Warum demjenigen etwas geben, der schon alles hat?

Artikel zum WT-artikel aus WT 01_2018: welcher am 18.03.2018 studiert wird

https://www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/wachtturm-studienausgabe-januar-2018/warum-demjenigen-etwas-geben-der-schon-alles-hat/

Gott liebt einen fröhlichen Geber!
Wem gibst Du etwas, wenn Du gibst?

Zwei Zeugen Jehovas waren gemeinsam im Predigtdienst und tauschen ihre Erfahrung aus. Bei einem geselligen Beisammensein berichten sie über einen Wohnungsinhaber, der der Botschaft aufmerksam zuhörte, weil er sich gerade sehr über seine Kirche entrüstete. Den Wohnungsinhaber störte besonders, dass die Kirche, obwohl doch sehr reich, beim Gottesdienst am Sonntag auch noch den Klingelbeutel herumgehen ließ. Auch der Prunk der Kirche störte den Mann.
Die Brüder waren sich einig, dass es wohltuend sei, einer Organisation anzugehören, die sich nur aus freiwilligen Spenden finanziere und in der jeder sich so einsetze, wie er es eben könne.

Ermunternde Gespräche zwischen Glaubensbrüdern sind eine gute Sache. Es tut jedem gut, sich gegenseitig in gemeinsamen Zielen zu bestärken. Auch die Erkenntnis, dass die Organisation Jehovas stets „Speise zur rechten Zeit“  bekommt, bestärkt die Brüder darin, in ihrem Eifer nicht nachzulassen und sich tatkräftig im Werk der Organisation der Zeugen Jehovas einzusetzen.

Ein Artikel im Studier-Wachtturm, der im Oktober 2017 verfügbar ist, wurde etwa 2-3 Monate vorher geschrieben und für den Druck bereit gemacht. Etwa im Juli 2017 also wurde der Artikel geschrieben, der ein Dreivierteljahr später als „Speise zur rechten Zeit“ am Sonntag, den 18.03.2018 studiert wird. Überschrieben ist der Artikel „Warum demjenigen etwas geben, der schon alles hat?“.

Stellen wir uns vor, der eingangs erwähnte Wohnungsinhaber hätte sich darüber entrüstet, dass in einer Bibelrunde oder einem Hauskreis seiner Kirche eine Dreiviertelstunde nichts anderes passiert sei, als zum Spenden aufzurufen. Wir werden auf Inhalte des Artikels kurz eingehen, vorweg sei aber festgestellt:

Verstärker-Sätze

Der Artikel ist ein Musterbeispiel für das System der WTG, Gehirnwäsche zu betreiben.
In dem Artikel kommen mindestens 93 Elemente/Wörter vor, die auf das Spenden abzielen. 25 mal wird das Wort „Spende“ als Substantiv oder Verb benutzt, 35 mal das Wort „geben/Gabe“. Sätze, die solche Worte enthalten, werden mit Verstärker-Sätzen wie „…Ähnlich war es mit Jesus und seinen Aposteln…“ ergänzt, um ihre Wirkung zu erhöhen.

Wie ist der Artikel aufgebaut? Es geht darum, die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas dazu zu animieren, ihrer Organisation, die immer wieder „als die Organisation Jehovas“ bezeichnet wird, Spenden zu machen. Das Wort „Organisation“ kommt übrigens dreizehnmal in dem Artikel vor.

Zunächst wird an das Gefühl der Dankbarkeit Gott gegenüber appelliert.

Ab Vers 5 allerdings wird es verwirrend. Es wird Offenbarung 4:11 zitiert, wonach Gott Ruhm und Ehre zustehen; etwas zu spenden wird sodann gleichgesetzt damit, Gott Ruhm und Ehre zu geben.

Dann wird vom prophetischen Buch der Offenbarung übergeschwenkt zu den 3 Festen der Israeliten, bei denen sie auch Opfer darbrachten und mit diesen nicht nur Gott opferten, sondern auch den Stamm Levi versorgten, der die Priesterdienste wahrnahm.

Der Absatz 6 setzt das individuelle Schenken oder Versorgen in der Familie mit dem anonymen Spenden von Geldern an eine religiöse Organisation gleich und behauptet, man werde sich wohl dabei fühlen, wenn man das tut.

