Leben wir in den Letzten Tagen

Übersetzung eines Artikels von Meleti Vivlon (http://beroeans.study/2017/05/31/are-we-in-the-last-days)

Dieses Forum widmet sich dem Studium der Bibel unabhängig von irgendeinem religiösen Glaubensgebäude. Religiöse Indoktrination ist allerdings so stark, dass niemand behaupten kann davon nicht irgendwie beeinflusst zu sein. Dies trifft bestimmt auf das Gebiet der Eschatologie zu:  die Lehre über die letzten Tage oder Endzeittheologie und den Krieg von Harmagedon.

Endzeittheologien haben sich als eine hervorragende Möglichkeit erwiesen, Menschen zu manipulieren. Die Deutung von Jesu Prophezeiung über die letzten Tage wurde von vielen falschen Propheten und falschen Christussen (falschen Gesalbten) verwendet, um die Herde irrezuführen. Dies geschah trotz der deutlichen Warnung Jesus:

23 Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Siehe! Hier ist der Christus‘ oder: ‚Dort!‘, glaubt es nicht. 24 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich, selbst die Auserwählten irrezuführen. 25 Siehe! Ich habe euch im voraus gewarnt. 26 Wenn man daher zu euch sagt: ‚Siehe! Er ist in der Wildnis‘, geht nicht hinaus; ‚Siehe! Er ist in den inneren Gemächern‘, glaubt es nicht. 27 Denn so, wie der Blitz von östlichen Gegenden ausgeht und zu westlichen Gegenden hinüberleuchtet, so wird die Gegenwart des Menschensohnes sein. 28 Wo auch immer der Kadaver ist, da werden die Adler versammelt werden. (Mat. 24:23-28)

Bemerkenswerterweise findet man diese Worte Jesus inmitten der, wie viele sagen würden, wichtigsten Prophezeiung über die letzten Tage. Trotz Jesu Warnung wurden im Laufe der Jahrhunderte die Worte vor und nach diesem Zitat verwendet um zu beweisen, dass die gerade gegenwärtige Zeit, die letzten Tage seien.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass Menschen wissen wollen wann das vorhergesagte Ende kommen wird. Problematisch wird es, wenn religiöse Führer diesen Wunsch missbrauchen um Macht auszuüben. Jesus warnte seine Nachfolger vor denen die „den Herrn über andere spielen“ wollen (Mat. 20:25). Machtmenschen wissen, wie man Angst als Mittel der Kontrolle und Manipulation einsetzen kann. Wenn ich andere dazu bringe zu glauben, dass ich Informationen habe, die nicht nur ihr Überleben, sondern ihr ewiges Seelenheil betrifft, werden sie mir bis ans Ende der Welt nachfolgen und alles für mich tun, aus Angst vor den unheilvollen Folgen ihres Ungehorsams (Apg. 20:29; 2. Kor. 11:19, 20).

Es ist also enorm wichtig diese Methoden zu durchschauen und die Bedeutung der letzten Tage wirklich zu verstehen. Solange mir falsche Propheten und falsche Gesalbte weismachen, dass sie in der Lage seien den Zeitpunkt und die Dauer der letzten Tage berechnen zu können, bin ich ihnen ausgeliefert und kann irregeleitet werden. Jesus sagte:

„Denn mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet wird auftreten und große Zeichen und Wunder vollbringen, um, wenn möglich, sogar die Auserwählten irrezuführen.“ (Mat. 24:24, NGÜ).

Unwissenheit macht uns angreifbar.

Im Laufe der vergangenen 200 Jahre hat es nicht an eschatologischen Deutungen gefehlt die allesamt gescheitert sind und viele Gläubige desillusioniert zurück liessen. Darüber könnten viele Bücher gefüllt werden. Schauen wir uns doch die Variante an die wir am besten kennen, die Endzeitlehre der Zeugen Jehovas.

