Mut als Eigenschaft eines Christen – was bedeutet das?

Quelle: JW.ORG

Die Studienausgabe des Wachtturms vom September 2017 titelt für die Woche vom 20.-26.11.2017: „Sei mutig – und handle!“ Das ist eine ermunternde Überschrift, die darauf hoffen lässt, eine Abhandlung vorzufinden, die Menschen für ihren Alltag bestärkt, zu christlichen Taten anregt und Motivation bietet, seinem Leben durch aktives Tun positive Elemente abzugewinnen.

Das Titelbild der Ausgabe, lässt allerdings bereits erahnen, worum es in der Studienausgabe des Wachtturms im Kern geht: Zeugen Jehovas mit ihren Trollys im Straßendienst – und anders als in der Realität, wo sie, im allgemeinen unbeachtet von den Passanten, bei ihren Trollys stehen und sich miteinander unterhalten, wirkt das Bild kommunikativ; Passanten zeigen sich interessiert und führen Gespräche, und im Hintergrund die Polizei. „Handeln“ steht also möglicherweise NUR im Kontext mit der Mission, dem sogenannten „Predigtdienst“? Nun, um dies herauszufinden, müssen wir den Artikel aufmerksam lesen und analysieren.

Eine erste Überprüfung ergibt: das Wort „Mut“ kommt – die Fragen zu den Absätzen nicht mitgezählt – in dem Artikel 55 mal vor.

So oft benutzt, ist es sicher angebracht, den Begriff „Mut“ zu definieren.

Wikipedia definiert wie folgt:

„Mut, auch Wagemut oder Beherztheit, bedeutet, dass man sich traut und fähig ist, etwas zu wagen, das heißt, sich beispielsweise in eine gefahrenhaltige, mit Unsicherheiten verbundene Situation zu begeben.

Diese kann eine aktivierende Herausforderung darstellen, wie der Sprung von einem Fünfmeterturm ins Wasser oder die Bereitschaft zu einer schwierigen beruflichen Prüfung (individueller Hintergrund). Sie kann aber auch in der Verweigerung einer unzumutbaren oder schändlichen Tat bestehen, wie einer Ablehnung von Drogenkonsum oder einer Sachbeschädigung unter Gruppenzwang (sozialer Hintergrund einer Mutprobe).

Mut ist eine Charaktereigenschaft, die dazu befähigt, sich gegen Widerstand und Gefahren, für eine als richtig und notwendig erkannte Sache einzusetzen. Dabei können zwei gegensätzliche Zielrichtungen verfolgt werden: Mut erfordert die Entschlusskraft, nach sorgfältigem Abwägen etwas Unangenehmes oder Gefahrvolles zu tun oder zu verweigern. Beides kann mit Nachteilen für die eigene Person verbunden sein und Opfer erfordern. Im Falle der Entscheidung zu aktivem Handeln, kämpft der Mutige für die Durchsetzung eines Rechts, für das Meistern einer gefährlichen Situation oder für die Realisierung eines Wertes gegen Widerstände und Bedrohungen. Im Falle der Handlungsverweigerung besteht der Mut darin, einem als Unrecht (Aufforderung zum Kaufhausdiebstahl), als wertlos (destruktive Mutprobe) oder als gesundheitliche Zumutung (Gruppenzwang zum Rauchen oder Drogenkonsum) erkannten Tun zu widerstehen. Beiden Ausdrucksformen von Mut kommt der gleiche Rang zu. Beide erfordern Wertbewusstsein, eigenständiges Denken, charakterliche Stärke und Durchsetzungsvermögen.“

Sehr gern werden sogenannte biblische Beispiele angeführt, um zum Handeln anzuregen und durch Vorbilder eine Nachahmung zu begründen. Mit dem Leittext aus 1. Chronika 28:20, in dem auch das Wort „mutig“ vorkommt, wird uns nun niemand geringeres, als der designierte König Salomo als Beispiel geboten.

Liebe Schwestern und Brüder in der Versammlung: wenn Ihr, nachdem Ihr auf überflüssige weltliche Bildung verzichtet habt, in Eurem durchschnittlich bezahlten Teilzeitjob tätig seid, um die restliche Zeit im Werk des Missionierens zu verbringen: nehmt Euch kein Beispiel an Frau Bundeskanzlerin Merkel – aber nehmt Euch ein Beispiel an dem König Salomo. Wir möchten darauf hinweisen, dass es in jedem Staat üblicherweise eine Menge Untertanen gibt, aber nur ein Staatsoberhaupt. Dort, wo es sich um eine Monarchie handelt, ist dies ein König oder eine Königin. Und an genau dem nehmen wir uns ein Beispiel!

Gesprächsgegenstand zwischen David und Salomo war der Bau eines Tempels. David wollte dieses Bauwerk gern erstellen, aber Gott erlaubte es ihm nicht, weil an seinen Händen zu viel Blut klebte. David hatte daher schon einmal ein bisschen gespart – also 100 Tonnen Gold und 240 Tonnen Silber. Er übergab also seinem Sohn Salomo Baupläne und Schätze und forderte darüber hinaus das Volk zum Spenden auf, dem dieses auch reichlich nachkam.

Der „Mut“, als König eines Volkes ein großes Bauprojekt anzugehen, für das sowohl die Mittel, als auch die Pläne bereits vorlagen, wird nun dem Mut eines Kriegsmannes – nicht gegenübergestellt – sondern gleichgestellt. Weil David ein unerschrockener Kämpfer war, könne sein Sohn Salomo, ein Feingeist – der Weiseste unter den Orientalen – Mut von seinem Vater lernen und daher das, ihm angetragene Bauprojekt, mutig angehen.

Wir zitieren an dieser Stelle die Verse 4 und 5 des Artikels:

4) „Wäre Salomo nicht mutig gewesen, hätte Angst ihn davon abhalten können, überhaupt anzufangen. Doch nichts zu tun wäre schlimmer gewesen, als zu scheitern.“

5) „Wie Salomo brauchen wir Jehovas Hilfe, um mutig zu sein und bei dem, was er uns aufträgt, Gelingen zu haben. Sehen wir uns dazu Beispiele aus alter Zeit an und überlegen wir, wie wir ebenso mutig sein können.“

Liebe Brüder, wenn es darum geht, aufzustehen und den Alltag zu bewältigen: nehmt Euch ein Beispiel an König Salomo! Mit ein paar Hundert Tonnen Gold und Silber, sowie den Bauplänen für einen Tempel ausgestattet, regierte er über das Volk Israel. Israeliten, die nicht über mehr Bildung verfügten, als für den Dienst für Gott notwendig, vollbrachten großartige Ingenieursleistungen – und wurden vermutlich aus genau den Schätzen bezahlt, die für den Tempelbau bereitstanden. Die Bibel berichtet zwar nichts über die Entlohnung der Arbeiter, aber da es sich nicht um Zwangsarbeit handelte, können wir von einer üblichen Vergütung ausgehen.

Sehr gern werden in den Publikationen der Zeugen Jehovas Könige, Propheten oder Menschen als Vorbilder dargestellt, mit denen Gott direkt handelte. Moses, der Führer eines Volkes, zu dem Gott direkt gesprochen hatte und durch dessen Hand er Wunder wirken ließ; Josua als Heerführer, Paulus, der eine Vision von Gott hatte: dies sind die Vorbilder, die als Maßstab für das tägliche Handeln ebenso benutzt werden, wie der vollkommene Sohn Gottes zu seinen Lebzeiten auf Erden.

In der Tat geht es auch eine Nummer kleiner und so wird Joseph als Beispiel für Mut angeführt, als er der Verführung der Frau des Pharao widerstand. War dies wirklich mutig? Ohne Frage hatte Joseph moralische Bedenken; er befand sich aber auch in einer Zwickmühle. Hätte er den Verführungskünsten nachgegeben und wäre dies herausgekommen, so wäre dies sein Todesurteil gewesen. Da er sich verweigerte, wurde er verleumdet. Gleichwohl: ein moralisches Vorbild und auch ein passendes Beispiel für Mut, das in dem Artikel viel zu kurz kommt.

Auch die Geschichte von Rahab und den Kundschaftern, welche sie versteckte, ist ein passendes Beispiel für Glauben und Mut – also beherztes Handeln.

Der Beginn der Christenheit: das sind die 12 Apostel. Mit diesen fing alles an – sie lebten und lehrten in der Gegenwart des Christus; sie sahen seine Wunder. Diese Menschen sind der Ursprung eines neuen Glaubens, den Jesus durch sein Wirken auf der Erde zwar nicht begründete – denn Jesus begründete keine Religion, sondern definierte den Glauben an Gott neu, woraus die Christenheit mit ihren verschiedenen religiösen Richtungen entstanden ist. Die Apostel waren Männer aus dem Volk, vielfach mit nur einfacher Bildung und sowohl die Evangelien als auch die Apostelgeschichte sind zu unserem Nutzen aufgezeichnet worden. Wenn also dem Mut der Apostel in dem Artikel ganze zwei Sätze gewidmet werden, erscheint das durchaus ein wenig kurz gegriffen.

Da haben wir sie also, die biblischen Beispiele für Mut: Salomo, Joseph, Rahab und die Apostel.

Ab Vers 10 des Artikels erfahren wir nun die Nutzanwendung der biblischen Beispiele:

Zunächst richtet sich der Artikel an „junge Leute“. Wir finden wieder die Worthülse: „geistige Ziele“ vor, ohne dass der Begriff näher erläutert wird. Junge Leute sind „mutig“, wenn sie ihre schulische und berufliche Bildung auf ein Mindestmaß beschränken, sich nicht etwa vorstellen, nur deshalb am Erwerbsleben etwas intensiver teilzunehmen, damit sie für ihre Familie besser sorgen können – und stattdessen „geistige Ziele“ verfolgen.

Hierbei dient Moses als Beispiel: „ … Er wurde von Pharaos Tochter großgezogen und hätte darauf aus sein können, prominent und wirtschaftlich abgesichert zu sein. Nichts anderes hätten seine ägyptische Familie, Lehrer und Ratgeber wohl von ihm erwartet. Moses entschied sich jedoch für die wahre Anbetung. Er vertraute mutig auf Jehova und verzichtete auf den Wohlstand Ägyptens.“

Diese Darstellung ist allerdings nicht ganz richtig. Moses hatte einen Totschlag an einem Ägypter begangen; er glaubte, dies verheimlichen zu können. Bereits am nächsten Tag war offenkundig, dass seine Tat beobachtet worden war und er verbrachte 40 Jahre in der Fremde. Erst danach – und zwar ohne jede weitere Chance auf eine Karriere in Ägypten – wurde er von Gott zum Führer des Volkes berufen.
Wie wir 2. Mose 6:30 entnehmen, hat dem Moses seine gute Bildung im Hause des Pharao jedenfalls erst mal wenig genützt, denn er war so schüchtern, dass er nicht selbst sprechen wollte – daher gab Gott ihm Aaron an die Seite, der das für ihn bei Pharao übernahm.

Im Absatz 13 wird „eine Schwester aus Alabama“ zitiert, die in der Mission für die Religion der Zeugen Jehovas persönliche Erfüllung fand und dies auch bekundete. In ihrer Aussage unterstellt sie, dass beruflicher und wirtschaftlicher Erfolg unerreichbar seien und ein Streben danach somit nicht glücklich mache.

Dabei ist es eine Tatsache, dass inneres Glück und Zufriedenheit in keinem Zusammenhang mit wirtschaftlichem Erfolg stehen. Sowohl wirtschaftlich erfolgreiche Menschen, als auch solche, die aus eigener Entscheidung oder aufgrund der persönlichen Umstände als wirtschaftlich arm anzusehen sind,  können glücklich oder auch unglücklich sein. Menschen definieren ihr Glück über die Familie, über Kinder, über ein Hobby, über eine ausgelebte Begabung, über die wohltätige Hilfe für andere, über ihren Glauben und verschiedenes mehr.

An dieser Stelle, beim Beispiel der „Schwester aus Alabama“ wäre also eine Auseinandersetzung über das Thema „Glück“ und „Zufriedenheit“ angebracht, keinesfalls aber eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Mut“.

Wenn Zeugen Jehovas einen Unfall haben, dann rufen sie den Rettungsdienst. Wenn es brennt, rufen sie die Feuerwehr und wenn sie überfallen werden, dann rufen sie die Polizei.

Sowohl die Arbeit als Retter, als Feuerwehrmann oder als Polizist sind gefahrenvoll; solche Tätigkeiten und Berufe auszuüben, erfordert ständig Mut.

In Vers 14 wird allerdings zu verstehen gegeben, dass es Mut braucht, solche oder ähnliche Berufe gerade nicht auszuüben. Mutig ist es auch, für sich regelmäßige Arbeitszeiten einzufordern, die es erlauben, die von Zeugen Jehovas festgesetzten Versammlungszeiten einhalten zu können und darüber hinaus genug Zeit für die Mission und deren Vorbereitung zu finden.

An dieser Stelle wird wieder einmal deutlich, dass Zeugen Jehovas es ablehnen, sich in die Gemeinschaft der mit ihnen lebenden Menschen einzubringen; gleichzeitig nutzen sie aber alle Möglichkeiten und Vorteile, die die „Welt“ ihnen bietet.

