Integrität als Grundbedürfnis des Menschen

Wie Grundbedürfnisse unsere religiöse Heimat beeinflussen

Der Mensch hat von Natur aus Bedürfnisse, die er nicht verleugnen kann, ohne Schaden zu nehmen. Hierüber gibt es zahlreiche Theorien, die sich mehr oder weniger in der Lebenswirklichkeit wiederfinden. Auch das Bedürfnis nach religiöser Orientierung ist eine Eigenschaft, die sich irgendwie bei jedem Menschen findet. Selbst Menschen, die Gott ablehnen oder sich selbst als Atheisten bezeichnen, gehen insoweit mit ihrer Religiosität um.

Religion sollte dem Menschen dienlich sein, ihm irgendwie nützen. Schließt sich jemand einer Religionsgemeinschaft an, so sollte dies für ihn ebenso wie für die Gemeinschaft einen Gewinn darstellen. Tatsächlich nehmen alle Religionsgemeinschaften für sich in Anspruch, ihren Mitgliedern dienlich zu sein. Keine Religion würde von sich sagen, dass sie ihre Mitglieder ausbeutet, ihnen irgendwie Schaden zufügt oder sie sonstwie beeinträchtigt.

Es gibt im Wesentlichen zwei Wege, die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft zu erlangen. Entweder wurde man „in die Religion hineingeboren“, oder man wurde im Erwachsenenalter überzeugt, der Religionsgemeinschaft beizutreten. Irgendwann kommt man möglicherweise an den Punkt, dass man sich fragt, wie es eigentlich kommt, dass man genau dieser und keiner anderen Religionsgemeinschaft angehört. – Man hinterfragt seine Mitgliedschaft – und vielleicht hinterfragt man auch sich selbst.

Für unsere Betrachtung, die sich in erster Linie damit beschäftigt, wie man zu seiner Religion gekommen ist, wollen wir einfach unterstellen, dass jemand für sich selbst feststellt, dass ihm seine Religion nicht mehr gut tut.

Wir zählen hier ein paar Gründe auf, ohne diese näher zu untersuchen:

  • Jemand fühlt sich in seiner Religion nicht mehr richtig aufgehoben, weil er feststellt, mit den Glaubensansichten in wesentlichen Punkten nicht mehr übereinzustimmen.
  • Jemand fühlt sich in der Religionsgemeinschaft ausgebeutet; er hat das Gefühl, mehr geben zu müssen als er will und als er zurückbekommt.
  • Jemand stellt fest, dass seine Motivation für den Verbleib in der Religionsgemeinschaft ein negatives Gefühl ist, z.B. Angst oder die Befürchtung, Verluste zu erleiden, wenn er austritt, die nicht mit dem Glauben an sich zusammenhängen.

Wie ist es bei einem Zeugen Jehovas, der für sich erwägt, die Gemeinschaft zu verlassen? Dazu kommen wir am Schluss unserer Betrachtung. – Zunächst untersuchen wir einmal, wie man dazu kommen kann, Teil der Gemeinschaft zu werden. Wenn jemand als Kind und Jugendlicher bei Zeugen Jehovas aufwächst, wird er „von frühester Jugend“ durch sein Elternhaus und durch die Zusammenkünfte im Glauben unterwiesen. Kinder werden bereits als Kleinkinder in den religiösen Lehren unterrichtet.

Man muss allerdings feststellen, dass es in der religiösen Literatur nur sehr wenig Kind bezogene Literatur gibt; die meiste Belehrung erfolgt einheitlich für Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Es wird dann den Eltern überlassen, die religiöse Erziehung kindgerecht zu gestalten.

In welcher Art und in welchem Umfang erfolgen die religiösen Aktivitäten?

Wenn ein Kind bezogenes Bibelstudium mit dem Kind oder Jugendlichen durchgeführt wird, kann man davon ausgehen, dass eine Stunde in der Woche eine kindgerechte biblische Unterweisung erfolgt. Außerdem findet eine weitere Stunde das Familienbuchstudium statt, – der sogenannte Studierabend.

Weiterhin gibt es die Vorbereitung auf das Wachtturmstudium.

Auch werden 4 Stunden wöchentlich Zusammenkünfte besucht.

Man kann außerdem 2 Stunden Predigtdienst pro Woche für das Kind veranschlagen.

Ferner wird täglich der Tagestext betrachtet.

Hier finden also wöchentlich ca. 10 Stunden religiöser Unterweisung statt. – Mit „Rüstzeiten“ für die Wegezeiten und Aufenthalt vor und nach den Zusammenkünften kommen zwischen 16 bis 20 Stunden wöchentlich zusammen.

An dieser Stelle wollen wir innehalten und uns über Folgendes klarwerden:

Jeder Mensch ist selbstverständlich zunächst einmal das Produkt seiner Erziehung und Sozialisierung. Dies ändert aber nichts an den Grundbedürfnissen eines Menschen. Die Bedürfnisse von Menschen lassen sich unterschiedlich definieren und zuordnen; eine Methode ist die sogenannte Maslowsche Bedürfnispyramide. Sich mit dieser Theorie auseinanderzusetzen macht hinsichtlich der Grundbedürfnisse der Menschen einiges klarer.

Es ist davon auszugehen, dass jeder Mensch die eigene Integrität anstrebt. Dieser Begriff läßt sich mit „Unversehrtheit“, „Unverletzlichkeit“ übersetzen. Es bedeutet, dass das Bedürfnis nach SCHUTZ, ANERKENNUNG und ZUGEHÖRIGKEIT mit einem Mindestmaß erfüllt sein muß, damit nicht tiefgreifende Störungen entstehen.

Ein Kind, das mit der Erziehung als Zeuge Jehovas aufwächst, erfährt Folgendes:

In der Familie bist du geschützt. Wir behüten dich und sorgen für dich.

Auch in der Versammlung bist du geschützt. Die Versammlung ist deine Heimat und schützt dich.

Die Welt außerhalb der Versammlung ist komplett feindlich. Alle Menschen, die außerhalb der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas sind, sind Teil von Satans Welt. Sie kennen Jehova nicht, beten ihn nicht an und werden daher, wenn sie nicht rechtzeitig umkehren, das Gericht Gottes, das nahe bevorsteht, nicht überleben.

Mit diesen Menschen darf man sich nicht einlassen. Der einzige Bereich, in dem man mit ihnen kommunizieren sollte, ist die Mission. Wollen diese Menschen das nicht, – sind sie also ablehnend der „Botschaft“ gegenüber, –  so ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass sie sich gegen Gott und somit für Satans Welt entschieden haben.

Von der „Welt“ sollte man so wenig wie möglich Gebrauch machen. Weltliche Bildung ist nur sehr begrenzt nützlich. Man sollte möglichst wenig Zeit darauf verwenden, einen angemessenen Bildungsgrad zu erreichen. Bildung sollte geeignet sein, auf ehrliche Weise seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wobei der Lebensstandard niedrig sein sollte. Materieller Besitz lenkt von Gottes Vorhaben ab.

In der Welt bist du ungeschützt. Die Versammlung kann nichts für dich tun. Wenn du dich in die Welt begibst, bist du unrettbar verloren und der Vernichtung geweiht. Als Kind von Zeugen Jehovas ist man generell ein Außenseiter; dies resultiert aus der Haltung der Gruppe, wie sie unter dem Merkmal „Schutz“ ausgeführt wurde.

Da man keiner „weltlichen“ Gruppe angehören darf, keine Einladungen zum Geburtstag annimmt und seinen Mitmenschen indirekt zu verstehen gibt, dass man sie als weltlich und satanisch ablehnen muß, ist man natürlich dafür wenig anerkannt. Gerade als junger Mensch wünscht man sich jedoch Anerkennung.

Das selbst produzierte Defizit an Anerkennung gleicht die Glaubensgemeinschaft nach Kräften aus.

„Theokratische Aktivitäten“ bieten die Möglichkeit, Anerkennung zu finden.

Eine Beteiligung in den Zusammenkünften, in der Predigtdienstschule und im Predigtdienst führen zur Aufnahme in die Gemeinschaft.  – Man wird gelobt und anerkannt. Dies geht schon bei Zweijährigen los, denen die Mutter eine Antwort ins Ohr flüstert, die das Kleinkind dann beim Wachtturmstudium nachplappert. –  Ein anerkennendes Raunen geht durch die Reihen. Das System von Frage- und Antwortspiel beim „Studieren“ ist relativ leicht – und führt ebenfalls zu Anerkennung.

Problematisch ist die fehlende Anerkennung in der „Welt“ durchaus, aber da die Familie ja das Zuhause bietet und dort die Regeln gemacht werden für den Alltag, muß die Anerkennung in der Gemeinschaft genügen. Bald erkennt das Kind, dass die Feindseligkeiten, die es aufgrund seiner religiösen Haltung erlebt, Teil der „Verfolgung“ sind, die man als wahrer Christ erdulden muß. So wird die Ablehnung, die das Kind seiner gesamten Umwelt entgegenbringt, umgedeutet in Ablehnung der Umwelt gegen den Jugendlichen und als Beweis der Richtigkeit des eigenen Handelns gedeutet.

Als Kind und Jugendlicher muß man sich allerdings irgendwann entscheiden. Wenn man die Anerkennung seiner Mitschüler, Lehrer und anderer Personen erlangen möchte, steht das im Widerspruch zur Religion; dort würde dann die Anerkennung entzogen.  Dies allerdings würde auch dazu führen, dass man den Schutz dieser Gruppe verliert; dieser Schutz würde dann umgekehrt in Ausschluß und Ächtung umschlagen.

Wie vorher bereits erläutert, kann man als jugendlicher Angehöriger von Zeugen Jehovas keiner Gruppe außerhalb der Religionsgemeinschaft angehören. Dieses selbst produzierte Defizit wird ebenfalls durch die Gemeinschaft ausgeglichen: das Gefühl der Zugehörigkeit wird bei Zeugen Jehovas stark gepflegt. Die Gemeinschaft wird als die errettende „Arche Noah“ dargestellt; nur als Mitglied der Versammlung der Zeugen Jehovas sei Rettung möglich; sich von ihr zu trennen sei gleichbedeutend mit dem sicheren und baldigen Tod.

Begriffe wie „geistiges Paradies“, „geistiger Tod“ und das intensive Hervorheben der Wichtigkeit der „Organisation Jehovas“ mit dem „treuen und verständigen Sklaven“, der „die geistige Speise zur rechten Zeit gibt“, prägen das gruppenbildende Zugehörigkeitsgefühl.