Zitat Abs. 6: „Es tut uns gut, großzügig zu geben und nicht nur zu empfangen.  Vielleicht macht ein Kind seinen Eltern von seinem kleinen Taschengeld ein Geschenk. Wie sehr sie sich darüber freuen! Oder angenommen, ein Sohn oder eine Tochter wohnt noch bei den Eltern und ist im Pionierdienst. Wäre es nicht angebracht, wenn er oder sie etwas zum Haushaltsgeld beisteuert? Vielleicht erwarten die Eltern das nicht. Aber möglicherweise nehmen sie es an, weil Kinder auf diese Weise ihre Wertschätzung für alles zeigen können, was ihre Eltern für sie tun. Bei Jehova ist es ähnlich. Er weiß: Wenn wir von „unseren wertvollen Dingen“ etwas geben, tut uns das gut.

An dieser Stelle möchte ich meine persönlichen Erfahrungen einbringen: Ich bin in den siebziger Jahren in einem Haushalt mit mehreren Kindern aufgewachsen. Die Mutter war nicht berufstätig, der Vater war stolz darauf, eine Teilzeittätigkeit auszuüben, die es ihm erlaubte, mehr Zeit im Predigtdienst einsetzen zu können. Der Vater verbrachte seine Wochenenden und große Teile seines Urlaubs damit, bei Kongressbauten tätig zu sein. Er investierte Fahrtkosten und außerdem wurde noch nach Kräften für diese Projekte gespendet.
Aufgrund der Tatsache, dass ich als Junge sogar Schuhe und Pullover meiner Schwestern auftragen musste, weil das Geld für neue Kleidung fehlte, war ich ein Außenseiter. Auch das notwendige Schulmaterial war zu teuer, weshalb alle im Schulunterricht die richtigen Bücher hatten, nur ich nicht. An Urlaub mit der Familie war überhaupt nicht zu denken; unser Urlaub waren die Kongresse. Aber ich durfte in den Ferien zur Oma und zur Tante; das hatte den Vorteil, dass die mich mit Essen und Kleidung versorgten.

Hier hat also – und dies ist im Gegensatz zur Eingangsszene dieses Artikels leider nicht fiktiv – bereits in den siebziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts die Indoktrination so gut funktioniert, dass selbst kinderreiche Familien aus ärmsten Verhältnissen in Deutschland ihr Geld lieber der Organisation gespendet und für deren Ziele verwendet haben als ihren Kindern eine einigermaßen angenehme Kindheit zu bereiten.

Absatz 7 und 8 ist ebenfalls typisch für WT-artikel: den Brüdern und Schwestern in den Versammlungen werden als Vorbilder für ihr Handeln Könige, Staatsführer und religiöse Führer einer Nation empfohlen. Das wäre so, als wenn man sagt: „warum machst Du das nicht? Die Kanzlerin der Bundesrepublik und der Bundespräsident können das doch auch!“.

In der Bibel finden wir zahlreiche Beispiele für Großzügigkeit. Manchmal spendeten Diener Jehovas für einen bestimmten Zweck. Moses rief zum Beispiel zu Spenden für den Bau der Stiftshütte auf. Und König David tat dasselbe für den  Bau des Tempels …. In den Anfängen der Christenversammlung wurden die Brüder einmal auf einen Bedarf aufmerksam gemacht, der durch eine Hungersnot entstanden war.

8 Jehovas Diener unterstützten auch solche, die im Werk führend vorangingen. Unter dem Gesetz von Moses erhielten die Leviten — im Gegensatz zu den anderen Stämmen — kein Erbe. Sie bekamen von den Israeliten einen Zehnten und konnten sich so auf ihre Arbeit an der Stiftshütte konzentrieren (4. Mo. 18:21). Ähnlich war es mit Jesus und seinen Aposteln. Sie profitierten von der Großzügigkeit der Frauen, „die ihnen mit ihrer Habe dienten“ (Luk. 8:1-3).

Die Argumentation ist aber auch deshalb fragwürdig, weil Moses, David und andere Staatsführer sich kaum in einer vergleichbaren materiellen Situation befanden.

In Absatz 8 wird dann aber mit einem gedanklichen Schwenk noch übergeleitet auf Spenden für Bedürftige und Personen, die ihre ganze Zeit für die Mission einsetzten, zum Beispiel: der Sohn Gottes auf Erden und seine Jünger.

Die Absätze 9 – 11 können überschrieben werden mit: spende alles für alles. Man kann alles, was man hat, zur Verfügung stellen – und es wird dann auch garantiert für Zwecke der Organisation verwendet – womit man: Gott dient, denn Spenden ist Teil der Anbetung.

