Mut als Eigenschaft eines Christen – was bedeutet das?

Quelle: JW.ORG

Die Studienausgabe des Wachtturms vom September 2017 titelt für die Woche vom 20.-26.11.2017: „Sei mutig – und handle!“ Das ist eine ermunternde Überschrift, die darauf hoffen lässt, eine Abhandlung vorzufinden, die Menschen für ihren Alltag bestärkt, zu christlichen Taten anregt und Motivation bietet, seinem Leben durch aktives Tun positive Elemente abzugewinnen.

Heute wurde dieser Artikel in unseren Versammlungen betrachtet

Das Titelbild der Ausgabe, lässt allerdings bereits erahnen, worum es in der Studienausgabe des Wachtturms im Kern geht: Zeugen Jehovas mit ihren Trollys im Straßendienst – und anders als in der Realität, wo sie, im allgemeinen unbeachtet von den Passanten, bei ihren Trollys stehen und sich miteinander unterhalten, wirkt das Bild kommunikativ; Passanten zeigen sich interessiert und führen Gespräche, und im Hintergrund die Polizei. „Handeln“ steht also möglicherweise NUR im Kontext mit der Mission, dem sogenannten „Predigtdienst“? Nun, um dies herauszufinden, müssen wir den Artikel aufmerksam lesen und analysieren.

Eine erste Überprüfung ergibt: das Wort „Mut“ kommt – die Fragen zu den Absätzen nicht mitgezählt – in dem Artikel 55 mal vor.

So oft benutzt, ist es sicher angebracht, den Begriff „Mut“ zu definieren.

Wikipedia definiert wie folgt:

„Mut, auch Wagemut oder Beherztheit, bedeutet, dass man sich traut und fähig ist, etwas zu wagen, das heißt, sich beispielsweise in eine gefahrenhaltige, mit Unsicherheiten verbundene Situation zu begeben.

Diese kann eine aktivierende Herausforderung darstellen, wie der Sprung von einem Fünfmeterturm ins Wasser oder die Bereitschaft zu einer schwierigen beruflichen Prüfung (individueller Hintergrund). Sie kann aber auch in der Verweigerung einer unzumutbaren oder schändlichen Tat bestehen, wie einer Ablehnung von Drogenkonsum oder einer Sachbeschädigung unter Gruppenzwang (sozialer Hintergrund einer Mutprobe).

Mut ist eine Charaktereigenschaft, die dazu befähigt, sich gegen Widerstand und Gefahren, für eine als richtig und notwendig erkannte Sache einzusetzen. Dabei können zwei gegensätzliche Zielrichtungen verfolgt werden: Mut erfordert die Entschlusskraft, nach sorgfältigem Abwägen etwas Unangenehmes oder Gefahrvolles zu tun oder zu verweigern. Beides kann mit Nachteilen für die eigene Person verbunden sein und Opfer erfordern. Im Falle der Entscheidung zu aktivem Handeln, kämpft der Mutige für die Durchsetzung eines Rechts, für das Meistern einer gefährlichen Situation oder für die Realisierung eines Wertes gegen Widerstände und Bedrohungen. Im Falle der Handlungsverweigerung besteht der Mut darin, einem als Unrecht (Aufforderung zum Kaufhausdiebstahl), als wertlos (destruktive Mutprobe) oder als gesundheitliche Zumutung (Gruppenzwang zum Rauchen oder Drogenkonsum) erkannten Tun zu widerstehen. Beiden Ausdrucksformen von Mut kommt der gleiche Rang zu. Beide erfordern Wertbewusstsein, eigenständiges Denken, charakterliche Stärke und Durchsetzungsvermögen.“

Sehr gern werden sogenannte biblische Beispiele angeführt, um zum Handeln anzuregen und durch Vorbilder eine Nachahmung zu begründen. Mit dem Leittext aus 1. Chronika 28:20, in dem auch das Wort „mutig“ vorkommt, wird uns nun niemand geringeres, als der designierte König Salomo als Beispiel geboten.

Liebe Schwestern und Brüder in der Versammlung: wenn Ihr, nachdem Ihr auf überflüssige weltliche Bildung verzichtet habt, in Eurem durchschnittlich bezahlten Teilzeitjob tätig seid, um die restliche Zeit im Werk des Missionierens zu verbringen: nehmt Euch kein Beispiel an Frau Bundeskanzlerin Merkel – aber nehmt Euch ein Beispiel an dem König Salomo. Wir möchten darauf hinweisen, dass es in jedem Staat üblicherweise eine Menge Untertanen gibt, aber nur ein Staatsoberhaupt. Dort, wo es sich um eine Monarchie handelt, ist dies ein König oder eine Königin. Und an genau dem nehmen wir uns ein Beispiel!

Gesprächsgegenstand zwischen David und Salomo war der Bau eines Tempels. David wollte dieses Bauwerk gern erstellen, aber Gott erlaubte es ihm nicht, weil an seinen Händen zu viel Blut klebte. David hatte daher schon einmal ein bisschen gespart – also 100 Tonnen Gold und 240 Tonnen Silber. Er übergab also seinem Sohn Salomo Baupläne und Schätze und forderte darüber hinaus das Volk zum Spenden auf, dem dieses auch reichlich nachkam.

Der „Mut“, als König eines Volkes ein großes Bauprojekt anzugehen, für das sowohl die Mittel, als auch die Pläne bereits vorlagen, wird nun dem Mut eines Kriegsmannes – nicht gegenübergestellt – sondern gleichgestellt. Weil David ein unerschrockener Kämpfer war, könne sein Sohn Salomo, ein Feingeist – der Weiseste unter den Orientalen – Mut von seinem Vater lernen und daher das, ihm angetragene Bauprojekt, mutig angehen.

