Glossar

Ein Stichwortverzeichnis sogenannter ‚theokratischer‘ Wörter oder Begriffe mit Erklärungen zum angeblichen oder tatsächlichen biblischen Hintergrund.

Durch ein Klicken auf die folgend  gelisteten Stichwörter wird man zu den jeweiligen Erklärungen geführt.

Zweck dieses Glossars:

Der Zweck dieses Glossars ist zweierlei:

(1) Die wahre Bedeutung von immer wiederkehrenden WTG-"Fachbegriffen" (Standard-Worthülsen, "Lieblings"-Wendungen, Parolen, Schlagworten, "Lingo") zu entschlüsseln, um so in WTG-Publikationen zwischen den Zeilen lesen und die eigentliche, wahre, von der WTG beabsichtigte "Stoßrichtung" erkennen zu können;

(2) Den Irrtum, oder zumindest die "biblisch/theologische Fragwürdigkeit" zentraler WTG-Dogmen und -Lehraussagen darzustellen, um diese aus christlich/biblischer Sicht zu beurteilen und einzuschätzen.

 

Erklärung der Begriffskategorien:

Aktionismus: Zum Zweck der Werkheiligung erbrachte Aktivität innerhalb oder für die WTG; "tun, machen, schaffen, leisten".

* Abwertend: Geringschätzige oder herabwürdigende, negativ besetzte Bezeichnung für "missliebige Personen" oder nach Urteil der WTG "Verurteilungswürdiges".

Biblisch: Auf der Bibel beruhend, biblisch begründbar.

Biblisch/umgedeutet: Von der WTG aus der Bibel abgeleitet, aber in ihrem Sinne uminterpretiert.

Dogma: Lehrpunkt der WTG; biblisch mehr oder weniger begründbar.

Organisatorisch: Mit der WTG-Organisation in Verbindung stehend oder ihr dienend.

Titel: WTG-organisatorisch/bürokratische Amtsbezeichnung.

Worthülse: Inhaltsleerer, nichtssagender Begriff, Floskel, Platitüde, Slogan oder pauschale Wendung, entweder frei von der WTG ersonnen, oder aus der Bibel – meist gemäß der NWÜ-Wiedergabe – abgeleitet.

 

Sofern nicht anders angegeben, sind alle Bibelzitate auf der Grundlage der "Revidierten Elberfelder Bibel" (REB, ©Brockhaus-Verlag) erstellt. Versangaben in Klammern beziehen sich auf in manchen Bibelausgaben von der REB abweichende Versnummern.

 

Schnellnavigation:


1260 Tage

144000

1914

1918

1919

1975

Abendmahl

Abfallen; Abgefallene

Abgleiten

Abgrund

Ablenkung

Abschluss dieses Systems

Abtrünnig; Abtrünnige; Abtrünnigkeit

Abtrünniges Gedankengut

Adamischer Tod

Alles zur Verherrlichung Gottes tun

Allgemeiner Pionier; allgemeiner Pionierdienst

Alter Bund

Altes Israel

Altes System

Ältestenbuch

Ältester

Ältestenbesprechung

Ältestenschaft

Ältestenschule

An Reife zunehmen

An seinem Platz bleiben

Anbetung

Andere Schafe

Anderen helfen

Anerkannter Mitverbundener

Anerkennung Gottes

Angebracht

Annehmbar (für Gott)

Ansprache

Ansprechdienst

Anstrengungen; sich anstrengen

Antichrist

Anweisungen

Anweisungen befolgen

Auf Jehova warten

Aufeinander achten

Auferbauen; auferbauend

Auferstehung

Aufgabe

Aufrichtig; aufrichtige Menschen

Aufseher

Aufsichtsstellung

Ausgeglichen

Ausgeschlossene

Ausharren

Ausschluss

Außenstehender

Autorität

Babylon die Große

Babylonisches Exil

Babylonische Gefangenschaft

Bald

Bauregion

Begeisterung; begeistert sein

Belehrung

Belohnung

Bereitwillig; Bereitwilligkeit

Bereuen

Berichten

Beschneidung

Besuchswoche (des "Kreisaufsehers")

Bethel; Bethelheim

Betheldienst

Bethelmitarbeiter

Beweisen; unter Beweis stellen (Glauben, Treue, Ergebenheit, …)

Bezeichnen; bezeichnet halten

Bezirk

Bezirksaufseher

Bezirkskongress

Bibelforscher

Bibelschule (für ledige Brüder)

Bibelstudium

Biblisch

Biblische Chronologie

Biblische Erfordernisse

Biblische Wahrheit

Biblischer Grundsatz

Biblisches Verständnis

Bildung

Blaue Bombe

Blutfrage

Blutschuld

Böcke; bockgleiche Menschen

Böses Herz (des Unglaubens)

Braut Christi

Brautklasse

Brooklyn

Brüder Christi

Bruderschaft

Buch des Lebens

Buchrolle des Lebens

Bundesverhältnis

Bundesvolk

Christ; Christen

Christenheit

Christentum

Christenversammlung

Christi Auftrag

Christi Gesinnung haben

Christi Königreich

Christlich

Christliche Einheit

Christlicher Dienst

Christus

Christus nachahmen

Christus nachfolgen

Chronologie

Dämonen

Danach ringen

Dankbarkeit

Das Herz behüten

Das Herz erreichen

Das Königreich allem voranstellen

Das Königreich an die erste Stelle setzen

Das Richtige tun

Das Zusammenkommen nicht aufgeben

Debatten über Worte

Delegieren (von Verantwortung)

Delegierter

Dem Königreich den ersten Platz/die erste Stelle/den Vorrang einräumen

Dem Satan übergeben

Demut; demütig sein

Denkweise Gottes

Der beste Lebensweg

Der beste Ort der Welt

Der falsche Prophet

Der Sklave

Der Theokratie den ersten Platz/die erste Stelle/den Vorrang einräumen

Die beste Bildung, die es gibt

Die Gemeinschaft entziehen

Die Habe des Königs (mehren)

Die Herde (Gottes) hüten

Die höchste Karriere diesseits von Harmagedon

Die richtige Einstellung haben

Die Wahrheit allem voranstellen

Die Zeit auskaufen

Die Zeit weise gebrauchen/verwenden

Diener Gottes

Diener Jehovas

Dienerschaft

Dienst

Dienst völlig durchführen

Dienstabteilung

Dienstamt

Dienstamtgehilfe

Dienstaufgabe

Dienstaufseher

Dienstbereit sein; Dienstbereitschaft

Dienstgruppe

Dienstgruppenaufseher

Dienstgruppenleiter

Dienstjahr

Dienstkomitee

Dienstvorrecht

Dienstwoche

Dienstzuteilung

Dienstzweig

Diese Generation

Doppelte Erfüllung

Dreieinhalb Tage

Dringlichkeit; Dringlichkeitsbewusstsein

Echte Christen

Echtes Christentum

Eifer; eifrig sein (im Dienst)

Eigene Gedanken

Eigene Interessen

Eigene Interessen zurückstellen

Eigene Wünsche zurückstellen

Eigenes Denken

Ein gutes Licht auf Gott/die WTG werfen

Ein gutes Zeugnis geben

Ein schlechtes Zeugnis geben

Einen vollen Anteil haben (am Jüngermachen, am Predigen, am Werk, …)

Einen noch volleren Anteil haben (am Jüngermachen, am Predigen, am Werk, …)

Einheit

Einsatz (im Dienst; für die Organisation etc.)

Einsicht

Einzig richtige Religion

Einzig wahre Religion

Empfehlungsbrief; Empfehlungsschreiben

Ende, das

Endzeit

Endzeitrede

Engel

Entbinden; Entbindung

Entspannung

Erbauen; erbauend

Erbsünde

Erde

Erfahren

Erfahrungen

Erfrischend

Erfüllung im Großen

Erfüllung im Kleinen

Ergeben; Ergebenheit

Erkenntnis

Erkenntnis (in sich) aufnehmen

Erlösung

Ermuntern; ermunternd; Ermunterung

Ernannte Diener

Ernennung

Errettung

Erste Erfüllung

Erwachet!

Erzengel

Ewige Vernichtung

Ewiger Tod

Ewiges Leben

Falsch

Falsch verstandene Loyalität

Falsche Anbetung

Falsche Lehren

Falsche Religion

Falscher Prophet

Falsches Denken; falsche Denkweise

Familienabend

Familienstudium

Fehltritt

Fehlverhalten

Feinde der Wahrheit

Feinde Gottes

Feld

Felddienst

Fest gegründet sein

Fest im Glauben (sein/stehen)

Festbleiben; feststehen

Feuersee

Fleischlich

Fleischliches Denken

Fleiß; fleißig sein (im Dienst)

Förderung der Königreichsinteressen

Fortschritt; Fortschritte machen

Freier Wille

Freiheit

Freiwillige; Freiwilligendienst

Freund Gottes

Freund Jehovas

Frieden und Sicherheit

Frucht der Lippen

Frucht des Geistes

Für Gott annehmbar

Fürsten der Neuen Erde

Fußstapfennachfolger Jesu

Gaben in Form von Menschen

Ganzherzig

Gebetsvoll

Gebiet

Gebietsbearbeitung

Gebietskarte

Gedächtnismahl(feier)

Gedächtnismahlteilnehmer

Gegenbildliche Erfüllung

Gegenbildliches Jerusalem

Gegenstand der Gebete

Gegenwart (Christi)

Gegner (der Wahrheit)

Gehenna

Gehorsam; gehorchen; gehorsam sein

Geist

Geistesmensch

Geistgeboren

Geistgeleitet; geistgeführt

Geistgesalbt; Geistgesalbte

Geistgeschöpf

Geistgezeugt; Geistgezeugte

Geistig

Geistig befähigt

Geistig gefährlich

Geistig gesinnt

Geistig gesund

Geistig gut genährt

Geistig krank

Geistig reif; geistige Reife

Geistig rein; geistige Reinheit

Geistig schlafen

Geistig schwach; geistige Schwäche

Geistig stark

Geistig tot; geistiger Tod

Geistig wachsen

Geistige Aktivitäten

Geistige Angelegenheiten

Geistige Auferstehung

Geistige Bedrohung

Geistige Bedürfnisse

Geistige Dinge

Geistige Edelsteine

Geistige Familie

Geistige Fortschritte

Geistige Freiheit

Geistige Gefahr

Geistige Gesinnung

Geistige Gesinnung schützen

Geistige Gesundheit

Geistige Hilfe

Geistige Hungersnot

Geistige Interessen

Geistige Juden

Geistige Leckerbissen

Geistige Nahrung

Geistige Routine

Geistige Schätze

Geistige Schulung

Geistige Segnungen

Geistige Söhne Gottes

Geistige Speise

Geistige Tätigkeiten

Geistige Täuschung

Geistige Wohlfahrt

Geistige Ziele

Geistigen Interessen den ersten Platz/die erste Stelle/den Vorrang einräumen

Geistiger Bereich

Geistiger Fortschritt

Geistiger Höhepunkt

Geistiger Hunger

Geistiger Irrtum

Geistiger Schlaf

Geistiger Tempel

Geistiger Tisch

Geistiges Dunkel

Geistiges Erbe

Geistiges Festmahl

Geistiges Gleichgewicht

Geistiges Israel

Geistiges Licht

Geistiges Paradies

Geistiges Sehvermögen

Geistiges Wahrnehmungsvermögen

Geistiges Wahrnehmungsvermögen schulen

Geistiges Wohl

Geistiggesinntsein

Geistlichkeit (der Christenheit)

Geistsalbung

Geistsöhne Gottes

Geistwesen

Geistzeugung

Gemeinschaft entziehen

Gemeinschaftsentzug

Genaue Erkenntnis

Generation

Genug tun; genügend tun

Geradeso tun

Gerecht gesinnte Menschen

Gerechtigkeitsliebend

Gerechtigkeitsliebende Menschen

Gereinigte Erde

Gerichtsbotschaft(en)

Gerichtstag (Gottes)

Gerichtstag Christi

Gesalbt; Gesalbte

Gesalbter Überrest

Geschickte Fragen stellen

Gesetzesbund

Gesunden Sinnes sein

Geteiltes Haus

Getrennt von der Welt sein

Gileadmissionar

Gileadschule

Glauben ausüben

Glauben beweisen, unter Beweis stellen

Glaubensbrüder

Glaubenskampf

Glaubensstärkend

Glaubenstaten

Glaubenswerke

Gog von Magog

Goldene Regel

Gott

Gott dienen

Gott gefallen

Gott gehorchen

Gott kennenlernen

Gott lieben

Gott mehr gehorchen als Menschen

Gott verherrlichen

Gott wohlgefällig sein

Gottergebenheit

Gottes Anerkennung

Gottes Anforderungen

Gottes Anweisungen

Gottes Bundesvolk

Gottes Denkweise

Gottes Diener

Gottes Eigenname

Gottes Erwartungen

Gottes Frau

Gottes Gesetz

Gottes Gunst

Gottes himmlische Frau

Gottes himmlische Organisation

Gottes himmlisches Königreich

Gottes irdische Organisation

Gottes Kinder

Gottes Königreich

Gottes Königreich an die erste Stelle setzen

Gottes Königreich den ersten Platz/die erste Stelle/Vorrang einräumen

Gottes Maßstäbe

Gottes messianisches Königreich

Gottes Missbilligung

Gottes Missfallen

Gottes Name

Gottes Namen ehren/heiligen/preisen

Gottes Organisation

Gottes Plan

Gottes Segen

Gottes sichtbare Organisation

Gottes Sittenmaßstäbe

Gottes Strafgericht

Gottes Souveränität

Gottes Tag

Gottes tausendjähriges Königreich

Gottes ursprünglicher Vorsatz

Gottes Verheißungen

Gottes Versprechen

Gottes Vernichtungsstreitkräfte

Gottes Volk

Gottes Vorhaben

Gottes Vorsatz

Gottes Wagen

Gottes Warnungen

Gottes Wille

Gottes Wohlgefallen

Gottes Wort studieren

Gottesdienst

Gottgefällig

Göttliche Autorität

Göttliche Belehrung

Göttliche Bildung

Göttliche Segnungen

Göttliche Vernichtungsstreitkräfte

Göttliche Vorkehrungen

Göttlicher Name

Göttlicher Plan

Göttlicher Segen

Göttlicher Wagen

Göttliches Gesetz; göttliche Gesetzgebung

Göttliches Strafgericht

Groß-Babylon

Große Drangsal

Große Volksmenge

Großer Unterweiser

Größere Erfüllung

Grundsatz

Gute Botschaft

Gute Erfahrungen

Gute Gewohnheiten

Gute Werke

Guter Name

Guter Ruf

Gutes tun

Habe des Königs

Hades

Harmagedon

Harte Arbeit; hart arbeiten

Haupt

Hauptbüro

Haus-zu-Haus-Dienst

Haus-zu-Haus-Notizzettel

Heidenzeiten

Heiliger Dienst

Heiliger Geist

Heiligung des Namens Gottes

Heimbibelstudium

Helleres Licht

Herde

Herz bereitmachen

Herz des Unglaubens

Hier bin ich! Sende mich!

Hilfe-Not-Gebiet

Hilfspionier; Hilfspionierdienst

Himmel

Himmlische Auferstehung

Himmlische Berufung

Himmlische Braut

Himmlische Frau

Himmlische Hoffnung

Himmlische Klasse

Himmlische Regierung

Himmlische Organisation

Himmlische Vernichtungsstreitkräfte

Himmlischer Bereich

Himmlischer Wagen

Himmlisches Jerusalem

Himmlisches Paradies

Hingabe

Hingabegelübde

Hirte

Hirtenbesuch

Hochzeit des Lammes

Höhere Bildung

Hörner des Drachens

Hure, die große

Hurerei

Hütet die Herde Gottes-Buch

Ichsüchtige Bestrebungen

Ichsüchtige Interessen

Ichsüchtige Neigungen

Ihr seid meine Zeugen

Im Dienst beschäftigt sein/bleiben

Im Glauben befestigt sein

Im Glauben feststehen

Im Glauben nicht wanken

Im Glauben stark/stärker werden

Im Herrn heiraten

Im Kleinen treu im Großen treu

In der Wahrheit sein

In der Wahrheit wandeln

In die Wahrheit kommen

In Maßen; maßvoll

In noch vollerem Maße tätig sein

Index der Wachtturm-Publikationen

Informeller Dienst

Innere Gemächer

Inspiration; inspiriert

Interesse

Interesse fördern

Interesse nachgehen

Interesse wecken

Interesse zeigen/bekunden

Interessierter

International Servants

Internationaler Kongress

Irdische Hoffnung

Irdische Klasse

Irdische Organisation (Gottes)

Irrlehren

Irrtum

Israel Gottes

Jahresbericht; jährlicher Bericht

Jehova

Jehova dienen

Jehova kennenlernen

Jehova lieben

Jehovas Diener

Jehovas Namen ehren, preisen

Jehovas Zeugen

Jemanden bezeichnen; jemanden bezeichnet halten

Jerusalem

Jerusalem droben

Jesus Christus

Jesus nachahmen

Jonadabe

Jüngermachen

Kein Teil der Welt sein

Keinen Gruß entbieten

Keinen guten Ruf haben

Kennzeichen an der Stirn (anbringen)

Kennzeichen der wahren Religion

Kennzeichen wahrer Christen

Kinder Gottes

Kleine Herde

Kleinere Erfüllung

Kleines Horn

Komiteefall

Kommen Christi

Kommentaregeben

Kongress

König des Nordens

König des Südens

Königreich

Königreich Christi

Königreich Gottes

Königreichsbotschaft

Königreichsbund

Königreichsdienst

Königreichsdienstschule

Königreichsinteressen

Königreichsinteressen fördern

Königreichslieder

Königreichssaal

Königreichssaalbau

Königreichsverkündiger

Königreichswerk

Koordinator (der "Ältestenschaft")

Kopfbedeckung

Köpfe des Drachens

Korah

Krankenhausinformationsdienst

Krankenhaus-Verbindungskomitee

Kreis

Kreisaufseher

Kreiskongress

Krieg im Himmel

Krieg von Harmagedon

Kritisch; kritisches Denken

Lahme Opfer

Lauterkeit; Lauterkeit bewahren

Leben für Leben

Leben im Himmel

Leben und Dienst-Arbeitsheft

Leben vereinfachen

Lebengebend

Leerer Trug

Lehren

Leib Christi

Leitende Körperschaft

Leitung durch ein Haupt

Letzte Tage

Letzter Tag

Liebe

Liebe bekunden

Liebe erweisen

Liebe unter Beweis stellen

Liebe zeigen

Liebe zum Ausdruck bringen

Liebe zur Wahrheit

Literatur

Lohn

Lösegeld

Loskaufsopfer

Loskaufspreis

Loyal, Loyalität

Magog

Mangel an Demut

Mangel an Glauben

Mangel an Weisheit

Mangelnde Reue

Mann mit dem Schreibzeug

Materialismus

Mehr tun

Mehrfache Erfüllung

Mehrung

Menschen helfen

Menschenfurcht

Menschenherrschaft

Menschliches Denken

Messianisches Königreich

Messias

Michael

Millennium

Missetat; Missetäter

Missbilligung Gottes

Missfallen Gottes

Missionar; Missionardienst

Mit der Organisation Schritt halten

Mit Linnen bekleideter Mann

Mit Weisen wandeln

Mosaisches Gesetz; mosaischer Gesetzesbund

Murren

Muster gesunder Worte

Mustergebet

Nach geistigen Schätzen graben

Nach Vorrechten streben

Nachfolger Jesu Christi

Nachlassen

Nachsinnen

Nächstenliebe erweisen/praktizieren/zeigen

Name (Gottes)

Nasiräer

Natürliches Israel

Negatives Denken

Negatives Reden

Nephilim

Neue Erde

Neue Geburt

Neue Nation

Neue Ordnung

Neue Publikationen

Neue Welt

Neue-Welt-Übersetzung

Neue(r) Himmel

Neuer Bund

Neuer Verkündiger

Neues Jerusalem

Neues Licht

Neues System

Neuinteressierter

Neunundsechzig Jahrwochen

Neutralität

Neuzeitliche Erfüllung

Neuzeitliche Geschichte des Volkes Jehovas

NH

Nicht beispielhaft

Nicht nachlassen

Nicht vorbildlich

Noch wirkungsvoller werden

Nur im Herrn heiraten

Nützliche Gewohnheiten

Obrigkeitliche Gewalten

Öffentliche Bekanntmachung

Öffentliche Erklärung

Öffentliche Zurechtweisung

Öffentlicher Dienst

Öffentlicher Verweis

Öffentlicher Vortrag

Opfer bringen

Opfer des Lobes/des Lobpreises

Opferbereit sein; Opferbereitschaft

Opfertod Christi

Organisation, die

Organisatorische Vorkehrungen

Paradies

Parousia; Parusie

Personifizierte Weisheit

Persönliche Interessen

Persönliches Gebiet

Persönliches Studium

Philosophie

Pionier; Pionierdienst

Pionierbesprechung

Pionierschule

Pionierzusammenkunft

Predigen

Prediger

Predigtauftrag

Predigtdienst

Predigtdienstbericht

Predigtdienstgebiet

Predigtdienstschule

Predigtdienststunden

Predigtdiensttreffpunkt

Predigttätigkeit

Predigtwerk

Prioritäten

Prophetische Parallele

Prophetisches Drama

Prophetisches Vorbild

Prophezeiung; prophetisch; Prophet

Prüfungen (der Lauterkeit, des Glaubens, der Treue, etc.)

Publikationen

Rat annehmen

Rat; Rat erteilen

Rebellion; rebellisch

Rechtfertigung Gottes

Rechtsfall

Rechtskomitee

Regel des Benehmens

Regionalkongress

Reichlich beschäftig sein

Reife; reif sein

Rein; Reinheit

Reine Anbetung

Reine Sprache

Reinerhalten

Reinigung

Reisender Aufseher

Religiöser Irrtum

Respekt vor Autorität

Rettung

Rettungswerk

Reue

Reuelose Missetäter

Richtig

Richtig eingestellt sein; richtige Einstellung

Richtige Einstellung haben

Richtige Entscheidungen treffen

Richtige Prioritäten setzen

Richtige Religion

Richtiger Weg

Ringen

Rückbesuch

Ruf

Same der Frau

Same des Weibes

Satan

Satans System, Satans Welt

Schafe; schafähnliche Menschen

Schattenbild

Scheinchristen

Scheinweizen

Scheol

Schlachtopfer der Lobpreisung

Schlechte Gesellschaft

Schlechter Umgang

Schlussphase der Zeit des Endes

Schlussprüfung

Schmach auf die Organisation/die Versammlung bringen

Schriftgemäß

Schriftwidrig

Schritt halten (mit der Organisation)

Schulaufseher

Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung

Schule für Königreichsverkündiger

Schulung

Seele

Segen Gottes

Segen; Segnungen

Segensreich

Sein Äußerstes tun

Sein Bestes geben

Sein Herz bereitmachen

Sein Möglichstes tun

Seinen Dienst ausdehnen

Seinen Dienst erweitern

Seinen Dienst völlig durchführen

Sein Leben vereinfachen

Sekretär

Selbstprüfung

Selbstsüchtige Bestrebungen

Selbstsüchtige Interessen

Selbstsüchtige Neigungen

Sexuelle Unmoral

Sich (fürs Werk) einsetzen

Sich ablenken lassen

Sich als ein Geringerer benehmen

Sich anstrengen

Sich der wichtigeren Dinge vergewissern

Sich die Wahrheit zu eigen machen

Sich eng an etwas halten

Sich (willig) gebrauchen lassen

Sich geistige Ziele setzen

Sich Jehova hingeben

Sich nicht ablenken lassen

Sich seiner geistigen Bedürfnisse bewusst sein

Sich um Vorrechte bemühen

Sich unterordnen

Sich verausgaben (im Dienst; fürs Königreich)

Sich verbrauchen

Sich von der Welt getrennt halten

Sich (willig) gebrauchen lassen

Sich zur Verfügung stellen

Sich zur Wahrheit hingezogen fühlen

Sich zurechtbringen lassen

Sich zurückziehen

Sichtbare Organisation (Gottes)

Sieben Weltreiche

Sieben Zeiten

Siebzig Jahrwochen

Sittenmaßstäbe Gottes

Sonderdienst

Sonderpionier; Sonderpionierdienst

Sondervollzeitdiener; Sondervollzeitdienst

Souveränität Gottes

Spätphase der letzten Tage

Spätphase der Zeit des Endes

Speise zur rechten Zeit

Standhaft bleiben; Standhaftigkeit

Stark im Glauben

Stärkung (des Glaubens)

Sterben

Sterne in der rechten Hand Christi

Stolz

Straßendienst

Streben

Streitfrage

Studienartikel

Studienausgabe

Studierabend der Familie

Studieren; Studium

Studierendenansprache

Studium, persönliches

Stundenerfordernis

Sünde; sündigen

Sünde bekennen

Symbole

System der Dinge

Tag Gottes

Tagessonderkongress

Tag des Herrn

Tagestext

Tartarus

Täter des Wortes werden

Taufe

Tauffragen

Täuschung

Tausendjahrherrschaft (Christi)

Telefondienst

Tetragramm(aton)

Teufel

Theokratie

Theokratisch

Theokratisch eingestellt

Theokratische Aktivität

Theokratische Einheit

Theokratische Kriegführung

Theokratische Kriegslist

Theokratische Ordnung

Theokratische Organisation

Theokratische Predigtdienstschule

Theokratische Tätigkeit

Theokratische Vorkehrungen

Theokratische Ziele

Theokratischer Grundsatz

Tisch der Dämonen

Tisch Jehovas

Tisch Satans

Tod

Traktat

Traktataktion

Treffpunkt

Trennungswerk

Treu; Treue

Treuer und verständiger Sklave

Unabhängiges Denken

Unbiblisch

Ungehorsam

Ungeistig

Ungetaufter Verkündiger

Ungeteiltes Herz

Ungläubige

Universalorganisation

Unmoral

Unnütze Sklaven

Unparteilichkeit

Unrechte Begierden

Unrechte Wünsche

Unreif; Unreife

Unrein; Unreinheit

Unreine Gedanken

Unreine Gewohnheiten

Unreine Handlungen

Unser Königreichsdienst

Unser Zusammenkommen nicht aufgeben

Unsichtbar

Unsichtbare Gegenwart Christi

Unsichtbare himmlische Organisation (Gottes)

Unsichtbares Königreich (Gottes; Christi)

Untätige; untätig

Unter Gebet

Unterhaltung

Unterhirte

Unterordnung (unter ein Haupt)

Unterscheidungsvermögen

Unterstützer der wahren Anbetung

Unterstützer des Königreiches (Gottes)

Unterweiser

Unterweisung

Unterwürfig

Untheokratisch

Unverdiente Güte

Unvollkommenheit

Unweise

Vater Unser (Vaterunser)

Verbleibende Zeit

Verblendung

Verfehlung

Verfolgung

Verführung

Verhältnis zu Gott/zu Jehova

Verherrlichung; verherrlicht

Verheißener Same

Verheißungen Gottes

Verkündiger

Verkündigerberichtskarte

Verkündigung; verkündigen

Vermehrter Dienst

Vernichtung

Vernichtungsstreitkräfte

Vernunftbegabte Geschöpfe

Vernünftig

Veröffentlichungen

Versammlung

Versammlung reinerhalten

Versammlungsablage

Versammlungsbibelstudium

Versammlungsdurchschnitt

Versammlungsgebiet

Versammlungskartei

Versammlungsverkündiger

Versammlungszusammenkunft

Versiegelung

Verständnis

Versuchung(en)

Vertraulichkeit

Verweis

Volk Gottes

Vollkommenheit

Vollzeitdiener; Vollzeitdienst

Vollzeitprediger

Vom Geist geleitet/geführt

Von den Symbolen nehmen

Von Haus zu Haus

Von Herzen kommend

Von Jehova belehrt sein

Vorausdrängen

Vorbild, prophetisches

Vorbildlich; vorbildlich sein

Vorbildprophezeiung

Vorhaben Gottes

Vorkehrungen

Vorrecht

Vorsatz Gottes

Vorschatten; vorgeschattet

Vortrag

Vortreffliche Werke

Wachsam bleiben; Wachsamkeit

Wächterverantwortung

Wachtturm, der

Wachtturmstudienleiter

Wachtturmstudium

Wahr

Wahre Anbeter (Gottes); wahre Anbetung

Wahre Christen

Wahre Religion

Wahres Christentum

Wahrheit, die

Warnungen

Wasser der Wahrheit

Wasser des Lebens

Wassertaufe

Weg der Wahrheit

Weg des Lebens

Weibesgleiche Organisation Gottes

Weise; Weisheit

Welt

Weltlich

Weltliche Arbeit

Weltliche Begierden

Weltmensch

Weltreiche

Weltzentrale

Werke die der Reue entsprechen

Werke zur Rettung hervorbringen

Wertschätzung

Wertschätzung einflößen

Wettlauf um das ewige Leben

Wichtig; wichtigere Dinge

Widerstand

Wiederaufnahme

Wiedergeboren; Wiedergeburt

Wiederherstellungsprophezeiung(en)

Wildes Tier; wilde Tiere

Wille Gottes

Willensfreiheit

Willig; Willigkeit

Wirkungsvoll predigen

Wohnungsinhaber

Zehn Männer aus allen Nationen

Zeichen (der Zeit) des Endes

Zeichen der letzten Tage

Zeichen des Bundes

Zeigen, was im Herzen/im Inneren ist

Zeit auskaufen

Zeit des Endes

Zeit weise gebrauchen/verwenden

Zeiteinsatz

Zeiten der Heiden

Zeiten der Nationen

Zeitparallele

Zeitschriftenbewusst

Zeuge(n)

Zeugen Jehovas

Zeugnis des Geistes

Zeugnisgeben

Zone

Zonenaufseher

Zu Herzen gehend

Zucht; Zuchtmaßnahme

Züchtigung

Zuerst das Königreich suchen

Zuerst Gottes Königreich suchen

Zügelloser Wandel

Zügellosigkeit

Zuhören

Zum ewigen Leben richtig eingestellt sein

Zunahme (an Verkündigern)

Zur Organisation führen

Zur Reife vorandrängen

Zurechtbringen

Zurechtweisung

Zurückweichen

Zusammenkommen nicht aufgeben

Zusammenkunft

Zusammenkünfte nicht versäumen

Zuteilung

Zwei Herren dienen

Zwei Zeugen

Zweifache Erfüllung

Zweifel

Zweig

Zweigaufseher, Zweigdiener

Zweigbüro

Zweigkomitee

Zweite Erfüllung

Zweiter Tod

Zwei-Zeugen-Regel

 


1

1260 Tage

Biblisch/umgedeutet
Dogma

In Offb 11,3 und 12,6 erwähnte symbolische Zeitspanne, die in 11,2 und 13,5 auch als "42 Monate", sowie in 12,14 als "eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit" (siehe "Dreieinhalb Zeiten") bezeichnet wird und die von der WTG willkürlich in für sie typischer eisegetischer, egozentrisch/narzisstisch/omphaloskeptischer Weise auf sich selbst bezogen und als von 1914-18 andauernd interpretiert wird.

Betreffs der "1260 Tage" sowie der im gleichen Kontext angeführten "drei Tage und einen halben" in V. 9 betreibt die WTG wildeste Zahlen- und Auslegungsakrobatik: Trotz ihrer ansonsten konsequent angewandten "Ein Tag für ein Jahr"-Regel (siehe "1914") werden die 1260 Tage in DIESEM Fall ohne weitere Erklärung oder Begründung als BUCHSTÄBLICHE 1260 Tage (nicht Jahre) gedeutet, die – so die WTG – von 1914 bis 1918 andauerten, während derer die WTG "eifrig predigte". Das darauffolgende Getötetwerden der "Zwei Zeugen" (siehe daselbst) wird als "symbolische Beschreibung" der 1918 erfolgten Verurteilung und Einkerkerung C. T. Russels und seiner 7 WTG-Aufsichtsratskollegen ausgelegt; nun aber werden die "drei Tage und einen halben" völlig inkonsequenter Weise nicht als eine buchstäbliche Zeitangabe dargestellt (da sich dies nicht mit dem historischen Tatsachen decken würde), sondern nur als eine "vergleichsweise kurze Zeit". Laut WTG soll sich diese "vergleichsweise kurze Zeit" auf ein ganzes Jahr beziehen, während dessen die acht WTG-Aufsichtsräte im Gefängnis waren (Artikel und Zeittafel siehe "Der Wachtturm" vom 15.11.2014 S. 30).

Dies ist ein besonders krasses Beispiel dafür, mit wie viel Willkür und wie sehr nach eigenem Gusto und Ermessen die WTG  Bibelauslegung betreibt: Mal hü, mal hott, hier so, dort anders, inkonsequent und begründungslos. Ernsthafte Erforscher der Bibel können nicht anders als diese Zahlenakrobatik als völlig indiskutabel, unzuverlässig und bar jeglichen Ernstes zurückzuweisen. Vgl. auch "1914"; "Biblische Chronologie"; "Sieben Zeiten".

Betreffs der Berechnung und zeitlichen Festlegung von in der Offb enthaltener, symbolisch geschilderter geistig/himmlischer Sachverhalte sowie ihre Verknüpfung mit konkret/historischen Daten und Ereignissen gelten folgende Regeln:

(1) "Man darf und sollte die Bibel nicht als Rechenbuch missbrauchen, da dies auf einen Irrweg führt."

(2) "Man sollte nicht versuchen, Einzelheiten biblisch-apokalyptischer Visionen mit realhistorischen Gegebenheiten zu verknüpfen, da dies auf einen Irrweg führt."

