Ihr jungen Leute, arbeitet auf „eure eigene Rettung“ hin!

Kommentar einer Mutter zu diesem WT-Studienartikel vom Dezember 2017

In der Woche vom 22.-28.02.2018 singen weltweit tausende Brüder und Schwestern, in den Versammlungen der Zeugen Jehovas, Lied 133 als Einleitung zu dem Studium des Wachtturmartikels: „Ihr jungen Leute, arbeitet auf ‘eure eigene Rettung’ hin.“

 „Ich bin noch jung, doch ich setz mich gern ein für meinen Gott. Er wird stolz auf mich sein.“ (Lied 133)

Vielleicht denkst Du jetzt auch begeistert: „Sind diese Vorkehrungen Jehovas nicht wunderbar?! Wie herzlich sich doch der Treue und Verständige Sklave der Belange unserer Kleinsten annimmt! Ja, das kann nur die wahre Organisation Gottes sein!“

Diese Gedanken kann ich verstehen, daher begebe ich mich jetzt gedanklich in unsere Versammlung zu dieser Zusammenkunft.

Wir sitzen meistens mit unseren drei Kindern in der letzten Reihe. Von dort aus ist  es am wenigsten auffallend und störend, wenn wir zwischendurch mal raus müssen  mit den Kindern. Das ist nicht immer einfach während der Versammlung. Ich erinnere mich an eine Gelegenheit vor ein paar Jahren – unser Jüngster war gerade geboren. Die Großen waren bereits fünf und sieben Jahre alt. Der Versammlungsbesuch war jedes Mal eine kleine Reise für uns, aber wir waren immer da. Mit allen Kindern und ihren Versammlungstaschen, Kinderwagen, Wickeltasche, Wechselsachen und natürlich … Essen!!! Denn zwei Stunden können ganz schön lang werden.

Zum Glück hat unser guter Schöpfer es so eingerichtet, dass Mamas das Essen für so ganz kleine Frischlinge automatisch bei sich haben. Ich ging also in den Nebenraum zum Stillen. Manche Muttis haben das auch auf der Behinderten-Toilette gemacht, aber dieses Ambiente empfand ich für mich und meinen Liebling unangebracht.

Leider hatte unser Zwerg den Zeitpunkt für seine Hungerattacke etwas ungünstig gewählt, so dass es in die gleiche Zeit fiel, in der mein Mann seine Aufgabe in der theokratischen Predigtdienstschule hielt. Nun hatte ich zwei Möglichkeiten:

  1. Ich lasse meine beiden Großen, den Fünf- und die Siebenjährige für einen Moment „unbeaufsichtigt“ im großen Saal oder ich schleife
  2. … alle drei mit nach hinten?!

Ich entschied mich relativ spontan für Variante 1, denn Stillen klappt auch wesentlich besser in Ruhe und liebevoller ungestörter Zweisamkeit zwischen Mutter und Kind.

Das Ergebnis war, dass ich später von der Frau eines Ältesten „zurechtgewiesen“ wurde. Scheinbar hatte sie Anstoß genommen an dem Betragen der Großen im Saal und ebenfalls an meiner Unfähigkeit, drei Kinder still zu halten, während mein Mann der Versammlung vorstand und von christlicher Nächstenliebe erzählte, die sich natürlich vor allem im Predigtdienst ausdrückt. Je mehr Dienst – desto mehr Liebe. Eine einfache Gleichung, für jeden zu verstehen.

Mit meiner Liebe scheint es ohnehin nicht so besonders zu sein. Seitdem die Kinder da sind, fiel es mir zugegebenermaßen noch schwerer, mich für den Dienst aufzuraffen und zu motivieren.

Warum schreibe ich diese Erfahrung?

Weil ich diese ohnmächtigen Gefühle der Scham, Wut und Traurigkeit noch immer in mir spüren kann, welche diese Schwester mit ihren Äußerungen in mir geweckt hat. Es war ein erstes leises Stück Erwachen, ein kleines Signal dafür, was für ein Geist in der Versammlung herrscht. Ich erkannte in dem Moment, dass ich nicht in der Lage sein würde, die Anforderungen, die an mich und meine Kinder, ja unsere Familie gestellt werden zu erfüllen. So sehr ich es mir auch wünschen würde, es würde nicht ausreichen – sowohl ich, als auch meine Kinder sind zu menschlich, fleischlich und zu schwach.

Man kann Fragen aufwerfen und ich bitte Euch, sie nicht zu beantworten, sondern sie einfach im Sinn zu behalten, bei dem heutigen Versammlungs-Wachtturmstudium:

  • Was ist natürlich für ein Kind welchen Alters?
  • Sind wir Eltern und unsere Kinder Opfer eines bewusst und psychologisch ausgeklügelten Systems?
  • Wurden und werden wir und sie instrumentalisiert, benutzt und abgerichtet?
  • Werden Kinderherzen in der Versammlung so liebevoll behandelt, wie Christus unser König es tat und vorlebte?

Nun zu dem Artikel

In der Überschrift stecken schon gleich zwei Schlüsselgedanken:

  1. die eigene Rettung und
  2. das Erarbeiten derselben

Gleich zu Beginn des Artikels wirst Du, lieber jugendlicher getaufte Zeuge gelobt. Es wird Dir und mir gesagt, dass es eine gute Entscheidung war, sich taufen zu lassen. Denn ohne diese gibt es keine Rettung – und ohne die Rettung bleibt nur … der TOD! Und wer will schon sterben, noch bevor er das Alter eines Teenagers erreicht hat?

Dass Zeugenkinder generell schon früh mit dem Tod konfrontiert werden, zeigt auch dieses Zitat aus dem letzten Studienartikel:

Können deine Kinder zum Beispiel anhand der Bibel erklären, was beim Tod geschieht? Ist das auch ihre eigene Überzeugung?“

Es ist bestimmt nicht verkehrt, den Kindern (auch kleinen) altersgerecht und liebevoll zu erklären, was der Tod bedeutet. Bei Zeugen Jehovas hat das Thema Tod allerdings einen ganz anderen Stellenwert und gerade dieses wird sehr zur Konditionierung einer Kinderseele missbraucht. Dann wird es gefährlich und alle, die wir unsere Kinder so sehr und von Herzen lieben, sollten nicht die Augen davor verschließen. Wie komme ich auf solch eine Behauptung?