Wir zitieren an dieser Stelle die Verse 4 und 5 des Artikels:

4) „Wäre Salomo nicht mutig gewesen, hätte Angst ihn davon abhalten können, überhaupt anzufangen. Doch nichts zu tun wäre schlimmer gewesen, als zu scheitern.“

5) „Wie Salomo brauchen wir Jehovas Hilfe, um mutig zu sein und bei dem, was er uns aufträgt, Gelingen zu haben. Sehen wir uns dazu Beispiele aus alter Zeit an und überlegen wir, wie wir ebenso mutig sein können.“

Liebe Brüder, wenn es darum geht, aufzustehen und den Alltag zu bewältigen: nehmt Euch ein Beispiel an König Salomo! Mit ein paar Hundert Tonnen Gold und Silber, sowie den Bauplänen für einen Tempel ausgestattet, regierte er über das Volk Israel. Israeliten, die nicht über mehr Bildung verfügten, als für den Dienst für Gott notwendig, vollbrachten großartige Ingenieursleistungen – und wurden vermutlich aus genau den Schätzen bezahlt, die für den Tempelbau bereitstanden. Die Bibel berichtet zwar nichts über die Entlohnung der Arbeiter, aber da es sich nicht um Zwangsarbeit handelte, können wir von einer üblichen Vergütung ausgehen.

Sehr gern werden in den Publikationen der Zeugen Jehovas Könige, Propheten oder Menschen als Vorbilder dargestellt, mit denen Gott direkt handelte. Moses, der Führer eines Volkes, zu dem Gott direkt gesprochen hatte und durch dessen Hand er Wunder wirken ließ; Josua als Heerführer, Paulus, der eine Vision von Gott hatte: dies sind die Vorbilder, die als Maßstab für das tägliche Handeln ebenso benutzt werden, wie der vollkommene Sohn Gottes zu seinen Lebzeiten auf Erden.

In der Tat geht es auch eine Nummer kleiner und so wird Joseph als Beispiel für Mut angeführt, als er der Verführung der Frau des Pharao widerstand. War dies wirklich mutig? Ohne Frage hatte Joseph moralische Bedenken; er befand sich aber auch in einer Zwickmühle. Hätte er den Verführungskünsten nachgegeben und wäre dies herausgekommen, so wäre dies sein Todesurteil gewesen. Da er sich verweigerte, wurde er verleumdet. Gleichwohl: ein moralisches Vorbild und auch ein passendes Beispiel für Mut, das in dem Artikel viel zu kurz kommt.

Auch die Geschichte von Rahab und den Kundschaftern, welche sie versteckte, ist ein passendes Beispiel für Glauben und Mut – also beherztes Handeln.

Der Beginn der Christenheit: das sind die 12 Apostel. Mit diesen fing alles an – sie lebten und lehrten in der Gegenwart des Christus; sie sahen seine Wunder. Diese Menschen sind der Ursprung eines neuen Glaubens, den Jesus durch sein Wirken auf der Erde zwar nicht begründete – denn Jesus begründete keine Religion, sondern definierte den Glauben an Gott neu, woraus die Christenheit mit ihren verschiedenen religiösen Richtungen entstanden ist. Die Apostel waren Männer aus dem Volk, vielfach mit nur einfacher Bildung und sowohl die Evangelien als auch die Apostelgeschichte sind zu unserem Nutzen aufgezeichnet worden. Wenn also dem Mut der Apostel in dem Artikel ganze zwei Sätze gewidmet werden, erscheint das durchaus ein wenig kurz gegriffen.

Da haben wir sie also, die biblischen Beispiele für Mut: Salomo, Joseph, Rahab und die Apostel.

Ab Vers 10 des Artikels erfahren wir nun die Nutzanwendung der biblischen Beispiele:

Zunächst richtet sich der Artikel an „junge Leute“. Wir finden wieder die Worthülse: „geistige Ziele“ vor, ohne dass der Begriff näher erläutert wird. Junge Leute sind „mutig“, wenn sie ihre schulische und berufliche Bildung auf ein Mindestmaß beschränken, sich nicht etwa vorstellen, nur deshalb am Erwerbsleben etwas intensiver teilzunehmen, damit sie für ihre Familie besser sorgen können – und stattdessen „geistige Ziele“ verfolgen.

Hierbei dient Moses als Beispiel: „ … Er wurde von Pharaos Tochter großgezogen und hätte darauf aus sein können, prominent und wirtschaftlich abgesichert zu sein. Nichts anderes hätten seine ägyptische Familie, Lehrer und Ratgeber wohl von ihm erwartet. Moses entschied sich jedoch für die wahre Anbetung. Er vertraute mutig auf Jehova und verzichtete auf den Wohlstand Ägyptens.“

Diese Darstellung ist allerdings nicht ganz richtig. Moses hatte einen Totschlag an einem Ägypter begangen; er glaubte, dies verheimlichen zu können. Bereits am nächsten Tag war offenkundig, dass seine Tat beobachtet worden war und er verbrachte 40 Jahre in der Fremde. Erst danach – und zwar ohne jede weitere Chance auf eine Karriere in Ägypten – wurde er von Gott zum Führer des Volkes berufen.
Wie wir 2. Mose 6:30 entnehmen, hat dem Moses seine gute Bildung im Hause des Pharao jedenfalls erst mal wenig genützt, denn er war so schüchtern, dass er nicht selbst sprechen wollte – daher gab Gott ihm Aaron an die Seite, der das für ihn bei Pharao übernahm.

Im Absatz 13 wird „eine Schwester aus Alabama“ zitiert, die in der Mission für die Religion der Zeugen Jehovas persönliche Erfüllung fand und dies auch bekundete. In ihrer Aussage unterstellt sie, dass beruflicher und wirtschaftlicher Erfolg unerreichbar seien und ein Streben danach somit nicht glücklich mache.