Gemäß diesen Leitlinien verweist der Theologe Roland Hardmeier in seinem Buch "Zukunft. Hoffnung. Bibel. Endzeitmodelle im biblischen Vergleich" (©Betanien Verlag e. K. Oerlingshausen) auf S. 397-8, 415, 417, 419-21 (Ausgabe von 2010) auf folgendes ausgeglichene Verständnis – Großschreibung zur Betonung hinzugefügt:

"Nach idealistischer Auslegung lehrt die Offenbarung mittels Bilder [sic], Zahlen und Symbolen ZEITLOS GÜLTIGE WAHRHEITEN. …Vertreter der idealistischen Auslegung glauben NICHT, dass sich die Offenbarung AUF EINE BESTIMMTE ZEIT bezieht…. Die Prophetie der Offenbarung wird als Weg weisend [sic] und erhellend verstanden und kann AUF ALLE CHRISTEN ALLER ZEITEN ANGEWENDET werden. …die Symbole, Zahlen und Ereignisse [der Offenbarung] können als ZEITLOS GÜLTIGE WAHRHEITEN… verstanden werden. Vertreter der idealistischen Auslegungsrichtlinien verstehen die 1260 Tage als Symbol für DIE GANZE ZEIT ZWISCHEN HIMMELFAHRT UND WIEDERKUNFT. Die zwei Zeugen (Offb 11) stehen für DIE GEMEINDE ALLER ZEITEN, DIE ALS ZEUGE FÜR GOTT AUFTRITT…. Nach idealistischem Verständnis beziehen sich die 1260 Tage also NICHT AUFEINE BESTIMMTE ZEIT IN DER GESCHICHTE. Die Symbole und Figuren in [der] Offenbarung… stehen für REALITÄTEN, DIE ZU JEDER ZEIT UND AN ALLEN ORTEN AUFTRETEN KÖNNEN. …damit die christliche Gemeinde ALLER ZEITEN den Durchblick behält…. Zahlen [in der Offenbarung] sind als SINNZAHLEN zu verstehen und NICHT ALS WIRKLICHE ANGABEN VON LÄNGE, GRÖSSE ODER DAUER…. Ausleger… der idealistischen Richtung… verstehen die dreieinhalb [Zeiten] als Sinneinheit und sehen in ihr EINE VON GOTT FESTGELEGTE ZEIT symbolisiert. Es gibt gute Gründe, dieser Richtung zu folgen. Die Dreieinhalb ist eine Zahl des Trostes. Dreieinhalb, die Hälfe von sieben [sic], deutet auf EINEN BEGRENZTEN ZEITABSCHNITT hin…. Das Hauptthema der Offenbarung ist das Leiden der Gemeinde durch satanisch gewirkte Verfolgung und der göttliche Zuspruch der Bewahrung (vgl. Mt 16,18). Wann ereignen sich die dreieinhalb [Zeiten]? Die konkreten Rückgriffe auf das neutestamentliche Geschehen erlaubt [sic] es uns, DEN BEGINN DER DREIEINHALB [ZEITEN] IM ERSTEN KOMMEN CHRISTI ZU SEHEN UND IHR ENDE IN SEINER WIEDERKUNFT. Es handelt sich also um DIE GEAMTE ZEIT ZWISCHEN DEM ERSTEN UND DEM ZWEITEN KOMMEN CHRISTI…. Die dreieinhalb Zeiten werden nicht auf das Ende beschränkt, sondern auf DIE GANZE ZEIT ZWISCHEN DEM ERSTEN UND DEM ZWEITEN KOMMEN JESU ausgedehnt. Durch das erste Kommen Jesu ist das Ende bereits angebrochen, und die ganze Zeit bis zu seiner Wiederkunft ist durch die Auseinandersetzung zwischen Gottes Volk und den antichristlichen Mächten geprägt…. Die Offenbarung ist ein Buch des Trostes für die leidende Gemeinde ALLER ZEITEN…"

Betreffs einer Erläuterung des Begriffes "Sinnzahl" an Beispiel der "Sieben" siehe "144000".

Betreffs eines allgemeinen "Gebrauches" der Offenbarung heißt es weiterführend im o. a. Buch auf den S. 383-4; 387; 395; 406; 408-9; 421 – Großschreibung zur Betonung hinzugefügt:

"»Die Geschichte der Offenbarungsauslegung ist nicht selten eine Geschichte der gescheiterten Identifikation ihrer Bilder und Visionen mit Ereignissen und Personen aus der Gegenwart oder Vergangenheit des jeweiligen Auslegers (Zitat aus „Überlegungen zur Auslegung der Offenbarung“ von Volker Gäckle.) Die Gefahr ist gross, dass man die Offenbarung als endzeitlichen »Fahrplan« liest… Zu schnell kann man sich in Einzelheiten verlieren und es versäumen, die Gesamtbotschaft zu erfassen. …[Die Offenbarung] IST KEIN FAHRPLAN, KEIN ABLAUF DER LETZTEN DINGE, den Gott uns in die Hände drückt.

Oft wird übersehen, dass man die Offenbarung im Rahmen seines eigenen theologischen Vorverständnisses liest. Viele Bibelleser möchten im letzten Buch der Bibel das bestätigt sehen, was sie über die Zukunft bereits glauben. Mit dieser Haltung verschliesst man sich der eigentlichen Botschaft des Buches. Zieht man hingegen in Betracht, was Vertreter anderer theologischer Überzeugungen über die Offenbarung des Johannes gesagt haben, können sich uns Türen zum richtigen Verständnis auftun….

»…die Johannesoffenbarung hält sich gegenüber allen Himmelsspekulationen und Endzeitfahrplänen auffallend zurück. Genau wie für die Endzeitrede Jesu gilt auch hier: Johannes will ermutigen und trösten, nicht religiöse Neugier befriedigen.« (Zitat v. Gäckle)…

Die historische Auslegungsrichtung liest die Offenbarung als im Voraus geschriebene Geschichte. Das Problem mit dieser Auslegung ist, dass EIN SOLCHES VERSTÄNDNIS NICHT DEM WESEN DER BIBLISCHEN PROPHETIE ENTSPRICHT. BIBLISCHE PROPHETIE IST NICHT IM VORAUS GESCHRIEBENE GESCHICHTE, sondern ein Ruf in die Gegenwart im Wissen um den Geschichtsverlauf. Die Vertreter der historischen Auslegung konnten die Offenbarung jeweils NUR VON IHREM BEGRENZTEN GESCHICHTLICHEN STANDPUNKT AUS INTERPRETIEREN. Entsprechend oft haben sie sich geirrt und einander widersprochen. Neue Situationen verlangten nach neuen Auslegungen, doch auch diese fielen wiederum der Begrenztheit menschlichen Wissens zum Opfer. Ein Bild oder eine Voraussage darf nur MIT GRÖSSTER ZURÜCKHALTUNG MIT KONKRETEN GESCHICHTLICHEN PERSONEN ODER EREIGNISSEN IN VERBINDUNG GEBRACHT werden. …Die historische Richtung WIDERSPRICHT DEM WESEN DER PROPHETIE und engt die Johannesoffenbarung auf eine Vorausschattung westlicher Geschichte ein. Damit scheidet sie als mögliche Auslegung aus….

Die Offenbarung gilt der Gemeinde ALLER ZEITEN. …Die Offenbarung ist also ein Gemeindebuch….

Sie richtete sich an die Gemeinde ALLER ZEITEN. …Gott will uns mit der Offenbarung KEINEN ENDZEITLICHEN FAHRPLAN in die Hände drücken. Er will, dass die Gemeinde durch die Wirren der Geschichte hindurch an seinem Wort festhält und so zu überwinden vermag. Die Offenbarung weist der angefochtenen Gemeinde ALLER ZEITEN den Weg bis zur Wiederkunft des Herrn. …sie streicht DAS TYPISCHE DER AUSEINANDERSETZUNG zwischen Gott und Satan, der Gemeinde und den finsteren Mächten heraus…Die Offenbarung sagt im Grunde genommen nichts anderes, als die neutestamentlichen Briefe. Der Unterschied zwischen den Briefen und der Johannesoffenbarung besteht darin, dass die Offenbarung entsprechend dem Wesen der Apokalyptik ihre Botschaft in Bilder und Symbole kleidet…

Es scheint, dass die [Offenbarungsvisionen] Wiederholung und Fortschritt zugleich enthalten. Der Zeitraum , der in den [Offenbarungsvisionen] beschrieben wird, erstreckt sich… VOM ERSTEN BIS ZUM ZWEITEN KOMMEN JESU."

144000

Biblisch/umgedeutet
Dogma

Die "Oberklasse" oder "Elite" innerhalb der WTG-Organisation; laut ihr die einzigen, die die "Himmlische Hoffnung" haben und mit Gottes Geist "Gesalbt", oder durch ihn "Gezeugt" oder "Wiedergeboren" wurden; die einzigen, die laut WTG berechtigt sind, von den Abendmahlsymbolen Brot und Wein zu nehmen; gleichbedeutend mit der in Luk 12,32 erwähnten "Kleinen Herde" Auserwählter sowie mit der "Braut Christi", den "Brüdern Christi", dem "Geistigen Israel", den "Kindern Gottes", dem "Leib Christi", dem "Neuen Jerusalem" sowie den "Geistigen Söhnen Gottes". Die heute laut WTG auf der Erde befindlichen letzten Glieder der "144000 Gesalbten" bilden den "Gesalbten Überrest" und werden gemäß der WTG-Auslegung von Sach 8,23 auch als "Der 'Geistige Jude' bezeichnet, dessen Rocksäume von den 'Zehn Männern aus allen Nationen' ergriffen werden" (siehe daselbst) bezeichnet.

Betreffs der von Jes 66,8 und 1Pet 2,9 abgeleiteten Bezeichnung der "144000 Gesalbten" als "Neue Nation" siehe daselbst.

Gemäß Offb 7,4 und 14,1.3 die Anzahl an "Versiegelten" (nicht "Gesalbten"; siehe "Gesalbt; Gesalbte" sowie "Versiegelung") aus jedem der in Offb 7,5-8 gelisteten "12 Stämme Israels", betreffs deren es folgende Spezifikationen gibt:

(1) Sie stammen aus 12 Stämmen Israels, die sich von den Stämmen des unter dem mosaischen Gesetzesbund stehenden "Alten Israel" unterscheiden (Levi ist gelistet, Joseph ersetzt Ephraim, Dan fehlt). Siehe "Geistiges Israel". Kommentatoren erklären, dass sich diese Bezugnahme auf "Israel" damit erklären lässt, dass der Ursprung der Enklesia jüdisch ist, d.h. auf den Aposteln und ursprünglich ausschließlich jüdischen ersten Christen beruht, bevor die ersten Heidenchristen hinzukamen. Dies wird bestätigt durch 1Pet 2,9.10, wo sich Petrus ganz klar an Nichtjuden wendet, diese aber mit einer ausschließlich auf Israel anwendbaren Terminologie belegt. Siehe auch Apg 15,9; Röm 2,28; 9,6; 10,12; Gal 3,28; Eph 2,14.

(2) Sie haben den Namen Gottes und Christi auf ihren Stirnen geschrieben, wodurch sie als "Gottes Eigentum und seine Diener" – das "wahre Gottesvolk" – gekennzeichnet sind. Im Lichte von Apg 4,12 sowie Phil 2,9.10 ist fraglich, ob "Name Gottes und Christi" zwei voneinander verschiedene Dinge sind, die voneinander getrennt werden können oder sollten. Siehe auch Joh 14,9; 17.10.21-23 und Heb 1,3 betreffs der "gegenseitigen Durchdringung" oder dem Einssein/der Einigkeit vom Vatergott und Christus (nicht in trinitarischem Sinn). Siehe "Jesus Christus".

(3) Sie singen ein "neues Lied", das nur sie meistern können. "Singen" (Psalmen) bezieht sich auf Anbetung Gottes, somit handelt es sich hier um die einzig wahren Anbeter Gottes und Nachfolger Christi.

(4) Sie sind von der Erde "erkauft", d.h. Christus hat sie durch seinen Tod zur Rettung erlöst. Bereits Joh 3,16 weist auf die Gesamtheit aller Menschen (Welt, "κόσμος kósmos") hin, die durch Christi Tod von Gott gerettet werden)

Laut WTG ist diese Zahl buchstäblich zu verstehen, ungeachtet der Offensichtlichkeit, mit der die Offb selbst anzeigt, dass die in ihr gegebenen Zahlen allegorisch/symbolisch, als "Sinnzahlen" zu verstehen sind (siehe z. B. Offb 5,6 "Ein Lamm, das sieben Hörner und sieben Augen hatte; dies sind die sieben Geister  Gottes". Weder hat der auferstandene  Christus buchstäblich sieben Augen oder sieben Hörner, noch hat der Vatergott buchstäblich sieben Geister). Betreffs der "sieben Gemeinden", an die die in Offb Kap 2 und 3 aufgezeichneten Briefe gerichtet wurden, heißt es in "„Siehe ich komme bald!“ Einführung in das Buch der Offenbarung" von Siegfried F. Weber auf S. 48 der PDF-Ausgabe – Großdruck zur Betonung hinzugefügt:

"„Mit der Zahl 7 (göttliche Vollkommenheit) ist jedoch angedeutet, dass dieses Zeugnis NICHT NUR DEN ASIATISCHEN GEMEINDEN gehört, SONDERN DER GESAMTEN GEMEINDE JESU CHRISTI AN ALLEN ORTEN UND ZU ALLEN ZEITEN“, schreibt E. Aebi."

Abstruserweise behauptet die WTG, dass die in Offb 7,5-8 aufgeführten exakt 12 mal 12000 aus je einem der "12 Stämmen Israels" IN DIESEN VERSEN nicht buchstäblich, sondern "allegorisch" gemeint seien, das aus diesen "nur allegorisch gemeinten" 12 mal 12000 gebildete Endprodukt jedoch buchstäblich. Abstruser, hanebüchener, haltloser, verworrener, willkürlicher und widersprüchlicher kann Bibelauslegung nicht sein.

Sämtliche Bibelgelehrten und Kommentatoren widersprechen einer buchstäblichen Auslegung der Zahl. Sie wird des Öfteren erklärt als 12 = 4 x 3; 3 ist die "göttliche Zahl", 4 bezeichnet die weltweite Ausdehnung (Zahl des Raumes; 4 Himmelsrichtungen oder "Ecken der Erde"). 12 x 12 = 144 (taucht auf in Offb 21,17), weist auf Beständigkeit und Allumfassendheit hin; die 1000 ist die "Zahl der Fülle", oder "der vom Göttlichen durchdrungenen Welt", denn 1000 ist die 10 (Zahl der Erde, siehe z. B. Sach 8,23) hoch 3 (die "göttliche Zahl"). Allerdings sind auch diese "Zahlenspielereien" mit Vorsicht zu genießen, da zur Zeit des griechischen NT (trotz des damals bereits verwendeten Dezimalsystems) im Griechischen nicht unsere moderne, die Null verwendende "base 10"-Schreibweise, sondern eine auf den Buchstaben des gr. Alphabets beruhende "Null-lose" verwendet wurde, die sehr wahrscheinlich eine andere "Anschauung und Denkweise" nach sich zieht.

Betreffs der Bedeutung von Zahlenangaben in der Offb erklärt der Theologe Roland Hardmeier in seinem Buch "Zukunft. Hoffnung. Bibel. Endzeitmodelle im biblischen Vergleich" (©Betanien Verlag e. K. Oerlingshausen) auf S. 415 (Ausgabe von 2010) lapidar – Großschreibung zur Betonung hinzugefügt:

"Zahlen [in der Offenbarung] sind als SINNZAHLEN zu verstehen und NICHT ALS WIRKLICHE ANGABEN VON LÄNGE, GRÖSSE ODER DAUER."

Dementsprechend heißt es betreffs der Bedeutung der 144000-Offenbarungsvisionen im gleichen Buch auf S. 407 – Großdruck zur Betonung hinzugefügt:

"Vertreter, die zur idealistischen Richtung neigen, sehen in den Versiegelten EIN BILD FÜR DAS GESAMTE ERRETTETE VOLK GOTTES ALTEN UND NEUEN BUNDES. [Diese] Deutung ist vorzuziehen, denn ab 4,1 erscheinen Personen, Gruppen und Institutionen nicht unter ihrer wirklichen Bezeichnung, sondern in einem Bild. So ist Apokalyptik eben. Wenn Johannes vom »Tier« redet, meint er nicht ein wirkliches Tier, sondern symbolisiert eine geschichtliche Grösse. Wenn er vom »Lamm« redet, meint er kein Lamm, sondern Jesus, das Lamm Gottes. Wenn er von »Israel« redet – so können wir folgern – meint er nicht das Volk der Juden, sondern DIE GESAMTHEIT DER GLÄUBIGEN AUS DEN JUDEN UND DEN HEIDEN, DAS WAHRE ISRAEL."

Die WTG  bezeichnet diese 144000 fälschlicher- und irreführenderweise als "Gesalbt/ Gesalbte", "Geistgesalbt / Geistgesalbte" und "Geistgezeugt / Geistgezeugte", obgleich Offb sie als "Versiegelte" ("ἐσφραγισμέηων esphragisménōn", nicht "χριστοί christ") bezeichnet. Die WTG-"Verbiegung" des Terminus "Gesalbte" auf ihre "Oberklasse" (die demnach "Messiasse" bzw. "Christusse (christ)" wären) erscheint im Lichte von Mat 24,24 und Mar 13,22 höchst bedenklich: "Es werden falsche Christusse (ψευδόχριστοι pseudóchristoi, falsche Gesalbte) aufstehen". Die Art der Anwendung des Begriffes "Salbung" (χρίσμα chrísma; Verb: χρίω; chríō) auf Christen im NT geschieht nicht im Sinne einer "Salbung mit Geist", sondern vielmehr i. V. mit "Kenntnis" oder "Wissen" um ihre Berufung, siehe 2Kor 1,21.22; 1Joh 2,20.27. Mehr hierzu siehe "Gesalbt/ Gesalbte"; auch "Geistgesalbt; Geistgesalbte"; vgl. "Versiegelung".

Die WTG  erklärt die Wendung "Reich des Sohnes seiner Liebe" aus Kol 1,13 eigenmächtig als ein seit Pfingsten 33 A. D. bestehendes "Neben-" oder "Sonder"-Königreich Christi speziell über die 144000 "Gesalbten", zusätzlich zum "messianischen Königreich", das erst seit 1914 bestehen soll, wofür es keinerlei biblische Grundlage gibt. Im Lichte von Mat 12,28; Luk 11,20; 17,21 besteht dieses "Reich Christi" wahrscheinlich seit der Taufe Jesu Christi.

Laut WTG bilden alle 144000 "Gesalbten" den "Sekundären" Teil des "Verheißenen Samens", dessen "Primärer" Teil Jesus Christus ist und stützt sich dabei auf Gal 3,16 ("primärer" Same) sowie Verse 28.29 ("sekundärer" Same). Betreffs korrekt biblischen Verständnisses des Begriffes "Verheißener Same" siehe daselbst.

Laut WTG werden die auferweckten 144000 "Gesalbten" mit Christus im Himmel zuerst während der "Tausendjahrherrschaft Christi", sodann für immer und ewig "als Könige herrschen", obgleich in der Offb nichts dergleichen hinsichtlich der 144000 ausgesagt wird. Mehr hierüber siehe "Himmlische Hoffnung".

Joh 10,16 erteilt der "Zwei-Klassen"-Ideologie der WTG eine klare Absage, da hier gesagt wird, dass die ersten Schafe aus "dieser Hürde" (laut WTG nur die "kleine, zahlenmäßig begrenzte Gruppe 'Gesalbter'") sowie die "Anderen Schafe" (laut WTG die "Große Volksmenge, die keine 'Himmlische Hoffnung' hat") EINE EINZIGE Gruppe ("Herde") sein sollten, die gemäß Eph 4,4 NUR EINE Hoffnung hat. Die WTG  fehlinterpretiert diesen Vers, indem sie den wahren Gehalt von Joh 10,16b "Es wird EINE Herde, EIN Hirte sein" ignoriert, denn hier erklärt Jesus Christus klar, dass die zuvor in den Versen 1-14 erwähnten "ersten Schafe" (die ersten jüdischen Christen) mit den "Anderen Schafen" (die später eingesammelten Heidenchristen) zusammen EINE EINZIGE "Herde" – nicht zwei voneinander getrennte – bilden sollten, was auch durch Pauli Ölbaumgleichnis in Röm Kap. 11 weiter bestätigt wird. Mehr hierzu siehe "Andere Schafe" sowie "Große Volksmenge".

Gemäß Joh 14,2 bereitete Jesus den Erlösten nur EINE – nicht mehrere – Stätten in dem EINEN Haus des Vaters. Auch in 1Kor 15,20-28 ist nichts in puncto "Zwei Klassen" erkennbar, obgleich diese Passage einen "Mikrokosmos" der gesamten christlichen Heilsgeschichte enthält. Des Weiteren weist Eph 4,4 ganz klar auf keine Trennung in eine himmlische und irdische Klasse, sondern nur EINE Hoffnung hin, zu der alle Christen berufen sind. Innerhalb des biblischen Rahmens beziehen sich die verschiedenen Bilder und Beschreibungen aller Nachfolger Christi ("Kleine Herde", "Andere Schafe", die 144000 sowie die "große Schar" aus Offb 7) alle auf den EINEN "Leib Christi" (Röm 12,5; 1Kor 12,27), die Gesamtheit der Erretteten, ohne diese in 2 Gruppen aufzusplitten, von denen jede eine andere Hoffnung hat.

Betreffs der WTG-Behauptung, die Schriften des NT seien nur an "Gesalbte" gerichtet sowie ihre willkürlich/dogmatische Eingrenzung des Begriffes "Gesandte an Christi Statt" aus 2Kor 5,20 ausschließlich auf "Gesalbte" siehe daselbst.

Betreffs der WTG-Erklärung hinsichtlich des "Zeugnisses des Heiligen Geistes" (inneres Wissen darum, ein "Gesalbter" zu sein mit der daraus resultierenden "Himmlischen Hoffnung") siehe "Geistzeugung".

Betreffs des Fehlers der WTG-Falschauslegung "Alle Gesalbten brauchen die biblische Unterweisung wie jeder andere auch. Aber sie benötigen niemand, der ihnen ihre Salbung bestätigt. … sie von ihrer Berufung überzeugt." siehe "Treuer und verständiger Sklave".

Betreffs der WTG-Behauptung, die Bibel – vornehmlich das NT – sei "in erster Linie" an WTG-approbierte "Gesalbte" gerichtet siehe "Gesalbt; Gesalbte".

Betreffs der WTG-Behauptung, Johannes der Täufer gehöre nicht zur "Himmlischen Klasse" siehe "Himmlische Hoffnung".

Betreffs der unbiblischen Trennung in WTG-Doktrin von Christen in "Kinder Gottes" und "Freunde Gottes" siehe "Kinder Gottes".

Betreffs des WTG-Postulats einer "Drei-Klassen"-Lehre (zwei "Himmlische" Klassen, eine "Irdische Klasse") siehe "Treuer und verständiger Sklave".

1914

Dogma

Zentraldoktrin der WTG vom "Krieg im Himmel" und des "Unsichtbar im Himmel aufgerichteten messianischen Königreich Gottes" sowie dem Beginn der "Endzeit / Letzten Tage". Festgelegt durch "rösselsprungmethodische Rechenakrobatik", indem der Beginn des vorchristlichen jüdischen Exils (historisch fragwürdig) auf 607 v. Chr. gelegt wird, sodann die "Sieben Zeiten" aus Dan 4 durch willkürliches Zusammenbringen mit Offb 12,6.14 in 2520 Tage umgerechnet werden, welche sodann durch willkürliches Anwenden der "Ein Tag für ein Jahr"-Regel aus Num 14,34 und Hes 4,6 in 2520 Jahre umgedeutet werden, die – unter willkürlicher Weglassung eines Jahres "Null", aber willkürlichem Einberechnen eines Jahr 1 v. Chr. sowie 1 A. D. – als von 607 v. Chr. bis 1914 A. D. andauernd gedeutet werden.

Siehe auch "Biblische Chronologie"; "Sieben Zeiten".

Probleme:

* 607 v. Chr. wird von keinem seriösen Historiker als Beginn des jüdischen Exils anerkannt.

* Die Bibel redet nicht von einem 70-jährigen Exil der Juden in Babylon, sondern von 70-jähriger Vorherrschaft der Babylonier i. V. mit 70-jähriger Verödung des Tempels in Jerusalem, siehe 2Chron 36,21; Dan 9,2; Sach 1,12. Jer 29,10 in der NWÜ ("Siebzig Jahre in Babylon") ist fragwürdig übersetzt; im Hebräischen heißt es nicht בְּבׇבֶל "bewāwäl, in Babel", sondern לְבׇבֶל "lewāwäl, für/hinsichtlich Babel"). Demgemäß geben andere Übersetzer korrekt wieder mit "Wenn siebzig Jahre für Babel voll sind" (REB, LUT); "Wenn die 70 Jahre für Babel gänzlich erfüllt/vorüber sind" (SCHL, EÜ); "Die Babylonier werden siebzig Jahre herrschen" (Hoffnung); "Die Zeit des Babylonischen Reiches ist noch nicht abgelaufen. Es besteht noch siebzig Jahre" (GNB) und verweist auf Jer 25,11 "Siebzig Jahre lang werdet ihr und eure Nachbarvölker dem König von Babylonien unterworfen sein" mit der Anmerkung "Die Unterwerfung unter die Babylonier dauerte 597-538 v.Chr. Siebzig ist demnach als runde Zahl zu verstehen." Es ist daher biblisch nicht begründet, von einer 70 Jahre dauernden Wegführung der Juden zu reden; das jüdische Exil befindet sich innerhalb des 70-jährigen Zeitrahmes der babylonischen Oberherrschaft und der Verödung des Tempels.

* Der in Daniel 4,16.23.25.32 verwendete aramäische Begriff "Zeit/Zeiten" (עִדׇּן iddān / עִדׇּנִין iddānīn) ist längenmäßig unbestimmt und unbestimmbar und seine Gleichsetzung mit "Einem Jahr" völlig willkürlich; mehr hierzu siehe unten betreffs "iddān/ iddānîn").

* Selbst wenn iddān "Jahr" bedeuten würde, ist das Anwenden der "Tag für Jahr"-Regel auf die hypothetischen 2520 Tage ebenfalls völlig willkürlich und durch nichts in der Bibel gestützt.

* Ein Zusammenbringen der "Sieben Zeiten" aus Dan 4 mit Offb 12,6.14 ist völlig willkürlich und durch nichts in der Bibel gestützt.

* Die Art der Zeitenwende (Jahr-Null-Problematik) sowie die genaue Jahreszählung von vorchristlicher zu christlicher Zeit sind historisch ungesichert.

Jeder einzelne dieser Punkte allein lässt die 1914-Dogmatik als Grundlage eines gesicherten Glaubens als ungenügend erscheinen. Alle 6 in Kombination jedoch führen sie ad absurdum. Trotz Ausbruch des ersten Weltkrieges im Jahr 1914 gibt es diverse andere Daten der Menschheitsgeschichte, denen im Lichte ihrer Bedeutung und Auswirkungen die gleiche Rolle eines "epochalen Datums" und "einschneidenden Ereignisses" zugeschrieben werden können (z. B. Beginn der Völkerwanderung; frz. Revolution; Zünden der ersten beiden Atombomben 1945; Angriff auf das WTC 2001 u.v.a.).

Des Weiteren gibt es keine biblische Grundlage, zu sagen, das "Königreich Christi" habe erst rund 2000 Jahre nach seiner Auferstehung begonnen wie z. B. in 1914. Laut NT begann es sehr bald nach seiner Auferstehung, wahrscheinlich bei Pfingsten 33 A. D., siehe "Königreich Christi".

Zum aramäischen Begriff "iddān" (Plural "iddānīn"):

Obgleich die WTG – gestützt auf diverse Kommentatoren und Fußnoten in verschiedenen Bibelausgaben – behauptet, "Eine Zeit" sei gleichbedeutend mit "Einem Jahr", muss ganz klar festgestellt werden, dass diese Annahme auf Eisegese beruht, völlig hypothetisch und reine Mutmaßung ist.

Als Beispiel möge der Kommentar von Albert Barnes dienen:

"The idea is that of time considered as designated or fixed by periods, and the word may refer to any such period, however long or short - a day, a month, a year, or any other measure of duration. … In the place before us, so far as the meaning of the word is concerned, it might mean a day, a week, a month, or a year. …"

… und bezieht sich als Erklärung der Hypothese "Eine Zeit bedeutet ein Jahr" auf eine griechische Wiedergabe von "iddānīn" mit "καιροὶ kairoì", um weiter zu erklären …

"The most natural construction of this Greek phrase would be to refer it to years. The Latin Vulgate interprets it in a similar way - et septem tempora mutentur super eum - "And let seven times be changed" or revolve "over him."

Sodann bestätigt er jedoch:

"… the Chaldee word is indeterminate in respect to the length of time…"

… behauptet dann jedoch …

"… the most natural and obvious construction here and elsewhere, in the use of the word, is to refer it to years. … in Daniel it undoubtedly refers to years …"

Auf solche "zweifellos"-Mutmaßungen stützt sich auch WTG-"Logik": "Es erscheint logisch, es scheint sinnvoll, es würde passen, es bedeutet sicherlich, zweifellos ist es so …".

Das Theological Workbook of the Old Testament schreibt:

"… the LXX, Josephus, and traditional Jewish commentators have understood this phrase to mean “seven years.”... Still, it is not necessary to view 'iddan as a specific period in these verses, and the NASB translation, “seven periods of time” is probably preferable to anything more specific both in Daniel chapter 4, and in Daniel 7:12."

Dr. Aloys Sandbichler schreibt in seiner "Kurzen Darstellung einer Einleitung in die Bücher des alten Bundes nach Jahn":

"Da die Orientalen das Jahr in 6 Theile theilen; so mögen die 7 Iddanim nicht mehr als 14 Monathe bedeuten."

Zu "Dreieinhalb Zeiten" aus Daniel und Offb.:

Die WTG  behauptet (und andere Kommentatoren deuten dies ebenfalls an), durch Offb. 11,2.3 (42 Monate = 1260 Tage) sowie Offb 12,6.14 (1260 Tage = 3½ Zeiten) sei zweifelsfrei erwiesen, dass "7 Zeiten = 2520 Jahre", weil die Hälfte davon – 1260 – als 3½ Zeiten bezeichnet würden, wobei es im Griechischen heißt "Zeit und Zeiten (unbestimmt) und eine halbe Zeit" (καιρὸν καὶ καιροὺς καὶ ἥμισυ καιροῦ kairòn kaì kairs kaì hēmisy kair) – die Zahl "Zwei" wird nicht aufgeführt.

Selbst wenn hier "3½ Zeiten" gemeint sein sollten, liegt ein "Logik"-Fehler betreffs der Interpretation der in der Offb aufgeführten Zeitspanne vor, denn gemäß der "Tag für Jahr"-Regel müsste es sich bei den 3½ "Zeiten" um 1260 buchstäbliche Jahre handeln, die jedoch – betreffs der Offb – von der WTG und anderen fundamentalistischen Gruppierungen inkonsequenter Weise als buchstäbliche Jahre interpretiert werden.

Des Weiteren muss betreffs des mit "Zwei Jahren" gleichgesetzten Plurals "iddānīn" aus Daniel ganz klar festgestellt werden, dass es sich hierbei nicht – wie von der WTG  behauptet – um einen Dual (Zweizahl) handelt, denn sonst würde es " עִדׇּנַיִןiddānáyin" (zusätzliches a-Vokalzeichen unter dem Nun) heißen. Siehe das Theological Workbook of the Old Testament:

"First, MT 'iddanin may not be translated “two times” (i.e. “two years”), but must be simply “times,” i.e., plural rather than dual. If one chooses to interpret the second word as “two times” ..., one must repoint the consonants (i.e., 'iddanayin). Second, the phrase as a whole may simply be a conventional, apocalyptic way to indicate an indefinite period of time. Third, because of the difficulties involved in arriving at an interpretation of this phrase which is satisfying to a wide range of scholars, the translation of the phrase is better left as indefinite as the Aramaic original itself appears. Clearly, 'iddan may mean either “time” or “year". But to press beyond this to a specific interpretation demanding the phrase “three and one-half years” is unwarranted."

Auch die International Standard Bible Encyclopedia bestätigt, dass es sich bei "iddānīn" nicht um einen Dual, sondern einen Plural handelt, wenngleich hier eine "Entschuldigung" geliefert wird, weshalb das Wort oft als Dual aufgefasst wird:

"In both the Aramaic and the Hebrew the second word ..., as pointed in the MT, is plural rather than dual. Most interpreters, however, understand it as a dual (“two times”). One reason for this judgment is that the dual form of nouns became obsolete in later Aramaic, so that the Masoretes would have pointed the word as a plural even if it was originally a dual. The consonantal text of this word in both the Aramaic and the Hebrew could be read either as a dual or as a plural. ... "

Mit Hinweis auf Luk 21,24 behauptet die WTG, Christus habe sich hier auf die in Dan 4 angeführten "Sieben Zeiten" bezogen und wollte sagen, diese dauerten in 33 A. D. noch an und würden dies noch bis 1914 tun, obgleich auch diese Behauptung durch nichts gestützt wird; auch diese Textverknüpfung ist völlig willkürlich. Laut Meinung diverser Kommentatoren stellte Jesus hier lediglich fest, dass nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer ein Niederdrücken wahrer Anbeter Gottes und Christen bis zu einer festgesetzten, aber nicht näher bezeichneten Zeit andauern sollte, zu der laut Röm 11,25 "die Fülle der Heiden zum Heil gelangt" sei.

All diese Fakten zusammengenommen machen mehr als deutlich, dass es sich bei allen WTG-Auslegungen hinsichtlich der "Sieben Zeiten" (und auch der "Dreieinhalb Zeiten" aus Daniel und der Offb.; vgl. auch "Zwei Zeugen") und der darauf aufbauenden 1914-Doktrin um nichts anderes als auf Eisegese, ungesicherten Hypothesen, Spekulationen, Theorien sowie willkürlicher Interpretation gegründete Luftschlösser handelt. Betreffs der Berechnung und zeitlichen Festlegung von in der Offb enthaltener, symbolisch geschilderter geistig/himmlischer Sachverhalte sowie ihre Verknüpfung mit konkret/historischen Daten und Ereignissen gelten folgende Regeln:

(1) "Man darf und sollte die Bibel nicht als Rechenbuch missbrauchen, da dies auf einen Irrweg führt."