Vers 15 und 16 soll Eltern anregen, ihre Kinder ab dem Säuglingsalter so zu beeinflussen, dass sie ihr Leben in den Dienst der Wachtturmgesellschaft stellen. Dies sei mutig, denn dann ist es den Kindern natürlich kaum möglich, für ihre Eltern zu sorgen – diesbezüglich müsse man also dann auf Gott vertrauen.

Zitat: „Der Ehemann sagt: „Noch bevor unsere Kinder laufen und reden konnten, sprachen wir davon, wie schön es ist, sich als Pionier für die Versammlung einzusetzen. Jetzt wollen sie das auch. Sie verfolgen geistige Ziele und können deshalb besser dem Druck von Satans Welt standhalten und sich auf Jehova konzentrieren.““

Wir halten fest: der Vater erzählt seinen Kindern in einem Alter von ein – zwei Jahren, wie schön es sei, Pionier zu werden!

„Geistige Ziele“ ist gleichzusetzen mit: Mission für die JW-Org. „Sich auf Jehova konzentrieren“ bedeutet: Mission für JW-Org.

Was mit „dem Druck von Satans Welt“ gemeint ist, bleibt in dem Absatz unklar; es handelt sich hier ebenfalls um eine Worthülse der WTG. Ist mit „Druck von Satans Welt“ gemeint, dass der Staat Krippenplätze, Kindergartenplätze und Schulplätze insgesamt vom zweiten bis zum achtzehnten Lebensjahr, also 17 Jahre frühkindlicher und schulischer Bildung bereitstellt, die jedes Kind nach Fähigkeit und Neigung durchlaufen kann, wobei es gefördert und gefordert wird und diverse Wahlmöglichkeiten hat?

Was noch gemeint sein könnte, lesen wir im nächsten Satz:

Zitat: „Ein Vater von zwei Kindern schrieb: „Eltern investieren oft viel Zeit und Mittel, um sportliche, künstlerische oder schulische Talente ihrer Kinder zu fördern. Wie viel sinnvoller ist es, Zeit und Mittel dafür einzusetzen, dass Kinder Ziele erreichen, durch die sie Jehova nahebleiben können. Es macht uns sehr zufrieden, die Fortschritte unserer Kinder zu sehen und diesen Weg mit ihnen zu gehen.“ Jehova segnet Eltern, die ihre Kinder unterstützen, sich geistige Ziele zu stecken und sie zu erreichen.“

Folgende Worthülsen finden wir vor:

  • Ziele erreichen, durch die man Jehova nahe bleiben kann
  • Fortschritte der Kinder – diesen Weg zu gehen
  • Geistige Ziele stecken und erreichen

Und wir erfahren, was es noch mit dem Druck von Satans Welt auf sich hat:

  • Sportliche, künstlerische oder schulische Talente des Kindes fördern

Liebe Eltern, die Ihr Zeugen Jehovas seid: Ihr habt Kinder und diese Kinder haben Talente. Es macht auch Kindern Spaß, das zu tun, was ihnen liegt. Wenn sie Fähigkeiten und Neigungen haben, mit denen sie erfolgreich sein könnten: DAS IST DER DRUCK SATANS. Wenn Eure Kinder gern musizieren oder Spaß an Mathematik haben: lasst sie nicht zu viel Zeit damit verbringen. Bringt ihnen nahe, wie schön es ist, für JW-Org zu missionieren. Bildung, Freizeit, Hobbys: beschränkt es auf das unerlässliche Mindestmaß – verbringt Eure Zeit mit dem Predigtdienst und erklärt Euren Kindern, wie wunderbar und befriedigend dies ist, noch bevor sie laufen und sprechen können!

Die Absätze 17 und 18 beschreiben ebenfalls Situationen, in denen Zeugen Jehovas mutig sein müssen. Zwar erschließt sich einem nicht Eingeweihten nicht, was unter „Rechtsangelegenheiten“, die Älteste behandeln müssen, zu verstehen ist, weil nur Älteste über das Buch „Hütet die Herde Gottes“ verfügen – eine Art Verwaltungsgerichtsordnung für das „religionsgemeinschaftliche Recht“ von Zeugen Jehovas.

Auch erschließt sich nicht, weshalb es für ledige Schwestern mutig sein sollte, MEHR zu predigen, denn der gesamte zweite Teil des Absatzes handelt ja nur davon, dass Schwestern außer Predigen auch das Vorrecht haben, MEHR zu predigen, WOANDERS zu predigen oder eine SONDERSCHULUNG fürs Predigen zu erhalten. Und wieso ist Mut erforderlich, damit eine „ältere Schwester“ einer „jüngeren Schwester“ Hinweise in Bezug auf ihr Äußeres gibt? Dies mag deshalb Mut erfordern, weil manche ältere Schwester überhaupt keine Ahnung davon hat, was gerade angesagt, aber dennoch nicht unschicklich ist. Sind nämlich ältere Zeugen Jehovas in ihrer Ära schon aus der Zeit gefallen, dann können sie 30 Jahre später sicher kaum Hinweise zum Hier und Jetzt geben, was Mode und die äußere Erscheinung betrifft. Solche Ratschläge sind beileibe keine Frage des Lebensalters, solange wir über Erwachsene sprechen. Vielmehr sind solche Ratschläge eine Frage von Kultur, Sitte, Mode, Anlass und gesellschaftlichen Kreisen – nicht aber des Lebensalters der ratgebenden Person.

Ab Vers 19 lesen wir, dass es eine Frage des Mutes für junge Männer darstellt, ein „Dienstamt“ anzustreben und „mehr Verantwortung zu übernehmen“. Dabei wird allerdings außer Acht gelassen, dass jeder linientreue Mann bei Jehovas Zeugen unverzüglich für weitergehende Aufgaben eingespannt wird, um ihn noch mehr für die Organisation einzunehmen. Kriterien sind hierbei weder soziale Kompetenz noch Sachverstand, sondern einzig und allein die Bereitschaft, den Lehren der WTG uneingeschränkt zu folgen und dies auch tatkräftig unter Beweis zu stellen.

Der Schluss des Artikels setzt alles wieder auf Anfang:

Zitat: „Wie für Salomo, so ist Jehova auch für uns da. Sowohl in der Familie als auch in der Versammlung hilft er uns, Mut aufzubringen und Gelingen zu haben. Wenn wir uns mutig für die Anbetung Jehovas einsetzen, wird er uns heute und in Zukunft segnen. Seien wir also mutig und handeln wir!“

Schauen wir uns diesen Absatz an: Gott gewährte Salomo eine Bitte und Salomo erbat sich Weisheit. Salomo war König eines Volkes; sein Vater übergab ihm unschätzbare Mengen an Gold und Silber als „Startkapital“ für den Tempelbau.

Keinesfalls soll in Frage gestellt werden, dass Gott für gläubige Christen ein Hort der Hoffnung ist, der dazu berechtigt, mutig durchs Leben zu gehen. Wenn aber mit einem platten Satz der Tempelbau in Jerusalem mit Deinem und meinem Leben gleichgesetzt wird, dann erscheint das theologisch zu kurz gegriffen und für das tägliche Leben wenig überzeugend, weil die wenigsten Christen gerade mit einem Tempelbau oder vergleichbaren Projekten beschäftigt sind und auch nicht über entsprechende Ressourcen verfügen.

Liebe Schwestern und Brüder, es muss sich dem Leser die Frage stellen, weshalb wir uns kritisch mit diesem und anderen Wachtturmarktikeln auseinandersetzen. Ist dies nicht destruktiv? Und was bietet diese Plattform denn alternativ?

Ich mache es kurz:

In der ersten Hälfte des Artikels werden vier biblische Figuren beschrieben, die als mutig  dargestellt werden.

In der zweiten Hälfte des Artikels werden

  • Eltern dazu aufgerufen, ihre Kinder ab dem ersten Lebensjahr dazu anzuhalten, eifrig missionierende Zeugen Jehovas zu werden
  • Jugendliche dazu aufgerufen, nicht das zu machen, was ihnen Spaß macht oder was ihnen liegt, sondern eifrig missionierende Zeugen Jehovas zu sein
  • junge ledige Frauen dazu aufgerufen, zu missionieren, mehr zu missionieren, woanders zu missionieren und sich besser schulen zu lassen, um noch besser missionieren zu können
  • ältere Frauen dazu aufgerufen, die jüngeren zur Sittsamkeit anzuhalten
  • Männer aufgerufen, mehr für die WTG zu tun

Bei diesem WT-Artikel handelt es sich also um nichts anderes, als die all-sonntäglich stattfindende Drücker-Kolonnen-Motivations-Veranstaltung mit Frage – und Antwortspiel. Mit dem Thema „Mut“ im täglichen Leben zur Lebensbewältigung hat der Artikel ebensowenig zu tun, wie mit Persönlichkeitsbildung oder Schulung der sozialen Kompetenz.

Der Artikel will aber Zeugen Jehovas auch konkret davon abhalten, sich ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend als selbstbestimmte Menschen zu entwickeln.

Daher ist diese Analyse keineswegs destruktiv. Vielmehr ist der WT-Artikel destruktiv und hindert die Anhänger der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas daran, ihre Persönlichkeit im christlichen Sinne weiterzuentwickeln, sich sachgerecht zu bilden und positiv christliche Prioritäten zu setzen. Die Sorge um die Familie soll unter dem Vorwand, Gott werde schon für alles sorgen, der WTG untergeordnet werden.

Wer seine Zeit also NICHT mit dem Vorstudieren und anschließendem „Wachtturm-Studium“ am Sonntagvormittag verbringt, um sich eine Stunde lang anzuhören: „Sei mutig, missioniere mehr, woanders, besser; arbeite mehr für die Org – denn dann arbeitest Du für Gott“, der hat schon viel gewonnen.

Liebe Schwestern und Brüder, wir ermuntern zu folgendem: lest bitte die WT-Artikel unter der Fragestellung: Welchen Wert hat das Thema und der Inhalt für mein tägliches Leben als Christ – inwieweit stützt und stärkt es mich für den Alltag? Inwieweit fordert der Artikel unmittelbar oder mittelbar auf, meinen Einsatz im Rahmen der Religionsausübung zu  steigern und persönliche Belange zurückzustellen?

Nach unserer Analyse befassen sich einige WT-Artikel mit der Feingliederung der Glaubenslehren; eine sehr große Anzahl von Artikeln hat aber keinen anderen Inhalt als: Arbeite für Deine Religionsgemeinschaft – dann arbeitest Du für Gott und bekommst dafür „Gottes Segen“.

Das aber ist nicht die christliche Botschaft, die Jesus seinen Jüngern zu verkünden gebot.

 

 

Mag ich nicht (1)

88 Kommentare zu “Mut als Eigenschaft eines Christen – was bedeutet das?

  1. Ulla

    Hallo Fanny,...

    DANKE.....

    es ist eine Art Rückbesuch, der mich zu diesen Fragen brachte, ich sagte der Ex Zeugin, ich werde nachdenken.

    naja....funny isses nicht, wenn wir nur durch Leid zu Gott finden...und die Streitfragen der WTG zum Thema warum es soviel Leid gibt, wieso es so lange zugelassen wird, haben ausgedient.

    Welchen Sinn das alles macht, werden wir im nächsten Leben erfahren, wenn wir bei Gott sein dürfen.

    JETZT zählt die Hoffnung und das Vertrauen, auf Christus zu warten, seine sichtbare Wiederkunft. Die erdenweiten Änderungen, die dann kommen werden...vorher noch die Herrschaft des Antichristen auszuhalten...das wird kein Zuckerschlecken werden...

    Fanny, red mit deinem Sohn einfach offen und ehrlich, HÖR IHM ZU, wieso er was so oder so sieht...oft sind sehr tiefsinnige Gründe in Teenieköpfen, die dann kreisen und kreisen und kreisen...

    LG Ulla

    1. Fanny

      Fanny@Ulla

      Liebe Ulla,es ist nicht so ,dass ich selbst auch keine Fragen mehrhätte.Im Gegenteil! Oft Frage ich mich wie es unser Schöpfer wohl sieht wenn sich dieMenschen  gegenseitig umbringen usw. Für fast alles gibt es eine Bibelstelle aber nicht alle Fragen werden beantwortet.Es ist ein Wunder nachdem man von dieser Org. so enttäuscht wurde, dass man überhaupt noch an Gott glaubt.

      Ja,es ist schon  für so manchen ein Leidensweg sich von dieser .org. zu trennen! Man sieht nach vorne und versucht ein neues Gottesbild zu bekommen und schaut dann wieder zurück wie es früher war.Man hatte doch ein Urvertrauen in diesen Sklaven der plötzlich die Gestalt eines Dämon für mich hat.

      Sind wir froh,dass die Sicht auf unseren Herrn jetzt frei ist und es keinen Sklaven mehr braucht!

      PS Danke für den Tipp bezüglich meinesSohnes.Aber es ist halt die Phase wo Eltern schwierig werden😭

      Ich wünsche dir von Herzen alles gute !

