Kommentar zum Römerbrief

(Die nachfolgenden Erörterungen entsprechen unserem derzeitigen biblischen Verständnis, und erheben nicht den Anspruch in allen Punkten richtig zu sein. Sie möchten zum Nachdenken anregen. Für Fehler in Wortgrammatik, Wortbildung, Satzgrammatik und Rechtschreibung möchten wir uns entschuldigen. Wir hoffen dennoch, dass die Gedanken verstanden werden.

Kommentar zum Römerbrief

Der Brief des Apostel Paulus an die Römer gilt anerkannter maßen als der Brief, der den Kern der guten Botschaft über den Christus ganz besonders hervorhebt, indem er uns das Evangelium Gottes in seiner ganzen Fülle vor Augen stellt.

Es war das Jahr 58/59 u. Z. als der Apostel Paulus von Korinth aus seinen Brief an die Christen in Rom schrieb. Paulus stand im Begriff nach Jerusalem zu reisen um die „Hilfeleistung“ der in Achaja und Mazedonien wohnenden Gläubigen zu überbringen. Röm. 15:25-28

Paulus selbst war bis dahin nie in Rom gewesen, obwohl er schon „seit vielen Jahren“ den sehnlichen Wunsch hatte die Gläubigen dort zu sehen. Man weiß nicht genau wie das christliche Werk in Rom seinen Anfang genommen hatte, man vermutet, dass in Rom wohnende Juden, die auf ihren jährlichen Festreisen nach Jerusalem von den Vorgängen dort unterrichtet worden waren, und so die Kunde von Jesu in die damalige Hauptstadt der Welt gebracht haben. Jedenfalls steht fest, dass weder Paulus noch Petrus irgend etwas dazu beigetragen haben dass in Rom eine Christenversammlung entstanden ist.

Diese Tatsache ist nebenbei bemerkt ein Beleg dafür, dass das Evangeliumswerk nicht durch das Wirken einer so genannten l.K. von Jerusalem aus gelenkt wurde, wie es von unserer Organisation immer wieder durch eine willkürliche Auslegung der Apostelgeschichte behauptet wird.

Jesus sagte dem heiligen Geist Gottes betreffend: Der Wind weht wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht.
Johannes 3:8

Es ist der Geist Gottes alleine und ausschließlich der wirkt; wie, wann und wo er will, so wie der Wind.

So kann man sagen, dass es der Weisheit Gottes zu verdanken ist, dass gerade Rom sich nicht einer durch apostolische Wirksamkeit gegründeten Versammlung rühmen konnte, gleich anderen, viel unbedeutenderen Städten, wie Ephesus, Korinth, Philippi u.s.w.

Warum? Weil es gerade diesem Umstand zu verdanken ist, das es zu einer so umfassenden schriftlichen Abhandlung über den Zustand des Menschen, seinem Verhältnis zu Gott und über die Rechtfertigung des Glaubenden durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi gekommen ist.

Wäre der Apostel früher nach Rom gekommen, wie er es vorhatte, würde er naturgemäß das, was wir jetzt in seinem Briefe niedergelegt finden den Gläubigen in Rom mündlich mitgeteilt haben, und damit dieser für uns so überaus wichtige Brief nicht geschrieben worden.

Es ist anzunehmen, das die Versammlung in Rom vorwiegend aus Christen bestand, die aus den Heiden gekommen waren. Doch ohne Zweifel gab es auch ein nicht geringen Teil bekehrter Juden in ihrer Mitte, und unter diesen solche, die einen „gesetzlichen Geist“ einzuführen suchten, indem sie lehrten „berühre nicht, koste nicht, betaste nicht u.s.w.!“

Neben bei bemerkt; dieser „gesetzliche Geist“ ist auch heute bei uns Zeugen Jehovas der wichtigste Bestandteil unserer Belehrung. Die Belehrung durch den sogenannten t.u.v.S. mündet immer in den Aussagen, tue dies, achte darauf, hast du wirst du, u.s.w.