Dabei ist es eine Tatsache, dass inneres Glück und Zufriedenheit in keinem Zusammenhang mit wirtschaftlichem Erfolg stehen. Sowohl wirtschaftlich erfolgreiche Menschen, als auch solche, die aus eigener Entscheidung oder aufgrund der persönlichen Umstände als wirtschaftlich arm anzusehen sind,  können glücklich oder auch unglücklich sein. Menschen definieren ihr Glück über die Familie, über Kinder, über ein Hobby, über eine ausgelebte Begabung, über die wohltätige Hilfe für andere, über ihren Glauben und verschiedenes mehr.

An dieser Stelle, beim Beispiel der „Schwester aus Alabama“ wäre also eine Auseinandersetzung über das Thema „Glück“ und „Zufriedenheit“ angebracht, keinesfalls aber eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Mut“.

Wenn Zeugen Jehovas einen Unfall haben, dann rufen sie den Rettungsdienst. Wenn es brennt, rufen sie die Feuerwehr und wenn sie überfallen werden, dann rufen sie die Polizei.

Sowohl die Arbeit als Retter, als Feuerwehrmann oder als Polizist sind gefahrenvoll; solche Tätigkeiten und Berufe auszuüben, erfordert ständig Mut.

In Vers 14 wird allerdings zu verstehen gegeben, dass es Mut braucht, solche oder ähnliche Berufe gerade nicht auszuüben. Mutig ist es auch, für sich regelmäßige Arbeitszeiten einzufordern, die es erlauben, die von Zeugen Jehovas festgesetzten Versammlungszeiten einhalten zu können und darüber hinaus genug Zeit für die Mission und deren Vorbereitung zu finden.

An dieser Stelle wird wieder einmal deutlich, dass Zeugen Jehovas es ablehnen, sich in die Gemeinschaft der mit ihnen lebenden Menschen einzubringen; gleichzeitig nutzen sie aber alle Möglichkeiten und Vorteile, die die „Welt“ ihnen bietet.

Vers 15 und 16 soll Eltern anregen, ihre Kinder ab dem Säuglingsalter so zu beeinflussen, dass sie ihr Leben in den Dienst der Wachtturmgesellschaft stellen. Dies sei mutig, denn dann ist es den Kindern natürlich kaum möglich, für ihre Eltern zu sorgen – diesbezüglich müsse man also dann auf Gott vertrauen.

Zitat: „Der Ehemann sagt: „Noch bevor unsere Kinder laufen und reden konnten, sprachen wir davon, wie schön es ist, sich als Pionier für die Versammlung einzusetzen. Jetzt wollen sie das auch. Sie verfolgen geistige Ziele und können deshalb besser dem Druck von Satans Welt standhalten und sich auf Jehova konzentrieren.““

Wir halten fest: der Vater erzählt seinen Kindern in einem Alter von ein – zwei Jahren, wie schön es sei, Pionier zu werden!

„Geistige Ziele“ ist gleichzusetzen mit: Mission für die JW-Org. „Sich auf Jehova konzentrieren“ bedeutet: Mission für JW-Org.

Was mit „dem Druck von Satans Welt“ gemeint ist, bleibt in dem Absatz unklar; es handelt sich hier ebenfalls um eine Worthülse der WTG. Ist mit „Druck von Satans Welt“ gemeint, dass der Staat Krippenplätze, Kindergartenplätze und Schulplätze insgesamt vom zweiten bis zum achtzehnten Lebensjahr, also 17 Jahre frühkindlicher und schulischer Bildung bereitstellt, die jedes Kind nach Fähigkeit und Neigung durchlaufen kann, wobei es gefördert und gefordert wird und diverse Wahlmöglichkeiten hat?

Was noch gemeint sein könnte, lesen wir im nächsten Satz:

Zitat: „Ein Vater von zwei Kindern schrieb: „Eltern investieren oft viel Zeit und Mittel, um sportliche, künstlerische oder schulische Talente ihrer Kinder zu fördern. Wie viel sinnvoller ist es, Zeit und Mittel dafür einzusetzen, dass Kinder Ziele erreichen, durch die sie Jehova nahebleiben können. Es macht uns sehr zufrieden, die Fortschritte unserer Kinder zu sehen und diesen Weg mit ihnen zu gehen.“ Jehova segnet Eltern, die ihre Kinder unterstützen, sich geistige Ziele zu stecken und sie zu erreichen.“

Folgende Worthülsen finden wir vor:

  • Ziele erreichen, durch die man Jehova nahe bleiben kann
  • Fortschritte der Kinder – diesen Weg zu gehen
  • Geistige Ziele stecken und erreichen

Und wir erfahren, was es noch mit dem Druck von Satans Welt auf sich hat:

  • Sportliche, künstlerische oder schulische Talente des Kindes fördern

Liebe Eltern, die Ihr Zeugen Jehovas seid: Ihr habt Kinder und diese Kinder haben Talente. Es macht auch Kindern Spaß, das zu tun, was ihnen liegt. Wenn sie Fähigkeiten und Neigungen haben, mit denen sie erfolgreich sein könnten: DAS IST DER DRUCK SATANS. Wenn Eure Kinder gern musizieren oder Spaß an Mathematik haben: lasst sie nicht zu viel Zeit damit verbringen. Bringt ihnen nahe, wie schön es ist, für JW-Org zu missionieren. Bildung, Freizeit, Hobbys: beschränkt es auf das unerlässliche Mindestmaß – verbringt Eure Zeit mit dem Predigtdienst und erklärt Euren Kindern, wie wunderbar und befriedigend dies ist, noch bevor sie laufen und sprechen können!

Die Absätze 17 und 18 beschreiben ebenfalls Situationen, in denen Zeugen Jehovas mutig sein müssen. Zwar erschließt sich einem nicht Eingeweihten nicht, was unter „Rechtsangelegenheiten“, die Älteste behandeln müssen, zu verstehen ist, weil nur Älteste über das Buch „Hütet die Herde Gottes“ verfügen – eine Art Verwaltungsgerichtsordnung für das „religionsgemeinschaftliche Recht“ von Zeugen Jehovas.

