ausdrücklich von Alcyone aus regiert: ("Alcyone, the central one of the renowned Pleiadic stars...from which the Almighty governs the universe" (Band 3, S. 327).
     
    Erst 1953
    findet sich in der Wachtturm-Ausgabe vom 15. November des Wachtturms (S. 703) eine Aussage, die diese Lehre explizit zurücknimmt:   Demnach wäre es doch eher unweise von uns, Gottes Thron an einem bestimmten Punkt im Universum festzulegen.  ("it would be unwise to try to fix God's throne as being a particular spot in the universe.")
    Unklar bleibt, ob die Lehre im Laufe der Jahrzehnte einfach in Vergessenheit geraten ist, oder ob man einen konkreten Anlaß gesehen hat,  später doch noch mal zu dementieren.“
    Aus http://www.zj-im-blickpunkt.de/

    LG vom erwachten Sünder

    1. Petrus111

      Lieber Erwachter Sünder,
      Danke für Deinen Beitrag.
      Jeder JZ, der sich fragt, ob er über seine Religion selber nachdenken darf, ob er wirklich den wahren Glauben hat und ob er ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn er "untätig" ist - und: der Angst hat, ausgeschlossen zu werden, sollte sich einfach über Tatsachen informieren.

      Eine Religion, deren Begründer 40 Jahre lang Zeitrechnungen verfolgte und die Mitglieder auf das Ende der Welt vorbereitet hat, der Freimaurer war und dessen wesentlichen Erkenntnisse auch aus der ägyptischen Mythologie gezogen wurden - und ein Nachfolger, der mit dem oben beschriebenen Unsinn weitergemacht hat: das sind die Grundlagen, auf denen JZ ihre allein wahre Religion aufbauen....

      Man muss sich nur ein BISSCHEN informieren und bereit sein, Dinge zu hinterfragen, um festzustellen, dass das eben nicht die Wahrheit ist...

      Die neueste Interpretation des Begriffs der "Generation"

      siehe
      http://tv.jw.org/#en/video/VODProgramsEvents/pub-jwbmw_201511_3_VIDEO

      wurde von einem sehr gläubigen JZ mir gegenüber als "Sekundär-Wahrheit" bezeichnet - er glaubt diese Lehre nicht - hält aber trotzdem treu an der Org fest.

      Nun frage ich:
      was ist wesentlich für eine Religion?
      Die Gottvorstellung
      Die Vorstellung von Sünde und Erlösung
      und natürlich die Vorstellung über die Frage, wie es denn in der Zukunft weitergeht: Himmel und Hölle, ewige Jagdgründe oder was?!

      Die Kirchen der Christenheit haben da recht nebulöse Angebote, die letztlich über die Gnade Gottes jedenfalls nichts schlimmes verheißen - wahrscheinlich sogar ganz Gutes. Ich habe bei diversen Traueransprachen von Pastoren gut zugehört und nichts konkretes rausgefunden 🙂 .

      ABER: dieses neueste Ding zur "Generation" sollte doch nun klar machen, dass diese Religion es nicht darauf abgesehen hat, ihre Schäfchen mit der Wahrheit zu versorgen - sondern darauf, den Druck auf dem Kessel zu halten.

      Allerdings: wenn man in der Religion drin ist, dann ist der Weg hinaus kein leichter. Das ist aber keine Frage von Glauben, es ist eine Frage psychischer Abhängigkeiten, des sozialen Drucks und der drohenden Isolation.
      Ich werde demnächst dieses Thema einmal umfassend aus soziologischer Sicht beleuchten, dabei aber natürlich nicht die Aussagen der Bibel außer Acht lassen - zu denen es auf dieser Seite aber schon sehr umfassende Abhandlungen gibt, die die diesbezüglichen Lehren deutlich in Frage gestellt sein lassen.

      Beste Grüße
      Petrus111

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