Wurde früher betont, das Wichtigste sei die Mission, der Predigtdienst in all seinen Formen; das Geld sei nur Mittel zum Zweck, so wird in Absatz 5 formuliert: „Geben ist auch ein Teil unserer Anbetung.“

In Absatz 12 versichert der Artikel, dass die Spendengelder zweckentsprechend eingesetzt werden. Dies behauptet der erste und der letzte Satz im Absatz; zwischen diesem ersten und letzten Satz werden völlig sinnfrei „Beispiele aus alter Zeit“ angeführt; allein dieser Absatz des Artikels ist mit 4 Bibelstellen angereichert.

12 Die leitende Körperschaft betet darum, bei der Verwendung der Mittel der Organisation treu und verständig zu sein (Mat. 24:45). Die erhaltenen Gelder werden einem bestimmten Zweck zugewiesen und dafür eingesetzt (Luk. 14:28). In biblischer Zeit stellten Verwalter von zweckgebundenen Mitteln sicher, dass die Spenden nur wie vorgesehen verwendet wurden. ….. Der Apostel Paulus sammelte Gelder, um den Brüdern in Judäa Hilfe zu leisten. Er sorgte dafür, dass beim Überbringen des Geldes alles ehrlich ablief — „nicht allein vor den Augen Jehovas, sondern auch vor den Augen der Menschen“. Wie Esra und Paulus achtet die Organisation heute genau darauf, wie Spenden verwendet werden.

Man muss es an dieser Stelle jedoch betonen: es gibt im Finanzgebaren von Zeugen Jehovas keinerlei Transparenz. Es wird weltweit Geld eingesammelt; die Organisation ist ein Konzern, bei dem diejenigen, die Geld hineinpumpen, überhaupt nichts über die Mittelverwendung erfahren. Die Organisation hat systematisch die lokalen Strukturen entmachtet; die Königreichssäle gehören nicht mehr den Ortsversammlungen, sondern dem „Mutterkonzern“ mit seinen Zweigstellen. Säle werden zu Dutzenden verkauft, den Mitgliedern deutlich längere Wege zugemutet.

Das meint denn wohl auch der Absatz 13 mit „Vereinfachungen“.

Zitat Abs. 13:

13 Eine Familie überlegt vielleicht, wie sie es schafft, nicht mehr auszugeben als hereinkommt. Oder sie versucht, das Leben zu vereinfachen und Ausgaben zu verringern, um mehr für Jehova zu tun. Das Gleiche trifft auf Jehovas Organisation zu. In den letzten Jahren gab es viele spannende neue Projekte. Zeitweise gab man dafür mehr Geld aus als hereinkam. Die Organisation sucht daher nach Möglichkeiten, die Kosten zu senken und die Arbeit zu vereinfachen. Ziel ist es, die freigebigen Spenden bestmöglich zu nutzen.

Die Drucktätigkeit, also die Menge an ausgestoßener Literatur ist drastisch gesunken; Säle werden verkauft und Versammlungen teilen sich zu unmöglichsten Versammlungszeiten und unter Inkaufnahme weiter Wege einen Saal.

Jeder Jugendliche kann heutzutage mit seinem Handy ein Video drehen und das ins Netz stellen. Mit nur wenig mehr Aufwand agiert JW-broadcasting – dennoch wird diese Minimalinvestition, also der Fernseh-Predigtkanal von Zeugen Jehovas, von „einem asiatischen Ehepaar“ gelobt.
Und die Brüder im deutschsprachigen Raum, die nun Woche für Woche weitere Wege zur Versammlung zurücklegen müssen, verstehen das gut, weil „Brüder aus Honduras“ sich über ihren neuen Saal freuen.

Skandalös wird es in Absatz 17:

Zitat: „Ein leitender Angestellter eines großen Unternehmens besuchte eine unserer Druckereien. Er war erstaunt, dass die ganze Arbeit auf freiwilliger Basis erledigt und durch Spenden finanziert wird — ganz ohne Umsatzerlöse oder Spendenaufrufe.“

Liebe Freunde, ich wüsste gern den Namen des „leitenden Angestellten eines großen Unternehmens“. Möglicherweise war es der Papierverkäufer, der noch ein bisschen Umsatz mit der WTG für ihre immer mehr eingeschränkte Drucktätigkeit macht. Wie auch immer: er stellt fest, dass die „Arbeit der WTG durch Spenden finanziert werde – GANZ OHNE SPENDENAUFRUFE???