      LG Fanny

  2. Ulla

    Lieber Florian,

    ich gebe gerne zu, dass mich die Horror Passagen, das Gemorde, das Gemetzel, von dem im AT berichtet wird, auch sehr irritiert. Was haben sich Menschen nur alles mit ansehen müssen, auch die, die auf der "richtigen" Seite standen...vieles verstehe ich AUCH noch nicht...hadere sehr damit, vor allem, weil wir heute in einer aufgeklärten Zeit leben und gelernt haben, wie traumatische Erlebnisse einen Menschen für immer verändern...bis zum letzten Lebenstag!

    Ich habe aber den Wunsch, das eines Tages zu verstehen, hoffe, dass es eines Tages eine Erklärung für alle Grausamkeiten, die auf diesem Planeten geschehen/sind, kommt. AUSSER der Erklärung, dass der Teufel dran schuld ist (was wären die Religionen wohl ohne ihn)...

    Ich habe mir jahrelang den Kopf darüber zerbrochen, aber im Vertrauen auf die Aussage, dass Gottes Gedanken höher sind als die unseren, warte ich darauf, alles eines Tages zuordnen zu können.

    Das GottesBILD, das wir uns haben von der WTG einimpfen lassen, ist ein grauenhaftes!!!

    Wenn Gottes Sohn nun ganz anders agierte, als er auf Erden lebte, fragt man sich, was es bedeuten mag.

    Durch das Lesen des NT und das Sich Vorstellen, wie es wäre, Jesus heute zu begegnen, konnte ich mich dem Vater wieder nähern. Ich will eines Tages verstehen, wieso Leid zugelassen wird...wie all die Widersprüche unter einen Hut zu bringen sind.

    Müsste ich mich unter Verfolgung für nur EIN Bibelbuch entscheiden, das ich mit in die Zelle nehmen darf, würde ich das Evangelium nach Johannes wählen. Ganz nah an Jesus zu sein, um dem Vater näher kommen zu dürfen...

    Ich verstehe dich also ganz gut, lieber Florian und bin da auch offen und ehrlich.

    Servusli

    Ulla

    1. Fanny

      Fanny@Ulla

      Liebe Ulla als ich heute morgen deinen Kommentar gelesen hatte kam mir einGedanke.Mein Sohn steckt gerade in der Phase in der er alles besser weiß als seine Eltern.Pupertätsphase sozusagen.

      Nun mache ich den Schwenker zum ersten Menschenpaar, sie wollten es damals auch besser wissen als ihr Schöpfer und müssten die Erfahrung machen,dass es besser gewesen wäre auf die Worte JHWH zu hören.Gott wäre nicht Gott wenn er nicht die Möglichkeit gegeben hätte jederzeit zu ihm zurück zu kehren.Besonders in Jesus hat er seine innige Liebe zu uns Menschen gezeigt und es zeigt ,dass er uns nicht als hoffnungslose Fälle sieht.Am Anfang sagte Gott,siehe es ist alles gut .Auch wenn wir unseren irdischen Lauf beenden der mit Leid geprägt war wird Gott zu uns sagen: Siehe es ist alles gut für dich.Die Menschheitsgeschichte zwischen Anfang und Ende ist mit Leid gepflastert aber viele Menschen erfahren Gott erst im Leid oder leiden.Haben wir Jesus nicht auch erst nach dem Leid bei den Zeugens erkannt?

      Sicher konnte  ich nicht alle deine Fragen beantworten aber dann wäre dieser Kommentar 10 mal so lange ausgefallen.

      Wünsche dir noch einen wunderschönen Tag🌝

  3. Ulla

    Hallo liebe Fox,

    du hast ein wahres Wort gesprochen, wie die Omma ja AUCH schon schrieb: Wir sind Täter und Opfer zugleich. Die ganze Welt ist Schauplatz von Manipulation, Indoktrination und Druck...bei den einen waren es einst politische Manipulationen, der andere ist dem Materialismus zum Opfer gefallen, der andere den Religionen im allgemeinen.

    So funktioniert halt auch Sozialisation von Anbeginn der Menschen: Wir sind nicht dazu gemacht, alleine zu bleiben, wir brauchten andere Menschen, um laufen, sprechen und existieren zu können. Anpassung an bestehende Verbünde, die gerade um einen herum agieren.

    Ich habe festgestellt, dass die Welt voller bunter "Angelhaken" ist und für jeden einen anderen Köder bereithält: Da ist ein Teenager, der Tiere und Natur liebt, da gibts den Köder "Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben". Ein anderer Teenager ist traumatisiert, war einst hilflos ausgeliefert, nun kommt ein Köder "HARMAGEDON" wirds den "Bösen schon zeigen!". Das eine Ehepaar ist in einer Midlife Crisis, sucht Erfüllung, eine Aufgabe, will sich für was gutes einsetzen. Und auch DA gibts einen Köder "Werdet Pioniere!" oä. --- Oder da ist ein Ehemann, der es in der Welt nicht weit gebracht hat, aber als DAG oder Ältester kann er mit seiner Autorität um sich schlagen....Da ist eine Alleinerziehende, die sich nach familiärer Gewalt endlich befreit hat, und, um sich "wert zu fühlen", trotz der vielen Aufgaben mit den Kindern auch noch um den "Hilfspionierdienst" bewirbt. Da es nicht genug "Anerkennung" für "nur Alleinerziehend" in der Versammlung gibt...

    Ich will damit nur sagen, es waren nicht die schlechtesten Beweggründe, wieso manche hier bei ZJ "hängen geblieben" sind. Wer sehnt sich NICHT nach besseren Verhältnissen, nach einer schöneren Zukunft?

    Das schlimme ist, dass man sich dann nur in die EINE Richtung "radikalisieren" ließ und - wenn notwendig, auch noch über "Leichen" geht, zB über die eigene sogar, indem man Bluttransfusion ablehnt.

    Aber eines ist doch sicher: Wieviel Prozent Täter, wieviel Prozent Opfer jeder war, das weiß Jesus Christus am besten. Und er kennt auch die Gründe für unsere radikalen Gedanken, blindlings einer Org. zu folgen...

    Und GOTT SEI DANK können wir unser Herz vor ihm ausschütten...Ohne Christus wäre doch alles vergebens...sinnlos...eine Endlosschleife der Probleme der ganzen Menschen....

    GOTT vergibt uns, wenn wir an Christus glauben, wir müssen aber auch an die VERGEBUNG an sich glauben...dass wir jeden Tag mit Null wieder von vorne anfangen dürfen, weil unsere Fehler nicht angerechnet werden.

    Also wünsch ich allen hier auf BI den HERZENSGLAUBEN weiter zu pflegen. Es wird alles wieder gut, the future is now!

    Servusli

    Ulla

  4. ⒶⓉⒽⒶⓁⒿⒶ

    In Anlehnung des hier vorgetragenen Artikels „Mut als Eigenschaft eines Christen – was bedeutet das?“  heisst es u.a.:
    „Sehr gern werden sogenannte biblische Beispiele angeführt, um zum Handeln anzuregen und durch Vorbilder eine Nachahmung zu begründen… Sehr gern werden in den Publikationen der Zeugen Jehovas Könige, Propheten oder Menschen als Vorbilder dargestellt, mit denen Gott direkt handelte. Moses, der Führer eines Volkes, zu dem Gott direkt gesprochen hatte und durch dessen Hand er Wunder wirken ließ; Josua als Heerführer, Paulus, der eine Vision von Gott hatte: dies sind die Vorbilder, die als Maßstab für das tägliche Handeln ebenso benutzt werden, wie der vollkommene Sohn Gottes zu seinen Lebzeiten auf Erden.“
    Hierzu bringe ich eine Parallele aus einer Zeitschrift der JW.Org hinzu.  Sie ist dem „w09 15. 11. S. 25“ entnommen und liest sich – auszugsweise – wie folgt:

    „Zu den vielen Dingen, die Jesus Christus von seinem Vater lernte, gehörte auch höfliches, liebenswürdiges Verhalten. Obwohl seine Aufgaben oft ungeheuer viel Zeit und Kraft beanspruchten, blieb Jesus immer geduldig und freundlich. Aussätzige, Blinde, denen nichts anderes übrig blieb, als zu betteln, und andere, die Not litten und sich an ihn wandten, erlebten ihn ausnehmend hilfsbereit. Meist tauchten sie ja unangemeldet bei ihm auf, aber er wimmelte sie nie ab. Im Gegenteil, nicht selten ließ er alles stehen und liegen, wenn ein verzweifelter Mensch Hilfe brauchte. Alle, die an ihn glaubten, behandelte er außergewöhnlich rücksichtsvoll (Mar. 5:30-34; Luk. 18:35-41). Wir Christen nehmen uns an Jesus ein Beispiel und sind ebenfalls freundlich und hilfsbereit. So ein Verhalten bleibt nicht unbemerkt: Es beeindruckt Verwandte, Nachbarn und andere, mit denen wir zu tun haben. Außerdem wird Jehova dadurch verherrlicht, und uns selbst tut es auch gut.
    Jesus begegnete den Menschen auch dadurch mit Würde und Respekt, dass er sie mit ihrem Namen anredete. Waren die Religionsführer der Juden genauso eingestellt? Absolut nicht! Sie hielten alle, die nicht im mosaischen Gesetz bewandert waren, für „verfluchte Leute“ und behandelten sie auch entsprechend (Joh. 7:49). Ganz anders dagegen der Sohn Gottes. Martha, Maria, Zachäus und viele andere hörten ihren Namen aus seinem Mund, wenn er sie ansprach (Luk. 10:41, 42; 19:5). Welche Anrede wir heute gebrauchen, richtet sich zwar teilweise nach den Umständen und kulturell bedingten Verhaltensnormen. Aber grundsätzlich begegnen Diener Jehovas ihren Mitmenschen auf liebenswürdige Weise. Sie lassen nicht zu, dass der Respekt, den ihre Glaubensbrüder und andere verdienen, durch Klassenunterschiede gemindert wird.“

    Wie ist das denn so mit s.g. „Vorbilder“, wenn wir ebensolche aus der medialen Welt picken? Gibt es zudem wirklich nichts „Negatives“ über Jesus Christus zu berichten? Dazu fand ich eine Aussage in der neuesten "Hörzu", wo folgende Frage gestellt wurde (ich zitiere): „Gibt es eigentlich noch Höflichkeit?“
    Auszugweise zitiere ich eine Passage daraus:

    „Das Gefühl mangelnder Höflichkeit ist auch ein Wahrnehmungsproblem: Wenn die Mehrheit mehr Höflichkeit möchte, halten sich viele für höflicher, als ihre Mitmenschen empfinden. So wie wir alle die besseren, freundlichen, vorausschauenden Autofahrer sind – wenn bloss die anderen nicht wären!
    Moritz Freiherr Knigge, Nachfahre des berühmten Knigge, findet: „Man sollte nicht denken, man mache alles richtig und die anderen seien alle Banausen. Das ist unhöflich und arrogant.“ Im Übrigen verhielt sich selbst Jesus nicht immer rücksichtvoll: Er warf Bänke um, provozierte absichtlich, schimpfte derb – und blieb trotzdem ein Vorbild.“

    Du kannst ja jetzt die Satzaussage des „JW.ORGA WT’s“ mit der aus der „Hörzu“ vergleichen. A bisserl Wahrheit findet sich eben auch wonders… Looks like nobody's perfect...
    Ich möchte betonen, dass ich hiermit keine Provokation erzeugen wollte!
    Last but not least: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“. (Gandhi)
    Stimmig und grüssend
     
    @THALJA

  5. Horst

    Horst @ Omma u. Oppa:

    Ihr Lieben,

    "Ottonios" Antwort, ohne Gruss und Anrede, bestätigt ja nebenbei meine Vermutung, es könnte sich um einen verbitterten Hardliner ohne diesbezügliche Erfahrung handeln. Sein Schlußsatz ist in Ordnung: "Jeder soll tun, wie er meint..."-

    Aber was mir wichtiger ist:

    Auch bei Eurer Antwort an mich ging mir sofort etwas durch den Kopf, und zwar Matthäus 5:5, da Ihr für mich solche "Sanftmütigen" seid. Und dann nehmen wir noch Vers 7 mit der "Barmherzigkeit" dazu...

    Muss mal gesagt sein.

    Lieben Gruss an Euch Beide

    Horst

     

    1. Iris

      Lieber Horst ,

      ich habe mir nochmal deinen Kommentar an Ottonio durchgelesen . Du kennst die Erziehungsmethoden auch wie wir . Obwohl wir damals noch keine ZJ waren .

      Mein Mann und ich , sind beide Nachkriegskinder . Wir sind streng katholisch erzogen worden . Meine Familie hat neben der Kirche gewohnt . Wir mußten jeden Sonntag in die Kirche . Die war im Winter nicht geheizt . Länger als eine Stunde hätten wir da nicht sitzen können . Jeden Mittwoch noch Schulmesse und in den Pfarrhof zur Heimstunde auch jede Woche . Dazu Abends noch verschiedene Andachten . Und wir mußten da hingehen ! Wir konnten uns das nicht aussuchen !