In dem Studienartikel für diese Woche fällt es ganz besonders auf. Ihr werdet es gleich selbst lesen können und Euch bestimmt Eure eigene Meinung darüber bilden. JW.Org verwendet den Tod als Drohung, d.h. als Folge für etwas, was ich tue, oder auch nicht tue. Der Tod als Strafe und als „Angst-Implikator“ für eine bis dato unbelastete und unbekümmerte, fröhliche und reine Kinderseele, mit der jedes Baby natürlicherweise auf diese Welt kommt.

Folgende Gedanken lesen wir und ebenso weltweit über acht Millionen Menschen und dabei nicht wenig Kinder (die in Klammern eingeschobenen Sätze stammen von mir):

Zitat Abs. 2: „Bei deiner Hingabe hast du Jehova feierlich versprochen, ihn zu lieben und seinen Willen über alles andere zu stellen. Am Tag deiner Taufe (im Alter von vielleicht gerademal 10-12 Jahren?!) wurdest du gefragt: „Hast du gestützt auf das Opfer Jesu Christi deine Sünden bereut (was weiß ein 10, 11 oder 12-Jähriger wahrhaft über „Sünden“ und „Reue“?!)  und dich Jehova hingegeben, um seinen Willen zu tun?“ Du hast mit Ja geantwortet und dich zum Zeichen deiner Hingabe taufen lassen. Damit hast du dich für alle Zeit verpflichtet … Wer nicht auf Jehovas Seite ist, ist unter der Herrschaft des Teufels. Er möchte nicht, dass du gerettet wirst und ewig lebst.“

Zitat Abs. 4: „Hast du dich schon taufen lassen? Dann gibt es das Verhältnis zu Jehova nicht zum „Familientarif“ wie bei einem Mobilfunkanbieter (sollte solch eine Formulierung cool, besonders locker oder witzig sein?), bei dem der Vertrag über die Eltern läuft. Du bist jetzt für deine eigene Rettung verantwortlich — selbst wenn du noch bei deinen Eltern wohnst.“

Erstaunlich: Die Taufe wird von der WTG hier mit einem Vertrag verglichen. Was für ein absurder Vergleich! Wer sich taufen lässt, schließt keinen Vertrag mit Gott ab, sondern er hat erkannt, dass er als Sünder der Rettung bedarf und deshalb hat er das Opfer Jesu angenommen.

Zitat Abs. 6. „Vergiss nie, dass es bei deinem Versprechen an Jehova keine Hintertür gibt. Du hast dem Souverän des Universums versprochen, ihm immer zu dienen — selbst wenn deine Freunde oder Eltern Jehova verlassen.“

Was für ein Druck für kleine Kinderseelen wird hier aufgebaut? Du hast dem Souverän des Universums etwas versprochen. Dies zu brechen kann nur den Tod bedeuten.

Zitat Abs. 7: „Aber Jehovas Freund zu bleiben und auf die eigene Rettung hinzuarbeiten, erfordert Anstrengung. In Philipper 2:12 werden wir sogar aufgefordert: „Fahrt fort, … mit Furcht und Zittern eure eigene Rettung zu bewirken.“ Du darfst also nicht zu selbstsicher werden.“

Du darfst nicht selbstsicher werden, um Deine Rettung zu bewirken. In Wirklichkeit will man Dir und uns sagen: “Sei nicht selbstsicher.” Selbstsichere Menschen vertrauen durch eine gesunde Selbstliebe und ein gesundes Selbstbewusstsein ihrer eigenen Intuition, sie denken selbst, analysieren und hinterfragen. Sie benutzen Ihren Verstand, in Kombination mit Ihrem Gefühl. Genau das möchte die Organisation nicht. Sonst würden sich reihenweise Brüder und Schwestern, ja ganze Familien selbstsicher, selbstbewusst und voller Vertrauen aus der Organisation verabschieden, um voll Freude in die christliche Freiheit einzutauchen.

„Wie wir gesehen haben, hat jeder von uns die große Verantwortung, auf die eigene Rettung hinzuarbeiten.“

Natürlich wird hier das positiv klingende Wort „Rettung“ verwendet, anstatt die für alle offenkundig werdende Bedrohung, die in den Worten Vernichtung und Tod mitschwingen würde. Aber unser Bewusstsein kennt den Umkehrschluss und wandelt ihn automatisch um. Und das geschieht bei unseren Kindern in noch vielfach stärkerer Weise, da sie wesentlich prägungsoffener als Erwachsene ihr ganzes Umfeld, einschließlich nicht hör- und sichtbarer Energien, aufsaugen.

Doch was lehrt uns die Bibel? Bietet nicht die Bibel selbst Aussagen über das Leben und den Tod, die an Klarheit nicht zu überbieten sind?! Hat gemäß der Bibel Gott nicht schon alles getan, was für unsere Rettung nötig ist? Epheser 2: 4-9

“Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat um seiner vielen Liebe willen, womit er uns geliebt hat, auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr gerettet!  Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeitaltern den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erwiese in Christus Jesus. Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.” Epheser 2: 4-9

Zeigt nicht gerade diese Aussage, dass wir nicht „hinarbeiten“ können auf unsere Rettung? Auch der gerade schon zitierte Satz aus Absatz 4: „Du bist jetzt für deine Rettung verantwortlich,“ ist so also folglich nicht ganz richtig. Die Verantwortung für meine und Deine Rettung hat in seiner unendlichen Güte und Gnade kein Geringerer als der Sohn Gottes selbst übernommen. Er hat diese verantwortungsvolle Last ein für allemal getragen und uns von den Schultern genommen, indem er für uns starb. Und so schenkte er uns neues Leben.

Oder was sagt uns Paulus in Römer 3:22-25?

„Gott spricht jeden von seiner Schuld frei und nimmt jeden an, der an Jesus Christus glaubt. Nur diese Gerechtigkeit lässt Gott gelten. Denn darin sind die Menschen gleich: Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte: Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat.“

Ist es nicht Gott selbst, der sich uns in seiner Herrlichkeit offenbarte? Sein Sohn lebte, liebte und starb nicht nur auf einzigartige Weise, sondern er ergoss seinen Geist in unsere Welt, den Geist der Vergebung und der Liebe, der sich wie ein Dunst über die Felder legt und alles befruchtet, was er berührt. Und jeder Mensch kann sich jeden Tag neu dafür entscheiden, sein Herz dafür zu öffnen und sich durchspülen lassen davon. Das ist die Göttlichkeit, von der in Psalm 1:2 geschrieben steht, dass man „seine Lust (oder Verlangen) hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.“ Dieser Geist erdrückt nicht, keine Kinderseelen und auch keine Erwachsenenherzen, keine Alten und keine Jungen, im Gegenteil: Dieser Geist – das Gesetz Christi – erleichtert. Ja manchmal beflügelt es sogar.

