Siehst du den Unterschied

Kommentar zum Wachtturm-Studienartikel “Siehst du den Unterschied”

„Ihr werdet . . .  den Unterschied zwischen einem Gerechten und einem Bösen sehen“ Mal.3:18

Siehst du den Unterschied? Diese Frage, die auch der Titel dieses Wachtturm-Studienartikels ist, ist besorgniserregend. Warum? Die simple Aussage dieses WT- Artikels ist: „Die Weltmenschen sind böse, aber wir sind die Guten und müssen uns vor diesen bösen Menschen in der Welt in Acht nehmen. Jeder Zeuge wird sofort erkennen, was er unterschwellig verstehen soll.

Halt, wird ein Zeuge jetzt einwerfen, so sagt es der Artikel nicht. Stimmt, so deutlich wird es nicht formuliert. Die Formulierungen in den Wachtturm-Artikeln werden geschickt und mit Bedacht gewählt. Wichtig ist, wie das zwischen den Zeilen Gesagte bei der Bruderschaft ankommt und ankommen soll.

Zitat Abs. 1: „Im Folgenden werden die Eigenschaften der Menschen in den letzten Tagen den Eigenschaften der Anbeter Gottes gegenübergestellt. Außerdem geht es um die Frage: Wie können wir uns davor schützen, uns mit negativen Wesenszügen zu infizieren, wenn wir anderen in geistiger Hinsicht helfen?“

Hört sich doch ganz vernünftig an. Sich vor gottlosen Menschen in Acht zu nehmen, wer will dies in Frage stellen? So weit, so gut. Doch an welche Menschen denkst du als Zeuge Jehovas? Welche „gottlosen Menschen“ werden hier mit welchen „gottesfürchtigen Menschen“ verglichen?

Richtig, bei „gottlosen Menschen“ denkst du an die „Weltmenschen“, und „gottesfürchtige Menschen“ sind wir, die Jehovas Zeugen, die haben ja die “Wahrheit”. Diesen „Gottlosen“ in der Welt müssen wir helfen, ein Teil der Organisation Gottes zu werden. Doch vorsichtig, sie könnten uns „infizieren“.

Wie Menschen, die im Gesundheitswesen tätig sind, müssen wir uns vor „Infektionen“ schützen. (Wir könnten uns „mit negativen Wesenszügen infizieren.“)  Wir leben und arbeiten mit diesen Menschen zusammen. Das stellt eine Gefahr für uns dar. (Abs. 1)

Die Autoren dieses WT-Artikels möchten, dass wir jeden näheren Kontakt mit Menschen vermeiden, die in der „bösen Welt“ leben, sie sind unserer nicht würdig, ja, noch mehr, sie sind gefährlich für unseren Glauben.

Warum sollten Christen sich überhaupt mit den Menschen „in der Welt“ vergleichen? Sollten wir uns nicht eher darauf konzentrieren, unsere eigenen christlichen Qualitäten zu verbessern? Ist es wirklich wichtig, auf Unterschiede zu achten?  Sind die Worte aus Mal. 3:18 als Aufforderung zu verstehen, uns mit anderen Menschen zu vergleichen.

Nein, wie so oft wird dieser Vers mal wieder aus dem Kontext gerissen und von der WTG im Sinne ihrer Doktrin in einen falschen Zusammenhang gestellt. Wann sollten wir den Unterschied „zwischen einem Gerechten und einem Bösen“ sehen?

Lesen wir die Verse davor und danach, und wir werden erkennen, dass sich dieser Unterschied zwischen einem Gerechten und einem Ungerechten erst am Gerichtstag Gottes zeigen wird und nicht schon in unserer Zeit. Zusammengefasst lautet die Aussage aus Maleachi sinngemäß:

Der allmächtige Gott sagt: „An dem Tag, an dem ich mein Urteil spreche, …. Dann werdet ihr wieder den Unterschied sehen zwischen einem Menschen, der mir die Treue hält, und einem Gottlosen. …. Ja, es kommt der Tag, an dem mein Zorn wie ein Feuer im Ofen sein wird. … An dem Tag, an dem ich mein Urteil vollstrecke, werden die Gottlosen zertreten wie Staub unter den Füßen!

Nicht wir beurteilen, wer gottlos und wer Gott annehmbar ist, sondern der Schöpfer selbst.

Die Absätze 4 bis 7 geben gute biblische Ratschläge und ermahnen uns, Stolz und hochmütige Augen zu meiden. Doch offenbaren wir nicht gerade dann einen Mangel an Demut und werden aufgeblasen, wenn wir auf die Fehler der anderen schauen und uns mit anderen vergleichen? Ich denke hier an den Pharisäer, der sich erhob und Gott dankte, dass er nicht so wäre wie die übrigen Menschen (Weltmenschen). Der Sünder hingegen senkte demütig die Augen und sagte: „Herr sei mir armen Sünder gnädig“.

Aber nein, der Absatz 4 und 5 spricht nur von Weltmenschen, nicht von Zeugen Jehovas, wenn er sagt:

Nachdem Paulus erwähnt hatte, dass viele sich selbst und das Geld lieben würden, fügte er hinzu, sie würden anmaßend, hochmütig und vor Stolz aufgeblasen sein. Hinter diesen Eigenschaften steckt oft das Gefühl, anderen im Hinblick auf Fähigkeiten, Aussehen, Besitz oder Stellung überlegen zu sein“.