(2) "Man sollte nicht versuchen, Einzelheiten der Offb-Visionen mit realhistorischen Gegebenheiten zu verknüpfen, da dies auf einen Irrweg führt."

1918

Dogma

Laut WTG das Ende der in 1914 begonnen habenden, mit den 3½ Jahren des irdischen Wirkens Jesu Christi von 29-33 A.D. "parallel" laufenden Zeitperiode (siehe "Zeitparallele") der "gegenbildlichen  Parusie" Christi, die mit dem Antritt Jesu Christi als "messianischer König" begann und mit dem "unsichtbaren zweiten Kommen Christi zum geistigen Tempel" und dem Beginn der "Himmlischen Auferstehung" verstorbener "Gesalbter" abgeschlossen sein sollte. Als Folge der "Inspektion" des "Geistigen Tempels" – hier in abstruser Weise auf die damalige irdische WTG bezogen gedacht – und der aufgrund diverser damaliger Missstände notwendigen "Reinigung des Volkes Gottes" (i. e. der WTG) erfolgte die "göttliche Zuchtmaßnahme" der Inhaftierung der damaligen acht Vorstandsmitglieder der WTG und ihrer Freilassung in 1919, siehe daselbst.

Beispiel: Die Prophezeiung Jesajas – Licht für alle Menschen II Kap. 27 S. 397 Abs. 14:

"Diese Worte Jesajas stimmen mit zwei weiteren prophetischen Äußerungen überein; die eine ist in Hesekiel 43:4, 6-9 aufgezeichnet und die andere in Maleachi 3:1-5. Sowohl Hesekiel als auch Maleachi sagen voraus, dass Jehova Gott zu seinem Tempel kommt. Gemäß Maleachis Prophezeiung kommt Jehova, um sein Haus der reinen Anbetung zu inspizieren und als ein Läuterer zu handeln; er verwirft diejenigen, die ihn falsch darstellen. In Hesekiels Vision wird geschildert, wie Jehova den Tempel betritt und gebietet, alle Spuren von Unmoral und Götzendienst zu beseitigen. 1918 vollzog sich in Verbindung mit der Anbetung Jehovas eine wichtige geistige Entwicklung, durch die sich diese Prophezeiungen in der Neuzeit erfüllten. Jehova und Jesus inspizierten offensichtlich alle, die behaupteten, die reine Anbetung zu vertreten. Bei dieser Inspektion stellte sich heraus, dass die Christenheit verderbt war, und sie wurde deshalb verworfen. Für Christi gesalbte Nachfolger bedeutete die Inspektion eine kurze Läuterungsperiode, gefolgt von einer schnellen geistigen Wiederherstellung im Jahr 1919 (1. Petrus 4:17)."

Nach einer reinen Feststellung von Fakten betreffs in der Bibel enthaltenen Aussagen bis ca. in die Mitte des Absatzes beginnt unvermittelt, wie "aus dem Nichts heraus" eine Reihe völlig hypothetischer und an den Haaren herbeigezogener, nicht weiter begründeter und begründbarer Behauptungen betreffs nicht beweisbarer "geistiger (= unsichtbarer) Entwicklungen" und Geschehnisse nebst kruder Schwarzweißmalerei ("Wir die Guten gegen die böse 'Christenheit'").

1919

Dogma

Auf der Grundlage ihrer hypothetisch/rösselsprungmethodischen "Luftschloss"-Berechnungen  behauptet die WTG, 1919 sei das in Offb 18,2 "prophezeite" Jahr des "Falles" "Babylons der Großen" gewesen. Als "theologische Begründung" hierfür wird angegeben, dass i. V. mit der 1919 erfolgten Freilassung der in 1918 inhaftierten damaligen acht WTG-Vorstandsmitglieder namentlich die der "bösartigen Feindschaft und Schürens von Verfolgung gegen die liebe WTG" (siehe "Geistlichkeit"; vgl. "Verfolgung") angeklagte RKK ihre "bisher unumschränkte Macht" verloren hätte. Dadurch sei das "neuzeitliche 'Babylonische Exil'" des "neuzeitlichen 'Geistigen Israel'" beendet worden, was – in typisch WTG-egozentrisch/narzisstisch/omphaloskeptischer Manier – in WTG-Organisationsgeschichte als "Neuzeitliche  Wiederherstellung der 'Wahren Anbetung'" und "Geburt der 'Neuen Nation'" gefeiert wird. Betreffs der neuesten März 2016-Revision des "Neuzeitliches 'Babylonisches Exil'"-"Verständnisses" siehe "Babylonisches Exil".

Stellvertretendes Zitat aus dem Kommentar des "Tagestextes" vom 1.11.2015:

"1919 war dann offensichtlich, dass Groß-Babylon gefallen war."

Diese Behauptung wird "einfach so" in den Raum gestellt, ohne jegliche weitere Begründung weder für das Jahr 1919 an sich, noch dafür, wieso das hier postulierte Ereignis "offensichtlich" gewesen sein soll; der Leser soll dies einfach so glauben, weil es die WTG so sagt.

Betreffs der Berechnung und zeitlichen Festlegung von in der Offb enthaltener, symbolisch geschilderter geistig/himmlischer Sachverhalte sowie ihre Verknüpfung mit konkret/historischen Daten und Ereignissen gelten folgende Regeln:

(1) "Man darf und sollte die Bibel nicht als Rechenbuch missbrauchen, da dies auf einen Irrweg führt."

(2) "Man sollte nicht versuchen, Einzelheiten der Offb-Visionen mit realhistorischen Gegebenheiten zu verknüpfen, da dies auf einen Irrweg führt."

1975

Dogma

Laut WTG der Abschluss von 6000 Jahren Menschheitsgeschichte seit der Erschaffung Adams, die von der WTG auf das Jahr 4026 v. Chr. festgelegt wird. Betreffs der Problematik i. V. mit der diese Hypothese begründenden Berechnung siehe "Biblische Chronologie".

Bis 1975 wurde dieses Jahr als der Abschluss der "Letzten Tage/Zeit des Endes" und als der Zeitpunkt des Eintreffens des "Endes", des göttlichen Strafgerichts von Harmagedon angesehen. Als dieses ausblieb, veröffentlichte die WTG – und tut dies immer noch – diverse, sich ständig wandelnde und jeweils als "Neues Licht" bezeichnete Erklärungen betreffs eines unablässig "baldigen", "unmittelbar bevorstehenden", " greifbarer nahen  Endes dieses Systems" (Harmagedon); siehe "Diese Generation".

A

Abendmahl

Biblisch

Siehe "Gedächtnismahl(feier)".

Abfallen; Abgefallene

Abwertend
Dogma

Apostasie; auch "Abtrünnig werden; Abtrünnige" genannt. Die WTG und ihre Direktiven als unbiblisch, unchristlich und widergöttlich erkennen, sich von ihrer Bevormundung, ihrem Alleinanspruch auf Totalgehorsam befreien und sie verlassen. "Abgefallene" Dissidenten sind laut WTG alle ehemaligen, "Getauften" Zeugen Jehovas, die entweder aufgrund von "nicht 'Bereuten' Sünden / Unmoral" oder "Rebellion" gegen WTG-Dogmen und -Direktiven  "Ausgeschlossen" wurden, oder die sich freiwillig von der WTG  zurückgezogen haben, sei es durch "Untätigkeit" für die WTG oder aus rein intellektuellen Gründen. Aufgrund ihrer "Rebellion" und ihres "Ungehorsams" gegenüber der WTG bzw. ihres obersten Zentralkomitees werden "Abgefallene" ("Abtrünnige"; "Ausgeschlossene") auch als "Reuelose Missetäter" bezeichnet; sie gelten als die schlimmsten aller Menschen, "Geistig krank", infektiös, hochgefährlich. Sind zu meiden wie die Pest.

Bereits im "Wachtturm" vom 15.1.1953 S. 63 verstieg sich die WTG zu folgender ungeheuerlichen Aussage gegenüber "Abgefallenen" – Großschreibung zur Verdeutlichung hinzugefügt:

"Da uns durch die Gesetze der weltlichen Nationen, unter denen wir leben, und auch durch die Gesetze Gottes durch Christus Jesus Schranken auferlegt sind, können wir nur bis zu einem gewissen Grade gegen Abgefallene Schritte unternehmen, das heißt in Übereinstimmungen mit beiden Gesetzgebungen. Das Gesetz des Landes und das Gesetz Gottes durch Christus Jesus verbietet uns, ABGEFALLENE ZU TÖTEN, auch wenn sie Glieder unserer eigenen Blutsverschwandtschaft sind… Satans Einfluß durch das Familienglied, dem die Gemeinschaft entzogen ist, wird darauf gerichtet sein, das andere Glied oder die anderen, die in der Wahrheit sind, zu veranlassen, sich jenem Glied in seiner Handlungsweise oder in seiner Stellung zu Gottes Organisation anzuschließen. Das zu tun würde sich unheilvoll auswirken…"

Der "aufschlussreiche Hinweis", "Ausgeschlossene" aufgrund der herrschenden Gesetzeslage nicht "töten" zu können, muss im Lichte des "Geistig tot"-Dogmas der WTG mit "leider" ergänzt werden: "Wir würden ja gerne, aber wir dürfen nicht…". Hier offenbart sich der wahre, aggressiv/bösartige Geist der WTG (nicht nur) ihren Dissidenten gegenüber: Sie würde sie am liebsten tot sehen. Des Weiteren versucht die WTG mit solchen, angst- und panikschürenden Aussagen sowie emotional extrem negativ aufgeladenen Vokabulars ("unheilvoller satanischer Einfluß") gezielt einen Keil zwischen "loyale 'Zeugen Jehovas'" und ihre "ausgeschlossenen" Angehörigen zu treiben, indem letztere als bösartige, "unheilbringende Werkzeuge Satans" dargestellt werden, denen es einzig darum geht und die danach lechzen, die "lieben und treuen Zeugen Jehovas'" von "Der Wahrheit" abspenstig zu machen. Solch dubiosen Behauptungen müssen als extrem irreführend sowie als in höchstem Maße verunglimpfend aufs Entschiedenste zurückgewiesen werden.

Zwecks weiterer "theologischer Untermauerung" ihrer drakonischen Forderung an organisationsloyale "Zeugen Jehovas", sich innerlich von "abgefallenen" ("abtrünnigen"; "ausgeschlossenen") Familienangehörigen zu lösen und diese als "Geistig tot" zu betrachten, usurpiert die WTG das von JHWH an den Hohenpriester Aaron und dessen beiden überlebenden Söhnen laut Lev 10,6 ergangene Gebot, nicht um die getöteten Söhne Aarons, Nadab und Abihu, zu trauern. Laut anläßlich des "Regionalkongresses" 2016 per Videospielfilm erteilter Anweisung (eine Mutter erkennt anhand des Displays ihres Telefons, dass ein Anruf ihrer vor 15 Jahren "ausgeschlossenen" Tochter eingeht; sie nimmt den Anruf nicht entgegen) dürfen Eltern nicht mehr mit ihren "ausgeschlossenen" Kindern ein Telefongespräch führen. Hierdurch wird unzweifelhaft belegt, dass seitens der WTG der Tatbestand der absichtlichen und böswilligen Familienzerstörung zum Zwecke der Förderung ihrer eigenen Organisationsinteressen (ideologische Befriedung ihrer Befehlsempfängerherde zwecks leichterer Manipulation derselben) erfüllt ist.

Auch das "Beispiel" des Königs Jehu, dem von JHWH geboten wurde, die Familie des "Abtrünnigen" Königs Ahab hinzurichten, wird von der WTG  usurpiert, um "Abtrünnige" als verurteilungswürdige und hassenswerte, den Tod verdienende, "Geistig tote" Unmenschen zu verunglimpfen. Man beachte die extrem negativ emotionsgeladene und "aufgeheizte" Wortwahl im einem diesbezüglichen "Wachtturm"-Artikel vom 15.11.2011 S. 3-5, vermittels derer von der WTG "abtrünnig" gewordene Menschen in verleumderischer Weise als die übelsten Unmenschen sowie als hassens- und hinrichtungswürdige, zu "eliminierende" Individuen gebrandmarkt werden:

"Isebel — die Witwe des frevelhaften Ahabs und Mutter des amtierenden Königs Joram — trieb ihr Unwesen. Sie förderte den Baalskult und unterdrückte mit Macht die Anbetung Jehovas. Sie ließ Gottes Propheten umbringen und übte durch ihre „Hurereien“ und „Zaubereien“ einen fatalen Einfluss auf das Volk aus (2. Kö. 9:22; 1. Kö. 18:4, 13). Jehova verfügte daher, dass die ganze Familie Ahabs ausgelöscht werden sollte, selbst Joram und Isebel. Jehu sollte hierbei die Speerspitze bilden…

[Elisa] sollte Jehu zum König salben und ihm die Anweisung geben, jedes männliche Wesen der abtrünnigen Familie Ahabs zu töten (2. Kö. 8:28; 9:1-10)…

[Jehu] spannte seinen Bogen und zielte auf Joram. Der Pfeil durchbohrte sein Herz und er brach im Kriegswagen tot zusammen…

Danach konzentrierte sich Jehu auf das nächste Mitglied aus Ahabs Familie auf seiner Todesliste: die niederträchtige Königin Isebel — „diese Verfluchte“, wie Jehu sie mit Recht nannte. …Ohne ein Wort an sie zu verschwenden, befahl er den Hofbeamten, sie aus dem Fenster zu werfen. Dann ließ er seine Pferde über sie hinwegtrampeln… Danach eliminierte Jehu noch Dutzende andere der Familie Ahabs (2. Kö. 9:30-34; 10:1-14).

Der Gedanke an so viel Blutvergießen ist natürlich nicht besonders schön, aber man muss sich hierbei klarmachen, dass Jehova damals seine Diener als seine Urteilsvollstrecker einsetzte…

Heute setzen wir als Diener Jehovas gegen niemand körperliche Gewalt ein, der sich gegen Gottes Normen [Anm.: Gegen WTG-Anweisungen] für seine Anbetung stellt. „Mein ist die Rache“, sagt Gott (Heb. 10:30). Damit die Versammlung vor möglichen verderblichen Einflüssen geschützt ist, müssen Älteste allerdings mitunter genauso mutig sein wie Jehu (1. Kor. 5:9-13). Und jeder Einzelne in der Versammlung muss entschlossen sein, den Umgang mit Ausgeschlossenen zu meiden (2. Joh. 9-11)."

Durch die direkte Parallelsetzung der "abtrünnigen" AT-Gestalten der Isebel, des Joram, und anderer Glieder der "bösen" Familie Ahabs, die von Gott gerichtet wurden, mit heutigen Personen, die sich aus welchen Gründen auch immer entscheiden, ihren Weg nicht weiter mit und unter der Direktive der WTG fortzusetzen, werden diese Menschen auf irreführende und hetzerisch/verleumderische Weise mit all den "schrecklichen" Attributen belegt, die auf die "abtrünnigen Missetäter" des AT Anwendung finden: "Frevelhaft", ihr Unwesen treiben", mörderisch, hurerisch, "Zaubereien" treibend, "fatal", "niederträchtig", "verflucht", "verderblich"; sie werden mit zu "eliminierendem" und zu "zertrampelndem" Ungeziefer gleichgesetzt.

Durch all dieses aufwühlend/demagogische Hetzen gegen freie Menschen, die von ihrem fundamentalen Grundrecht auf Meinungs-, Entscheidungs- und Handlungsfreiheit Gebrauch machen, ist seitens der WTG und ihres obersten Zentralkomitees, welches für solche "Belehrung" und Direktiven verantwortlich zeichnet, zweifelsfrei der Tatbestand der Verleumdung und Verunglimpfung erfüllt, sowie die Anwendung der von Jesus Christus gemäß Mat 5,22 geäußerten Drohung: "Wer aber irgend zu seinem Bruder sagt: Raka! (ῥακά; von רָקַק rāqaq, spucken; Ausdruck höchsten Ärgers und Verachtung: Jemand, auf den man spuckt) wird dem Synedrium verfallen sein; wer aber irgend sagt: Du Narr! (μωρός mōrós; Schurke, Schuft, charakterlich/moralisch schlechter Mensch) wird der Gehenna des Feuers verfallen sein."

Des Weiteren besteht der Fehler obiger, seitens der WTG vorgenommenen "1:1-Direktübertragungen" inspirierter Gebote Gottes auf sich selbst bzw. auf eine rein menschlich/eigenzweckdienliche  Direktive ihres obersten Direktoriums darin, dass keine von Menschen geschaffene Organisation bzw. deren aus unvollkommenen, fehlbaren Menschen bestehendes Leitungsgremium jemals über gleiche Vollmacht wie der Allmächtige Gott bzw. die von ihm inspirierten Propheten früherer Zeiten verfügen kann. Eine derartige Gleichsetzung ihrer "Ausgeschlossenen"-Direktive, die lediglich auf gruppendynamische Homogenisation und damit auf leichtere Steuerbarkeit ihrer "Zeugen Jehovas"-Befehlsempfängerherde abzielt, mit einem göttlich inspirierten Gebot der Bibel, bei dem es tatsächlich um Verletzung echt göttlicher Anweisungen geht, muss als blasphemische Anmaßung und Selbstüberhebung seitens der WTG und ihres obersten Zentralkomitees aufs Entschiedenste zurückgewiesen werden.

Vgl. dies auch mit den unter "Ausgeschlossene" aufgeführten WTG-Aufrufen zur Mitleidslosigkeit und sogar zu Hass gegenüber dieser Personengruppe.

Im "Wachtturm" vom 15.3.1986 fährt die WTG unter Aufbietung erheblicher verbaler Mittel schweres Geschütz gegen den von ihr so gefürchteten "Abfall" auf, indem hier versucht wird, Angst, Furcht und Panik auf seiten der WTG höriger "Zeugen Jehovas" zu schüren und diese vermittels Gedankenkontrolle und dem Evozieren von Schuldgefühlen gegen jegliche Möglichkeit eines auch nur ansatzweisen Nachdenkens über und Hinterfragens von WTG-Doktrin und -Direktiven zu inokulieren:

S. 12 Abs. 7: "Nun, was wirst du tun, wenn du mit den Lehren Abgefallener konfrontiert wirst, mit spitzfindigen Überlegungen, durch die dein Glaube als Zeuge Jehovas zur Unwahrheit abgestempelt werden soll? Was wirst du beispielsweise tun, wenn du einen Brief oder eine Sendung von Schriften erhältst und beim Öffnen gleich erkennst, daß sie von einem Abgefallenen stammen? Wird dich deine Neugier veranlassen, sie zu lesen, nur um zu sehen, was er zu sagen hat? Möglicherweise denkst du: „Es wird mir nichts anhaben können; ich stehe zu fest in der Wahrheit. Und wenn wir die Wahrheit haben, brauchen wir nichts zu befürchten. Die Wahrheit wird der Prüfung standhalten.“ Einige, die so dachten, haben ihren Sinn mit dem Gedankengut Abgefallener genährt und sind Fragen und Zweifeln zum Opfer gefallen. Vernichtest du wohlweislich die Schriften Abtrünniger?"

S. 15 "Erinnerst du dich?": Warum ist das Lesen der Schriften Abtrünniger mit dem Lesen pornographischer Literatur vergleichbar?"

S. 17 Abs. 8: "Nimm dich vor Personen in acht, die ihren eigenen, andersartigen Meinungen Geltung zu verschaffen suchen."

S. 20 Abs. 18: "Sei daher in deinem Herzen fest entschlossen, niemals mit dem Gift in Berührung zu kommen, das Abtrünnige dir anbieten wollen."

Vgl. diese verbalen Entgleisungen mit den skurril/pathologischen "Abscheu, Ekel und Haß empfinden" / "Giftschlangen"-Anweisungen unter "Ausgeschlossene". Vgl. auch mit der verbalen Kriminalisierung eigenen Nachdenkens unter "Eigenes Denken".

Im "Wachtturm" vom 1.11.1980, Seite 19 erklärt die WTG, dass "Zweifel" – mithin: Nachdenken und analysieren – an der Richtigkeit von jeweils aktueller  WTG-Lehre zu "Abfall/Abtrünnigkeit" führt und deklariert dies sodann zu "verdammungswürdigem 'Stolz'":

"Wer also mit seinen Zweifeln so weit geht, daß er abtrünnig wird, schwingt sich zum Richter auf. Er denkt, er wisse es besser als seine Mitchristen und auch besser als der „treue und verständige Sklave[i. e., die "Leitende Körperschaft"], durch den er das meiste, wenn nicht sogar alles, gelernt hat, was er über Jehova Gott und seine Vorsätze weiß."

Auszug auf dem Kommentar zum "Tagestext" vom 27.4.2015:

"Näherer Umgang mit [Personen, die auf Abtrünnigkeit zusteuerten] war besonders gefährlich und musste gemieden werden. Heute ist es nicht anders (Spr. 13:20). … [Wir] müssen unbedingt auf der Hut sein, wenn jemand, der unsere Zusammenkünfte besucht, uns in Diskussionen über persönliche Mutmaßungen hineinziehen oder etwas bekritteln will."

Im "Wachtturm" vom 15.3.1982 S. 21 Abs 17 werden zu "Feinden der Wahrheit" gewordene, ehemalige "abgefallene/abtrünnige 'Zeugen Jehovas'" als "illoyale Mitsklaven" bezeichnet, wobei die moralische Abwertung als "illoyal" auf der WTG-Usurpaton und Neudefinierung der "Loyalitäts-" und "Treue"-Begriffe beruht, siehe "Loyal, Loyalität" und "Treu; Treue", sowie die WTG-Verdrehung des "Wahrheits"-Begriffes in ihrem Sinne Verwendung findet, siehe "Wahrheit, die". Des Weiteren enthält diese Passage folgende zutreffende Beobachtung – Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hinzugefügt:

"Diese illoyalen ,Mitsklaven‘ sind des weiteren der Meinung, es bestehe die Gefahr, die Gesellschaft zu vergöttern [was genau so unter "Jehovas Zeugen" auf Anweisung und gemäß dem Willen des obersten, "gottgleichen" WTG-Zentralkomitees geschieht], und um dies zu vermeiden, sei es praktisch notwendig, sich von ihr abzuwenden oder ihr den Rücken zu kehren. Sie sagen: Wir wollen die Bibel studieren, aber ohne die Veröffentlichungen der Gesellschaft [womit sie genau das Richtige tun, nämlich Gottes Wort "sola scriptura", mit Gottes Geist, doch ohne die nichtinspirierten Zusätze fehlbarer Menschen empfangen]."

All diese Passagen belegen, dass gemäß WTG-Verdikt jeder, der seine Denkfähigkeit gebraucht, so, wie es ihm gemäß Apg 17,11; 2Kor 13,5; 1Thess 5,21 und 1Joh 4,1 von Gott nicht nur gestattet, sondern sogar geboten ist, ein "böser 'Rebell'" ist, der im "göttlichen Strafgericht von Harmagedon die Strafe ewiger Vernichtung erleiden" wird, sofern er sein Denken nicht unterdrückt, seine Zweifel beiseiteschiebt und sich der WTG und ihrem menschlichen, nichtinspirierten  Lehr- und Direktivenkodex wieder in bedingungslosem  Gehorsam  unterordnet. Dies belegt die panische Angst, die die WTG davor hat, dass ihre auf weiten Strecken menschlichen, unbiblischen, selbstersonnenen und großenteils eigenzweckdienlichen Dogmen und Direktiven auf den Prüfstand der Bibel und biblisch/christlicher Vernunft kommen. Des Weiteren belegt diese Passage den ungeheuerlichen, megalomanen Anspruch der WTG bzw. des sie vertretenden, obersten Zentralkomitees, die "Einzig Wahren und Erleuchteten" auf dieser Erde zu sein und der einzige Quell wahrer Gotteserkenntnis, die im Alleinbesitz göttlicher Wahrheit sind. Der eklatante Irrtum eines solchen Anspruches besteht darin, dass nur das geoffenbarte Wort Gottes, welches derzeit in der Bibel vorliegt ("sola scriptura") und von Gott selbst vermittels seines Heiligen Geistes erklärt wird (1Kor 2,10-13), die Quelle wahrer  Erkenntnis ist; siehe 1Kor 4,6.

Abgeleitet von 1Kor 5,5 und 1Tim 1,20 werden von der WTG "Abgefallene" als "Dem Satan übergeben" (siehe daselbst) betrachtet, wobei sich die WTG hier mit dem inspirierten Apostel Paulus auf der gleiche Stufe stehend betrachtet, der eine solche Handlung kraft der ihm von Gott tatsächlich verliehenen Autorität auch vornehmen konnte. Seitens der nicht-inspirierten  WTG jedoch liegt Autoritätsanmaßung und maßlose Selbstüberschätzung vor. Mehr hierzu siehe "Dem Satan übergeben".

Auf der "Grundlage" von 2Pet 2,22 verspottet die WTG "Abgefallene Zeugen Jehovas", die sich aufgrund eigenen Nachdenkens von WTG-Dogmen distanzieren, da sie deren Fehlerhaftigkeit und Willkür erkannt haben, als "Hunde, die zu ihrem eigenen Gespei umkehren " und als "Säue, die sich im Kot wälzen", womit sich auch hier der WTG krankhafte Megalomanie und ihre pathologische Arroganz offenbart. Der Fehler von WTG-Anwendung dieses Bibelverses besteht darin, dass sich der inspirierte Apostel hier auf Menschen bezieht, die sich von inspirierter göttlicher, der apostolischen Urchristengemeinde durch das Walten des Heiligen Geistes geoffenbarter Wahrheit (nicht von menschengemachten, von unvollkommenen Menschen ersonnenen Organisationsdirektiven wie jenen der WTG) nicht nur zurückgezogen haben, sondern diese aktiv bekämpfen. Die WTG usurpiert also diese Aussage Petri auf illegale Weise, indem sie diese zur eigennützigen Stützung ihrer menschlichen Organisationsinteressen verdreht.

Mit Bezug auf "Abgefallene" usurpiert die WTG 1Joh 2,19 und behauptet, dieser Vers beziehe sich auf alle "ehemaligen 'Zeugen Jehovas'", die von der WTG "Abfallen" oder "Abtrünnig" geworden sind (NWÜ-Wortlaut: "Sie sind nicht von unserer (i. e. 'Zeugen Jehovas'-) Art gewesen"), was eine krasse Falschanwendung darstellt, da es hier nicht um Menschen geht, die sich aufgrund ihrer freien Willensentscheidung von einer rein menschlichen Organisation, die über keinerlei göttliche Legitimation verfügt abgewandt haben, sondern um "Antichristen", also Christusfeinde, die sich laut 2Joh 9 aktiv gegen Christus und das Christentum stellen. Vgl. auch "Keinen Gruß entbieten".

In welchem Ausmaß sich das menschliche, sich selbst eingesetzt habende oberste Zentralkomitee der WTG auf grenzenlos/blasphemische Weise anmaßt, über das Gedanken- und Geistesleben Millionen anderer Menschen auf absolutistisch/totalitäre Art zu herrschen und Dissidenten entweder auf Linie zu knüppeln oder sie abzuurteilen und auszustoßen, wird aus einem von der WTG in den U.S.A "An alle Kreis- und Bezirksaufseher"  vertraulich versandten Brief mit dem Aktenzeichen SCG:SSF vom 1.9.1980 deutlich – übersetzter Auszug mit eingefügten Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck:

"Behaltet im Sinn, daß – um ausgeschlossen zu werden – ein Abgefallener nicht ein Förderer abtrünniger Ansichten sein muss. Wie im Wachtturm vom 1. August 1980, Seite 17 Absatz 2 erklärt, stammt das Wort 'Abfall (English: Apostasy)' von einem griechischen Begriff, der 'ein Abstehen von', 'ein Abfallen von, Abtrünnigkeit', 'Rebellion, Lossagung' bedeutet. Wenn somit ein getaufter  Christ [= ein der WTG durch seine "Hingabe und Taufe" verpflichteter Zeuge Jehovas] die Lehren Jehovas, so, wie sie vom treuen und verständigen Sklaven dargelegt werden [= die menschlichen Lehren der WTG] verläßt und damit fortfährt, trotz schriftgemäßer  Zurechtweisung andere Glaubenslehren für wahr zu halten, dann ist er abtrünnig [von der WTG, aber nicht notwendigerweise von wahrer göttlich/biblischer Lehre]. Es sollten liebevolle Anstrengungen unternommen werden, sein Denken richtigzustellen. Wenn er jedoch nach solchen Anstrengungen weiterhin darin fortfährt, seinen abtrünnigen Ideen Glauben zu schenken und das, was ihm durch die 'Sklavenklasse' dargeboten wird, zurückzuweisen, dann werden angebrachte rechtliche Schritte unternommen [= es wird ein 'Rechtskomitee' zwecks Anklageerhebung mit nachfolgendem 'Gemeinschaftsentzug' eingesetzt]."

Siehe auch die Frage B.5 des WTG-Formulars A-8-X Ge 10/15 "BEWERBUNG UM AUFNAHME IN DEN WELTWEITEN ORDEN DER SONDERVOLLZEITDIENER DER ZEUGEN JEHOVAS": "Glaubst du, dass die von Jehova kommende geistige Speise durch den treuen und verständigen Sklaven vermittelt wird, und lebst du gemäß dem, was er lehrt?"

Man beachte die "einfach so"-Behauptung, die "Geistige Speise" genannten, menschlichen, nichtinspirierten und sich ständig wandelnden  WTG-Organisationsdogmen und -Direktiven seien göttlichen Ursprungs, sowie die in eine Frage gekleidete abschließende Anweisung: "Lebst du gemäß dem, was ER [= das oberste WTG-Zentralkomitee – nicht "Gott", "Jesus Christus" oder "Die Bibel"] lehrt?" Für eine weiterführende Analyse dieser Behauptungen und Direktiven siehe "Leitende Körperschaft" sowie "Treuer und verständiger Sklave".

Betreffs der Behandlung von "Abgefallenen" schüttet die WTG das Kind mit dem Bad aus, denn es gibt keinerlei biblische Grundlage, über Personen, die unter Ausübung ihres freien Willens entscheiden, die WTG zu verlassen, ohne sie bekämpfen oder andere "Zeugen Jehovas" hinter sich her ziehen zu wollen, eine Totalexkommunikation (siehe "Gemeinschaftsentzug") zu verhängen, unter Anordnung eines absoluten Gruß-, Rede- und Kontaktverbotes für die verbliebenen Zeugen Jehovas. Der Fehler der diesbezüglichen WTG-Doktrin liegt in einer willkürlichen und biblisch nicht zu begründenden Vermischung ("Rösselsprungmethodik") von Röm 16,17; 1Kor 5,11.13; 2Thess 3,6.14 (kein totales Gruß- und Redeverbot) mit 2Joh 10.11 (Christusfeinde, die andere hinter sich herziehen wollen, V. 9.10a). Für erstere Gruppe gilt vielmehr Jesu Toleranz- und Respektgebot laut Mar 9,38-40 und Luk 9,49,50, falls sie weiterhin an Gott,  Christus und die Bibel glauben, jedoch in einer nicht-WTG-approbierten Version, oder – laut Paulus – maximal, sie zu "meiden", zu "Bezeichnen" oder "abzuweisen", wobei sie laut 2Thess 3,15 weiterhin als Brüder – nicht als Feinde – angesehen werden sollten; oder – laut Jud 22.23 – ihnen "Barmherzigkeit" zu erweisen, je nach Szenario.

In ihrer öffentlichen Selbstdarstellung leugnet die WTG beharrlich und vehement, dass ehemalige "Zeugen Jehovas" von "Aktiven" ignoriert werden müssen und dass ein totalen Gruß-, Rede- und Kontaktverbot besteht, was im Lichte ihrer "Theokratische Kriegführungs"-Praxis als krasse Irreführung und eklatante Falschaussage gewertet werden muss.

Abgleiten

Abwertend
Biblisch/umgedeutet

Begriff aus Heb 2,1 laut NWÜ; auch "Sich zurückziehen" und "Zurückweichen" genannt, siehe daselbst. Von der WTG auf sich selbst bezogen interpretiert: Sich zunehmend nicht mehr voll und ausschließlich auf die WTG bzw. auf ihre Interessen ausrichten; sich weniger für die WTG "Verausgaben"; entweder, weil man "Ichsüchtigen" oder "Weltlichen" Interessen verstärkte Aufmerksamkeit widmet, oder "Eigenes" bzw. "Kritisches Denken" eingesetzt hat und man beginnt, WTG-Dogmen zu durchschauen und als das zu erkennen, was sie wirklich sind, nämlich von Menschen ersonnene, pseudobiblische Richtlinien und Direktiven eines Zeitschriftenverlages, die entweder weit über das hinausgehen, was in der Bibel geschrieben steht (1Kor 4,6), oder jeglicher biblischen Grundlage entbehren wie z. B. das WTG-Gebot zum "Predigtdienstberichten", die Direktive, nur einen "Zeugen Jehovas" zu heiraten, oder die neueste "Überlappende Generation"-Doktrin. Am Ende stehen "Untätigkeit" oder "Abfall / Abtrünnigkeit", was laut WTG von Gott im göttlichen Strafgericht von "Harmagedon" mit "Ewiger Vernichtung" bestraft wird.

Der Fehler in WTG-Auslegung dieses Begriffes besteht darin, dass er sich auf "Abgleiten" von Gott und inspirierter göttlicher Wahrheit bezieht, nicht auf das Zurückweisen von Menschen oder von einer unvollkommenen, menschlichen Organisation aufgestellten Behauptungen.

