Hier bin ich – sende mich!

helfer-001Bist Du geeignet, ein „Helfer“ in Gottes Organisation zu sein?

Diese Frage soll anhand des Formulars A-19-X GE 10/15 beantwortet werden, das wir auf diesem Wege gern für alle bekennenden Zeugen Jehovas öffentlich und transparent machen wollen.

Wie wird man ein getaufter Christ? Sicherlich kann man nur als ein solcher erwarten, als „Helfer“ in einer christlichen Organisation mitarbeiten zu dürfen. Mit dieser Frage also müsste man sich vorab gründlich befassen – als Voraussetzung dafür, das „Helfer-Formular“ zu verstehen.

Bei Zeugen Jehovas gehen ein monatelanges Studium bibelerklärender Schriften und der Einstieg in den „Predigtdienst“ als unabdingbare Voraussetzungen der Taufe voraus. In Apostelgeschichte 8 ab Vers 34 lesen wir, welche Voraussetzungen der Bibel gemäß tatsächlich für die Taufe gegeben sind: Man muss die Erlösung durch Jesus Christus verstehen und ihn als den Erlöser annehmen, dann kann man als Christ getauft werden.

Nehmen wir an, dass Jehovas Zeugen nach ihrem „Bibelstudium“ diese Voraussetzungen auf jeden Fall erfüllen, stellt sich die Frage: Wer darf in der Organisation der Zeugen Jehovas, die nach dem Selbstverständnis der Religionsgemeinschaft als einzig wahre Religion auch die Organisation Gottes auf Erden ist, welche durch die Leitende Körperschaft geleitet wird, als „Helfer“ dienen?

Zunächst wäre interessant, welchen Status man als „Helfer“ hat, denn dies wird in dem Formular in keiner Weise erwähnt.

Ist man als „Helfer“, dessen Bewerbung angenommen wird, ehrenamtlich oder hauptamtlich tätig? Als ehrenamtlich tätiger Helfer hätte man außer dem Willen zu helfen keine Pflichten; alle Hilfe, die man erbringt, wäre in jedem Moment grundsätzlich freiwillig; man würde sich auf Augenhöhe, das heißt einvernehmlich gleichberechtigt in der Organisation bewegen. Als hauptamtlicher „Helfer“ würde man sich aber in ein Dienstverhältnis begeben, das grundsätzlich von einem Über- und Unterordnungsverhältnis geprägt ist. Der Umstand, dass dies unklar bleibt, ist bemerkenswert.

Es ist eine wenig bekannte Tatsache, dass das Arbeitsrecht der Kirchen Besonderheiten aufweist. Kirchen können ihren Mitarbeitern Loyalitätspflichten im Sinne ihres Kirchenrechts auferlegen, die je nach Nähe oder Ferne des Verkündungsauftrages der Kirche stärker oder schwächer ausgeprägt sind. Die Putzfrau in der Kirche hat dementsprechend eher untergeordnete Loyalitätspflichten im Sinne des Kirchenrechts; der Diakon oder Pastor hingegen hat explizit einen Verkündungsauftrag und muss daher durch seinen Lebenswandel die Ethik der Religion loyal widerspiegeln.

Da bei Zeugen Jehovas jeder einen Missionsauftrag hat, gibt es diese Abstufung nicht; es werden hohe Anforderungen an alle gestellt, aber an diejenigen, die als Lehrende auf der Bühne stehen, werden noch höhere Anforderungen gestellt.

Unter dieser Prämisse stehen deshalb alle Fragen, die sich mit der Gesinnung des potentiellen „Helfers“ befassen.

Laut Wikipedia wird „Gesinnung“ wie folgt definiert: „Die Gesinnung ist die durch Werte und Moral begrenzte Grundhaltung bzw. Denkweise eines Menschen, die den Handlungen, Zielsetzungen, Aussagen und Urteilen des Menschen als zugrunde liegend betrachtet werden kann. Ob die Gesinnung oder die Tat selbst die Sittlichkeit einer Handlung ausmacht, ist ein Problem der Ethik.