Auch erschließt sich nicht, weshalb es für ledige Schwestern mutig sein sollte, MEHR zu predigen, denn der gesamte zweite Teil des Absatzes handelt ja nur davon, dass Schwestern außer Predigen auch das Vorrecht haben, MEHR zu predigen, WOANDERS zu predigen oder eine SONDERSCHULUNG fürs Predigen zu erhalten. Und wieso ist Mut erforderlich, damit eine „ältere Schwester“ einer „jüngeren Schwester“ Hinweise in Bezug auf ihr Äußeres gibt? Dies mag deshalb Mut erfordern, weil manche ältere Schwester überhaupt keine Ahnung davon hat, was gerade angesagt, aber dennoch nicht unschicklich ist. Sind nämlich ältere Zeugen Jehovas in ihrer Ära schon aus der Zeit gefallen, dann können sie 30 Jahre später sicher kaum Hinweise zum Hier und Jetzt geben, was Mode und die äußere Erscheinung betrifft. Solche Ratschläge sind beileibe keine Frage des Lebensalters, solange wir über Erwachsene sprechen. Vielmehr sind solche Ratschläge eine Frage von Kultur, Sitte, Mode, Anlass und gesellschaftlichen Kreisen – nicht aber des Lebensalters der ratgebenden Person.

Ab Vers 19 lesen wir, dass es eine Frage des Mutes für junge Männer darstellt, ein „Dienstamt“ anzustreben und „mehr Verantwortung zu übernehmen“. Dabei wird allerdings außer Acht gelassen, dass jeder linientreue Mann bei Jehovas Zeugen unverzüglich für weitergehende Aufgaben eingespannt wird, um ihn noch mehr für die Organisation einzunehmen. Kriterien sind hierbei weder soziale Kompetenz noch Sachverstand, sondern einzig und allein die Bereitschaft, den Lehren der WTG uneingeschränkt zu folgen und dies auch tatkräftig unter Beweis zu stellen.

Der Schluss des Artikels setzt alles wieder auf Anfang:

Zitat: „Wie für Salomo, so ist Jehova auch für uns da. Sowohl in der Familie als auch in der Versammlung hilft er uns, Mut aufzubringen und Gelingen zu haben. Wenn wir uns mutig für die Anbetung Jehovas einsetzen, wird er uns heute und in Zukunft segnen. Seien wir also mutig und handeln wir!“

Schauen wir uns diesen Absatz an: Gott gewährte Salomo eine Bitte und Salomo erbat sich Weisheit. Salomo war König eines Volkes; sein Vater übergab ihm unschätzbare Mengen an Gold und Silber als „Startkapital“ für den Tempelbau.

Keinesfalls soll in Frage gestellt werden, dass Gott für gläubige Christen ein Hort der Hoffnung ist, der dazu berechtigt, mutig durchs Leben zu gehen. Wenn aber mit einem platten Satz der Tempelbau in Jerusalem mit Deinem und meinem Leben gleichgesetzt wird, dann erscheint das theologisch zu kurz gegriffen und für das tägliche Leben wenig überzeugend, weil die wenigsten Christen gerade mit einem Tempelbau oder vergleichbaren Projekten beschäftigt sind und auch nicht über entsprechende Ressourcen verfügen.

Liebe Schwestern und Brüder, es muss sich dem Leser die Frage stellen, weshalb wir uns kritisch mit diesem und anderen Wachtturmarktikeln auseinandersetzen. Ist dies nicht destruktiv? Und was bietet diese Plattform denn alternativ?

Ich mache es kurz:

In der ersten Hälfte des Artikels werden vier biblische Figuren beschrieben, die als mutig  dargestellt werden.

In der zweiten Hälfte des Artikels werden

  • Eltern dazu aufgerufen, ihre Kinder ab dem ersten Lebensjahr dazu anzuhalten, eifrig missionierende Zeugen Jehovas zu werden
  • Jugendliche dazu aufgerufen, nicht das zu machen, was ihnen Spaß macht oder was ihnen liegt, sondern eifrig missionierende Zeugen Jehovas zu sein
  • junge ledige Frauen dazu aufgerufen, zu missionieren, mehr zu missionieren, woanders zu missionieren und sich besser schulen zu lassen, um noch besser missionieren zu können
  • ältere Frauen dazu aufgerufen, die jüngeren zur Sittsamkeit anzuhalten
  • Männer aufgerufen, mehr für die WTG zu tun

Bei diesem WT-Artikel handelt es sich also um nichts anderes, als die all-sonntäglich stattfindende Drücker-Kolonnen-Motivations-Veranstaltung mit Frage – und Antwortspiel. Mit dem Thema „Mut“ im täglichen Leben zur Lebensbewältigung hat der Artikel ebensowenig zu tun, wie mit Persönlichkeitsbildung oder Schulung der sozialen Kompetenz.

Der Artikel will aber Zeugen Jehovas auch konkret davon abhalten, sich ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend als selbstbestimmte Menschen zu entwickeln.

Daher ist diese Analyse keineswegs destruktiv. Vielmehr ist der WT-Artikel destruktiv und hindert die Anhänger der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas daran, ihre Persönlichkeit im christlichen Sinne weiterzuentwickeln, sich sachgerecht zu bilden und positiv christliche Prioritäten zu setzen. Die Sorge um die Familie soll unter dem Vorwand, Gott werde schon für alles sorgen, der WTG untergeordnet werden.

Wer seine Zeit also NICHT mit dem Vorstudieren und anschließendem „Wachtturm-Studium“ am Sonntagvormittag verbringt, um sich eine Stunde lang anzuhören: „Sei mutig, missioniere mehr, woanders, besser; arbeite mehr für die Org – denn dann arbeitest Du für Gott“, der hat schon viel gewonnen.