Nun mag man sich fragen, was daran denn so anders ist als bei anderen Religionen.

Ausgehend von den christlichen Religionen der westlichen Welt und dem Weltbild des 21. Jahrhunderts ist der Unterschied zu Zeugen Jehovas sehr offensichtlich: Die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche hindert deren Mitglieder nicht daran, sich irgendwelchen Gruppen außerhalb der Kirche anzuschließen, soweit dies nicht der Ethik der Kirche widerspricht.

Alle sozialen Gruppen, die sich zu Vereinen zusammenschließen, wie zum Beispiel die Arbeiterwohlfahrt, der Hausfrauenbund, Sportvereine oder die Freiwillige Feuerwehr: all das ist als nützlicher Teil des Sozialraums nicht etwa verpönt oder wird als Teil von Satans Welt abgelehnt, sondern als gleichberechtigter Partner akzeptiert.

Auch die Tatsache, dass Menschen ihr Gemeinwesen verwalten und regieren müssen, wird  anerkannt. Bei Trennung von Kirche und Staat ist es kein Widerspruch, dass ein Pastor seine Berufung bei der Kirche bekleidet, jedoch in seiner Freizeit ein kommunales Mandat ausfüllt und dem Gemeinwohl als Ratsmitglied dient.

Menschen werden von Mitgliedern christlicher Kirchen unbeschadet ihres möglicherweise anderen Glaubens als Mitmenschen gesehen und werden nicht als „Weltmenschen“ klassifiziert, die aufgrund ihrer anderen Religionszugehörigkeit von Gott verurteilt sind und ihrer baldigen Vernichtung entgegensehen.

Ist diese Darstellung übertrieben? Sondern Jehovas Zeugen sich tatsächlich so extrem und entschieden von allen anderen Gruppen ab? Dies ist eindeutig, wie das Zitat aus dem Buch: Frieden und Sicherheit – wie wirklich zu finden – 1986 –    zeigt: Kap. 11, Abs. 26:

Einige mögen einwenden: Aber viele Organisationen der Welt tun Gutes, arbeiten zum Schutz und für die Gesundheit, die Bildung und die Freiheit des Volkes. Es stimmt, daß gewisse Organisationen einige wenige Schwierigkeiten, unter denen das Volk zu leiden hat, vorübergehend beheben. Doch sie sind alle ein Teil der von Gott entfremdeten Welt. Und sie veranlassen die Menschen, ihre Aufmerksamkeit auf den Fortbestand des gegenwärtigen Systems der Dinge zu richten. Keine dieser Organisationen befürwortet Gottes Regierung über die Erde — das durch seinen Sohn regierte Königreich. Übrigens mögen selbst Kriminelle Kinder aufziehen, für sie sorgen und wohltätige Werke für ein Gemeinwesen tun. Würden aber diese Dinge es rechtfertigen, kriminelle Organisationen auf irgendeine Weise zu unterstützen? (Vergleiche 2. Korinther 6:14-16.)“ – Ende Zitat

Was ist also das Besondere an der religiösen Erziehung der Kinder von Zeugen Jehovas?

Die Grundbedürfnisse nach Schutz, Anerkennung und Zugehörigkeit werden in der Religionsgemeinschaft bedient, jedoch erfolgt die Konditionierung der Kinder unter Ausnutzung dieser Bedürfnisse auf eine Ausschließlichkeit unter Abgrenzung und Isolierung zum übrigen Sozialraum. Dabei betonen Zeugen Jehovas ihre Toleranz gegenüber Andersdenkenden; sie betonen die Freiwilligkeit, die Liebe in der Gemeinschaft und stellen dar, dass sie nützliche Glieder der Gesellschaft seien.

Gleichzeitig beschäftigen sie ihre Mitglieder so intensiv mit religiösen Aktivitäten, dass diese, sofern sie dem folgen, kaum für andere Aktivitäten Zeit haben. Die Hauptbestandteile öffentlicher Vorträge bestehen daraus, die Mißstände der Welt hervorzuheben und die baldige Rettung durch Gottes Königreich in Aussicht zu stellen. Die Hauptbestandteile der weiteren Zusammenkünfte liegen darin, die Mitglieder zu eifriger Mission in allen Zweigen sowie deren „Nebengeschäfte“, also Saalbauten, Vorbereitung auf diverse Aktivitäten etc., anzuspornen. Alles außerhalb der Organisation der  Zeugen Jehovas wird als weltlich, vergänglich, geistig unnütz dargestellt. Wie das Zitat aus dem „Frieden-Buch – 1986“ zeigt, bezieht sich dies auch auf die Dienste, die Zeugen Jehovas wie selbstverständlich in Anspruch nehmen, denn sie haben keine eigenen Strukturen und bedienen sich aller staatlichen und zivilen Organisationen, ohne sich selbst hieran beteiligen zu wollen.

Ist jemand in diese Religion hineingeboren und getauft, ohne die Tragweite zu erkennen, führt die Abkehr von der Glaubensgemeinschaft zum Verlust von Schutz, Anerkennung und Zugehörigkeit der einzigen Gruppe, die man kennt und der man angehört.

Wenn also ein in die Religionsgemeinschaft hineingeborener Mensch auch nur im Entferntesten in sein Inneres horcht und erwägt, sich von der Gemeinschaft zu trennen, dann verspürt er sofort den existenzbedrohenden Verlust, der ihm dadurch drohen würde, und verwirft den Gedanken ohne weitere Prüfung als nicht realisierbar.

Wie aber ist es zu erklären, dass Menschen sich im Rahmen der „Predigttätigkeit“ von Jehovas Zeugen bekehren lassen und der Religionsgemeinschaft beitreten?

Vordergründig betreiben Jehovas Zeugen mit „Interessierten“ ein Bibelstudium, unterweisen sie in ihren Glaubensansichten, überzeugen sie von ihrer Theologie. Die „Verkündiger“ glauben auch, dass sie genau dies tun und wenden unglaublich viel Zeit für ihr Missionswerk auf. Tatsächlich hat die Missionstätigkeit in der westlichen, aufgeklärten Welt kaum noch Erfolg; Zuwachs ist hauptsächlich aus den eigenen Reihen zu verzeichnen. Gleichwohl gibt es den einen oder anderen Menschen, der sich „überzeugen“ läßt.

Was passiert in einem solchen Prozess der „Bekehrung“?

Bitte habe einen Blick auf Menschen, die Du kennst, deren Entwicklung Du verfolgt hast, – und  frage Dich dann, wie es bei Dir selbst gewesen ist. An dieser Stelle möchten wir klarstellen, dass wir niemanden, der sich zu den Zeugen Jehovas bekehrt hat, für psychisch gestört, dumm oder krank oder behindert halten. Wir möchten keinen aufrichtigen Christen diskriminieren. Das beste Beispiel für uns ist unser Herr Jesus Christus, der das aufrichtige und eifrige Herz des Saulus sah: fehlgeleitet, aber ehrlich und voller Eifer.

Also was geschieht oft bei der Mission von Zeugen Jehovas? 

Es ist der umgekehrte Prozess, wie der, der religiösen Kindererziehung. Menschen, denen es in ihrem Leben an Orientierung fehlt, weil sie sich schutzlos, nicht anerkannt oder keiner Gruppe zugehörig fühlen, – die also in ihrer Integrität verletzt sind, – sind leicht zu überzeugen. Erinnere Dich an „Kongreß-Erfahrungen“. Was wird regelmäßig berichtet? Menschen haben einen großen Verlust erlitten, trauern vielleicht oder sind durch Krankheit in ihrer Integrität, in ihrer Unversehrtheit verletzt, ausgegrenzt, haben mit ihren Mitmenschen schlechte Erfahrungen gemacht.

Dabei sind es vielfach äußerst intelligente Menschen, die sich Gedanken über den Sinn des Lebens machen, selbst forschen, aber bislang zu keinen Ergebnissen gekommen sind. Jeder Fall, jede Geschichte, ist anders, – aber um es sich vorstellen zu können, – zeichnen wir einmal zwei Szenarien:

  1. Eine Frau wurde gerade von ihrem Mann geschieden. Sie hat 3 kleine Kinder, kann daher nicht arbeiten gehen. Sie hat Ärger mit den Behörden, der Mann zahlt keinen Unterhalt, und sie ist einsam. Bislang im Schutze der Familie und gut versorgt, ist diese Situation für sie völlig neu. Nun kommen Zeugen Jehovas an ihre Tür.
    Das Verhalten ihres Mannes, das sie bislang nur einfach schlimm fand, wird nun zur Todsünde, die er in Harmagedon nicht überleben wird, wenn er nicht bereut. Sie selbst wird nun zu einer sehr interessanten Person, – aber, was für sie wesentlich ist, – sie erlebt eine Gemeinschaft, ist weniger einsam, findet Beschäftigung, hat nun die wichtige Aufgabe, ihre Kinder zur Rettung biblisch zu erziehen und fühlt sich in der neuen Gemeinschaft aufgenommen und beschützt. Auch das Bedürfnis nach Anerkennung wird bei sogenannten „Interessierten“ befriedigt: sie tun das Richtige und werden von allen Versammlungsmitgliedern willkommen geheißen, – was gleichzeitig eine Zugehörigkeit zur Gruppe bedeutet.

Neu-Interessierte in den Versammlungen sind die Exoten. Sie werden von allen bestaunt und sehr zuvorkommend behandelt. Jeder, der sich einigermaßen anständig benimmt, kann alsbald private Einladungen erwarten; Antworten in der Zusammenkunft zu geben, ist für alle dann schon etwas ganz Besonderes.

Viele Versammlungen haben jahrelang kaum „Interessierte“ in ihren Reihen. Auch die Gemeinschaft der Versammlung ist äußerst begierig darauf, endlich von außen Zuwachs zu bekommen. Versammlungen sind Gruppen, die sich seit Jahren kennen, die völlig uniform ein relativ langweiliges Religionsleben führen, das von immer mehr Vorgaben geprägt ist und keinerlei Kreativität mehr erlaubt. Versammlungsorchester sind ebenso aufgelöst wie Versammlungsbuchstudien: Kleingruppen sind von der Organisation nicht mehr erwünscht.

Da stürzen sich alle auf den „Interessierten“, denn das bedeutet eine Abwechslung in der allzu bekannten Gruppe. Niemand macht das bewusst. – Es ist ein Prozess, der automatisch abläuft und sich auch innerhalb des Vorgehens hochschaukeln kann.