Abgrund

Biblisch

Griechisch "ἄβυσσος ábyssos", Luk 8,31; Röm 10,7; mehrmals in der Offb.

Laut Luk 8,31 fürchteten sich böse Engel, die zur Zeit Jesu "frei umherstreiften" (also nicht "im Tartarus eingesperrt" waren) vor dem "ábyssos" (nicht dem Tartarus)  – laut Mat 8,29 wegen der damit verbundenen "Qual", was im Lichte der Verwandtschaft des zugrundeliegenden Begriffes "βασανίζω basanízō" (quälen) mit "βασανιστής basanistēs" (Gefängniswärter, Mat 18,34) auch als "Eingesperrtsein", "Gefangensetzung" gedeutet werden kann, wie es die WTG auch tut.

Im "Wachtturm" vom 15.6.2013 S. 23 behauptet die WTG in eisegetischer und völlig hypothetisch/willkürlicher Weise:

"Bald wird Jesus den Teufel samt dieser ungehorsamen Geistwesen binden und in den Abgrund werfen."

In der Passage heißt es jedoch nur "Sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebieten möchte, in den Abgrund zu fahren." Die WTG jedoch verbindet diesen Text in Rösselsprungmanier mit Offb 20,1-3 und konstruiert hieraus ihre eisegetisch/hypothetische "Das Ende kommt BALD!"-Doktrin.

Röm 10,7 scheint "ábyssos" mit "Scheol / Hadēs" aus Apg 2,31 in Verbindung zu bringen, was in WTG-Doktrin völlig ignoriert wird:

Christus [war nicht] im Hades zurückgelassen worden

* Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?", das ist: Christus aus den Toten heraufführen

Sowohl "Hades" als auch "Abgrund" erscheinen also mit ähnlichen Spezifika: Beide sind "Aufenthaltsorte/Zustände" von Toten (Menschen und laut der Offb auch von Engeln sowie von Institutionen); beide sind temporär; aus beiden kann (vermittels von Auferstehung) zurückgekehrt werden. Allerdings kann nicht gesichert festgestellt werden, ob beide Begriffe Synonyme für ein und dasselbe sind, oder lediglich unterschiedliche Aspekte ein und derselben Sache andeuten. Laut Offb. werden nur Tod und "Hades" – aber nicht der Abgrund – in den Feuersee geworfen, d.h. ausgelöscht.

Zu trennen sind beide Begriffe vom in 1Pet 3,19 erwähnten "φυλακή phylakē (Gefängnis; bewachter Ort)", denn hier geht es klar um die Zeit nach Christi Auferstehung, i.e., Rückkehr aus Hades / Abgrund.

Ablenkung

Abwertend
Worthülse

Alles, was bewirkt, dass ein "Zeuge Jehovas" nicht mehr voll und ausschließlich auf die WTG bzw. auf ihre Interessen ausgerichtet ist und sich weniger für sie "Verausgabt" ("nachlässt"), oder "Ichsüchtigen / Weltlichen" Interessen verstärkt Aufmerksamkeit widmet. Hierzu gehören:

Aus- und Weiterbildung;
Beruf;
* "Entspannung" und "Unterhaltung";
* "Materialismus".

Siehe auch "Sich ablenken lassen".

Abschluss dieses Systems

Dogma

Die "Harmagedon" unmittelbar vorangehende "Abschlussperiode" des "Systems Satans"; siehe "Letzte Tage".

Abtrünnig; Abtrünnige; Abtrünnigkeit

Abwertend
Dogma

Auch "Abgefallen / Abgefallene" genannt. "Abtrünnigkeit" im WTG-Sinne bedeutet: Nichtbefolgen von WTG-Dogmen und -Direktiven; von der WTG mit Apostasie gleichgesetzt. Aus WTG-Perspektive handelt es sich bei "Abtrünnigen" um Personen, die die WTG verlassen, weil sie ihre Lehren und Direktiven  in Frage stellen bzw. zurückweisen. Aufgrund ihrer "Rebellion" und ihres "Ungehorsams" gegenüber der WTG bzw. ihres obersten Zentralkomitees werden "Abtrünnige" ("Abgefallene"; "Ausgeschlossene") auch als "Reuelose Missetäter" bezeichnet; sie gelten als die schlimmsten aller Menschen, "Geistig krank", infektiös, hochgefährlich. Sind zu meiden wie die Pest.

Für jeden "ergebenen", "gehorsamen", "loyalen", "treuen" und "vorbildlichen 'Zeugen Jehovas'" ist "Abrünnigkeit" das schlimmste aller "Verbrechen", welches die schlimmste Form von Ächtung nach sich zieht: Exkommunikation/Totalausschluss, mit totalem Kontakt-, Rede- und Grußverbot. "Abtrünnige" haben den Status von "Untermenschen", Parias, sie gelten als "Dem Satan übergeben" und als noch schlimmer als "Weltmenschen").

Betreffs des offenen Aufrufes zu Hass gegenüber "Abtrünnigen" seitens der WTG sowie ihrer Hetze gegen, und Verunglimpfung von Dissidenten auf der Grundlage fehlerhafter Anwendung biblischer Inhalte siehe "Abfallen; Abgefallene".

Im "Wachtturm" vom 15.3.1986 fährt die WTG unter Aufbietung erheblicher verbaler Mittel schweres Geschütz gegen die von ihr so gefürchtete "Abtrünnigkeit" auf, indem hier versucht wird, Angst, Furcht und Panik auf seiten der WTG höriger "Zeugen Jehovas" zu schüren und diese vermittels Gedankenkontrolle und dem Evozieren von Schuldgefühlen gegen jegliche Möglichkeit eines auch nur ansatzweisen Nachdenkens über und Hinterfragens von WTG-Doktrin und –Direktiven zu inokulieren:

S. 12 Abs. 7: "Nun, was wirst du tun, wenn du mit den Lehren Abgefallener konfrontiert wirst, mit spitzfindigen Überlegungen, durch die dein Glaube als Zeuge Jehovas zur Unwahrheit abgestempelt werden soll? Was wirst du beispielsweise tun, wenn du einen Brief oder eine Sendung von Schriften erhältst und beim Öffnen gleich erkennst, daß sie von einem Abgefallenen stammen? Wird dich deine Neugier veranlassen, sie zu lesen, nur um zu sehen, was er zu sagen hat? Möglicherweise denkst du: „Es wird mir nichts anhaben können; ich stehe zu fest in der Wahrheit. Und wenn wir die Wahrheit haben, brauchen wir nichts zu befürchten. Die Wahrheit wird der Prüfung standhalten.“ Einige, die so dachten, haben ihren Sinn mit dem Gedankengut Abgefallener genährt und sind Fragen und Zweifeln zum Opfer gefallen. Vernichtest du wohlweislich die Schriften Abtrünniger?"

S. 15 "Erinnerst du dich?": Warum ist das Lesen der Schriften Abtrünniger mit dem Lesen pornographischer Literatur vergleichbar?"

S. 17 Abs. 8: "Nimm dich vor Personen in acht, die ihren eigenen, andersartigen Meinungen Geltung zu verschaffen suchen."

S. 20 Abs. 18: "Sei daher in deinem Herzen fest entschlossen, niemals mit dem Gift in Berührung zu kommen, das Abtrünnige dir anbieten wollen."

Im "Wachtturm" vom 1.11.1980, Seite 19 erklärt die WTG, dass "Zweifel" – mithin: Nachdenken und analysieren – an der Richtigkeit von jeweils aktueller  WTG-Lehre zu "Abfall/Abtrünnigkeit" führt und deklariert dies sodann zu "verdammungswürdigem 'Stolz'":

"Wer also mit seinen Zweifeln so weit geht, daß er abtrünnig wird, schwingt sich zum Richter auf. Er denkt, er wisse es besser als seine Mitchristen und auch besser als der „treue und verständige Sklave[i. e., die "Leitende Körperschaft"], durch den er das meiste, wenn nicht sogar alles, gelernt hat, was er über Jehova Gott und seine Vorsätze weiß."

Auszug auf dem Kommentar zum "Tagestext" vom 27.4.2015:

"Näherer Umgang mit [Personen, die auf Abtrünnigkeit zusteuerten] war besonders gefährlich und musste gemieden werden. Heute ist es nicht anders (Spr. 13:20). … [Wir] müssen unbedingt auf der Hut sein, wenn jemand, der unsere Zusammenkünfte besucht, uns in Diskussionen über persönliche Mutmaßungen hineinziehen oder etwas bekritteln will."

Im "Wachtturm" vom 15.3.1982 S. 21 Abs 17 werden zu "Feinden der Wahrheit" gewordene, ehemalige "abgefallene/abtrünnige 'Zeugen Jehovas'" als "illoyale Mitsklaven" bezeichnet, wobei die moralische Abwertung als "illoyal" auf der WTG-Usurpaton und Neudefinierung der "Loyalitäts-" und "Treue"-Begriffe beruht, siehe "Loyal, Loyalität" und "Treu; Treue", sowie die WTG-Verdrehung des "Wahrheits"-Begriffes in ihrem Sinne Verwendung findet, siehe "Wahrheit, die". Des Weiteren enthält diese Passage folgende zutreffende Beobachtung – Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hinzugefügt:

"Diese illoyalen ,Mitsklaven‘ sind des weiteren der Meinung, es bestehe die Gefahr, die Gesellschaft zu vergöttern [was genau so unter "Jehovas Zeugen" auf Anweisung und gemäß dem Willen des obersten, "gottgleichen" WTG-Zentralkomitees geschieht], und um dies zu vermeiden, sei es praktisch notwendig, sich von ihr abzuwenden oder ihr den Rücken zu kehren. Sie sagen: Wir wollen die Bibel studieren, aber ohne die Veröffentlichungen der Gesellschaft [womit sie genau das Richtige tun, nämlich Gottes Wort "sola scriptura", mit Gottes Geist, doch ohne die nichtinspirierten Zusätze fehlbarer Menschen empfangen]."

All diese Passagen belegen, dass gemäß WTG-Verdikt jeder, der seine Denkfähigkeit gebraucht, so, wie es ihm gemäß Apg 17,11; 2Kor 13,5; 1Thess 5,21 sowie 1Joh 4,1 von Gott nicht nur gestattet, sondern sogar geboten ist, ein "böser 'Rebell'" ist, der im "göttlichen Strafgericht von Harmagedon die Strafe ewiger Vernichtung erleiden" wird, sofern er sein Denken nicht unterdrückt, seine Zweifel beiseiteschiebt und sich der WTG und ihrem menschlichen, nichtinspirierten  Lehr- und Direktivenkodex wieder in bedingungslosem  Gehorsam  unterordnet. Dies belegt die panische Angst, die die WTG davor hat, dass ihre auf weiten Strecken menschlichen, unbiblischen, selbstersonnenen und großenteils eigenzweckdienlichen Dogmen und Direktiven auf den Prüfstand der Bibel und biblisch/christlicher Vernunft kommen. Des Weiteren belegt diese Passage den ungeheuerlichen, megalomanen Anspruch der WTG bzw. des sie vertretenden, obersten Zentralkomitees, die "Einzig Wahren und Erleuchteten" auf dieser Erde zu sein und der einzige Quell wahrer Gotteserkenntnis, die im Alleinbesitz göttlicher Wahrheit sind. Der eklatante Irrtum eines solchen Anspruches besteht darin, dass nur das geoffenbarte Wort Gottes, welches derzeit in der Bibel vorliegt und von Gott selbst vermittels seines Heiligen Geistes erklärt wird (1Kor 2,10-13), die Quelle wahrer Erkenntnis ist; siehe 1Kor 4,6.

Abgeleitet von 1Kor 5,5 und 1Tim 1,20 werden von der WTG "Abtrünnige" als "Dem Satan übergeben" (siehe daselbst) betrachtet, wobei sich die WTG hier auf maßlos arrogant/anmaßende Weise mit dem inspirierten Apostel Paulus auf der gleiche Stufe stehend betrachtet, der eine solche Handlung kraft der ihm von Gott tatsächlich verliehenen Autorität auch vornehmen konnte. Seitens der nicht-inspirierten  WTG jedoch liegt Autoritätsanmaßung und maßlose Selbstüberschätzung vor. Mehr hierzu siehe "Dem Satan übergeben".

Auf der "Grundlage" von 2Pet 2,22 verspottet die WTG "Abtrünnige Zeugen Jehovas", die sich aufgrund eigenen Nachdenkens von WTG-Dogmen distanzieren, da sie deren Fehlerhaftigkeit und Willkür erkannt haben, als "Hunde, die zu ihrem eigenen Gespei umkehren " und als "Säue, die sich im Kot wälzen", womit sich auch hier der WTG krankhafte Megalomanie und ihre pathologische Arroganz offenbart. Der Fehler von WTG-Anwendung dieses Bibelverses besteht darin, dass sich der inspirierte Apostel hier auf Menschen bezieht, die sich von inspirierter göttlicher, der apostolischen Urchristengemeinde durch das Walten des Heiligen Geistes geoffenbarter Wahrheit (nicht von menschengemachten, von unvollkommenen Menschen ersonnenen Organisationsdirektiven wie jenen der WTG) nicht nur zurückgezogen haben, sondern diese aktiv bekämpfen. Die WTG usurpiert also diese Aussage Petri auf illegale Weise, indem sie diese zur eigennützigen Stützung ihrer menschlichen Organisationsinteressen verdreht.

Mit Bezug auf "Abtrünnige" usurpiert die WTG 1Joh 2,19 und behauptet, dieser Vers beziehe sich auf alle "ehemaligen 'Zeugen Jehovas'", die von der WTG "Abfallen" oder "Abtrünnig" geworden sind (NWÜ-Wortlaut: "Sie sind nicht von unserer (i. e. 'Zeugen Jehovas'-) Art gewesen"), was eine krasse Falschanwendung darstellt, da es hier nicht um Menschen geht, die sich aufgrund ihrer freien Willensentscheidung von einer rein menschlichen Organisation, die über keinerlei göttliche Legitimation verfügt abgewandt haben, sondern um "Antichristen", also Christusfeinde, die sich laut 2Joh 9 aktiv gegen Christus und das Christentum stellen. Vgl. auch "Keinen Gruß entbieten".

In welchem Ausmaß sich das menschliche, sich selbst eingesetzt habende oberste Zentralkomitee der WTG auf grenzenlos/blasphemische Weise anmaßt, über das Gedanken- und Geistesleben Millionen anderer Menschen auf absolutistisch/totalitäre Art zu herrschen und Dissidenten entweder auf Linie zu knüppeln oder sie abzuurteilen und auszustoßen, wird aus einem von der WTG in den U.S.A "An alle Kreis- und Bezirksaufseher"  vertraulich versandten Brief mit dem Aktenzeichen SCG:SSF vom 1.9.1980 deutlich – übersetzter Auszug mit eingefügten Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck:

"Behaltet im Sinn, daß – um ausgeschlossen zu werden – ein Abgefallener nicht ein Förderer abtrünniger Ansichten sein muss. Wie im Wachtturm vom 1. August 1980, Seite 17 Absatz 2 erklärt, stammt das Wort 'Abfall (English: Apostasy)' von einem griechischen Begriff, der 'ein Abstehen von', 'ein Abfallen von, Abtrünnigkeit', 'Rebellion, Lossagung' bedeutet. Wenn somit ein getaufter  Christ [= ein der WTG durch seine "Hingabe und Taufe" verpflichteter Zeuge Jehovas] die Lehren Jehovas, so, wie sie vom treuen und verständigen Sklaven dargelegt werden [= die menschlichen Lehren der WTG] verläßt und damit fortfährt, trotz schriftgemäßer  Zurechtweisung andere Glaubenslehren für wahr zu halten, dann ist er abtrünnig [von der WTG, aber nicht notwendigerweise von wahrer göttlich/biblischer Lehre]. Es sollten liebevolle Anstrengungen unternommen werden, sein Denken richtigzustellen. Wenn er jedoch nach solchen Anstrengungen weiterhin darin fortfährt, seinen abtrünnigen Ideen Glauben zu schenken und das, was ihm durch die 'Sklavenklasse' dargeboten wird, zurückzuweisen, dann werden angebrachte rechtliche Schritte unternommen [= es wird ein 'Rechtskomitee' zwecks Anklageerhebung mit nachfolgendem 'Gemeinschaftsentzug' eingesetzt]."

Siehe auch die Frage B.5 des WTG-Formulars A-8-X Ge 10/15 "BEWERBUNG UM AUFNAHME IN DEN WELTWEITEN ORDEN DER SONDERVOLLZEITDIENER DER ZEUGEN JEHOVAS": "Glaubst du, dass die von Jehova kommende geistige Speise durch den treuen und verständigen Sklaven vermittelt wird, und lebst du gemäß dem, was er lehrt?"

Man beachte die "einfach so"-Behauptung, die "Geistige Speise" genannten, menschlichen, nichtinspirierten und sich ständig wandelnden  WTG-Organisationsdogmen und -Direktiven seien göttlichen Ursprungs, sowie die in eine Frage gekleidete abschließende Anweisung: "Lebst du gemäß dem, was ER [= das oberste WTG-Zentralkomitee – nicht "Gott", "Jesus Christus" oder "Die Bibel"] lehrt?" Für eine weiterführende Analyse dieser Behauptungen und Direktiven siehe "Leitende Körperschaft" sowie "Treuer und verständiger Sklave".

Gemäß dem WTG-"Jahrbuch" von 1986 S. 159 warfen WTG-"treue" "Zeugen Jehovas" ironischerweise einer von ihr als "Abtrünnig" verurteilten Gruppe vor, behauptet zu haben, "sie hätten ihr „Licht“ direkt vom Himmel erhalten", obgleich das oberste leitende WTG-Direktorium selbst genau dies lautstark und nachdrücklich behauptet und für sich in Anspruch nimmt, siehe "Neues Licht". Dies belegt die Doppelbödigkeit und das Heuchlerische der WTG, die gemäß dem Prinzip der "psychologischen Projektion" vorgeht: "Klage deinen Feind der Verbrechen an, die du selbst verübst".

Abtrünniges Gedankengut

Abwertend
Dogma

Alle Überlegungen und Vernunftschlüsse (vgl. "Kritik; kritisches Denken"), die nicht WTG-Doktrin entsprechen oder WTG-Interessen nicht stützen oder fördern, obgleich sie "richtiger", "biblischer" und "christlicher" sein mögen als WTG-Doktrin. Wenn z. B. jemand aufzeigt, dass es für den WTG-angeordneten  "Haus-zu-Haus-Dienst" (siehe daselbst) keinerlei biblische Stütze gibt und nicht diese Tätigkeit, sondern laut Joh 13,35 "Liebe" das Erkennungsmerkmal wahrer Christen ist, so läuft dies dem WTG-Interesse hinsichtlich des vollstmöglichen  ("ganzherzigem")  Einsatzes aller ihrer Anhänger im Verbreiten ihrer Lehren zur Gewinnung weiterer Anhänger (und zukünftiger Geber von Spendengeldern!) diametral zuwider und wird als "Abtrünnig", "Rebellisch", "Stolz" und "Unrein" geahndet und gebrandmarkt.

Für Beispiele der abstrusen und völlig überzogenen Gleichsetzung seitens der WTG von mit "Abtrünnigkeit" in Verbindung gebrachtem "Eigenen" oder "Kritischen Denkens" mit "Stolz", "Gift" und "Pornographie" siehe "Abtrünnig; Abtrünnige".

Adamischer Tod

Biblisch

Der vom ersten Menschen Adam aufgrund dessen "Sünde" ererbte "Tod". Laut Offb 2,11; 20,6.14; 21,8 als "Erster Tod" zu bezeichnen, von dem es eine Auferstehung gibt. Siehe "Hades"; "Gehenna"; "Tod". Vgl. "Erbsünde".

Alles zur Verherrlichung Gottes tun

Aktionismus
Biblisch/umgedeutet
Worthülse

NWÜ-Version des zweiten Halbverses aus 1Kor 10,31"Ob ihr nun esset oder trinket oder irgend etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes", wobei "Ehre Gottes" im Kontext von WTG-"Belehrung" als "Ehre der WTG" verstanden werden muss, und die gesamte Versaussage als "Das gesamte Leben ausnahmslos der WTG und dem Willen  ihres obersten Direktoriums  unterstellen und dienstbar machen; die WTG als das Allerwichtigste und als oberste Priorität allen anderen Lebensbelangen voranstellen"; siehe "Das Königreich an die erste Stelle setzen".

Im konkreten Kontext von 1Kor 10,31 geht es nicht um "gottesdienstlich/liturgische" Handlungen (zu denen das Durchführen von als "Religionsausübung" betrachteten Tätigkeiten zählen würde) und damit auch nicht um "Verkündigung" oder "Evangelisation", sondern um die Frage des "Essens von Götzenopferfleisch". Deshalb ist WTG-Auslegung im Sinne von "Das gesamte Leben muss mit möglichst viel 'Predigtdienst', lückenlosem 'Versammlungsbesuch' und allen sonstigen 'Geistigen' und 'Theokratischen' Tätigkeiten ausgefüllt werden, wenn man Gott wirklich 'verherrlichen' will" als Verdrehung und Falschanwendung zu betrachten.

"Der Wachtturm" vom 15.1.2010 enthält im Artikel "Tag für Tag zur Ehre Gottes leben" auf S. 21 ein besonders krasses Beispiel dafür, wie die WTG die biblische Aussage aus 1Kor 10,31 eigenzweckdienlich usurpiert, um ihrer egozentrischen und eigennützigen "Alles zur Verherrlichung Gottes tun"-Direktive Geltung zu verschaffen, indem sie auf das gesamte Leben, jeden einzelnen Lebensbereich der ihr unterstellten Befehlsempfänger zugreift, um darüber totale Kontrolle auszuüben; Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck eingefügt:

"Seit unserer Hingabe möchten wir immer nach dem Prinzip leben: „Ob ihr esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Verherrlichung Gottes“ (1. Kor. 10:31). Uns ist klar, dass wir durch alles, was wir im Alltag sagen und tun, Jehova entweder Ehre machen oder ihn in Verruf bringen. Außerdem wissen wir aus der Bibel, dass Satan  die Brüder Christi, wie auch alle anderen, die Gott dienen, vor Gott anklagt — „Tag und Nacht“ (Offb. 12:10). Deswegen ist es unser fester Wunsch, ihn Lügen zu strafen und unserem Vater Jehova Freude zu machen, indem wir uns in den heiligen Dienst für ihn stellen — „Tag und Nacht“ (Offb. 7:15; Spr. 27:11).

Wie können wir jeden Tag zur Ehre Gottes leben? Gehen wir kurz auf zwei wichtige Aspekte ein. Zuerst geht es darum, wie wir unsere Prioritäten richtig setzen, und dann, wie man anderen Gutes tun kann.

So leben, wie wir es [der WTG] versprochen haben

Bei unserer Hingabe haben wir von Herzen  versprochen, Jehova [= der WTG, vertreten durch ihr oberstes Leitungsgremium] zu dienen. Wir haben auch versprochen, so zu leben, wie es ihm [= der WTG und ihrem obersten Leitungsgremium] gefällt — und zwar „Tag für Tag“, ja für immer und ewig (Ps. 61:5, 8). Wie können wir unserem Wort treu bleiben? Wie können wir ihm unsere tiefe Liebe [=unsere Verehrung der WTG] jeden Tag aufs Neue beweisen?

In Gottes Wort [= im WTG-Direktivenkodex, der die Bibel nur alibimäßig bemüht] wird klar definiert, was Jehova [= die WTG bzw. ihr oberstes Leitungsgremium] von uns erwartet (5. Mo. 10:12, 13). Einiges davon findet man auf der nächsten Seite unter der Überschrift „Das möchte Gott [= das oberste WTG-Direktorium] von uns“. Diese Punkte sind deshalb so wichtig, weil Gott [= das oberste WTG-Direktorium] sich das alles von uns wünscht. Was aber, wenn auf unserer Prioritätenliste zwei oder mehr Sachen gleichzeitig anstehen?

Ganz oben steht unser heiliger Dienst [= das bedingungslose und gehorsame  Abarbeiten aller Anweisungen des WTG-Forderungenkatalogs]. Dazu gehören das Bibelstudium und das Gebet [hier nur alibimäßig zur Verschleierung angeführt], die Zusammenkünfte und der Predigtdienst [rein menschlich/WTG-zentrischer  Aktionismus] (Mat. 6:33; Joh. 4:34; 1. Pet. 2:9). Das alles kann allerdings nicht den ganzen Tag ausfüllen. Man braucht ja auch noch Zeit für Arbeit, Schule und all die Verpflichtungen zu Hause. Aber wir tun unser Bestes, damit die Arbeit oder anderes nicht mit unserem heiligen Dienst kollidiert, zum Beispiel mit den Zusammenkünften [hierzu siehe das "Große und kleine Kugeln"-Beispiel unter "Das Königreich an die erste Stelle setzen"].Planen wir Urlaub, legen wir ihn so, dass wir Kongresse oder den Besuch des Kreisaufsehers nicht versäumen. Vielleicht lässt sich sogar mehreres miteinander verbinden. Man könnte etwa den Saalputz zum Familienprojekt machen. Oder in den Pausen mit Arbeitskollegen oder Schulkameraden über Jehova reden. Der Punkt ist: Immer wenn wir eine Entscheidung zu treffen haben (das kann auch die Arbeitssuche, die Ausbildung oder Freundschaften betreffen), möchten wir sie von dem getragen wissen, was uns im Leben am wichtigsten ist: die Anbetung unseres lieben Vaters Jehova [= Huldigung der WTG und ihres obersten Zentralkomitees] (Pred. 12:13)."

Wie hier deutlich wird, erhebt die WTG Anspruch selbst auf den "letzten Winkel" des Lebens der ihr unterstellten Befehlsempfänger; selbst Freizeit und Urlaub, Arbeits- oder Schulpausen, Stellensuche oder Berufsausbildung bleiben nicht vor ihrem Zugriff verschont und müssen ihrem Wollen – der ausschließlichen Förderung ihrer eigenzweckdienlichen Verlagsinteressen sowie der Verbreitung ihrer menschlichen Dogmen und Doktrin – unterworfen werden. Durch ihr wiederholtes, mahnendes Betonen des anlässlich der "Hingabe" und "Taufe" geleisteten "Versprechens" (das gemäß der Neuformulierung der zweiten "Tauffrage" nicht an Gott oder Christus, sondern an die WTG gerichtet wird) insinuiert die WTG, es läge seitens der ihr unterstellten Befehlsempfänger ein "Treue- und Versprechensbruch" vor, sollten diese nicht so "funktionieren" wie von der WTG gewünscht und angeordnet, was das rigorose Voranstellen der WTG und ihrer Interessen im Leben jedes einzelnen "Zeugen Jehovas" sowie Volleinsatz im Abarbeiten der Anweisungen des WTG-Vorschriftenkataloges betrifft.

Die Art und Weise, wie die WTG sich und ihre rein menschlichen Interessen sowie ihre nicht von Gott kommenden Direktiven auf den höchsten Sockel aller Wichtigkeiten erhebt und sich als die uneingeschränkte Nr. 1 in das Leben von Millionen Menschen drängt mit der vermessenen Behauptung, nur durch absoluten  Gehorsam gegenüber diesen ihren eigenmächtigen Anweisungen sei es möglich, Aussicht auf "Rettung" und "Ewiges Leben" zu erhalten, muss als unbiblisches, nichtchristliches und blasphemisches "Widerstehen und sich selbst erhöhen über alles, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung ist" (2Thess 2,4) aufs Entschiedenste zurückgewiesen werden. Es handelt sich hierbei um eine Irrlehre, denn in 1Kor 10,31 geht es nicht um das Hochhalten der eigenzweckdienlichen  Direktiven einer unvollkommenen menschlichen Organisation oder ihres obersten Zentralkomitees, noch ihrer nicht von Gott kommenden, fehlbaren Dogmen, Hypothesen und sich ständig wandelnden Theorien, sondern um ein Leben nach den tatsächlich von Gott inspirierten Äußerungen seines Willen, wie sie nur und ausschließlich in der Bibel ("sola scriptura") zu finden sind, ohne menschliches Beiwerk und menschliche Hinzufügungen, die "über das hinausgehen, was geschrieben steht", 1Kor 4,6.

Allgemeiner Pionier; allgemeiner Pionierdienst

Titel

Auch kurz "Pionier/Pionierdienst" genannt. Eine Form des "Vollzeitdienstes" innerhalb der WTG. Ein "Allgemeiner Pionier" (kurz "Pionier") ist ein "Vollzeitprediger", der jeden Monat derzeit durchschnittlich 70 (früher 100, später 90) Stunden "Predigtdienst" ableistet. Die WTG hat das "Stundenerfordernis" für "Pioniere" im Laufe der Jahre mehrmals gesenkt, jedes Mal, als sich ein drastischer Schwund an "Pionieren" bemerkbar machte, um diesen zutage tretenden, für die WTG ungünstigen negativen Trend zu kaschieren ("Für uns geht es nur bergauf").

Betreffs der Rangstellung von "Allgemeinen Pionieren" im WTG-Hierarchiegefüge siehe die Übersichtstabelle unter "Ernennung".

Ledige "Pioniere" arbeiten meistens nur Teilzeit oder in Niedriglohnberufen, um ihren Lebensbedarf decken zu können. Typisches Beispiel: "Nancy, eine Pionierin, die sich ihren Lebensunterhalt als Kellnerin verdiente, …" ("Tagestext" vom 3.9.2015).

Der "Allgemeine Pionierdienst" gilt als eines der herausragenden "Vorrechte" und als "gehobener Status" innerhalb der WTG. Unter "Pionieren" herrscht ein mehr oder weniger offen zur Schau gestellter Standesdünkel, was sich in einem geringschätzigen Herabschauen auf "normale Versammlungsverkündiger" äußert. Um das "Stundenerfordernis" "schaffen" zu können, bedienen sich viele "Pioniere" recht unverhohlen diverser "Tricks" wie z. B. Beginn des "Zeitzählens" durch einen Telefonanruf bei einer "interessierten Person" oder das Versenden einer SMS, sodann längere Autofahrt ins "Gebiet", dort Aufsuchen einiger weniger Türen, gefolgt von weiteren Autofahrten kreuz und quer durchs "Versammlungsgebiet" etc. Unbedarften Beobachtern erscheinen solche Praktiken im Lichte ihrer Ineffektivität, was "Resultate im Dienst" betrifft, sowie ihrer "Trickserei" sehr oft als eine "Verspottung Gottes" sowie als eine Verschwendung von Lebenszeit und Mitteln.

Die WTG preist diese Form des Hochleistungseinsatzes  ("Ganzherzigkeit") für ihre Organisationsinteressen zur Verbreitung ihrer Produkte (Dogmen, Literatur) in den höchsten Tönen und glühendsten Farben zu allen nur denkbaren Gelegenheiten als "Begeisterndes  Vorrecht", "Den besten Lebensweg" sowie "Die höchste Karriere diesseits von Harmagedon" und hämmert besonders allen Jugendlichen, die noch zur Schule gehen, unablässig ein, auf keinen Fall eine "nutzlose Hochschulausbildung", ein "nur egoistische Interessen bedienendes Universitätsstudium" anzuvisieren, sondern sofort nach Beendigung der staatlichen Pflichtschulzeit (selbst Abitur ist vieler Ortens verpönt) so schnell wie möglich eine möglichst anspruchslose und niederbezahlte Teilzeitbeschäftigung aufzunehmen, um "Pionier" sein zu können. Es sind sogar Fälle bekannt (in WTG-veröffentlichten "Erfahrungsberichten" wird immer wiederkehrend darüber berichtet), in denen noch sehr junge "Zeugen Jehovas", die noch zur Schule gingen, bereits als "Allgemeiner Pionier" tätig waren. Persönliche Begabungen, Neigungen, Interessen und Talente spielen hierbei keine Rolle und müssen auf dem Altar der WTG-Organisationsinteressen  geopfert werden, selbst wenn dies für manche zu einer seelisch/emotionalen Notlage führen mag. Siehe "Eigene Interessen zurückstellen".

"Allgemeine Pioniere" werden – als "Belohnung" und "Ehrenbezeigung" – nach einem Jahr zu einer sechstägigen (früher: 10 Tage) "Pionierdienstschule" eingeladen, in der ihnen zur "Erbauung" und Selbstbestärkung pauschale Standard-WTG-Direktiven, gemischt mit WTG-"Lieblingstexten" zur "Untermauerung" des WTG-"Predigtauftrags" -Dogmas verabreicht werden. Des Weiteren dürfen sie anlässlich jeder "Dienstwoche" sowie jedes "Kreiskongresses" einer besonderen "Pionierzusammenkunft" mit dem "Kreisaufseher" beiwohnen, bei der dieser ihnen "Ermunterung" in Form von pauschalen Standard-WTG-Landesaufsichtsbürobriefen zukommen lässt. Diese Anlässe werden WTG-politisch korrekt als "Geistige Segnungen", "Geistige Leckerbissen" sowie als "Vorrechte" bejubelt.

Für ein Beispiel dafür, die die WTG Eltern anweist, ihre Kinder in Richtung "Aufnahme des Vollzeitdienstes als 'Beste Laufbahn'" zu beeinflussen siehe "Vollzeitdiener; Vollzeitdienst".

Betreffs der WTG-"Verbiegung" des AT-"Nasiräats" auf "Allgemeine Pioniere" u. a. "Vollzeitdiener" siehe "Mehr tun".

Alter Bund

Biblisch

Zwischen Gott und den Nachkommen Abrahams über Isaak und Jakob – der Nation Israel – geschlossener Bund; siehe "Mosaisches Gesetz; mosaischer Gesetzesbund".