Liebe Schwestern und Brüder, wir ermuntern zu folgendem: lest bitte die WT-Artikel unter der Fragestellung: Welchen Wert hat das Thema und der Inhalt für mein tägliches Leben als Christ – inwieweit stützt und stärkt es mich für den Alltag? Inwieweit fordert der Artikel unmittelbar oder mittelbar auf, meinen Einsatz im Rahmen der Religionsausübung zu  steigern und persönliche Belange zurückzustellen?

Nach unserer Analyse befassen sich einige WT-Artikel mit der Feingliederung der Glaubenslehren; eine sehr große Anzahl von Artikeln hat aber keinen anderen Inhalt als: Arbeite für Deine Religionsgemeinschaft – dann arbeitest Du für Gott und bekommst dafür „Gottes Segen“.

Das aber ist nicht die christliche Botschaft, die Jesus seinen Jüngern zu verkünden gebot.

 

 

Mag ich nicht (4)

105 Kommentare zu “Mut als Eigenschaft eines Christen – was bedeutet das?

  1. Hupsi

    Danke ihr alle. Ich habe gerade nicht viel Zeit, zu kommentieren. Aber Schneeflocke hat genau die Stellen entdeckt die mich rasend machen....

    "kluge Eltern"

    Sowas macht mich wütend. Suggestive Parolen, mehr nicht.

    Danke Dir, und allen anderen  Kommentatoren für den Konsens...

    Leider habe ich genau zu diesem Thema in der Versammlung erlebt, wie wieder Dreijährige ihre Antworten vorgeflüstert bekommen, und dann mit fröhlicher Kinderstimme ihren Text in das Mikrofon nachsprechen... Was für eine Tragödie, diese Augenwischerei...

    Liebe Grüße und Danke für eure Mühe. 😘 Hupsi

     

  2. Florian K.

    Aus gegebenem Anlass ersuche ich alle, die noch Trolley Dienste durchführen, sich vorher immer die Zähne zu putzen. Auch wenn es vermeintlich eh nur um die Optik geht: Ab und zu gibt es doch eine Konversation und da wäre es peinlich, wie eine steirische Jauchegrube im Hochsommer zu riechen.

    1. Nick

      Hallo Florian.

      Hoffentlich ist alles bei dir in Ordnung? !  😮😩

      lg Nick

  3. Schneeflocke@ Eltern

    Liebe Zeugen Jehovas Mamas und Papas, die ihr Kinder behüten dürft!

    Ich habe gerade den Wachtturm - Artikel “Sei mutig und handle“ studiert.

    MUT - ja, das könnte ich tatsächlich auch mehr gebrauchen. Ich schätze mutige Menschen, die eintreten für Gerechtigkeit, für ihre Überzeugung als Christ, die sich auf die Seite der Schwachen stellen und diesen sowohl eine Schulter als auch eine Mauer  bieten.

    Jesus war mutig - zweifellos der mutigste, kühnste und kraftvollste Verkündiger seiner Liebe und die des Vaters, der Liebe überhaupt. Er verkörperte sie. Bis zu seinem Tod konnte jeder, der ihn ansah seine Vollkommenheit sehen und wer aus Demut oder Scham  nicht wagte in seine Augen zu blicken, der verspürte es in seiner reinen Anwesenheit.

    Nun las ich in dem Artikel zwei Absätze, nämlich Nr. 15 und 16 und dazu möchte ich gerne etwas sagen. Warum? Weil ich auch eine Mami bin und meine Kinder liebe. Mein Herzenswunsch ist es, dass sie glücklich sind und bleiben. Ich bin sicher, dass Ihr alle Eltern genau das Gleiche für Eure Kinder wünscht.

    Was übermittelt uns der Sklave in diesem Artikel unseren Kindern gegenüber?

    Hier die Original Absätze:

    “Wir beweisen Mut, wenn wir in unseren Kindern den Wunsch wecken, sich geistige Ziele zu stecken und sie zu erreichen. Manche Eltern zögern, ihr Kind zu ermuntern, Pionier zu werden, dort zu dienen, wo sie mehr gebraucht werden, ins Bethel zu gehen oder bei Bauprojekten mitzuhelfen. Sie befürchten womöglich, ihr Kind könne später nicht für sie oder für sich selbst sorgen. Kluge Eltern sind mutig. Sie glauben fest  an Jehovas Verheißungen. (Lies Psalm 37:25; Hebräer 13:5.) Wenn Eltern mutig sind und auf Jehova vertrauen, fällt es auch ihren Kindern leichter, sich mutig auf Jehova zu verlassen (1. Sam. 1:27, 28; 2. Tim. 3:14, 15).

     

    Ein Ehepaar in den Vereinigten Staaten machte es seinen Kindern leicht, sich geistige Ziele zu stecken. Der Ehemann sagt: „Noch bevor unsere Kinder laufen und reden konnten, sprachen wir davon, wie schön es ist, sich als Pionier für die Versammlung einzusetzen. Jetzt wollen sie das auch. Sie verfolgen geistige Ziele und können deshalb besser dem Druck von Satans Welt standhalten und sich auf Jehova konzentrieren.“ Ein Vater von zwei Kindern schrieb: „Eltern investieren oft viel Zeit und Mittel, um sportliche, künstlerische oder schulische Talente ihrer Kinder zu fördern. Wie viel sinnvoller ist es, Zeit und Mittel dafür einzusetzen, dass Kinder Ziele erreichen, durch die sie Jehova nahebleiben können. Es macht uns sehr zufrieden, die Fortschritte unserer Kinder zu sehen und diesen Weg mit ihnen zu gehen.“ Jehova segnet Eltern, die ihre Kinder unterstützen, sich geistige Ziele zu stecken und sie zu erreichen.“

     

    1. Der erste Satz ist unwahr!

    In der Zeitschrift “Eltern“ wurde als erster von 9 Sätzen, die für Kinder wichtig sind, folgender genannt:

    “Ich hab dich lieb, egal was du tust“

    2. Zu “manche Eltern zögern, ihr Kind zu ermuntern, Pionier zu werden, dort zu dienen, wo sie mehr gebraucht werden, ins Bethel zu gehen oder bei Bauprojekten mitzuhelfen.“ - JA!!! Bitte zögert!!!