Die aktuelle Lehre sagt, dass die Gegenwart nicht identisch mit dem Kommen Christi sei. Zeugen Jehovas glauben, dass Jesus im Jahre 1914 als König im Himmel inthronisiert wurde. Folglich begannen die letzten Tage im Jahre 1914 und die Ereignisse aus Mat.24:4-14 deuten auf das Ende der Welt in der wir leben hin. Auch dauern die letzten Tage nur eine Generation, gemäß ihrem Verständnis von Mat. 24:34.

„Wahrlich, ich sage euch, dass diese Generation auf keinen Fall vergehen wird, bis alle diese Dinge geschehen.“

Ein Problem dieser Lehre ist, dass seit 1914 bereits 103 Jahre vergangen sind, was mehr ist als jede denkbare Definition des Begriffs Generation hergibt. Also hat man sich die Lehre der „überlappenden Generation“ ausgedacht. Die erste Generation hat den Beginn der letzten Tage erlebt, die zweite Generation wird das Ende erleben. Dazu kommt, dass „diese Generation“ nur auf die Gesalbten angewandt wird, momentan ca. 15’000, einschließlich der Glieder der leitenden Körperschaft.

Obwohl Jesus sagte „niemand kennt Tag und Stunde“ seiner Wiederkunft, und dass er zu einer Zeit wiederkäme, da es niemand erwarte, lehren Zeugen Jehovas, dass Beginn und Dauer der letzten Tage aufgrund der Zeichen berechnet werden können und wir deswegen mit Sicherheit sagen können: „Das Ende ist sehr nahe!“ oder sogar „Wir leben tief in der Endphase der letzten Tage“ (Mat. 24:36, 42, 44).

War das Gottes Absicht in Verbindung mit den Zeichen der letzten Tage? Sollen Jesu Worte als eine Art Endzeit-Messlatte dienen? Wenn nicht, was war dann seine Absicht?

Einen Teil der Antwort finden wir in Jesu Worten:

„Ein Zeichen verlangt diese Generation, die doch böse ist und sich von Gott abgewandt hat!“ (Mat. 12:39, NGÜ)

Die jüdischen Führer in Jesu Tagen hatten den Messias direkt vor Augen und doch verlangten sie nach weiteren Zeichen. Die Zeichen, dass Jesus der gesalbte Sohn Gottes war, waren überwältigend. Aber das genügte ihnen nicht, sie wollten mehr. Genauso verhielten sich die Menschen auch in den folgenden Jahrhunderten. Die Aussage Jesu, dass er „wie ein Dieb in der Nacht“ komme, genügte einfach nicht. Um es ganz genau zu wissen durchforsteten sie die Schrift auf der Suche nach irgendwelchen verborgenen Hinweisen, welche ihnen dann einen Vorteil über andere Menschen verleihen würden. Aber es war immer vergebens, wie die vielen gescheiterten Vorhersagen der unterschiedlichsten christlichen Denominationen beweisen (Luk. 12:39-42).

Nachdem wir also gesehen haben, wie der Begriff „die letzten Tage“ von Menschen missbraucht wurde, schauen wir mal was die Bibel wirklich dazu sagt.

Petrus und die Letzten Tage

Als Pfingsten 33 u.Z. der Heilige Geist ausgegossen wurde, erklärte Petrus der Menschenmenge die das Ereignis beobachteten, dass sich gerade eine Prophezeiung Joels erfüllte:

„Petrus aber stand mit den Elf auf und erhob seine Stimme und äußerte sich vor ihnen wie folgt: „Männer von Judạ̈a und all ihr Bewohner von Jerusalem, dies sei euch kund, und schenkt meinen Reden Gehör. 15 Diese [Leute] sind wirklich nicht betrunken, wie ihr vermutet, denn es ist die dritte Stunde des Tages. 16 Im Gegenteil, dies ist das, was durch den Propheten Jọel gesagt wurde: 17 ‚ „Und in den letzten Tagen“, spricht Gott, „werde ich etwas von meinem Geist auf Fleisch von jeder Art ausgießen, und eure Söhne und eure Töchter werden prophezeien, und eure jungen Männer werden Visionen sehen, und eure alten Männer werden Träume haben; 18 und sogar auf meine Sklaven und auf meine Sklavinnen will ich in jenen Tagen etwas von meinem Geist ausgießen, und sie werden prophezeien. 19 Und ich will Wunder geben im Himmel droben und Zeichen auf der Erde unten, Blut und Feuer und Rauchdunst; 20 die Sonne wird in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und glanzvolle Tag Jehovas gekommen sein wird. 21 Und jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden.“ ‘ (Apg 2:14-21)