Der österreichische Philosoph Rudolf Eisler bezeichnete Gesinnung als: „Sinnesweise, Willenshabitus, dauernde Willensrichtung, die Motivation des Handelns in ethischer Hinsicht, die gefühlsbetonten Vorstellungen, aus denen der Wille entspringt.“

Die Gesinnung betreffend verlangt das Formular Auskünfte, die nicht nur den gegenwärtigen Zustand der Gesinnung, sondern auch eine Prognose für die Zukunft erlauben. Darauf zielen die in dem Formular gestellten Fragen nach dem gegenwärtigen Predigteinsatz ab sowie die Frage, weshalb man nicht (mehr) im Vollzeitdienst steht, wenn man es früher war, und viele weitere mehr.

Das Blatt 4 des Formulars gleicht hinsichtlich der Fragestellungen an die Ältestenschaft dem Fragenkatalog einer Akte der „Staatssicherheit“: Die Fragen, die dem Bewerber im Formular gestellt werden, werden auf Seite 4 noch einmal der Ältestenschaft gestellt, die den Bewerber anhand dieser Fragen detailliert bewerten soll und auch Stellung zu den Antworten des Bewerbers nehmen muss, da man den Angaben des Bewerbers selber nicht grundsätzlich glaubt, sondern diese bestätigt haben möchte. Die meisten Fragen zielen auf die Gesinnung des Bewerbers ab und beleuchten ihn und sein gesamtes soziales Umfeld. Die Fragen beziehen sich systematisch auf sein Äußeres, seine Nationalität und Hautfarbe, seinen vergangenen und momentanen körperlichen und emotionalen Zustand, seinen Umgang, seine Vorlieben in Bezug auf Musik und Sexualität, seine Reaktionen auf Kritik und darauf, ob es einmal „Schwierigkeiten“ mit ihm gab, und vieles mehr.

Hieran wird aber vor allem erkennbar, worauf die Ältesten der Versammlung hinsichtlich der ihnen anvertrauten Herde achten: Sie achten nicht darauf, ob es den Mitgliedern der Versammlung gut geht oder woran es ihnen fehlt. Sie achten darauf, dass sie sich organisationskonform verhalten und keine „Schwierigkeiten“ verursachen.

Etwas absurd sind Fragen, deren eventuell positive Beantwortung statt der Einladung, ein „Helfer“ zu sein, den unverzüglichen Gemeinschaftsentzug nach sich ziehen:

A 7 e.: Wenn Du getrennt lebst oder geschieden bist: gib bitte den Grund an.
B 3 a: hörst Du dir unmoralische, gewaltverherrlichende, spiritistische, mit Flüchen durchsetzte oder andere für einen Christen unpassende Musik an?

B 2 b: Hast Du Dir im letzten Jahr etwas angesehen, was für Christen unpassend ist, wie gewaltverherrlichende, spiritistische oder unmoralische Filme? Oder pornographisches Material?
B 2 c + d: Hast Du jemals homosexuelle Beziehungen gehabt? Wenn ja: erkläre bitte
B 2 e + f: Hast Du jemals ein Kind sexuell belästigt oder missbraucht? Wenn ja: wann?

Bei bestätigender Beantwortung der Frage B 2 e und f kann man, wenn die Unterlagen von einer Versammlung entsprechend der Datenverwendungseinwilligung verschickt werden und diese durch offizielle Behörden beschlagnahmt werden, dann auch gleich eine längst überfällige Selbstanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft machen, denn dann hat man sich strafbar gemacht! Ähnlich die Frage:

C 15: ‚Hast Du jemals Drogen genommen? Wenn ja, welch? Von wann bis wann? Beschreibe, welche Auswirkungen der Drogenmissbrauch heute noch auf dich hat.‘

Die Fragen zum Gesundheitszustand des Bewerbers machen deutlich, dass man eine Prognose darüber erlangen möchte, ob man die Dienste des Helfers möglichst uneingeschränkt und ohne die Aussicht, irgendwelche Fürsorge übernehmen zu müssen, erlangen kann. Wir empfehlen, diese Fragen auf sich wirken zu lassen, um den Geist hinter diesen Fragen zu erkennen.