    “Sie befürchten womöglich, ihr Kind könne später nicht für sie oder für sich selbst sorgen.“ - dazu muss ich leider sagen: Die Befürchtungen sind berechtigt, alles andere wäre Augenwischerei!

    3. Der Satz “Kluge Eltern sind mutig“ stimmt, ist allerdings in diesem Zusammenhang völlig manipulierend und absolut FEHL am Platz! Pfui

     

    4. Das Ehepaar in den Vereinigten Staaten:

    „Noch bevor unsere Kinder laufen und reden konnten, sprachen wir davon, wie schön es ist, sich als Pionier für die Versammlung einzusetzen.“ - ganz ehrlich, ich war schockiert diesen Satz zu lesen!!

    Gibt es diesen Menschen wirklich? Einen Daddy, der seinem Einjährigen, der ihm mit seinen oder ihren zauberhaften (wie von Pur besungenen) Funkelperlenaugen entgegen robbt oder krabbelt oder auf dem Schoß quietschvergnügt auf und ab hüpft, sagt: “Wie schön ist es doch, dich (mein Sohn) bald als Pionier für die Versammlung einzusetzen!!“

    Liebe Org Eltern, das ist absurd. Absolut. So redet kein normaler Mensch. Kein Daddy sagt so einen Satz, oder doch?!?

    5. “Eltern investieren oft viel Zeit und Mittel, um sportliche, künstlerische oder schulische Talente ihrer Kinder zu fördern.“ - dieser Satz alleine stehend wäre treffend und ich könnte aus vollem Herzen zustimmen.

    Die Talente der Kinder zu sehen und ihnen Mut zuzusprechen, diese auch gebrauchen zu lernen, für Eltern und für Kinder und auch für den Geber aller guten Gaben eine wahnsinnige Freude!!

    Leider hat der Nachsatz alles wieder zerstört: “Wie viel sinnvoller ist es, Zeit und Mittel dafür einzusetzen, dass Kinder Ziele erreichen, durch die sie Jehova nahebleiben können.“

    ZEIT und MITTEL einsetzten... das sind die Hauptwörter des Anliegens des Sklaven.

    6. Der letzte Satz den ich kommentieren möchte:

    “Es macht uns sehr zufrieden, die Fortschritte unserer Kinder zu sehen und diesen Weg mit ihnen zu gehen.“

    Wen macht es sehr zufrieden? Uns wen?? Genau: uns Eltern...! Welche Fortschritte der Kinder? Zeit und Mittel? Leben und Opfern? Auf was möchte ich als Mama denn stolz sein? Das mein Kind meinen Erwartungen entspricht? Dass es als süßer Zwerg auf der Bühne niedliche Bibellesungen hält? Dass er schon im Alter von drei Jahren sein erstes Video auf dem Smartphone an den Türen zeigen konnte?

    Dass es bereitwillig seine paar Groschen spendet für einen Millionenkonzern und dafür aufs Eis verzichtet?

    Dass es als Außenseiter MUTIG in der Schule für Jehova kämpft?

    Wer sieht denn dabei die Kinder und ihre wertvollen Seelen???

    Ja. Seid mutig und stark ihr Eltern!

    Schenkt Euren Kindern ihr eigenes freies Leben, schenkt ihnen eure uneingeschränkte Liebe, schenkt ihnen, sie selbst werden zu dürfen!

    DAS erfordert wirklich viel Mut, denn wir JW.org - Mamis trauen uns selbst manchmal nicht, oder wenig. Trauen uns nicht zu, unsere wahren tiefen sanften aber doch so mächtig starken Gefühle zu zeigen. Es fällt uns schwer, in völligem Vertrauen SICHER zu sein, dass Jesus Christus uns selbst führt und leitet, auch und gerade in diesem Punkt! Dass wir richtig sind, wenn wir allein IHM verfallen und unser Glaube fest und unabhängig ist.

    Unsere Kinder sind ebenso wie wir und jeder von uns: geliebte und gewollte Kinder des Höchsten, gezeugt durch Seine Liebe. Verhökern wir sie nicht für Täuschung, Lüge und menschliche List...
    👍👍👍

    1. Argentum@Schneeflöckchen

      Liebe Schneeflocke,

      das hast Du wunderbar gesagt. Dem ist nichts hinzuzufügen.

      Alles Liebe und Gottes reichhaltigen Segen für Dich und alle lieben Eltern, die sich angesprochen fühlen.

      In Liebe

      Argentum

       

    2. O.W.Schön@Schneeflocke

      Psycho-Analyse einer unchristlichen Belehrung!

      Liebe Schneeflocke,

      herzlichen Dank für deine mutigen Zeilen an aufwachende Eltern! Ja, wie viele betagte Eltern müssen im hohen Alter ihre Vollzeitdienstkinder aktiv materiell unterstützen, da sie buchstäblich nichts haben!

      Deine treffliche Psychoanalyse einer psychotischen Organisation entlarvt sie als das, was sie tatsächlich ist: Ein ausbeuterisches und verlogenes Verlagswesen. Danke dafür.

      Liebe Grüsse

      O.W.S.

    3. Paul.Z21

      Liebe Schneeflocke!

      Du hast so Recht und Deine Offenheit und Ehrlichkeit hat mich tief in meinem Herzen und meiner Seele bewegt!