Es ist deutlich zu erkennen, dass Petrus die Ereignisse von Pfingsten 33, auf die Erfüllung der zitierten Prophezeiung aus Joel bezog. Die letzten Tage begannen also seiner Meinung nach zum damaligen Zeitpunkt. Nichts deutet allerdings darauf hin, dass sich der Rest der Prophezeiung (Apg. 2:19-20) damals oder irgendwann seitdem erfüllte (siehe Joel 2:28 – 3:21).

Müssen wir daraus schlussfolgern, dass sich die letzten Tage von denen Petrus sprach über eine Zeitspanne von 2000 Jahren erfüllt?

Was hat Petrus sonst noch über die letzten Tage gesagt?

3 Denn dies wißt zuerst, daß in den letzten Tagen Spötter mit ihrem Spott kommen werden, die gemäß ihren eigenen Begierden vorgehen 4 und sagen: „Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, von dem Tag an, da unsere Vorväter [im Tod] entschlafen sind, gehen alle Dinge genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an.“ (2. Pe. 3:3, 4)

8 Indes möge diese e i n e Tatsache eurer Kenntnis nicht entgehen, Geliebte, daß e i n Tag bei Jehova wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie e i n Tag. 9 Jehova ist hinsichtlich seiner Verheißung nicht langsam, wie [es] einige [für] Langsamkeit halten, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen. (Ps.90:4) 10 Doch Jehovas Tag wird kommen wie ein Dieb, an welchem [Tag] die Himmel mit zischendem Geräusch vergehen werden, die Elemente aber werden vor Gluthitze aufgelöst, und die Erde und die Werke auf ihr werden aufgedeckt werden. (2. Pe. 3:8-10)

Nichts in diesen Versen spricht gegen die Annahme, dass die letzten Tage im ersten Jahrhundert begannen. Es ist gerade die lange Dauer, die Menschen dazu bringt zu spotten und an der künftigen Wiederkunft Christi zu zweifeln. Interessant ist der Bezug auf Ps. 90:4 in Vers 8.

Denn tausend Jahre sind vor dir / wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.  Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, / sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst,  das am Morgen blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt.

Man beachte, dass dieser Brief um 64 u.Z. geschrieben wurde, gerade mal 30 Jahre nach Jesus Auferstehung. Die Erwähnung von 1000 Jahren muss für den damaligen Leser unverständlich gewesen sein. Im Nachhinein aber erkennen wir wie weise und vorausschauend diese Warnung war. Was sagen andere Schreiber des neuen Testaments?

Paulus und die Letzten Tage

In seinem zweiten Brief an Timotheus erwähnt Paulus Merkmale der letzten Tage:

„Dieses aber erkenne, daß in den letzten Tagen kritische Zeiten dasein werden, mit denen man schwer fertig wird. 2 Denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, anmaßend, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, nicht loyal, 3 ohne natürliche Zuneigung, für keine Übereinkunft zugänglich, Verleumder, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, 4 Verräter, unbesonnen, aufgeblasen [vor Stolz], die Vergnügungen mehr lieben als Gott, 5 die eine Form der Gottergebenheit haben, sich aber hinsichtlich deren Kraft als falsch erweisen; und von diesen wende dich weg. 6 Denn von ihnen stehen die Männer auf, die sich auf schlaue Weise Eingang in die Häuser verschaffen und schwache Frauen gefangennehmen, die, mit Sünden beladen, von mancherlei Begierden getrieben werden, 7 die allezeit lernen und doch niemals imstande sind, zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit zu kommen.