Das ist empörend! Der ganze Artikel – vorzustudieren in den Familien, durchzunehmen eine Dreiviertelstunde am Sonntag in der Versammlung – ist ein einziger Spendenaufruf. Aber in dem Artikel wird erklärt, dass es genau das nicht gäbe!
Zeugen Jehovas sind keine dummen Menschen, das kann ich aus 50 Jahren Umgang mit ihnen grundsätzlich sagen. Wenn man einen solchen Artikel mit einer solchen Aussage „verkaufen“ kann, dann sind die Brüder und Schwestern einfach Gehirn-gewaschen – man kann ihnen alles erzählen – sie werden es glauben.

Der Schluss des WT-artikels versichert allen Gebern großes Glück. Dieses wird ebenso nebulös beschrieben und umschrieben wie die Endzeiterwartung der WTG, die einst konkret und nun immer nebulöser, aber dennoch ganz nah ist.

Ich habe überlegt, ob ich nachstehende Ausführungen an den Anfang oder an das Ende meiner Abhandlung stellen soll – ich stelle sie ans Ende:

Jede Organisation braucht finanzielle Mittel zur Verwirklichung ihrer Ziele. Sei es eine Familie, ein Verein, eine kommunale oder staatliche Einheit oder eine Kirche: ohne Geld geht es nicht.
Man kann Geld durch geldwerte Dinge ersetzen: Arbeit kann kostenlos zur Verfügung gestellt werden, man kann Waren, die sonst teuer gekauft werden müssten, mit Arbeitsleistung selbst aus Rohprodukten herstellen. Da, wo etwas geleistet wird, braucht man zur Wertschöpfung „Boden, Arbeit und Kapital“ in irgendeiner Form.

Somit benötigen auch Zeugen Jehovas für das, was sie tun, finanzielle Mittel. Das ist normal; es ist grundsätzlich nichts Ehrenrühriges.

Problematisch sind folgende Tatsachen:

  • Zeugen Jehovas betonen die Freiwilligkeit ihrer Spenden, stellen aber gleichzeitig fest, dass das Spenden Teil der Anbetung sei. Die Anbetung aber ist in einer Religionsgemeinschaft das Wesen der Religionsgemeinschaft und somit in der Gemeinschaft keineswegs freiwillig.
  • Zeugen Jehovas betonen, dasss sie nicht zu Spenden aufrufen.
    Dieser WT-artikel macht deutlich, dass das einfach nicht stimmt.
  • Bei Jehovas Zeugen gibt es keinerlei Transparenz über die Höhe der zur Verfügung stehenden Mittel, weder über die Spenden noch über die Erträge aus Kapitalanlage. Insoweit ist die Aussage des „leitenden Angestellten“, welche als wahr in den Raum gestellt wird, auch irreführend. Zwar haben Zeugen Jehovas keine Umsatzerlöse, sie haben aber Erlöse aus Kapitalvermögen, weil sie Aktien und andere Geldanlagen besitzen.
  • Und bei Zeugen Jehovas gibt es keinerlei Transparenz über die Mittelverwendung.
    Durch einen lokalen Rechnungsbericht wird in den Versammlungen der Eindruck erweckt, man lege Rechenschaft über finanzielle Mittel ab. Die nächste Hierarchieebene ist aber bereits die Deutschland-Zentrale in Selters – und da hört der Informationsfluss auf. Es ist unmöglich, Informationen über die Mittelverwendung zu erhalten.

Wer oder was eigentlich ist die „Organisation“? Wer bestimmt, was mit all den Spendengeldern und den Erträgen aus Kapital und aus Immobiliengeschäften geschieht?

Jede Kirche hat einen Kirchenvorstand; die übergeordneten Stellen sind ebenfalls demokratisch organisiert; es muss Rechenschaft über Mittelherkunft und Mittelverwendung abgelegt werden – die Buchhaltung ist offen und transparent. Bei Zeugen Jehovas ist nichts offen, nichts bekannt, nichts transparent. Selbst die Verfahrensvorschriften, nach denen Älteste „die Herde Gottes hüten“, sind ausdrücklich geheim – nicht für die Gemeindemitglieder bestimmt.

Wem also gibst Du, wenn Du etwas gibst?

Mag ich nicht (4)

24 Kommentare zu “Warum demjenigen etwas geben, der schon alles hat?

  1. Aesculap

    Ananias und Saffira....,

    In hier unter stehende Link wird versucht was Licht zu werfen was im Dunkeln läuft.