Besonders bedenkenswert finden wir die Frage

C 7:Bist du jemals an einer psychischen Störung erkrankt gewesen (zum Beispiel schwere Depression, Panikattacken, chemisches Ungleichgewicht, Paranoia, Schizophrenie, Selbstmordversuch)? Wenn ja: erkläre bitte.‘

Nicht fürsorglich genug erscheint uns die Erlaubnis, die Erläuterungen zumindest auf einem extra Blatt machen zu dürfen, falls die eine 15 cm lange Linie unter „Erkläre bitte“ jeweils nicht ausreichen sollte, Erklärungen zu den Fragen abzugeben.

Ein Arbeitsverhältnis, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich, das nach Möglichkeit ohne die Verursachung von Nebenkosten wie Fahrtkosten zum Einsatzort oder Gesundheitskosten wie Zahnbehandlungen mit Zuzahlung geführt werden soll und ohne einen Lohn, der über Kost und Logis hinausgeht, ist weder bestreikbar noch irgendwelchen Arbeitnehmerforderungen zugänglich, da solche bereits bei der Begründung dieses Arbeitsverhältnisses ausgeschlossen werden.

Eine Religionsgemeinschaft hat besondere Rechte, was die Anforderung an die Loyalitätspflichten ihrer Mitarbeiter betrifft. Es stellt sich aber doch die Frage, ob ein solcher Fragebogen einen christlichen Geist der Liebe und Fürsorge wiederspiegelt und ob gemäß Jesu Loskaufsopfer Vertrauen und Chancengleichheit gewährt wird. (Der Bewerber bietet der Organisation ja seine Hilfe als „Helfer“ an, d.h. er möchte mit dem Formular seine Bereitschaft signalisieren, der Organisation in besonderer Weise zu helfen, muss aber statt helfen zu können, zunächst einmal alles über sich offenlegen und, so der Tenor der auf dem Formular gestellten Fragen, bescheinigen, dass er keine Belastung darstellen wird.)

Somit stellt sich letztendlich die Frage, ob der „Helfer“ durch diesen unterschriebenen und von Ältesten bestätigten Antrag vielmehr in ein Korsett gepresst werden soll, welches garantieren soll, dass er sündenfrei und finanziell, sozial und emotional in keiner Weise bedürftig ist. „Helfer“ werden – da sie sich sozusagen verpflichten, körperlich und psychisch in einwandfreiem Zustand zu sein – so sehr in eine emotionale Abhängigkeit presst, dass jeder, der sich unter dieses „Joch“ begibt, jegliche Ansprüche und auch jeglichen Anspruch auf Selbstbestimmung verliert, weil er diese durch Unterschrift unter das Formular freiwillig aufgibt.

Das „Helfer-Formular“ lässt, wie eingangs ausgeführt, unerwähnt, welche Rechtsbeziehung ein „Helfer“ zur Organisation hat, wenn er als „Helfer“ angenommen wird. Damit sind die Rechte und Pflichten beider Parteien unausgesprochen und bleiben auf dem Papier im Unklaren. Im Gegensatz dazu steht beispielsweise das Angebot einer Kirche, Helfer zu beschäftigen. Dies ist möglich unter anderem im sogenannten Freiwilligen Sozialen Jahr sowie im Bundesfreiwilligendienst. Auf ganzen 36 Seiten wird z.B. zum Bundesfreiwilligendienst erklärt, welche Rechte man als Helfer hat; es werden keinerlei Anforderungen außer der Bereitschaft, helfen zu wollen, gestellt. Siehe:

http://www.ev-freiwilligendienste.de/hauptnavigation/freiwillige-inland/

Jeder Zeuge Jehovas sollte sich darüber informieren und sich darüber klar werden, unter welchen Bedingungen diejenigen dienen, die sich bereiterklären, als „Helfer“ in der „Organisation Jehovas“ zu arbeiten. Dabei ist der Vergleich zu den Kirchen besonders aufschlussreich: Die Kirchen, die den gleichen rechtlichen Status besitzen wie den, den die WTG für sich erkämpft hat, beschäftigen ebenfalls Freiwillige, achten dabei jedoch als selbstverständlich zu betrachtende Arbeitnehmerrechte ebenso wie die freie Entfaltung der Persönlichkeit des Einzelnen, die christliche Gesinnung all derer vorausgesetzt, die für sie tätig werden möchten.