All das ist Balsam für die geschundene Seele unserer dreifachen Mutter, die so etwas noch nie erlebt hat. Sie schaut nicht mehr nach links und rechts, verliert jede Kritikfähigkeit, nimmt alles, was man ihr an „geistiger Speise“ serviert, völlig unkritisch auf. Die übliche Isolierung vom sonstigen Sozialraum fällt  unserer neuen Schwester nicht schwer, denn sie war vorher ja leider im Sozialraum nicht vernetzt. Genau dies war ja ihre mißliche Situation, dass sie nicht mehr hatte als nur ihre Familie, die nun zerbrochen ist.

  1. Aber es gibt einen weiteren „Neu-Interessierten“: ein junger Mann besucht das erste Mal die Versammlung. Er ist alleinstehend, er ist berufstätig und irgendwie ein völlig normaler Typ.
    Was wir von ihm nicht wissen: er ist vor 2 Jahren neu in die Stadt gezogen wegen eines Jobs, der für ihn auch ganz o.k. ist. Aber das Team in der Firma ist sehr klein; alle Kollegen haben so ihr eigenes Leben und nach Feierabend gehen sie ihrer Wege. Der junge Mann hat alles, was er braucht; er ist auch anerkannt, aber: er gehört in der neuen Stadt einfach nirgends dazu. Das war im übrigen schon immer so: in der Schule war er der Streber; da er ein bißchen schüchtern ist, hat es mit den Mädchen auch nicht so recht geklappt, und er hat bislang keine Gruppe für sich gefunden, die ihn aufgenommen hat.
    Umso mehr bemerkt er bei den Zeugen Jehovas ein Zugehörigkeitsgefühl, das er bislang noch nie verspürt hat. Alle heißen ihn willkommen. Er stellt fest, wie einfach es ist, bei Zeugen Jehovas als Mann Anerkennung zu finden.
    Die Karriere startet und nach wenigen Jahren ist er, zwar immer noch ledig, aber Ältester – und erklärt Familien von der Bühne aus, wie das Leben geht, beurteilt moralische Vergehen in Komiteeverhandlungen und ist das Vorbild schlechthin.
    Es fehlte ihm an Zugehörigkeit; Zeugen Jehovas haben ihm das gegeben, was ihm sein Leben lang elementar fehlte, – aber niemand, nicht einmal er selbst, weiß das.

Diese 2 Fälle sind an wahre Personen angelehnt, aber sonst frei erfunden.

Ich kenne den schwarzafrikanischen Bruder, der alkoholkrank seine Frau mit ihren 4 Kindern „theokratisch terrorisiert“ hat, aber ein anerkannter Dienstamtgehilfe ist, der feurige Reden von der Bühne hält. Auch der Frührentner mit Ehefrau und 3 erwachsenen Kindern ist Ältester gewesen. Sie alle leben von Sozialleistungen, wollen als Familie zusammenbleiben mit ihren 2 Hunden und 6 Katzen. Zum Erwerbsleben nicht mehr in der Lage, aber eifrig von Haus zu Haus missionierend, erklärte auch er „der arbeitenden Bevölkerung“, wie man als Christ zu leben hat und war mächtig und wichtig, bis ihm sein bisheriges Leben durch ein Mißgeschick, verbunden mit Obdachlosigkeit, um die Ohren geflogen ist.

Ich kenne den depressiven Frührentner, der in seiner Großfamilie die Kinder prügelt, weil „Quetschwunden sind es, die das Schlechte wegscheuern“ – (Sprüche 20: 30), der aber als eifriger Verkündiger und Dienstamtgehilfe dient.

Ich kenne die Mutter von 3 Kindern, die eifrige Pionierin ist, – bis sie ein viertes und ein fünftes Kind bekommt, jeweils von einem „Wohnungsinhaber“, weil ihr Mann die Familienplanung beendet hatte, sie aber weitere Kinder haben wollte. Nach Ausschluss und Wiederaufnahme, erneutem Ausschluss und erneuter Wiederaufnahme, ist diese Schwester wieder Pionier.

Eifrige Pionierschwestern: das ist ohnehin ein Thema für sich. Frauen können bei Jehovas Zeugen nur auf eine einzige Weise zu Anerkennung kommen: durch exzessiven Predigtdienst, – am besten in der institutionalisierten Form des Pionierdienstes. Sie laufen mit ihren Kalendern durch die Versammlung und suchen eifrig nach Predigtdienstpartnern, die sie im Dienst unterstützen. Sie sind der Rückhalt jedes Treffpunktes. Sie glauben, dass sie das alles für Gott tun! Manche tun es aus Angst, nicht ihr Äußerstes zu geben; viele tun es, weil sie die Anerkennung in der Gruppe brauchen, wie die Pflanzen das Licht.

Schutz, Anerkennung und Zugehörigkeit sind das, was jeder Mensch für seine Integrität braucht. Ist das wirklich so?

Betrachte die Institution von Ehe und Familie. Betrachte eine Firma mit ihrer „Mitarbeiterkultur“. Auch wenn Du wenig Erfahrung damit hast: betrachte das Vereinsleben mit den Ehrenamtlichen, die den Verein am Leben erhalten. Betrachte die Bildungseinrichtung „Schule“ mit ihren Klassenverbänden.

Es ist gut und richtig, es ist notwendig, im zwischenmenschlichen Zusammenleben diese Bedürfnisse des Menschen jeweils zu befriedigen. Die Kriterien hängen teilweise sehr zusammen, – eines bedingt auch das andere. Worin aber besteht dann das Problem, wenn Zeugen Jehovas genau diese Bedürfnisse in ihrer Gemeinschaft gut bedienen?

Die Antwort darauf ist ebenso einfach wie eindeutig: das Problem ist der Ausschließlichkeitsanspruch. Jehovas Zeugen erklären ihren Gläubigen:
nur in Jehovas Organisation kannst Du Schutz finden. Die „Welt“, – und damit meinen sie alle, die nicht ihrer Religion angehören, – ist schlecht; alle Bestrebungen, sei es wirtschaftlicher Erfolg, Bildung, Vergnügen, soziale Absicherung oder sogar Katastrophenschutz, sind nicht der Religion untergeordnet, verfolgen eigennützige Ziele, sind daher „gegen das Königreich Gottes gerichtet“.

Wahre Anerkennung sei nicht zu finden durch Erfolg im Beruf, ein glückliches und entspanntes Familienleben, Freunde oder irgendwelche guten Werke, die man ehrenamtlich tut. Nein, wahre Anerkennung findet sich nur durch die Anerkennung durch Gott; und diese wird gleichgesetzt mit dem Befolgen der Vorkehrungen der Organisation von Jehovas Zeugen. Hierfür wird ein eigenes Vokabular entwickelt: der „treue und verständige Sklave“, der „Dienst“, das „Vorrecht“, die „Prüfung“, der „Pionierdienst“, der „Hilfspionierdienst“ und diverse andere „Dienstvorrechte“.

Die Zugehörigkeit zu irgendwelchen Gruppen außerhalb der Religionsgemeinschaft wird abgelehnt. Die Mitmenschen werden als „Weltmenschen“ bezeichnet (ebenfalls eine Wortschöpfung der Religionsgemeinschaft); jeder weiß, was mit „in der Welt“ gemeint ist: es ist ein weit gefaßter Begriff, der alle meint, außer Zeugen Jehovas. So sind Klassenkameraden per se „schlechter Umgang“, welcher „nützliche Gewohnheiten“ verdirbt; das gleiche gilt für Arbeitskollegen, Vereine und eben alles, was „weltlich“ ist.

Die Religionsgemeinschaft grenzt sich somit völlig vom übrigen Sozialraum ab und stellt alles außerhalb der Religionsgemeinschaft als schädlich, gefährlich, weltlich, satanisch dar. Bemerkenswerterweise haben Jehovas Zeugen keinerlei Probleme damit, die vorhandenen „weltlichen“ Strukturen für sich zu nutzen. Sie gehen ins Theater, auch dann, wenn diese ehrenamtlich betrieben oder subventioniert sind. Sie rufen den Rettungswagen, auch wenn dieser vom DRK betrieben wird. Das tun sie auch am Sonntagvormittag, wo doch alle Menschen in der Kirche sein sollten – und somit niemand einen Rettungswagen fahren kann.

Selbst sind sie nicht bereit, eine Arbeit anzunehmen, die sie hindern könnte, ihre Zusammenkünfte zu besuchen; wird dies verlangt, damit sie ihren Lebensunterhalt verdienen und somit nicht mehr auf Sozialleistungen angewiesen sind, so wird dies als schwere Prüfung angesehen. (Beweis/Zitat: Studienwachtturm 05.2017, Seite 5, Absatz 10:  – in Bezug auf Flüchtlinge, die Zeugen Jehovas sind: „Wenn Brüder eine Arbeit ablehnten, weil sie sonst Zusammenkünfte versäumt hätten, wurde ihnen zum Teil mitgeteilt, daß das zu Leistungskürzung oder Asylverweigerung führen könnte. Verängstigt und wehrlos gaben Einzelne  dem Druck nach.“

Wer, aus welchen Gründen auch immer, die Gemeinschaft verlassen möchte, der verliert mit einem Schlag: den Schutz der Gruppe, die Anerkennung durch die Gruppe, die Zugehörigkeit zur Gruppe.

Es ist für Menschen normalerweise kein Problem, aus einem Verein auszutreten, eine Bildungseinrichtung zu wechseln oder auch die Kirche zu wechseln oder zu verlassen. Warum nicht? Weil Menschen, die normal im Sozialraum vernetzt sind, viele „Standbeine“ haben; sie genießen an vielen Stellen Schutz, Anerkennung und/oder Zugehörigkeit. Fällt ein Element weg, so haben sie noch viele andere.

Das Fazit ist ebenso kurz wie eindeutig:

Organisationen, die in der Art und Weise wirken wie die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas, sind stets mehr oder weniger autoritär und totalitär.

Je mehr ein Zeuge Jehovas sich an seine Religion gehalten hat, desto größer ist sein Verlust bei Verlassen der Gemeinschaft. Dies las man immer wieder auch von Kommentatoren auf BI-aktuell, die anonym bekannt haben, in der Gemeinschaft bleiben zu müssen, – hauptsächlich wegen der familiären Bindungen, die bei einem Verlassen der Gemeinschaft durch die Regeln der Religionsgemeinschaft zerstört werden.