      ( Wenn manche denken , nur ZJ Kinder wurden zu etwas gezwungen . Wir auch !)

      Unsere Eltern waren sehr streng , da gab es schon Orfeigen , wenn man Wiederworte gegeben hat , oder Prügel , wenn man etwas angestellt hat . Wie oft habe ich auf Holzscheiten knien müssen , wenn ich wiederspenstig war . Doch wenn ich heute darüber nachdenke , würde ich nie auf die Idee kommen , daß meine Eltern sich bei mir entschuldigen müßten . Sie wollten uns Kinder zu anständigen Menschen erziehen . Damals waren die Erziehungsmethoden eben anders . Es war eine schwere Zeit für sie , sie hatten nicht die Annehmlichkeiten wie wir heute . Arbeit rund um die Uhr , kein Luxus , wie Auto , Fernseher oder gar Urlaub . Ich habe nur noch Mitleid mit Ihnen , keinen Zorn .

      Wir dachten auch , wir machen das Beste für uns und unsere Kinder , als wir die sogenannte ,, Wahrheit " angenommen haben . Aus heutiger Sicht weiß ich , daß es falsch war , aber das läßt sich nicht mehr ändern .

      Ich denke , so wie ich meinen Eltern nicht böse bin weil sie das Beste für uns wollten , werden auch unsere Kinder sein , wenn sie JWOrg entkommen sind . Dazu kennen Sie uns zu gut , und ich bin sicher , sie lieben uns trotzdem .

      Liebe Grüße

      Iris

      1. Ottonio

        Liebe Iris.

        Frag deine Kinder doch einfach, wie sie darüber denken. Höchstwahrscheinlich werden sie dir versichern, dass sie dir nichts uebelnehmen. Dann weisst du es genau, und musst es nicht mehr nur vermuten oder "denken".

      2. wahrerchrist

        Wenn hier auch Elternteile wären, die auch wahre Christen sind, würde es ihnen nicht so schwer fallen Fehler einzuräumen. Auch nicht gegenüber ihren eigenen Kindern. Ihr "schlechtes Gewissen" jedenfalls könnte sie nicht davon abhalten.

        Wir hatten und haben kein Problem uns bei unseren Kindern für begangene Fehler zu entschuldigen. Und das fördert unserer Verhältnis zu einander.

        Die Diskussion nimmt so langsam absurde Züge an.

        Wahre Christen haben kein Problem Sünden zu bekennen, weil sie durch ihre Sünden auch nicht versklaven lassen müssen.

        Wo ist denn Euer Problem?

        1. Horst

          Hallo "wahrerchrist",

          absurd sagst Du ???  Na DAS finde ich aber absurd...

        2. Markus1@unwahrerchrist

          Schlaue Worte und doch so genial daneben -

          Christlichen Elternteilen sollte es deinen Worten nach nicht schwer fallen ihre Fehler (gegenüber ihren Kindern) zuzugeben. Da stimme ich mit dir überein.

          Die Frage in Verbindung damit ist nur: Weshalb gibt die WTG ihre Fehler gegenüber ihren Mitgliedern nicht zu???  Weshalb kehrt sie stattdessen ihre falschen Aussagen bzw. ihre falschen Vorhersagen einfach unterm Teppich?

          LG Markus1

      3. Omma@Iris

        Liebe Iris,

        du schreibst an Horst: "Du kennst die Erziehungsmethoden auch wie wir.  .....  Damals waren die Erziehungsmethoden eben anders."

        Der Oppa und ich konnten einige Zeit nicht verstehen, warum unsere Eltern so an uns gehandelt haben.  Auch wir gehören zur Nachkriegsgeneration.  Dann haben wir folgendes gemacht, wir sind sozusagen in die Zeit unserer Eltern "abgetaucht", dass heißt, wir haben uns Bücher und DVD's gekauft, entsprechende TV-Sendungen angesehen, die uns Einblicke in diese Zeit gaben, so langsam lernten wir, und konnten sogar nachfühlen, was es für unsere Eltern bedeutete, in so einer Zeit aufzuwachsen und als Erwachsener zu leben. Wir erkannten auch, wie groß die Beeinflussung, nicht nur ihrer Gedanken sondern auch ihrer Gefühle war. Ihre ganze Persönlichkeit wurde durch diese Zeit geformt. Das konnten sie nicht einfach abstreifen, wie ein altes Kleidungsstück, obwohl durch den Zusammenbruch dieses teuflischen Systems sich alles geändert hatte.

        Durch das Nachsinnen und verarbeiten dieser Dinge, tat sich auch bei uns etwas, so wie es der Sprücheschreiber beschreibt:

        Sprüche 19:11   (Schlachter 2000)

        11 Einsicht macht einen Menschen langsam zum Zorn, und es ist ihm eine Ehre, Vergehungen zu übersehen.

        Wir erkannten auch, dass diese Persönlichkeit bei vielen ZJ, den sogenannten "Urgesteinen" der  damaligen Zeit vorhanden war, und starken Einfluss auf uns nahmen. Sie setzten auch uns junge Eltern massiv unter Druck. Wobei ein Unterschied zu erkennen war, zwischen den Wenigen, die trotz allem eine starke Persönlichkeit ausbilden konnten, aber dadurch in der Versammlung am Rande standen und Außenseiter waren, und Denjenigen, die es gewohnt waren (da man ihnen die Persönlichkeit genommen hatte), zu gehorchen und unterwürfig zu sein. Wir hatten es nicht gelernt, uns zu wehren, obwohl sich alles in uns aufbäumte. Viele wurden durch den Zwiespalt und dem Druck, psychisch krank.  So ging das Leiden in die nächste Generation. usw. usw. usw. ....

        ....  bis heute!   Wir alle haben Fehler gemacht und machen auch weiterhin Fehler.  Wer kann von sich behaupten Vollkommen zu sein?

        Du hast es sehr schön in diesem Satz beschrieben: "Ich denke , so wie ich meinen Eltern nicht böse bin weil sie das Beste für uns wollten , werden auch unsere Kinder sein , wenn sie JWOrg entkommen sind."

        Ja, liebe Iris, darauf hoffen wir!!!

        Sei ganz lieb gegrüßt von Omma und Oppa

         

        1. Iris

          Liebe Omma , lieber Oppa ,

          vielen lieben Dank .💐💐💐

          Iris

    2. Omma@Horst

      D.A.N.K.E    🙂   🙂

    3. hei-bea

      Ach Horst, Du tapferer Ritter,

      ist jeder ein"verbitterter Hardliner", der Deiner Vorstellung vom Umgang mit anderen hier nicht

      entspricht und Deine Meinung bezüglich Entschuldigungen bei Opfern falscher Erziehung nicht

      teilt?!- Wo bleibt da Deine große Güte, Nachsicht und Barmherzigkeit im Umgang mit uns ande-

      ren? - Ich persönlich freue mich immer wieder über die Vielfalt der Gedanken in diverse Rich-

      tungen, die hier (trotz Gegenwind) von mutigen Kommentatoren geäußert werden und meine,

      es sollte doch keiner "persönlich" nehmen oder als "Angriff" werten - auch ein Zeichen christ-

      licher Nächstenliebe, oder?

      Sei mir gegrüßt aus den Wäldern des Harzes                   hei-bea

      1. Ottonio

        Liebe hei-bea.

        Danke für deine Unterstützung.

        Ich möchte das jetzt aber thematisch von der Konstellation Eltern-Kinder trennen. Und nun mehr auf den allgemeinen Unwillen eingehen, sich zu entschuldigen, bei wem oder wofür auch immer.

        Ich möchte es unter dem Gesichtspunkt "Mut" (da es hier ja das Hauptthema ist) beleuchten.

        Das Gegenteil von Mut ist Furcht. Wir handeln oder handeln nicht hauptsächlich infolge zweier Emotionen, also entweder aus Furcht oder aus Liebe.

        Wenn sich nun ein Christ (wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten) sich hartnäckig weigert, sich zu einer Entschuldigung durchzuringen, dann geschieht dies häufig nicht aus Gemeinheit oder Hartherzigkeit oder dergleichen, sondern aus Furcht. Worin könnte diese Furcht bestehen? Nun, jeder der sich zu einer Entschuldigung entschliessen will, riskiert, dass seine Entschuldigung zurückgewiesen wird. Er riskiert, dass die ganze Tragweite der Angelegenheit zur Sprache kommen mag, und er sich mit den Konsequenzen der Tat, wofür er sich entschuldigen will oder soll, konfrontiert sieht.

        Es gehört eine gewaltige Portion Mut dazu, sich dem allem zu stellen. Daher will er dem entgehen und leugnet die Notwendigkeit dessen.

        So viel einfacher ist es also, so zu tun als wäre doch eh alles in Ordnung. Dennoch bleibt da etwas, das noch nicht in Ordnung gebracht wurde, und es bildet ein Hindernis auf dem weiteren Lebensweg.

        Jesus sagte: Wenn du eim Opfer vor dem Altar bringst, und währenddessen fällt dir ein, dass jemand etwas GEGEN dich hat, dann lasse das Opfer vor dem Altar, geh erst zu ihm, versoehne dich mit ihm, und dann kannst du zurückkommen und dein Opfer darbringen.

        Die Liebe vertreibt die Furcht.

        Was kann die vorher erwähnte Furcht vertreiben, die einem Christen den Mut rauben mag, sich aus den oben erwähnten Gründen zu entschuldigen?

        Die Liebe.

        Die Liebe glaubt alles und richtet sich nicht nach den eigenen egoistischen und furchtsamen Gründen. Sie glaubt, dass alles zu einem guten Ende kommen wird.

        Und auch wenn es nicht so geschieht, wie es sich die Liebe erhofft hat, bekommt man ein gutes Gewissen, weil man alles im seiner Macht stehende getan hat.

      2. Horst

        Ach beste hei-bea,

        schenk mir doch auch Deine "große Güte, Nachsicht und Barmherzigkeit" und Deine" christliche Nächstenliebe"

        Grüsse aus dem Süden

        Horst

        1. hei-bea

          Ach, edler Horst,

          es sei Dir tausendfach von Herzen gewährt...

          Der Harz grüßt zurück    hei-bea

          1. Horst

            Meine Liebe,

            ich wünschte, Du könntest mich schmunzeln sehen - aber Deine Antwort hat mich auch

            ehrlich berührt ...

            Übrigens hatten wir unsere ganz lieben Freunde aus Wernigerode diesen Sommer zu Gast und konnten unsere Schlösser, Burgen, Adelsgeschlechte und Grafen im bayrisch-schwäbischen Gebiet vorführen - aber leider bin ich KEIN edler Ritter aus deren Abstammung .

            Lieben Gruss

            Horst

            1. Fox

              Guten Tag Horst,

              da darf ich doch bitte mal was loswerden? Was ein Glück, dass du nicht Nachfahre dieser Garde bist, denn sonst hättest du als jemand, der einfach geradeaus denkt und fühlt, liebenswert und ein beruhigendes Gefühl vermittelnder Bruder unseres Herrn und Königs Jesu gar keine Chance gehabt, dieses quirlig-bunte Häuflein achtsamer weil selbst durch zahlreiche Verletzungen der Seele bemühte Schäflein unseres großen Hirten kennenzulernen. Wir mögen manchmal bocken und mit den Hufen schlagen, mal drängeln, mal gemütlich im Abseits stehen bleiben - aber immer die Herde genießen mit einem Horst, einer hei-bea, Omma & Oppa, Iris, Störti, M.N. und ganz vielen von mir hier nur aus Platzgründen nicht genannten. Es ist ein Grund für ein Dankgebet, dass du so bist wie du bist, auch wenn du deshalb Eintritt zahlen musst in die zu besichtigenden Schlösser.

              1. Horst

                Danke, Fox, danke .............

  6. Ulla

    Liebe Iris,

    du bist sehr tapfer! Ja, du bist MUTIG ! Aussteigen ist nichts für Feiglinge!

    Als ich die Gemeinschaft verließ, waren unsere vier Kinder zwischen 18 und 5 Jahren alt und ich hoffte und betete oft, dass Christus mir vergeben möge. Zu meinen Kindern sagte ich, es täte mir von Herzen leid, sie in diese religiöse Schablone mit reinerzogen zu haben. Sie konnten seitdem beobachten, dass Mama eine immer freiere Christin wurde mit jetzt einem festen Bekenntnis zu ihm.

    Iris, die Schmerzen sind qualvoll, auch für die Kinder. Alle meine vier würden wohl noch immer sagen: DANKE, Mama, dass du uns in der Wahrheit erzogen hast...wir lieben dich, komm doch wieder zurück.

    Aber Iris, das, was hier unterm Strich da steht, ist: SCHADENSBEGRENZUNG auf lange Sicht gesehen!

    Ich würde dich jetzt am liebsten in die Arme nehmen und dich drücken und nicht mehr loslassen, weil ich weiß, wie lange diese seelischen Schmerzen anhalten können. Aber sei gewiss: Der Schmerz "verändert" sich irgendwie: Weniger Tränen, mehr Gebete, mehr innerer Friede ....

    Diesen Frieden, dieses innere und äußere Aufatmen, Jesus hats versprochen, kommt auch bei dir!