Na toll, wer fühlt sich denn gegenüber den Menschen anderer christlicher Glaubensgemeinschaften überlegen? Weiter wird gesagt: Jehova hasst Stolz und verabscheut „hohe Augen“. Dies ist richtig.  Stolz versperrt den Zugang zu Gott. Diese Eigenschaft ist bezeichnend für den Teufel. Und nun kommt wieder so ein versteckter Hinweis auf Abtrünnige, wenn gesagt wird: „Leider haben sich selbst loyale Diener Jehovas mit Stolz infiziert.“

Unterschwellig wird hier von Personen gesprochen, die den Sklaven und seine Stellung kritisieren und hinterfragen. Solche Personen sind „Abtrünnige“, stolze Menschen, die dem Teufel folgen. In den Augen der Wachtturm-Gesellschaft ist jeder, der ihre religiösen Lehren öffentlich hinterfragt, ein Abtrünniger! Abtrünnige werden in der Wachtturm-Literatur so beschrieben: Sie sind lieblos, stolz und eingebildet. Sie sind rechthaberisch, haben keinen echten Glauben, sind allesamt Lügner und Verleumder und stammten von der bösen Welt Satans ab. Sie schmeicheln sich mit glatten Worten ein und erweckten den Eindruck, vertrauensvoll zu sein.

Also, die Botschaft ist: Wenn es stolze Personen unter Jehovas Volk gibt, dann sind es die Abtrünnigen.

Auch die Absätze 8 bis 11 enthalten wieder guten biblischen Rat, dem man nur zustimmen kann.  Man spricht den Zerfall der zwischenmenschlichen Beziehungen an, die Schwächung der Familienbande durch Ungehorsam der Kinder.

Zitat Abs. 8:Paulus beschrieb die zwischenmenschlichen Beziehungen in den letzten Tagen. ….. Doch Ungehorsam schwächt die wichtigste soziale Einheit der Gesellschaft: die Familie. Das sah man schon im Altertum so. Wenn beispielsweise im antiken Griechenland jemand seine Eltern schlug, verlor er seine Bürgerrechte. Nach dem römischen Gesetz stellte man jemand, der seinen Vater schlug, auf die gleiche Stufe mit einem Mörder. Sowohl die Hebräischen als auch die Christlichen Griechischen Schriften fordern Kinder nachdrücklich dazu auf, ihre Eltern zu ehren“.

Das hört sich ja gut an, wer will dem widersprechen? Doch wie sieht dieses Problem in Verbindung mit dem von der WTG verordneten Kontaktverbot für Familienmitglieder aus?Werden hier nicht auch massiv zwischenmenschliche Beziehungen zerstört, wenn ein Kind seine Eltern meiden muss, weil diese die Organisation verlassen haben, oder weil ihnen die Gemeinschaft wegen einer Verletzung biblischer Gebote entzogen wurde?

Sind solche Handlungen gegen Eltern nicht schlimmer als ein Schlag ins Gesicht? Vor diesem Hintergrund erscheint mir der Rat aus Abs. 9 mehr als unehrlich, wenn dazu aufgefordert wird, gut von den Eltern zu reden.

Zitat Abs. 9: …. „Sprechen junge Leute gut über ihre Eltern, hilft das anderen Kindern und Jugendlichen, die eigenen Eltern in einem guten Licht zu sehen. Natürlich kann es Kindern schwerfallen, gern zu gehorchen, wenn die Eltern ihnen keine natürliche Zuneigung zeigen. Spürt ein Kind jedoch die tiefe Liebe der Eltern, dann will es sie glücklich machen — selbst dann, wenn es einmal versucht ist, nicht zu gehorchen. ….“

Statt das von ihnen selbst verordnete Kontaktverbot als eine Ursache der Zerstörung natürlicher Familienverbindungen zu sehen, führt man den angeblichen Trend des Ungehorsams als Ursache des Problems der Zerstörung zwischenmenschlicher Beziehungen an. Dem Ziel des Artikels folgend, sieht man natürlich alle von Paulus angesprochenen schlechten Eigenschaften bei den Menschen in der bösen Welt.

Zitat Abs. 10: „Paulus zählt noch weitere Eigenschaften auf und unterstreicht damit die mangelnde Liebe unter Menschen. Die Menschen wären außerdem nicht loyal. Sie wären für keine Übereinkunft zugänglich, … . Sie wären Lästerer und Verräter und würden abfällig und herablassend über Menschen und sogar Gott reden. Und es gäbe Verleumder — Personen, die Gerüchte in Umlauf bringen, um den guten Ruf von jemandem zu zerstören“.

Weiter wird in dem Artikel behauptet, im Gegensatz zu diesen Menschen in der Welt, denen es an Liebe mangelt, würden Anbeter Jehovas ihre Mitmenschen aufrichtig lieben. Als Beweis führt man den Predigtdienst an. Jesus habe ja gesagt, dass die Nächstenliebe ein Kennzeichen wahrer Christen sein würde. Jehovas Zeugen würden sogar die eigenen Feinde lieben. Und obwohl Jesus viele hassten, gab er sein Leben für die Menschheit.

Jesu Liebe spiegelt die Liebe seines Vaters vollkommen wider, und genau so würden Jehovas Zeugen überall auf der Welt christliche Liebe zum Ausdruck bringen. Ausgenommen sogenannte „Abtrünnige“, die die Organisation verlassen haben. Diese scheinen schlimmer zu sein als die Feinde, die Jesus hassten, weil sie den „treuen Sklaven“ ablehnen. Lasst uns diese Behauptungen von Absatz 11 noch etwas näher beleuchten. Die Liebe ist das Zeichen wahrer Christen, richtig, und eine solche christliche Liebe würde sogar auf die Feinde ausgedehnt werden, auch richtig. (Matthäus 5: 43-44).

Doch findet man dieses Zeichen wahrer Christen nur unter Jehovas Zeugen? Im Laufe der Jahre habe ich viele Versammlungen der Zeugen Jehovas kennengelernt.  Nur wenige waren glücklich, die meisten hatten mit Problemen der einen oder anderen Art zu tun, einschließlich Cliquenbildung, Klatsch, Verleumdung und Machtmissbrauch durch die Ältesten.