8  So, wie nun Jạnnes und Jạmbres Moses widerstanden, so widerstehen auch diese weiterhin der Wahrheit, Menschen von vollständig verderbtem Sinn, unbewährt hinsichtlich des Glaubens. 9 Doch werden sie keine weiteren Fortschritte machen, denn ihr Wahnsinn wird für alle klar ersichtlich werden, ebenso wie es der [Wahnsinn] jener [beiden Männer] wurde. (2. Ti. 3:1-9)

Paulus spricht hier über den zukünftigen Zustand der Christenversammlung/Kirche nicht den der Welt im Allgemeinen. Dies geht aus den Versen 6 bis 9 hervor. Die Beschreibung ist auffällig ähnlich der Beschreibung des jüdischen Systems den Paulus an die Christen in Rom schrieb (Rö. 1:28-32). Der moralische Zerfall der Christenversammlung war kein neues Phänomen. Das vorchristliche Volk Gottes, die Juden, verfielen in das gleiche Verhaltensmuster. Die Geschichte zeigt, dass die von Paulus beschriebenen Zustände in der frühen Kirche und bis in die heutige Zeit zu beobachten sind. Auch der Paulus‘ Beitrag zum Thema der letzten Tage lässt auf eine längere Zeitspanne schließen die im ersten Jahrhundert zu Pfingsten 33 u.Z. begann.

Jakobus und die Letzten Tage

Jakobus erwähnt die letzten Tage nur einmal.

Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird ein Zeugnis gegen euch sein und wird eure Fleischteile fressen. Etwas wie Feuer ist das, was ihr in den letzten Tagen aufgehäuft habt. (Jak. 5:3)

Jakobus spricht nicht von Zeichen der letzten Tage, sondern davon dass in den letzten Tage ein Gericht stattfinden wird. Jakobus zitiert aus Hesekiel:

Ihr Silber werden sie auf die Straßen werfen, und ihr Gold wird zu etwas Abscheulichem werden. Weder ihr Silber noch ihr Gold wird sie am Tag des Zornausbruchs Jehovas befreien können. (Hes. 7:19)

Auch hier spricht nichts dagegen, dass die letzten Tage nicht schon im ersten Jahrhundert begannen.

Daniel und die Letzten Tage

Bei Daniel kommt der Ausdruck „letzte Tage“ nicht vor; er verwendet den Ausdruck „im Schlussteil der Tage“. Diese Wendung kommt in Daniel zweimal vor. Das erste Mal in Dan. 2:28 wo es sich auf die Vernichtung der Menschenherrschaft am Ende der letzten Tage bezieht. Die zweite Erwähnung ist in Dan. 10:14, wo es heisst:

Und ich bin gekommen, um dich verstehen zu lassen, was deinem Volk im Schlußteil der Tage widerfahren wird, denn es ist eine Vision noch für die [künftigen] Tage.“

Von dieser Stelle bis zum Schluss des Bibelbuches spricht Daniel zum Teil von Ereignissen die dem Kommen des Messias vorausgehen. Es handelt sich also eher um die letzten Tage des jüdischen Systems als um die letzten Tage des aktuellen Systems der Dinge, welches in Harmagedon vernichtet werden wird.

Jesus und die Letzten Tage

Wer davon ausgeht, dass die Bibel Hinweise liefert wann Christus wiederkommt, wird mit dem folgenden kaum einverstanden sein. Wir kennen das Argument, dass die Bibel zwei unterschiedliche „Endzeiten“ oder „letzten Tage“ beschreibt; die letzten Tage des jüdischen Systems sowie eine grössere Erfüllung vor dem zweiten Kommen Christi in unserer Zeit. Dadurch ergeben sich zwei Probleme: Erstens, erfordert dies eine zweite Erfüllungen der Worte Petri (bezüglich der Geistausgiessung), wofür es in der Bibel keine Grundlage gibt. Zweitens, muss man dann erklären wie die Worte des Apostels Petrus sich vor der Zerstörung Jerusalems 70 u.Z erfüllten:

Und ich will Wunder geben im Himmel droben und Zeichen auf der Erde unten, Blut und Feuer und Rauchdunst; 20 die Sonne wird in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und glanzvolle Tag Jehovas gekommen sein wird. (Apg. 2:19, 20)

Damit wären aber nicht alle Probleme gelöst. Es müsste auch erklärt werden wie sich die Aussage in Vers 17 – 19 in der heutigen Zeit erfüllen. Wo sind heute die „Söhne und Töchter die prophezeien“, die „jungen Männer die Visionen haben“, die „alten Männer die Träume haben“ und der Geist der ausgegossen wird? All das hat sich im ersten Jahrhundert erfüllt, aber heute?

Die Verfechter der doppelten Erfüllung verweisen auf die Parallelberichte von Jesu Worten aus Mat, 24, Markus 13 und Lukas 21. Anhänger von Endzeitreligionen nennen diese Kapitel „Jesu Prophezeiung der Zeichen der letzten Tage“. Ist das eine korrekte Bezeichnung? Hat uns Jesus damit wirklich eine Methode geliefert die Dauer der letzten Tage zu bestimmen? Erscheint der Ausdruck „letzte Tage“ überhaupt in diesen Kapiteln? Überraschenderweise lautet die Antwort: Nein!

Kein Zeichen, sondern eine Warnung!

Einige werden einwenden, dass Jesus doch „Seuchen, Hungersnöte und Erdbeben“ als Zeichen des Beginns der letzten Tage erwähnt hatte. Die Antwort lautet wieder: Nein. Und zwar zweifach. Zum einen erwähnt Jesus weder den Ausdruck „letzte Tage“ noch einen ähnlichen Begriff. Zum anderen sagt Jesus nicht, dass „Seuchen, Hungersnöte und Erdbeben“ Zeichen des Beginns der letzten Tage sind. Vielmehr sagt er, dass dies passieren müsse bevor irgendein Zeichen erfolgen würde.

… seht zu, daß ihr nicht erschreckt. Denn diese Dinge müssen geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. (Mat. 24:6)

… erschreckt nicht; [diese Dinge] müssen geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. (Mar. 13:7)

… erschreckt nicht. Denn diese Dinge müssen vorerst geschehen, aber das Ende [kommt] nicht sogleich. (Lu. 21:9)

Die schlimmste Seuche in jeder Hinsicht war die Pest im 14. Jahrhundert. Es folgte der Hundertjährige Krieg. Es gab in dieser Zeit auch Hungersnöte und Erdbeben. Erdbeben ereignen sich immer wieder als Folge der tektonischen Plattenbewegungen. Menschen dachten damals das Ende der Welt sei gekommen. Wo immer schlimme Katastrophen passieren, meinen abergläubische Menschen ein Zeichen oder gar eine Strafe Gottes zu sehen. Jesus warnte aber davor, uns nicht irreführen zu lassen. Tatsächlich leitete er seine Antwort auf die dreifache Frage seiner Jünger mit den Worten ein: „Seht zu, daß euch niemand irreführe“ (Mat. 24:3, 4).

Unverbesserliche Verfechter der „Zeichen der Endzeit“ verweisen auf Mat. 24:34 als Beweis, dass Jesus doch einen zeitlichen Hinweis gegeben hat: „diese Generation“. Nun, widersprach sich hier Jesus selber? In Apg. 1:7 sagt er doch „Es ist nicht eure Sache, über die Zeiten oder Zeitabschnitte Kenntnis zu erlangen“. Wir können sicher sein, dass sich Jesus in so wichtigen Fragen nicht widerspricht! Die Aussage über die Generation muss sich also auf etwas anderes beziehen, etwas was die Jünger Jesu wissen durften.