Warum gibt die Organisation diese prachtvollste aller Botschaften, die bei weitem das Prädikat „Gut“ (die „Gute Botschaft“ wird oft emotionslos als Floskel daher gesagt) übertrifft, nicht in dieser vollendeten Schönheit und Einfachheit weiter?

Die Organisation der Zeugen Jehovas bezeichnet sich selbst als einzig wahre Religion. Sie sagt, dass sie durch sieben Männer, die die Leitende Körperschaft bilden, über eine direkte Anbindung zu Jehova Gott verfüge, ja, dass sie sogar in einzelnen Entscheidungen und Lehren direkt von Jehova geleitet werde.

Warum müssen sie dann so viel Druck ausüben, um Rettung zu erarbeiten, die uns Christus, sein Sohn schon als Geschenk übergeben hat? Druck durch Drohung, durch die dann eine tief sitzende Angst resultiert „ … unter allen Umständen treu zu bleiben“ – „ … vergiss nie, dass es keine Hintertür gibt“ – „ … du hast es versprochen, selbst wenn Freunde und Eltern Jehova verlassen!“ Das ist pures Gift für die Psyche und das macht krank auf Dauer.

Traurige Realität ist, dass im Wachtturm ein fader Satz wie dieser abgedruckt ist: „Denken wir daran: Die Bibel zu kennen ist die Grundlage für eine enge Freundschaft zu Jehova“.

Brüder und Schwestern: Dieser Satz kann doch kein Herz erfüllen! Warum schreiben sie nicht viel treffender formuliert:

Denken wir daran: Durch die Bibel können wir erkennen, dass die Grundlage unseres Glaubens eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus ist. Durch Ihn erleben wir die intensivste Form der Gnade, nämlich als angenommenes Kind Gottes von IHM geliebt zu sein.”

Der Satz „ … auf die eigene Rettung hinarbeiten bedeutet „Anstrengung,“ erübrigt sich, wenn man den Unterschied zwischen “Freund Jehovas” und “Kind des Allmächtigen” erkennen kann. Er fällt zusammen wie nasse, klebrige Zuckerwatte. Ein Kind der vollkommenen Liebe zu sein,  würde man ja wohl kaum als Anstrengung bezeichnen können. Freude, Erfüllung, Segnung – ja selbst Sehnsucht und Verlangen.

Ich weiß Ihr lieben Eltern, Ihr liebt Eure Kinder von ganzem Herzen. Und ich kenne das Argument, dass Kinder in der sogenannten Wahrheit „geschützt“ seien. Aber ist es wirklich so? Schützt sie eine Organisation oder ist vielleicht unser Gott und Vater selbst dazu imstande? Woher kommt diese Angst vor der Welt? Ist sie uns nicht ebenfalls eingeimpft worden, so wie sie es in diesem Artikel jetzt auch bei unseren Kindern versuchen? Ist unser Gehirn durch Suggestion unbemerkt manipuliert worden?

Du sagst nein, okay. Dann möchte ich noch eine Sache erwähnen: Haben wir vielleicht verlernt (oder gar nie ER-lernen können!), auf unsere ureigensten mütterlichen und väterlichen Instinkte zu achten, auch darauf, was förderlich ist für die unbeschwerte kindliche Entwicklung? Es fängt damit an, Babys, Kleinkinder, Vor-und Grundschulkinder Donnerstags – oder Freitagabend zu später Stunde in die Versammlung zu schleifen, anstatt dass ihnen vielleicht ihr benötigter Erholungs- und Ruheschlaf in ihrem eigenen Bettchen zugestanden wird. Junge wie Mädchen: Sie werden wie Puppen angezogen und sollen nach den Vorstellungen der alten Männer aus der  leitenden Körperschaft zwei Stunden möglichst regungslos, aber stets mit dezentem Lächeln auf den Lippen, auf den Stühlen sitzen, aber dabei bloß nicht einschlafen oder spielen. Wie wird dies erreicht?  Na, dreimal dürft ihr raten!

Richtig, mit Todesangst und Vergleichen, die mit einer normalen Realität nichts mehr zu tun haben (Noah und die Arche).  https://www.jw.org/de/bibel-und-praxis/kinder/werde-jehovas-freund/kinderfilme/aufgepasst-jetzt-ist-versammlung/

Die Spitze der Misshandlung, auch der eigenen Herzenswahrnehmung, ist wohl das Kontaktverbot gegenüber Kindern und Eltern, die kein Zeuge Jehovas mehr sein möchten.

Jeder Mensch kann selbst für sein Leben Schlüsse ziehen und meiner muss nicht gleich Deinem sein. Vielleicht empfindest Du den Beitrag auch übertrieben oder zu emotional. Zu dem ersten Argument (zu übertrieben „ist doch nicht so schlimm alles“) kann ich nur sagen: “Doch! Es ist noch schlimmer. Holt die Kinder raus und lasst nicht zu, dass sie Spielball werden von Menschen, deren Natürlichkeit genommen wird!” Wer sich z.B. eingehender mit psychologischen und neurologischen Auswirkungen von frühkindlichen Angst-Prägungen beschäftigen möchte, der findet jede Menge informativer Berichte und Material darüber im Internet. Ein führender Hirnforscher, der z.B. auf diesem Gebiet hervorragende Arbeit veröffentlicht hat, ist Professor Gerald Hüther.

Den zweiten Satzteil kann ich durchaus bestätigen, denn es entspringt meinem tiefsten Wunsch, dass kein Zeugenkind in die selbst vernichtende Spirale der Eigenverachtung und -Verurteilung, der Versagensängste und Todesangstgefühle gezogen werden soll.

Ich bin jetzt Mutter, aber ich war und bin ebenso ein Zeugenkind. Ich schreibe viele Dinge aus eigener Erfahrung und kenne viele Gefühle. Ich ließ mich taufen mit 11 Jahren. Mit 16 Jahren stellte mein Unterbewusstsein wohl fest, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich entwickelte ein seelisches Leiden, bei dem ich all meine Selbstzweifel und -Verachtung erbarmungslos gegen mich und meinen eigenen Körper richtete. Mit Anfang 20 kam ich in eine Klinik, da ich des Lebens müde war und dazu noch völlig abgemagert.