Letztere nutzten häufig ihre Plattform, um Tiraden gegen Gemeindemitglieder, die sich gegen sie erhoben hatten, einzuleiten. Ich habe diese „christliche Liebe“ auf breiter Basis nicht gesehen, um behaupten zu können, dass die Organisation als Ganzes die wahre christliche Gemeinde ist. Zugegeben, dies ist meine persönliche Wahrnehmung. Vielleicht ist deine Erfahrung eine andere. Aber ich bin überzeugt, dass in anderen christlichen Gemeinden genau so viel und genau so wenig wahre Liebe zu finden ist, wie unter Jehovas Zeugen. Ich sehe da keinen Unterschied.

Lieben Jehovas Zeugen ihre Feinde?

Frage dich, handelt es sich um einen Akt christlicher Liebe, einen Teenager zu stigmatisieren, weil er die Versammlungen nicht mehr besucht? – Stichwort schlechter Umgang? Wie ist der Umgang mit demjenigen, der die Lehren der Organisation in Frage stellt, zu bewerten? Diese Menschen als “geistlich krank” oder “Abtrünnige” zu bezeichnen, obwohl  sie weder Jesus noch Jehova verlassen haben, ist wohl schwer mit dem Gebot der Feindesliebe zu vereinbaren.

Im Absatz 13 wird wieder einmal eine nicht überprüfbare Erfahrung zum Besten gegeben.

Zitat: „… . Ein Mann in Thailand beispielsweise war von der Liebe unter den Brüdern auf einem regionalen Kongress berührt. Als er wieder zu Hause war, bat er darum, zweimal pro Woche die Bibel zu studieren. Er gab allen Verwandten Zeugnis und nur sechs Monate nach dem Kongress hielt er seine erste Bibellesung im Königreichssaal.“

In den Augen der Zeugen eine tolle Erfahrung. Nun, es stimmt zwar, dass die Atmosphäre bei großen Kongressen berauschend ist, aber Personen, die ähnliche Veranstaltungen anderer Konfessionen besuchen, werden dasselbe sagen können. Die WTG vergleicht in diesem Zusammenhang gerne ihre Kongresse mit Fußball- oder Rockveranstaltungen. Diese fröhliche und liebevolle Stimmung ist nicht das, von dem Jesus sprach. Jesus selbst sagte: „Wenn ihr diejenigen liebt, die euch lieben, welche Belohnung werden sie haben?

Liebe unter Gleichgesinnten ist nichts Besonderes. Es hat nichts mit wahrer christlicher Liebe zu tun. Jesus stellte dazu die Frage:

 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben«  und deinen Feind hassen.  Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,… Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?  Und wenn ihr nur eure Brüdern grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? (Matthäus 5:46, 47)

Nur die Brüder in unseren Versammlungen zu lieben, wenn sie genau so denken wie wir, ist nicht außergewöhnlich, obwohl uns dieser Artikel das glauben lassen will. Wir müssen unsere Feinde lieben, wie der Vater es tut. (Matthäus 5: 43-48)

Selbst wenn Brüder uns beleidigen oder alle möglichen schlechten Dinge über uns sagen, sollten wir sie lieben. Stattdessen werden wir von unserer „leitenden Körperschaft“ aufgefordert, sie zu hassen, siehe The Watchtower, 1. Okt. 1952, Seite 599: „Wir müssen [den Ausgeschlossenen] im wahrsten Sinne hassen, das heißt, ihm mit äußerster Abneigung begegnen, ihn als abstoßend, ekelhaft, schmutzig, verachtungswürdig ansehen.“ Oder, Wt, 1. Oktober 1993, S. 19, Abs. 15: Wenn sie solche Schlechtigkeit wählen, …., dann muss ein Christ sie als solche hassen“.

Die Absätze 17, 18 bringen die Botschaft dieses Artikels dann endgültig auf den Punkt, wenn gesagt wird, Zitat: „Der Unterschied zwischen denen, die Gott dienen, und denen, die ihm nicht dienen, wird immer deutlicher“. (Gemeint ist, der Unterschied zwischen Jehovas Zeugen und den Menschen in der Welt wird angeblich immer deutlicher.)

Noch einmal, wie es der Kontext von Maleachi zeigt, wird dieser Unterschied erst am Gerichtstag deutlich, nicht schon jetzt.

Zitat: .… Es ist weise, dem von Gott inspirierten Rat zu folgen und uns von Menschen abzuwenden, die in 2. Timotheus 3:2-5 beschrieben werden.

(Geschickt formuliert, dem kann keiner widersprechen. Aber ein Zeuge liest aus diesem Satz genau das, was er lesen soll, nämlich: der inspirierte Rat der Bibel lautet: „Halte dich von „Weltmenschen“ fern, sie sind böse, weil sie Jehova nicht dienen“.)

Doch indem man einräumt, „natürlich können wir ihnen nicht völlig aus dem Weg gehen — vielleicht leben oder arbeiten wir mit ihnen zusammen oder gehen mit ihnen zur Schule. Aber wir können vermeiden, dass ihr Denken und ihr Charakter auf uns abfärben“, wird offen gesagt, wer gemeint ist, die Arbeitskollegen und Schulfreunde. 

Absatz 18: Wir wollen auch anderen helfen, Jehova näherzukommen. Suchen wir Gelegenheiten, Zeugnis zu geben. Bitten wir Jehova um Hilfe, im richtigen Moment das Richtige zu sagen. Lassen wir andere wissen, dass wir Zeugen Jehovas sind. Wenn wir das tun, ehrt unser gutes Verhalten Gott, und nicht uns selbst.

Welche Arroganz! „Lassen wir andere wissen, dass wir Zeugen Jehovas sind“, dann werden sie den Unterschied zwischen einem Gerechten und einem Bösen sehen. Die Botschaft, die übermittelt wird, ist: „Halte dich fern von diesen Weltmenschen “. Mit anderen Worten, wir werden aufgefordert, die Menschheit in zwei Gruppen einzuteilen; Weltmenschen und Zeugen Jehovas. Gute Menschen werden wir nur innerhalb der Versammlung finden. Und wenn es doch einmal Probleme mit einem Bruder gibt, dann nur auf Grund von Unvollkommenheiten. Die Weltmenschen sind aber von Grund auf böse. Eine ähnliche Grundeinstellung finden wir unter allen fundamentalistischen Religionsgruppen.