      Wenn Kinder sich nicht zu den Menschen und Persönlichkeiten entwickeln dürfen, die sie wirklich und eigentlich sind und sie stattdessen in ein Korsett und in eine Uniform einer scheinheiligen Religionsorganisation gezwängt werden und wenn sie nicht mal solche Christen sein dürfen, wie sie sich unser Schöpfer und sein Sohn wünscht, dann sind wir wirklich jenseits von Eden!

      Der Wt-Studienartikel von letzten Sonntag beweist erneut, dass die WTG ein totalitäres Zwangssystem betreibt und unterhält. Durch sublime Botschaften, Imperative und Drohungen sowie Suggestivfragen übt der Sklave psychische Gewalt und Terror aus. Das sind m. E. Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verletzungen der Menschenwürde, des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts, der Gewissensfreiheit, der Berufsfreiheit und nicht zuletzt des Rechts auf Selbstbestimmung, das den Zeugen ja nur zusteht, wenn sie aufgrund einer verweigerten Bluttransfusion sterben müssen, was schon mehrfach geschehen ist. Wie kommt es, dass solch eine Organisation bundesweit als rechtstreu eingestuft und als K. d. ö. R. anerkannt wurde? Steht die Religionsfreiheit über allem?

      Warum scheut der Sklave höhere Bildung wie der Teufel das Weihwasser, wenngleich er sie sich liebend gern zu Nutze macht, wenn sie seinen Zwecken dient? Weil wirklich gebildete Menschen echte Demut entwickeln aber selbstbewusst und klar denkend genug bleiben, um diese ständige Indoktrinationspropagandamaschinerie in den Publikationen der WTG zu entlarven und zu durchschauen, um sich lächelnd davon abzuwenden und zu distanzieren. Mithilfe des Geistes Gottes kann dies uns allen auch gelingen!

      Grüße

      Paul

    4. Butterblume

      Liebe Schneeflocke

      Dein Kommentar tut richtig gut! Er gibt mir den richtigen Kick, für meine Kinder zu kämpfen! Du schreibst:

      "Liebe Org Eltern, das ist absurd. Absolut. So redet kein normaler Mensch. Kein Daddy sagt so einen Satz, oder doch?!?"

      Leider sind sie noch zu schlimmerem fähig! Der Vater meiner Kinder ist im Ernst fähig ihnen zu sagen, dass sie dann eben sterben bei Harmagedon wenn sie im Kindergarten mitmachen bei den Geburtstagsfeiern! So ganz ohne mit der Wimper zu zucken. Sie sind 3 und 5! Wer sagt sowas kleinen Kindern?!? Sie haben weder Herz noch Mitgefühl!

      Alles Liebe!

      Butterblume

       

       

       

      1. RoKo24

        Liebe Org Eltern, das ist absurd. Absolut. So redet kein normaler Mensch. Kein Daddy sagt so einen Satz, oder doch?!?

        ZJ sind sogar fähig, einem Familienmitglied, was anderes denkt und vor allem biblische denkt, die Liebe zu entziehen um es mit aller Macht auszugrenzen. Man hat dafür sogar Programmpunkte auf div. Kongresse. So viel Böses sagt man sonst immer brutalen und sadistischen Personen nach.

        Vielmehr sollten ZJ auf die Tatsachen schauen. "Ihr müsst die Menschen prüfen, um festzustellen..." https://www.bibleserver.com/text/NLB/1.Johannes4 (Neues Leben Bibel)

        In Vorbereitung zur K.d.ö.R. schrieb RA Armin Pikl eine Stellungnahme zu Jehovas Zeugen und
        Körperschaftsstatus von Ch. Link (ZevKR 43 (1998) - kann man >>hier<< abrufen:

        ab Seite 31, Zitat Kapitel ee)

        Er [Prof. Link] verkennt den Unterschied zwischen “Vollzeitdienern” einerseits, die ihren
        Lebensunterhalt selbst unter anderem als Beamte, Angestellte, Arbeiter usw. bestreiten, sich also wirtschaftlich selbst unterhalten, und andererseits den “Vollzeitdienern”, die als Angehörige der “Sondervollzeitdiener der ordensähnlichen Gemeinschaft der Zeugen Jehovas” das Gelübde ablegen, sich jeder Erwerbstätigkeit zu enthalten, um ihre Kraft voll in ihrem Gottesdienst einzusetzen, ohne durch die Sorge für den eigenen wirtschaftlichen Unterhalt abgelenkt zu werden, und daher von der Wachtturm-Gesellschaft wirtschaftlich unterhalten werden, wobei ihre lebenslange Versorgung, auch im Krankheits-, Alters- und Invaliditätsfall gesichert ist und bei einem Ausscheiden die gesetzliche Nachversicherung bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte durchgeführt wird.

        Seite 34, Zitat:

        Die Religionsgemeinschaft verhält sich somit auch im Bereich des Arbeits- und
        Sozialrechts  r e c h t s t r e u , indem sie für die Krankenversicherung und die lebenslange Versorgung ihrer Sondervollzeitdiener gemäß der derzeitigen Gesetzeslage sorgt.

        Warum dann 2015/16 viele Vollzeitdiener und Sonderpioniere durch die WTG eine Kündigung erfahren haben steht im Widerspruch zu den existierenden Schriftsätzen, wobei Vollzeitdienern bei den ZJ eine lebenslange Versorgung!!! garantiert wurde und wir dies in Programmpunkten zu Kongressen und zu Veranstaltungen nach Kongressende im Sonderprogramm verbal auch so vermittelt bekommen haben.

        Wacht auf!

        Liebe Grüße RoKo

    5. Bird an Schneeflocke

      Liebe Schneeflocke,

      du hast es richtig erkannt. Und dass ist auch der Grund, warum soviele Zeugenkinder im Alter lebensunfähig werden könnten. Auch wir, die aufgewacht sind haben oft mit den Folgen dieser Sekte zu kämpfen.