    Iris, wenn wir unseren "Tower"-Familien zeigen, dass wir glückliche und stabile Phasen haben, vielleicht neue Fähigkeiten und Hobbies und Interessen entdecken und ihnen nachgehen, dann bauen wir ihnen eine Brücke, die sie erst mal nicht sehen können oder wollen, aber eines Tages zu beschreiten bereit sind.

    Iris, die liebe Omma und der Oppa kennen diese ganze Problematik ja auch wie etliche andere hier, wir sind nicht alleine! Wir sind in Kontakt und stärken uns, hauen in die Tasten....    ; )

    Ich wünsche Dir die Erfahrung, in den Händen Gottes geborgen zu sein mit meiner Lieblings-Bibelstelle aus Joh. 14:23 "Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten. Und mein Vater wird ihn lieben. Und wir werden zu ihm kommen und WOHNUNG BEI IHM NEHMEN."

    Also, liebe Iris, Platz machen! Unsere beiden Höchsten wollen sich bei uns einnisten!    : )

    LLLLLG Ulla

    1. Iris

      Liebe Ulla ,

      vielen Dank für deine zu Herzen gehenden Worte . Du hast auch vier Kinder und kannst mir sicher nachfühlen , wie es uns jetzt geht , nachdem wir JWOrg verlassen haben .Bei Familienfesten waren wir immer 15 Personen . Das fehlt uns schon sehr , weil wir mit allen Kindern , Schwiegerkindern und Enkeln ein gutes Verhältnis hatten .

      Im Gegesatz zu Omma , die viel Schlimmes durchmachen mußte , haben wir jetzt ,, nur " nichts mehr von zwei unserer Kindern gehört .Sie enthalten uns auch ihre Kinder . Unser  großer Sohn ist jetzt 45 Jahre alt . Er sagte , er läßt es sich nicht verbieten , mit seinen Eltern zu reden und sie zu treffen . Er ist auch nicht böse mit uns , weil wir ihn in der Wahrheit großgezogen haben . Wir hatten die Gelegenheit , ihm zu sagen , wie leid es uns tut . Er liebt uns trotzdem , das hat er uns bestätigt und wir spüren es auch .

      Ich kann mir garnicht mehr vorstellen , wie wir mit vier Kindern auf die Kongresse gegangen sind . Zwei große Jungs und zwei kleine Mädchen . Sie sind schon lange verheiratet .

      Jetzt nachdem wir frei sind , haben wir viel Zeit füreinander . Es macht uns viel Freude , die Bibel jetzt ,, anders " zu lesen , ohne Beeinflussung von irgendwelchen  Unterlagen , die wir studieren sollen . Das ist für uns jetzt die neue Freiheit . Wir sind auch nicht unglücklich , aber ein Teil der Familie fehlt halt , das ist traurig und kommt immer mal hoch .

      Wir freuen uns schon , wenn unsere restlichen Kinder und Enkel frei sind und wir wieder eine glückliche Familie sein können , wie vorher .

      Viele liebe Grüße

      Iris

      1. Anna

        Liebe Iris, Ulla, Omma und alle, die ihre Kinder/Enkel an die WTG verloren haben,

        liebe Schwestern und Brüder,

        wir waren alle Opfer, aber auch Täter. Nur jeder von uns hat es ja nur gut gemeint.

        Ich habe mich vor ein paar Jahren bei meinen Töchtern entschuldigt sie in der sogenannten Wahrheit erzogen zu haben. Ist ja nicht mehr zu ändern. Ich stelle es mir schlimm vor organisationstreue Kinder zu haben. Auch unser Bruder @Matthäus und seine Frau leiden ja darunter Kinder zu haben, die weiterhin treu zur Organisation halten.

        Wir, die wir Kinder im Sinne der WTG belehrten, haben ja auch eine Form von Kindsmißbrauch ausgeübt. Mit den besten Absichten. Stundenlanges Sitzen auf Kongressen und Versammlungen, keine Geburtstage mit Kameraden etc.

        Wie die @Zartbesaiteten kürzlich kommentiert haben ist es das Beste, wenn Kinder sehen, dass die Eltern mit ihrer neugewonnenen christlichen Freiheit glücklich sind.

        Herzliche Grüße Anna

         

        1. Fox

          Guten Tag liebe Anna und all ihr lieben Mitleser und -schreiber,

          Anna, du hast so recht damit, dass auch wir Eltern eine Form des Kindesmissbrauchs ausgeübt haben, indem wir unseren Kindern statt des Helmes zur Rettung den Helm zum Aussaugen zur Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit aufgesetzt haben. Und auch diejenigen, welche KEINE Kinder in der Org haben oder deren Kinder vor uns den Weg daraus gesucht und (hoffentlich) gefunden haben sind an diesem Missbrauch beteiligt, denn WIR haben die Organisation im Großwerden unterstützt, haben sie darin unterstützt, durch den wachsenden Machtwahnsinn einiger weniger Männer sich weiter und weiter von jeder Frömmigkeit des Herzens zu entfernen. Und wir haben damit ALLE Kinder in unserem Umfeld massivst geschädigt, so oder mehr als wir selbst geschädigt wurden. Damit sind wir mindestens genauso TäterInnen wie Opfer und das sollten wir auch gut im Sinn behalten, wenn uns wieder einmal der Sinn danach steht, so richtig unbarmherzige Freude über "Aufklärung der Organisations-Missbrauchsskandale" zu empfinden.

          Haben wir unsere Kinder an die Organisation "verloren"? Nein - wir haben sie dort hineingeführt und wo steht, dass es sich dabei um eine Einbahnstraße handelt? Die Frage ist doch viel mehr, wie wir uns jetzt, nach unserer tatsächlichen oder vermeintlichen Freiheit verhalten? Und offensichtlich wurde es hier schon prima auf den Punkt gebracht - wenn wir nicht nur als eine Show vorführen können, wie frei Freiheit tatsächlich ist, sondern dass wir glücklich über diese Freiheit sind, - dann ist das immer noch keine Garantie, dass der Nachwuchs das auch annimmt, aber eine gute Grundlage. Auch Entschuldigungen sind kein Freibrief für ein Nachmachen unserer Loslösung. Wäre ich in der Organisation und meine Mutter hätte sich entschuldigt, mich darin erzogen zu haben wäre dies für mich nur ein Zeichen, wie hoffnungslos sie der "Rotte Korahs" schon angehört! Es könnte somit genau das Gegenteil bewirken. Übrigens widerspreche ich der Aussage, dass das Gegenteil von Mut Furcht ist. Das Gegenteil von Mut ist Mut-Losigkeit, als bar jeder Form des Mutes zu sein. Furcht kann noch zu gewisser Aktivität Anlass geben, Mutlosigkeit hat dafür keine Grundlage mehr. Mutlosigkeit entspricht der tiefsten Form einer Depression, es gibt keine Existenzfragen mehr sondern nur die Frage, warum man noch existiert. Vor diesem Hintergrund kann eine Entschuldigung eher als Zeichen von Furcht gesehen werden denn als Zeichen von Mut. Das bedeutet nicht, dass jede Entschuldigung für ein Fehlverhalten fehl am Platz wäre. Aber das ist keine Messlatte für ein christliches Äußeres, sondern eine Einzelfallentscheidung. Verloren haben wir unsere Kinder in der Organisation erst und nur dann, wenn wir sie als Teil dieses Wahnsinns "respektieren", d. h. aufgeben, ihnen zu vermitteln, wie bemitleidenswert wenig Ahnung sie von Gottes Wort haben. Und hier schließt sich der Kreis. Für uns. Unsere beiden Höchsten werden da erst warm, sie gewähren, dass der Geist mit unaussprechlichen Seufzern vor sie treten kann wo immer uns Gedanken und Worte fehlen.

          Liebe Omma, danke für das Einstellen eurer Erfahrung mit den Eltern. Das kann ich nur bestätigen. Obwohl unsere Mutter so viele Fehler mit uns machte, dass das Leben in der bereits nachfolgenden Generation (unserer Kinder) schon dauerhaft geschädigt ist, war es mehr als nur versöhnlich, ihr Handeln nachvollziehen zu wollen. Mehr noch, die Sicherheit geliebt zu werden trotz aller Fehler (was ihr mit größter Regelmäßigkeit von den Möchtegernchristen unserer Familie vorgehalten wurde), der Blick auf die unendliche Gnade Jesu Christi und des Inbegriffs seines Opfers, nämlich diese Fehler durch seine Liebe zu ersetzen um uns als Kinder Gottes und seine Geschwister anzunehmen war nicht nur seelisch heilsam. Sie war Volldialysepatientin  wegen eines kompletten Nierenversagens, musste 3 mal wöchentlich zur Dialyse - nach dem letzten Besuch bei ihr, zu dem wir fast täglich im Bergpark in Kassel unterwegs waren und sie Gedanken frei äußern durfte, die sie sich über 50 Jahre nicht erlaubt hat, fingen ihre Nieren wieder an zu arbeiten und die Dialyse wurde entbehrlich. Wir haben uns nicht mehr gesehen, aber diese Erfahrung zeigt, wie heilsam ehrliche Anteilnahme ist, denn es heißt nichts anderes, als Teil des anderen zu werden um gemeinsam Teil des Christus  zu sein. Wenn Christus in seiner Sündenlosigkeit bereit war für uns zu sterben, zu was sollten wir Sünder dann unserem Nächsten gegenüber bereit sein?

      2. Ottonio

        Liebe Iris,

         

        du schreibst: "Wir hatten die Gelegenheit , ihm zu sagen , wie leid es uns tut ."

        Das ist sehr wichtig, und ihr habt es getan. Darum geht es mir.

  7. Sylvia Geiser

    Lieber Ottonio

    Du hast wirklich die Wahrheit gesprochen und ihnen den Spiegel vor das Gesicht gehalten. Die Zeugen haben kein Unterscheidungsvermögen, weil sie es nie gelernt haben. Sie sind ganz einfach gestrickt.

    Herzliche Grüsse

    Sylvia

  8. Ulla

    Hallo Ottonio,

    woher willst du wissen, dass es Eltern nicht reut, ihre Kinder so oder so erzogen zu haben?

    Kannst du in deren Herzen sehen? Denkst du, sie müssten hier einen Seelen Striptease hinlegen?

    Eltern versuchen meist, alles so gut wie möglich zu machen...auch als ZJ...Gott allein sieht in die Herzen der Eltern und der Kinder...

    Ich stimme Omma von Herzen zu, dass noch viele Kinder und Enkelkinder beim sichtbaren Kommen des Herrn Jesus durch ihre freigewordenen Mütter, Väter, Omas und Opas gesegnet werden können.

    Wer kann das schon sagen? Wieso steht in der Schrift der Bericht von dem Verbrecher, der kurz vor seinem Tod noch Christus erkannte und dem das Paradies versprochen wurde?

    Wie groß und weit selbst unser menschliches Herz werden kann...und wieviel größer ist die Liebe und Güte Gottes?! --- UNERMESSLICH !

    Gott sei Dank!

    1. Omma@Ulla

      Meine liebe, liebe Ulla,

      ich danke dir von Herzen für deinen Kommentar! Ich wollte auch schon schreiben, doch dann bekam ich eine liebe Mail, und diese war vorrangig.

      Ich glaube, dass Ottonio gar nicht überlegt hat, wie weh er mit seinen Worten uns Eltern getan hat. Auch glaube ich, dass er nicht nachempfinden kann, was für Schmerzen Eltern und Großeltern erleiden, die hilflos mit ansehen müssen, wie ihre Kinder und Enkel in den Fängen der WTG gefangen sind, und diese Liebe mit Hass beantworten (meist ohne Worte!).

      Ich bin ihm ja auch gar nicht böse, und möchte ihn auf keinen Fall verurteilen.  Wahrscheinlich waren es nur gedankenlose Worte.

      Lass dich ganz lieb umarmen und trösten von deiner Schwester Omma

      1. Ottonio

        Liebe Omma,

        das Schlimme an meinen Worten ist, dass sie wahr sind.

        Leider verletzen sie meistens jene, die sich dessen bewusst sind und darunter leiden. Diese Eltern werden sich bei ihren Kindern entschuldigt und um Vergebung gebeten haben. Gott möge ihnen seinen Frieden schenken und ihnen ihren Herzenswunsch erfüllen, dass ihre Entschuldigung das Herz ihrer Kinder erweichen möge und sie ihre christliche Freiheit erlangen mögen.

        Alle anderen jedoch werden meine harten Worte weit von sich weisen, und sich keiner Schuld bewusst sein.

        Ein jeder kann sich im die eine oder andere Kathegorie selbst einreihen.

      2. Iris

        Liebe Omma, liebe Ulla ,

        vielen Dank , für eure lieben aufmunternden Kommentare .

        Es stimmt , ich habe mir schon viele Vorwürfe gemacht , daß ich meine Kinder in der sogenannten ,, Warheit " erzogen habe . Ich dachte , nach langer Suche , das Richtige gefunden zu haben . Da mein Mann und ich beide katholisch erzogen wurden und nie die Bibel kennenlernen durften , freute ich mich als ich endlich eine Bibel von einem netten Ehepaar , die zu mir kamen , erhalten habe .Da ich bei Matthäus angefangen habe , sind mir die falschen Lehren der kath. Kirche sofort aufgefallen und ich habe mit Begeisterung angefangen , die Bibel zu studieren .