Ultraorthodoxe Juden werden ihre Augen von einem Nichtjuden abwenden. Zigeuner haben ihren eigenen Begriff für Nicht-Roma-Zigeuner: “Gorgas”. Die Botschaft von diesen und ähnlichen Gruppen ist: “Habe nichts mit denen zu tun, die nicht von unserer Art sind”.

Ist die Organisation anders, welches Beispiel gab Jesus? Er verbrachte Zeit mit Steuereintreibern und Sündern. Er versuchte, ihnen zu helfen und hat sie nicht gemieden (Matthäus 11: 18-19). Alle Religionen verweisen auf solche Beispiele. Doch denken wir daran, es ist die Bibel, die das Leben der Menschen zum Besseren verändert, keine Religionsorganisation, so sehr sie es auch von sich behauptet.

Abs. 17: “Wir, die wir Gott dienen, müssen aufpassen, dass wir nicht von den ungerechten Einstellungen anderer beeinflusst werden“.

Wenn wir den Rat von Paulus aus 2. Timotheus 3: 2-5 befolgen wollen, dann werden wir uns von denen abwenden,  auf die die beschriebenen Eigenschaften zutreffen. Dies könnten auch Zeugen Jehovas sein, aber nicht pauschal die sogenannten Weltmenschen.

Mag ich nicht (15)

29 Kommentare zu “Siehst du den Unterschied

  1. Freigeist

    Die Beweislast, dass es sich bei JW org um Betrüger,um ein Schneeballsystem, handelt,ist erdrückend. Doch wie im richtigen Leben leugnet auch hier der Angeklagte bis zum Schluß.

  2. Max@Ungelogen

    Hallo Ungelogen,

     

    Ja, es gibt schon Älteste in unseren Reihen. Nach Anerkennung hecheln, wenn der

    Kreisaufseher die Versammlungen besucht, und dies auf Kosten kranker Brüder und Schwestern.

    Eine Erfahrung. Ich habe in meiner Zeit als Ältester Dinge erlebt und Typen kennengelernt, das glaubt man nicht.

     

    Ein Ältester erzählte im Kreise seiner Mitältesten und vor dem Kreisaufseher stolz, wie er es geschafft hat mit seiner Frau eine alleinstehende und mit einer schweren Krankheit kämpfende Schwester zum Predigtdienst zu bewegen „wir haben sie mitgenommen, und sie hat auch etwas gesagt“.

     

    Tatsächlich ist dieser Älteste ein Typ, der sich so gut wie nie um praktische Hilfestellung für diese Schwester bemühte. Das machten andere Schwestern in der Versammlung.

    Doch der Kreisaufseher war voll des Lobes für diesen Ältesten und seinen Hirtenbesuch, der doch so erfolgreich war, so das diese Schwester ihn und seine Frau „freudig“ in den Dienst begleitete.

    Ich weiß, dass diese Schwester enttäuscht war über diese oberflächliche Art eines Hirtenbesuchs. Im Verlauf ihrer lebensbedrohlichen Krankheit war dies der einzige Besuch. Und dann fällt ihm nichts anderes ein, als sie mit in den Dienst zu schleppen.

     

    Er benutzte sie, um sich selbst vor dem Kreisaufseher in ein gutes Licht zu rücken.

    Alle anderen Ältesten kannten den wahren Hintergrund der Geschichte, - geschönt und unehrlich - aber keiner wagte diese schöne Geschichte vor dem Kreisaufseher zurecht zu rücken.

    Ich habe wirklich wenige Älteste kennengelernt, die ein wirkliches Interesse am Wohlergehen ihrer Schäfchen haben.

    Wenn meine kranke Mutter einmal besucht wurde, dann sagten die Ältesten oder auch Verkündiger "auch Schwester ....., wir waren gerade im Dienst in deiner Nähe, (ja, ja, wir sind fleißig im Dienst), und dachten, wir schauen wir doch mal rein bei dir, wie es dir so geht".

    Ja, nur wenn sie im Dienst sind, also sowieso unterwegs, dann finden sie ein halbes Stündchen für alte und kranke Brüder. Wie Traurig.

    Max

     

    1. Ungelogen

      Hallo Max,

      Danke für dein Feedback.

      Ob man's glaubt oder nicht, ich glaube es, da mir deine Äusserungen alle irgendwie nicht unbekannt sind.

      Übrigens finde ich Kreisaufseher im Allgemeinen noch brutaler und arroganter wie Älteste.

       

       

  3. M.N.

    Ihr Lieben,

    passend zu diesem Thread einige Anmerkungen zum WT-"Studienartikel" "Woran ist ein Geistesmensch zu erkennen?"

    Vorab als Erinnerung: "Geistig/Geistigkeit/Geistiggesinntsein" etc. hat in JW.Org-Denke nichts - aber auch GAR nichts - mit "Geistvoll/Spirituell/Spiritualität" gemäß der ÜBLICHEN Bedeutung dieses Begriffes zu tun. Wo immer diese Begriffe in WTG-Verlagsprodukten auftauchen, dann handelt es sich hierbei um bloße Worthülsen, die als "JW.Org-zentrisch; JW.Org-orientiert; JW.Org-ausgerichtet" etc. dekodiert werden müssen. In diesem Licht bedeutet eine Wendung wie "Sich auf geistige Dinge zu konzentrieren führt heute schon zu Frieden mit Gott" im Klartext: "Sich auf die JW.Org zu konzentrieren führt dazu, in JW.Org-Kreisen anerkannt zu sein."

    Interessant an diesem WTG-Redaktionserzeugnis ist, wie sehr auch hier wieder 3 Finger zurück zeigen, wenn 1 Finger auf andere zeigt, z. B. am Ende des §4:

    "Ein physischer Mensch legt übermäßig Wert ... darauf, das durchzusetzen, was er für sein Recht hält."