Wir überlassen es nun jedem Einzelnen, seine eigenen Erlebnisse und seine Beobachtungen zuzuordnen. Wir wissen, dass auch bei den Brüdern und Schwestern unter Zeugen Jehovas nicht alles schwarz und weiß ist. Wer die Literatur der Religionsgemeinschaft und den Wandel innerhalb der Gemeinschaft in den letzten Jahren nachvollzieht, wird nicht umhinkommen, eine Menge Realität in den Ausführungen dieses Artikels zu entdecken.

Wer jedoch seine eigenen Erfahrungen wiederfindet und die Methoden versteht, zu deren Werkzeug er sich selbst hat machen lassen, kann die Rückschlüsse ziehen, die ihm helfen, sich aus der Ausschließlichkeit einer Organisation in die Güte und Gnade unseres Herrn zu begeben.

Mag ich nicht (5)

84 Kommentare zu “Integrität als Grundbedürfnis des Menschen

  1. Tiandra

    TIANDRA@Anna

    Liebe Anna, du hast es so wunderbar in deinem Kommentar beschrieben..... Anerkennung durch Leistung!

    Genau das hab ich so sehr als SCHMERZ INNERHALB DER VERSAMMLUNG gespürt...... Durch mehr bist du beliebt bei jedermann der ebenso unterwegs ist im PD...... aber wehe du schwächelst......mir erging es so.....ich bin von einer Pionier Schwester so *rund gemacht worden im Dienst weil ich nach 2 std Haus zu Haus Dienst , grosse Probleme mit meinem kranken Bein bekam.ich teilte ihr VOR dem Dienst schon mein Problem mit und sie meinte wenns nicht mehr geht,SAG bescheid!dann hören wir auf..!......ich tat wie mir geheißen nachdem der Schmerz in der Vene so mächtig wurde beim Treppe auf Treppe ab.....bis zum auto konnte ich mir anhören wie sehr ihr das jetzt unrecht käme... Schließlich hätte ihr pio Jahr erste angefangen..Zeit ist immer wichtig für die Menschen an den Türen usw usw.zum Schluss kam sogar noch,wenn die DAS!!!!! Vorher gewusst hätte ...So,nun war ich dem hedhedulen nahe,verteidigte mein dummes krankes bein..erklärte  mich und wurde dann ganz still und schmerz zog in mein herz...

    Sie hat sich nie ich betone NIE WIEDER! in den letzten 3 jahren mit mir für den Dienst verabredet...wenn ich sie mal  fragte ,kamen mehr als 1000 Ausflüchte und kühle Ablehnung.

    heute würde ich es auch nie wieder wollen.für mich ist der PD geschichte! Ich gehe schon seit letztem Jahr Oktober nicht mehr zur Versammlung....

    Mir schrieb ein lieber ehemaliger ZJ hier,das der PD  den angeblich alle aktiven ZJ verrichten müssen-eine Erfindung der Lk bzw jw .org ist.....

    Liebe grüße Tiandra

    1. pit an Tiandra

      Liebe Tiandra,

      in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts war der Predigtdienst auch schon ENORM wichtig!!!!

      Da wurde das Rutherford-Buch "Millionen jetzt lebender werden NIE sterben" weltweit verbreitet.

      Die Brüder haben sich die Hacken wund gelaufen und heute???

      Heute sind fast alle tot aus dieser Generation.

      Das Buch steht im Giftschrank und wenn du es lesen würdest, könntest du nur mit dem Kopf schütteln.

      Genauso wird es der heutigen Literatur in 50 Jahren gehen.

      Soviel zur Produktivität der Zeugen. Alles nur heisse Luft.

      Friede pit

    2. Petrus111

      Hallo Tiandra, hallo Pit, hallo Alle,

      ich habe geschrieben, dass der "PD" eine theologische Erfindung von JZ ist....

      Aber wie ist das intern und theologisch von JZ begründet?!

      Kurzfassung: alle Menschen sind zur Vernichtung verurteilt, wenn sie nicht aus der Welt in die Org kommen. Lt Matth. 24:14 sowie Matt 28 - Ende des Evangeliums... gibt es den Predigtauftrag an alle Jünger Christi. Wer nicht predigt, ist somit kein Jünger Christi - und das Ende kommt nicht, bevor nicht allen gepredigt wurde...

      Das Einzige, was ein Christ somit christliches für seinen Mitmenschen tun kann, ist, ihn zur Org zu bekehren. Jede andere Bemühung, die nicht mindestens mittelbar damit im Zusammenhang steht, ist völlig unsinnig; was nützt es, sich um Sterbende zu bemühen.

      Sterbende sind alle "Weltmenschen", wenn sie sich nicht zu JZ bekehren.

      Dabei verkennen JZ, dass Jesus keine Kirche hat - dass es keine "wahre Religionsgemeinschaft" gibt, sondern nur eine "wahre Religion", die aber auf dieser Erde niemand hat, da niemand das vollkommene Verständnis der absoluten Wahrheit hat.

      JZ verkennen außerdem, dass das Christentum weltweit verbreitet und jedermann verfügbar ist; es gibt keine Verpflichtung eines Christen, zu missionieren; es gibt lediglich eine Verpflichtung, seinen Glauben zu bekennen, aber nicht im Sinne von Mission. Mission ist nicht falsch; sie ist aber als "Gottesdienst" nicht zur Rettung erforderlich. Jegliche Werke können nicht zur Rettung beitragen.

      Das gesamte ausgeklügelte Konstrukt des Predigtdienstes mit Berichtszettel, Institutionen wie Pionierdienst etc, der Bekanntgabe von besonderen Verkündigerzielen von der Bühne... das ist Menschenverehrung - und es sind im Grunde Methoden von Drückerkolonnen. Aber dieses System, das Millionen von Gläubigen zu Arbeitsbienen macht, ist ja nur ein Element in dem gesamten System der JZ-org.

      Davon muss man sich komplett befreien, um wieder frei atmen und als Christ wirklich christlich leben zu können.

      Immer wieder von mir gerne angemerkt ist auch die Tatsache, dass es durchaus nicht unchristlich ist, wenn Menschen ihr gemeinsames Leben organisieren, wie dies beispielsweise in den kommunalen Selbstverwaltungen deutscher Städte und Gemeinden der Fall ist. Das ist keine unchristliche Politik, sondern es ist die Regelung der Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft durch kommunale Parlamente, die bei uns in Deutschland demokratisch gewählt werden...

      Also: man muss sich als Christ nicht zur Wahl für den Stadtrat aufstellen lassen - aber man darf... und man muss nicht seinen Kandidaten wählen - aber man darf - seine Interessen in der Gemeinschaft benennen, vertreten und sich auch vertreten lassen.

      Liebe Tiandra,

      es muss noch manche Blockade aus Deinem Kopf, bis der freigepustet ist... es ist für Menschen wie Dich noch ein längerer Weg völlig aus dem Gedankenkäfig heraus... aber wir sind bei Dir.

      beste Grüße

      Petrus111

  2. Ulla

    Hallo Markus,

    neben Büchern über Psychologie und Trauma hat mir auch ein Buch von Barbara Kohout (Aussteigerin ZJ nach 60 Jahren) aus Augsburg sehr geholfen.

    in ihrem Buch "Die WT Wahrheit. Eine Sektenfalle?" beschreibt sie, wie man in totalitäre Gruppen fallen kann, wieso es nach Jahren für ehemalige Sektenmitglieder immer noch schwer ist, Zugang zum eigenen Selbst zu finden, wie Manipulation funktioniert, dh auf welchen Ebenen.

    Besonders die Seite 120 fand ich interessant, geht man von der WTG als "Täter" aus: *Täter gibt Opfer die Schuld (du hast nicht genug studiert, gebetet, warst zu wenig im Dienst... *Täter und Schutzgeber sind EINS (Zuckerbrot und Peitsche, meine eig. Anmerkung) *Eine psychische Störung, Persönlichkeitsspaltung entsteht, wenn das Sekten-Ich auf eigene Gefühle trifft, also die sog. "kognitive Dissonanz" greift. (Wieso macht mir der Dienst keine Freude, wieso fühle ich mich so umgepolt..)

    Das soll hier keine Schleichwerbung sein, aber wenn man sich selber auf die Schliche kommen will, wieso man derart empfänglich für mancherlei Anwerbungen von religiösen Gruppen war, ist das Buch eine große Hilfe. Auch für "weltliche" Therapeuten ein Schatz in Buchform, weil sie sich besser in Aussteiger von ZJ reinversetzen können.

    Ist 2013 im Engelsdorfer Verlag erschienen, ISBN 978-3-95488-396-7, 12 €

    Grüße von Ulla

     

  3. Ulla

    Ihr Lieben alle,

    wirklich herzzerreisend, wenn man hier eure Erlebnisse lesen darf! Soviele Gedanken gingen mir da durch den Kopf: Zum Beispiel: Nicht die ORG. ist die Arche, sondern Jesus Christus ist die Arche!

    Oder: Liebesentzug ist Erpressung. Und Gott duldet keine Erpresser in seinem Reich!

    Dann ging mir ein Buch von Michaela Huber, Traumaforscherin aus Göttingen, nicht aus dem Sinn. Sie sagt darin aus, dass Traumaopfer sehr oft eine kranke Beziehung zum eigentlichen TÄTER haben: Wenn er sie aus der Pein entlässt, um später "wieder weiterzumachen", denkt das Opfer oft sogar: Der hat mir jetzt das Leben gerettet...

    Donnersohn, ich denke an dich und deine Frau und bete für euch, dass ihr ganz viel Kraft von oben bekommt. "Jeder Tag hat sein eigenes Übel", also der Seele Zeit geben, kleine Schritte machen...nicht überlegen, was wird in 1,2 Jahren sein...haltet durch! Jesus zieht seine Schafe aus allen möglichen Gruppen heraus, auch aus den Versammlungen. WEN hat er u.a. gebraucht? Saulus! Paulus! Er war voller Eifer, ein 100 Prozentiger Schriftgelehrter, wußte viel, hatte offensichtlich Durchhaltekraft in seinem Tun als Verfolger! Bis Jesus mit ihm sprach und er mit ihm: "ICH bin es, den du verfolgst..."

    -KEHRTWENDE ! Von nun an verstand Paulus, dass das EINZIG HEILS-RELEVANTE der Herr Jesus und seine Einstellung zu ihm ist!