Dem gegenüber jedoch standen die Gläubigen aus den Heiden in der Gefahr einer überzogenen Freiheit das Wort zu reden, so nach dem Motto; wir können machen was wir wollen, Christus hat uns erlöst. Dadurch waren lieblose Reibereien entstanden, die nicht nur Zwietracht und Spaltung herbeiführten, sondern auch die Wahrheit wie sie in Christus zu finden ist zu verderben drohten.

Bei der Festlegung des Kanons der heiligen Schriften ist dem Brief an die Römer die erste

Stelle unter allen Briefen der Apostel zugewiesen worden, obwohl er der Zeit seiner Abfassung nach keineswegs der erste ist. Die Briefe an die Thessalonicher, Galater und Korinther sind früher geschrieben. Warum man ihm diesen Platz gegeben hat geht zum Teil schon aus dem eben Gesagten hervor.

Die zwei großen Themen des Römerbriefes.

Es geht zunächst um die Beziehung oder dem Verhältnis des Menschen zu Gott. Einerseits um die Verantwortlichkeit des Menschen Gott gegenüber, und andererseits um den Ratschluss der Gnade Gottes dem Menschen gegenüber.

Der erste Mensch, Adam, aufrichtig und rein erschaffen, wurde in dem Stande der Unschuld in den Garten Eden gestellt, dessen zwei Bäume, der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, auf die Möglichkeit eines endlosen Lebens für den Menschen und auf die Verantwortlichkeit des Menschen Gott gegenüber hindeuteten.

Statt dass der Mensch nun seine Abhängigkeit von Gott bewahrt hätte und so ewiglich auf der Erde hätte leben können, hat er sich gegen Gott erhoben, sein Gebot übertreten und damit Leben und Unschuld verloren. Und als später in dem Gesetz vom Sinai die Frage bezüglich des Lebens und der Verantwortlichkeit noch einmal erhoben wurde, hat der Mensch auf Grund seiner Unvollkommenheit das Gesetz gebrochen und ist unter Fluch und Gericht gekommen.

Doch Gott hat in seiner unendlichen Güte (siehe Ps. 103:8-22) in der Person seines Sohnes den Mensch in seinen hoffnungslos verlorenen Zustand die Hand gereicht, um ihn aus der Verwerfung der Liebe Gottes zu befreien. Damit war die Zeit der Erprobung des Menschen vorüber. Das sind die einleitenden Gedanken des Apostel Paulus in seinem Brief an die Römer. Paulus sagt:

Der Mensch ist nicht nur unheilbar verderbt, sondern hat sich auch als ein Feind Gottes und ein Verächter Seiner Gnade erwiesen….. Denn ich bekenne mich offen und ohne Scham zu dieser Botschaft: Sie ist ja Gottes Kraft und rettet jeden, der ihr glaubt. Das gilt zunächst für Juden, aber auch für alle anderen Menschen. Denn im Evangelium zeigt Gott uns seine Gerechtigkeit, eine Gerechtigkeit, die aus dem Vertrauen auf Gott kommt und zum Glauben hinführt, wie es in der Schrift steht: „Der Gerechte wird leben, weil er glaubt.“

Gott lässt nämlich seinen Zorn sichtbar werden. Vom Himmel her wird er über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen hereinbrechen, die durch Unrecht die Wahrheit niederhalten….. Trotz allem, was sie von Gott wussten, ehrten sie ihn nicht als Gott und brachten ihm keinerlei Dank. Stattdessen verloren sich ihre Gedanken ins Nichts, und in ihren uneinsichtigen Herzen wurde es finster. ….. Sie beteten die Geschöpfe an und verehrten sie anstelle des Schöpfers, der doch für immer und ewig zu preisen ist. Darum hat Gott sie entehrenden Leidenschaften ausgeliefert…….