    Hallo - ist es nicht genau das, was die sich selbst zum Werkzeug und Sprachrohr Gottes ernannt habende Org von eigenen Gnaden tut?

    "Das durchzusetzen, was sie für ihr Recht hält", und zwar nicht nur im Sinne von "Wir haben das RECHT, zu 'Predigen'" und anderen Menschen zu zeigen, was sie tun und wie sie leben müssen", sondern "Wir HABEN Recht - in und mit allem, was wir sagen und tun. NUR WIR haben recht, NUR WIR sind die 'einzig richtige Religion', NUR WIR haben 'Die Wahrheit', und willst du nicht mein Bruder sein ..."

    Im §5 kommt's ganz dicke:

    "Oft ist ein physischer Mensch auch an „Werken des Fleisches“ zu erkennen (Gal. 5:19-21). Im ersten Korintherbrief führt Paulus weitere Merkmale des physischen Menschen auf: Er FÖRDERT SPALTUNGEN UND STREITIGKEITEN..."

    Ach ja, sehr nichtverehrte "Organisation Jeehoofaas"? Wer rührt denn pausenlos "Spaltungen und Streitigkeiten" auf durch permanent/penetrantes "Nur wir sind 'Die Guten', aber DIE DA DRAUSSEN, die 'böööse Welt', die 'bööööse CHristenheit', die 'böööööse falsche Religion', die BÖÖÖÖÖÖSEN 'Abtrünnigen', diese verruchten Übeltäter kommen auf den AntMo3-Harmagedongrill und werden dort in verkohlt stinkende und aufgeplatze Würstchen verwandelt"? Wer SPALTET ganze Familien à la "KEIN WORT MEHR mit 'ausgeschlossenen Angehörigen', und sucht bloß keine Ausreden, mit ihnen auch nur 1 Wort zu reden"? (Zur Erinnerung: "Ausgeschlossenen Tochter ruft ihre Mutter an, die sieht auf dem Display, wer es ist und hebt nicht ab".) Wer STREITET über "Die Wahrheit" in zahllosen, pseudogelehrten "Fragen von Lesern"-Machwerken, in denen z. B. vermittels haarspalterischer Grammatik-Akrobatik über "die WAHRE Bedeutung eines griechischen Verbs mit der Präposition xz gefolgt von einem Akkusativ" 'bewiesen' wird, dass es nicht "vertrauen", sondern "Glauben AUSÜBEN (exerzieren, schaffen, machen tun)" heißen muss, um zu 'beweisen', das man sich ANSTRENGEN, EINSETZEN, ABARBEITEN muss, um sich "Gottes Wohlgefallen" zu (V)ERDIENEN? Wer kanzelt Hunderte von tatsächlich gelehrten Altphilologen und theologisch kundigen Bibelübersetzern der "Christenheit" als Idioten und Volltrottel ab, die keine Ahnung haben, nur weil sie nicht JW.Org-approbiert sind? Wer verleumdet sog. "Weltmenschen" als "Ungläubige" und "geistig gefährlich" und stempelt sie als "schlechte Gesellschaft" ab, nur weil sie von ihrem Menschenrecht auf Gedanken- und Entscheidungsfreiheit Gebrauch machen? Ist das etwa nicht "Streitigkeiten fördern"? Wer hat die "Rechtskomitee"-Femegerichte eingesetzt, um mit sog. "Glaubensbründern" zu STREITEN, um sie auf WTG-Kadavergehorsamskurs zu knüppeln oder "auszuschließen"? ...

    "...ist parteiisch..."

    Wie sieht es mit der rein leistungsbasierten Vergabe von "Vorrechten" innerhalb der Org aus (mehr "Predigtdienststunden" = höhere "Vorbildlichkeit" und damit größere "Vorrechte") - ist das etwa keine "Parteilichkeit"? Wer 30 oder 50h-"HiPi" ist, "darf" zu den "höheren Weihen" der KA-Pio-Besprechung, ansonsten "darf" man nicht - ist das etwa nicht "parteiisch"? Was ist mit dem offen zur Schau gestellten Snobismus und Standesdünkel vieler JW.Org-Hierarchiefunktionäre und der "Holier than Thou"-Attitüde vieler sog. "Vollzeitdiener", die  ihre Aufgeplusterheit oftmals kaum verbergen können und andere deutlich wissen lassen, wie sehr sie doch "über" ihnen stehen, weil sie zur "theokratischen Prominenz" gehören und deshalb nicht"mit jedem" verkehren? Wie Prof. Penton bemerkte:

    "Both outsiders and insiders frequently point to the almost unbelievable pride and self-righteousness manifested by many persons in authority within their community. So Witness officials and elders at all levels are frequently charged with Pharisaism of the worst sort."

    Wenn das alles nicht "pateiisch" ist, dann bin ich kein menschliches Wesen.

    "...geht mit Brüdern vor Gericht..."

    Hallo RA Pikl und das Heer aller anderen, WTG-bestallten Linksanwälte und Rechtsverdreher-Helferlein? Wie steht es mit den von einer erbosten und zornigen WTG pausenlos gegen "Kritiker" und Whistleblower wegen "Copyrightverletzungen" und zwecks Forderns von "Unterlassungserklärungen" angestrengten Gerichtsprozessen? Der WTG aggressive Prozessfreudigkeit ist allbekannt, sprichwörtlich und Programm - in guter Gesellschaft mit Scientology.

    "...erkennt die Leitung durch ein Haupt nicht an..."

    Jawohl: Wer erkennt die Stellung Jesu Christi als Haupt der Enklesia und Haupt seines "Leibes" nicht an, indem sie sich selbst pausenlos und großkotzig als "Einzig wahre Religion", und ihr oberstes menschliches Zentraldirektorium als "GOVERNING BODY", als "REGIERENDE Körperschaft" in den Zentralfokus und bis in die hintersen Winkel des Denkens ihrer Untergebenen drängt? Kennt die Chuzpe und Selbstüberhebung der WTG auf diesem Gebiet eigentlich irgend eine Grenze?

