Über die Pflicht zum Ungehorsam – ein Brief an einen Freund

„Lieber Andre!

Wir haben uns fast aus den Augen verloren in all den Jahren,  in denen wir als Zeugen Jehovas beschäftigt waren.  Nun haben sich unsere Wege wieder gekreuzt und wir stellten fest, dass wir nicht mehr die alten waren. Was hat sich verändert? Alles! Als du mich angerufen hast, wurde mir deutlich, dass du in manchen Dingen ähnlich denkst wie ich. Wir sind älter und reifer geworden und so manche jugendliche Begeisterung ist verschwunden. Ich sagte dir, dass ich als kritischer Bruder gesehen werde. Und ich sagte dir, warum das so ist.  Ich habe nicht erwartet, dass du mir in allen Dingen zustimmst, denn ich weiß, dass jeder seinen Weg allein gehen und verantworten muss.

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Mag ich nicht (8)

Die Gitterstäbe, aus denen der goldene Käfig ist

 

Durch welches Tor muss man gehen, um die Organisation zu verlassen?

Christen, die einer Religionsgemeinschaft angehören, benennen ihre Religionszugehörigkeit meistens mit der Nennung ihrer Kirche: „ich bin evangelisch“; „ich bin katholisch“ oder „ich bin neuapostolisch“. Zeugen Jehovas sagen auf Nachfrage: „ich bin Zeuge Jehovas“.

Die Christenheit im allgemeinen erklärt, sie gehöre dieser oder jener Kirche an; Zeugen Jehovas erklären, sie gehören „zur Organisation“. „Die Org“ ist ein Begriff und das gibt dann eine Zugehörigkeit, aber auch Treue und Loyalität „zur Organisation“.

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Mag ich nicht (50)

„Stelle mich bitte auf festen Grund!“ (Tilo)

Hat man sich nach langen inneren Kämpfen dazu entschlossen, die Wachtturm-Gesellschaft zu verlassen, dann tritt oft der Fall ein, dass man verunsichert ist und in Zweifel gerät. „Habe ich mich richtig entschieden? Vielleicht irre ich mich gewaltig, und dann habe ich einen großen Fehler gemacht!“

Solche Zweifel bleiben noch eine geraume Zeit wach und beschäftigen uns immer wieder. Woran mag das liegen? Haben wir unsere Entscheidung vorher nicht gut bedacht? Ein Grund für diese Zweifel mag darin zu suchen sein, dass unser Denken durch eine sehr lang dauernde Gehirnwäsche, durch Manipulation und Indoktrination beeinflusst worden ist. Das fängt schon damit an, dass man uns kurze, aber falsche Definitionen eingeschärft hat, die uns so schnell nicht verlassen.

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Mag ich nicht (31)

Offener Brief an die Ältestenschaft meiner Versammlung

Vor einigen Wochen erhielt ich die „Einladung“ vor einem Rechtskomitee der Zeugen Jehovas zu erscheinen. Tatsächlich aber war es eine „Vorladung“, die ironischerweise als Einladung bezeichnet wurde. Dieser „Einladung“ ging zunächst ein Zettel in Visitenkartengröße voraus, auf dem mir die Frage gestellt wurde, wie ich zu meinem Hingabegelübde stehen würde. In der Vorladung zum Rechtskomitee lautete die Anklage dann, dass ich mich laut Hörensagen nicht mehr mit Jehovas Organisation verbunden fühlen und auch den Treuen und Verständigen Sklaven nicht mehr anerkennen würde.

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Mag ich nicht (17)

Dinge über die man nach dem Ausstieg kaum spricht

Vor einigen Monaten veröffentlichte BI einen Artikel mit Video, der die Kriterien –   aus Sicht der Organisation der Zeugen Jehovas –  für die Auswahl eines idealen Ehepartners, beleuchtet. Die Empfehlung “nur im Herrn heiraten” bedeutet –  laut WTG – keinen „Weltmenschen“ zu ehelichen, sondern am besten eine fleißige und theokratische Schwester, bzw. einen vorbildlichen Bruder, der am besten noch mit einem Dienstamt aufwarten kann.

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Mag ich nicht (21)