So empfingen sie den gebührenden Lohn für ihre Verirrung an sich selbst. Und weil sie es nicht für gut hielten, Gott anzuerkennen, lieferte Gott sie einem verworfenen Denken aus, sodass sie tun, was man nicht tun darf. Jede Art von Unrecht, Bosheit, Habsucht und Gemeinheit ist bei ihnen zu finden. … Sie hassen Gott, sind gewalttätig, hochmütig und prahlerisch. ….. Obwohl sie wissen, dass jeder, der so handelt, nach Gottes Gesetz den Tod verdient, tun sie es nicht nur selbst, sondern finden es auch noch gut, wenn andere es ebenso sind. Römer Kap.1:18-31 N.e.Ü. (Auszugsweise)

Schon in diesen Einleitenden Worten ist gut zu erkennen worum es dem Apostel ging. Sie zeigen uns die Grundlage, auf welcher der ganze Römerbrief aufgebaut ist, und lässt uns wiederum verstehen, weshalb man ihm seinen Platz an der Spitze der Briefe gegeben hat. Er behandelt die wichtige Frage, wie die, soweit es den Menschen betraf, für immer abgebrochene Beziehung zu Gott auf neuer Grundlage wiederhergestellt werden konnte.

Auf welchem Wege ist nun diese Wiederherstellung geschehen?

Nachdem der Mensch, wie eben ausgeführt, in jeder Beziehung seine Schuld, Sünde und Feindschaft wider Gott bewiesen hatte, ja sich die große Mehrheit der Menschen sogar als Gotteshasser darstellt, muß er die unabänderlichen Folgen tragen. Gott überließ die Menschen ihren Verirrungen. Würde Gott in seiner Gnade nicht eingreifen und einen Weg bereiten der die Menschheit aus diesen Abgrund führen kann, gäbe es keine Hoffnung.

Schon die Ankündigung, dass der Same des Weibes der Schlange den Kopf zertreten

sollte, (1.Mose 3:15) wies auf diesen Weg hin. Die in späteren Tagen dem Abraham gegebene Verheißung, dass in seinem Samen (Christus) alle Völker der Erde gesegnet werden sollten, ist in Erfüllung gegangen. Das, was das Gesetz; obwohl es heilig, gerecht und gut war, unmöglich tun konnte tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in Gleichgestalt des Fleisches für die Sünden der Menschheit sterben ließ und sie dadurch dem gerechten Urteil entgehen konnten.

Paulus argumentiert deshalb weiter: „Es gibt demnach kein Verdammungsurteil mehr für die, die ganz mit Jesus Christus verbunden sind. Denn das Gesetz des Geistes, das dich mit Jesus Christus zum Leben führt, hat dich von dem Gesetz befreit, das nur Sünde und Tod bringt…. Deshalb hat Gott seinen Sohn gegen die Sünde in die Welt geschickt. Er kam in der gleichen Gestalt, wie sie die Menschen haben, die im Widerspruch zu Gott leben, und machte der Sünde in der menschlichen Natur den Prozess. Damit kann jetzt die Rechtsforderung des göttlichen Gesetzes in uns erfüllt werden, und zwar dadurch, dass wir uns nicht mehr von unserer Natur, sondern vom Geist Gottes bestimmen lassen.

…… Was die menschliche Natur will, bringt den Tod, was aber der Geist will, bringt Leben und Frieden. ….Wenn nun also Christus in euch ist, bleibt der Körper zwar dem Tod verfallen aufgrund der Sünde, der Geist aber erfüllt euch mit Leben aufgrund der Gerechtigkeit, die Gott euch geschenkt hat. Römer 8:12 (Auszugsweise)

Deshalb sei noch einmal gesagt; dass, was das Gesetz, obwohl es heilig, gerecht und gut war also unmöglich tun konnte, vollbrachte Jehova Gott indem er, seinen eigenen Sohn in Gleichgestalt des Fleisches der Sündigen Menschheit wegen auf die Erde sandte und ihn für die Menschheit sterben ließ.