    §8 - in typischer "2 legs baaad 4 legs good"-Manier:

    "Wir (na wer denn schon: Wir die Guten - die JW.Org, ZJ) leben allerdings in einem gefährlichen Umfeld und sind von gottlosem Denken umgeben. (Alle Menschen um uns herum, die keine ZJ sind, sind ausnahmslos, böse, korrupt und durch und durch schlecht.) Daher müssen wir alles tun, um ein Geistesmensch (ein voll auf JW.Org-Linie operierender, "gehorsamer" Befehlsempfänger) zu werden und zu bleiben. Lässt man sich nicht mehr von Gottes Geist (von JW.Org-Bevormundung) leiten, entsteht ein moralisches Vakuum und die verdorbene „Luft“ dieser Welt wird einströmen."

    Auch hier kommt der durch und durch streitsüchtige Ungeist der JW.Org zum Vorschein. Alle bösen Nicht-ZJ abkanzeln und als "ungeistig" und in angsterzeugend/panikschürender Weise als "gefährlich" (ansteckend; infektiös und verseucht) herabwürdigen hat bei der WTG und unter ZJ Methode und ist Programm.

    A propos "gefährlich". Wie steht es mit der "Gefährlichkeit des Umfeldes" für Kinder innerhalb der JW.Org? Stichwort "weitverbreiteter sexueller Kindesmissbrauch." Ist das etwa nicht "gefährlich"? Ach so, ja: "Nur die böööse Welt ist gefährlich - bei uns gibt es nur Gutes, nur Liebes, und eitel Sonnenschein."

    §9:

    "Wir können uns an Geistesmenschen orientieren, um Fortschritte zu machen."

    Dechiffriert: Wir müssen uns an gehorsamen, JW.Org-scheuklappenfokussierten ZJ orientieren, um als JW.Orgbots in fanatischer JW.Org-Obession und Kadavergehorsam Fortschritte zu machen."

    §11 Ende:

    "Gottes Willen in unserem Leben an die erste Stelle setzen" = den Willen der WTG und ihres obersten menschlichen Zentralkomitees an die erste Stelle setzen.

    §12 - hier gilt die Regel "Wenn immer in JW.Org-Verlagsprodukten von Jesus Christus die Rede ist, dann zumeist nur deshalb, um ihn als eine von allen ZJ nachzuahmende 'Predigtdienstmaschine' zu präsentieren". Und so heißt es hier erwartungsgemäß:

    "Setzen wir uns wie Jesus beim Predigen und Lehren der guten Botschaft völlig ein?" (Natürlich - etwas anderes zählt für die WTG nicht, und so verbiegt sie all das Gute, welches im NT i. V. mit Jesus auftaucht - sein auf Gott Ausgerichtetsein, sein Mitgefühl, seine Barmherzigkeit - in rabulistischer Weise auf "PREEEEEDIGEN". Anderen Gutes tun - durch PREEEEEDIGEN. Anderen Barmherzigkeit erweisen - durch PREEEEEDIGEN. Eigenzweckdienlicher und kleinkarierter geht's nimmer, und dann setzt die WTG zur Bekräftigung ihres "Geistiggesinnsein"-Dogmas noch eins drauf:

    "So ... zu handeln zeichnet einen Geistesmenschen aus." Basta.

    Nee, sehr nichtverehrte Org vom Turm: SO nicht. Dein menschlicher, von kleinen fehlbaren Menschen befohlener Drückerkolonnen-Hochleistungsaktionismus hat NICHTS mit echter Spiritualität zu tun, sondern ist stumpfes, tumbes, geistlos dumpfdröges Werkeln im Org-Hamsterrad.

    In den §§ 13 und 14 wieder einmal - SCHON wieder! - die unvermeidlichen Seitenhiebe auf "unbescheidene 'Äußere Erscheinung'" (ein Thema von EXTREMER Wichtigkeit in JW.Org-Ideologie - enge Hosen, 'aufzeizende' und 'enthüllende' Kleidung, Spandex, Sockenfarbe) und - wie kann es anders sein - gegen "Höhere Bildung und eine gute Arbeit" - alles ganz schlimme Nemesis für die WTG.

    §15:

    "Christus noch ähnlicher werden - Christi Gesinnung haben - " = NOCH mehr auf JW.Org-Totalgehorsamskurs gelangen. "Engeres Verhältnis zu Jeehoofaa" = engeres Verhältnis zur JW.Org und ihrer gottgleichen "LK", die sich auf impertinente Weise per JW.Broadcast immer mehr ins persönliche Leben ihrer weltweiten Befehlsempfängerherde drängt.

    §16:

    "Wenn wir in den Evangelien lesen und darüber nachdenken" ist folgendermaßen zu ergänzen:

    "Wenn wir in den Evangelien, SO WIE SIE VOM TUVS FÜR ALLE ZJ VERBINDLICH AUSGELEGT WERDEN, lesen und darüber, WIE SIE VOM TUVS FÜR ALLE ZJ VERBINDLICH AUSGELEGT WERDEN nachdenken". Zur Erinnerung:

    "An alle Kreis- und Bezirksaufseher" vertraulich versandter WTG-Brief mit dem Aktenzeichen SCG:SSF vom 1.9.1980 - ANmerkungen in eckigen Klammern eingefügt:

    "Wenn ein getaufter Christ [d. h. ein der WTG durch seine "Hingabe und Taufe" verpflichteter Zeuge Jehovas] die Lehren Jehovas, so, wie sie vom treuen und verständigen Sklaven dargelegt werden [d. h. die menschlichen Lehren der WTG] verläßt und damit fortfährt, trotz schriftgemäßer [WTG-direktivengemäßer] Zurechtweisung andere Glaubenslehren für wahr zu halten, dann ist er abtrünnig [von der WTG, aber nicht notwendigerweise von wahrer göttlich/biblischer Lehre]. Es sollten liebevolle Anstrengungen unternommen [massiver Druck vermittels des Drohens mit Exkommunikation] werden, sein Denken richtigzustellen [ihn auf Linie zu knüppeln]. Wenn er jedoch nach solchen Anstrengungen weiterhin darin fortfährt, seinen abtrünnigen Ideen Glauben zu schenken und das, was ihm durch die 'Sklavenklasse' dargeboten wird, zurückzuweisen [von seinem verbrieften Menschenrecht auf Glaubens- und Meinungsfreiheit Gebrauch zu machen], dann werden angebrachte rechtliche Schritte unternommen [es wird ein 'Rechtskomitee'-Femegericht eingesetzt, um ihn zu exkommunizieren]."

    §17:

    "...es stärkt unsere geistige Gesinnung, wenn wir uns mit der Denkweise Christi beschäftigen."

    Will sagen: Es stärkt unsere JW.Org-Obsession/unseren JW.Org-Kadavergehorsam, wenn wir uns mit JW.Org-politisch korrekter, Jesus Christus nur alibimäßig bemühender Denke beschäftigen.
    "Wir können dann Entscheidungen treffen, bei denen wir ein gutes Gewissen haben [weil sie 1000 % JW.Org-konform sind und wir deshalb keine Schuldgef[hle yu haben brauchen] und über die sich Jehova [die JW.Org, vertreten durch ihr oberstes menschliches ZK] freut."

    Mal wieder ein unguter Mischmasch an 10000-fach ausgelutschten Worthülsen, hohlen Phrasen und Einschwören auf JW.Org-extremfokussierten Tunnelblick. Laaaaaaangweilig!

    Gruß,
    M.N.

  4. Ungelogen

    Vielleicht noch einige Ergänzungen:

    Ich bin verheiratet und meine Frau stand von Anfang an immer voll hinter mir. Denn sie wusste eher wie ich, was für ein hinterhäliges Luder  die sogenannte Interessierte ist!

    In der Versammlung steckten die Leute in meiner Gegenwart die Köpfe zusammen.

    Im günstigsten Falle waren einige Leute aus der Versammlung neutral, aber niemals wollte mich persönlich jemand darüber hören.

    Ich konnte mich somit niemals verteidigen.

    Wie hiess es vor vielen Jahren mal im Königreichsdienst? Wenn Aussenstehende über Brüder herziehen, sind wir immer auf der Seite unserer Brüder, solange es nicht bewiesen ist, dass er schuldig ist. Toll, das habe ich festgestellt!!!

    Wie gesagt, die sich neutral zeigten, wollten von mir über die Sache nichts hören.

    Ich war verkauft und verraten!

    Letztendlich bin ich froh, dass es so gekommen ist, denn nun weiss ich um den ganzen Aussmass der sozialen Kälte bei den ZJ.

     

     

     

     

    1. M.N.

      Lieber Ungelogen,

      Du hast mein vollstes Mit- und Beileid. Auch ich (unter so vielen anderen) kann ein Lied von "Verleumdungen innerhalb der 'wunderbaren Organisation Jeehoofaaas'" singen, und zwar auf diversen Ebenen bis hin nach "ganz oben". Weitere Details verkneife ich mir bis auf Weiteres (Gefahr der Erkennung). Auch ich habe das durchlebt und durchlitten, und im Verbund mit den theologischen Kontorsionen der JW.Org trug dies dazu bei, mir die Augen hinsichtlich "der Wahrheit hinter 'Der Wahrheit'" zu öffnen. Letztendlich hat das also was Gutes. "Durch Nacht zum Licht".

      Gruß von einem, der "mitgelitten" hat,

      M.N.

      1. Ungelogen

        Vielen Dank, M.N.

        Du bist der Erste überhaupt, der sich teilnehmend geäussert hat.

        Nach dem Bekanntwerden der Anschuldigung ging ich noch etwa 6 Monate zur Versammlung.

        Von verächtliche Blicke bis so tun, als ob nichts sei, kam nichts.

        Was ich jetzt schreibe, ist wirklich wahr, obwohl es vielen möglicherweise total ungläubig erscheinen mag:

        Während dieser 6 Monate traf ich 2 Frauen aus meiner Versammlung im Strassendienst. Ich versuchte, mit denen über meinen Fall zu sprechen. Die eine lächelte nur verklärt, während die andere nur sagte, dass wir abwarten müssen und auf Jehova vertrauen sollen. Ende der Unterredung!

        Ca. ein bis zwei Tage später hatte ich Ältestenbesuch. Mir wurde zum Vorwurf gemacht, dass ich Schwestern im Strassendienst belästigen würde, die ich mit unnötigem Ballast belaste. Ich sollte das bitte in Zukunft unterlassen!!!!

        Ich beschwöre, dass sich das genauso abgespielt hat. Ich glaube weiterhin sehr stark an Gott und die Bibel und hätte ein schlechtes Gewissen, wenn ich jetzt gelogen oder übertrieben hätte.

        Das alles ist jetzt rund 4 Jahre her. Ich bin hiermit jetzt  zum ersten mal damit an die Öffentlichkeit gegangen und versuche, damit jetzt einen Schlussstrich zu ziehen.

        Es haben sich bezüglich dieser Sache noch zig Vorfälle und Verwicklungen abgespielt, so dass es letztendlich zum Gerichtsprozess kam. Das alles zu erzählen, würde hier den Rahmen sprengen.

        Ich bin aber überzeugt, dass, wenn die Ältesten mir gegenüber im Anfang zumindest neutral  gewesen wären, die Sache einen ganz anderen Ausgang genommen hätte. Aber durch das aggressive Auftreten der Ältesten von Anfang an konnte es keinen anderen Ausgang nehmen als einen Fatalen!

