Sich in einem Spannungsfeld bewegen

Ein Brief von einem reisenden Aufseher und seiner Frau

Folgenden Beitrag las ich auf der italienischen Seite eines ehemaligen Ältesten der Zeugen Jehovas. Er wurde von der Frau eines Kreisaufsehers verfasst.

Unsere Situation sieht folgendermaßen aus: Wir bewegen uns in einem großen Spannungsfeld.
Auf der einen Seite müssen wir weiterhin die Aufgaben in einer Weise erledigen, wie sie uns von der Gesellschaft vorgeschrieben werden, und zum anderen müssen wir uns mit den Realitäten der Versammlungen auseinandersetzten, denen wir zugeteilt werden. 
Das bedeutet, dass unsere Arbeit mehr durch das Weitergeben von Anordnungen gekennzeichnet ist, statt sich auf den heiligen Dienst und das Austeilen von „geistigen Gaben“ konzentrieren zu dürfen.

Die Person des reisenden Aufsehers hat viel von seiner ursprünglichen Ausstrahlungskraft verloren; immer weniger Brüder sehen es als ein Vorrecht an, uns als Gäste haben zu dürfen.
Falls die Ältesten einen schlechten Bericht über unseren Besuch abgeben, riskieren wir ernsthaft unsere Zukunft.
 Wenn wir deswegen nach Hause geschickt werden, was sollen wir dann machen?
Weder mein Mann noch ich haben das Alter, um irgendeiner Arbeit nachzugehen, auch wenn er weiß, wie man arbeitet und ich mit der Hausarbeit klar komme.

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Mag ich nicht (5)

Ihr seid Gottes Mitarbeiter

[Eine kritische Betrachtung des WT-Artikels “Wir sind Gottes Mitarbeiter” WT 15.10.2014 Seite 23]

“Denn wir sind Gottes Mitarbeiter. Ihr seid Gottes Feld zur Bebauung, Gottes Bau.” (1 Kor. 3:9)

Grundlage des Artikels   in Watchtower Commentor

Warwick 3.001Paulus verwendet hier drei Metaphern in nur einem Vers: Mitarbeiter, ein Feld zur landwirtschaftlichen Bebauung und einen Bau. Der Wachtturmartikel konzentriert sich allerdings nur auf die eine Metapher „Mitarbeiter“ und ignoriert die anderen zwei, Feld und Bau. Der Grund könnte vielleicht sein, der Kontext von 1 Korinther 3 zeigt, dass der Bau von dem Paulus hier spricht, nichts mit den Bauprojekten der WTG zu tun hat die wir als „Gottes Mitarbeiter“ unterstützen sollten. Paulus bezieht sich auf Gottes Tempel – Gottes Bau – in dem sein Geist wohnt.

Link zum Video: http://youtu.be/Z_Cm7BcXuYc

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Mag ich nicht (5)

Gehorsam sein oder seinem Gewissen folgen

 

„ Bleib in deinem Glauben fest und bewahre dir ein reines Gewissen. Einige haben das leider von sich gestoßen und dadurch im Glauben Schiffbruch erlitten“. 1. Tim. 1:19

Die Apostel Jesu vertraten den Standpunkt: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen!“ Damit stellten sie den Gehorsam gegenüber Gott allem anderen Gehorsam voran. Das war für die Apostel, die sämtlich aus dem Judentum stammten, keine revolutionäre Idee denn das 1. Gebot sagte ja nichts anderes.

11012028Es gibt in der Bibel Berichte, die bezüglich des Gehorsams zu denken geben. Als Salomo gestorben war, wurde das Königreich geteilt. Es gab ein Zweistämmereich unter Rehabeam und ein Zehnstämmereich unter Jerobeam. Jerobeam war ein von Gott inthronisierter König! Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Errichtung zweier Kälber, von denen er sagte, dass dies die Götter Israels seien. Er hatte sie aus Furcht errichtet, weil er verhindern wollte, dass seine Untertanen zu den jährlichen Festen nach Jerusalem in das Zweistämmereich gingen, um im Tempel anzubeten.

