Jehova tötete Aarons Söhne sofort!

Kommentar zum Gemeinschaftsentzugsvideo

Kontaktverbot 2.001Dieses Video wird auf den Regionalkongressen 2016 der Zeugen Jehovas, unter dem Motto: „Bleibe Jehova gegenüber loyal!“ vorgeführt.

Dieses Video wird auf den Regionalkongressen der Zeugen Jehovas, unter dem Motto: „Bleibe Jehova gegenüber loyal!“ vorgeführt. Es handelt von einer Jugendlichen, die rückblickend ihren Ausschluss aus der Gemeinde und die Ächtung durch ihre Familie, als eine von Gott verordnete Strafmaßnahme, zu akzeptieren scheint. In diesem Video ist eine deutliche Änderung der Sichtweise erkennbar, die zu einem Ausschluss führt. Die Tochter wird aus dem Haus geworfen, weil sie sich entschlossen hatte, ihren eigenen Weg zu gehen. Zitat der Tochter: Ich war entschlossen, nur das zu tun was ich will“.

Link zum Video: https://youtu.be/LucXVqWu2Wg

Früher wurden Kinder mit so einer Einstellung, oder gar gebrandmarkt durch einen Gemeinschaftsentzug, wenigstens innerhalb der Familie noch geduldet. Auf diesem Kongress aber wird das sogenannte „Kontaktverbot“ weit über das bisherige Maß erweitert und offen propagiert. Der Hintergrund ihres Ausschlußes bleibt im Dunkeln. Ihren (fiktiven) Worte: Ich hasste nicht, was böse war, daher sah ich nicht, dass meine Entscheidungen falsch waren.“

Welche Entscheidungen dazu führten, dass sie von ihrer Familie verstoßen wurde, wird nicht ersichtlich, es kann alles Mögliche sein. Obendrein entsteht der Eindruck, dass die Macher des Videoclips ganz bewusst offen lassen, um welche Vergehen es handelt.

Der Film geht nicht näher darauf ein, aber er suggeriert, dass es der schlechte Umgang war.

Sie hatte einen „weltlichen Freund“ und vermutlich ist es zu „unmoralischen Handlungen“ gekommen. Der gesamte Kontext diese Videoclips lässt den Schluss zu, dass der Begriff „schlechter Umgang“ alles einschließen kann. Ihre Aussage: „Ich hasste nicht, was böse war, daher traf ich falsche Entscheidungen“, kann alles bedeuten, genau wie der Satz: „Vielleicht führte mich das dazu, Dinge zu tun, die ich später bereute“.

Welche Dinge hier gemeint sind, wird uns der Sklave wohl noch näher erläutern.

Die Eltern haben (nach Ansicht der Macher des Videoclips) alles richtig gemacht. Zitat: „Meine Eltern haben ihr Bestes versucht, alles richtig zu machen. So wie es Jehova wünscht“, sprich- so wie es die Organisation wünscht. 

Durchgehend ist zu beobachten, dass anscheinend alle Schuld für diese Familientragödie allein bei der ausgeschlossen Tochter liegt. Und das perfide an dieser Art der Suggestion ist, dass es die Tochter in diesem Clip, selbst auch genauso sieht.

„Ich fühlte, dass meine Familie zerstört wurde, weil ICH das Böse – (was immer auch damit gemeint sein mag) – nicht genug gehasst habe.“

Ihr Vater sagt ihr später, sie könne nicht mehr in der Familie bleiben, weil sie ihren „Lebensstil“ nicht ändern will. Auch hier bleibt die Frage offen, was mit „Lebensstil“ gemeint ist. In diese Andeutung kann man alles unterbringen, was es erlauben könnte, ein Urteil zu fällen. Doch halten wir fest: kein liebevoller Vater wird sein Kind verstoßen, nur weil ihm die Lebensweise seines Kindes missfällt. Bis Eltern eine derartige Konsequenz ziehen, muss schon wesentlich mehr geschehen.

Das Video suggeriert, der Vater habe diese Entscheidung autonom getroffen. Tatsache ist aber, dass er so handelte, weil es die WTG (nicht Gott Jehova) es so von ihm verlangt. Mit der Bibel lassen sich solche extremen Entscheidungen nicht begründen.

Betrachten wir das Gleichnis Jesu vom Verlorenen Sohn. Es ist ein Paradebeispiel unendlicher Liebe und Vergebung von Eltern gegenüber ihrem verirrten Kind. Der Sohn hat die Familie verlassen, er kam zurück, wurde aufgenommen ohne Vorwürfe zu erhalten und ohne Bedingungen erfüllen zu müssen. Hinzu kommt, dass der Lebensstil des Sohnes, zu keiner Zeit Zustimmung beim Vater fand.