Altes Israel

Biblisch

Auch als "Gottes Bundesvolk" sowie "Natürliches Israel" bezeichnet. Die vorchristliche, unter dem "mosaischen Gesetz" stehende Nation Israel. Kam durch den Exodus der Nachkommen Jakobs im 15. Jhdt. v. Chr. ins Dasein; wurde von Gott als "Auserwähltes Volk" bezeichnet und stand mit ihm in einem besonderen "Bundesverhältnis". Geschaffen zum Zwecke des Hervorbringens des "Messias", siehe Gen 22,18; 49,10; Ps 132,11; Jes 9,6; 11,1.10; Hes 21,27; Röm 9,7; Gal 3,16 u. a.

Mögen Gal 2,26-29 ("Da ist nicht Jude noch Grieche") im Verbund mit Gal 6,15,16 ("Weder Beschneidung noch Unbeschnittensein gilt etwas, … Und so viele dieser Richtschnur folgen werden - Friede und Barmherzigkeit über sie und über das Israel Gottes!") und auch 1Pet 2,8.9 anzeigen, dass sich "von Gott Auserwähltsein" und Gotteskindschaft nicht mehr nur auf "natürliche Juden" beschränkt, sondern die Gesamtheit aller den "Leib Christi" bildenden "Kinder Gottes" umfasst, d. h. alle Menschen, die Gott gehorsam sind, so wird doch hier der Unterschied zwischen den beiden Menschengruppen "natürliche Juden" und "Nichtjuden" nicht aufgehoben, denn es heißt "… über sie (Nichtjuden) UND über das Israel Gottes."

Inwieweit Gott nach wie vor mit dem "Alten Israel"/den "Natürlichen Juden" handelt, und nach wie vor ein "besonderes Verhältnis" zu ihnen hat, ist Gegenstand von Spekulation und Dissens unter den verschiedensten religiösen Gruppierungen. Die WTG z. B. lehrt im Einklang mit der sog. "Replacement Theology", dass Mat 21,43; 23,38; Eph 2,15; Kol 2,14 u. a. anzeigen, dass Gottes "besonderes Bundesverhältnis" mit dem "Natürlichen Israel" nach dem irdischen Wirken des Messias – speziell ab 36 A. D. – aufgehoben wurde und der "Gesetzesbund" durch den "Neuen Bund" ersetzt wurde . Andere legen die von Gott dem Abraham gegebenen Verheißungen (z. B. Gen 17,7 "Und ich werde meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und deinen Nachkommen nach dir durch alle ihre Generationen zu einem ewigen Bund"; Ri 2,1 "Ich werde meinen Bund mit euch nicht brechen in Ewigkeit"; siehe auch Ps 105,8-10 u. a.) so aus, dass Gottes besonderes Verhältnis zur jüdischen Nation nie beendet werden sollte. Das Problem hierbei ist, inwieweit die Bedeutung des zugrundeliegenden hebräischen Begriffes "עוֹלׇם ōlām" als "nie endend; endlos", oder eher als "sehr lange Zeit" aufzufassen ist. Hier wendet die WTG ganz klar einen doppelten Maßstab an: Betreffs der mit "ōlām" bezeichneten Dauer des "besonderen Bundesverhältnisses" mit dem "Natürlichen Israel" gilt "sehr lange Zeit, aber nicht ewig"; betreffs der Existenz der "Erde" jedoch behauptet die WTG, "ōlām" bedeute hier "endlos, für immer und ewig", siehe "Erde". Die WTG  legt sich also hier wie auch anderswo die Dinge so zurecht, wie es ihr gerade passt.

Altes System

Abwertend
Worthülse

Siehe "System der Dinge".

Ältestenbuch

Organisatorisch

Unter "Jehovas Zeugen" gebräuchliche, umgangssprachliche Bezeichnung für das exklusiv für "Ernannte  Älteste" bestimmte, "vertrauliche" (geheime) Organisationsrichtlinien- und -verfahrensanweisungsbuch ks10, vorher ks91, siehe "Hütet die Herde Gottes-Buch".

Ältester

Titel

Angehöriger der obersten Kontroll-Funktionärsebene innerhalb einer "Zeugen Jehovas"-Ortsgemeinde; auch "Hirte", "Unterhirte" und "Lehrer" genannt. Der Titel vereint in simplifizierender und ungenauer Weise, abweichend vom urchristlichen Muster, sowohl "πρεσβύτερος presbýteros" (älterer Mann; z. B. Apg 14,23; 1Tim 5,1.19; 1Pet 5,1), "ἐπίσκοπος epískopos" ("Bischof, Aufseher"; Apg 20,28; 1Tim 3,1.2; Tit 1,7) sowie – beide als Verbalform erscheinend – "ἡγεμών/ἡγεμόνος hēgemōn/hēgemónos" (-> Hegemonie; "Führer, Anführer"; Heb 13,7.17) sowie "Vorsteher" (von "προΐστημι proīstēmi, davor stehen"; Röm 12,8; 1Tim 5,17). Darüber hinaus unbiblische Vereinigung sämtlicher Aufgaben, die in der Urkirche gemäß Röm 12,4-8; 1Kor 12,28.29 und Eph 4,11 auf verschiedene Personengruppen aufgeteilt waren (Hirten, Lehrer, Prediger, Evangelisten, …). Die Kirchenorganisation der WTG ist also ganz klar nicht biblisch und folgt nicht dem urchristlichen Muster (siehe auch "Dienstamtgehilfen"), wobei die Frage ungeklärt bleibt, ob heutige, vom Heiligen Geist geleitete Christen, die den weltweiten "Leib Christi" bilden, überhaupt noch einer "Kirchenorganisation" bedürfen, da der "Hirte und Aufseher (epískopos) [ihrer] Seelen" niemand anderes als Jesus Christus ist, siehe 1Pet 2,25, der laut Offb 1,20 sowie Offb Kap. 2 und 3 die allumfassende Kontrolle über die Gemeinden in seiner rechten Hand hält.

Betreffs der Rangstellung von "Ältesten" im WTG-Hierarchiegefüge siehe die Übersichtstabelle unter "Ernennung".

Gemäß dem "Wachtturm" vom 1.4.2007 S. 28 Abs. 11 erklärt die WTG von ihr approbierte "Älteste" aller lokalen Ortsgemeinden zu ihren "Vertretern", also zu einer Art "verlängerter Arm" des obersten WTG-Leitungsgremiums, vermittels dessen es bis in alle "Zeugen Jehovas"-Ortsgemeinden hineinreicht:

"Heute leitet uns Jesus durch den ‘treuen und verständigen Sklaven’ an, vertreten durch die leitende Körperschaft und die Ältesten."

Die Behauptung, heutige WTG-approbierte Hierarchiefunktionäre seien "Vertreter einer Leitungsorganisation Jesu Christi" ist als reine Wunschvorstellung seitens der WTG und "Jehovas Zeugen" entschieden zurückzuweisen. Betreffs des krassen Irrtums und der blasphemischen Anmaßung der WTG-"Leitende Körperschaft"-Doktrin siehe daselbst sowie "Treuer und verständiger Sklave".

Im Kontext ihrer strikt absolutistisch/diktatorisch/totalitären "top-to bottom"-"Leitung durch ein Haupt"-Doktrin unterstellt das oberste WTG-Lenkungsgremium alle "Ältesten" seiner unumschränkten Oberaufsicht, deren widerspruchsloses Achten auf euphemistisch/rabulistische Weise irreführend als "Anerkennung der Leitung Christi" verbrämt wird – "Der Wachtturm" vom 1.12.1994 S. 30; verdeutlichende Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck eingefügt, sowie Großdruck hinzugefügt:

"Christliche Älteste [müssen] Christus jederzeit als Haupt der Versammlung anerkennen. Ihre Unterwerfung unter seine rechte Hand der Autorität zeigt sich darin, daß sie die Leitung Christi mittels des heiligen Geistes [i. e. die Bevormundung durch das oberste WTG-Zentralkomitee ] suchen, nach biblischen Grundsätzen [menschlichen WTG-Direktiven] handeln und DER FÜHRUNG DURCH DIE LEITENDE KÖRPERSCHAFT DES „TREUEN UND VERSTÄNDIGEN SKLAVENGEHORCHEN (Matthäus 24:45-47; siehe Offenbarung 1:16, 20; 2:1).

Der Kommentar des "Tagestextes" vom 29.10.2014 belegt, dass die WTG unter krasser Falschauslegung von Jud 8 die von ihr approbierten und gemäß ihren Vorgaben funktionierenden "Ältesten"-Erfüllungsgehilfen in anmaßender Weise als "Herrliche" (Wiedergabe von "δόξας dóxas"; Fußnote der 1984-"Studien"-NWÜ: "Herrlichkeiten") und deren Position als "Herrschaft" bezeichnet und von ihrer Befehlsempfängerherde völlige Absolution gegenüber den Fehlern und Fehlurteilen dieser unvollkommenen Menschen – und damit gegenüber ihr selbst – einfordert:

"Diese Menschen missachten die Herrschaft und reden lästerlich über Herrliche (Jud. 8) Ein solcher Geist gehört eindeutig nicht in die Versammlung. Zugegeben: Älteste sind nicht vollkommen, genauso wenig wie es ältere Männer in den Tagen der Apostel waren. Sie können Fehler machen, die uns persönlich berühren. Was dann? Wäre es nicht unpassend, so zu reagieren, wie man in der Welt reagieren würde: vehement „ Gerechtigkeit“ zu fordern oder zu verlangen, dass gegen den Bruder etwas unternommen wird? Vielleicht entscheidet sich Jehova [Anm.: Die WTG] dafür, über gewisse geringfügige Verfehlungen hinwegzusehen. Können wir das nicht auch? Einige, die sich schwerer Missetaten schuldig gemacht haben, lehnen es ab, vor einem Komitee zu erscheinen. Sie lassen sich nicht helfen, weil es aus ihrer Sicht an den Ältesten etwas zu bemängeln gibt. Die Betreffenden könnte man mit Patienten vergleichen, die eine nötige Behandlung ausschlagen, weil sie am Arzt etwas auszusetzen haben. w12 15. 10. 2:6, 7"

Hier schiebt die WTG bzw. das oberste WTG-Zentralkomitee ihre örtlichen "Ältesten"-Vertreter in den Gemeinden (in WTG-Falschauslegung von Jud 8 eigenmächtig als "Herrschaft" (κυριότης kyriótēs) und "Herrliche" (δόξας dóxas) bezeichnet!) als "Sündenböcke" vor, die doch nichts anderes tun als die von ihr selbst – der WTG – angeordneten Verfahrensrichtlinien durchzusetzen. Dass es hierbei – aufgrund oftmals mangelnder Kompetenz und menschlichen Defiziten seitens der "Ältesten"-Ortsvertreter – nicht immer Rechtens zugeht, liegt in der Natur der Sache und ist zu erwarten; jedoch verschleiert dies den eigentlichen Sachverhalt des sich an Gottes Stelle setzenden WTG-Zentralkomitees, indem die vor Ort auftretenden "menschlichen Schwächen" der Ortsvertreter  den unbiblischen, unchristlichen und widergöttlichen Anspruch der "Leitenden Körperschaft" auf gottgleiche Autorität überlagern, die aber gemäß obiger Direktive seitens der "Verkündiger"-"Herde" entschuldigt" werden müssen, da laut WTG diese "Ältesten" als sie vertretende und damit als mit göttlicher Befugnis versehene "Herrschaft" und "Herrliche" betrachtet werden müssen. Hierdurch wird aller Willkür und jeglichem Unrecht seitens WTG-approbierter  Hierarchiefunktionären Tür und Tor geöffnet, da die "Verkündiger"-"Herde" keinerlei Möglichkeiten hat, sich hiergegen zu schützen oder dagegen vorzugehen, da dies als "Rebellion gegen Gott" geahndet würde. Der von solchen "Ältesten" geschundenen "Herde" wird von der WTG  auferlegt, "Auf Jehova (zu) warten", siehe daselbst.

(Diverse Kommentatoren fassen die Begriffe "Herrschaft" (kyriótēs) und "Herrliche" (dóxes) aus Jud 8 in ihrem Kontext als auf "Herrschaftsbereiche in der Engel- oder Dämonenwelt" bezogen auf, siehe z. B. die Fußnote zur REB; Robertson's Word Pictures of the New Testament zu 2Pet 2,10. Andere wie z. B. Wesley sagen: "Those that are invested with it by Christ, and made by him the overseers of his flock. … holy men, who for the purity of their lives, the soundness of their doctrine, and the greatness of their labours in the work of the ministry, were truly honourable before God and all good men …").

"Der Wachtturm" vom Februar 2016 dritter "Studienartikel" belegt, auf welch realitätsleugnende Weise die WTG ihrer Befehlsempfängerherde das Ertragen kognitiver Dissonanzen verordnet:

"Es ist zwar unwahrscheinlich, dass diejenigen, die in der Versammlung die Führung übernehmen, uns absichtlich ungerecht behandeln. [Anm.: Reine Wunschvorstellung, die mannigfachen Erfahrungen aus aller Welt diametral gegenübersteht.] Doch sie sind unvollkommen und können das, was wir tun, falsch einschätzen (1. Sam. 1:13-17). Selbst wenn wir also missverstanden oder falsch beurteilt werden, bleiben wir Jehova [Anm.: Der WTG] loyal."

Dies bedeutet, sein Denken auf "Aus" zu stellen und nichts zu tun, um die Situation richtigzustellen, und passiv "Auf Jehova [zu] warten", siehe daselbst.

I. V. mit der Gleichsetzung heutiger WTG-Hierarchiefunktionäre sowie des obersten WTG-Zentralkomitees mit den vom Heiligen Geist ernannten Aposteln und Aufsehern der Urchristengemeinde liegt der "theologische Fehler" vor, dass heutige, nicht-inspirierte Menschen mit "gottgehauchten" Menschen früherer Zeiten auf eine Stufe gestellt werden; diese waren "inspiriert "; kein einziger heutiger WTG-approbierter  Hierarchiefunktionär – einschließlich jedes Mitgliedes des obersten WTG-Zentralkomitees – kann auch nur den Hauch göttlicher  Inspiration, oder göttlicher "Sendung" für sich beanspruchen oder das Vorhandensein einer solchen beweisen.

Des Weiteren zeigt die Wendung "Vielleicht entscheidet sich Jehova dafür, über gewisse geringfügige Verfehlungen hinwegzusehen", wie in WTG-"Belehrung" rein hypothetische, von ihr ersonnene Vermutungen eisegetisch als Grundlage für "harte" Handlungsanweisungen an ihre "Verkündiger"-"Herde" herangezogen werden. Schließlich zeigt dies die Doppelbödigkeit der WTG: Einerseits soll seitens Gottes über organisatorische Verfahrensfehler der WTG hinweggesehen werden und da sich die WTG mit Gott gleichsetzt, darf sie das auch bzw. verlangt, dass ihre Unzulänglichkeiten bzw. die der sie vertretenden Hierarchiefunktionäre entschuldigt werden; ihrer "Verkündiger"-"Herde" jedoch verordnet die WTG ein drakonisches "Im Kleinen treu im Großen treu" und lässt jegliches "Fehlverhalten" eines jeden "Zeugen Jehovas"  bedingungslos und ohne Wenn und Aber unter Anwendung der vollen Härte von WTG-Gesetzgebung durch "Rechtskomitees" ahnden.

Die WTG behauptet in der ihr eigenen, egozentrisch/narzisstisch/solipsistisch/omphaloskeptisch auf sich selbst fokussierten Art, die von ihr ersonnene und implementierte "Ältesten"-"Vorkehrung" sei eine Erfüllung u. a. von Jes 32,1.2 ("Älteste" sind wie schützende Bergungsorte und labende Wasser und Schatten in der Wüste) sowie Mi 5,4.5 (die Gesamtheit aller WTG-approbierten "Ältesten" sind die "sieben Hirten und acht Menschenfürsten"). Das allgemeine Verständnis sieht diese Passagen i. V. mit der nachexilischen Wiederherstellung des "Alten Israel" erfüllt; siehe "Wiederherstellungsprophezeiung(en)".

Die WTG behauptet auf der Grundlage der NWÜ-Wiedergabe von Eph 4,8, von ihr akkreditierte "Älteste" seien "göttliche Gaben". Mehr hierzu siehe "Gaben in Form von Menschen".

Laut WTG bezieht sich der Begriff "Engel der sieben Gemeinden" in Offb 1-3 auf die Gesamtheit aller WTG-approbierten "Ältesten(schaften)" aller Zeugen Jehovas-Gemeinden ("Älteste befinden sich in der rechten Hand Christi"). Da es dafür keinerlei biblische Grundlage gibt, muss man die Bedeutung im Lichte von Mat 18,10 und Apg 12,15 (für die 7 Gemeinden, d. h. die Gesamtheit aller Gläubigen, bestellte Geistwesen oder Engel) sehen; siehe "Engel".

Die WTG behauptet eigenmächtig, von ihr approbierte "Älteste" verfügten über die von Jesus Christus laut Mat 18,18 und Joh 20,23 an die zwölf Apostel übertragene Autorität: "Wenn ihr etwas auf der Erde bindet, wird es im Himmel gebunden sein, und wenn ihr etwas auf der Erde löst, wird es im Himmel gelöst sein" (Mat 18,18); "Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie ihm behalten" (Joh 20,23) i. V. mit der Durchführung sog. "Rechtskomitees" zur Abhandlung von tatsächlich oder vermeintlich begangenen "Sünden" seitens Gemeindemitgliedern. Mehr hierzu – besonders betreffs des Irrtums dieser Hypothese sowie der Anmaßung dieser Behauptung – siehe "Rechtskomitee".

Das Erlangen des "Ältesten"-Status gilt für jeden männlichen Zeugen Jehovas als edles Ziel und hohe Pflicht; danach durch eifrigen ("ganzherzigen")  Einsatz zu "Streben" ist selbstverständlich –Beispiel: "Der Wachtturm" vom 15.9.2014 S. 3:

"Ist es verkehrt, sich um Vorrechte in der Versammlung zu bemühen? Bestimmt nicht. In 1. Timotheus 3:1 heißt es: „Wenn jemand nach dem Amt eines Aufsehers strebt, begehrt er vortreffliche Arbeit.“ Viele Männer in unseren Reihen nehmen sich das zu Herzen und machen geistige Fortschritte, um sich für Vorrechte in der Versammlung zu eignen. Daher ist Gottes Volk mit Zehntausenden von befähigten  Ältesten und Dienstamtgehilfen gesegnet. Doch da die Versammlungen wachsen, werden mehr Brüder benötigt, die sich um ein Dienstamt bemühen. Was ist der richtige Weg, nach einem Dienstamt zu streben? ... „streben nach“ ... bezieht sich auf den starken Wunsch, etwas zu haben, darauf, sich nach etwas auszustrecken. Es erinnert an jemand, der an eine leckere Frucht an einem Baum herankommen möchte. ..."

Der Fehler der WTG-Heranziehung von 1Tim 3,1 zur "biblischen Untermauerung" ihrer "Nach Vorrechten streben"-Direktive besteht darin, dass sich Paulus hier auf die von Gott inspirierte, und tatsächlich unter der Leitung des Heiligen Geistes stehenden Vorkehrung des urchristlichen Episkopats bzw. Diakonats bezieht, nicht auf die heutige, von der WTG zur Förderung ihrer eigenen Interessen ersonnenen, unvollkommenen und durch und durch menschlichen Organisationsstruktur.

Dazu muss zuerst (in unbiblischer Weise) die Vorstufe des "Dienstamtgehilfen" erreicht und durchlaufen werden. Danach können sie aufgrund ihrer "Vorbildlichen" Erfüllung von WTG-Leistungsvorschriften im Hinblick auf "Predigtdienststunden" als "Ältester" "Ernannt" werden, siehe daselbst. Hat ein männlicher Zeuge Jehovas ab eines gewissen Alters (derzeit 23 Jahre) noch nicht den Status des "Dienstamtgehilfen" erreicht, so ist er laut Weisung des obersten WTG-Zentralkomitees als "Geistig schwach" und "Nicht vorbildlich" zu betrachten, siehe Aussage von Anthony Morris III unter "Dienstamtgehilfe". Hat in gleicher Weise ein männlicher Zeuge Jehovas ab eines höheren Alters überhaupt kein "Dienstvorrecht", so gilt auch dies als suspekt und nicht wünschenswert und als Anzeichen "Geistiger Schwäche" oder gar als Faulenzer- oder Drückebergertum, ungeachtet der tatsächlichen Hintergründe oder Umstände des Einzelnen.

"Ältesten" wird von der WTG als "Ansporn" und Lockmittel in Aussicht gestellt, während des Millenniums als "Fürsten der Neuen Erde" eingesetzt zu werden, siehe daselbst.

Von der "Verkündiger"-"Herde" fordert die WTG mit Verweis auf 1Thess 5,12; 1Tim 5,17 und Heb 13,17 rückhaltlose "Unterordnung" sowie absoluten und widerspruchslosen  "Gehorsam" gegenüber sämtlichen Anweisungen ihrer örtlichen Gemeindeältesten, da diese mit Approbation des obersten WTG-Zentralkomitees und somit – laut WTG – "unter der Leitung des Heiligen Geistes  Gottes" – damit de facto von Gott selbst – "Ernannt" oder "eingesetzt" wurden. Demgemäß behauptet die WTG, Unterordnung unter – und Gehorsam gegenüber – von ihr approbierten "Ältesten" sei gleichbedeutend mit "Gehorsam gegenüber Gott", siehe z. B. "Bewahrt euch in Gottes Liebe"-Buch S. 43 Abs. 15:

"Unsere Achtung vor der Autorität der Ältesten beweist Gehorsam gegenüber Jehova (Englisch: When we as individuals respect the authority of Christian elders, we are obeying Jehovah.)"

Durch eine solch krass anmaßende, einzig der Durchsetzung von Kontrolle und Gängelung ihrer Befehlsempfängerherde dienliche Behauptung "setzt sich [die WTG] in den Tempel Gottes und weist sich aus, dass [sie] Gott sei" – 2Thess 2,4.

Der "Tagestext" vom 31.10.15 zeigt exemplarisch, wie die WTG sich selbst mit Gott gleichsetzt sowie die von ihr kommenden und vermittels ihrer "Ältesten"-Hierarchiefunktionäre verteilten Direktiven in den Rang göttlicher Gebote erhebt, mit falschen (nicht von Gott autorisierten) Versprechungen "göttlichen Segens" im Falle von deren "Bereitwilliger" Befolgung – erläuternde Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck:

"Alle deine Söhne werden von Jehova Belehrte sein (Jes. 54:13) Woran zeigt sich, dass wir wirklich „von Jehova Belehrte sind? Daran, dass wir uns seine [= der WTG] Warnungen und Gebote zu Herzen nehmen. Ein sicherer Bergungsort sind für uns die Versammlungen, wo wir Anleitung und Schutz erhalten. Dort sorgen treue Älteste für Hilfe und Rat aus Gottes Wort [= Anweisungen und Befehle aus dem WTG-Direktivenkodex] (Gal. 6:1). Jehovas liebevolle Fürsorge [= der WTG  strikte  Überwachung] erreicht uns oft gerade durch diese „Gaben in Form von Menschen“ [= WTG-approbierte "Älteste"] (Eph. 4:7, 8). Wenn wir also solchen Rat [= WTG-Organisationsdirektiven] erhalten, dann wollen wir bereitwillig [= kritiklos im Kadavergehorsam] darauf hören. Jehova [= die WTG] wird uns für unsere vertrauensvolle Unterordnung segnen [= die Gunst der WTG und ihrer Hierarchiefunktionäre ist uns gewiß] (Heb. 13:17). Ja, lassen wir uns von unserem himmlischen Vater [= vom obersten Zentralkomitee der WTG] durch seinen heiligen Geist [= vermittels ihrer omnipräsenten Kontrolle] führen und leiten [= manipulieren und gängeln]. ... Auch uns wird Jehova segnen, wenn wir mit ganzem Herzen auf ihn [die WTG] vertrauen (Spr. 3:5, 6). w14 15. 2. 3:20, 21"

Die Fehler dieser Gleichsetzung von WTG-Direktiven mit göttlichen Geboten besteht zum einen darin, dass "Älteste" selbst weder inspiriert sind noch unter Inspiration "Ernannt" wurden; zum anderen erhebt die WTG "Älteste" (wie auch sich selbst) zu "Herren über den Glauben ihrer Brüder", was eine Verletzung von 2Kor 1,24 und 1Pet 5,3 darstellt. Siehe auch "Gehorsam; gehorchen; gehorsam sein"; "Herde"; "Leitung durch ein Haupt"; "Unterordnung"; "Unterwürfig".

Ein Beispiel für der WTG fehlerhaftes Ziehen von "Parallelen" zu biblischen Berichten ist im "Tagestext" vom 26.4.2015 zu finden:

Redet zu der ganzen Gemeinde Israel (2. Mo. 12:3) Es ist wichtig, denen zu gehorchen, die unter uns die Führung innehaben. Wie hat Jehova früher in kritischen Zeiten mit seinem Volk kommuniziert? Als das Volk Israel aus Ägypten auszog, erteilte Gott seine Befehle durch Moses und Aaron als Überbringer seiner Anweisungen für sein Volk (2. Mo. 12:1-7, 21-23, 29). Sicherlich fallen uns viele weitere Ereignisse in der biblischen Geschichte ein, bei denen Jehova lebensrettende Anweisungen durch Menschen oder Engel überbringen ließ. In all diesen Fällen war es für Gott angebracht, Autorität zu delegieren. Boten sprachen in seinem Namen und sagten Gottes Volk, was es tun muss, um zu überleben. Warum sollte Jehova in Harmagedon nicht auch so handeln? Älteste tragen die Verantwortung, Jehova und seine Organisation zu vertreten, und müssen sorgfältig darauf achten, ihre Befugnis nicht zu überschreiten. w13 15. 11. 4:14, 15"

Man beachte, wie hier die WTG auf grenzenlos/anmaßende Weise die von ihr – gemäß ihren menschlichen, unvollkommenen und nicht von Gott inspirierten  Organisationsdirektiven – approbierten Hierarchiefunktionäre mit von Gott selbst eingesetzen und inspirierten  Propheten (siehe z. B. Ex 33,11a; Num 12,8; Deut 34,10) und sogar Engeln auf die gleiche Stufe stellt. Dies muss als blasphemisch/ überhebliche, eigennützige Usurpation der biblischen Berichte zurückgewiesen werden. Hier trifft Jer 14,14 et al. vollumfänglich zu: "Ich habe sie nicht gesandt und sie nicht beauftragt." "Jehova und seine Organisation vertreten" muss dementsprechend dechiffriert werden als "Die 'Leitende Körperschaft' und die von ihr für ihre Zwecke genutzte WTG-Organisation vertreten"; vgl. 2Thess 2,4.

Gemäß WTG-Anweisung ist von "Ältesten" erteilter "Rat" als "von Gott kommend" zu betrachten und ohne Wenn und Aber anzunehmen, siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 15.9.2015 dritter "Studienartikel" S. 16 Abs. 11 und 12:

"Reagiere ich allergisch auf biblischen Rat? Vielleicht suchen wir nach einer Schwachstelle im Rat oder konzentrieren uns auf die Fehler des Ratgebers, anstatt darauf zu achten, wie uns der Rat nützen könnte (Spr. 19:20). So kann uns eine Chance entgehen, uns der Denkweise Gottes anzupassen. … Was brachte ihr Murren also in Wirklichkeit zum Ausdruck? Sie hatten kein Vertrauen in Jehova, der Moses und Aaron eingesetzt hatte. Würden wir nicht auch einen schwächeren Glauben erkennen lassen, wenn wir uns ständig über die beschweren, die Gott gebraucht, um sein Volk anzuleiten?"

Das Verbot, nicht "nach einer Schwachstelle im Rat" zu suchen bedeutet, sein Denken auf "Aus" zu stellen und solchen "Rat" als unfehlbar "Geradeso" anzunehmen; es ist das genaue Gegenteil dessen, wofür die Beröer Juden gemäß Apg, 17,11 gelobt wurden; es negiert die Aussagen Pauli in 2Kor 13,5 und 1Thess 5,21 sowie die des Johannes in 1Joh 4,1. Dadurch, dass hier gesagt wird, der von unvollkommenen und damit fehlbaren Menschen erteilte "Rat" spiegele "Gottes Denkweise" wider, wird dem von diesen Menschen geäußerten "biblischen (d. h. WTG-gemäßen) Rat" automatisch göttliche Inspiration zugesprochen. Dies muss als totalitärer, unbiblischer und gefährlicher Anspruch seitens der WTG und ihrer Hierarchiefunktionäre zurückgewiesen werden. Der Fehler in WTG-Gleichsetzung der von ihr approbierten Hierarchiefunktionäre mit biblischen Gestalten wie Moses und Aaron besteht darin, daß letztere von Gott persönlich eingesetzt und inspiriert waren und im Rahmen eines von Gottes Geist durchwalteten Gemeinwesens wirkten, heute aber weder die menschlich/unvollkommene WTG, noch gemäß ihren Vorgaben funktionierende fehlbare Erfüllungsgehilfen  göttliche Inspiration für sich in Anspruch nehmen können.

"Ältesten"-Anweisungen nicht zu gehorchen ist laut WTG gleichbedeutend mit "Rebellion gegen Gott", siehe "Rebellion; rebellisch" und wird durch "Zuchtmaßnahmen" wie das "Erteilen von 'Rat'" über "Zurechtweisung", "Zurechtbringen" bis hin zur Exkommunikation  geahndet. Traditionsgemäß verweist die WTG betreffs "Rebellion" gegen sie selbst bzw. gegen "Älteste" auf das "biblische Beispiel Korahs", der gegen Moses und Aaron "rebellierte" und dafür von Gott "vernichtet" wurde. In gleicher Weise müssen laut WTG heutige "Rebellen" auf sinnbildliche Weise "vernichtet" oder "ausgerottet" (mundtot) werden, indem gegen sie per "Rechtskomitee" vorgegangen wird und ihnen bei Nichteinlenken / Mangel an "Reue" per Exkommunikation "die Gemeinschaft entzogen" wird.

Der "Tagestext" vom 30.11.2015 belegt, auf welch drakonische Weise die WTG ihrer Befehlsempfängerherde  absoluten und blinden  Gehorsam gegenüber ihren "Ältesten"-Hierarchiefunktionären einfordert:

"Euer Murren ist nicht gegen uns, sondern gegen Jehova (2. Mo. 16:8) Jehova und Jesus unterlaufen als Hirten keine Fehler. Den Unterhirten, denen sie die Herde anvertraut haben, allerdings schon. Deswegen mag es für einige nicht leicht sein, der Leitung der Ältesten zu folgen. Jemand könnte meinen: „Sie machen genauso Fehler wie ich. Warum sollte ich mich nach ihnen richten?“ Es kommt aber darauf an, die richtige Ansicht über ihre Unzulänglichkeiten und Schwächen zu haben. In der Bibel wird offen über die Fehler der Männer gesprochen, durch die Jehova in der Vergangenheit sein Volk leitete (2. Sam. 12:7-9; Mat. 16:18, 19; Joh. 13:38; 18:27; Gal. 2:11-14). Warum ließ Jehova Bibelschreiber über die Unzulänglichkeiten der Männer berichten, denen er Verantwortung übertragen hatte? Er wollte zeigen, wie er sein Volk durch unvollkommene Männer leiten kann. Wer gegen diese Männer murrt oder sie übergeht, kann dies nicht mit ihren Fehlern rechtfertigen. w13 15. 11. 4:11-13"

Der große Fehler in dieser Argumentation besteht darin, dass "Äpfel mit Birnen" verglichen werden: "Männer, durch die Jehova in der Vergangenheit sein Volk leitete" waren ausnahmslos von Gott inspiriert, von Gottes Geist getragen, "theópneustos". Sie wurden von Gott persönlich für ihre Aufgabe ausgewählt und bestimmt. Ihre Botschaft kam von Gott, war göttlichen Ursprungs und als solche fehllos und absolut wahr, was im Falle von Moses und Aaron durch die Tatsache unterstrichen wird, dass sie sich als "wahre Propheten" erwiesen, deren Voraussagen eintrafen, im Gegensatz zur WTG, die sich wiederholt als "falscher Prophet" erwiesen hat. Kein einziger Mensch heute, keine heutige, von Menschen für ihre eigenen Zwecke geschaffene Organisation, kein menschliches, fehlbares Zentralkomitee unvollkommener Menschen kann heute auch nur entfernt einen solchen Anspruch erheben. Die unleugbare Unvollkommenheit der menschlichen Wortführer Gottes in alter Zeit spielt in dieser Gleichung keinerlei Rolle, doch wird von der WTG in irreführender Weise als Ablenkungsmanöver benutzt, um ihren unbiblischen Behauptungen Gewicht zu verleihen. Die o. a. Aussage, Gott "wollte zeigen, wie er sein Volk durch unvollkommene Männer leiten kann" muss als völlig hypothetische Behauptung, als Erfindung der WTG zurückgewiesen werden, denn eine solche Lehre findet sich nirgends in der gesamten Bibel, noch stützt sie eine solche Theorie.

Dieser hypothetische und extrem überspannte Anspruch seitens der WTG sowie (darauf aufbauend und daraus resultierend) seitens der von ihr approbierten "Ältesten" hinsichtlich der ihnen angeblich gewährten "göttlichen Autorität" öffnet de facto der Möglichkeit Tür und Tor (und so geschieht es auch in vielen "Zeugen Jehovas"-Gemeinden und in der WTG in aller Welt), dass viele "Älteste" sich Nischen und Freiräume schaffen, um niedere und eigennützige Ziele, Egoismus, Ehrsucht, persönliches Machtstreben, Manipulation von Mitgläubigen etc. ungehemmt und ungestraft zu verfolgen und auszuleben, da die ihnen "unterstellten  'Verkündiger'" im Lichte der WTG-"Auf Jehova warten"-, "Demütig sein"-, "Gehorsams"-, "Rebellion"-, "Respekterweisen"-, "Stolz"-, "Unterordnungs"- etc. Dogmen keinerlei Möglichkeit haben, sich gegenüber solchen "Ältesten" zur Wehr zu setzen oder sich zu schützen, ohne als "böse, stolze   Aufrührer" gebrandmarkt,  gemaßregelt und mundtot gemacht zu werden. Tatsächlich bilden solche Vorkommnisse einen großen Teil der Klagen ehemaliger, "ausgeschlossener  'Zeugen Jehovas'", die durch das unsägliche und verwerfliche Gebaren WTG-approbierter "Ältester" regelrecht aus der WTG-Organisation hinaus-, und teils in schwerste seelisch/emotionale Krisen und Notlagen bis hin zum Selbstmord getrieben wurden. Im schlimmsten Fall ermöglicht dieses System auf der Basis seiner "WTG-theologischen Grundlage" die derzeit immer mehr bekanntwerdenden Vertuschungen von seitens "Ernannter Diener" und anderer Personen innerhalb der WTG verübtem sexuellen Missbrauch von Kindern, wie u. a. anläßlich der im Juli und August 2015 im Rahmen der australischen "Royal Commission" stattgefundenen Anhörungen klar festgestellt wurde.