        Da wir viel negatives in der kath. Kirche erfahren haben , gefiel uns natürlich die Freundlichkeit der Brüder in der Versammlung . Wir konnten ja nicht wissen , was die sogenannte  ,, Leitende Körperschaft " mit den vielen nichtsahnenden Brüdern vor hatte .

        Das JWOrg ein falsches Spiel mit acht Millionen Menschen treibt , haben wir uns nicht vorstellen können . Wir dachten , es können doch nicht so viele intelligente und gebildete Menschen irren !

        Daß dem so ist , sieht man ja ! Sie weigern sich hartnäckig zuzuhören , wenn wir versuchen , sie über JWOrg zu informieren . So sehr sind sie schon manipuliert und im Wachturm gefangen .

        Aber wir haben es geschafft und auch eine unserer Töchter mit ihrem Mann , die uns liebevoll auf den richtigen Weg gebracht hat , nachdem sie auch entkommen sind . So hoffen wir , daß sich noch viele , aus der Umklammerung befreien können , auch unsere Kinder und Enkelkinder .

         

        Viele herzliche Grüße

        Iris

         

      3. hei-bea

        Liebe  Omma,

        ich glaube nicht, daß Ottonio diese Worte geschrieben hat,um irgendwem wehzutun - es sind

        seine und auch meine Gedanken zu dem Thema und es sollte doch erlaubt sein, diese kund zu

        tun, ohne das sich jemand "angegriffen" fühlt. Es fehlt nun mal oft an "Selbstreflexion" und

        Kinder sind i m m e r "Produkte"(Opfer) ihrer Eltern, bis sie irgendwann die Verantwortung

        für sich selbst übernehmen können und das auch tun.

        Ich war als "Schwester", Mutter von drei Kindern mit meinem "weltlichen" Ehemann in der

        VS immer "Randfigur"! Ich habe meine Kinder zwecks "christlicher" Erziehung mitgenom-

        men aber auch - vollverantwortlich- meinem und dem Wunsch meines Mannes folgend Ge-

        burtstage mit ihnen gefeiert, sie Fußball spielen lassen, Klassenfahrten unternehmen usw.

        "Leicht" war das für mich nicht unbedingt- eine dauernde Auseinandersetzung mit den Äl-

        testen...Aber: meine Kinder und ihr derzeitiges Wohl waren mir wichtiger...Sie sollten sich,

        wenn "erwachsen" s e l b s t entscheiden können, welchen Weg sie etnschlagen wollen...

        So, und nun komme ich zu den "vorbildlichen" Zeugeneltern, die i m m e r , ohne

        zu hinterfragen,gemacht und ausgeführt haben, was von "oben"(der Org) kam: Sie haben

        ihre "Eigenverantwortung" ihren Kindern gegenüber in die Hände wildfremder Menschen

        (oft ohne eigenen Nachwuchs) gelegt und alles so laufen lassen... Und diese Eltern wundern

        sich heute, das zu ernten, was sie gesät haben?! Die Eigenschaft, die meiner Ansicht nach

        den meisten "Zeugen" fehlt,ist: E i g e n v e r a n t w o r t u n g für sich (und seine Kinder)

        zu übernehmen, selbst die Augen aufzumachen, nachzudenken usw...

        Aber "nachdenken", liebe Omma, werden Deine Kinder bestimmt eines Tages und sich

        Eurer Liebe erinnern...Und unserem Herrn ist a l l e s möglich!!!

        Liebe Grüße aus dem Harz    hei-bea

        1. Fox

          Guten Tag liebe hei-bea,

          es ist ein beneidenwerter Zustand, den Kindern tatsächlich eine Wahlmöglichkeit gegeben und erlaubt  zu haben. Beneidenswert für die Kinder, aber ganz real hat es dich sehr, sehr viel gekostet und dein Inneres war zerrissen genug wie sich heute zeigt. Sei gewiss, dass Viele mit dir hoffen und für euch beten, damit sich deine Gesundheit wieder stabilisiert.

          hei-bea, Zeugeneltern sind meines Erachtens nicht automatisch ohne jedes Empfinden von Eigenverantwortung. Gerade durch die Lehre der Zeugen ist es sogar anders herum! Genau deshalb funktioniert das System der Weltfremdheit ja so prima. Als Zeugenpapa oder -Mama legt man doch größten Wert darauf, die Kinder schnellstens zu einer eigenen Entscheidung im "Dienst für Jehova" hin zu erziehen und die lieben Küken werden dafür von jeder Seite gelobt. Bitte behalte dies im Sinn, wenn ich dem gegenüber stelle was du als "freie Wahl" bezeichnet hast. Warum wurden denn so viele Menschen überhaupt Zeugen Jehovas? Viele von ihnen wurden in der sogenannten freien Wahlmöglichkeit erzogen, erhielten durch Schule und manchmal Elternhaus eine lockere religiöse Erziehung, aber durften dem Herdentrieb bei Feierlichkeiten folgen. Richtig? Aber oft war ein einziger psychischer Ausnahmezustand, ein Abweichen von der Regel des geliebten Alltags Anlass, sich mit Zeugens zu unterhalten und ein HB anzunehmen mit allen bekannten Folgen. Eine sogenannte freie Wahl schützt demnach nicht vor Wahnsinn und das zeigt sich heute vielfach in sogenannten Radikalisierungen. Es stand letztens in unserer Zeitung, dass sich Grundschulen große Sorge um die Radikalisierung der Kinder machen, auch deutscher Kinder! Es ist somit falsch, engagierte Mitglieder einer Religion einfach als verantwortungslos zu bezeichnen, als Menschen ohne jede Eigenverantwortung. Es gibt noch nicht einmal eine Garantie, wenn man den Kindern Gefahren von geistiger Manipulation aufzeigt, denn das setzt voraus, dass der Warnende selbst frei ist und nicht wie bei den Zeugen die Macher und Leiter, die Ochsen mit goldenem Nasenring, andere vor Gruppenzwang und ähnlichem warnen.

          Meines Erachtens ist der Erfolg dann am Größten, wenn wir unsere Kinder als eigenständige Persönlichkeiten wahrnehmen, erziehen, lieben (ein schönes Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=ufywJHbhJVs) und sie als solche Gottes gütigen Händen anvertrauen. Das evangelische Lied "So nimm denn meine Hände" sollte nicht zu Beerdigungen, sondern bei der Geburt eines Menschen gesungen werden! (https://www.youtube.com/watch?v=B6Css-2YOk4) Ich als Mama wünsche mir nichts sehnlicher, als dass mein Kind die Hand unseres Herrn sucht, sich von diesem an die Hand nehmen lässt und seinen Weg bis in alle Ewigkeit mit ihm geht. Dass er voll Vertrauen und Zuversicht die Augen schließen kann, gewiss, dass er behütet ist. Ob ich das noch erlebe? Er ist Opfer der Organisation, Opfer seiner Mutter, Großmutter, seiner selbst und auch er hat Opfer gemacht! Mehr und mehr fehlt mir der Mut, blind zu glauben, gerade weil sich mein Herz nach Ruhe sehnt.

          1. hei-bea

            Liebe fox,

            wie schön, von Dir zu lesen. Natürlich "zerreißt" das Leben einen jeden von uns auf irgend-

            eine Weise, aber - mit Hilfe von oben und der unserer Geschwister kommen wir da durch!

            Und der Optimalzustand wäre und ist natürlich die "göttliche "Ruhe, nach der sich unser

            Herz sehnt...

            Ich stimme Dir zu, dass eine sogenannte freie Wahl nicht vor "Wahnsinn" oder der Zuwen-

            dung zu einer Religion schützt. Trotzdem - und das wollte ich mit "Eigenverantwortung"

            ausdrücken - bin ich der Meinung, dass es unverantwortlich von Zeugeneltern ist, ihre

            Kinder kritiklos den Dogmen der Gesellschaft anzuvertrauen : jedes Ding hat mehrere

            Seiten (einfach ausgedrückt) ! Und als verantwortungsvolle Etern zeige ich die auf, egal,

            wie ich persönlich dazu stehe und unabhängig davon, was die Kinder letztendlich mit ih-

            rem Wissen anfangen:  das liegt dann -ab einem bestimmten Zeitpunkt wieder in deren

            (Eigen-)Verantwortung.

            Das ich als Mutter meine inzwischen erwachsenen Kinder im Gebet immer wieder unse-

            rem himmlischen Vater anvertraue ist für mich selbstverständlich und beruhigend. Und

            ich spreche niemandem( auch Zeugeneltern) den aufrichtigen Wunsch ab, das Beste für

            ihre Kinder zu wollen...

            Für Dich, liebe fox, alles Gute und Herbstgrüße aus dem Harz                hei-bea

  9. Störtebeker

     
    Störtebeker an Autor und Alle,
     

     
    im Großen und Ganzen stimme ich dem Artikel zu.
     
    Aber wenn es um biblische Aussagen geht in Bezug auf Moses, dann eben nicht mehr.
     
    Der WT schreibt:
     

    „Hierbei dient Moses als Beispiel: „ … Er wurde von Pharaos Tochter großgezogen und hätte darauf aus sein können, prominent und wirtschaftlich abgesichert zu sein. Nichts anderes hätten seine ägyptische Familie, Lehrer und Ratgeber wohl von ihm erwartet. Moses entschied sich jedoch für die wahre Anbetung. Er vertraute mutig auf Jehova und verzichtete auf den Wohlstand Ägyptens.“

     

    Nur um eines vorab klar zu stellen, ich denke, dass die überwiegende Mehrheit der hier Lesenden meine Einstellung zur WTG kennt.

     

    Der Autor schreibt: „ Diese Darstellung ist allerdings nicht ganz richtig. Moses hatte einen Meuchelmord an einem Ägypter begangen; er glaubte, dies verheimlichen zu können. Bereits am nächsten Tag war offenkundig, dass seine Tat beobachtet worden war und er verbrachte 40 Jahre in der Fremde. Erst danach – und zwar ohne jede weitere Chance auf eine Karriere in Ägypten – wurde er von Gott zum Führer des Volkes berufen.
    Wie wir 2. Mose 6:30 entnehmen, hat dem Moses seine gute Bildung im Hause des Pharao jedenfalls erst mal wenig genützt, denn er war so schüchtern, dass er nicht selbst sprechen wollte – daher gab Gott ihm Aaron an die Seite, der das für ihn bei Pharao übernahm.“

     

    Du schreibst: „... diese Darstellung ist allerdings nicht ganz richtig.“ Deine Darstellung für mich aber auch nicht. Ich denke nicht, dass es sich in diesem Fall um einen „Meuchelmord“ handelte. Das ist für mich ein Mord hinterrücks und hinterlistig ohne sich „Auge in Auge“ zu begegnen. Das war so glaube ich nicht der Fall. Ich denke, das diese Sache eher dem „Übereifer“ des Mose für sein Volk geschuldet war.

     

    2. Mos. 2:11-15 Elb. :11 Und es geschah in jenen Tagen, als Mose groß geworden war, da ging er zu seinen Brüdern hinaus und sah bei ihren Lastarbeiten zu. Da sah er, wie ein ägyptischer Mann einen hebräischen Mann, einen von seinen Brüdern, schlug.

     

    12 Und er wandte sich hierhin und dorthin, und als er sah, dass niemand in der Nähe war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.

     

    13 Als er aber am Tag darauf wieder hinausging, siehe, da rauften sich zwei hebräische Männer, und er sagte zu dem Schuldigen: Warum schlägst du deinen Nächsten?

     

    14 Der aber antwortete: Wer hat dich zum Aufseher und Richter über uns gesetzt? Gedenkst du etwa, mich umzubringen, wie du den Ägypter umgebracht hast? Da fürchtete sich Mose und sagte sich: Also ist die Sache doch bekannt geworden!

     

    15 Und der Pharao hörte diese Sache und suchte, Mose umzubringen. Mose aber floh vor dem Pharao und hielt sich im Land Midian auf.

    Wenn wir dann berücksichtigen, was wir in Hebr. 11:24-27 Elb. lesen: „24 Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter Pharaos zu heißen,

    25 und zog es vor, lieber zusammen mit dem Volk Gottes geplagt zu werden, als den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben,

     

    26 indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung.

     
    27 Durch Glauben verließ er Ägypten und fürchtete die Wut des Königs nicht; denn er hielt standhaft aus, als sähe er den Unsichtbaren.“
     
    Dann wird für mich vollends klar, dass es sich bei der ganzen Angelegenheit nicht nur um einen niedrigen „Meuchelmord“ gehandelt hat, sondern wie es der Text in Hebräer zeigt um eine Tat des Glaubens und eine Handlungsweise des Mose aus seiner tiefen Überzeugung heraus. Diese Erkenntnis erschließt sich jedenfalls mir aus der Schrift.
     