Hier der Helfer-Fragebogen:

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Mag ich nicht (5)

61 Kommentare zu “Hier bin ich – sende mich!

  1. Mike

    Vielen Dank für die veröffentlichung der dokumente. Da ich auch im glauben erzogen wurde, mich mit 15 aber absetzen konnte, bin ich zutiefst erschüttert über diesen Fragenkatalog.

    Ich selbst war mit 12 als Bauhelfer beim Bau eines Königreichsaals tätig, und musste selbst nie sowas audfüllen.

    Konnte nicht glauben, das sowas wirklich verlangt wird. Also habe ich einen Ältesten gefragt, ob das Dokument authentisch ist. Er bejahte die frage und wollte gleich wissen wo ich den Fragebogen denn her habe, da er eigentlich nicht für die Öffentlichkeit  gedacht ist.

    Seine Antwort,  auf meine Datenschutz und Diskreminierungsgesetz Bedenken, war lustig. Er sagte man wolle die Brüder besser kennenlernen.

    Wirklich traurig was da abgeht.

     

  2. britta

    Bei dem Helferfragebogen fehlen für die Schwestern noch die Fragen:

    Trägst du gerne Reizwäsche?

    Wenn ja, welches Fabrikat?

    Wissen die Ältesten davon?

    Wie primitiv müssen Menschen sein, sich solche Frasgen stellen zu lassen und auch noch zu beantworten.

    WTG = Volksverdummung hoch drei

     

    1. Edelmuth an britta

      Bei verheirateten Brüdern wäre noch die Frage, wie sie denn verhüten, mit ein paar praktischen Hinweisen. Obwohl man sehr an der Mehrung interessiert ist, wäre sie unter den freiwilligen Helfern fehl am Platze, weil sie anschließend als kostenlose Arbeitskräfte ausfallen.

      Ede

    2. paul

      hallo liebe britta. danke für deinen beitrag. als ich ihn las musste viel lachen. vielen dank dafür. lg aus regensburg

  3. Hallo miteinander,

    wer dem Herr und Gott Jesus Christus sowie ungläubiger Thomas anerkannt, wird immer diener alles andere Organisationon dienen und werden glauben das sie dem Herrn dienen.

     

    Mit freundliche Grüßen

    Knecht Jesu Christi

    1. Gazi Keskinsoy

      Ich möchte die Aussage von mir korrigieren,

      wer dem Herr und Gott (Jesus Christus) nicht anerkennt wie der Ungläubiger THOMAS, wird immer wieder irgendwelche Organisationen dienen und werde dabei glauben das er dem Gott dient.

      MFG

      Knecht Jesu Christi

  4.  
    Liebe Nada
    Liebe Schwester im Herrn. So haben sich die alten JZ (Bibelforscher), mein Vater gehörte noch dazu, bezeichnet. Früher hatten sie noch eine Beziehung zu Jesus Christus. Ich habe als Kind viele Brüder kennenlernen dürfen, die sprachen von Jesus als ihrem Herrn. Später ging das verloren. Auch ich bin eigentlich ohne Jesus gross geworden. Nun habe ich wie du das Neue Testament durchforscht und bin fasziniert über die Wichtigkeit von Jesus in unserem christlichem Leben. Viele Stellen haben wir doch schon so oft gelesen - aber überlesen. Es hat erst jetzt, da ich alt bin, gefunkt. Der Morgenstern ist aufgegangen in meinem Herzen.
    2.Petrus 1:19 oder die Augensalbe (Offb. 3:18) hat gewirkt. Der Schleier ist weggenommen worden. Ich bin froh, dass ich das in meinem Alter noch erleben durfte.
    Bitte lasse dich nicht irritieren von den Ver-oder Beurteilungen. Das steht uns sowieso nicht zu, das überlassen wir unseren beiden Höchsten. Gehe deinen eigenen Weg!!. Forsche weiter wie bisher und du wirst deinen inneren Frieden finden.
    Das wünsche ich dir von Herzen.
    Noomi
     