Im "Wachtturm" vom 15.6.1996 S. 30 wird behauptet:

"Eng mit der Organisation Jehovas und ihren Vertretern zusammenzuarbeiten zeitigt gute Ergebnisse – daran gibt es keinen Zweifel."

Welche "guten Ergebnisse" dies sein sollen (außer für die WTG: Leichte Steuer- und Gängelbarkeit ihrer Befehlsempfängerherde) wird hier völlig offengelassen; des Weiteren, weshalb es "daran keinen Zweifel geben" soll.

Im Lichte der quer durch alle "Zeugen Jehovas"-Gemeinden in aller Welt herrschenden Missstände i. V. mit unter "Ältesten" herrschendem krassem Kompetenzmangel, menschlichen Defiziten und schamlosem Machtmissbrauch können extrem schönfärberische Passagen wie die folgende im "Wachtturm" vom Mai 2016 fünfter "Studienartikel" S. 25 Abs. 9 unter allen "Ältesten-geschädigten 'Zeugen Jehovas'" nur noch ein müdes Abwinken hervorrufen:

"Die Liste der Erfordernisse für Älteste lässt erkennen, dass Jehova an Männer in verantwortlicher Stellung einen hohen Maßstab anlegt. Er erwartet von ihnen gute Vorbilder zu sein und er macht sie dafür verantwortlich, wie sie die Versammlung behandeln, die er „mit dem Blut seines eigenen Sohnes erkauft hat“ (Apg. 20:28). Jehova ist es wichtig, dass wir uns bei den Unterhirten geborgen fühlen (Jes. 32:1, 2). Machen uns die Erfordernisse für Älteste nicht deutlich, wie viel wir Jehova bedeuten?"

Solch verzerrend/beschönigende Selbstdarstellungen sind nichts weiter als an den Haaren herbeigezogene Ideal-Wunschvorstellungen, die oftmals mit der Realität in "Zeugen Jehovas "-Gemeinden nichts gemein haben.

Betrachtet man die von der WTG unterschiedslos auf die von ihr approbierten "Älteste" angewendeten verschiedenen biblischen Begriffe, so stellt man folgendes fest:

Presbyter wurden von den inspirierten Aposteln der Urkirche bzw. von (seitens dieser Apostel) autorisierten Personen ernannt, siehe Tit 1,5; laut 1Tim 4,14 (hier das "πρεσβυτέριον presbytérion", die "Ältesten-SCHAFT") durch den Heiligen Geist übertragendes Handauflegen; vgl. auch 1Tim 5,22. Der Begriff beinhaltet die Vorstellung von "Erfahren aufgrund von Alter" und kann deshalb mit "Ältester" wiedergegeben werden. In jedem Falle geschahen solche Ernennungen unter Inspiration, da sie von den damals lebenden inspirierten Aposteln der Urkirche vorgenommen wurden bzw. autorisiert waren.

Die "epískopoi" wurden laut Apg 20,28 direkt vom Heiligen Geist zum "Weiden" (ποιμαίνω poimnō) der Enklesia  Gottes ernannt – auf welche Art und Weise, wird nicht näher spezifiziert. Sowohl hier als auch i. V. mit Presbytern ist nicht erkennbar, dass ein Gremium bereits "Ernannter Ältester" zusammenkam, um auf der Grundlage festgelegter Anforderungenkataloge zu bestimmen, wer als neuer epískopos (bzw. presbýteros) zu ernennen war. Der Begriff setzt sich zusammen aus "ἐπί epí" (über) und "σκοπέω skopéō" (wachen) und kann deshalb mit "Aufseher/Überwacher" wiedergegeben werden. Die in Apg 20,28 enthaltene Aufgabenbeschreibung verbindet den "epískopos" mit den in Eph 4,11 aufgeführten "ποιμήν poimēn" (Hirten; "Pastoren"). Laut 1Pet 2,25 wird der auferstandenen Christus u. a. als "epískopos" bezeichnet.

Tit 1,5.7 scheint eine enge Verbindung zwischen "presbýteros" und "epískopos" anzudeuten, wobei nicht gesagt werden kann, ob oder inwieweit beide Begriffe synonymisch/austauschbar sind, oder "epískopos" als Untergruppe von "presbýteros" oder umgekehrt aufzufassen ist.

1Tim 5,17 verknüpft "presbýteros" mit "proīstēmi" (vorstehen; als Vorsteher amten), wobei auch hier nicht gesagt werden kann, inwieweit beide Begriffe als Synonyme zu verstehen sind, oder "Vorsteher" als Untergruppe von "presbýteros".

Die "hēgmenoi" schließlich werden in Heb 13,7 als "eure Führer/Leiter, die das Wort Gottes zu euch geredet haben" (also Lehrer waren) sowie in V. 17 als "Führer/Leiter, die über eure Seelen wachen" und denen zu gehorchen ist, beschrieben. Die hier gegebene Aufgabenbeschreibung von "über Seelen wachen" (ἀγρυπνέω agrypnéō)" stellt eine Verbindung zu "skopéō" der "epískopoi" her, ohne dass gesagt werden kann, beide Aufgaben seien identisch. "skopéō" bezieht sich möglicherweise auf ein eher rein "organisatorisch" ausgerichtetes, "administratives" "Überwachen" (verwalten), wohingegen "agrypnéō" – aufgrund der Verbindung mit "Seelen" – ein pastoral/seelsorgerisch "Wachen" oder "Hüten" beschreiben könnte.

Aus all dem wird klar, dass die inspirierte Kirchenorganisation der Urgemeinde viel differenzierter – zumindest anders – war als die der WTG heute und der vollmundig reiterierte Anspruch der WTG, dem urchristlichen Organisationsmuster zu folgen, gegenstandslos ist. Siehe auch "Dienstamtgehilfe".

Betreffs der WTG-Vertuschung der Tatsache, dass ihre "Ältesten"-Ernennungen" nicht unter Inspiration vorgenommen werden siehe "Ernennung".

Betreffs "Privilegienverlusts" der "Ältesten"-Stellung als "Ernannter Diener" aufgrund von "Fehlverhaltens" siehe "Entbindung".

Ältestenbesprechung

Organisatorisch

Geheime Sitzung einer örtlichen "Zeugen Jehovas"-Gemeinde-"Ältestenschaft", in der auf der Grundlage einer vom "Koordinator der Ältestenschaft" angefertigten Agenda über gemeinderelevante Angelegenheiten, anstehende Verleihung von Privilegien ("Ernennungen") oder -Aberkennungen ("Entbindungen"), "Rechtsfälle", Finanzielles, anstehende "Dienstwochen", Neuorganisation etc. beraten wird.

4 reguläre pro Jahr, davon 2 mit dem "Kreisaufseher" anlässlich der "Dienstwoche", ansonsten je nach Bedarf, auch unangekündigt oder unvorbereitet; sehr oft anschließend an eine der wöchentlichen Gemeinde-Pflichtzusammenkünfte, wobei die jeweiligen Familien der "Ältesten" bis spät in die Nacht warten müssen, bis die Besprechung zu Ende ist, bevor sie nach Hause kommen. Diese "Opferbereitschaft" der "Ältesten"-Familien wird hin und wieder mit einigen Lobesworten seitens der WTG bedacht.

Ältestenschaft

Organisatorisch

Oberste Führungsriege, alle "Ältesten" einer Ortsgemeinde ("Versammlung"), mit einem aus "Koordinator", "Dienstaufseher" sowie "Sekretär" gebildetem, "Dienstkomitee" genanntem, Leitungs-Triumvirat. An der Spitze steht der "Koordinator (der Ältestenschaft)" (früher "Versammlungsaufseher" genannt). Die "Ältestenschaft" ist dem "Kreisaufseher" anlässlich dessen "Besuchswoche" (Dienstwoche) rechenschaftspflichtig, der über sie bzw. die Gemeinde einen Kontrollbericht verfasst und an das WTG-Landesaufsichtsbüro weiterleitet.

1Tim 4,14 verwendet den Sammelbegriff "presbýtérion ", der bereits früher als Bezeichnung für den jüdischen Sanhedrin verwendet wurde.

Ältestenschule

Organisatorisch

Auch "Königreichsdienstschule" genannt. Eine "Organisatorische  Vorkehrung" der WTG. Periodisch von der WTG vermittels ihrer Landesbüros für alle "Älteste" ("Dienstamtgehilfen" mögen teilweise mit eingeschlossen sein) einer Region durchgeführte, mehrtätige Seminare in WTG-Organisationsdirektiven, anlässlich deren das nur für Älteste gedachte "Hütet die Herde Gottes"-Direktivenbuch durchgenommen und durch die neuesten  Organisationsrichtlinien ergänzt wird. Das Curriculum dieser Schule – wie auch aller anderen WTG -"Schulen" – wird durch Bezugnahme auf zahllose, meist aus dem Kontext gerissene NWÜ-Bibeltexte pseudo-biblisch untermauert, so dass diese "Belehrung" einen biblischen Anstrich erhält. "Unterweiser" sind meistens regionale "Reisende Aufseher/Kreisaufseher" oder von der WTG-Landesaufsichtszentrale beauftragte organisationstreue "Sondervollzeitdiener". Einladung gilt als "Vorrecht"; Teilnahme ist Pflicht.

Für "Allgemeine" und Sonderpioniere" gibt es die "Pionierschule", siehe daselbst.

An Reife zunehmen

Aktionismus
Worthülse

Die Wendung ist abgeleitet von Heb 6,1 laut NWÜ ("Zur Reife vorandrängen") und bedeutet Zunahme an Kenntnis von, an Vertraut sein und Konformität mit und Steigerung der Effizienz im Durchsetzen von WTG-Règlement und -Direktiven; ein noch "besserer" (leistungsgesteigerter) Zeuge Jehovas werden. Wird auch "Fortschritte machen" genannt. Dies geschieht vor allem durch Steigerung der Predigtdienststundenleistung, sodann durch "Persönliches Studium", aber auch durch vermehrtes und intensiveres Abarbeiten des restlichen, nie endenden WTG-verordneten  Forderungenkataloges, einschließlich lückenlosen Besuchs sämtlicher Pflichtzusammenkünfte und -kongresse.

"Reif sein" (gereift sein) bedeutet voll auf WTG-Linie liegen, totale Übereinstimmung und Annahme sämtlicher WTG-Verlagsdirektiven als göttlichen Willen, selbst wenn diese keine biblische Grundlage haben, früheren Anweisungen völlig zuwiderlaufen oder unsinnig sind. Bewandert im Anwenden der WTG-Rösselsprungmethodik im Verknüpfen von aus ihrem Kontext herausgerissenen Aussagen der Bibel, um scheinbiblische Begründungen für WTG-Dogmen zu liefern.

An seinem Platz bleiben

Aktionismus
Worthülse

Untermenge der WTG-"Demuts"-Doktrin. Ein liebes, gehorsames und unterwürfiges Rädchen im WTG-Getriebe sein; seine Stellung innerhalb der WTG-Organisation anerkennen, sich mit ihr rückhaltlos identifizieren, sie als gottgewollt hinnehmen, ohne zu murren oder aufzubegehren; jeglichen WTG-Direktiven  gehorsam nachkommen. Begriff aus Ri 7,21 laut NWÜ. Vgl. "Demut; demütig sein"; "Sich als ein Geringerer benehmen"; "Vorausdrängen".

Anbetung

Aktionismus
Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Alle WTG-angeordneten Tätigkeiten in ihrem Interesse, allem voran der "Haus-zu-Haus - Predigtdienst", aber auch lückenloser Besuch sämtlicher  Pflichtzusammenkünfte und –kongresse, was von der WTG als "Gott dargebrachte Anbetung" erklärt wird, aber im Grunde "Anbetung der WTG" ist. Mehr hierzu siehe "Dienst".

Andere Schafe

Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Alle "nichtgesalbten  'Zeugen Jehovas'" mit "Irdischer Hoffnung". Begriff stützt sich auf Joh 10,16a, von der WTG im Sinne ihrer "Zwei-Klassen"-Ideologie fehlinterpretiert, indem sie den wahren Gehalt von Joh 10,16b "Es wird EINE Herde, EIN Hirte sein" ignoriert, denn hier erklärt Jesus Christus klar, dass die zuvor in den Versen 1-14 erwähnten "ersten Schafe" (die ersten jüdischen Christen) mit den "Anderen Schafen" (die später eingesammelten "Heidenchristen") zusammen eine einzige Herde – nicht zwei voneinander getrennte – bilden sollten, was sich mit dem "EIN Leib, EINE Hoffnung" -Grundsatz aus Eph 4,4 deckt, siehe "Leib Christi". Siehe auch "Große Volksmenge".

Per sich selbst verliehenem Dekret behauptet die WTG eigenmächtig und ohne biblische Grundlage: "Die anderen Schafe haben nicht die Aussicht auf ein Leben im Himmel" (siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 15.10.2014 S. 29 Abs. 4). Dies steht in krassem Widerspruch zu den o. a. Aussagen Christi und Pauli.

Das allgemeine Verständnis setzt den Begriff mit nichtjüdischen Heidenchristen gleich, die gemäß den Erklärungen des Apostels Paulus Teil des dem Abraham verheißenen "Samens" wurden, siehe "Verheißener Same". Dies deckt sich z. B. mit Pauli Ölbaumgleichnis aus Röm Kap. 11, oder auch Eph 2,11-22, wo klar erklärt wird, dass die "Anderen Schafe" die während der apostolischen Verkündigung zum Christentum bekehrten nichtjüdischen, oder "Heiden"-Christen sind:

"… ihr [gehörtet] früher zu den (unbeschnittenen) Völkern - ihr wart damals von Christus getrennt - jetzt seid ihr ... zu Nahestehenden geworden - aus beiden eine Einheit gemacht - zwischen Juden und Nichtjuden Frieden zu stiften; um die beiden in seiner Person zu dem einen neuen Menschen zu formen - durch ihn haben wir beide in einem Geist freien Zugang zum Vater - seid ihr also keine Fremden mehr, ... sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und gehört zur Familie Gottes."

Es erfordert Blindheit, nicht zu erkennen, dass es sich hier um das Gleiche handelt, von dem in Joh 10,16 die Rede ist:

"… andere Schafe, die nicht aus diesem Hof sind; … es wird eine Herde, ein Hirte sein."

Alle "Schafe" dieser "einen Herde" waren zur der "einen Hoffnung" berufen, auf die in Eph 4,4 Bezug genommen wird. Von einer "Trennung" / einem "Auseinanderdividieren" in "himmlische" und "irdische Hoffnung" kann trotz aller "theologisch"/akrobatischen WTG-Kontorsionen und –Schriftverdrehungen keine Rede sein.

Mehr betreffs des Irrtums der "Zwei Klassen/Zwei Hoffnungen"-WTG-Theorie im Lichte von Joh 10,16; Eph 4,4 et al. siehe "144000".

Betreffs der unbiblischen Trennung in WTG-Doktrin von Christen in "Kinder Gottes" und "Freunde Gottes" siehe "Kinder Gottes".

Anderen helfen

Aktionismus
Worthülse

(1) WTG-angeordneten  "Predigtdienst"  verrichten, um anderen Menschen zur WTG zu führen und sie zu Zeugen Jehovas zu machen, damit sie "Gerettet" werden und "Ewiges Leben" erhalten können. Dies zu tun verrät laut WTG "Nächstenliebe" und beinhaltet die fast allumfassende Befolgung des christlichen "Liebes"-Gebotes und ist unabdingbar, um sich für die eigene "Rettung" im göttlichen Strafgericht von Harmagedon zu qualifizieren. Siehe auch "Rettung".

(2) Anderen Zeugen Jehovas "beistehen", u. a. durch "Ermunterung" oder "Rat", damit sie noch besser in WTG-Sinne funktionieren und noch mehr Leistung erbringen, sei es durch "Vermehrten Dienst", oder durch "Streben nach Vorrechten" und dem Erlangen von höherem Status im WTG-Hierarchiegefüge.

Anerkannter Mitverbundener

Organisatorisch
Titel

Auch "Ungetaufter Verkündiger" genannt. Die nachfolgende Stufe zu "Interessierter" und "(Heim)bibelstudium" sowie eine Vorstufe zu "Getaufter (Voll)-Zeuge Jehovas". Eine zum "Haus-zu-Haus-Predigtdienst" zugelassene und kurz vor der WTG-akkreditierten  Taufe stehende Person, die sich laut WTG-Regularium als "Zeuge Jehovas" bekennen darf (siehe "Vorrecht") und für die von den "Ältesten" der Ortsgemeinde eine "Verkündigerberichtskarte" ausgestellt wurde.

Um ein "Anerkannter Mitverbundener" zu werden, muss der die betreffende Person betreuende "Verkündiger" ein Ersuchen beim "Koordinator der Ältestenschaft" der Ortsgemeinde einreichen, der sodann zwei "Älteste" beauftragt, mit dem Probanden zusammenzukommen, um ihn anhand WTG-vorgegebener Fragen aus dem WTG-"Organisations"-Buch auf Totalkonformität mit WTG-Dogmen und -Direktiven zu überprüfen. Besteht der Betreffende diese Prüfung, wird für ihn eine "Verkündigerberichtskarte" ausgestellt, durch deren Akzeptanz sich diese Person der WTG lebenslang selbstüberantwortet, sich ihr bedingungslos "Unterordnet" und die Autorität der WTG über sich selbst für immer anerkennt. Mehr hierzu siehe "Verkündigerberichtskarte".

Von einem "Anerkannter Mitverbundener" wird nach einer gewissen, absehbaren Zeit erwartet, dass er darum bittet, als "Voll-Zeuge Jehovas" "Getauft" zu werden. Über langfristig "Anerkannte Mitverbundene", die trotz wiederholter Aufforderungen, nun "doch endlich" den Schritt der "Taufe" zu vollziehen, diesem nicht nachkommen, wird innerhalb der WTG die Nase gerümpft, und sie werden geringschätzig als "Mitläufer" bezeichnet, die aufgrund ihrer "Unentschlossenheit nicht glauben sollten, dass sie gerettet werden".

Demnach ist die nächste "Entwicklungsstufe" die des "Taufanwärters" bzw. "Taufbewerbers", der erfolgreich die etwas mehr als 100 "Tauffragen" gemeistert hat; mehr hierzu siehe "Tauffragen" Nr. 1.

Obgleich "Anerkannten Mitverbundenen" sowie "Taufanwärtern/Taufbewerbern" die gleichen Anforderungen und Pflichten obliegen wie "Getauften (Voll)-Zeugen Jehovas", kann über erstere kein "Ausschluss / Gemeinschaftsentzug" verhängt werden, da sie noch nicht "Getauft" sind. Im Falle von schwerer Regelabweichung, "Sünde" oder Abwenden von der WTG kann lediglich eine entsprechende "Bekanntmachung" an die Ortsgemeinde ergehen, ohne dass ein Kontaktsperre-Totalverbot wie im Falle von "ausgeschlossenen, ehemaligen 'Zeugen Jehovas' "betreffs dieser Person verhängt werden kann.

Somit ergeben sich in WTG-Ideologie sechs mögliche Stufen der "Unterordnungs"-Grade unter die WTG:

Stufe

Beschreibung

1

"Außenstehender/Ungläubiger"/Nicht-"Interessierter/Feind der Wahrheit /Bock". Zur "Ewigen Vernichtung" in "Harmagedon" bestimmt.

2

"Interessierter"; hat WTG-Literatur entgegengenommen; wird "rückbesucht"; besucht gelegentlich die "Versammlung". Noch keine Aussicht auf "Rettung" und "Ewiges Leben".

3

"Heimbibelstudium". Ein "Interessierter", der zunehmend häufig und regelmäßig der "Versammlung" beiwohnt, und sich u. U. in die "Theokratische Predigtdienstschule" hat einschreiben lassen. Hat noch keine solide Aussicht auf "Rettung" und "Ewiges Leben", kommt dieser jedoch immer näher.

4

"Anerkannter Mitverbundener/Ungetaufter Verkündiger". Noch nicht getauft, aber voll in die Ortsgemeinde integriert und als "Zeuge Jehovas" angesehen. Der Aussicht auf "Rettung" und "Ewiges Leben" stark angenähert; muss aber dennoch den "letzten Schritt" der "Taufe" wagen, um definitiv in den Genuss dieser Aussicht zu gelangen.

5

"Taufanwärter/Taufbewerber". Ein zur WTG-akkreditierten "Taufe" zugelassener "Anerkannter Mitverbundener/ Ungetaufter Verkündiger", der der Aussicht auf "Rettung" und "Ewigem Leben" noch ein Stückchen nähergerückt ist.

6

Getaufter "Zeuge Jehovas". Es besteht Aussicht auf "Rettung" und "Ewiges Leben", deren Realisation allerdings weiterhin davon abhängt, ob der Betreffende die WTG in seinem Leben konsequent an die ersten Stelle setzt, sich pausenlos im "Dienst" für sie "einsetzt" und sich darin "verausgabt". Nur über solche kann im Falle von Regelverstößen, "Sünde" oder Rebellion die volle Härte der WTG-"Gesetzgebung" in Form von "Gemeinschaftsentzug" und nachfolgendem totalem Kontaktverbot mit "treuen  Zeugen Jehovas"niedergehen.

(Als "nullte" Zusatzstufe könnte man noch die "Kaste der Parias" von "Abgefallenen / Abtrünnigen / Ausgeschlossenen" hinzufügen, die in WTG-Dogmatik noch "schlimmer" als "Außenstehenden / Ungläubigen / Weltmenschen" sind, mit denen – im Gegensatz zu "Ausgeschlossenen" – geredet werden und denen grundlegene Höflichkeit wie das Entbieten der Tageszeit entgegengebracht werden darf; siehe "Keinen Gruß entbieten".)

Anerkennung Gottes

Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Die Anerkennung der WTG, auch "Gottes Wohlgefallen" genannt. Siehe "Gott gefallen".

Angebracht

Worthülse

Synonym: "Vernünftig". "Angebracht" ist, was die WTG als "angebracht" ("notwendig" oder "Richtig") erachtet.

(1) Maßvoll, bemessen, knapp, wenig (z. B. "Angebrachte Entspannung".)

(2) WTG-gemäß, WTG-konform, "Richtig" oder "Notwendig": "Angebrachter Rat".

Vgl. mit "Ausgeglichen".

Annehmbar (für Gott)

Aktionismus
Worthülse

Für Gott akzeptabel, brauchbar, oder zufriedenstellend – gemäß WTG-Festlegung. Begriff abgeleitet aus 2Kor 8,12 gemäß NWÜ.

In ihrer grenzenlosen Selbstüberhebung maßt sich die WTG an, genau zu wissen und festlegen zu können, nur unter welchen Bedingungen der Gottesdienst eines Menschen für Gott "annehmbar" ist, nämlich nur dann, wenn WTG-Vorgaben betreffs "Das Königreich (d. h., die WTG) an die erste Stelle setzen" hundertprozentig genau  erfüllt werden. Als Beispiel möge der "Tagestext" vom 20.5.2015 dienen:

Wenn vorerst die Bereitschaft da ist, so ist sie besonders annehmbar gemäß dem, was jemand hat, nicht gemäß dem, was jemand nicht hat (2. Kor. 8:12) Wie die Israeliten in alter Zeit müssen auch wir darauf achten, dass unsere freiwilligen Opfer Gott annehmbar sind. Wir haben in erster Linie Verpflichtungen gegenüber unserer Familie und in der Anbetung Jehovas. Deswegen müssen wir ausgeglichen bleiben. Auch wenn wir Zeit und Mittel für andere einsetzen, sollte das nicht dazu führen, dass wir die geistige Gesinnung oder das Wohl unserer Familie vernachlässigen. In Wirklichkeit würden wir dann etwas geben, was wir eigentlich gar nicht haben. Auch auf unsere eigene geistige Gesinnung müssen wir achten (1. Kor. 9:26, 27). Doch wir können sicher sein: Wenn wir uns an biblische Grundsätze halten, sind unsere Opfer Jehova „besonders annehmbar“, und wir können glücklich und zufrieden sein. w13 15. 12. 2:16

Die WTG-Anweisung "Wir haben in erster Linie Verpflichtungen … in der Anbetung Jehovas" bedeutet: Die WTG und ihre Interessen haben im Leben eines jeden "Zeugen Jehovas" die erste Geige zu spielen. Mit der Worthülse "Geistige Gesinnung" ist hier "totales Ausgerichtetsein auf die WTG und ihre Interessen" gemeint, siehe daselbst. "Sich an biblische Grundsätze halten" bedeutet "Sich an WTG-Anweisungen halten". Die von der WTG an ihre Befehlsempfänger erteilte Vorgabe "Die geistige Gesinnung/das 'Wohl' unserer Familie nicht vernachlässigen" weist diese an, ihre Familien vermittels des "gehorsamen" und bedingungslosen  Durchführens des von der WTG zu göttlichem Gebot erhobenen "Studierabends der Familie" stramm auf WTG-Kurs als "produktive 'Königreichsverkündiger'"zu halten.

De facto setzt sich hier die WTG an Gottes Stelle, indem sie (von ihm ungefragt) für ihn festlegt, nur wann das, was ein Mensch für Gott tut, von IHM angenommen wird, nämlich nur dann, wenn die WTG und ihre Organisationsinteressen  ohne Wenn und Aber  an erster Stelle im Leben stehen. Dies ist als krasse Bibelverdrehung, grenzenlose Selbstüberhebung und Blasphemie seitens der WTG zurückzuweisen. Gott selbst – nicht Menschen, oder eine von Menschen geschaffene Organisation – entscheidet, wer oder was für ihn "annehmbar" ist.

Ansprache

Organisatorisch

Eine anlässlich einer WTG-organisierten "Zusammenkunft" oder eines "Kongresses" von einem Redner gehaltene Rede auf der Grundlage von der WTG vorgegebenen Stoffes mit dem Ziel des "Ermunterns" der zumeist aus "Jehovas Zeugen" bestehenden Zuhörerschaft zum Befolgen von WTG-Anweisungen, die als "Gottes Anweisungen" oder "Gottes Wille" bezeichnet werden. Wird im Rahmen der wöchentlichen "Theokratischen Predigtdienstschule" auch als "Aufgabe" oder "Studierendenansprache" bezeichnet, ansonsten als "Vortrag".

Betreffs der WTG-Anweisung der strikten inhaltlich/"lehr"-mäßigen Begrenzung der vorgetragenen Informationen ausschließlich auf doktrinäre WTG-Vorgaben siehe "Öffentlicher Vortrag".

Ansprechdienst

Aktionismus

Form des "Straßendienstes", in der auf Passanten zugegangen wird, um sie gezielt mit einem bestimmten Thema – meist WTG-Zeitschriftenbasiert – in ein Gespräch zu verwickeln und "Interesse zu wecken".

Anstrengungen; sich anstrengen

Aktionismus
Worthülse

(1) Hoher ("ganzherziger") Einsatz und Eifer für die WTG; siehe "Eifer, Eifrig (im Dienst)".

(2) Ertragen von "Prüfungen"; widerstehen von "Versuchungen"; siehe "Ausharren".

(3) Bemühungen beim Entwickeln und Hervorbringen christlicher Eigenschaften, der "Frucht des Geistes" etc.

Nr. 1 wird von der WTG unablässig gefordert mit Hinweis auf die "Opfer- und Einsatzbereitschaft" von Jesus Christus, Paulus u. a.: "Wollt ihr wie Jesus, Paulus, … sein, dann müsst ihr euch voll für uns – die WTG – einsetzen und uns euer Alles geben: Zeit, Mittel und Kraft. Andernfalls seid ihr keine Nachfolger Christi und keine echten Christen und werdet in Harmagedon  vernichtet werden". Es werden also seitens der WTG gezielt Schuldgefühle hervorgerufen und manipuliert, indem pausenlos insinuiert wird, dass man im Grunde nie "Genug" tun kann, um Gott und Christus "zu gefallen". Siehe "Einsatz …"; "Sich verausgaben … (Abs. 2)". Vgl. dies auch mit der Erklärung des "Vielleicht" aus Zeph 2,3, siehe "Rettung".

Das "Sich anstrengen" ("Genug tun"; "Harte Arbeit; hart arbeiten"; "Mehr tun"; "Sich verausgaben") -Credo ist eine Mantra-artige, immer wiederkehrende Ermahnung in WTG-"Belehrung", wofür Bibeltexte, die überhaupt nichts mit einer solchen Thematik zu tun haben, aus ihrem Kontext gerissen und "verbogen" oder sogar "brutal verstümmelt" werden. Ein besonders krasses Beispiel hierfür ist der "Tagestext" vom 13.3.2015: "Der Segen Jehovas — er macht reich (Spr. 10:22) In unserem Dienst für Jehova setzen wir so viel Zeit, Kraft und Mittel ein wie möglich. In „das Werk eines Evangeliumsverkündigers“ legen wir unser ganzes Herz hinein (2. Tim. 4:5). ..." Beide hier von der WTG als "Beleg" angeführte Bibelverse werden verfälscht bzw. falsch angewendet: Der "zugrundeliegende" Bibeltext aus Spr 10,22 wird nur halb zitiert; der zweite Halbvers, der der WTG-Falschauslegung "so viel Zeit, Kraft und Mittel ein wie möglich einsetzen" genau entgegengerichtet ist, wird weggelassen. Der vollständige Text lautet: "Der Segen JHWHs, der macht reich, und eigenes Abmühen fügt neben ihm nichts hinzu." NeÜ: "Wohlstand kommt durch den Segen Jahwes, / eigenes Mühen vergrößert ihn nicht". Buber/Rosenzweig: "SEIN Segen, er ists der reich macht, neben ihm fügt die Rackerei nichts hinzu." Tanách: "Es ist der Segen des HERRN, was reich macht, und keine Mühe kann es vergrößern." Zunz: "Der Segen des Ewigen, der macht reich, und nichts thut mehr dabei die Mühe." In der Fußnote der "Studienbibel"-NWÜ von 1986 räumt die WTG diese Wiedergabevariante ein, die aber angesichts des einstimmigen Verständnisses jüdischer Übersetzer wohl die Richtigere ist. In Spr 10,22 geht es klar erkennbar um das, was Gott für Menschen (nicht umgekehrt) tut, dem von menschlicher Seite nichts hinzugefügt werden kann. Dieses Verständnis korreliert mit anderen Aussagen der Bibel wie Röm 3,24; 5,17; Tit 3,5; insbesondere Röm 6,23b und Eph 2,8.9; siehe "Belohnung". 2Tim 4,5 bezieht sich auf die nur einigen wenigen urchristlichen Evangelisten laut Eph 4,11 übertragene Aufgabe (vgl. auch mit Röm 12,4-8 und besonders 1Kor 12,28.29) und kann daher nicht als ein an jeden einzelnen Christen ergangenes "Predigtgebot" ausgelegt werden, siehe "Predigtauftrag".

Gemäß dem Kommentar des "Tagestextes" vom 15.10.2015 ist "Einsatz im Predigtdienst" notwendig, um Gott davon zu überzeugen, dass man ihn liebt:

"Bei all dem, wofür Jehova gesorgt hat, ist es bestimmt gut, sich zu fragen: „Kann Jehova an meinem Einsatz im Dienst für ihn erkennen, wie dankbar ich ihm für seine Fürsorge bin?...ʺ "

Neben dem abstrusen und völlig unbiblischen Postulat, die Höhe einer äußerlich mess- und quantifizierbaren menschlichen Leistung verrate Tiefe an Liebe und Dankbarkeit, beweist diese Frage, wie unbiblisch das von der WTG  vermittelte Gottesbild doch ist. Gott hat es nicht nötig, dass Menschen ihm etwas "beweisen" müssen, da er das Menschenherz kennt, siehe "Gott"; vgl. Joh 2,25. Er benötigt keinen äußerlich sichtbaren Gradmesser, der es ihm erlauben würde, die Dankbarkeit eines Menschen zu "erkennen". Da dem so ist, muss betreffs aller WTG-Behauptungen festgestellt werden, dass es ihr bei ihrer "Dankbarkeit durch Anstrengung, Einsatz und Leistung  beweisen"-Doktrin einzig darum geht, Leistungskontrolle über ihre Befehlsempfängerherde auszuüben und sie zu immer mehr  WTG-orientierter Aktivität anzutreiben: "Zeugen Jehovas" müssen der WTG "zeigen" oder ihr "beweisen", dass sie sich "auch wirklich" für sie "anstrengen" und "Sich verausgaben", und dabei "Genug tun" und immer "Mehr tun". Vgl. auch "Glaubenswerke".

In der englischen Originalversion des "Königreichsliedes" Nr. 64 zweite Strophe wird das WTG-"Sich Anstrengen"-Mantra sogar besungen:

"The efforts you make and the time you are spending | In service to God and his Kingdom | Will yield rich results and a life that’s unending, | A life full of good things to come." – Wörtliche Übersetzung: "Die Anstrengungen, die du unternimmst und die Zeit, die du im Dienst für Gott und sein Königreich verbringst wird reiche Ergebnisse zeitigen und ein endloses Leben, ein Leben voller guter Dinge in der Zukunft." – Wahre Bedeutung: "Je mehr du dich für uns – die WTG – anstrengst und je mehr Zeit du im von uns angeordneten  Dienst  einsetzt (Predigtdienststunden), desto mehr freut uns das und stellt uns zufrieden, so dass wir dir ewiges paradiesisches Leben in Aussicht stellen können."