    Auch dieser Aussage von dir: „Wie wir 2. Mose 6:30 entnehmen, hat dem Moses seine gute Bildung im Hause des Pharao jedenfalls erst mal wenig genützt, denn er war so schüchtern, dass er nicht selbst sprechen wollte – daher gab Gott ihm Aaron an die Seite, der das für ihn bei Pharao übernahm“, kann ich nichts abgewinnen.
     
    Die Bibel sagt in 2. Mos. Elb. 4:10-17
     

    10 Mose aber antwortete dem HERRN: Ach, Herr! Ich bin kein redegewandter Mann, weder seit gestern noch seit vorgestern, noch seitdem du zu deinem Knecht redest; denn unbeholfen ist mein Mund und unbeholfen meine Zunge.

     

    11 Da sprach der HERR zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? Oder wer macht stumm oder taub, sehend oder blind? Nicht ich, der HERR?

     

    12 Und nun geh hin! Ich will mit deinem Mund sein und dich unterweisen, was du reden sollst.

     

    13 Er aber erwiderte: Ach, Herr! Sende doch, durch wen du senden willst!

     

    14 Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Mose, und er sprach: Ist nicht dein Bruder Aaron da, der Levit? Ich weiß, dass er reden kann. Und siehe, er geht auch schon aus, dir entgegen. Und wenn er dich sieht, wird er sich freuen in seinem Herzen.

     

    15 Dann sollst du zu ihm reden und die Worte in seinen Mund legen, und ich will mit deinem Mund und mit seinem Mund sein und will euch unterweisen, was ihr tun sollt.

     

    16 Er aber soll für dich zum Volk reden. Und es wird geschehen, er wird für dich zum Mund sein, und du wirst für ihn zum Gott sein.“
    Was soll den das nun Negatives aussagen? Es gibt Menschen, die hochgradig gebildet sind, aber sie stottern. So what? Es gibt Menschen, die sehr gebildet sind, aber sie können nicht so gut reden, vielleicht war Moses auch nur zu bescheiden?
    Also, für mich ist diese Auslegung in Bezug auf Mose nicht korrekt. Ich finde, wenn es um die „Hl. Schrift“ geht sollten wir sehr „sensibel“ damit umgehen.

    Lieber Grüße an dich lieber Autor und an Alle „Bibelforscher“
    von Störti

     

     

    1. Argentum@Störti

      Lieber Störti,

      ("Sugar in the morning!" ;-))

      By the way:

      26 indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung.

      Interessante Textstelle, die ich jetzt erst bewusst lese. Wie konnte Moses lange Zeit vor Christus seine Schmach höher schätzen? Geht es hier um die Parallelität der Messiasbedeutung?

       

      Liebe Grüße

      Argentum

      1. Störtebeker

         
        Störti @ Argentum
         

         

         

        Liebe Argentum,

         

        by the way Baby, you look younger than ever, younger than ever!

         

        Deine Frage: „Geht es hier um die Parallelität der Messiasbedeutung?“

         

        Yes, I think so. Moses war in gewisser Hinsicht der damalige Messias (Christus). Insofern war er ein „Schatten“ dessen was schlussendlich durch Jesus Christus kommen sollte. 5.Mos. 18:15,18,19 Elb. :

         

        15 Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören.

         

        18 Einen Propheten wie dich will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen. Ich will meine Worte in seinen Mund legen, und er wird zu ihnen alles reden, was ich ihm befehlen werde.

         
        19 Und es wird geschehen, der Mann, der nicht auf meine Worte hört, die er in meinem Namen reden wird, von dem werde ich Rechenschaft fordern.
         

         
        So, diese Texte werden von Petrus in der Apostelgeschichte auf Jesus Christus angewendet.
         
        Apg. 3:22,23 Elb. :
         

        22 Mose hat schon gesagt: "Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken, gleich mir. Auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch reden wird!

         

        23 Es wird aber geschehen: Jede Seele, die auf jenen Propheten nicht hören wird, soll aus dem Volk ausgerottet werden."
        Deshalb sehe ich es so, wie du auch schon geschlussfolgert hast. Ich denke auch, dass aus der Schrift hervorgeht, dass Moses sich ganz klar zu seinem Volk bekannte, wenn er auch vor der gewaltigen Aufgabe in gewisser Hinsicht Angst hatte. Und wenn man die Geschichte des Volkes Israel studiert, wird einem schnell klar, dass die Angst zu recht bestand.

        Ganz liebe Grüße an dich und an deine Mutti von Störti
        P.S. Wir telefonieren.

         

         

        1. Edelmuth an Störtebeker

          Hallo Störtebeker

          Die Parallelität zwischen Moses und Jesus betrifft nur einen sehr geringen Bereich. Ein bestimmtes Verhalten Moses, z.B. sich für sein Volk, den Juden, aufzuopfern, hat Jesus in die Tat umgesetzt. Auch die Worte, die Moses zu Pharao sprach erfüllten sich wie die Worte Jesu.

          Obwohl Moses als der sanftmütigste Mensch bekannt war, hat er einen Menschen vorsätzlich erschlagen. Darauf stand die Todesstrafe, die Jehova, IHM sei Dank, nicht über Moses vollstreckt hat.

          Auch sein Fehler bei den Wassern von Meribas (5. Mose 32:51) macht ihn für uns als Vorbild ungeeignet. Dieses Vorbild steht allein Jesus zu.

          Ede

          1. Störtebeker

             
            Zu:  "Darauf stand die Todesstrafe, die Jehova, IHM sei Dank, nicht über Moses vollstreckt hat."
             

            Zu der der Zeit, als er den Ägypter erschlug gab es das mosaische Gesetz noch gar nicht. Also bitte nicht auf eine so oberflächliche, von Unkenntnis zeugende, ignorante Art, alles durcheinander werfen.

             

            Störtebeker

             

             

            1. Edelmuth an Störtebeker

              Stimmt, Störtebeker

              Zu der der Zeit, als er den Ägypter erschlug gab es das mosaische Gesetz noch gar nicht.

              Das mosaische Gesetz wurde erst durch Moses überliefert.

              Seit dem feigen Mord Kains an Abel war klar, dass Jehova eine derart schwere Tat aufs Schärfste verurteilen würde.

              Mir sind die Gesetze des damaligen Ägyptens nicht bekannt. Sein Mord an dem Ägypter veranlasste Moses zunächst den Leichnam in der Hoffnung als Mörder unentdeckt zu bleiben zu vergraben. Als er enttarnt wurde floh er, sicherlich nicht aufgrund des Wetters. Moses wusste wohl was ihn erwarten würde.

              Ede

          2. Florian K.

            Lieber Ede, Moses war mitnichten als „der sanftmütigste Mensch“ bekannt, sondern nur er selbst beschrieb sich so. Sein Mord am Ägypter und sein Mordauftrag, durch den er zahlreiche Midianitische Kinder gnadenlos hinrichten ließ, sprechen eine eindeutige Sprache. Dann auch noch Jehova die Schuld am Kindermord zu geben (4. Mose 31:1-17), finde ich besonders geschmacklos.

        2. Störtebeker

           
          Störtebeker an Alle,
           

           
          der erste Mord von dem die Bibel berichtet war der des Kain an seinem Bruder Abel. Dass JHWH eine derart schwere Tat aufs Schärfste verurteilte, dürfte hier wohl jedem klar sein, das können wir ja auch in 1. Mos. 4:1-16 nachlesen.
           
          Dennoch war es in dem Fall so, dass JHWH nicht den sofortigen Tod des Kain forderte (später starb er ja sowieso). 1. Mos. 4:15 Elb. : „Der HERR aber sprach zu ihm: Nicht so, jeder, der Kain erschlägt - siebenfach soll er gerächt werden! Und der HERR machte an Kain ein Zeichen, damit ihn nicht jeder erschlüge, der ihn fände.“
           
          Eine lange Zeit später in Verbindung mit Noah, nach der Flut äußerte sich JHWH wie folgt: 1. Mos. 9:6 Elb. : „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden; denn nach dem Bilde Gottes hat er den Menschen gemacht.“
           
          Das war aber damals nicht eine Sache von „gesetzgebende Gewalt“ (Legislative),„rechtsprechende Gewalt“ (Judikative) und „ausführende Gewalt“(Exekutive), wie das dann später unter dem „Mosaischen Gesetz“ sozusagen „amtlich“ wurde. Für mich ist das eher eine Aussage die eine „Blutrache“ legitimiert.
           
          Wie die Gesetzgebung in Ägypten, zur Zeit des Mose gehandhabt wurde ist mir nicht bekannt. Aber ich kann mir vorstellen, dass sie nicht so human war, wie sie das heute in vielen Staaten der Erde ist. Und ich glaube nicht, dass sie mit ihren “Sklaven“ zimperlich umgegangen sind. JHWH äußerte sich jedenfalls wie folgt, 1. Mos. 3:7 Elb. : „Der HERR aber sprach: Gesehen habe ich das Elend meines Volkes in Ägypten, und sein Geschrei wegen seiner Antreiber habe ich gehört; ja, ich kenne seine Schmerzen.“ Wie viele Hebräer bei dem harten Sklavendienst ihr Leben verloren haben wissen wir nicht. Ebenso wenig wissen wir über den Ägypter, der einen Hebräer schlug und der dann von Mose umgebracht wurde. Wer weiß denn mit Sicherheit was der noch für „Dreck am Stecken“ hatte. Ich behaupte es nicht, aber ich halte es für möglich, dass hier unter anderem auch 1. Mos. 9:6 mit hineinspielte. Wie gesagt, behaupten tue ich das nicht!
           
          Wie dem auch sei, die Bibel berichtet von vielen, die wirklich schlimme Dinge gemacht haben und denen trotzdem vollständig vergeben wurde, wie z.B. Manasse, David u.s.w. Wenn das was Mose getan hat ein Mord war (die Gesetzgebung heute differenziert auch bei Mord zwischen verschiedenen Härtefällen, niedere Beweggründe, aus Gerechtigkeitsbewusstsein, weil man sich verletzt fühlte, oder auch aus reiner Habgier, Mordlust u.s.w. heraus), dann ist ihm jedenfalls von Gott völlig vergeben worden, wie das auch bei David und anderen der Fall war. Das hat für uns doch auch etwas Beruhigendes, oder?
           
          Das das so ist geht auch aus der Tatsache hervor, dass Mose als Person oder in Verbindung mit dem mosaischen Gesetz in den christlich griechischen Schriften ca. 80 Mal mit Namen erwähnt wird. Bezug genommen wird auf ihn noch viel öfter. Mir ist keine Schriftstelle in den christlich griechischen Schriften bekannt, in der er als Person negativ dargestellt wird.
           
          Wohl aber positiv. Einige Schriftstellen hatte ich diesbezüglich ja schon hier eingestellt. Z.B. Hebr. 11:24-27 oder Apg. 3:22,23.
           
          Hier sind nochmal einige Beispiele: Luk. 24:27 Elb. : „Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er (Jesus) ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf.“
           
          Hebr. 8:5 Elb. : „ ...die dem Abbild und Schatten der himmlischen Dinge dienen, wie Mose eine göttliche Weisung empfing, als er im Begriff war, das Zelt aufzurichten; denn "Sieh zu", spricht er, "dass du alles nach dem Muster machst, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist!".
           
          Offb. 15:3 ELB. : „Und sie singen das Lied Moses, des Knechtes1 Gottes, und das Lied des Lammes und sagen: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, Gott, Allmächtiger! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Nationen!“
           
          Ich denke, das mag dazu genügen.
           

           
          Liebe Grüße an alle, die die hl. Schrift ebenso schätzen wie ich
           
          Störtebeker
           

           

           

          1. Florian K.

            Hallo Störti, ich mag Dich sehr. Du hast immer sehr gute Ausführungen, was ich ehrlich schätze. In deinem letzten Kommentar handelst Du den Mord am Ägypter ausführlichst ab und ich denke auch, der Typ kann durchaus mit einem KZ-Wächter verglichen  werden. Aber an Moses Händen klebt auch das Blut von Kindern, die völlig unschuldig sind. Warum lässt Du das vollkommen unkommentiert? LG Florian

            1. Störtebeker

               
              Störtebeker an Florian K. und Alle,
               

               
              Lieber Florian,
               
              zunächst erst einmal bedanke ich mich für dein Lob.
               
              Vor einiger Zeit hatte ich hier einen kleinen Aufsatz eingestellt, in dem ich bemüht war die Frage zu beantworten: „Wieso ich auch Aussagen der hl. Schrift akzeptiere, die teilweise in Frage gestellt werden.“ Es ging da um verschiedene Bibelberichte. Z.B. die Flut der Tage Noahs, der Bericht über Lot (der seine 2 Töchter schwängerte), das Bibelbuch Jona u.s.w. Ich will das jetzt hier nicht alles wiederholen. Wenn du aber Interesse haben solltest dann schicke ich dir die Abhandlung gerne zu. Du musst mir nur deine Mailadresse schicken. Meine ist klaus.stoe@gmx.net. Jeder aufrichtige Leser hier kann mich ebenfalls gerne kontaktieren.
               