    1. ManfredF

      Hallo Nada

      das muss schon ziemlich lange her sein. Meine Mutter wurde so um 1965 herum ZJ und als ich 1995 Christ wurde und ihr von Jesus erzählte und ihr anhand der Lutherbibel mit Römer 10 belegen wollte, dass Jeder, der Jesus als Herrn anruft errettet wird, hat sie mir die Bibel aus der Hand geschlagen und mich mit wutverzerrtem Blick angeschriehen, dass stimmt nicht, dass kommt vom Teufel, Jesus darf man nicht anbeten nur Jehova.

      Das hat mich damals sehr erschrocken. Meine Mutter, die ständig mit der Bibel kam schlägt mir die Bibel aus der Hand weil da was drin steht was sie nicht hören wollte.

      Als ich Kind war und auch als junger Erwachsener da fing es schon an mit dem Sklaven und Jesus war da schon Nebenwerk. Auch wenn er oft mal erwähnt wird ist das meist nur Beiwerk oder in einem völlig falschen Licht. Jesus wird nur genommen um Zj unter Druck zu setzen

      Schaut mal, Jesus hat ständig vom Königreich gesprochen, er hat einfach gelebt usw. nehmt euch ein Beispiel, er war immer gehorsam und hat nie aufgemuckt...... und das verlangt er von euch gegenüber dem Sklaven den er schließlich eingesetzt hat..... so dient Jesus als Druckmittel, gehorsam zu sein.

      1. Ömmelchen

        Lieber Manfred,

        das ist ja eine echt heftige Erfahrung, und dass du sie auch noch mit deiner Mama machen musstest, macht es um so schlimmer. Obwohl ich die Mechanismen inzwischen verstehe und die Ergebnisse selbst erlebt habe und auch hier immer wieder zu lesen bekomme, macht es mich nach wie vor fassungslos, wie man Menschen so manipulieren und zu so einem Fanatismus (um-) erziehen kann. Manchmal habe ich den Eindruck, dass einige so von dem satanischen Licht geblendet sind, dass sie regelrecht erblinden und selbst dann nichts mehr sehen können, wenn man das falsche Licht ausschaltet.

        Ich hatte mal ein prägendes Erlebnis in meiner Versammlung. Auf dem Weg zur Gedächtnismahlfeier trafen einige von uns beim Umsteigen auf eine Pionierschwester. Sie hatte einen älteren Mann dabei, den ich noch nicht kannte. Ich nahm an, es sei ein Interessierter, der zum ersten Mal zur Versammlung mitkommt und wollte ihn begrüßen. Da stieß mich die Schwester, die ich sonst nur ruhig und freundlich kannte, grob beiseite und zischte, dass sei ein Ausgeschlossener; mit dem darf man nicht reden. Ich war sehr erschrocken; hatte das Gefühl, einen völlig anderen Menschen vor mir zu haben; wie eine gespaltene Persönlichkeit. Erst später in der Straßenbahn flüsterte mir eine andere Schwester zu, das sei ihr Ehemann, der schon lange ausgeschlossen sei und selten zur Versammlung kam. Ich war echt geschockt. Ich kann ja verstehen, dass solche Lebensumstände einen Menschen verändern und vielleicht hatte sie an diesem Tag Streit mit ihm gehabt, aber dieser Mensch wirkte so verhärmt und vorzeitig gealtert,dass er mir einfach nur leid tun konnte. Die andere Schwester erzählte mir später noch, dass er früher mal Ältester war und wie sie die Pionierschwester bewunderte, dass die über einen so langen Zeitraum in dieser unmöglichen Situation weiter tapfer ihren Weg mit Jehova ging und eisern ihren Pionierdienst durchzog.

        Das war meine erste Erfahrung zum Thema Ausschluss. Bis ich diese Härte am eigenen Leib erleben musste.