Dies tat Jehova Gott, weil er die Menschen liebt und nicht um seiner selbst willen, wie uns immer wieder gesagt wird. Nach der Lehre des t. u. v. S. besteht der Hauptzweck des Todes Jesu darin, den Namen Gottes zu rechtfertigen und nicht um das Leben der Menschen zu retten. Deshalb ist auch unser so genannter „Predigtdienst“ nicht in erster Linie auf die Rettung der Menschen gerichtet, sondern er dient in erster Linie der Rechtfertigung Gottes. (Siehe Königr.-Dienst Juni 2012)

Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist. Röm. 8:3,4 Luth.

Beachten wir indes von vornherein, dass der Römerbrief, obwohl er uns das Evangelium Gottes in seiner ganzen Fülle vor Augen stellt, doch nicht über die irdischen Grenzen hinausgeht, soll heißen, der schon vor „Grundlegung der Welt“ gefasste Entschluss Gottes, einen Teil der Glaubenden heilig und tadellos in Liebe vor Gott zu stellen, indem er ihm jetzt schon in Christus einen Platz in den himmlischen Örtern zusichert, finden wir im Römerbrief nur andeutungsweise.

Um das Geheimnis von Christus und seinem Leibe, der himmlischen Versammlung und von dem zur Rechten Gottes verherrlichten Haupte der neuen Schöpfung; dass, was der Apostel im Unterschiede von den anderen Aposteln so gern „sein Evangelium nennt“ verstehen zu können, müssten wir uns den anderen Briefen des Paulus an die Epheser oder Kolosser zuwenden.

Der Römerbrief betrachtet den Christen in erster Linie als einen auf dieser Erde lebenden Menschen, für den es „in Christus“ geborgen keine Verdammnis mehr gibt“. Seine Schuld ist getilgt, die Sünde ist gerichtet und gerechtfertigt durch das Werk Christi. Er hat Frieden mit Gott und ist berufen, in Neuheit des Lebens zu wandeln, ja, seinen Leib als ein lebendiges Schlachtopfer Gott wohlgefällig darzustellen.

In seinem Brief betrachtet Paulus ihn aber noch nicht als mit Christus auferstanden.

Wohl zieht der Apostel die Folgerung: „Wenn wir mit ihm einsgemacht worden sind in der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch in der seiner Auferstehung sein“
(Röm. 6:5), geht aber nicht weiter darauf ein.

Diese Wahrheit finden wir, wie oben bemerkt, im Kolosserbrief. Ich wiederhole: Was uns im Römerbrief vorgestellt wird, ist also das Gnadenwerk Gottes zur Rechtfertigung der gottlosen Menschheit. Durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi und die Annahme als gläubiger Christ kann er als „in Christus“ betrachtet werden, aber lebend auf dieser Erde, obwohl nicht mehr als ein Mensch, der „im Fleische“, sondern der „im Geiste“ ist, weil Gottes Geist in ihm wohnt.

Der Mensch wird hier von Paulus als ein verantwortliches Geschöpf in dieser Welt behandelt, doch dieser Verantwortung im Sinne Gottes zu Handeln ist er nicht gerecht geworden und konnte er nicht gerecht werden. Erst durch Christi Tod kann er dieser Verantwortlichkeit begegnen, und nun steht der Gläubige Mensch in dieser Welt, indem er sein Leib zu ein Tempel des Heiligen Geistes macht und die Liebe Gottes durch diesen Geist in sein Herz Einlass gewährt.

Alle, Heiden und Juden, sind schuldig; die einen „gehen ohne Gesetz verloren“, die anderen „werden durch Gesetz gerichtet“. Die ganze Welt, ohne irgendwelche Ausnahmen, ist gerechterweise dem Gericht Gottes verfallen. Jeder Mund ist verstopft. Diesem furchtbaren Zustand ist Gott durch seine Barmherzigkeit durch Christus begegnet. Das einzige Heilmittel lag in dem Blute des Sohnes Gottes.

Wir wissen aber: was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, damit allen der Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Röm 3:19-21 Luth.