        Grüsse, Ungelogen

        1. M.N.

          Was Du berichtest klingt völlig realistisch und authentisch - "ungelogen" eben. Genau so läuft das ab. Glasige Blicke bei organisationsverklärten Org-Drohnen, die sodann stehenden Fußes ihrer Stasi-/Spitzelverpflichtung nachkommen, um dich bei anderen "hinzuhängen" - zur Genüge bekannt. Einer der größten Fehler, den man innerhalb des "Geistigen Paradieses" begehen kann ist, sich selbst, seine Empfingungen bzw. seine eigene tatsächliche Situation anderen Orgbots anzuvertrauen. Da kann es einem so ergehen, wie in Jes 36,6 beschrieben, und ich passe diesen Text leicht an:

          "Siehe, du vertraust auf diesen geknickten Rohrstab, auf deinen Glaubensbruder xz, der jedem, der sich auf ihn stützt, in seine Hand dringt und sie durchbohrt. So sind Glaubensbrüder, deine Mit-'Zeugen Jehovas', für alle, die auf sie vertrauen."

          Deshalb: Voooorsicht damit, sich WTG-treuen 'Mit-Zeugen', oder gar 'Ältesten' anzuvertrauen. Das kann ein Schuß sein, der nach hinten losgeht, und so passiert es leider viel zu oft und immer wieder.

  5. Ungelogen

    Bei mir sah man den Unterschied anscheinend nicht...oder wollte ihn nicht sehen, denn vor einigen Jahren wurde ich von einer sehr jungen alleinstehenden Interessierten der sexuellen Belästigung angeklagt.

    Die Ältesten glaubten ihr sofort und ich wurde mehrmals auf ziemlich aggressive Weise von 2 Ältesten besucht, um es endlich zuzugeben.

    Ich will nicht weiter darauf eingehen, aber es kam letztendlich soweit, dass die Sache, die dermassen eskalierte, vor Gericht kam und die Anklägerin eine Glaubensschwester von mir an ihrer Seite hatte, um sie emotional gegen ihren Glaubensbruder zu unterstützen. Zudem hat einer der Ältesten sich an meinem Anwalt gewand, um ihm zu sagen, falls er vor Gericht aussagen muss, er gegen mich aussagen wird. Nun, soviel zu meinen Hirten, die sich als Bergungsort vor den Sturm (oder Falschanklage) erwiesen.

    In der Gerichtsverhandlung ging es übrigens gar nicht mehr um sexuelle Belästigung, denn das war schon längst kein Thema mehr.

    Bei den Ältesten steht die Anklage aber noch, da sie nie zurückgezogen wurde. Niemals ist es zu einer Aussprache, geschweige Entschuldigung gekommen.

    Ich bin nicht ausgeschlossen aber gehe nicht mehr zur Versammlung.

    Ich möchte mich zu der Sache nicht weiter äussern.

     

     

  6. Lena

    Hallo,

    Möchte mich auch einmal zu Wort melden.

    Auch ich finde diesen Artikel von Bruder sehr gut dargelegt. Ganz tief aus in mir hatte ich beim Studium des WT-Artikels, dass Gefühl hier liegt etwas falsch, obwohl die Gedanken auf den ersten Blick logisch erscheinen. Die Bibelstellen passen anscheinend, aber mein Gefühl sagt, da stimmt was nicht. Nur kann ich es nicht so gut in Worte fassen und mit Bibelstellen untermauern wie die Brüder von Bruderinfo oder andere hier auf dieser Seite, z.B. Anna oder Tilo, oder Bert.

    ?Im Grundtenor ist der hier angesprochene Wachtturmartikel „siehst du den Unterschied“ nichts anderes, als Schwarzweißmalerei – wir sind immer die Guten und müssen uns vor den anderen Menschen der bösen Welt in acht nehmen. Sie sind krankhaft verseucht, Achtung Ansteckungsgefahr.

    Die Wachtturmstudienzusammenkünfte geben mir geistig so gut wie nichts. Und der Abschlussvortrag unseres KA – gerade der gab mir noch den Rest. Natürlich ging es mal wieder um die Abtrünnigen. Und denen hat er es dann ordentlich gegeben. Die Zusammenkünfte sind für mich alles in allem nur Zeitverschwendung.

    Umso erfrischter kann ich mit den Artikeln von Bruderinfo aktuell in die neue Woche starten. Danke für die Mühe, geschätztes Bruder-Info-Team.

    Allen Brüdern wünsche ich eine sonnige und warme Frühlingswoche.

    Lena

    1. Stachelbeere @ Lena

      Liebe Lena,

      Du schreibst, das ganz tief in dir das Gefühl aufkam, irgendetwas ist hier (WT Studium) falsch, es stimmt etwas nicht.

      So war es bei mir auch, ebenso das mir die Zusammenkünfte geistig nichts mehr geben.

      Diese Gedanken von guten Zeugen und bösen Weltmenschen finde ich richtig abstoßend, genauso dieses ganze Selbstlob, was unsere Organisation alles hat, kann und weiß. Und das vorgegebene, unfreie, gesteuerte Denken.

      Wo ist die Demut, die Jesus uns so sehr vorgelebt hat?

      Ich schäme mich da immer in Grund und Boden.

      Für mich ist es hier auch sehr motivierend und echt glaubensstärkend mitzulesen.

      Die vielen tiefen Gedanken der Liebe, Toleranz die alle zu unserem Herrn Jesus Christus führen. Mich ihm näher bringen, mir bewusst machen, welche Bedeutung Jesus eigentlich für mich und jeden einzelnen Menschen hat. Wie unbegreiflich groß die Liebe Gottes und auch Jesu zu uns ist. So viele neue, wunderschöne Gedanken, die man so leider nicht in den Versammlungen gelehrt bekommt. Und die ich selber nicht in Worte fassen kann.

      Alles Liebe für dich und mögen wir alle in Jesus Christus Frieden finden.

       

       

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