Angeblich ist die Tochter schlechter Umgang für ihre Geschwister. Die Botschaft für alle Zeugeneltern ist: Kinder, die einen schlechten Einfluss ausüben, sind- bitte schön- aus der Gemeinschaft der Familie zu entfernen. Dies gilt natürlich auch für alle Brüder, die in der Versammlung einen schlechten Einfluss auf andere ausüben könnten. Was unter schlechtem Einfluss zu verstehen ist, definiert natürlich die Organisation.

Ja, es ist richtig: die Bibel warnt vor „schlechtem Einfluss, der wie Sauerteig,die ganze Versammlung durchdringen kann.“  In 1. Thes. 4:3-12 zeigt Paulus auf, was Gott will. Er warnt vor ungezügelter Leidenschaft, dies sei ein Kennzeichen von Menschen, die Gott nicht kennen.

Keiner sollte seine Mitmenschen betrügen, oder auf irgendeine Weise übervorteilen. Gott hat uns nicht zu einem ausschweifenden Leben berufen, sondern dazu, ihn mit unserem Leben zu ehren. Das ist alles richtig, doch von all dem, ist in diesem Video keine Rede.

Die einzige „Verfehlung“ der Tochter ist, dass sie einen “weltlichen Freund“ hat, verliebt ist und vielleicht auch sexuellen Kontakt hatte. Doch das ist ihre persönliche Entscheidung, die sie, als junger Mensch vor Gott verantworten muss, aber es ist kein Grund, sie mit Familienächtung unter Druck zu setzen.

Beachten wir was Paulus weiter sagte: „Dass ihr als Christen einander lieben sollt, brauchen wir euch nicht mehr zu sagen. Gott selbst hat euch gezeigt, (durch Christus) wie ihr einander lieben sollt.  Achtet darauf, dass ihr ruhig und besonnen lebt. Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten….. Auf diese Weise seid ihr von niemandem abhängig, und die Menschen außerhalb der Gemeinde werden euch achten und euch vertrauen“.

In dem von der WTG geforderten Umgang mit Sündern, ist weder die Liebe Christi zu erkennen, noch wird uns gezeigt, wie wir die Menschen außerhalb der Gemeinde, zu achten haben. Es wird genauso wenig gelehrt, wie wir sie als Christen zu sehen haben.

Die Absurdität dieser, angeblich von Gott geforderten Loyalität, zeigt sich an dem vergeblichen Versuch der Tochter, Kontakt mit ihren Eltern aufzunehmen. Die Tochter erkannte angeblich an, dass Vater und Mutter weiterhin loyal zu Jehova stehen mussten.

Zitat: Sie liebten mich und wollten, dass ich zu Jehova umkehre. Ich versuchte, mit Ihnen zu kommunizieren. Ich wollte mit Ihnen reden. Ich vermisste es, ein Teil der Familie zu sein. Sie dachten darüber nach, mir entgegenzukommen. Aber sie wussten, falls sie Kontakt mit mir haben, auch wenn es nur ein wenig wäre, dieses bisschen hätte ausgereicht und ich hätte keine Notwendigkeit gesehen, zu Jehova umzukehren.“

In diesem Video werden die Gefühle der Eltern bewusst ausgebreitet und benutzt, damit sich alle Ausgeschlossenen und innerlich Abtrünnigen, sofort schlecht fühlen sollen. Alle, die die unbiblische Praxis des Kontaktverbotes umgesetzt haben, fühlen sich andererseits bestätigt.

Gehen wir noch kurz auf das von der WTG so gerne angeführte Beispiel aus dem alten Testament ein. Der Priester Aaron verlor sein Söhne „Nadab und Abihu“, weil sie vor Jehova unerlaubtes Räucherwerk darbrachten, etwas, das ihnen nicht zustand.

Darauf ging von Jehova her Feuer aus und verzehrte sie, so dass sie vor Jehova starben“ (3Mo 10:1, 2). Ihre Leichen wurden auf Moses’ Geheiß, von Aarons Vettern aus dem Lager hinausgetragen. Ihr Vater und ihre übriggebliebenen Brüder, wurden von Gott angewiesen, nicht darüber zu trauern, dass sie von dem Volk abgeschnitten worden waren (3Mo 10:4-7).

Möglicherweise hatte also Trunkenheit zu ihrer schweren Sünde beigetragen. Doch der wahre Grund, weshalb sie sterben mussten, lag darin, dass sie Gottes Gebot, hinsichtlich der Anbetungsvorschriften übertreten hatten, indem sie „unerlaubtes Feuer“ darbrachten, „was er ihnen nicht gestattet hatte“.

Seine Söhne übertraten Gottes Gebot, indem sie sich die heilige Stellung des Priesters widerrechtlich aneigneten und damit gegen Gottes Heiligkeit sündigten.