Dadurch hat sich Gott als gerecht erwiesen, sowohl in dem Hingehenlassen der früher geschehenen Sünden unter Seiner Nachsicht, als auch darin, dass Er jetzt den rechtfertigt, der Glauben an Jesus besitzt. Diese wunderbare Wahrheit wird bis zum 11. Verse des 5. Kapitels näher entwickelt.

Sie warf alle Ansprüche der Juden auf vermeintliche, in ihrer Abstammung von Abraham begründete Vorrechte über den Haufen und öffnete allen, auch den für unrein gehaltenen Heiden, die Tür. Waren doch Abraham und David, diese beiden großen Säulen des Judentums, auf demselben Boden, durch Glauben „ohne Werke“ gerechtfertigt worden.

Weder die Juden noch die Heiden konnten durch die Einhaltung des Gesetzes Gottes vor Gott bestehen. Sie alle haben und werden weiter sündigen, das ist die Aussage des 7. Kapitels, auf das wir noch näher eingehen werden.

Mit der Berufung auf Abraham führt uns Paulus zu einer anderen, überaus wichtigen Wahrheit, nämlich zu der Auferstehung Christi und der Einführung des Gläubigen Menschen in einen ganz neuen Stand vor Gott; aus Glauben gerechtfertigt, hat er Frieden mit Gott, steht in Seiner Gunst und hat Zugang zu Seiner Gnade. Die Auferstehung Jesu ist der vollgültige Beweis seiner Annahme und Rechtfertigung.

Denn die Verheißung, dass er der Erbe der Welt sein solle, ist Abraham oder seinen Nachkommen nicht zuteil geworden durchs Gesetz, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens. Denn wenn die vom Gesetz Erben sind, dann ist der Glaube nichts und die Verheißung ist dahin. Röm. 4:13,14 Luth.

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird.
Röm. 5: 1,2 Luth.

Von Römer 5:12 bis zum Ende des 8. Kapitels behandelt dann der Apostel die Frage der Sünde im allgemeinen aber nicht als persönliche Schuld, wie bisher, sondern der Sünde als solche, in dem er den Zustandes des Menschen im Fleische beschreibt. Im ersten Falle gibt es einen Unterschied in der Größe der Schuld und Verantwortlichkeit, im zweiten Falle nicht: wir alle sind von einem, von einer Natur, von einem Stoff, von einer Masse. Der Apostel redet daher von den Quellen zweier Naturen, oder von den Häuptern zweier Familien, von Adam und von Christus. In Übereinstimmung damit ist in diesem Teil unseres Briefes Christus nicht nur für unsere Sünden, sondern der Sünde im allgemeinen gestorben.

Mit seinem Tod hat Christus ein für alle Mal beglichen, was die Sünde fordern konnte. Jetzt aber lebt er, und er lebt für Gott. Das gilt genauso für euch, und daran müsst ihr festhalten: Ihr seid tot für die Sünde und lebt nun für Gott, der euch durch Jesus Christus das neue Leben gegeben hat. Achtet darauf, dass euer vergänglicher Leib nicht von der Sünde, von seinen Begierden beherrscht wird. …..Die Sünde hat ihre Macht über euch verloren. Denn ihr seid nicht länger an das Gesetz gebunden, sondern ihr lebt von der Barmherzigkeit Gottes. Röm. 6:10 -14 G.N.

Wenn Paulus hier sagt, das die Sünde keinen Macht mehr über uns hat, dann will er damit nicht sagen, das wir nicht mehr sündigen können, sondern das die Folgen der Sünde; der Tod, keine Macht mehr über uns hat.

Das darf aber nicht so verstanden werden, das wir uns weiter von der Sünde beherrschen lassen dürfen, in dem wir in dem Glauben errettet zu sein mit Freude der Sünde frönen.

Er macht hier also einen Unterschied zwischen Sünden, die wir egal auf welchem Gebiet nicht in den Griff bekommen und dem bewussten Sündigen, indem wir zeigen, das wir die „sündige Handlung lieben“.