    Überblick und Offenheit über der Spendengeldern ist der WTG fremd. Aber sicher ist das hier etwas Faul ist bei de WTG.

    http://www.die-vierte-wache.eu/DE/1-ananias-und-sapphira-ag.html

    http://www.die-vierte-wache.eu/DE/1-aktiengewinne-der-wtbts.html

    http://www.die-vierte-wache.eu/DE/1-spendenmotive.html

    Warum fehlende Offenheit.....❓ 🤔  💰 💶 💸

    MvG

    🐍 Jer 8:17

  2. Matthäus

    Zur Behauptung, Spendengeldern werden nur zur Förderung der Guten Botschaft verwandt:

    Am 5. Mai 2003 erschien in mindestens vier große schwedische Tageszeitungen (Expressen, Göteborgsposten, Svenska Dagbladet und Kvällsposten) eine Gegendarstellung des schwedischen Zweigbüros zu einem Fernsehreport vom 8. April 2003 über Kindesmißbrauch unter Zeugen Jehovas.

    Die Argumentation war überaus einseitig und entstellte so viele entscheidende Zusammenhänge, daß sie eine Klarstellung durch die Fernsehredaktion geradezu herausforderte. Diese erfolgte postwendend und verstärkte nur noch den negativen Eindruck in der aufmerksam gewor- denen Öffentlichkeit.

    Jede dieser Anzeigen kostet mehrere tausend (!) Euro.

    ....über die ach so geldgierigen Kirchen schreibt man:

    Außerdem werden in Ländern wie den Vereinigten Staaten und Kanada die Kirchenkassen geleert durch die hohen Ausgaben in Verbindung mit Prozessen und Urteilen gegen Geistliche, die Schändliches mit Kindern und mit Erwachsenen getrieben haben (Matthäus 23:1-3).

    Der Wachtturm, 15. August 1994, S. 11-13

    Am 5. Juli 1998 setzte die Wachtturm-Gesellschaft einen ganzseitigen offenen Brief an den französischen Präsidenten Jacques Chirac in die New York Times. Darin wurde der französischen Steuerbehörde Diskriminierung und Menschenrechtsverletzung vorgeworfen, weil sie die Association Cultuelle des Témoins de Jéhovah mit einer hohen Steuernachforderung belegte.

    Die Argumente wurden weder im Inhalt noch im Stil der tatsächlichen Sachlage gerecht und provozierten den französischen Staat nur. Wie zu erwarten war, endeten die Bemühungen in einer Niederlage: Am 28. Februar 2002 bestätigte das Appellationsgericht in Versailles in letzter Instanz die Rechtmäßigkeit der Steuerforderung.

    Eine solche Anzeige kostet über einhunderttausend (!) US-Dollar

    1. Matthäus

      Bereits in der zweiten Ausgabe des Wacht-Turms (August 1879, engl.) erklärte Bruder Russell: „Die Zeitschrift ‚Zions Wacht-Turm‘ wird, wie wir glauben, von JEHOVA unterstützt und braucht deshalb nie bei Menschen um Unterstützung zu bitten oder zu betteln. Wenn er, der sagt: ‚All das Gold und Silber der Berge ist mein‘, nicht mehr die nötigen Mittel zur Verfügung stellt, nehmen wir an, daß es Zeit ist, ihr Erscheinen einzustellen.“ Damit in Übereinstimmung wird in der Literatur der Zeugen Jehovas nicht um Geld gebettelt. ...

       

      Nun wird wohl niemand bestreiten wollen, dass zum Gottesdienst eines Christen auch das Spenden gehört. Aufdringliche Spendenaufrufe aber gehen uns wahrscheinlich gegen den Strich, stoßen uns gar ab.

      Der Wachtturm, 1. Dezember 2002, S. 3

      Statt zu spontanem Geben zu ermutigen, üben sie auf feine oder gröbere Weise Druck aus und appellieren wie das Spielen auch an die Selbstsucht.

      Was ist dagegen über die christlichen Zeugen Jehovas zu sagen? Welche von diesen Methoden wenden sie an? Tatsächlich wenden sie keine davon an, auch nicht die allgemein übliche, einen Kollektenteller herumzureichen. ..., selbst seit den frühesten Tagen der neuzeitlichen Zeugen Jehovas ist es ihr Grundsatz gewesen, nie Kollektenteller herumzureichen oder auf ähnliche Weise um Geld zu betteln. Es war ihre Überzeugung, daß dies Jehovas Werk ist und daß er die Herzen seines Volkes öffnen würde, die notwendigen Beiträge beizusteuern, so daß stets die nötigen Geldmittel für die Ausdehnung der Verkündigung des Evangeliums vorhanden wären.

      Der Wachtturm, 15. November 1971, S. 698-699

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