        Ich glaube wirklich, wenn mir damals jemand etwas in der Bibel gezeigt hätte, dass unserem Glauben widerspricht, hätte mich das eher neugierig gemacht. Hat aber leider keiner.
        Apropos Bibel. Vielen lieben Dank noch mal für dein "Bibelangebot". War eine gute Anregung. Meine Mami hat mir eine Bibel geschenkt. Eine Elberfelder mit Erklärungen. Die ist klasse. Ergänzend Hfa als App und bibleserver mit Interlinear u.a. Das langt ja erstmal.
        In diesem Sinne - allen, die nicht ackern müssen, ein störungsarmes Studierwochenende wünscht das Ömmelchen !

    2. nada

      Liebe noomi,

      als ich erkannte, wie sehr ich Jesus ignoriert habe, war ich wirklich ziemlich verzweifelt und ich kam mir sehr undankbar vor.

      Beim lesen der Evangelien war es so, als nähme er sanft meine Hand und sagte:

      Sorge dich nicht. Schau nicht zurück. Jetzt hast du mich ja gefunden.

      Lieber Schwester Gruß

      Nada

       

      1. VertreterDesVerstandes

        Also wenn man das so liest... Mir kommen da nur Gedanken wie: "Reif für die Klappse". Das ist ja gruselig. Leute, kommt ihr in eurem Leben noch ganz klar? Ihr seid "verzweifelt", weil eine mythische Figur mit dem Wahrheitsgehalt von Sindbad oder dem Nikolaus nicht die "nötige Wertschätzung" bekommen? Ihr habt echt Probleme.

        Würden Menschen diesen Müll über Yoda, die Macht, die 7 Zwerge oder was weiß ich schreiben, dann wäre der nächste Schritt berechtigt die psychotherapeutische Behandlung. Ersetzt man die 7 Zwerge durch Jesus und Gott ist wieder alles normal?

        Oh Schande... Hoffentlich habt ihr keine Kinder!

        Leute, ihr habt echt was an der Waffel. Lasst euch helfen und werdet normal.

         

        1. Petrus111

          Lieber VertreterdesVerstandes,

          Nicht oder nichts glauben ist doch selbstverständlich auch in Ordnung.

          Aber die Verfasser des deutschen Grundgesetzes haben zur Kenntnis genommen und akzeptiert, dass es gläubige Menschen gibt und die Glaubensfreiheit daher in die Verfassung geschrieben.

          Gläubig zu sein ist also nicht so abwegig!

          Beste Grüße

          Petrus 111

           

        2. nada

          Was bitte suchst du hier??

          Geh dahin, wo du deines gleichen findest, oder lass mal echten glauben auf dich wirken...

          Niemand ist ein hoffnungsloser Fall, auch du nicht.

          Wenn du meinst, die Welt für dich erklären zu können, dann respektiere ich das und erkläre dich bestimmt nicht zu einem Fall für den Psychiater, weil du wohl meinst, alles habe sich von selbst entwickelt.

          Und genau diesen Respekt erwarte ich von dir, wenn du hier über Menschen schreibt, die gläubig sind.

          Auch wenn du meinst, verstand zu besitzen, wage ich dich deine Sozialkompetenz in frage zu stellen.

          Wenn du hier diskutieren willst, gerne, dann diskutiere auf Augenhöhe.

          Sonst wäre es besser, du würdest schweigen, bzw die Finger vom Tastenfeld deines Smartphones lassen.

          Und jetzt ist wirklich BASTA.

          Nada

          1. Omma@nada

            Ach, liebe Nada,

            regen wir uns doch gar nicht auf, denn solche Leute (Trolle) wird es immer wieder geben. Ich habe da einen schönen Bibeltext gefunden:

            Prediger 10:2, 3   (Einheitsübersetzung)

             
            2 Der Verstand des Gebildeten wählt den rechten Weg, der Verstand des Ungebildeten den linken;
            doch der Dumme - welchen Weg er auch einschlägt, ihm fehlt der Verstand, obwohl er von jedem andern gesagt hat: Er ist dumm.

            TROLLE  BITTE  NICHT  FÜTTERN!!!

            Sei ganz lieb gegrüßt von deiner Schwester  Omma

        3. Horst

          "Vertreter des Verstandes" ? Nach Deinen Äusserungen zu urteilen ist das ja schon ein Paradoxon an sich. Lass die Leute hier in Ruhe mit Deinem Geschwafel. Hilfe für psychisch Kranke, aggressive Psychopathen und Alkoholkranke gibts unter den einschlägigen Notrufnummern.