Nun stelle man sich einen Juden aus dem Zehnstämmereich vor, der aus Gesetzestreue und Gehorsam gegenüber Jehova nach Jerusalem geht um anzubeten. Er musste Mut haben! Er musste Mut haben, der Anordnung des Königs nicht zu entsprechen. Er musste einer Obrigkeit ungehorsam werden die in gewisser Weise von Gott eingesetzten war. Aber alle die dem Menschen Jerobeam, also Menschen mehr gehorchten als Gott, zogen nach Dan und Bethel um Götzendienst auszuüben. Und der Bibelbericht sagt uns dass es nicht wenige waren.

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Mag ich nicht (5)

Nicht über das hinausgehen was geschrieben steht

Von Meleti Vivlon, Beroean Pickets

Notwendigerweise ist dieser Artikel länger als üblich. Das liegt an zwei Wachtturm Studien Artikel von 1934. Diese alten Artikel enthielten einen Wortschwall, der zweimal größer ist als in den heutigen Ausgaben, was praktisch einer Betrachtung von vier Studienartikeln auf einmal entspricht. Wegen fehlender deutschen Ausgaben, sind die Zitate aus diesen Ausgaben frei übersetzt.

45b5c749b7df6a72162a70d6cbb07aa2Eine scheinbar kleine Änderung im lehrmäßigen Denken der Zeugen Jehovas wurde auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung eingeführt. Der Redner, Bruder David Splane von der Leitenden Körperschaft, bemerkte, dass schon seit einiger Zeit in unseren Publikationen Vor- und Gegenbilderbeziehungen nicht mehr benutzt werden. Er betonte, dass wir nur dann Vor- und Gegenbild Beziehungen gebrauchen sollten, wenn Jehova sie selbst dazu gemacht hat und explizit in der Bibel als solche bezeichnet werden.

Er erklärte, dass andere wie die Puritaner, Baptisten und Kongregationalisten das Studium der Typologie spannend fanden und es daher kein Wunder war, dass die frühen Bibelstudenten genauso empfanden. Er sprach von unserer Verwendung der „Ägyptischen Pyramide“, die wir „die steinerne Bibel“ nannten, die die „Zeitalter der Menschheit“ erklärt. Dann, um die richtig Einstellungen zu zeigen, die wir heute haben sollten, sprach er von einem früheren Bibelstudenten, Arch W. Smith, der es sich zum Hobby machte, die Maße der Pyramide zu studieren um gegenbildliche Parallelen zu ziehen. 1928 jedoch, als der Wachturm den Gebrauch „einer von Heiden gebauten Pyramide“ als Vorbild verwarf, willigte Bruder Smith ein. „Er hat Verstand über Gefühl gewinnen lassen.“ (Lasst uns diese Worte im Moment merken, denn sie werden uns bald leiten.)

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Mag ich nicht (5)

Das Evangelium und Gottes Gnade

Eine analytische Betrachtung des Galaterbriefes  2. Teil

Teil 1 unter diesem Link: http://www.bruderinfo-aktuell.de/index.php/das-evangelium-und-gottes-gnade/

galaterbrief-1224758211203895-9-thumbnail-4Jetzt kommt Paulus wohl zu einem der Höhepunkte in seinem Galaterbrief. Wir lesen weiter in Kapitel 5 Vers 1: So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!“

Bestimmt eine schöne Zusammenfassung der Kapitel 3 und 4, wo Paulus anschaulich den Unterschied zwischen dem mosaischen Gesetz und der Rettung aufgrund von Gnade erklärt. Paulus ermahnt hier die Gläubigen, an ihrer neugewonnenen Freiheit festzuhalten. Sie wurden durch den Tod Christi aus der Sklaverei der Sünde befreit – jetzt sollten sie das eben abgeschüttelte Joch nicht durch ein anderes (das Einhalten des mosaischen Gesetzes) ersetzen. Paulus erteilt hier also eine wichtige Lektion: Ein Abwenden von der christlichen Freiheit bedeutet immer ein Joch der Sklaverei. Entweder man bleibt in der Freiheit des Christus oder man wird wieder versklavt.

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Mag ich nicht (5)