Ein in WTG-Direktiven immer wieder vorkommender "Lieblingsbegriff" i. V. mit der "Sich anstrengen"-Doktrin der WTG ist "Harte Arbeit/hart arbeiten", siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 1.6.1998 S. 11 Abs. 8 und 9:

"Stellen wir uns ein im Bau befindliches Gebäude vor, dann sehen wir nicht nur das Fundament, sondern auch das Bauwerk, das auf Grund von viel harter Arbeit deutlich sichtbar vor uns emporwächst. In ähnlicher Weise müssen wir uns sehr anstrengen, um christusähnliche Eigenschaften und Gewohnheiten zu entwickeln. Solch harte Arbeit bleibt nicht unbemerkt; … Was zählt zu den christlichen Werken, die uns erbauen? Jesus betraute uns damit, die gute Botschaft zu predigen[Betreffs des Irrtums dieser Behauptung siehe "Predigtauftrag"] … unsere Darbietung zu variieren oder darin ein oder zwei Bibeltexte einzuschließen…mehr biblische Veröffentlichungen abzugeben, mehr Rückbesuche zu machen oder ein Bibelstudium einzurichten." (Betreffs des "Mehr mehr mehr tun"-Mantras siehe "Genug tun"; "Mehr tun"; "Vermehrter Dienst".)

Solche in der Tradition von "Selbsterrettungs-/Werkheiligungstheologien" befindlichen Behauptungen stehen in krassem Widerspruch zu den o. a. biblischen Aussagen. Zwecks weiterführender Bewertung derselben siehe "Belohnung".

Betreffs der WTG-angeordneten leistungsbilanz- und zahlenmäßigen Quantifizierung der "Anstrengungen" eines "Zeugen Jehovas" vermittels des "Predigtdienstberichts" siehe "Liebe zeigen".

Betreffs der der WTG-Falschauslegung von 1Joh 2,17b ("Wer den Willen Gottes tut [=WTG-Anweisungen befolgt], bleibt in Ewigkeit") siehe "Gottes Wille".

Betreffs der eigenzweckdienlichen WTG-Falschinterpretation von "Glaube ohne Werke ist tot" aus Jak. 2,26 im Sinne von "Sich anstrengen, Leistung erbringen, hauptsächlich durch Haus-zu-Haus - Predigtdienst" siehe "Glaubenswerke".

Betreffs der WTG-Anweisung an alle "Zeugen Jehovas", durch "vollstmöglichen Einsatz" beim Abarbeiten der Vorschriften ihres enormen Anforderungenkataloges ihre "Geistige Gesinnung zu schützen" siehe "Geistige Gesinnung schützen".

Vgl. auch "Alles zur Verherrlichung Gottes tun"; "Das Königreich an die erste Stelle setzen"; "Dienstbereit sein; Dienstbereitschaft"; "Eigene Interessen zurückstellen"; "Einsatz …"; "Einen vollen Anteil haben …"; "Eifer, Eifrig (im Dienst)"; "Ganzherzig"; "Im Dienst beschäftig sein / bleiben"; "In noch vollerem Maße tätig sein"; "Königreichsinteressen fördern"; "Sein Leben vereinfachen"; "Mehr tun"; "Opfer bringen"; "Opferbereit sein; Opferbereitschaft"; "Richtige Prioritäten setzen"; "Sein Bestes geben"; "Sich der wichtigeren Dinge vergewissern"; "Vermehrter Dienst"; "Zuerst Gottes Königreich suchen".

Antichrist

Biblisch

Der Begriff "ἀντίχριστος antíchristos" (im Plural "ἀντίχριστοι antíchristoi") taucht in 1Joh 2,18.22; 4,3 sowie in 2Joh 7 auf und kann zwei Bedeutungen haben:

(1) "anti" = "gegen", also, Jesus Christus entgegengesetzt, ein Christusfeind;

(2) "anti" = "an Stelle von", d. h.den Platz Jesu Christi einnehmend.

Im Laufe der Geschichte wurde dieser Begriff auf eine Vielzahl von Einzelpersonen sowie Institutionen angewendet wie z. B. Kaiser Nero, das Papsttum oder einzelne Päpste, Hitler, Stalin etc.

Betreffs des Themas " Antichrist(en)" schreibt der Theologe Roland Hardmeier in seinem Buch "Zukunft. Hoffnung. Bibel. Endzeitmodelle im biblischen Vergleich" (©Betanien Verlag e. K. Oerlingshausen) auf S. 248 und 259 (Ausgabe von 2010) folgendes:

"Der Antichrist ist nicht eine Bezeichnung für eine Einzelperson, sondern für eine Gruppe von Personen, denn Johannes schreibt, dass viele Antichristusse gekommen sind (1Joh 2,18). …Offenbar handelte es sich um Gläubige, die den wahren Glauben verlassen hatten und eine antichristliche Lehre verbreiteten. … Diese Leute traten… mit einer falschen Botschaft auf und beanspruchten, im Namen Gottes zu reden." – "Das Antichristentum ist schon seit der urchristlichen Zeit in der Welt. Es zeigt sich in der verführerischen Lehre, mit der die ersten Christen zu kämpfen hatten, in der Selbstvergottung des römischen Staates, wovon die Offenbarung spricht, und im Lauf der Geschichte zeige [sic] es sich immer wieder in Form von Irrlehren und totalitären Systemen. Wir können wohl nicht mehr sagen als das: Das Antichristentum ist vielschichtig und kann nicht auf eine einzige, zukünftige Person reduziert werden. Die Tatsache, dass es im Lauf der Geschichte eine Fülle von zum Teil gegensätzlichen Interpretationen über den Antichristen gegeben hat, sollte uns zurückhaltend machen. Jede Inspiration war von ihrer Zeit beeinflusst. Die heutigen Interpretationen bilden keine Ausnahme. …Die Tatsache…, dass weder der Mensch der Gesetzwidrigkeit noch das Tier ausdrücklich als Antichrist bezeichnet werden, sollte genügen, um uns vor ausschmückenden Auslegungen zu hüten."

Muss der WTG zugutegehalten werden, dass sie nicht in die Falle tappt und den o. a. gängigen, teils sehr klischeehaften und simplifizierenden Auslegungen folgt, so muss auch festgestellt werden, dass sie den Begriff "Antichrist(en)" als äußerst willkommene "Keule" gegen die ihr verhasste "Geistlichkeit der Christenheit" sowie gegen die ihr ein Dorn im Fleisch seienden "Abgefallenen" und "Abtrünnigen" schwingt, von denen sie behauptet, sie hätten "die Wahrheit verlassen" , wobei sich "Wahrheit" gemäß WTG-Begriffs-Neudefinition auf die Summe aller WTG-Dogmen und –Edikte bezieht, siehe "Wahrheit, die".

Beispiele:

"Der Wachtturm" vom 1.12.2006 S. 6:

"Die Antichristen sind in den „letzten Tagen“, der Zeit, in der wir heute leben, besonders aktiv (2. Timotheus 3:1). Ein Hauptziel der heutigen Betrüger besteht darin, die Menschen irrezuführen…"

"Erwachet!" vom 8.8.2001 S. 21:

"Während die Zeit für die Vollstreckung des Gerichtsurteils herannaht, dürfen Christen nicht zulassen, daß ihr Glaube durch den Lug und Trug sowie die Druckmittel der Antichristen, vor allem der Abtrünnigen, geschwächt wird."

Tatsächlich findet aber der Begriff "Antichrist(en)" im Lichte seiner o. a. Bedeutungen vollumfänglich auf die WTG und ihr alles beherrschendes, absolutistisch/diktatorisch/totalitäres oberstes menschliches Leitungskomitees Anwendung, angesichts der innerhalb der WTG herrschenden und durch sie verkörperten Realität von krassester Arroganz, grenzenloser Selbstüberhebung, schamloser Rechthaberei und kecken Besserwissertums im unverschämten Anspruch, allein im Besitz der "Einzigen und absoluten Wahrheit" zu sein, sowie im rigoros/rücksichtslosen Fordern von absolutem Gehorsam, ausschließlicher  Ergebenheit und "opferbereiter" Einsatz- und Leistungsbereitschaft ihr gegenüber, wodurch die WTG Menschen de facto von Gott und Christus weg- und zu sich selbst lenkt.

Allg. könnte gesagt werden: Alles, was dem Wesen und Tun Jesu Christi ENTGEGENGESETZT (anti) ist, ist "antichristlich": Jesus war bescheiden (Mat 8,20) und demütig (Mat 11,29) – Antichristen sind stolz (Luk 18,11.12) und herrschsüchtig (2Kor 1,24; 1Pet 5,3); Jesus erniedrigte sich selbst (Phil 2,6-8) – Antichristen erhöhen sich selbst (Mat 23,6.7); Jesus zieht Menschen zu sich als dem "Weg" zum Vatergott (Joh 14,6) – Antichristen ziehen Menschen weg vom Christus (Heb 12,2), hin zu sich selbst und stellen sich dadurch an Christi Stelle(2Kor 4,5).

Nun treffen diese "antichristlichen" Charakteristika in vollem Umfang auf die WTG und ihr oberstes Direktorium zu: Die WTG/die "Leitende Körperschaft" zeichnet sich aus durch…

- grenzenlose Herrschsucht und hemmungslos zur Schau gestellten Stolz; sie spielt sich als "Herrscher über den Glauben" (2Ko 1,24) von Millionen ihr unterstellter "Zeugen Jehovas"-Befehlsempfänger auf, von denen sie rückhaltlose  Anerkennung ihrer ihnen angeblich von Gott übertragenen "theokratischen  Autorität" sowie absoluten Gehorsam verlangt; de facto begegnen WTG-"loyale" und "treue 'Zeugen Jehovas'" gegenüber den Männern ihres obersten Leitungsgremiums nicht nur mit ehrfürchtigem Respekt, sondern mit anbetungsgleicher Verehrung, indem sie diese als die "sichtbaren irdischen Mundstücke und Sprachrohre Gottes" betrachten.

- schamlose Selbsterhöhung durch ihre pausenlosen Behauptungen, "nur sie" erhielten Gottes Geist und ohne sie gäbe es keine wahre Erkenntnis;

- Einnehmen einer "Christus-Ersatzfunktion", indem sie behauptet, nur durch sie könnten Menschen zu Gott gelangen und "Rettung" sowie "Ewiges Leben" erhalten.

Anweisungen

Organisatorisch

In WTG-Literatur und -Organisationsbriefen seitens der WTG bzw. ihres gesetzgebenden obersten Zentralkomitees erteilte Anordnungen, Befehle, Bestimmungen, Dogmen, Direktiven, Edikte, Erlasse, Forderungen, Gebote, Gesetze, Leitlinien, Policies, Regeln, Richtlinien, Règlements, Vorschriften etc., oft auch nur indirekt als "Empfehlungen", "Hinweise" (z. B. auf das "gute Beispiel 'vorbildlicher' 'Zeugen Jehovas'") oder "Vorschläge" verpackt oder auch nur in Bildform, die als "von Gott kommend" und damit de facto als von Gott  "inspiriert" zu betrachten sind, von der WTG deshalb als "Gottes Anweisungen" bezeichnet und als "Gottes Wille" dargestellt werden, und von allen "Zeugen Jehovas" absolut genau, bereitwillig, demütig, ergeben, loyal, treu, unterwürfig sowie kritik- und widerspruchslos zu befolgen sind, um "Ewiges Leben" zu erhalten. WTG-"Anweisungen" werden mit Bezug auf Gal 6,16 auch als "Regel des Benehmens" bezeichnet (siehe daselbst), um ihnen einen inspirierten, biblisch / göttlichen Anstrich zu verleihen.

Ihre "Anweisungen" (wie auch ihre "Belehrung", siehe daselbst) werden von der WTG in für sie typischer, überheblich/blasphemischer Weise als "Lebengebend", als "Gottes Denkweise offenbarend" und als "Muster gesunder Worte" bezeichnet, siehe jeweils daselbst.

Als Beispiel für die Gleichsetzung ihrer eigenen "Anweisungen" mit göttlichen Geboten seitens der WTG siehe das Buch "Ahmt ihren Glauben nach" S. 6 Abs. 11; Anmerkungen in eckigen Klammer und Normaldruck eingefügt:

"Wenn du (die biblischen Vorbilder) gut kennenlernst, möchtest du sie auch gern nachahmen. [Gottes Zeugen in alter Zeit waren von Gott inspiriert und im Gegensatz zu heutigen "Zeugen Jehovas" unter Inspiration direkt beauftragt.] Jehovas Organisation [nicht Gott! Weder ist die WTG  inspiriert noch kann sie für ihre Direktiven auf göttliche Autorität pochen] regt uns beispielsweise immer wieder an, unseren Dienst [Leistung für die WTG] zu erweitern. Vielleicht hat man [die WTG] dich gefragt, ob du in eine Gegend ziehen könntest, wo dringend Verkündiger gebraucht werden. Oder es wird [von der WTG] eine Predigtmethode empfohlen [= angeordnet], die dir ungewohnt vorkommt oder dir nicht so liegt. Während du darüber nachdenkst und betest, kommt dir möglicherweise Abram in den Sinn. Er und Sarai waren bereit, ihr komfortables Leben in Ur hinter sich zu lassen [was eine von Gott kommende, inspirierte Anweisung war im Gegensatz zu den rein menschlichen, nichtinspirierten Direktiven der WTG], und sie wurden dafür überaus gesegnet." Vgl. dies mit "Mehr tun".

S. 110 Abs. 9:

"Manchmal mag uns etwas, was Gott [die WTG] uns aufträgt, schwierig oder gar unmöglich erscheinen. Vielleicht macht es uns sogar Angst, die gute Botschaft von Gottes Königreich zu predigen, wie es von Christen [von der WTG] erwartet wird (Mat. 24:14). [Betreffs dieser unbiblischen "Erwartung" siehe "Predigtauftrag".]"

Eine solche Gleichsetzung eigener Organisationsdirektiven und –ziele mit an inspirierte Menschen in biblischer Zeit ergangenen göttlichen Geboten muss als arrogante, blasphemische und grenzenlose Selbstüberhebung zurückgewiesen werden.

Der Kommentar zum "Tagestext" vom 23.9.2016 belegt beispielhaft den Totalanspruch der WTG auf das gesamte Leben ihrer Befehlsempfänger, was das Befolgen ihrer eigenzweckdienlichen "Anweisungen" betrifft, indem hier sämtliche Lebensbereiche einer Verhaltenskontrolle seitens der WTG lückenlos unterstellt werden:

"Wir bemühen uns, Jehova immer durch unser Verhalten zu verherrlichen [=der WTG und ihren menschlichen Direktiven zu huldigen] — zu Hause, auf der Arbeitsstelle, in der Schule, bei Spielen oder im Predigtdienst."

Durch die hier bemühte "Gottes Auge sieht dich immer – der Himmel sieht alles"-Weltsicht fühlt sich ein WTG-"loyaler" "Zeuge Jehovas" immer und überall in der Pflicht, WTG-Anweisungen in puncto "Predigen" nachzukommen und WTG-Interessen selbst auf dem Arbeitsplatz und in sog. "Freizeit" (die es de facto gemäß WTG-Wunsch nicht gibt) durch das Verbreiten von WTG-Doktrin und -Verlagsprodukten zu fördern, da man sich ansonsten der "Blutschuld" aufgrund "unterlassender Hilfeleistung" sowie der "Menschenfurcht" (Feigheit) schuldig machen würde.

Mehr betreffs der eigenzweckdienlichen  WTG-Verdrehung von 1Kor 10,31 ("Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes!") siehe "Alles zur Verherrlichung Gottes tun".

Betreffs der WTG-Falschauslegung von Ps 32,8 ("Gottes eigene Belehrung = WTG-Anweisungen") siehe "Geistige Speise".

Betreffs der der WTG-Falschauslegung von 1Joh 2,17b ("Wer den Willen Gottes tut [=WTG-Anweisungen befolgt], bleibt in Ewigkeit") siehe "Gottes Wille".

Im "Wachtturm" vom 1.11.1980, Seite 19 erklärt die WTG, dass "Zweifel" – mithin: Nachdenken und analysieren – an der biblischen Richtigkeit von WTG-"Anweisungen" zu "Abtrünnigkeit" führt und deklariert dies sodann zu "verdammungswürdigem 'Stolz' ":

"Wer also mit seinen Zweifeln so weit geht, daß er abtrünnig wird, schwingt sich zum Richter auf. Er denkt, er wisse es besser als seine Mitchristen und auch besser als der „treue und verständige Sklave[i. e., die "Leitende Körperschaft"], durch den er das meiste, wenn nicht sogar alles, gelernt hat, was er über Jehova Gott und seine Vorsätze weiß."

Hier wird im Grunde ausgesagt, dass jeder, der seine Denkfähigkeit gebraucht, so, wie es ihm gemäß Apg 17,11; 2Kor 13,5; 1Thess 5,21 sowie 1Joh 4,1 von Gott nicht nur gestattet, sondern sogar geboten ist, ein "böser 'Rebell'" ist, der im göttlichen Strafgericht von Harmagedon die "Strafe ewiger Vernichtung" erleiden wird, sofern er sein Denken nicht unterdrückt, seine Zweifel beiseiteschiebt und sich der WTG und ihrem menschlichen, nichtinspirierten Direktivenkodex wieder in bedingungslosem  Gehorsam  unterordnet. Dies belegt die panische Angst, die die WTG davor hat, dass ihre auf weiten Strecken menschlichen, unbiblischen, selbstersonnenen und großenteils eigenzweckdienlichen Dogmen und Direktiven auf den Prüfstand der Bibel und biblisch/christlicher Vernunft kommen. Des Weiteren belegt diese Passage den ungeheuerlichen, megalomanen Anspruch der WTG bzw. des sie vertretenden, obersten Zentralkomitees, die "Einzig Wahren und Erleuchteten" auf dieser Erde zu sein und der einzige Quell wahrer Gotteserkenntnis, die im Alleinbesitz göttlicher Wahrheit sind, wodurch sich die menschliche Führung der WTG in nichts von anderen selbsternannten "Sehern, Propheten" und Sektenführern wie jenen der Mormonenkirche oder auch dem Papst der "unfehlbaren" RKK unterscheidet. Der eklatante Irrtum eines solchen Anspruches besteht darin, dass nur das geoffenbarte Wort Gottes, welches derzeit in der Bibel vorliegt ("sola scriptura") und von Gott selbst vermittels seines Heiligen Geistes erklärt wird (1Kor 2,10-13), die Quelle wahrer Erkenntnis ist; siehe 1Kor 4,6. Vgl. dies auch mit dem unter "Kritisches Denken" angeführten "Tagestext" vom 1.2.2016 betreffs der WTG-Behauptung, dass jeder, der sämtliche ihrer Dogmen und Direktiven nicht widerspruchslos und unkritisch akzeptiere und sich ihnen "Bereitwillig" unterordne, "Stolz" und "von Satan verblendet" sei.

Im "Wachtturm" vom 15.11.2013 dritter "Studienartikel" S. 20 Abs. 17 erteilt die WTG allen "Zeugen Jehovas" auf drastische Weise und ohne Umschweife, dass sie jedwede "Anweisung der Organisation" ohne jegliches Nachdenken und Hinterfragen  kritik- und widerspruchslos zu akzeptieren und umzusetzen haben:

"Die lebensrettenden Anweisungen, die sie dann von Jehovas Organisation erhalten, mögen vom menschlichen Standpunkt aus unpraktisch erscheinen. Wir alle müssen bereit sein, jede Anweisung zu befolgen, ob sie nun vom strategischen oder menschlichen Standpunkt aus vernünftig erscheint oder nicht."

Dies deckt sich mit der im "Wachtturm" vom Februar 2016 erster "Studienartikel" S. 11 Abs. 14 aufgestellten Behauptung; Anmerkungen in runden Klammern und Normaldruck hinzugefügt:

"[Jehova] bittet uns (Das oberste Direktorium der WTG weist an), auf ihn (die WTG) zu hören, selbst wenn … wir die Gründe dafür nicht ganz verstehen."

Solch abenteuerlich absolutistisch/totalitäre Direktiven, die verlangen, jegliches eigene Denken und Reflexion auszuschalten lassen bei jedem denkenden Menschen sämtliche Alarmglocken schrillen. Dies ist nicht nur als unbiblische und bodenlose Anmaßung seitens der WTG bzw. ihres sie vertretenden, menschlichen obersten Zentralkomitees zu werten, sondern im Lichte des Unheils, das von Sektenbossen wie z. B. David Koresh oder Jim Jones angerichtet wurde, als brandgefährlich zurückzuweisen. Es steht in krassem Widerspruch zu biblischen Aussagen wie Apg 17,11 "[Die Beröer] untersuchten täglich die Schriften …, ob dies sich also verhielte" und 1Joh 4,1 "Glaubet nicht jedem Geiste, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind". Durch diese Aussage "outet" sich die WTG bzw. ihr sie vertretendes, gesetzgebendes oberstes Zentralkomitee als zu dem "Mensch[en] der Sünde", dem "Sohn des Verderbens" gehörend, "welcher widersteht und sich selbst erhöht über alles, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung ist, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich selbst darstellt, daß er Gott sei" (2Thess 2,4).

Ein "Zeuge Jehovas", der es wagt, sich in welcher Form auch immer nicht an WTG-"Anweisungen" und Direktiven zu halten und davon abweicht, muss durch "Zurechtweisung" wieder auf Linie gebracht werden, siehe "Der Wachtturm" vom Februar 2016 S. 18:

"Was könnte passieren, wenn ein Glaubensbruder [zurechtgewiesen wird, weil er] nicht nach Gottes Maßstäben lebt?"

"Gottes Maßstäbe" = WTG-Direktiven.

Durch ihren unerhörten und vermessenen Anspruch, nur das genaueste  Befolgen sämtlicher von ihr kommender "Anweisungen" könne Menschen das Erlangen der "Anerkennung Gottes" ermöglichen und zu "Ewigem Leben" führen, selbst wenn diesen Direktiven eine solide biblische Grundlage fehlt wie z. B. der "Nur einen 'Zeugen Jehovas'-heiraten"-Anordnung, stellt die WTG ihre eigenen "Wahrheiten" mit blasphemisch/überheblicher Chuzpe und Hybris über göttliche Maßstäbe. Wie die Pharisäer zur Zeit Jesu Christi, so setzt auch die WTG das Gebot Gottes um ihrer eigenen Organisationsdirektiven willen beiseite und "lehrt Menschengebote", siehe Mat 15,6-9; Mar 7,9-13. Sie legt den Menschen unnötig "schwere Lasten" auf, Mat 23,4; Luk 11,46, die mit dem "sanften Joch" Christi (Mat 11,28-30) nichts gemein haben. In ihrem komplexen, talmudähnlichen Direktivenkorpus geht die WTG weit über das hinaus, was in Gottes Wort zu finden ist (1Kor 4,6) und gehört zu denen, die "ein anderes Evangelium verkündigen" (Gal 1,8.9), wodurch sie sich selbst als unechte "Christen", als nicht zum gesegneten "Leib Christi" gehörend kenntlich macht.

Die WTG hält sich selbst für so wunderbar und glücksbringend, dass sie behauptet, die biblischen Gestalten alter Zeit lechzten nach WTG-"Vorrechten" und würden beim Abarbeiten von WTG-Leistungsvorschriften wie z. B. dem WTG-angeordnetem "Haus-zu-Haus - Predigtdienst vor Freude springen. Mehr hierzu siehe "Organisation, die".

Anweisungen befolgen

Aktionismus
Worthülse

Auch "Gehorchen" genannt. Gehorsam und ohne zu "Murren" sämtliche WTG-Direktiven als von Gott kommend betrachten und sie gänzlich, genauestens und ohne Nachdenken und Zögern befolgen. Mehr betreffs der von der WTG gewünschten und erzielten "mind automation" (Denk-Automatisierung) bei "Zeugen Jehovas" i. V. mit dem "Befolgen von Anweisungen" siehe "Gehorsam; gehorchen; gehorsam sein".

Im "Wachtturm" vom November 2016 zweiter "Studienartikel" S. 11 Abs. 11 betont die WTG in einer Art Rundumschlag gegenüber sämtlichen Funktionären ihrer Organisationshierarchien die Wichtigkeit und den alles überragenden Stellenwert, den sie der absoluten und sofortigen  Befolgung aller von ihr kommenden "Anweisungen" beimisst, wobei "Kritik" und kritisches Hinterfragen fälschlicherweise mit "bösartiger Rebellion" und "Ungehorsam" gleichgesetzt wird:

"Wie sollten sich Mitglieder von Zweig- oder Landeskomitees, Kreisaufseher oder Versammlungsälteste verhalten, wenn sie von Gottes Organisation Anweisungen bekommen? Jehova fordert uns alle in seinem Wort auf: „Gehorcht ... und seid unterwürfig“ (5. Mo. 30:16; Heb. 13:7, 17). Eine kritische oder rebellische Einstellung ist in Gottes Organisation fehl am Platz … Sicher möchte kein loyaler Christ  so respektlos und illoyal sein wie Diotrephes. (Lies 3. Johannes 9, 10.) … Bin ich bereit, Anweisungen von verantwortlichen Brüdern sofort anzunehmen und mich daran zu halten?

Im gleichen "Wachtturm" dritter "Studienartikel" S. 17 Abs. 15 und S. 18 Abs. 17 stellt die WTG  auf krass blasphemisch/vermessene Weise  Gehorsam ihren Anweisungen gegenüber mit "Loyalität" gegenüber Gott auf eine Stufe:

"Unsere Loyalität Jehova gegenüber ist unter anderem dann zu erkennen, wenn wir vor wichtigen Entscheidungen… seine Organisation miteinbeziehen.Loyalität Jehova gegenüber zeigt sich vor allem auch dann, wenn wir Anweisungen seiner Organisation befolgen."

Durch solch schamlos überhebliche und anmaßende Selbstüberhebungen erfüllt die WTG, vertreten durch ihr für solche Auslassungen verantwortlich zeichnendes oberstes Direktorium, den in 2Thess 2,4 geschilderten Tatbestand: "Der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei."

Der Fehler der hier enthaltenen Bezugnahmen auf diverse Bibeltexte besteht darin, dass es in der Bibel um GOTTES  inspirierte Gesetze – nicht die nichtinspirierten, kleinlich/eigenzweckdienlichen  Organisationsdirektiven einer unvollkommenen menschlichen Organisation bzw. deren fehlbarem obersten Leitungsgremium geht. Deshalb ist die hier von der WTG unterbreitete maßlose "Gehorsams"-Forderung, sowie ihre Behauptung, jemand, der sich nicht an die von ihr ersonnenen Leitlinien halte, sei "respektlos", "illoyal", "rebellisch" und "Gott ungehorsam" als krankhaft überheblich und megaloman egozentrisch zurückzuweisen. Weder die WTG noch ihr oberstes Zentralkomitee sind von Gott inspiriert, noch haben sie einen göttlichen Auftrag erhalten; vgl. Jer 14,14; 23,21 et al. Auch steht es weder der WTG noch irgend einer anderen, menschlichen Organisation, die von sich behauptet, "Christlich" zu sein zu, anderen Menschen das Denken und Hinterfragen zu verbieten und ein solches als "Rebellion" abzuqualifizieren, da dies allen Menschen von Gott selbst laut Apg 17,11; 2Kor 13,5; 1Thess 5,21 sowie 1Joh 4,1 explizit GEBOTEN ist.

Betreffs der WTG-Falschauslegung von 1Joh 2,17b ("Wer den Willen Gottes tut [=WTG-Anweisungen befolgt], bleibt in Ewigkeit") siehe "Gottes Wille".

Betreffs der WTG-seitigen rabulistisch irreführenden Besetzung und Usurpation positiv besetzter Konnotationen wie "Loyalität", "Mut" und "Treue" i. V. mit dem bedingungslosen  Befolgen von WTG-Direktiven siehe "Treu; Treue". Suche auch nach dem Begriff "Sandwiching".

Auf Jehova warten

Aktionismus
Worthülse

Der Begriff ist abgeleitet von Klg 3,21.24 sowie Mi 7,7 laut NWÜ. Andere Übersetzungen sagen "Darauf (deshalb) will ich hoffen" (REB); "Darum hoffe ich noch" (LUT); "Darum will ich Hoffnung fassen" (Schl) und setzen hier einen Doppelpunkt, um auf den im V. 22 dargelegten Grund des Hoffens hinzulenken: "Die Gnadenerweise JHWHs sind nicht zu Ende, ja, sein Erbarmen hört nicht auf". Es geht also in diesem Vers grundsätzlich nicht lediglich um ein dumpfes, passives Warten, sondern um ein Hoffen, um göttliche Hoffnung; vor allem geht es nicht um ein Hinnehmen, ein klagloses Erdulden und Entschuldigen eines von anderen Menschen verübten Unrechts, sondern um ein begründetes Hoffen auf das Ende einer göttlichen Gerichtsperiode. In diesem Lichte wird die WTG-"Deutung" dieser Wendung als schamlos eigennützig und völlig fehlerhaft offenbar.

Laut WTG bedeutet die Wendung: Bei offenkundigen Miss- oder Übelständen innerhalb der WTG wie nicht bibelgestützte Lehren; widersinnige Direktiven; Fehlentscheidungen oder Machtmissbrauch seitens Funktionären (Älteste, reisende Aufseher, u. a.) sowie allgemeinem Unrecht innerhalb der "Bruderschaft" davon absehen, diese Sachverhalte aufzuzeigen, zu beweisen oder nachzuweisen; nicht auf Korrektur, Verbesserung, Entschädigung oder Rehabilitierung (bei persönlich erlittenem Schaden oder Unrecht) hinarbeiten, oder diese fordern, sondern geduldig und "Demütig" auf göttliches Eingreifen warten. Dies nicht zu tun würde "Stolz", "Mangel an 'Demut' ", "Rebellion gegen Jehova und seine Organisation" sowie "Vorausdrängen" bedeuten. Dies bedeutet, solche Miss- und Übelstände einfach auszusitzen und still zu ertragen, jegliches "Kritische Denken" auszuschalten, nichts zu tun und die Verantwortung für mögliche Verbesserungen und Veränderungen bequem Gott überlassen, der laut WTG vielleicht – oder auch nicht – "etwas" tun wird. Geschieht nichts, dann laut WTG deshalb, weil Gott – in seiner Allweisheit – es besser weiß und es nicht für nötig erachtet, etwas zu tun, womit jeglichem Unrecht innerhalb oder seitens der WTG Tür und Tor geöffnet ist. Siehe auch "Rebellion; rebellisch".

"Der Wachtturm" vom Februar 2016 dritter "Studienartikel" belegt, auf welch realitätsleugnende Weise die WTG ihrer Befehlsempfängerherde das Ertragen kognitiver Dissonanzen verordnet und "Auf Jehova zu warten":

"Es ist zwar unwahrscheinlich, dass diejenigen, die in der Versammlung die Führung übernehmen, uns absichtlich ungerecht behandeln. [Anm.: Reine Wunschvorstellung, die mannigfachen Erfahrungen aus aller Welt diametral gegenübersteht.] Doch sie sind unvollkommen und können das, was wir tun, falsch einschätzen (1. Sam. 1:13-17). Selbst wenn wir also missverstanden oder falsch beurteilt werden, bleiben wir Jehova [Anm.: Der WTG; durch Schweigen und Nichtstun] loyal."

Dies bedeutet, sein Denken auf "Aus" zu stellen und nichts zu tun, um die Situation richtigzustellen, und passiv "Auf Jehova zu warten".

Der "Wachtturm" vom 15.4.2014 letzter "Studienartikel" erklärt sogar, dass Opfer von erlittenem Unrecht innerhalb der WTG sich fragen sollten, ob sie vielleicht nicht selbst daran schuld sind und das ihnen angetane Unrecht verdienen.

Im "Wachtturm" vom Februar 2016 zweiter "Studienartikel" S. 15 Abs. 9 und 10 versucht sich die WTG betreffs jeglichen durch sie bewirkten Unrechts und Leids aus der Affäre zu ziehen, indem sie sich de facto mit Gott auf eine Stufe stellt

"Andere, die weit weniger [als Hiskia] durchgemacht haben, denken, sie hätten einen berechtigten Grund, auf Jehova wütend zu sein oder gegen seine Organisation zu verbittern (Spr. 19:3). … Sind solche Gedanken berechtigt? … Auf keinen Fall! Es gibt niemals einen berechtigten Grund, gegen Jehova zu verbittern, denn er ist nicht die Ursache für all das Schlimme, das Menschen in der heutigen bösen Welt trifft (Hiob 34:10)."

Man bemerke folgende "Gleichung": "Auf Jehova wütend sein = gegen seine Organisation verbittert sein." Ergo gilt: "Da Gott niemals der Grund von Leid und Unrecht ist, sind wir – die WTG – ebenfalls nicht dafür verantwortlich. Da man niemals auf Gott wütend sein darf, darf man auch niemals auf uns – die WTG – wütend sein, denn wir stehen unter göttlicher Führung und handeln mit göttlicher Vollmacht, ganz gleich, was wir sagen oder tun."

Es steht außer Frage, dass ein solch forsches Zurückweisen jeglicher Rechenschaftspflicht für ihr eigenes Tun seitens der WTG, durch das sie sich de facto als fehler- und makellos und über jegliche Kritik erhaben, als krass anmaßend und in höchstem Grade blasphemisch zurückgewiesen werden muss. Kein Mensch und daher auch keine menschliche Organisation ist vollkommen; daher ist es auch die WTG nicht, weshalb sie sich allen gegen sie zu Recht vorgebrachten Klagen und ihr zu Recht entgegengebrachter "Verbitterung" ("Wut") stellen muss, anstatt diese arrogant beiseite zu wischen und anderen Menschen den Mund, das Gehirn sowie ihre Gefühle verbieten zu wollen.