Aber ich hatte das Glück hinausgefunden zu haben, so dass die Herzen unserer drei Kinder nicht mehr in dem engen und stickigem Gefängnis der Zeugen Jehovas gebrandmarkt werden. Ich muss nun nicht mehr Unmengen von angeblicher Erkenntnis „in mich aufnehmen“, um ewig zu leben. Durch Erkennen des EINEN (Christus) wurde ich auf die liebevollste und zärtlichste Weise ganz behutsam berührt und in die Oase der Ruhe und des Friedens geführt.

Während der einen Stunde dieses Wachtturmstudiums gehen mir so viele wichtige Gedanken durch meinen Sinn. Ich frage mich, ob von den acht Millionen Brüdern und Schwestern, Kindern, Eltern und Großeltern auf der ganzen Erde, die jetzt aufgefordert werden, das Schlusslied zu singen, vielleicht auch jemand dabei ist, der zwar körperlich anwesend, aber innerlich zerrissen ist.

All diesen möchte ich Mut zusprechen. Zu meiner und Euren großen Freude kann ich Euch auch sagen: JA, es gibt sie, diese Brüder, die sich gegen die Manipulationsversuche der WTG wehren! Ich kenne sie: Viele wunderbare Menschen, Brüder und Schwestern, Zeugen und Nicht-Zeugen, die den Absprung, nein, man muss sagen den Aufsprung, in ihr eigenes Leben und in ihre eigene fest gegründete Glaubensidentität geschafft haben. Sie laufen nicht weiter fremdgesteuert und von Wachttürmen umzingelt in der blau-weißen Scheinwelt JW.Org´s umher, sondern leben in der Freiheit & Liebe Gottes, die Herzensruhe, Geborgenheit und tiefe Freude erzeugt.

Mag ich nicht (77)

29 Kommentare zu “Ihr jungen Leute, arbeitet auf „eure eigene Rettung“ hin!

  1. Dieser Artikel einer Mutter von 3 Kindern trifft den Nagel auf den Kopf! Sowohl ihre Empfindungen als auch die biblische (christliche) Begründung kann ich von ganzem Herzen und aus tiefem Glauben bestätigen.

    Ich wünsche allen aufrichtigen Zeugen, durch Gebet und ungefiltertes Bibellesen - insbesondere der Christlichen Griechischen Schriften - diese Erklärungen nachvollziehen zu können. Das ist die einzige Möglichkeit, die Wahrheit (= Jesus Christus; Joh 14:6) zu erkennen und freigemacht zu werden (Joh 8:32).

    Volker Blockhaus

  2. Ulla

    VIELEN HERZLICHEN DANK an Boas, Ede, Birgit und Noomi fürs Nachforschen, was den WT vom 1.9.80 anging! Ihr seid so goldig!  : )

    Ich bin manchmal erstaunt, wie sich in meinem Langzeitgedächtnis fast wörtlich erinnerte WT Aussagen bis heute eingebrannt haben!

    Es ist auch immer wieder schön, Erfahrungen zu lesen (wie hier von dir, liebe Annodazumal), dass bis in die heutige Zeit sich die Liebe zu Gott und seinem Christus erhalten hat, mit neuer Glut entfacht...

    Petrus schrieb das so schön in 1. Pet. 2:25 "Früher seid ihr herumgeirrt wie Schafe, die sich verlaufen hatten. Aber jetzt habt ihr zu eurem Hirten zurückgefunden, zu Christus, der euch auf den rechten Weg führt und schützt."

    Ich wünsche allen Brüdern und Schwestern, die sich von falschen Propheten und ihren  "Tentakeln" frei machen konnten, die weiteren Worte aus 1. Pet. 3:15 "CHRISTUS, der HERR, soll der MITTELPUNKT eures Lebens sein."

    Liebe Annodazumal, dass auch du dich nicht von Menschenangst sondern von Gottes Geist leiten ließest beim "Hirten"-Besuch, macht Mut zur Hoffnung. Dass auch menschlich mitfühlend gebliebene Älteste zum Nachdenken kommen, die Freiheit in Christus "schnuppern" mögen!

    Der Geist weht, wohin er will !    ; )

    Liebe Grüße

    Ulla

  3. Noomi an Ulla

     
    Hallo Ulla, habe folgendes gefunden
    Das Buch: Das Familienleben glücklich gestalten (1978 Seite 133)
    DIE RUTE DER ZUCHT
    5 Schläge können einem Kind das Leben retten, denn in Gottes Wort heißt es: „Enthalte doch dem, der noch ein Knabe ist, die Zucht nicht vor. Falls du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben. Mit der Rute solltest du selbst ihn schlagen, damit du seine eigene Seele vom Scheol [Grab] selbst befreiest.“ Oder: „Torheit ist an das Herz eines Knaben geknüpft; die Rute der Zucht ist das, was sie von ihm entfernen wird“ (Sprüche 23:13, 14; 22:15). Wenn den Eltern das Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt, werden sie nicht aus Gleichgültigkeit oder Schwäche die Zügel schleifen lassen. Die Liebe wird sie veranlassen, etwas zu unternehmen, wenn es nötig ist, und dabei weise und fair vorzugehen.
    In den nach folgenden Abschnitten dieses Kapitels wurde dann an die Vernunft appelliert und das war auch bitter nötig.
     
    In meiner Kindheit wurde die Schriftstelle aus Sprüche immer buchstäblich aufgefasst und auch so umgesetzt. Mein Vater hatte eine Rute, das war ein Stock mit 9 Lederriemen daran. Zum Glück wurde sie bei mir nicht oft angewandt (vielleicht war ich ein folgsames oder gehorsames Kind??? HA,ha). Bei meinem Bruder, der älter war, gab es jedoch viele Schläge. In meiner Erinnerung waren Schläge in anderen JZ-Familien an der Tagesordnung.
     
    Man müsste den Mut aufbringen und es so wie Markus es erzählte, machen und auch gleichzeitig noch den Paragraphen (von Birgit angegeben) angeben; denn viele sind sich gar nicht bewusst, dass Schläge eine Straftat ist:
    Ich nahm mir den Vater zur Seite und sagte ihm klipp und klar, wenn ich das noch mal sehen würde, würde ich ihn wegen Kindesmisshandlung anzeigen. Ich sagte dass auch später den Ältesten, auch mit dem Hinweis, wenn ich das noch mal mitbekomme dass Kinder geschlagen werden, würde ich unverzüglich Anzeige erstatten. 
     