    Störti, ich denke mir oft: "Kein Schaden ohne Nutzen!". Die Disziplin, Motivation, Ehrgeiz, den wir während unserer Zeugen Zeit entwickelt haben, hat uns auch geformt. Wir haben viel Kraft gehabt und Verzicht auf andere Dinge geübt, Ablehnung erfahren...Jeder hat andere Eigenschaften, Stärken der ORG zur Verfügung gestellt. Nun können wir (wenn wir ohne die WT Brille im NT lesen) unsere Kraft und unseren Fokus, unsere "Antennen" auf Christus verwenden.

    Jedoch diesmal ohne auf die Uhr zu schauen, aus Freude, frei und voller Begeisterung. Auch ich habe früher weggesehen und nicht gegrüßt, wenn "Gegangene" mir begegnet sind im Alltag. Dafür habe ich um Vergebung gebetet. Dafür, dass ich als Manipulierte wieder manipuliert habe. ("Wenn ein Blinder einen Blinden leitet..."). Christus ist für all unsere Fehler und Sünden gestorben, wir können quasi JEDEN TAG MIT NULL wieder anfangen. Das ist so ein schönes Gefühl, Jesus ist Realität und wieso sollten wir uns von unseren früheren Fehlern runterreissen lassen? Der Vater hat uns seinen Sohn Jesus an die Seite gestellt...

    Die beste ARCHE, die es gibt!

    Liebe Abendgrüße an alle

    Ulla

     

     

     

    1. Markus

      Halolo Ulla

      Du hast mit dem Bericht der Traumadeuterin recht

      Meist bei extremen Gewalttaten wie Entführungen oder länger anhaltender sexuellen Mißbrauch,gibt es oft die Erfahrungen,das die Opfer sogar die Täter schützen

      Die sind dann so traumatiesiert,das sie das Verbrechen das an ihnen geschehen ist sogar für eine selbstverständlichkeit oder für eine Strafe halten,da siesich vorstellen ein Fehlverhalten gegenüber dem Täter gemacht zu haben

      So in dieser Art und weiße agiert auch die Wachturmgesellschaft

      Sie impft durch ihre falschen Lehren den Brüdern und Schwestern ein schlechtes Gewissen ein ,erzeugen Druck und die Brüder und Schwestern sind dann noch der Meinung das  die WTG recht hat ,da sie sie ja vor falschen Taten beschützen will

      Das ist Psychoterror vom höchsten Maße,damit macht man Menschen Psychisch fertig,im laufe der Jahre schaltet das Gehirn vollkommen auf die art und weise um auf das wasder Täter sürich die Wtg befiehlt.

      Das sind Methoden die normal die Geheimdienste mtunter einsetzen um  an irgendwelche politische Geheimnisse zu gelangen.

      Aber Du hast das vollkommen richtig erkannt

       

  4. Lichtspender

    auch ich möchte dich/euch grüßen. Ich bedanke mich auch sehr für die vielen interessanten Gedankenanstöße, die ich auf diesem Portal schon bekommen habe. Mir waren sie eine große Hilfe bei meinem Aufwachen. Besonders gut fand ich die konkreten Abhandlungen über die Sonderlehren und Irrlehren von Jehovas Zeugen und die biblische Widerlegung. Was Donnersohn und andere in den Zusammenkünften beobachtet haben, war bei mir ganz genauso.
    Eine Schwester sagte einmal: „Die Schwierigkeit für mich war, dass die geistigen Dinge mit der Zeit keinerlei Gehalt mehr hatten. Es ist ja immer dieselbe Suppe. Zum Schluss habe ich darin nur drei Erbsen für mich gefunden, ganz zum Schluss nur eine halbe. Es ist eine permanente Wiederholung derselben Phrasen. Die Sprache der Zeugen Jehovas besteht aus weltweit identischen Phrasen. Im Laufe der Zeit habe ich das alles nur mehr überflogen. Ich bin bei der vollen Schüssel verhungert, weil nur Wassersuppe darin war. Anfangs habe ich diese Wassersuppe geschlürft und trotzdem einen geistigen Hunger gehabt. Ich wollte mehr, Essentielles. Es war ein Prozess von zwei, drei Jahren, wo ich zumindest gefühlsmäßig gemerkt habe, dass irgendetwas nicht stimmt.“ Ja so ist es.
    Natürlich kann man auch auf diesem Portal feststellen, dass nicht jeder den gleichen geistigen Reifegrad hat; das ist aber nicht weiter schlimm. Auch durch falsche Argumentationen wird man selbst noch mehr zum Forschen in der Bibel ermuntert – und kann vielleicht demjenigen noch helfen oder aber Jehova tut es mit der Zeit.
    Wichtig ist bestimmt, solche Sonderlehren immer mal wieder aufzugreifen, um den Brüdern, die hier mitlesen, bewusst zu machen, dass sie selbst noch in „Babylon der Großen“ sind. Jesus ruft sein Volk daraus hervor, den Gott wird bald Rache üben an ihr. Aber zum Aussteigen muss man gute Gründe haben. Ich habe beim Mitlesen hier mehr als genug gefunden, denn Jehovas Zeugen lehren:
    -          Jesus ist ein Engel (Das ist falsch: Joh. 1:18 spricht vom „einziggezeugten Gott“; er kam aus Gott, wurde doch von ihm gezeugt/geboren, ist wie er ein Gott, kein Engel.)
    -          Michael ist Jesus (Das ist falsch: Michael ist ein Erzengel, er hat ein Kontigent Engel unter sich. Von Jesus wird gesagt, dass er „Heere“ (Plural!) hat; sein Vater, Jehova der Heerscharen, gab ihm die Vollmacht über alle Engelscharen. Man lese mal alle Stellen über "Michael" sorgfältig nach)
    -          Christi Wiederkunft soll schon stattgefunden haben (Das ist falsch: Alle Bibelschreiber sprechen von einem noch künftigen Ereignis. Man setze statt „Gegenwart“ der NW-Übersetzung nur mal „Parusie“ ein; dann wird es alles ganz logisch: Jesus kommt er noch.
    Und für eine „unsichtbaren Parusie“ findet man im Griechischen sowieso keine Stelle.)
    -          Die „letzten Tage“ begannen 1914 (Falsch! Die letzten Tage begannen schon im 1. Jahrhundert)
    -          Jerusalem wurde 607 v.u.Z zerstört (Falsch! Alle Quellen sprechen von 587 v.u.Z.; damit ist die Berechnung mit den 2520 Jahren hin zu 1914 hinfällig).
    -          Die „anderen Schafe“, von den Jesus sprach seien die Große Volksmenge (Falsch: Jesus meinte damit eindeutig die Heidenchristen, die durch die Verkündigung der Jünger kommen würden.)
    -          Die 144000 sind buchstäblich zu nehmen (Falsch: Die Zahl wird zunächst gehört; danach sieht Johannes die Große Volksmenge; beides gehört zusammen und ist identisch. Jesus Lehr-Methode sehen/hören zieht sich durch die ganze Offenbarung. Die Untertanen werden die „Nationen“ und „Heiligen“ der Alten Zeit sein, aber nicht die Große Volksmenge.)
    -          Der „treue und verständige Sklave“ ist die Leitende Körperschaft (Mögen sie sich so sehen und sich als solcher erweisen. Aber: In erster Linie waren es die Apostel; sie gaben Jesu Worte weiter. Auch jeder Christ, der sich begabt und befähigt fühlt, andere zu lehren, ist ebenso ein „Verwalter“ der Lehren Christi. Man schlage nur alle Sklaven- und Verwalter-Texte nach.)
    -          Die gute Botschaft vom Königreich, die JZ verkünden unterscheidet sich massiv vom Evangelium, das z.B. Paulus predigte. (Die ersten Christen dachten an geistige Segnungen: Befreiung von Sünde und Tod, das Leben bei Christus und Jehova. Die Zeugen denken an Materielles, Irdisches. Christus als Evangelium wird kaum gepredigt; lieber spricht man über Depressionen und andere Themen).
    -          Das Königreich Christi wurde 1914 aufgerichtet (Falsch: Sicher hat er nicht 1900 Jahre warten müssen, bis Gott ihn krönte. Er diente schon im ersten Jahrhundert als Hoher Priester (Hebräer-Brief spricht davon), dann doch auch als König. Er wurde viel früher inthronisiert.)
    -          Es gibt nur eine irdische Organisation Gottes. (Falsch: Davon spricht die Bibel nicht. Sie spricht eher von einem „Organismus“, dem Leib Christi; die Leibesglieder sind nicht ein einer Organisation allein zu finden; man denke an das Gleichnis vom Unkraut und Weizen.)
    -          Die Einsetzung des Namens „Jehova“ in den christl. griech. Schriften sei berechtigt (Falsch: Das ist eine Anmaßung: Jehova war so demütig, dass er diesen Namen in den Griech. Schriften unterordnete, um die besondere Rolle Jesus Christi als Herrn nun für die christliche Ära zu betonen. „Jehova“ verband man im 1. Jahrhundert stets mit dem Gott der Juden, doch nun sollte es um Christus, den Herrn gehen).
    -          Etc., etc., usw.
    Das nur ganz grob skizziert. Wir wollen stets für die Wahrheit der Heiligen Schrift eintreten und unseren Brüdern, die Opfer wurden wie wir selbst, helfen. Dann kann man auch kein Mittäter und Verkünder unbiblischer Ansichten mehr sein, die man bewusst als solche erkannt hat. Dies macht glücklich.

    1. Fox

      Guten Tag Lichtspender,

      du schreibst, man möge statt "Gegenwart" mal "Parusie" einsetzen. Parusie bedeutet anwesende Gegenwart (i. V. mit Göttern oder Gottheiten). Aber gerade deshalb kann Jesus nicht 1914 unsichtbar wieder in den Erdkreis gekommen sein. Solche Darstellungen ziehen Jesus in eine Verantwortung für Kriege, Hungersnöte, etc. die er tatsächlich nicht zu übernehmen hat.

      Weiterhin schreibst du, dass das Königreich Christi nicht 1914 aufgerichtet wurde. Wie hätte Jesus Paulus denn ehrlich an die Kolosser im 1. Kapitel, dem 13. Vers schreiben können: "er hat uns gerettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe." wenn dieses Königreich Jesu nicht zu diesem Zeitpunkt bestanden hätte? Wozu wäre es sinnvoll und richtig gewesen, Jesus mit seiner Auferstehung mit aller Macht auszustatten, wenn er diese doch noch gar nicht benötigt hätte, gar keine Funktion innegehabt hätte?