Paulus belehrt uns nicht über das, was wir als Sünder getan haben, sondern über das, was wir sind. Wir erfahren, dass in uns, d. i. in unserem Fleische, Gutes nicht wohnt. Diese Erkenntnis kann einen Menschen, selbst wenn er schon das klare Bewusstsein der Vergebung seiner Sünden hat, tief unglücklich machen. Aber umso tiefer und beständiger ist dann auch der Friede, wenn der Gläubige auf dem Wege der Erfahrung lernt, dass Christus nicht nur für ihn gestorben ist, sondern dass er in Ihm mit-gestorben- ist, und dass all die gesegneten Folgen seines Todes ihm geschenkt sind. Wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde; sie herrscht nicht mehr über ihn. Als ein Lebender aus den Toten vermag er sich selbst Gott darzustellen und seine Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit. Er ist auch dem ersten Ehemann gestorben, dem Gesetz, das ja für den Menschen im Fleische gegeben wurde, und ist eines Anderen geworden, des aus den Toten Auferstandenen. Siehe Röm. 7

stirbt aber der Mann, so ist sie vom Gesetz frei, so daß sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz gegenüber gestorben durch den Leib des Christus, damit ihr einem anderen zu eigen seid, nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen. Denn als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod Frucht zu bringen. Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, so daß wir im neuen Wesen des Geistes dienen und nicht im alten Wesen des Buchstabens“

Wie anders stellt sich die Belehrung des t.u.v. Sklaven dar?

Christus tritt nach dem Verständnis unseres t.u.v. Sklaven nur da für uns ein, wo wir es aus eigener Kraft nichts vermögen. Das Opfer Jesu beinhaltet nach seiner Auslegung also nicht eine vollständige Befreiung sondern eine Ergänzende oder vervollständigende. Doch da kein Mensch auch nur Teilweise dem vollkommenen Gesetz Gottes genügen kann, würde das Opfer Jesu für uns Menschen letztlich ohne Wert sein.

Es ist zu vergleichen mit einer Bankzusage für eine Schuldentilgung die besagt, wenn du zweidrittel der Schuld begleichen kannst werden wir den Rest tilgen. Da du aber die zweidrittel nicht tilgen kannst, auch nicht ein drittel, hast du nichts von der Bank zu erwarten.

Dagegen spricht Paulus in seinem Brief an die Römer von einer von uns nicht zu tilgenden Schuld, und daher von einer Vollständigen Erlösung und Befreiung, ja Vergebung und Gande.

Besonders im 7. Kapitel entwickelt der Apostel Paulus diesen Gedanken der Befreiung und auch Freisprechung in sehr treffenden und deutlichen Worten.

(Das Kapitel 7 des Römerbriefes werden wir noch einmal gesondert betracheten.)

Jeder, so sagt Paulus, der das Gesetz als gut und richtig anerkennt, und damit verbunden auch erkennt, das er diesem Gesetz nicht genügen kann obwohl er es möchte, kann von sich sagen, das nicht mehr er es ist der sündigt, sondern das sündige Fleisch dem er erlegen ist.

Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich und gut ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn was ich vollbringe, billige ich nicht; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so stimme ich dem Gesetz zu, daß es gut ist. Jetzt aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das verübe ich.

Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Ich finde also das Gesetz vor, wonach mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen; ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung streitet und mich gefangennimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.

Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib? Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! So diene ich selbst nun mit der Gesinnung dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.Römer 7: 14-25

Mit dieser vor Gott und den Menschen ehrlichen Aussage gibt Paulus offen zu, das er obwohl er dem Christus folgt und sicherlich den Geist Gottes hinsichtlich seiner Tätigkeit und Erkenntnis immer noch dem Gesetz der Sünde nicht nur unterworfen ist, nein er dient mit seinem Fleisch der Sünde. Aber mit seinem

Denksinn“ wie es wörtlich übersetzt heißt, dem Gesetz Gottes. Bist du dir selbst auch dieser Tatsache Bewusst? Das wäre der erste Schritt, den Gott von dir verlangt um sich seiner Gnade zu erfreuen.