    § 1631 BGB Absatz 2 Satz 1 in seiner ab November 2000 - Korrespondierend zu diesem Recht des Kindes normiert § 1631 Absatz 2 in Satz 2 ein Verbot an die Eltern. Sie dürfen bei der Ausübung der Personensorge körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen nicht mehr einsetzen.

     
    LG Noomi
     

    1. Birgit

      Birgit@Noomi

      Ja wir wurden geschlagen,getreten,gedemütigt und abgestraft zu dieser Zeit.

      Nach 40 jahren kann ich sagen;jetzt...zerquetsche ich meinen irdischen Vater (Ältester)mit einer Liebe,die er gar nicht kennt.Wie kann ein Kind,das er 40 Jahre gequält hat,seine Füsse waschen?Hm...

      Nur mit der Hilfe und Liebe unseres Königs Jesus Christus ist das möglich.Habe ihm frecherweise das Buch geschickt.Von Raymond Franz ;-)).ER LIEST ES!!!Danke ,Jesus Christus.Am 21ten kommt er sogar zu mir....zum reden.Gegen die Macht und Kraft Jesu kommt niemand an.Niemand.

      Liebe ist die größte Macht auf Erden.Sie wurde uns ins Herz gepflanzt.

      Herzensgrüße

      Birgit

       

      1. Meereswoge

        Liebe Birgit, Dein Bericht ist sehr bewegend und ein echtes Beispiel der Nachahmung Jesu (Fußwaschung). Du schreibst....wie kann ein Kind, daß 40 Jahre gequält wurde, seine Füße waschen? Jesus sagte nach der Fußwaschung: "BEGREIFT ihr, was ich euch getan habe?" Joh. 13:12 Selbst dem Verräter hat Jesus die Füße gewaschen! Du HAST es begriffen, und Du hast in großem Maß VERGEBEN und dadurch die Kraft erhalten.... Danke für Deine Gedanken, Deinen Beweis der Liebe. Und sei am 21. Gesegnet mit viel Kraft und Mitgefühl für Deinen Vater.Fühl Dich lieb gedrückt

        1. Markus

          Zum Thema vergeben und verzeihen,ist folgendes zu sagen

          Man kann vergeben und man kann verzeihen zb nahen Familienangehörigen,weil sie in Sog dieser Organisation mit  hineingezogen  wurden.

          Denn Blut ist dicker als Wasser

          Man kann vergessen

          Verzeihen kann man aber der Organisation der WTG oder jetzt JW. Org nicht,ich wiederhole hier nochmal ,verzeihen kann man der Organisation nicht.

          Die Gründe dafür sind vielfälltig.

          Die Organisation der Zeugen Jehovas streut geziehlt über Jahrzehnte hinaus, durch Ihre gezielte Fehlinterpretationen Misstrauen innerhalb der Bruder und Schwesternschaft,sie streut gezielt Misstrauen und Unfrieden in die einzelnen Familien

          Sie zerstört gezielt Familien,in dem Momment ,wenn jemand aussteigen will,und dabei ist es jetzt völlig wurscht,was für Gründe für den Ausstieg vorliegen.

          Diese Organisation arbeitet wie die Mafia,einmal dabei immer dabei,wer aussteigen will wird zwar nicht buchstäblich getötet,aber durch die Massnahmen der Organisation indirekt getötet,(Psychoterror,bis hin zu  Krankheiten die dadurch entstehen und auf kurz oder lang zum Tod führen) oder gar durch Suizid der Betroffenen,weil sie keinen anderen Ausweg mehr sehen.

          Alle die von mir genannten Gründe sind relevant ,das man dieser Organisation nicht mehr verzeihen kann

          dafür hat diese Organisation Zuviel Dreck am Stecken ,wie man zu schön sagt und sehr viele Menschen auf dem Gewissen.

          Jeder sollte sich vor Augen halten was bei jedem in den einzelnen Familien abgelaufen ist und auch noch abläuft,wenn Missgunst gestreut wird.

          Ich für meinen Teil verzeihe dieser Organisation nicht,im Gegenteil,ich werde alles erdenkliche daran setzen,das diese Gottlose Organisation zu ihrem Ende kommt.

          Denn auch Gott kann so ein Verhalten ,wie es diese Organisation vollführt nicht für Gut heissen,

          Das sollte sich jeder von Euch vor Augen halten

    2. Birgit

      Nachtrag für Noomi.

      Meinen Mißbrauch durch meinen Irdischen Vater erwähne ich nicht.Denn so...denke ich..ist das ehrliche Gewissen eines Vaters nur zu knacken.Was für eine Liebe kann ein Mensch haben,der die Hölle durchgemacht hat?Wer gibt uns diese Liebe?

      Vorgestern am Telefon sagte ich ihm wortwörtlich....Jehova ist Satan...er verhindert den Zugang zu Jesus.

      Als Ältester hätte er auflegen müssen.Hat er nicht.Mit 88 Jahren werde ich ihn NICHT schonen.Mit Epheser 2:4-9 und Römer 3 22-25 stellte ich ihn still.Ich werde sehen was passiert.Jeder ist kostbar.Liebe deine Feinde.Mehr kann ich dazu momentan nicht sagen.

      Birgit

      1. Iris

        liebe Birgit ,

        deine Liebe und Demut ist wirklich nachahmenswert ! Es gibt bestimmt nicht viele , die es schaffen , nach solchen Mißhandlungen durch den eigenen Vater , noch die Kraft zu haben , ihm die Füße zu waschen . Dadurch hast du ihm sein Unrecht bewußt gemacht und sozusagen ,, glühende Kohlen auf sein Haupt gehäuft " , du besiegst damit das Böse mit dem Guten .

        Ich wünsche dir viel Kraft , wenn er am 21. zu dir kommt und den Beistand unseres himmlischen Königs Jesus Christus .

        In schwesterlicher Liebe

        Iris

         

  4. Ulla

    Hallo an alle,

    es war 1979/80... WT Studium: Ein kleines Mädchen, das (unartig, unruhig) war, wird an der Hand des Vaters aus dem Vortragsraum geführt...es weiß, dass es bestraft werden wird...im Studien WT wird das glaubensvolle Herz des kleinen Mädchens gelobt, denn es ruft in seiner Angst Worte wie: "Oh Jehova, hilf mir!" ---

    Wer von euch kann mir da weiterhelfen? Oder kennt den WT?

    VG Ulla

     

    1. Markus

      Hallo an Alle

      Auch ich möchte einen Vorfall berichten den ich selbst in den 90er Jahren in der Versammelung erlebt habe.