      Nach meiner Auffassung ist die Äußerung Jesu über den treuen und verständigen Knecht kein Hinweis auf irgendwelche Nachfolger, sondern eine Hilfestellung, wie wir ihn, Jesus, in der Masse sogenannter Hausknechte finden und erkennen können. Dass sich diese Äußerung als Gleichnis auf ihn bezieht ergibt sich m. E. auch aus der weiteren Erklärung, dass eben jener Knecht über alle Güter des Hausherrn gesetzt wird - etwas, das kein Mensch jemals berechtigt über sich/seine Organisation behaupten kann. Jesus dagegen sagte vor seiner Auffahrt zum Vater, dass ihm alle Macht gegeben wurde, in seinem Gebet aus Joh. 17 spricht er deutlich von den Menschen, die ihm vom Vater gegeben wurden (V. 2 " gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast.") , und so weiter. Phil. 2 ab V. 9 fasst diesen Umstand auch noch einmal sehr nachhaltlig zusammen. Es ist also niemand anderes legitimer treuer und verständiger Knecht als Jesus, der mit Recht über die ganze Hausgemeinschaft gesetzt wurde. Dagegen zeigt das warnende Beispiel vom bösen Knecht, dass es viele andere geben wird, die eben diese Position für sich beanspruchen, so wie Jesus auch einige Texte zuvor erwähnt hatte, dass es viele Christusse geben würde. Das bedeutet ja nicht, dass diese Personen/Organisationen tatsächlich Christus sind, es sind Diebe und Hehler von Heiligem. Matth. 24 liefert mehrere verschiedene Gleichnisse über die Wiederkunft Christi, es ist reine Rücksichtnahme an unsere beschränkte Auffassungsgabe und damit ein riesiges Entgegenkommen Jesu uns gegenüber.

      Danke für deine Zusammenfassung.

      1. Edelmuth an Fox

        Guten Abend Fox

        Parusie bedeutet anwesende Gegenwart (i. V. mit Göttern oder Gottheiten). Aber gerade deshalb kann Jesus nicht 1914 unsichtbar wieder in den Erdkreis gekommen sein. Solche Darstellungen ziehen Jesus in eine Verantwortung für Kriege, Hungersnöte, etc. die er tatsächlich nicht zu übernehmen hat.

        Der Sklave lehrt, dass es den treuen und Verständigen Sklaven erst ab 1919 gegeben hat und dieser bis dahin in der Sklaverei (Gefangenschaft) Babylons der Grossen war. Würde das stimmten, stellt sich mir die Frage, welche Sklaven Jesu Gegenwart ab 1914 repräsentiert haben. Treu und verständige Sklaven können es nicht gewesen sein, denn die gab es erst ab 1919. Ob die Aufrichtung des Königreiches ab 1914 oder die Regentschaft Jesus durch den Sklaven, sie alle waren geistig Gefangen Babylons der Großen, dachten und beteten wie Babylon die Große und waren bis 1919 keine treuen und verständigen Sklaven. Wie und woran hat der Herr sie in der Zeit von 1914 bis 1919 als seine Sklaven erkannt, weil er sie "so tuend" gefunden hat?

        Wer kommt nach Lehre der ZJ in den Himmel? Natürlich nur treue und verständige Sklaven, das Beste, was die Menschheit zu bieten hat. Damit begann die Einsammlung erst ab 1919.

        Da frage ich mich doch, was für Sklaven die Apostel und die Bibelschreiber sowie Paulus waren, denn sie waren nach (Irr-)Lehre der Zeugen Jehovas keine treuen und verständigen Sklaven und hätten demnach keine Hoffnung auf himmlisches Leben.

        Was meinte Jesus damit, als er zu seinen Jüngern sagte, dass er sie mit zu sich heimnehmen wolle, denn der Vater hätte genug Wohnungen.

        Von wem wurde der Jerusalemer Beschluss mit seinem Blutverbot, aufgrund dessen Zeugen Jehovas sterben, gefällt, denn sie alle waren kein treuen und verständigen Sklaven. Diese gab es nach Lehre der ZJ erst 1919 in Verbindung mit dem (verkauften) Zweigbüro in Brooklyn/USA.

        Die katholische Kirche hat ein heiliges Geheimnis, die Zeugen Jehovas haben zwei. Das eine ist die Lehre von der überlappenden Generation, das keiner versteht, das andere ist die Parosie oder Gegenwart Jesu. Weitere Geheimnisse folgen.

        Ede

        1. Fox

          Guten Abend Ede,

          du schreibst: "Wer kommt nach Lehre der ZJ in den Himmel? Natürlich nur treue und verständige Sklaven, das Beste, was die Menschheit zu bieten hat. Damit begann die Einsammlung erst ab 1919."

          Enstschuldigung, ich wußte nicht, dass man in dieser Lehre schon so tief gesunken ist. Es gab mal eine Zeit, da wurden die 1. Christen mit als Gesalbte gezählt. Gut, das löste in meinem Hirn auch immer die "Error"-Warnung aus, denn wenn wir den biblischen Geschichten nachgehen, da wurden an so manchen Tagen mehrere Tausend Personen Christen. Dann wird es doch recht eng mit 144000.

          Weiterhin schreibst du:"Der Sklave lehrt, dass es den treuen und Verständigen Sklaven erst ab 1919 gegeben hat und dieser bis dahin in der Sklaverei (Gefangenschaft) Babylons der Grossen war."
          Da sind sie heute noch. Für mich ist es allerdings schlimm, zu sehen, wie die LK schon längst nichts mehr auf biblische Grundsätze gibt. Wie sonst könnte es sein, dass ein LK-Mitglied vor Gericht aussagt, dass man überhaupt keine Briefe von Opfern sexuellen Missbrauchs gelesen hätte, wo Barbara Anderson viele tausend Briefe auf Anordnung dieser Herren Tausende davon in Ordnern abheften musste? Bringen sie damit nicht zum Ausdruck, dass sie nicht von Jehova geheißen wurden, sich NICHT um Opfer zu kümmern, seelische Not vollständig an sich abprallen zu lassen, angeblich zugunsten der viel wichtigeren Artikelschreibereien? Soll das Jesus wirklich egal sein, wobei es anno 2017 völlig egal ist, ob er 1914 oder 1919 gekommen wäre? Ist es von daher wirklich ein Wunder, dass so viele Zeugen in Depressionen versinken und sich sogar umbringen, zu Säufern werden oder zu Misshandlern, weil sie auf ihre eigentlich gesunden Emotionen nicht mehr hören dürfen, sondern dazu angehalten sind, diese auf die unerträglichen Falschdarstellungen unseres himmlischen Vaters und Jesus programmieren sollen?

          Diese hohen Herren genießen Komfort ohne Ende, einen Komfort, für den sie die einzelnen Zeugen hart arbeiten lassen, ja sogar von Kindern möchten sie Gelder! Sie selbst geben schon lange nichts mehr für etwas, das in der Bibel steht. Die Bibel ist für diese Leute nur noch eine Fundgrube, wie man noch mehr abstauben kann ohne dass jemand rebelliert. Nicht umsonst weigern sie sich bis heute, mit einem Ausgeschlossenen im Rahmen einer öffentlichen Diskussion zu reden. Sie wären sowas von verloren! Aber ändert sich bei unserem himmlischen Vater etwas an ihrer Schuld, nur weil sie sich weigern, mit einer Barbara Anderson und/oder anderen zu reden? Das mildert doch nicht ihr eigenes Urteil und ich bin sicher, das wissen sie auch und deshalb leben sie nach dem Motto: "Laßt uns essen und trinken, Rolex tragen und zum Lachse angeln fliegen, Aktien in Waffenfirmen haben,... denn wir wissen nicht, ob wir morgen noch leben."

           

          1. Edelmuth an Fox

            Guten Morgen Fox

            Diese hohen Herren genießen Komfort ohne Ende, einen Komfort, für den sie die einzelnen Zeugen hart arbeiten lassen, ja sogar von Kindern möchten sie Gelder! Sie selbst geben schon lange nichts mehr für etwas, das in der Bibel steht. Die Bibel ist für diese Leute nur noch eine Fundgrube, wie man noch mehr abstauben kann ohne dass jemand rebelliert.

            Wenn man ihre Lehren analysiert erkennt man an ihren Widersprüchen schnell, dass sie lügen, um ihre Macht über ihre Gläubigen zu bewahren. Der Vergleich mit der Bibel zeigt, dass große Teile ihrer Lehren unbiblisch sind, wie ihre Lehre vom "Treuen und Verständigen Sklaven", durch den sie ewiges Leben bekommen können, wenn sie ihm gehorchen.

            Ihren Lebensstil möchte ich mit ihnen nicht tauschen. Sie leben in ihrem eigenen goldenen Käfig, denn sie sich selber gezimmert haben, denn sie stehen und ständiger Kontrolle ihrer Feinde. Sie haben Macht, die sie verantwortungsvoll im Sinne Gottes gebrauchen sollten aber nicht tun. Sie empfangen ein schärferes Gericht, das sie, so, wie es aussieht, nicht bestehen können.

            Welcher Gott, schon gar nicht Jehova, wird es hinnehmen, wenn die Menschen dem Sklaven statt Gott huldigen, ihr gesamtes Vertrauen und ihre gesamte Hoffnung aus den Sklaven statt auf Gott setzen und danach trachten dem Sklaven statt Jehova zu gefallen. Wer Jehova kennt, weis, dass das nicht gut gehen kann.

            Ede

            1. Fox

              Guten Tag Ede,

              du schreibst: "Welcher Gott, schon gar nicht Jehova, wird es hinnehmen, wenn die Menschen dem Sklaven statt Gott huldigen, ihr gesamtes Vertrauen und ihre gesamte Hoffnung aus den Sklaven statt auf Gott setzen und danach trachten dem Sklaven statt Jehova zu gefallen." Nach meiner Überzeugung wird auch Jehova unterscheiden zwischen den Opfern, deren Herz darauf suchend darauf ausgerichtet war, ihm so gut als möglich zu dienen und dann in den Fängen dieser Organisation gelandet sind und denen, welche die Netze auslegen um solche Gläubigen zu sammeln. Andere Personen hätten sie doch schon in den Boden gestampft für diese Lieblosigkeit und Unehrlichkeit, für das Entfremden der Bibeltexte und das Bemühen, jeden persönlichen Kontakt auf Minimum zu halten und zu kanalisieren.