      Was mich aber an diesem Artikel des Sklaven so zornig macht, ist die Tatsache dass der Sklave zwar MUT einfordert aber selbst in Feigling ist. Feigling ist untertrieben, sie sind Angsthasen und haben Angst dass dies jemand merkt.

      Ein Beispiel aus jüngster Zeit.

      Im November 2017 starte vor Warwick eine friedliche Demonstration um den Sklaven vor der Kamera und dem Beisein der Öffentlichkeit zu gewissen Themen zu befragen. Ziel war einen Konsens zu finden. Was tat der Sklave??!!

      Sie haben trotz Regen alle Wasser Springler Anlagen vor Warwick angeworfen, damit keiner in die Einfahrt kann. Auch einen Lastwagen haben sie Quer geparkt. WAS FÜR FEIGE NARREN.

      Wäre dass nicht die Möglichkeit gewesen um Mut zu zeigen und für Jehova einzustehen? Sie schafften nicht einmal dass, aber verlangen von anderen für sie zu sterben und nicht zu leben.

      Ich wünsche mir von Herzen, dass diesen 7 Personen das Handwerk gelegt wird und sie der Gerechten Strafe überführt werden.

      LG

      Bird

       

       
      ***********Gibt es dafür Beweise?

      1. FDS

        Hallo

        Zumindest die Wasser Sprinkler wurden angeschaltet, das kann man hier sehen.

        https://m.youtube.com/watch?v=iETlFFkHLw8

        Lg

      2. Bird an BI

        Liebes BI Team,

        Leider finde ich noch kein Video zu meiner Feststellung. Diese beruht darauf, dass ich live via Videokonferenz an der Demo Teilnahm. Es wurde dort erwähnt und gezeigt das die Sprinkler Anlagen eingeschaltet wurden. Auch den quer stehenden LKW konnte man schön sehen.

        Ich fragte mich nur, wo sind sie diese FEIGLINGE.

        Schaut euch auch Mal die FLASHMOB vom 5.11 an welche in den amerikanischen Zusammenkünfte stattfanden.

        GLG

        Bird

    6. hei-bea

      Liebe Scneeflocke,

      Wow,wow,wow! Kannst Du bitte jeden Dich berührenden WT-Artikel so deutlich auseinanderneh-

      men?! Ich wäre dabei! Super!

      LG von der, die aus der Kälte des Harzes schreibt                    hei-bea

    7. Liebe Schneeflocke,

      Danke für deine Gedanke zum WT. Ich möchte an dieser Stelle eine persönliche Erfahrung mitteilen.

      Mein großer Sohn  war eine zeitlang im Ausland. Weltreise. Wir haben oft telefoniert. Immer fragte ich ihn, ob er schon eine Versammlung besucht hat. Das war meine größte Sorge.  Das er nicht zur Versammlung geht und von der "Wahrheit "  abgleitet. Eines Tages erzählte er mir ganz erfreut dass er auf einer Farm auf der er arbeitete, eine ältere Dame kennengelernt hat. Er hatte tolle Gespräche mit ihr und sie ließe mir ausrichten,  ich hätte meinen Job als Mutter gut gemacht.  Er sei ein toller junger Mann. Anstatt mich darüber zu freuen,  dachte ich nur daran, dass er jehova nicht untreu wird. Da bekommt man so ein tolle Lob und kann sich nicht freuen,  weil man doch lieber sein Kind im bethel oder sonst irgendwie für die Organisation tätig, gesehen hätte.

      Erst jetzt nach meinem Ausstieg war ich in der Lage  meine Kinder so anzunehmen wie sie sind. Nämlich ein Geschenk.

      Schenkt Euren Kindern ihr eigenes freies Leben, schenkt ihnen eure uneingeschränkte Liebe, schenkt ihnen, sie selbst werden zu dürfen!

      Das habe ich jetzt erst von Herzen zulassen können. Und es ist unbeschreiblich schön, dieses Gefühl im Herz.  Durch solche wachtturm Artikel werden Menschen zu emotionalen Krüppeln gemacht. Man glaubt, gott will das so. Und wird krank.

      Eine glückliche aufgewachte Dorkas grüßt

    8. Zartbesaitet

      Liebe Schneeflocke,

      Worte aus dem Mund einer wirklich liebenden Mutter, die sehr zu Herzen gehen. Vielleicht bekommt das der eine oder andere still hier mit lesenden auch zu sehen; wir würden es zumindest hoffen. Wir selbst sind glücklich, dass wir zumindest halbwegs die Talente und Vorlieben unserer Kinder gefördert haben, dadurch stehen sie heute solide im Leben - wenn auch noch immer mit der ORG verbunden.

      Es brennt jedenfalls das Herz, wenn man deine Zeilen liest, weil man mitfühlt, wenn Eltern sich dazu genötigt fühlen, ihre Kinder der ORG zu "opfern" - ohne sich dessen wirklich bewußt zu sein. Wir selbst waren beide solche Opfer - denn meine Frau bekam überhaupt keine Ausbildung nach der Schule und meine weitere Ausbildung wurde (trotz bester Befähigungstests und guter Noten) abgebrochen, da man dies alles so kurz vor Harmagedon nicht mehr brauche (...jetzt ganze 44 Jahre her!)

      In unseren Gedanken müssen wir jedenfalls all diese Verbrechen an Kindern loslassen, denn wir können - außer hier zu schreiben und zu unserem Vater zu beten - kaum was für diese Kinder tun. Aber wir haben das Vertrauen, dass unser Herr dies sieht und eines Tages diesen Spuk beenden wird - auf seine Weise!

  4. lusan

    Ich liebe diese Ausarbeitungen.

    Danke Bruderinfo

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