Wie aber ist dieser Gnadenweg Gottes im Blick auf alle Menschen mit den besonderen

Verheißungen zu vereinigen, die Gott Seinem irdischen Volke gegeben hat?

Diese Frage behandelt der Apostel in den Kapiteln 9-11. Die Verheißungen waren bedingungslos gegeben worden, und nachdem die Juden, obwohl die natürlichen Nachkommen Abrahams „sich an dem Stein des Anstoßes gestoßen“ und durch Ungehorsam und Unglauben alle Ansprüche an jene Verheißungen verloren hatten, war Gott vollkommen frei, seine in den Schriften der Propheten schon niedergelegten Gedanken im Blick auf die Heiden zur Ausführung zu bringen.

Er ist unumschränkt in Seinem Tun, und, in dieser Unumschränktheit handelnd, hat Er einen Überrest aus Israel errettet und errettet heute aus Juden und Heiden, wen Er will. Röm. Kapitel 9 u. 10.

Dennoch hat Gott Sein Volk nicht für immer verstoßen. Seine Gnadengaben und Berufungen sind

unbereubar, und wenn einmal die von Gott bestimmte Vollzahl der Nationen eingegangen ist, wird ganz Israel errettet werden; denn „aus Zion wird der Erretter kommen, und Er wird die Gottlosigkeit von Jakob abwenden“. Die aus dem Ölbaum der Verheißung ausgeschnittenen Zweige werden wieder in ihren eigenen Ölbaum eingepfropft werden. (Römer Kapitel 11.)

Diese Aussage des Apostel Paulus seinem Volk betreffend haben nichts mit einem sogenannten „geistigen Israel“ zu tun, das aus Menschen aus allen Nationen bestehen soll, die mit Christus im Himmel vereint sein werden, wie wir es durch unseren „Sklaven“ gelehrt werden. Der Apostel Paulus differenziert hier im Kapitel 11 eindeutig und klar zwischen den Juden und den Menschen aus den Nationen oder Heiden.

Mit dem 11. Kapitel schließt der belehrende Teil seines Briefes ab. Es folgen Ermahnungen, zunächst zu einem Gott wohlgefälligen Wandel in Erfüllung Seines guten und vollkommenen Willens. Denn obwohl er weis, das er selbst und wir alle dem Gesetz Gottes nicht genügen können, betont er immer wieder, das wir dennoch einen Wandel zu führen haben der Gott wohlgefällig ist. Dieser Gott wohlgefällige Wandel ist gekennzeichnet von Liebe und Demut zu Gott und unseren Mitmenschen.

Dannach geht er auf das Verhältnis der Gläubigen zueinander als Glieder eines Leibes ein. Dies ist die einzige Stelle in unserem Briefe, wo auf dieses Verhältnis hingedeutet wird –, und schließlich im Verkehr untereinander, sowie der Obrigkeit gegenüber, die nach Gottes Anordnung und als Seine Dienerin in dieser Welt steht (Rö 12 u. 13).

Nachdem der Apostel dann im 14. und 15. Kapitel die Gläubigen ermuntert hat, hinsichtlich persönlicher Meinungsverschiedenheiten über Essen und Trinken, Halten von Tagen und dergleichen, die wohl durch das Vorhandensein der jüdischen Elemente unter ihnen hervorgerufen waren, sich gegenseitig zu ertragen, mit den Schwachheiten der Schwachen Geduld zu haben und alle „gleichgesinnt, Christo Jesu gemäß“, zu wandeln, spricht er noch einmal von seiner Hoffnung, bald nach Rom zu kommen und von dort nach Spanien zu reisen.

Im letzten Kapitel folgt eine ungewöhnlich lange Reihe von Grüßen an Personen, die dem

Apostel in Rom persönlich bekannt waren und sich mehr oder weniger durch Treue und

Fleiß im Dienst des Herrn ausgezeichnet hatten; verbunden mit einer ernsten Warnung vor Männern, die das liebliche Verhältnis zwischen den Geschwistern zu stören und Zwietracht und Ärgernis anzurichten suchten.