        4. Dominikus Klein

          Hallo VertreterDesVerstandes,
          als Atheist steht es mir nicht zu Deinen IQ zu beurteilen, aber sollte er sich auf den gleichen Niveau wie Deine hier gezeigte Respektlosigkeit, Mangel an Einfühlungsvermögen usw. befinden,...mein herzliches Beileid!
          Sicherlich braucht man nicht mit jeden Kommentarschreiber übereinstimmen aber "Reif für die Klappse" zeigt nur Deine Unreife!!
          Domi

        5. paul

          hallo "vertreter" des verstandes! ...die zj nennen sich "vertreter gottes" du des verstandes. wer hat euch zum vertreten ermächtigt?... ich war früher so wie du sagtest "reif für die klappse" weil ich keinen echten glauben hatte. ich war deswegen auch verzweifelt. damals brauchte ich auch psychotherapeutische behandlung. ich lies mir helfen und wurde normal dank dem glauben an jesus christus. ich fühle mich glücklicher den jeh. und des gleiche wünsche ich dir auch. vg paul :-))

  5. Max@Gerd

    Hallo Tilo,

    Habe gerade  deinen treffende Kommentar gelesen. Bin für jeden Kommentar dankbar welcher sich auch mal auf den betreffenden Artikel bezieht.

    Du hast noch einmal den Artikel auf den Punkt gebracht.

    ich kann es heute immer noch nicht fassen das ich selbst ähnliche Fragebögen ausgefüllt habe um als Helfer am heiligen Dienst zu dienen.

    LG

    Max

  6. Fanny

    Fanny@nada

    Liebe nada,deine Situation beschäftigt mich schon seit deinem ersten Kommentar!

    Momentan lese ich das Hiobbuch,dass ja sehr viele Fragen aufwirft.Wenn ich die Freunde von Hiob betrachte, so hat jeder dieser Freunde eine andere Sicht der Dinge, die Hiob durchmachen muss.Jeder hat einen guten Ratschlag und denkt Hiob sei selbst daran Schuld in dieser Prüfung zu sein.

    Wenn ich mir deine Situation immer und immer wieder durch den Kopf gehen lasse ( die ja schier ausweglos erscheint) so ist sie doch nicht aussichtslos. Hiob konnte aus seiner Situation ebenfalls nicht davon laufen er musste warten bis Jhwh die Plagen beendete und ihn dann wieder herstellt.Ich frage mich, warum hat Gott dieses Spiel so weit getrieben? Bei allen Fragen die das Hiobgeschehen aufwirft,bleibt mir persönlich die Einsicht,dass Jahwe derjenige ist der die Prüfung beenden kann und wird!Obwohl Hiob am Boden zerstört war und bewegungsunfähig auch nur einen Schritt zu gehen, sagte er: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

    Liebe nada,auch du bist in deiner Situation fest eingebunden und bewegungsunfähig aber du weißt, dass dein Erlöser lebt und ist das nicht das Wichtigste?

    ICH wünsche dir von Herzen eine gesegnete Woche.

    LG Fanny

  7. Sylvia Geiser

    Lieber Realist

    Danke für Deinen deutlichen Kommentar.

    Leider haben die Wenigsten Gottvertrauen, trotz all diesen Informationen, die sie bekommen, sonst wäre es für sie keine Frage zu gehen.

    Sie geben vor, dass sie hätten, aber in Wirklichkeit lieben sie nur sich selbst, WENN ÜBERHAUPT.

    Sehr gutes Beispiel mit den 3 Affen!

    Hab einen schönen Tag

    Sylvia

  8. Robbie

    Leute, die diesen Bogen freiwillig ausfüllen, haben es im Grunde nicht besser verdient.

    Sie werden nur noch von denjenigen getoppt, die das Formular auch noch wahrheitsgemäß ausfüllen und dann verschämt dort eintragen, wann sie welche nackte Brust im Fernsehen angeschaut haben. 😉

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