              Und ich bin begeistert, wie viele Möglichkeiten heute von unserem Vater zugänglich gemacht wurden um tatsächlich neutrale Informationen sammeln zu können und aus dieser Lüge herauszukommen. Ja, es ist (noch) mit Schmerzen verbunden, tatsächlich den Hut zu nehmen, aber die Möglichkeiten, dann tatsächlich intensive Kontakte zu Jesus und unserem himmlischen Vater aufzubauen sind einfach gigantisch.

    2. peetha@ Lichtspender

      Lichtspender - nen juuten abend von mir!

      Ganz kurz nur, was ick dir/dich gerne ´wissen lassen möchte´ ist: Ick hab mir von deinen ´grob skizzierten´ Sonderlehren der jworg mit den von dir kurz biblisch  prägnanten Hinweisen 3 heraus kopiert, etwas ´modifiziert´ (entsprechend  nach biblischen Antworten suchenden sonntäglich wechselnden Hauskreis(en), bestehend aus  ´nochZj s ´ und meiner Bescheidenheit ).

      Wass wollte peetha dir jetzt wissen lassen ? Eine kurze Bestätigung meiner seit´s zu deinen 2 letzten Sätzen und Gedanken!

      Zitat:  ´WIR wollen ..... helfen, weil .... ´ - UND, das alles ohne VielERklärer  sein zu müssen.

      kurzum - ein dankeschön - soo einfach is did. Juuti - jetzt noch 6x6 = irgendwatt Und Euch allen ein schönes Wochenende - bis ..... na, ihr wisst schon .... bis die Taage

       

  5. Donnersohn

    Lieber Fox, vielen Dank für dein herzliches Willkommen. Momentan geht es uns gar nicht gut. Meine Frau leidet sehr darunter, nun endlich die "Wahrheit" erkannt zu haben. Sie wird auch sehr von anderen Schwestern unter Druck gesetzt, weil sie nicht so funktioniert wie bekannt. Wir sind beide in der Wahrheit groß geworden, wie man so schön sagt  und da ist es schon ein Problem, wenn auf einmal alles anders ist.Daher ist es schön, dass viele hier uns in den letzten Wochen viel Kraft durch ihre Kommentare gegeben haben, ganz besonders die Erfahrungen von Schneeflocke, dir lieber Fox, Omma und Oppa, aber auch von Störtebeker, Matthäus und vielen weiteren. Danke euch allen

    1. Fox

      Lieber Donnersohn,

      es ist wirklich eine furchtbare Auseinandersetzung. Mit der eigenen Person wahrscheinlich noch mehr als mit dem System an sich. Ihr seid nicht die Ausnahme sondern die Regel in dieser Wahrnehmung. Auch das Erkennen, wie sehr man dort betrogen wurde, dass es den Grundanspruch der Wahrheit dort genauso wenig gibt wie in anderen Religionsorganisationen ändert nichts an inneren Schuldgefühlen. Und mit Sicherheit wird es noch oft vorkommen, dass Katastrophen und politische Veränderungen die Frage aufkeimen lassen, ob die Organisation nicht doch recht hatte. Aber wir wissen, dass auch der Teufel bei seinen Aktivitäten immer wieder auch ein Fünkchen Wahrheit verwendet, das kennen wir schon vom ersten Sündenfall an. Es ändert aber nichts am schlechten Gesamtergebnis, es ändert nichts daran, dass es sich nur um einen Weg des Widerstands gegen Jehova ist. Er würde dem Teufel auch nicht die wenigen Prozent Wahrheit als von ihm kommend gutschreiben.

      Es ist ungemein schmerzhaft, die vielen lieben Brüder und Schwestern zu wissen, wie sie sich jede Woche mehrfach Gedanken machen, wie sie ihren Zeitplan umstellen können, wie sie ihre Redefähigkeit verbessern können um noch Menschen in die Arche Organisation bringen zu können. Wie viel Verzicht steht dahinter. Wie viel Herzeleid wenn ein geliebter Mensch aus der Organisation geht und man sich als Mitglied doch daran beteiligen möchte, durch Liebesentzug bei dem Betreffenden ein Umdenken zu bewirken. Aber Liebesentzug ist ein Entzug des christlichen Handelns. Und das geht gar nicht, das kann gar kein Segen haben. Und so wie die Arche Noah nicht als Dauereinrichtung gedacht war ist keine menschliche Organisation als Dauereinrichtung und Ersatz für den bewahrten, gesicherten Aufenthalt bei Jesus geeignet. Sämtliche scheinbaren Wohlfühlemotionen sind nichts anderes als Weihnachten für Kirchenangehörige. Man wird so sehr auf Emotionsentzug gesetzt, dass jedes scheinbar gute Wort als von Gott kommend gewertet wird mit der Folge, die Gläubigen wieder (oder weiterhin) als beeindruckt in der gewünschten Spur zu halten.

      Jesus legte in 9 Seligpreisungen Möglichkeiten dar, mit ganzem Herzen (also auch Emotionen), ganzer Seele (also auch der Verantwortung für sich selbst) und ganzem Sinn (Ausgewogenheit aller Wahrnehmungen) unserem himmlischen Vater gefallen und näher kommen zu können. Aber nirgendwo erklärte er einen Verzicht der eigenen Denkleistung und ausschließliche Fremdführung. So schmerzhaft wir jetzt von dieser Erkenntnis berührt sind, so beeindruckt ist Jesus von unserem Bemühen, ihm nachzufolgen und uns nicht mehr von den Nebelkerzen davon abhalten zu lassen.

      Ich wünsche deiner Frau und dir wirklich viel Kraft und es freut mich sehr, dass ihr durch das Finden von BI Trost findet, aber auch Beweise, dass euer Schritt der richtige ist. Es ist auch hier nicht immer leicht. Doch bedenken wir, dass hier keine neue Religion ist, sondern die Lunchpakete für den schmalen Weg gefunden werden können.

    2. Omma@Nachdenker

      Lieber Donnersohn und deine liebe Frau,

      ja auch wir, der Oppa und ich, sind in der Org. groß geworden, ich seit Geburt, der Oppa war 7 Jahre. Wärend der Oppa kritische Gedanken zuließ, war bei mir ein sogenanntes Kastendenken vorhanden, ich erlaubte es mir nicht über gewisse Dinge nachzudenken, da ich meinte das wäre Sünde gegen Gott.

      Als uns dann so nach und nach die Augen aufgingen, war es auch für uns sehr schwer das auszuhalten. Manchmal dachte ich, wenn ich heute Abend einschlafe und morgen aufwache, dann war es bestimmt nur ein böser Traum. Aber es war Realität, und uns liefen oft die Tränen, vor Verzweiflung. Wir kannten doch nur das Leben in der Org., was würde uns außerhalb erwarten? Aber ein Zurück gab es nicht mehr!!!

      Was sollten wir studieren, denn mit der Org.-Literatur wollten wir nichts mehr zu tun haben. Es kamen Gefühle der Wut, Verzweiflung, Unsicherheit usw. auf, wir fühlten uns belogen und betrogen, um unser ganzes Leben gebracht, ja unsere Gefühle fuhren mit uns Achterbahn.

      Wir haben immer alles in unseren Gebeten vorgebracht, unsere Zweifel und wie wir uns fühlten. Ja, auch wir wurden von sogenannten wohlmeinenden Ratschlägen von Brüdern und Schwestern in Unruhe versetzt. Einmal war es so schlimm, dass wir nur noch weinten, weil wir so durcheinander waren. Wir flehten zu unserem himmlischen Vater, er möge uns helfen, wir wussten nicht mehr weiter. Plötzlich verspürten wir eine innere Ruhe und Frieden, die nur von unseren Beiden Höchsten gekommen sein konnte.

      Ihr seid am Anfang eines Weges, vieles ist neu und unbekannt, aber es gibt zwei starke Helfer, die euch an die Hand nehmen, vielleicht euch auch ein Stück tragen. Wir, eure Brüder und Schwestern, sind bei euch, auch wenn wir alle unsere Fehler und Schwächen haben. Sucht euch die Kommentare raus, die euch gut tun, sie sind wie Medizin.  Wir bekommen ja auch nicht alle das gleiche Medikament, sondern es richtet sich nach unseren Bedürfnissen.

      Bevor ich es vergesse, auch von uns ein von Herzen kommendes Willkommen hier bei BI.

      Es grüßen euch ganz herzlich die Omma und der Oppa

       

      1. Omma@Donnersohn

        Sorry!  Sollte natürlich Omma@Donnersohn heißen!

  6. Jan Fritzsche

    Liebe Schneeflocke,

    ich kann sehr gut nachfühlen, was in dir ist. Ich glaube ich muss es nicht neu erzählen, die Begegnungen, die ich damals hatte. Wo jeder, der noch versucht hat, Kontakt zu mir zu halten - so oder so - Druck von oben bekam. Wie ohnmächtig man sich fühlt (ich mich damals fühlte - du vielleicht heute) und wie traurig es einen macht (sogar bis heute noch, wenn ich daran zurückdenke).
    Du kannst nur Deine Liebe lassen und den Rest in "Gottes Hand". Aber es schmerzt. Ja.

    Die Zeit allerdings mag noch das eine oder andere nicht erwartbare mit sich bringen. ... Vertraue darauf.
    Mehr geht nicht.

    Voller Liebe, Dein Bruder

    1. Fox

      Lieber Jan,

      es ist mein inniger Wunsch, du und unser liebes Schneeflöckchen mögen erkennen, dass es nicht ein "Liebe lassen" (Zitat von dir: "Du kannst nur Deine Liebe lassen und den Rest in "Gottes Hand". ") ist sondern ein Liebe geben DÜRFEN ist. Als diejenigen, die wirklich frei sind, hatten wir die Möglichkeit in Gottes Liebe zu wachsen. Das war teilweise sehr schwer, lag doch der Druck einer emotionalen Organisationseisdecke auf uns und drohte unsere immer schwächer werdenden Knospen brüderlicher Liebe zu erfrieren. Doch der wärmende Schutz unseres himmlischen Vaters, der geistige Dünger durch unseren Herrn Jesus glich einem Mutterboden, der es uns zarten Pflänzchen ermöglichte, diese Eisschicht zu durchbrechen und "schau" dich um, z. B. hier auf BI, du findest einen großen Garten mit den allerliebsten Blüten des Lebens, tief verwurzelt in echtem Glauben, echter Liebe und sich ergänzend in ungeahnter Schönheit. Ein lieblicher Wohlgeruch für unseren himmlischen Vater, eine Augenweide für unseren Retter. Liebe mehrt sich im gleichen Anteil wie sie geteilt wird und man kann 1000 Kerzen mit nur einer einzigen Kerze anzünden.