      Ein kleines Mädchen ca 4-oder 5 Jahre alt wurde während der Sonntagsmorgens Versammelung unruhig und quengelte herum.

      Das ging eine Zeitlang so und ihre Mutter versuchte sie zu beruhigen.

      Dann stand der Vater auf zog die kleine mit sich in den Nebenraum und schlug ihr auf den Hintern und ins Gesicht

      Ich habe das mitbekommen,da ich zu dem Zeitpunkt die Toilette aufsuchte,di neben dem Nebenraum war.

      Ich nahm mir den Vater zur Seite und sagte ihm klipp und klar,wenn ich das nochmal sehen würde ,würde ich ihn wegen Kindesmisshandlung anzeigen

      Ich sagte das auch später den Ältesten,auch mit dem Hinweis ,wenn ich das nochmal mitbekomme  das Kinder geschlagen werden ,würde ich unverzüglich Anzeige erstatten.

      Man schaute mich zwar dumm an aber ,die haben sich das gemerkt,es war jedenfalls in der Zeit in der ich die Versammelung besuchte,kein Vorfall mehr gewesen

    2. Boas

      Liebe Ulla,

      ich kenne das nur als Anekdote, die von Kreisaufsehern erzählt wurden. Schriftliche Beweise; keine Ahnung. Die Züchtigung im Nebenraum für "unartige Kinder" gab es auch in unserer Versammlung. War selbst davon betroffen wegen herumzappelei.

      Auch in einer anderen Versammlung wo ich jahrelang war, konnte jeder mit ansehen, wie eine Frau eines Ältesten ihren kleinen Sohn in der Versammlung oftmals die Ohren lang zog. Buchstäblich! Sie schleifte ihn am Ohr auf seinen Platz. Oder stoppte das Gerenne in den Gängen mit einem hochziehen am Ohr. Das war keine Seltenheit.

      Es gibt aber auch noch andere Anekdoten von Kreisaufsehern. Ein Kind war unartig bei einem geselligen Beisammensein. Als Strafe durfte es nicht am Tisch mit den Anderen essen und hatte ein eigenes Tischlein. Vor dem Essen begann der kleine Junge an laut zu beten: "Jehova, ich danke dir, dass du mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde bereitet hast."

      LG
      Boas

    3. Ede an Ulla

      *** wt 1. 9. 1980. S. 16 So beten, daß man von Jehova erhört wird ***

      ES TRUG sich in einem Königreichssaal der Zeugen Jehovas zu. Ein kleines Mädchen benahm sich nicht ordentlich, obwohl die Mutter es wiederholt ernst anblickte und es im Flüsterton zurechtwies. Die Mutter gab dem Vater schließlich ein Zeichen, sich um das Mädchen zu kümmern, was er auch tat. Er ging mit seiner Tochter schnurstracks auf einen kleinen Raum im hinteren Teil des Saales zu. Als das Mädchen merkte, was die Uhr geschlagen hatte, rief es: "O Jehova, hilf mir bitte!"

      Ede

    4. Birgit

      Liebe Ulla,

      es ist der Wachtturm 01.09.1980, S.16-17:

      Es trug sich in einem Königreichssaal der Zeugen Jehovas zu. Ein kleines Mädchen benahm sich nicht ordentlich, obwohl die Mutter es wiederholt ernst anblickte und es im Flüsterton zurechtwies. Die Mutter gab dem Vater schließlich ein Zeichen, sich um das Mädchen zu kümmern, was er auch tat. Er ging mit seiner Tochter schnurstracks auf einen kleinen Raum im hinteren Teil des Saales zu. Als das Mädchen merkte, was die Uhr geschlagen hatte, rief es: "O Jehova, hilf mir bitte!" Sooft diese Begebenheit erzählt wird, ruft sie Heiterkeit hervor, und das nicht ohne Grund. [...] Es erscheint natürlich amüsant, daß sie Gott darum bat, sie vor einer notwendigen Züchtigung zu bewahren.

      An diesem Thema ist sehr gut ersichtlich, wie sich die Org. der ZJ der vorhandenen Einstellungen einer Gesellschaft bedient und mit dieser einhergehend, der Gesetzgebung und lfd. Rechtsprechung. Ändert sich diese, müssen lediglich Anpassungen vorgenommen werden.

      Früher wurde kein Zweifel daran gelassen, dass "Züchtigung" und "Rute" körperliches Schlagen bedeutet, es galt ungehemmte Befürwortung, wie das kleine 'Anekdötchen' im WT beweist.

      Helleres Licht begann erst mit erfolgter Kindschaftsreform (Übergang elterliche Gewalt zur elterlichen Sorge) aufzuflackern, bis es dann nach § 1631 BGB Absatz 2 Satz 1 in seiner ab November 2000 geltenden Fassung hell erstrahlte -

      alle in Deutschland lebenden Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Das bedeutet, dass das Kind als Inhaber von Grundrechten, nämlich als Person mit eigener Würde und als Träger von eigenen Rechten und Pflichten, die Achtung seiner Persönlichkeit auch von seinen Eltern verlangen kann.

      Korrespondierend zu diesem Recht des Kindes normiert § 1631 Absatz 2 in Satz 2 ein Verbot an die Eltern. Sie dürfen bei der Ausübung der Personensorge körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen nicht mehr einsetzen.

      Hätte die WTG nachweislich auch nur eine bestehende Gesetzeslage verletzt, hätte sie niemals den Status der KdöR erhalten.

    5. Birgit

      Liebe Ulla, es ist der Wachtturm 01.09.1980, S.16-17:

       

  5. Stachelbeere

    Auch ich möchte mich bei "Bruder" und der Kommentarschreiberin recht herzlich bedanken.

    Es sind soviele Gefühle und Ängste während des Versammlungsbesuches beschrieben die wir auch hatten und noch haben.

    Du schreibst "Während der einen Stunde dieses Wachtturmstudiums gehen mir so viele wichtige Gedanken durch meinen Sinn. Ich frage mich, ob von den acht Millionen Brüdern und Schwestern, Kindern, Eltern und Großeltern auf der ganzen Erde, die jetzt aufgefordert werden, das Schlusslied zu singen, vielleicht auch jemand dabei ist, der zwar körperlich anwesend, aber innerlich zerrissen ist "

    Ja wir gehören auch zu den körperlich Anwesenden, fühlen uns aber sehr oft als Fremdkörper in der " Einheit " und wie du schreibst auch zerissen.

    Vielen Dank für den sehr guten Artikel und vor allem auch von deinen eigenen Erlebnissen.