Die Bedeutung der „Generation“ aus Mat. 24:34 wird im Glossar ausführlich besprochen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich der Ausdruck „alle diese Dinge“ auf alles bezieht was Jesus sagte als er mit den Jüngern noch im Tempel war. Es waren ja die Urteilssprüche in Mat. 23 welche die Jünger zu ihrer Frage veranlassten. Der Formulierung ihrer Frage muss man entnehmen, dass sie davon ausgingen, die Zerstörung des Tempels und die Wiederkunft Christi seien zeitgleiche Ereignisse. Jesus konnte ihnen diese Illusion nicht nehmen ohne Information preiszugeben auf die sie noch kein Recht hatten.

Jesus sprach in seiner Antwort von Kriegen, Seuche, Erdbeben, Verfolgung, falschen Propheten, falschen Christusse und dem Predigen der guten Botschaft. Das alles spielte sich in den letzten 2000 Jahren ab. Nichts davon spricht gegen die Annahme, dass die letzten Tage Pfingsten 33 u.Z. begannen und bis in die heutige Zeit reichen. Mat. 24:29-31 zählt die Zeichen auf welche die Wiederkunft Christi ankündigen werden. Darauf warten wir aber noch.

2000 Jahre dauernde letzte Tage

Die Idee einer 2000-Jahr-Periode ist nicht so leicht zu akzeptieren. Das ist aber eigentlich ein sehr menschliches Denken. Es entspringt doch dem Wunsch über „Zeiten und Zeitabschnitte“ Bescheid zu wissen „die der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt hat“. Würden wir dann nicht denen entsprechen die Jesus verurteilte, weil sie „ständig nach einem Zeichen suchen“?

Jehova gab der Menschheit für eine begrenzte Zeit die Möglichkeit der Selbstbestimmung. Die Menschen sind damit erbärmlich gescheitert und haben unendliches Leid angerichtet. Uns scheint das jetzt schon eine Ewigkeit zu gehen. Für Gott aber sind das aber nur sechs Tage. Wäre es nicht vorstellbar, dass er entscheidet das letzte Drittel dieser Zeitspanne als „die letzten Tage“ zu bezeichnen? Entscheidende Ereignisse fanden seitdem statt: Christus starb und wurde auferweckt, Satan konnte gerichtet werden und die Kinder Gottes eingesammelt werden. Die Zeit der Menschenherrschaft läuft langsam aber sicher ab.

Ja, wir leben in den letzten Tagen, seit dem Beginn der Christenversammlung im ersten Jahrhundert, und wir sind in geduldiger Erwartung der Wiederkunft Christi. Er wird kommen, und zwar plötzlich, wie ein Dieb in der Nacht.

Mag ich nicht (7)

45 Kommentare zu “Leben wir in den Letzten Tagen

  1. ⒶⓉⒽⒶⓁⒿⒶ

    An alle Noch-Zeugen Jehovas

    Schaut euch mal den Bibeltext aus Jesaja 56 (ELB) an:

    Gegen die politischen und geistlichen Führer
    9 Kommt her, um zu fressen, all ihr Tiere des Feldes, all ihr Tiere im Wald!
    10 Seine Wächter sind blind, sie alle erkennen nichts. Sie alle sind stumme Hunde, die nicht bellen können. Sie träumen6, liegen da, lieben den Schlummer.
    11 Und die Hunde sind gefräßig, kennen keine Sättigung. Und das sind Hirten! Sie kennen keine Einsicht. Sie alle wenden sich auf ihren eigenen Weg, jeder seinem ungerechten Gewinn zu, ohne Ausnahme:
    12 "Kommt her, ich will Wein holen, und lasst uns Rauschtrank saufen! Und der morgige Tag soll wie dieser sein, herrlich über alle Maßen!"

    Das muss auch für die s.g. "Leitende Körperschaft" zutreffen.

    Hatte nicht Jesus Wasser zu Wein verwandelt? Was meint ihr Noch-Zeugen Jehovas dazu?

    Es kommt ein Echo-Gruss aus dem Berchtesgadener Land von

    @THALJA

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dieses Captcha bewahrt uns vor Spam. *