      So wir uns bereit halten, anderen, die ihre Eisdecke durchbrechen möchten behilflich zu sein, so wenig ist es unser Verschulden, unser Versäumnis oder Verschwendung unsererseits, wenn sie diese Liebe abblocken und uns damit eine unserer Kerzen zurückgeben. Es bereichert uns nur, wir haben ein Licht mehr, auch wenn oder weil wir so gern bereit waren, es zu geben. Und wann immer sie soweit sind, das Licht und die Wärme zu benötigen, sie erhalten es von uns durch unseren Vater und Jesus. Damit auch sie zu seiner Herrlichkeit erblühen.

      1. Jan Fritzsche

        Liebe Fox,

        ich versuche immer Liebe zu geben. Da gibt es kaum eine Frage nach dem "Dürfen". Schade, dass Du mich nicht kennst....

        dersewerse

        1. Fox

          Lieber Jan,

          entschuldige bitte, wenn ich durch den Unterschied zwischen "Liebe lassen" und "Liebe geben dürfen" bei dir ein ungutes Gefühl erzeugt habe. Das Gegenteil sollte der Fall sein. Wenn wir die Gelegenheit haben, anderen Liebe geben zu dürfen ist dies nach meinem Empfinden freiwilliger und intensiver als "einfach" durch Hinweise etwas liebevolles zurückgelassen zu haben.

          Und nein, ich spreche dir das selbstverständlich nicht ab, mein Anliegen war, dem Flöckchen und dir ein gutes Gefühl und ein Absenken der Enttäuschung durch o. g. Gedanken zu geben. Und ja, ich finde es auch schade euch nicht zu kennen, aber das ändert sich spätestens in der Ewigkeit und ich freu mich drauf.

          1. Jan Fritzsche

            Liebe Fox,

            warum in die Ewigkeit verschieben, was zu Lebzeiten noch möglich ist.... ????

            Hier mal eine meiner Ausschlusserfahrungen, die ich nie verstehen werde. Nie. Auch in der Ewigkeit nicht:

            Nach meinem Ausschluss bin ich himmelfahrtsmäßig unterwegs gewesen. An diesem Tag mit einem gestohlen gemeldeten C-Klasse AMG. Der Besitzer war zu besoffen, als das er noch hätte wissen können, wem er seinen Schlüssel gab. Seine Frau hat den Wagen gestohlen gemeldet. Ich hatte ihn (den sturzbesoffenen Besitzer) erst nach Hause gefahren, und dann mal ausprobiert, was son AMG kann. Ach, der Thomas hat sich mittlerweile umgebracht. Zumindest wurde nach mir - wegen dieser Fahr-Spirenzien - ghroß gefahndet. Abends war Versammlung. Ich bin auf den Parkplatz und die Polizei hinter mir her. Ich werde das nie vergessen: Parkplatz der Versammlung, Polizei macht dicht und parkt mich zu. Dem ersten Beamten sagte ich "nehmen Sie mich bitte schnell mit". Alle gafften nur. Alle, mit denen ich groß geworeden bin und aufgewachsen, ..... Keiner kümmerte sich, schaltete sich ein. niemand. Die Beamten waren wirklich nett. Und natürlich machte diese Aktion die Runde. Aber niemand - ich wiederhole: niemand - hat sich mal dazu durchgerungen, bei mir nachzufragen, was da los war. wohl hieß es: siehe da: das passiert, wenn du dich von der org entfernst. ich wollte mich ja garnicht entfernen. hatte gegen mein komitee sogar berufung eingelegt. ich wollte da garnicht raus. war voll drin. nur nen paar meiner hormone nicht....
            das fand ich so dermaßen schlimm - und immer noch - das mir die worte fehlen.

            dersewerse.

            1. Jan Fritzsche

              doch, einer hat sich gekümmert. das werde ich auch nicht vergessen: ich bin dann zufuß von der polizei wieder zum saal gelaufen. des autos wegen und um dann nach hause zu kommen. da hat mich nen kumpel aus dem fitnessstudio aufgegabelt und mitgenommen. das auto auf  dem versammlungsparkplatz war bereits abgeholt/abgeschleppt. und er hat mich dann nach hause gefahren. ja.

              1. Jan Fritzsche

                dieser thomas war frisör. und das sehr erfolgreich. ich habe für ihn als model zur verfügung gestanden. eines abends war nach der "modellur" versammlung. ich bin also voll geschminkt in die versammlung gegangen. weil ich immer in die versammlung gegangen bin. auch wenn keiner mit mir sprach. da war aber auch dienstwoche. letzte reihe habe ich nie gemacht. immer zweite reihe. die brüder beschwerten sich beim ka warum ich nicht in die letzte reihe versetzt werden könnte. der ka sagte: "lasst ihn". das fand ich toll. an dem abend, ich war ein halbes jahr ausgeschlossen, habe ich meinen wiederaufnahmeantrtag übergeben. die reaktion eines ältesten (das er mich nicht tätlich angegriffen hat war auch alles) war fast wörtlich: "willst du uns verarschen? du wirst niemals wieder aufgenommen" - und er schmiss mir meinen wiederaufnahmegesuchswisch hinterher. das haben andere personen mitbekommen und mir wurde erzählt, dass dieses verhalten zur sprache gestellt wurde. mir gegenüber aber nicht. -------- ich höre jetzt auf. too much. ich kann nicht mehr.

                dersewerse

                1. Isa an Jan

                  Jan,

                  ich bin mir sicher, mit etwas gedanklichem Hineinversetzen kannst du auch die Reaktionen der Personen in deinen Geschichten verstehen.

                  Oder?

            2. Petrus111

              Hallo Jan,

              Du bist ja schon ein schräger Vogel...

              Aber mal im Ernst: bei JZ gibt's keine Probleme, weil sie alles, was Probleme verursacht, entsorgen - quasi auf den Müllhaufen dieser Welt werfen und sich nicht mehr zuständig fühlen. Sie fühlen sich ja nicht zuständig für "die Welt" - sie sind ja kein Teil der "Welt", was immer sie damit meinen.

              Beziehungsprobleme? Hormonstörungen? Depressionen? Die breite Palette der Unvollkommenheit, Triebe, Süchte, Lüste? Beim zweiten Verstoß gegen Regeln ist offensichtlich, dass der erste Fehltritt nicht hinreichend bereut wurde: da kommt dann nur ein Ausschluss in Frage, damit man durch die kollektive Ächtung zurechtgebracht werden kann.

              Das Abartigste aber ist dieser Schalter, der jedem JZ eingebaut wird:

              liebe Deine Brüder - suche ihre Nähe - biete ihnen Empathie, es sei denn:
              - von der Bühne wird bekanntgegeben, dass jemand kein JZ mehr ist: dann wird der Schalter umgelegt auf: Ächtung, Hass, Isolation.

              Es ist ein Schalter?! Ja, offenbar, denn sonst würde es ja nicht so funktionieren!

              Wie ist der Mechanismus des Schalters? Das Objekt (der entmenschlichte JZ)  meint, es geht selbst kaputt, wenn es die Regel nicht beachtet - es ist ein Selbstschutzmechanismus, verbunden mit der Annahme der Selbstzerstörung, falls man den Schalter nicht umlegt.

              So geht das! Gut, dass sie dich nicht wieder aufgenommen haben!

              beste Grüße

              Petrus111

        2. nada@jens

          Lieber Jan,

          du scheinst mir das zu sein, was man so ganz salopp einen "bunten Vogel" nennt. Jemand, der Vielfalt in sich trägt.

          Vielfalt und buntes leben, das ist von unserem Schöpfer gewollt. Schau dir nur einmal die Natur an.

          Doch so sehr die LK auf die wunder der natur aufmerksam macht und sie zurecht preist, umso weniger ist individualiät bei den mitgliedern gefragt. So etwas macht den meisten zeugen Angst, denn innerlich sind sie oftmals Mao Arbeitsameisen... Alle im blauen einheitslook der org.

          Sei stolz auf dich, so wie du bist.

          Lieber grüsse

          Nada

           

           

          1. nada@jan

            Sorry, ich meinte natürlich Jan..

            1. Fox

              Liebe nada,

              an wen immer du schreibst, es ist ein Genuß! Danke und alles Gute für dich.

              1. nada@fox

                Danke liebe Fox,

                das tut mir gut...

                Positive Rückmeldungen haben in meinem leben eher seltenheitswert.

                Meist werde ich nur schweigend zur Kenntnis genommen.

                Ich bin halt auch irgendwie ein bunter Vogel.. Mit dem kann man nicht viel anfangen.

                Höchstens auf Abstand stehen und sich kopfschüttelnd wundern.

                Dabei halte ich mich unglaublich zurück.

                Ich wünsche dir, liebe Fox, dass du lange noch so gesund bist, dass du dein leben geniesse kannst, dass der Herr dir schenkt und noch noch viele Jahre mir BI..

                Fühl dich lieb umarmt

                Nada

                1. Fox

                  Guten Abend liebe nada,

                  als bunter Vogel bist du in guter Gesellschaft. Gib das mal in deinen Browser ein und schau dir die Bilder an. Was für herrliche Bilder, Wunderwerke der Schöpfung. So wie du auch! Man hat dir als unscheinbarem Jungvogel nicht viel zugetraut, dein Leben immer vorherbestimmt. Stets war jemand da, der meinte, dich unbedingt in Schach halten zu müssen, für dich zu denken, zu fühlen, zu tun. Wahrscheinlich immer verbunden mit dem Gedanken, dich durch das Vordenken von falschen Gedanken zu schützen. Es mag in einigen Teilen sogar gut gemeint gewesen sein, aber gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht.

                  Nada, du hast dich von einem unscheinbaren flugunfähigen Piepmatz zu einem herrlichen Geschöpf entwickelt, reich an Erfahrung mit denen du dienen kannst, reich an Talenten und bewährt im täglichen Leben. Und nun nutze deine Freiheit, atme durch und lass uns an der bunten Augenweide nada teilhaben.

    2. Jan@Isa

      Isa,

      klipp und klar: NEIN.

      Oder?

      1. Isa an Jan

        Schade, dann ist das noch von dir zu lernen

        1. Jan an Isa

          Oder auch nicht. Wie willst Du das beurteilen können, was ich noch zu lernen habe, oder eben auch nicht??

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