    GlG von der Stachelbeere

     

  6. Ein sehr sehr tiefgehender und wertvoller Beitrag,

    mir hat besonders gut gefallen das die natürlichen Empfindungen dieser Mutter zu gesunden eigenen souveränen Schlüssen führ(t)en!
    JA höre auf dein eigenes Herz und lasse es nicht verbiegen, oder sogar brechen!

    Unsere Schöpfer haben uns diese ureigensten Instinkte geschenkt, wir müssen sie nur ernst nehmen, auf sie hören, sie fühlen und leben, dann spürt auch jeder Mann das wir alles relevante Wissen in Form von Liebe und Weisheit in unseren Herzen tragen, sie wurden und bereits geschenkt, inklusive aller Gaben für jeden einzelnen von uns. So erst sind wir auch für andere erst eine Bereicherung.
    Die Vielfalt des freien Geistes und die freien Herzensgaben bringen die Qualitäten hervor die uns zu dem machen was für uns geschaffen ist, liebende, freie und selbst denkende Menschen zu SEIN!

    Sehr schön spricht sie auch den (Aus-)Weg an, bei selbst schwieriger Situation, denn es gibt diesen Weg ins eigene ICH, in diese LIEBE, auch wenn man ihn erst noch nicht zu erkennen vermag.
    Herzlichen Dank sagt
    Tom

  7. Ulla

    Lieber Petrus 111,

    das schreibt und liest sich so schnell, aber ist eine grauenhafte traumatische Situation für alle wohl gewesen. Es tut mir leid, dass du als Folge von rigiden Strafen deinen Bruder durch Suizid verloren hast.

    Das muss furchbar sein und begleitet einen doch für den Rest seines Lebens!

    Diesen Klos im Hals verspürte ich als Jugendliche im HzH Dienst mit einer Schwester, Mutter von zwei Kindern. Der ältere wurde solange unter Druck gesetzt, endlich auch mal eine Aufgabe auf der Bühne vorzutragen, dass er dann - da oben stehend wortlos ins Publikum blickte, er bekam kein Wort heraus.

    Für die Mutter und den Sohn eine total peinliche beschämende Situation. Der Vater der Kinder war kein ZJ. Nun, als der zweite Sohn im Kindergartenalter mit seiner Mama das "Buch mit biblischen Geschichten studierte", aber wohl keine "richtigen" Antworten geben konnte, schlug sie ihr Kind mit dem Buch so heftig, dass sie es mir im Predigtdienst "beichten" musste.

    Wie sich herausstellte, litt der Kleine damals an ADHS, er war mit dem FRAGE-ANTWORT-System völlig überfordert...der Mutter tat es leid, dass sie so ihre Wut und Enttäuschung an ihrem Kind ausgelassen hatte...

    Dieser Junge hatte sich Jahre später als junger Mann suizidiert durch Aufhängen.

    : (

     

     

  8. Störtebeker

     

    Störti @ BI zu Kommentar einer Mutter!

     

    Vielen dank für diesen wertvollen Beitrag.

     

    Ich selbst bin nun nicht in eine Familie von Zeugens hinein geboren. Das ist mir zum Glück erspart geblieben. Ich kenne aber persönlich viele "Aufgewachte", bei denen das der Fall ist. Einige liegen mir sehr am Herzen. Die Abhandlung hilft mir ein besseres Verständnis für die Lebenssituation dieser Brüder und Schwestern zu entwickeln.

     

    Auch das Buch von Misha Anouk „Goodbye Jehova!“, hat mir dabei geholfen. Auch wenn ich nicht in in jeder Hinsicht seiner Meinung bin.

     

    Meine beiden erwachsenen Jungs sind zum Glück nie ZJ geworden. Darüber bin ich heute sehr froh!

     

    Nochmal danke allen Beteiligten

     

    sagt Störti

     

  9. Petrus111

    Liebe Freunde,

    es gibt für jedes Alter unterschiedliche Rahmenbedingungen:

    Krippe, Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schule, Beruf, Rente, Altenheim

    Auch in Kirche gibt es unterschiedliche Angebote.

    Bei JZ gibt es das aber nicht.

    Es gibt Stühle für Erwachsene in der Versammlung, durch die kleine Kinder mit dem Rücken durchrutschen und mit ausgestreckten Beinen sitzend 2 Stunden ausharren sollen. Das ist - wenn durchgesetzt, Folter!
    Ich erlebte ein Versammlungsbuchstudium in einem Privathaushalt, wo ein Kleinkind auf einen Billigklappstuhl gesetzt wurde. Das ist so, als ob ein Erwachsener auf einer Platte sitzen soll - und das mit ausgestreckten Beinen und geradem Rücken. Das macht man genau eine Minute - dann hält man es nicht mehr aus.

    Auch bemerkenswert ist, dass Kleinkinder normalerweise um 19:00 Uhr im Bett sind, zur Versammlungszeit kann es dann schon mal 3 Stunden später werden - die Kleinen sollen das aber klarlos wechseln.

    Das nur mal zu den äußeren Rahmenbedingungen.

    Besonders schön fand ich immer das Gedächtnismahl, wenn die Hinrichtung Jesu in kleinsten Details hinsichtlich ihrer Grausamkeit beschrieben wurde, um den besonderen Wert des Opfers herauszustellen. Da fühlen sich die lieben Kleinen so richtig geborgen angesichts der Liebe Gottes!

    Ich weiß, dass besonders mein Bruder die Geschichte mit dem Tal voller Totengebeine immer besonders spannend fand. Als er 21 war, hat er den ersten Suizidversuch unternommen; mit 31 hats dann geklappt. Da hatten JZ mit ihren sehr merkwürdigen Erziehungsmethoden (die Rute ist das, was die Torheit vom Herzen des Knaben entfernt...) einen wesentlichen Anteil.