Zum Schluss, meine lieben Brüder und Schwestern, muss ich euch noch vor Leuten warnen, die eure Gemeinde spalten und durcheinander bringen. Sie verbreiten eine andere Lehre und widersprechen dem, was ihr gelernt habt. Mit solchen Leuten sollt ihr nichts zu tun haben. Denn sie dienen nicht unserem Herrn Christus. Es geht ihnen nur um die Erfüllung ihrer persönlichen Wünsche und Begierden. ……….

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.Gott sei gelobt! Er gibt euch Kraft und Stärke durch die rettende Botschaft von Jesus Christus. Durch meine Predigt habt ihr davon gehört, und nun lässt diese Botschaft euch erkennen, was seit ewigen Zeiten verborgen war. Schon die Propheten haben in den Heiligen Schriften davon gesprochen, und nach dem Willen des ewigen Gottes sollen nun Menschen aus allen Völkern die rettende Botschaft hören, Gott vertrauen und tun, was ihm gefällt. Dem allein weisen Gott, den wir durch Jesus Christus kennen, ihm gehören Lob und Ehre in alle Ewigkeit. Amen Röm. 16: 17-27 H.f.a. Auszugsweise

Mag ich nicht (1)

Ein Kommentar zu “Kommentar zum Römerbrief

  1. Klaus Karl

    Hallo,
    dies ist mein Verständnis und sollte auch nur als solches betrachtet werden.Persönlich Glaube ich,weil hier von Standesämtern und Obrikeit gesprochen wird,sind die Texte aus Römer 13.1-7 nicht wirklich von Paulus geschrieben worden,denn mit dieser Aussage würde er dem was er im anderen Gesamtext des Römerbriefes schreibt wiedersprechen,Freiheit vom Gesetz Gottes und dann ein Gesetz von Menschen welche angeblich von Gott besimmt sind über andere zu richten,sie sogar zu töten,hatte Satan nicht Jesus die Reiche dieser Welt angeboten.Wenn sie wirklich von JHWH wären hätte er dies wohl kaum tun können.Auch die Aussage Jesu zum Cesar kann man anders verstehen.
    Die Schriftgelehrten wollten Jesus herein legen so das die Römer ihn wegen Hetze beseitigten.Also Fragten sie ihn heuchlerisch ob es erlaubt sei dem Cesar Steuern zu zahlen.Man muß wissen das zu diesem Zeitpunkt immer noch Israel das Volk Gottes war und das Gesetz noch gültig war.
    Jesus,der ihnen natürlich geistig weit überlegen war,sagte zeigt mir die Münze wessen Bild und Gleichnis ist darauf,es war das Bild des Tiberius in Rüstung welcher von sich sagte er wäre Kaiser und Gott.Nun fällt uns hier etwas auf?Stand nicht im Gesetz du sollst dir kein Bild und Gleichnis machen und dich davor niederknien und ihm dienen.Wie konnten dann die Schriftgelehrten dann überhaupt so ein Mini Götzenbild besitzen.
    Peinlich,für die Schriftgelehrten;noch peinlicher die Antwort Christi,so gebt dem Cesar was ihm gebührt(was gebührt schon einem Götzen?) und gebt Gottes Dinge Gott,in diesem Fall war allein der Besitz dieser Münze schon ein Verstoß gegen Gottes Gebote,was wir auch an der reaktion der Schriftgelehrten sehen können.Die herumstehenden Römischen Söldner begriffen natürlich nicht was Jesus eigentlich gesagt und gingen der Sache nicht weiter nach.Mit anderen Worten hat Jesus ganz etwas anderes gesagt wie dem Cesar untertan sein,das genaue Gegenteil war der Fall ,nur scheinen sich nicht wirklich vielen Menschen Darüber echte Gedanken zu machen.Die Römer waren zu unrecht in Israel und somit zu diesem Zeitpunk ganz offen Feinde JHWHs.
    Gruß
    Klaus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dieses Captcha bewahrt uns vor Spam. *