              Doch nun zu 4. Mos. 31:1-17. Der Bericht ist mir natürlich bekannt. Ohne jetzt auf Einzelheiten einzugehen gilt für mich (noch einmal, für mich), dass, wenn ich das Strafgericht JHWH´s, das Mose vollstreckte, in diesen Fall den Mose anlaste, dann muss ich das natürlich auch mit anderen Bibelberichten tun.
               
              Wie fast das komplette Buch Josua. Die Einnahme des Landes und der Städte der Kanaaniter Stämme und Völker mit allem drum und dran. Das müsste dann zum größten Teil dem Josua geschuldet sein und nicht JHWH.
               
              Ebenso verhält es sich mit dem Bibelbuch Richter. Auch 1. Samuel und 2. Samuel wären teilweise mit betroffen.
               
              In 1. Sam. 25:26-28 Elb. lesen was Abigail dem David sagte: „Nun aber, mein Herr, so wahr der HERR lebt und du selbst lebst, der HERR hat dich davor bewahrt, in Blutschuld zu geraten und dir mit eigener Hand zu helfen! So sollen nun deine Feinde und alle, die meinem Herrn übelwollen, wie Nabal werden!  Hier nun ist das Segensgeschenk, das deine Magd meinem Herrn gebracht hat, das den Leuten gegeben werde, die im Gefolge meines Herrn ziehen. Vergib doch deiner Magd die Anmaßung! Denn sicher wird der HERR meinem Herrn ein beständiges Haus bauen, weil mein Herr die Kämpfe des HERRN kämpft. Und möge dein Leben lang nichts Böses an dir gefunden werden!
               
              Gemäß diesen Worten kämpfte David die Kriege JHWH´s. Und so sehe ich das auch.
               
              Mit anderen Bibelbüchern verhält es sich ebenso. Wie auch 1. Kö., 2. Kö., 1 Chron., 2 Chron. Aber auch Teile des Buches Ester, Teile der Psalmen, auch ein großer Teil all dessen was in den Propheten steht.
               
              Aber das ist noch nicht alles. Auch die christlich griechischen Schriften können dann nicht authentisch sein. In meiner oben genannten Abhandlung schrieb ich:
               
              „Weder Jesus Christus, noch seine Jünger, noch irgendein Schreiber der christl./griech. Schriften (NT), und derer waren es, wenn man den Brief an die Hebräer auch Paulus zurechnet, ja wohl nur acht verschiedene Personen (jedoch höchstens 9), zweifelten je an, dass die Schriften des AT authentisch sind.
               
              Sie bezogen sich ständig darauf. Zunächst hatten sie ja auch nichts anderes. Ich weiß nicht genau wie viele Zitate oder Bezugnahmen im NT sich auf das AT beziehen, sicherlich gibt es auch hierüber genaue Informationen.
               
              Mir ist soweit jedenfalls bekannt, dass es allein über 300 Prophezeiungen und ca.100 weitere direkte Hinweise im AT gibt, die sich allein auf die Person Jesu Christi bezogen und sich an seinem Leben hier auf der Erde erfüllt haben. Die tatsächlichen Bezugnahmen auf ihn, und allgemein auf das AT sind, so meine ich, unzählig.
               
              Hebräer Kap. 11 (z.B.) ist ein klarer Beweis. Ohne das sogenannte AT könnten wir das NT überhaupt nicht richtig verstehen. Unter anderen auch nicht den Brief an die Hebräer, da spielt das Buch „Richter“ auch sehr stark mit hinein.
               
              Wer den Bericht über Stephanus in Apg. 7:1-53 nachliest wird sehen, was für ein hervorragendes Zeugnis er vor dem Synedrium geben konnte. Das konnte er aber nur, weil er sich so hervorragend in den damals verfügbaren Schriften auskannte.
               
              In Joh. 10:34-36 zitierte Jesus Ps.82:6, in Verbindung damit spricht er vom „Wort Gottes“ und dann sagt er „...und die Schrift kann doch nicht aufgelöst Elb. ( ungültig gemacht NWÜ), werden...“
               
              Soweit einige Zitate aus dem vorherigen Bericht.
               
              Außer Frage steht auch, dass es gemäß der Bibel ebenfalls in Zukunft ein Gericht geben wird. 2. Thess. 2:8-12 Elb. :
               

              „ ...und dann wird der Gesetzlose offenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft;

               

              9 ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge

               

              10 und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen, dafür, dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Rettung nicht angenommen haben.

               

              11 Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben,

               
              12 damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit.“
               
              Also, in der Bibel ist nicht nur vom sogenannten „Lieben Gott“ die Rede, auch in den christlich griechischen Schriften nicht.
               
              Für mich (nochmal, für mich) gilt, entweder erkenne ich das was ich in der Bibel lese an, oder eben nicht. Wenn nicht, kann ich mir auch eine eigene Bibel schreiben. Ich denke das nennt man dann: Philosophie. In der Philosophie gibt es aber genau so viele verschiedene Wahrheiten, wie es verschiedene Philosophen gibt.
               
              Ich frage mich manchmal wenn so ein Menschlein (Prof., Dr., Dr.) felsenfeste Behauptungen aufstellt: Wer sind wir denn? Ist es nicht so, wie es Jakobus schreibt in Jak. 4:14 Elb. :
               
              „ ...die ihr nicht wisst, wie es morgen um euer Leben stehen wird; denn ihr seid ein Dampf, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwindet.“
               
              In jungen Jahren habe ich mich sehr viel mit Philosophie beschäftigt, auch mit verschiedenen Religionen. Buddhismus war eine Zeitlang eine Modeerscheinung. Alles mögliche gelesen, Hermann Hesse u.s.w.
               
              Schlussendlich habe ich aber herausgefunden, dass die Bibel für mich (nochmal, für mich) verbindlich ist. Auch wenn ich nicht alles verstehen kann, so ist doch der allergrößte Teil klar und verständlich für mein bescheidenes Fassungsvermögen.
               
              Und nur das, was ich wirklich verstanden habe versuche ich guten Gewissens weiter zu vermitteln.
               
              Ein Freund von wilden Spekulationen diesbezüglich, bin ich nicht. Das habe ich hier auch schon des öfteren zum Ausdruck gebracht. Nach meiner Meinung führen sie genauso in die Irre, wie all die „hochgeistigen“ menschlichen Philosophien.
               
              So, lieber Florian, und ihr alle, die es interessiert hat, ich hoffe das war jetzt nicht zu lang. Ich wusste aber auch nicht wie ich es hätte kürzer machen können.
               

               
              Liebe Grüße Störti
               

               

              1. Ⓖ-Ⓔ-Ⓡ-Ⓓ an Störti

                Lieber Störti,

                es stimmt, wer "dabei" sein möchte, muss seine Bereitschaft dazu bekunden.

                Vor einigen Monaten schrieb ich schon über die Vermutung, dass w i r mitten in einem Ausleseverfahren stecken. Das geht aber schon bis in die Zeit von A+E zurück, Kain und Abel sind die ersten die genommen, oder nichtgenommen sind. Einen Artikel fand ich wo unser "Hineingehen durch die Tür" beschrieben ist:
                Kinder Gottes
                 Tilo 3. März 2017 28 Kommentare

                Wir leben nun mal in einem Ausscheideverfahren, unsere Entscheidung ist gleichzeitig die Wahl zwischen Leben und Tod. Wenn auch von einigen Ex-ZJ die Schlacht von Harmagedon verniedlicht wird, es wird ein Scheidungsprozess sein! Dass es in der Zeit des AT immer wieder um Weiterleben oder -sterben ging, haben wir schon bei Zeugens in der Bibel gelesen. Natürlich ist es hart, wenn wir darüber nachdenken, ob unsere glaubenslosen Verwandten und Freunde einmal im Himmel oder auf der Erde existieren werden - die Indizien zeigen deutlich: weder dort noch da.

                Diese Trennung zeigte Jesus in den Gleichnissen, das Unkraut das ins Feuer kommt, deutet keine Allversöhnung an. Daher drängt er in vielen Sätzen auch, dass wir i h n annehmen sollen, denn nur das bedeutet Leben.

                Kopie aus:

                Gericht – Bibel-Lexikon

                1. Strafgericht
                Dieses Strafgericht kann auf der Erde ausgeführt werden, im Rahmen von Gottes Regierung mit den Menschen oder seinem Volk, entsprechend den zur jeweiligen Zeit gültigen Prinzipien der Haushaltung; oder es kann in Zukunft für die Ewigkeit ausgeführt werden, entsprechend Gottes Urteilen.
                Vier schmerzhafte Gerichte hat Gott Jerusalem angedroht (Hes 14,13-21), und sie sind auch häufig auf die Menschheit im Allgemeinen gefallen. Auch in Zukunft werden diese Gerichte auf sie fallen, wie in der Offenbarung gezeigt wird:

                Krieg: Tod durch das Schwert, entweder durch einen äußeren Feind oder durch einen Bürgerkrieg.
                Hungersnot: Sie kann durch einen Mangel im Land oder durch eine belagerte Stadt entstehen.
                Gefährliche Tiere: Dies schließt zweifellos die Verwüstung durch Heuschrecken mit ein, denn sie verwüsten das Land und beuten es aus.
                Pest: Hierdurch wurden schon häufig Tausende hinweggerafft.

                Außer diesen Gerichten gibt es in verschiedenen Gebieten der Erde Feuersbrünste, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Wirbelstürme, Lawinen, Überschwemmungen, Frost, Schiffbruch, Flutwellen etc. Manche davon geschehen jedes Jahr. Sie treten in der indirekten Regierung Gottes auf, Gott verschafft sich dadurch ständig Gehör und zeigt seine Macht (vgl. Hiob 37,13). Neben seiner indirekten Regierung gibt es aber auch oft direkte Gerichte, deshalb sagt der Prophet: „Wenn deine Gerichte die Erde treffen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit" (Jes 26,9). Ach, zu oft sind solche Gerichte als natürliche Phänomene erklärt worden, als bloße Unfälle oder Unglücke, ohne Gott darin zu erkennen, und oft sind sie bald vergessen worden. Sie sollen die Menschen warnen. Wie ein schwacher Regenschauer häufig vor einem Sturm herniederkommt, so sind diese regelmäßigen Gerichte nur ein Vorbote auf den großen Sturm des Zorns Gottes, der mit Gewissheit auf diese schuldige Welt fallen wird, dann, wenn das Horn seines Grimms ausgegossen wird (vgl. Off 6 - 20).
                Jedes Gericht, das heißt jeder Akt des Richtens (griech. krisis), sei es der Toten oder der Lebenden, ist dem Herrn Jesus übergeben worden. Er wird in Jesaja 63,1-3 dargestellt als von Edom kommend, mit gefärbten Kleidern von Bozra, wenn er das Volk in seinem Zorn zertreten und in seinem Grimm zertrampeln wird, und ihr Blut wird sein ganzes Gewand besudeln. Sein Gericht kommt über die lebenden Nationen; aber auch bevor Israel zum Segen wiederhergestellt werden wird, wird Gericht von Gott auf sie fallen (siehe auch Drangsal). Ebenso wird Gott über die bekennende Christenheit Gericht ausüben (siehe Babylon die Große). Die ewige Bestrafung der Bösen wird „ewiges Gericht" genannt (Heb 6,2). Die gefallenen Engel werden zum Gericht aufbewahrt (2. Pet 2,4), und für den Teufel und seine Engel ist das ewige Feuer bereitet (Mt 25,41)...

            2. Florian K.

              Lieber Störti, danke für Deine ausführliche Antwort. Ich verstehe Dich sehr gut, weil ich als Pionier früher auch so argumentiert habe. Allerdings kam irgendwann mal der Punkt, wo ich es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren konnte, das alles schönzureden. Es muss ganz einfach möglich sein, ein guter Christ zu sein, ohne an diverse Horror-Storys aus dem AT glauben zu müssen. Das ist zumindest meine Sicht der Dinge. Alles Liebe, Florian

              1. Störtebeker

                 

                Lieber Florian K.

                 

                Nein, ich versuche nicht etwas schön zu reden, (schon lange) nicht mehr.

                 

                Ich versuche vielmehr etwas richtig zu verstehen. Das ist ein großer Unterschied, und ich denke, dass man das an meinen Ausführungen auch erkennen kann.  Wenn ich mir nur etwas schön reden wollte, dann könnte ich es mir leichter machen.

                 

                L.G. Störti

                 

              2. Florian K.

                Lieber Stöti, dass Du ein aufrichtiger Mensch bist mit besten Intentionen ist mir schon klar. Ich freue mich ja auch ehrlich gesagt immer wieder über Deine profunden Analysen. Das sei Dir unbenommen.Mich stört es aber, wenn die WTG Bibelleser nach folgendem Muster verblödet: Wenn Du ewig leben willst, musst du an Christus glauben. Wenn du an Christus glaubst, musst du auch glauben, dass Moses ein Prophet war. Wenn du glaubst, dass Moses ein Prophet war, musst du alles als wahr akzeptieren, was er damals niederschrieb, inclusive des angeblich von Jehova stammenden Auftrags zum systematischen Kindermord. Diese Art von WTG „Logik“ lehne ich ab und 99,9 % der Menschheit mit mir. Liebe Grüße, Florian 

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