    Ein Kausalzusammenhang zwischen Schädigung der Psyche und daraus resultierender Störung ist im allgemeinen nicht nachweisbar - sonst säßen eine Menge Leute wegen Körperverletzung Schutzbefohlender im Knast.

    beste Grüße

    Petrus111

     

    1. Ⓖ-Ⓔ-Ⓡ-Ⓓ

      Gut gedrillte Söhne braucht Jehova, oder seine Bodenstation um gesegnet zu werden. WT 15. Januar 2015:

      NOCH vor ein paar Jahren lebten Cesar und Rocio ein eigentlich ganz bequemes Leben in Kalifornien. Cesar hatte einen Vollzeitjob im Bereich Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik und Rocio eine Teilzeitstelle in einer Arztpraxis. Sie hatten ihr eigenes Haus und keine Kinder. Doch dann passierte etwas, das ihr ganzes Leben verändern sollte. Was war das?
      Im Oktober 2009 hatte das US-Zweigbüro einen Brief an alle Versammlungen im Land geschickt. Fachkräfte wurden eingeladen, sich für die Mitarbeit im Bethel zu bewerben, um eine bestimmte Zeit bei der Erweiterung der Gebäude in Wallkill (New York) mitzuhelfen...
      Es verging über ein Jahr, aber Cesar und Rocio waren immer noch nicht ins Bethel eingeladen worden. Sie verloren ihr Ziel jedoch nicht aus den Augen und unternahmen weitere Schritte: Sie vereinfachten ihr Leben. Cesar erzählt: „Wir bauten unsere Garage in eine Einzimmerwohnung um, damit wir unser Haus vermieten können. Dann zogen wir von unserem 200-m2-Traumhaus, das wir erst ein paar Jahre zuvor gebaut hatten, in unsere 25-m2-Wohnung. Jetzt waren wir flexibler, falls die Einladung ins Bethel kommen sollte.“ Was geschah dann? Rocio berichtet weiter: „Einen Monat nachdem wir in unsere kleine Wohnung gezogen waren, erhielten wir eine Einladung, um als Aushilfskräfte nach Wallkill zu kommen. Für uns war klar: Unser Leben zu vereinfachen war ein Schritt, den Jehova segnen konnte.“
      So wie Cesar und Rocio haben auch Hunderte andere Brüder und Schwestern echte Opfer gebracht, um sich für die Bauprojekte im Bundesstaat New York zur Verfügung zu stellen. Eine Reihe von  ihnen helfen bei der Bethelerweiterung in Wallkill, andere beim Bau der neuen Weltzentrale in Warwick. * 

      Aufgabe eines Eigenheims und Umzug in einer vormalige Garage (als 25 m² Einzimmerwohnung umgebaut), kann man nach 9 Jahren "Segen" nur noch feststellen:"Die dümmsten Kälber suchen sich ihre Metzger selber"

      1. Jehu@Gerd

        Hallo Gerd, wenn ich diese „Erfahrung“ lese, fühle ich mich in einem Satire-Parallel-Universum. Da kann man nur noch sagen: Selig die Armen im Geiste....

      2. Störtebeker

         

        Störti an Gerd,

         

        mein Lieber, was hast du denn? Die "8 mit der Macht" leben in Warwick doch auch recht bescheiden. Das Zeigen doch all die Aufnahmen und Bilder über das neue Bethel.

         

        Außerdem habe ich den Eindruck, dass die "8 mit der Macht" nicht einmal satt zu essen bekommen. Sieh dir die doch bitte einmal genau an, wie die aussehen, wie mager die alle sind.

         

        Also mein lieber Gerd, habe mal bitte ein bisschen mehr Mitgefühl mit diesen "aufopferungsvollen" Gesellen.

         

         

         

        Empfiehlt dir Störti

         

        1. Ⓖ-Ⓔ-Ⓡ-Ⓓ

          So ist es Störti!

           

          Heute ist bei "arte" Nordkorea-Schwerpunkt. Da sah und hörte man um 18 Uhr, recht gut aussehende "Schwestern" und Verehrer vom Marschall (so wird der Dicke dort genannt), wie sie ihn glaubhaft als einen Gott verehren. Das beste Land auf der Welt ist Nordkorea. Da fragt man sich, sind diese Verehrungen nur Schauspiel für das West-TV, aber die Mienen zeigen: die glauben das wirklich.

           

          Wir Menschen sind für jede Narretei geeignet, zurückblickend auch war das bei uns auch wirksam. Aber noch einmal reingelegt zu werden, dazu sind wir sicher nicht mehr bereit.

          Ich habe nun die Wahl, guck ich Leverkusen gegen Bremen, oder weiter zum schönen Kim auf "arte" (20.15 Uhr)

           

          Tsching tschug jam, an Störti, = Gruß der Seefahrer rund um die See bei Korea 😉

          ♪ Junge, kommm bald wieder, wieder nach houuus! ♫ 

          1. Störtebeker

             

            Lieber Gerd,

             

            in Korea war ich schon. Nicht Nord- aber Süd- Korea, Hafenstadt Pusan. Ich weiß nicht mehr genau wann. Um 1971- 72 herum glaube ich. Es herrschte dort der absolute Ausnahmezustand. Nachts wurde geschossen. Choleraepidemie. Ich war gegen alles geimpft. Habe nichts abbekommen!

             

            In einem hast du, mein lieber Gerd unbedingt recht: " Aber noch einmal reingelegt zu werden, dazu sind wir sicher nicht mehr bereit." That´s right!

             

            Wenn es um diese Frage geht: "Ich habe nun die Wahl, guck ich Leverkusen gegen Bremen, oder weiter zum schönen Kim auf "arte" (20.15 Uhr)"

             

            Meine Meinung: So "schön" ist der dicke Kim nun wirklich nicht. Bei mir läuft Leverkusen gegen Bremen. Dazu ein gepflegtes Blondes.

             

            Kann ich dir als meinem Bruder nur empfehlen, Halbzeit 1:2. Also da geht heute noch was!

             

            Liebe Grüße Störti

             

             

             

      3. F&F

        Wer weiss ob das überhaupt wahr ist oder eine Fiktion

  10. Gast54

    @Bruder, ein sehr guter Beitrag !!

    Diesen Heuchlern fehlt jedes menschliche Mitgefühl. Sie machen ihre Anhänger krank !

    Habe mir 30 Jahre diesen Mist angehört wie mit einer Gebetsmühle bis ihre Kälte nicht mehr zu übersehen war. Alles nur Schein, aber kein Sein.

     

  11. Antonio

    Wunderbar,sehr schöner Artikel.

    Und mit dem Audiodatei habt Ihr das  "i-Tüp­fel­chen  vervollständigt."

     

    Für mich ist auch einfach mit Audio und gleichzeitig lesen.

    MfG Toni

     

  12. Tilo

    Tilo

    Vielen Dank für die Analyse eines kaum zu ertragenden WT-Artikels!

    Hier noch ein Schmankerl aus der sozialistischen Kindererziehung:"Wenn ich groß bin gehe ich zur Volksarmee"

    https://youtu.be/c_kiJht_oJM

    Viel Spaß beim Hören!

     

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