In welcher Hinsicht kann man dies mit der Sünde eines Kindes vergleichen, das, für welches Vergehen auch immer, ausgeschlossen wurde? Dies bleibt ein Geheimnis der WTG- Filmemacher. Vermutlich handelt es sich um einen Verstoß gegen die Regeln der WTG, die vom Vater verlangten, sein Kind aus der Wohnung zu werfen, weil es nicht imstande war, diese Sünde sofort zu bereinigen.

Doch wie stand Jesus zu Sündern? Was lehrte er uns? Redete er mit Sündern wie mit den Pharisäern? Hätte er Menschen, die Ehebruch oder Unmoral begangen hatten (ich nehme hier einfach mal Bezug auf die Definition der WTG, auch wenn diese fehlerhaft ist), einfach hinausgeworfen?

Als sie aber dabei beharrten, ihn zu befragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie.“8Und sich wieder vornüberbeugend, schrieb er weiter auf die Erde.9Diejenigen aber, die das hörten, begannen hinauszugehen, einer nach dem anderen, angefangen bei den älteren Männern, und er wurde allein zurückgelassen mit der Frau, die in ihrer Mitte war.10Sich aufrichtend, sagte Jesus zu ihr: „Frau, wo sind sie? Hat dich keiner verurteilt?“11Sie sagte: „Keiner, Herr.“ Jesus sprach: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin; treibe von nun an nicht mehr Sünde.“ (Joh. 8:7-11)

Wem steht es also zu, jemanden, der eine „allgemeine und alltägliche Sünde“ begangen hat, mit Aarons Kindern, die eine Sünde gegen Gottes Heiligkeit begangen haben, gleichzustellen? Wie hätte man- in Christi Sinn- mit der Tochter umgehen müssen?

Was sollen wir aus dem Video lernen?

Tatsächlich verlangt die WTG von uns, dass wir unsere Kinder als tot betrachten. „Streicht sie aus Eurem Leben, sie sind für Euch gestorben. Wir sollten nicht um sie trauern, wenn sie der Organisation den Rücken kehren.“ Dieses Trauerverbot (wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, Trauer zu verbieten? ) möchte die WTG mit 3. Mose 10:6 belegen. Dumm nur, dass dort nicht von einem Trauerverbot für Aaron und das Volk gesprochen wird, wir lesen dort nur: Mose sagte zu Aaron und dessen Söhnen Eleasar und Itamar: „Lasst nicht euer Haar als Zeichen eurer Trauer ungekämmt, und zerreißt auch nicht eure Kleider!“ 

Es wird davon gesprochen, dass sie lediglich die äußerlichen rituellen Handlungen als „Zeichen der Trauer“ vermeiden sollten.

Interessant ist auch die Frage nach der Intention der Tochter bezüglich ihrer Rückkehr. Ist es ihr gestörtes Verhältnis zum Vater Jehova und zu seinem Sohn? Ist es die Liebe zu Gottes Wort? Nein, es ist die soziale Komponente. Es ist Erpressung. Es ist mentale Gewalt und Folter, die sie zwingt, zurückzukehren. Es ist das herzlose, unchristliche Verhalten der Eltern, das sie scheitern lässt, da sie von heute auf morgen allein da steht. Sollten wir aber nicht eher über die Worte aus 2. Kor. 2:5-11 nachdenken?

„Wer anderen Kummer bereitet hat, der hat nicht nur mich traurig gemacht, sondern euch alle – oder doch fast alle, um nicht zu übertreiben. Die meisten von euch haben sein Verhalten bestraft, damit soll es gut sein.Jetzt müsst ihr ihm vergeben und ihn ermutigen, denn er soll nicht verzweifeln. Zeigt ihm deshalb eure Liebe“.

Link zum Video: https://youtu.be/LucXVqWu2Wg

 

Mag ich nicht (3)

150 Kommentare zu “Jehova tötete Aarons Söhne sofort!

  1. Peter

    Gibt's irgendwo das komplette Video bzw. die Videoserie? Eventuell auf jw.org (dort finde ich nur die Kongressveröffentlichungen von 2017)?

    1. Lieber Peter ,

      auf Vimeo Kongressnachlese kannst du den Film unter  ,, Das Königreich der Denunzianten " finden . Auch verschiedene Videos von 2016 + 2017  .

      liebe Grüße

      Iris

  2. ManfredF

    Zitat des Tages
    "In seiner Zerbrochenheit erlebt der verlorene Sohn eine innige Vertrautheit mit seinem Vater, die sein anständiger, selbstgerechter Bruder nie erfährt."

    von Brennan Manning

     

    Von der Seite jesus.de

    Wer jemals als Ausgeschlossener ein Wiederaufnahmeverfahren hinter sich hat, weiss wie schlimm die WTG den verlorenen Sohn behandelt, wenn dieser zurückkommt. Das sollte einem eigentlich die Augen öffnen.

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