Aufeinander achten

Biblisch/umgedeutet

NWÜ-Wiedergabe von "aufeinander achthaben/achtgeben" aus Heb 10,24, was wie folgt definiert wird:

Commentary Critical and Explanatory on the Whole Bible:

"… render mutual help and counsel."

John Gill's Exposition of the Bible:

"Saints … should consider [each other's] different tempers, and make allowance for them…"

Matthew Henry (Concise):

"Believers are to consider how they can be of service to each other, … The communion of saints is a great help and privilege, and a means of stedfastness and perseverance. We should observe the coming of times of trial, and be thereby quickened to greater diligence."

People's New Testament:

"Let each care for others…"

Während es also gemäß dieser Erklärungen darum geht, dass Christen einander in Liebe beistehen, dienen und helfen, lenkt die WTG in ihrer "Aufeinander achten"-Doktrin das Augenmerk auf gegenseitige Leistungs- und Verhaltenskontrolle (Beispiel hierzu siehe "Eifer; eifrig sein (im Dienst)": "Sich gegenseitig voller Eifer zu vortrefflichen Werken anspornen") sowie des "Ermunterns" und "Raterteilens" betreffs immerwährender Leistungssteigerung ("Mehr tun") und nicht "Nachlassens", und schließlich der Auflage an alle Glieder der "Verkündiger - Herde" des "Berichtens" (Nr. 2) von "Abweichlern" oder "Sündern" an die lokalen Hierarchiefunktionäre zum Zweck der Wahrung der "organisatorischen  Einheit" sowie des "Reinerhaltens der Organisation".

Auferbauen; auferbauend

Aktionismus
Worthülse

Auch"Erbauen; erbauend" genannt. Hervorrufen von Wohlfühlstimmung durch "Gute Erfahrungen" und "Ermunternde" oder "positive Gedanken" zur eigenen gruppeninternen Bestätigung und Stärkung sowie Intensivieren des Ausgerichtetseins auf WTG-Interessen; Förderung von WTG-orientiertem Aktionismus. Alles, was laut WTG nicht diesen Zwecken dient, ist "negatives Reden", "Kritisch", politisch inkorrekt und hochgradig unerwünscht und wird als "Zeichen mangelnder 'Geistiger Reife' und 'Geistiger Schwäche' " gedeutet und die Betreffenden "Bezeichnet".

WTG-Umsetzung von "Austausch von Ermunterung" laut Röm 1,12 laut NWÜ; auch Phil 2,1; 1Thess 5,11; Heb 10,25.

Siehe auch "Glaubensstärkend".

Auferstehung

Biblisch/umgedeutet
Dogma

Wiedererschaffung und Wiederbelebung verstorbener Menschen. Biblische Lehre, die jedoch von der WTG im Sinne ihrer "Zwei-Klassen"-Doktrin aufgesplittet wird: (1) Geistige/himmlische Auferstehung für alle "144000 Gesalbten", als Geistwesen, um mit dem verherrlichten Christus für ewig als Könige zu regieren; (2) eine "irdische" (körperlich/physische) Auferstehung während des Harmagedon nachfolgenden Millenniums für alle nicht-"Gesalbten" "Treuen"  Zeugen Jehovas, die noch vor Harmagedon  verstorben sind, sowie für alle noch früher verstorbenen Menschen in aller Welt, die nie Gelegenheit hatte, mit der "göttlichen  Wahrheit" der WTG in Berührung zu kommen und demnach nie die Chance hatten, sich für oder gegen sie zu entscheiden, bis hin zu den biblischen Gestalten, Patriarchen sowie allen Menschen der Antike.

Laut offizieller WTG-Angabe ist mit ca. 20 Milliarden irdischen Auferweckungen zu rechnen. Alle diese Menschen sollen von den Harmagedon-Überlebenden (laut WTG nur "loyale und treue  'Zeugen Jehovas' " der Neuzeit; gemäß ihrer Auslegung die "Große Volksmenge aus Offb 7, die aus der 'Großen Drangsal' kommt") während des Millenniums im Stile von WTG-angeordneten "Bibelstudien" zu "Wahren Anbetern" Gottes ausgebildet werden. Wer diese "Belehrung" ablehnt, wird während des Millenniums wieder vernichtet werden, wobei er allerdings nicht den früher erlittenen "Adamischen Tod", sondern den "Zweiten Tod" (Gehenna, ewige Vernichtung") erleidet, womit sich laut WTG Jes 65,20 erfüllt als auch Joh 5,29b, was besagt, dass ihre vorher erfolgte "Irdische Auferstehung" sich im Nachhinein als eine "Auferstehung des Gerichts (zur ewigen Vernichtung) erwiesen haben wird.

Das "Problem" mit dieser Zwei-Klassen (Auferstehungs-) -Lehre besteht darin, dass die Bibel nirgends (auch in der hochsymbolischen, allegorischen Offb nicht) klar auf eine "irdische", sehr wohl aber auf eine "Himmlische Auferstehung" hinweist. Siehe auch "Gottes Vorsatz".

Aufgabe

Aktionismus

(1) Mehrminütige Redezuteilung in der "Theokratischen Predigtdienstschule"; wird auch als "Ansprache" oder "Studierendenansprache" bezeichnet.

(2) Dienst- oder Arbeitszuteilung innerhalb der WTG-Organisation (z. B. Literaturausgabe oder Kontenprüfung in der Ortsgemeinde; Parkplatzdienst bei Kongressen; Arbeitszuteilung im "Bethel" etc.).

Gilt als "Vorrecht". Laut WTG "dürfen" – nicht "müssen" – Zeugen Jehovas solche Aufgaben ausführen, da es sich beim Erhalt solcher Arbeitszuteilungen um "um Jehova gewährte" – d.h. von der WTG übertragene – "Vorrechte" und um "göttliche Gnade" handelt, und alle "Zeugen Jehovas" laut Luk 17,10 "unnütze/unwürdige Sklaven". Vgl. "Freiwillige; Freiwilligendienst". Siehe "Zuteilung".

Aufrichtig; aufrichtige Menschen

Worthülse

Das Attribut "Aufrichtig" wird von der WTG rabulistisch umdefiniert als "WTG-gemäß lieb und gehorsam sein", der WTG "Ergeben" und "Untertan" sein; alles, was von der WTG kommt – sämtliche ihrer Dogmen und Direktivenkritik- und anstandslos annehmen. Vgl. gleichartige, rabulistische Begriffs-Neudefinierungen von "Loyal", "Richtig", "Treu" u. a. Im weitesten Sinne bezieht sich die Wendung "Aufrichtige Menschen" auf der WTG bzw. "Jehovas Zeugen" gegenüber tolerante Menschen, auf "Interessierte" und jene, mit denen ein "Heimbibelstudium" durchgeführt wird; im engsten Sinne auf alle der WTG  bedingungslos  gehorsamen "Zeugen Jehovas". Synonym: "Schafe; schafähnliche Menschen", siehe daselbst.

Diese WTG-seitige, eigenzweckdienliche und rabulistische Neudefinition des Attributs "Aufrichtig" insinuiert, dass alle Nicht-"Zeugen Jehovas" ("Außenstehende", "Ungläubige", "Weltmenschen") "nicht aufrichtig" bzw. "unaufrichtig" sind, d. h. böse, falsch, hinterlistig, nicht vertrauenswürdig, schlecht, verschlagen etc. Durch solch holzschnittartig/simplizifierende "Gut/Böse"-, "Schwarz/Weiß"-Malereien bedient die WTG ihre anmaßende und die Realität beschönigend irreführende "Geistiges Paradies/Nur unter 'Jehovas Zeugen' gibt es echte Liebe"-Doktrin.

"Der Wachtturm" vom 15.3.192 S. 21 Abs. 14 enthält ein Beispiel für die seitens der WTG auf sich selbst bezogene Anwendung dieses Begriffes:

"Diese Zeitschrift [Der Wachtturm] hat die Bibel in Sinn und Herz von Millionen aufrichtiger Menschen [i. e. 'Jehovas Zeugen'] lebendig werden lassen. Sie hat ihnen geholfen, die Irrlehren zu erkennen, die in den Kirchen der Christenheit und in ganz Groß-Babylon, dem Weltreich der falschen Religion, vertreten werden. Sie hat die Aufmerksamkeit auf den großen geistigen Sturz gelenkt, den „Babylon die Große“ erlebt hat, und das prophetische Gebot des Engels erschallen lassen: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt“ (Offb. 17:1, 5, 15, 18; 18:2, 4). Vielen wurde geholfen, dieser Aufforderung nachzukommen, und sie sind loyale  Unterstützer des messianischen Königreiches Jehovas geworden."

Gemäß dieser WTG-Verlautbarung sind also Menschen nur deshalb "Aufrichtig", weil sie sich dem Diktat der WTG bedingungslos beugten und zu von ihr akkreditierten und gemäß ihren eigenzweckdienlichen Vorgaben funkionierenden "Predigtdienst"-Robotern wurden.

Aufseher

Titel

Ein leitender Funktionär einer der WTG-Hierarchie-Ebenen, entweder auf lokaler Gemeinde -Ebene (Ältester), oder höher (Kreis-,  Zweigaufseher; im Bethel: Abteilungsaufseher), der eine "Aufsichtsstellung" bekleidet.

Aufsichtsstellung

Organisatorisch

WTG-akkreditierte Autoritätsstellung eines "ernannten  'Ältesten'" innerhalb einer "Zeugen Jehovas"-Ortsgemeinde, oder eines WTG-Organisationsfunktionärs im WTG-Hierarchiegefüge, die Kontroll- und Überwachungserlaubnis beinhaltet. Solche Autoritätsstellungen sind ohne Wenn und Aber im Rahmen "Theokratischer Ordnung" als von Gott selbst vermittels der Leitung seines Heiligen Geistes verliehen zu betrachten; Infragestellen derselben, selbst wenn es aufgrund von krasser Inkompetenz oder groben Fehlverhaltens (Machtmissbrauch u. a.) des jeweiligen Trägers geschieht, wird als "Zeichen mangelnder Demut", "Mangel an Unterordnung", "Rebellion", "Stolz", "Vorausdrängen" etc. auf Schärfste geahndet und bekämpft, u. U. bis zum "Gemeinschaftsentzug". Mehr hierzu siehe "Ältester".

Ausgeglichen

Worthülse

Synonym: "Vernünftig". "Ausgeglichen" ist, was die WTG als "ausgeglichen/vernünftig" ("notwendig" oder "Richtig") erachtet.

(1) Maßvoll, bemessen, knapp, wenig (z. B. "ausgeglichene Entspannung".)

(2) WTG-gemäß, WTG-konform, "richtig": "Ausgeglichener Rat".

Vgl. mit "Angebracht".

Ausgeschlossene

Abwertend
Dogma

Exkommunizierte, "Dem Satan übergebene" Zeugen Jehovas (1Kor 5,5; 1Tim 1,20). "Schlimmste Sünder", Parias, "dem Satan übergebene Personen", "Geistig kranke", hochinfektiöse persona non grata, vor denen jeder "treue  Zeuge Jehovas" die Flucht zu ergreifen hat. Ihnen gegenüber gilt absolutes Gruß-, Rede- und Kontaktverbot. Mehr hierzu siehe "Abfallen; Abgefallene"; "Gemeinschaftsentzug"; "Keinen Gruß entbieten". Vgl. auch "Abtrünnig; Abtrünnige; Abtrünnigkeit".

In folgenden "Wachtturm"-Artikeln ruft die WTG völlig offen und unverhohlen zu Mitleidslosigkeit und sogar zu Hass gegenüber "Ausgeschlossenen" auf:

1.10.1952, Seite 599:

"Wir müssen [den Ausgeschlossenen] im wahrsten Sinne hassen, das heißt, ihm mit äußerster Abneigung begegnen, ihn als abstoßend, ekelhaft, schmutzig, verachtungswürdig ansehen."

15.7.1961 (Englisch), Seite 420:

"Um zu hassen, was böse ist, muss ein Christ [den Ausgeschlossenen] hassen." ("When a person persists in a way of badness after knowing what is right, when the bad becomes so ingrained that it is an inseparable part of his make-up, then in order to hate what is bad a Christian must hate the person with whom the badness is inseparably linked. Indicating that Jesus did not mean for us to love the hardened enemies of Jehovah, David expressed this God-approved attitude: “Do I not hate those who are intensely hating you, O Jehovah, and do I not feel a loathing for those revolting against you? With a complete hatred I do hate them. They have become to me real enemies.”—Matt. 5:44; Amos 5:15; Ps. 139:21, 22.")

15.9.1980 S. 8:

"Wir sollten sogar diejenigen hassen, die zeigen, daß sie Jehova und das Gute [Anm.: Die WTG und ihre Direktiven] vorsätzlich hassen. David drückte dies einst so aus: „Hasse ich nicht die, die dich, o Jehova, aufs tiefste hassen, und empfinde ich nicht Ekel vor denen, die sich gegen dich auflehnen? Mit vollendetem Haß hasse ich sie gewißlich. Sie sind mir zu wirklichen Feinden geworden“ (Ps. 139:21, 22). Wir hassen sie … in dem Sinne, daß wir sie meiden, wie man Gift oder eine giftige Schlange meiden würde, denn sie können uns in geistiger Hinsicht vergiften."

Hier werden de facto alle Personen, die sich nicht WTG-Dogmen und -direktiven  unterordnen, mit Gottesfeinden und gefährlichen Giftschlangen auf die gleiche Stufe gestellt. Vgl. dies mit dem "Gift-" und "Pornographie"-Vergleich betreffs der Schriften "Abgefallener" unter "Abfallen; Abgefallene".

1.11.1994 S. 20 Abs. 20:

"Es gibt allerdings auch Fälle, in denen ein Diener Jehovas kein Erbarmen zeigen darf. (Vergleiche 5. Mose 13:6-9.) Für einen Christen kann es zu einer echten Prüfung werden, mit einem engen Freund oder einem Verwandten, der ausgeschlossen wurde, „keinen Umgang mehr ... zu haben“. In einem solchen Fall ist es wichtig, Gefühlen des Mitleids nicht nachzugeben (1. Korinther 5:11-13)."

Gemäß dem "Wachtturm" vom Juni 2016 zweiter "Studienartikel" S. 15 Abs. 15 wünscht die WTG, dass "Zeugen Jehovas" "Ausgeschlossene" als tot betrachten:

"Eine Schwester in Südafrika sagte: „Als mein Bruder ausgeschlossen wurde, war es so, als wäre er gestorben.“"

Solche Aussagen können nur noch als bar jeglichen biblisch/christlichen Geistes bewertet werden und als Beweis des völligen Fehlens von echtem Christentum. Sie zeigen einerseits, welch panische Angst die WTG vor Menschen hat, die ihrem ungeheuerlichen Anspruch, die "Einzig richtige Religion" zu sein, die Stirn bieten; andererseits, auf welch totalitär/gedankenpolizeiliche Weise die WTG versucht, ihre Anhänger zwecks leichterer Manipulierbarkeit sozio/gruppendynamisch zu homogenisieren und gegen sog. "kritisches Denken 'Abgefallener / Abtrünniger' und 'Außenstehender'" zu inokulieren. Man vergleich dies mit den "Widerwillen gegen Ungläubige"-Hetzparolen im Koran, siehe "Ungläubige".

Mehr betreffs des offenen Aufrufes zu Hass gegenüber "Abtrünnigen" seitens der WTG sowie ihrer Hetze gegen, und Verunglimpfung von Dissidenten auf der Grundlage fehlerhafter Anwendung biblischer Inhalte siehe "Abfallen; Abgefallene", auch was den "theologischen Irrtum" der Gleichsetzung von im AT berichteten Vorgehensweisen Gottes mit heutigen WTG-Direktiven betrifft.

Ausharren

Aktionismus
Biblisch/umgedeutet

Ertragen von Schwierigkeiten, Prüfungen, Versuchungen sowie von "Verfolgung", die laut WTG "vom Teufel stammen" und sich sehr oft aus einem rigiden und strikten  Befolgen von nicht-bibelgestützten WTG-Dogmen und -Direktiven ergeben. Sehr oft handelt es sich hierbei um völlig unnötige, hausgemachte Schwierigkeiten oder Nöte, die vermieden werden könnten, wenn seitens der WTG nicht "über das, was geschrieben steht" (1Kor 4,6) hinausgegangen werden würde. Vgl. "Verfolgung".

Ausschluss

Dogma

Exkommunikation. Siehe "Gemeinschaftsentzug".

Außenstehender

Abwertend

Nicht-Zeuge Jehovas; "Weltmensch"; oft fälschlich als "Ungläubiger" bezeichnet, ungeachtet seiner religiösen Ausrichtung.

Betreffs der Einstufung von "Außenstehenden" innerhalb der möglichen Stufen von WTG-"Unterordnungs"-Graden siehe "Anerkannter Mitverbundener".

Laut WTG-Anwendung von 2Kor 6,14-16 bedeutet jeglicher unnötige Kontakt zu "Außenstehenden", sich willentlich in "schlechte Gesellschaft" zu begeben und mit "Belial", d. h. Satan, Gemeinschaft zu pflegen, womit man Gott  ungehorsam ist, was zum einen als arrogante Anmaßung und widerchristliche Verunglimpfung aller Nicht-Zeugen Jehovas gewertet werden muss, zum anderen Erfahrungen in aller Welt widersprechen, gemäß denen viele aktiv mit der WTG verbundene "Zeugen Jehovas" "schlechtere Menschen" als viele Nicht-Zeugen Jehovas ("Ungläubige", "Weltmenschen") sind.

Auf der Webseite "wo-ist-gott.info" findet sich folgende zutreffende und ausgeglichene Darstellung, die in scharfem Gegensatz zum extremen Autozentrismus der WTG mit ihrem ausschließlich auf-sich-selbst-Fokussiertsein und ihrer Selbstverliebtheit steht und die ihre Behauptung, nur unter "Jehovas Zeugen" gebe es echte Liebe und Brüderlichkeit und nur sie seien die "Einzig richtige Religion" ad absurdum führt:

"Was wir … häufig übersehen ist, dass es auf unserer Erde auch viele Menschen gibt, die für ihre Mitmenschen viel Gutes tun

Viele Menschen arbeiten in karitativen Einrichtungen. Es gibt verschiedene Spendenaktionen an denen sich viele Menschen beteiligen, um anderen Menschen die in Not sind zu helfen. Der Nachbar mäht für die alte Dame von nebenan den Rasen. Viele Menschen sind politisch aktiv, um eine bessere Welt zu schaffen. Einige Menschen leben das Motto jeden Tag eine gute Tat vollbringen. Menschen sind in Jugendorganisationen tätig, um den Jüngeren eine Hilfe zu sein. Viele Mütter und Väter erziehen mit viel Liebe ihre Kinder, und möchten dass Sie später einmal ein gutes Leben führen können. Menschen kümmern sich um Obdachlose und kranke Menschen, ohne dass sie dafür bezahlt werden. Jeden Tag wird auf dieser Erde viel Gutes getan.

Dass viele Menschen Gutes tun ist sehr wichtig für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Die stärkeren Menschen helfen den Schwächeren."

"Der Wachtturm" vom 15.8.2015 enthält betreffs der WTG-Anweisung an ihre Befehlsempfängerherde, nur mit "Treuen 'Zeugen Jehovas'" zu verkehren, im vierten "Studienartikel" auf S. 25 Abs. 7 ein Musterbeispiel für rabulistische Irreführung vermittels Usurpieren und Umdefinieren sowohl biblischer als auch ethischer Begriffe, gemäß der jeder Nicht-"Zeuge Jehovas" ("Weltmenschen", siehe daselbst) automatisch ein gottloser, unmoralischer "Ungläubiger" und damit "Schlechte Gesellschaft / Schlechter Umgang" ist  – erläuternde Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck eingefügt:

"Natürlich sind wir auch zu Menschen freundlich, die Gottes Gesetze [= die Anweisungen der WTG] nicht befolgen. Dennoch freunden wir uns nicht mit ihnen an. Für einen ledigen Zeugen Jehovas wäre es daher falsch, sich auf eine feste Freundschaft mit jemand einzulassen, der kein treuer  getaufter Diener Gottes [= kein der WTG verpflichteter Befehlsempfänger] ist und Jehovas hohe Maßstäbe [= die Organisationsrichtlinien der WTG] nicht einhält. Jehova [= der WTG] treu [= der WTG kritiklos im Kadavergehorsam untergeben] zu bleiben ist weit wichtiger, als bei solchen beliebt zu sein, die nicht nach seinen [= der WTG] Gesetzen leben. Wir sollten also nur Freunde haben, die Gottes Willen [= den Willen der WTG] tun. Jesus sagte ja: „Wer immer den Willen Gottes tut, dieser ist mir Bruder und Schwester und Mutter“ (Mar. 3:35). [= Wer immer alle Direktiven der WTG  sklavisch  ergeben und unterwürfig  befolgt, ist laut WTG ein 'Wahrer Christ' ]".

Abgesehen von der arroganten und krass verdrehenden Behauptung, nur "Zeugen Jehovas" seien "gute Menschen" und "Wahre Christen", und nur sie hielten sich an Gottes Gebote, wird hier die Tatsache völlig unterschlagen, dass laut Aussage und Beobachtung vieler Menschen aus aller Welt die "schlimmsten Personen, die ihnen jemals begegnet sind, 'Zeugen Jehovas'" waren, siehe "Geistiges Paradies"; "Liebe".

Im "Wachtturm" vom 15.2.2008 S. 27 schürt die WTG gegenüber allen "weltlichen Außenstehenden" Nicht-"Zeugen Jehovas" Angst und Mißtrauen, indem sie diese in Bausch und Bogen mit den "bösartigen, gefährlichen, schmutzigen und unmoralischen Baalsanbetern Kanaans", die die Israeliten von der Anbetung JHWHs abspenstig machten, gleichsetzt:

"Als die Israeliten die ersten Kontakte mit den Bewohnern des Landes der Verheißung bekamen, hatten sie wahrscheinlich nicht vorgehabt, sich auf den Baalskult und die damit einhergehenden Ausschweifungen einzulassen. Und doch führte ihr Umgang mit ihnen genau dazu. Können wir uns nicht ebenso böse Folgen ausrechnen, wenn wir uns auf Freundschaften mit Menschen einlassen, die zwar nett sein mögen, aber nicht den gleichen Gott anbeten wie wir und auch nicht die gleichen Werte oder Prinzipien haben? Natürlich hat man auf dem Arbeitsplatz, in der Schule und womöglich auch in den eigenen vier Wänden nicht nur mit Glaubensbrüdern zu tun. Aber die Erfahrung, die die Israeliten machten, lehrt uns, dass Schwierigkeiten geradezu vorprogrammiert sind, wenn man den Umgang mit Personen, die Jehova nicht anbeten, förmlich sucht. In der Bibel steht die unumstößliche Tatsache: „Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“ (1. Kor. 15:33).

Eine solch krass simplifizierende Behauptung, nur weil jemand nicht ein der WTG verpflichteter "Zeuge Jehovas"-Befehlsempfänger ist, sei er/sie automatisch ein "schlechter, unmoralischer Mensch" und "Schlechte Gesellschaft" ist genauso irreführend wie die Aussage, alle "Zeugen Jehovas" seien samt und sonders die "liebsten", edelsten und hochstehendsten Menschen auf der Welt. Beide Aussagen können wie o. a. auf der Grundlage zahloser Erfahrungen in aller Welt ad absurdum geführt werden.

Laut WTG-Doktrin der "Ewigen Vernichtung" werden alle "Außenstehenden", also alle Menschen, die zum Zeitpunkt des Eintreffens des göttlichen Strafgerichts von "Harmagedon" (immer noch) keine "Zeugen Jehovas" und damit keine gehorsamen  Befehlsempfänger der WTG geworden sind, für immer "vernichtet".

Betreffs der WTG-Anweisung, alle Nicht-"Zeugen Jehovas" ("Ungläubige"; "Weltmenschen") als potentiell gefährliche "Feinde" und hochgradig "Schlechte Gesellschaft" anzusehen und sie aufs Entschiedenste abzulehnen siehe "Welt". Vgl. auch mit "Aufrichtig; aufrichtige Menschen".

Autorität

Dogma
Organisatorisch

Siehe "Göttliche Autorität".

B

Babylon die Große

Abwertend
Biblisch
Dogma

Auch "Groß-Babylon" genannt. In der Offb Bezeichnung für eine gottfeindliche Entität. Laut WTG das "Weltreich der 'Falschen Religion'", die – gestützt auf Offb 17,1 und 19,2 – auch als "Die große Hure" bezeichnet wird. In WTG-Doktrin Synonym für alle Nicht-Zeugen Jehovas-Kirchen, Glaubensrichtungen und -Systeme, die laut WTG  Gott ein Gräuel sind und von ihm "Bald" vernichtet werden: Allem voran sämtliche christlichen Kirchen mit ihrer von der WTG besonders geschmähten Geistlichkeit, sodann Islam, Buddhismus, Hinduismus, Judentum, etc., aber auch Philosophie und Esoterik.

Die WTG unterscheidet zwischen dem ihrer Meinung nach in 1919 (siehe daselbst) stattgefundenen "Fall", sowie der von ihr postulierten, nach der "Großen Drangsal" stattfindenden "Vernichtung" "Groß-Babylons".

In ihrer aggressiven, doch völlig an den Haaren herbeigezogenen, frei erfundenen und den Kontext gänzlich ignorierenden Auslegung von Sach 13,4-6 behauptet die WTG, nach der "Vernichtung" "Babylons der Großen" würden religiöse Führer derselben sich zu "verstecken" versuchen:

"Bedeutet die Vernichtung von Babylon der Großen auch den Tod aller ihrer früheren Anhänger? Anscheinend nicht. Der Prophet Sacharja beschrieb unter Inspiration diese Zeit. Über jemand, der einst Teil der falschen Religion war, heißt es: … Wie es scheint, werden sogar einige der Geistlichen es leugnen, jemals religiös oder ein Teil der falschen Religion gewesen zu sein."

Obgleich die WTG selbst sich dieser ihrer Annahmen offenbar nicht sehr sicher ist, wie die Verwendung von "Anscheinend nicht" und "Wie es scheint" belegt, kann sie es dennoch nicht unterlassen, diese vitriolischen, gegen andere Religionen gerichteten Hetzparolen auszugeben, nur um ihre schwarzweißmalerische "Wir die Guten gegen die Bösen dort"-Doktrin zu bekräftigen. Siehe auch "Geistlichkeit (der Christenheit)".

Theologische Kommentare betrachten diese Prophezeiung als auf das "messianische Zeitalter" ab Jesus Christus bezogen; konkret auf die Tatsache, dass nach dem Tod und der Auferstehung  Jesu Christi die altisraelitische Institution des Prophetentums, wie auch das Priestertum, obsolet wurde, siehe Mat 21,43; 23,37.38; Kol 2,14. Für eine spätere "eschatologische" Erfüllung, z. B. während einer heutigen "Zeit des Endes", wie von der WTG propagiert, liegt also im innerbiblischen Rahmen keinerlei Anhaltspunkt vor.

WTG-Auslegung, selbst die "einzig richtige / einzig wahre Religion" und als einzige kein Teil des bösen, satanischen, "hurerischen" Weltreligionssystems zu sein, ist maßlos arrogant, anmaßend, überheblich und egozentrisch/narzisstisch/solipsistisch/omphaloskeptisch; keine einzige heutige Religionsorganisation ist von Gott inspiriert und unfehlbar und kann für sich beanspruchen, die einzig wahre zu sein. Dieser maßlose Anspruch der WTG muss als blasphemische Selbstüberhebung eingestuft und im Lichte von Mat 23,12 gesehen werden: "Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden"; vgl. auch Spr 11,2; 16,18; 18,12.

Babylonisches Exil

Biblisch

Vorchristliche Zeit der Gefangenschaft des "Alten Israel" in Babylon, nach der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier.

Die WTG legt den Beginn dieses Exils auf 607 v. Chr., Historiker und Theologen jedoch auf 587, worüber großer Dissens besteht. Das Jahr 607 v. Chr. ist seitens der WTG nötig, um ihre "1914"-Doktrin aufrechterhalten zu können, nach welcher die in Dan 4 erwähnten "Sieben Zeiten" von 607 v. Chr. bis 1914 A. D. dauern. Siehe "1914".

Gemäß ihrer "Doppelte Erfüllungs"-Doktrin behauptete die WTG bis 2016, die Babylonische Gefangenschaft des "Alten Israel" "schatte" die Zeit von 1918-19 "vor", in der das damalige oberste WTG-Zentralkomitee aufgrund der im siebten Band der "Schriftstudien"-Reihe enthaltenen demagogischen Hetze in der Bundesstrafanstalt in Atlanta/Georgia inhaftiert war. Die in 1919 erfolgte Freilassung des WTG-Zentralkomitees wird als "Neuzeitliche  Wiederherstellung der 'Wahren Anbetung'" und "Geburt der 'Neuen Nation'" gefeiert.

Im "Wachtturm" vom März 2016 auf S. 28-31 präsentiert die WTG unter "Fragen von Lesern" "Neues Licht" betreffs ihrer "Gegenbildliche Erfüllung"-Doktrin hinsichtlich der "Babylonischen Gefangenschaft des Volkes Gottes":

"Wann wurde Gottes Volk von Babylon der Großen gefangen gehalten? Diese geistige Gefangenschaft dauerte vom 2. Jahrhundert bis 1919."

Als "Beleg" für diese neue Auffassung wird u. a. auf die Tatsache verwiesen, dass die verdorrten Gebeine aus der Hes 37-Vision "(ganz) verdorrt" waren und deshalb "diejenigen, von denen die Gebeine  stammten, schon sehr lange tot [gewesen] sein mussten" sowie, "dass diese Gebeine „das ganze Haus Israel“ darstellen; in der größeren Erfüllung bezieht sich die Prophezeiung auf das „Israel Gottes“ (Gal. 6:16; Apg. 3:21)". Weder Gal 6,1 noch Apg 3,21 geben auch nur einen Hauch einer Grundlage für die willkürliche Hypothese, die Gebeine stellten ein von der WTG postuliertes "Israel Gottes", also die Gesamtheit der von ihr akkreditierten "Gesalbten" mit "Himmlischer Hoffnung" dar. Das Zum-Leben-Kommen der Gebeine deutet die WTG als "sehr passende Beschreibung der geistigen Auferweckung des Volkes Gottes, die in den Ereignissen des Jahres 1919 den Höhepunkt bildete." Eine Begründung dafür, weshalb diese Beschreibung "sehr passend" sein soll, bleibt die WTG schuldig.

Babylonische Gefangenschaft

Biblisch

Siehe "Babylonisches Exil".

Bald

Dogma
Worthülse

"Magisches", immer wiederkehrendes "Mantra"-Wort in WTG-Literatur und -"Belehrung", um die"unmittelbare Nähe" des von allen "Zeugen Jehovas" so sehr herbeigesehnten "Endes dieses Systems" pausenlos und über die Jahrzehnte hinweg gleichbleibend zu beschwören, um das "Dringlichkeitsbewusstsein" auf seiten von "Jehovas Zeugen" auf permanentem Hochdruck und in äußerster Daueranspannung zu halten und die "Herde" dadurch auf der Grundlage der Furcht, nicht "Genügend" zu tun, zu nicht nachlassendem, hektisch/panischem Daueraktionismus im Abarbeiten des ihnen von der WTG als den "Willen Gottes" auferlegten Forderungenkatalogs zu halten, allem voran der von der WTG  in Tunnelblickmanier zur alles überragenden "Heiligen Kuh" hochgejubelte "Haus-zu-Haus - Predigtdienst". Siehe auch "Blutschuld"; "Wächterverantwortung".

Variationen: "Schon bald"; "Sehr bald"; "Doch bald"; "In der nahen Zukunft"; "In Kürze"; "Ist nahe"; "In greifbarer Nähe"; "Steht (kurz) bevor" u. a. Beispiele (nur "Stichproben"; Liste ist nicht vollständig) – man beachte die Bezugnahmen auf angeblich "belegende" Bibeltexte, so, als ob diese einen "biblischen Beweis" der vorgebrachten Behauptung lieferten, obgleich diese Verse nichts in dieser Hinsicht beinhalten, siehe das Verzeichnis von der WTG fragwürdig oder falsch angewandter Schriftstellen am Ende dieses Glossars:

Liederbuch Lied 30 zweite Strophe - dieses Lied wird bereits seit mindestens 1969 (!) gesungen:

"Seht! Gottes Reich ist schon da und Harmagedon ist nah.

Bald werden Satans Systeme vergehn."

Kommentar des "Tagestextes" vom 13.7.2016:

"Gegen Ende der großen Drangsal, die kurz bevorsteht, …"

… vom 28.10.2015:

"Dies [der WTG  falsche Erklärung betreffs 'Diese Generation'] sollte uns in der Überzeugung bestärken, dass nur noch wenig Zeit verbleibt, bis der König des Reiches Gottes die Bösen vollständig beseitigt und eine gerechte neue Welt herbeiführt (2. Pet. 3:13). w14 15. 1. 5:15, 16"

Zitate aus "Der Wachtturm":

September 2016 zweiter "Studienartikel" S. 10 Abs. 9:

"Wir leben kurz vor dem Ende des bösen Systems der Dinge und müssen deshalb unbedingt an unserer sicheren Hoffnung [= phantastische WTG-Versprechungen] festhalten."

August 2016 dritter "Studienartikel" S. 16 Abs. 10:

"Schon bald werden Christus und die heiligen Engel die gegenwärtige böse Welt  vernichten. Jehovas Wagen nähert sich also schnell der Rechtfertigung  seiner Souveränität und der Heiligung seines Namens."

Juli 2016 erster "Studienartikel" S. 8 Abs. 6:

"Da wir uns dem Ende des gegenwärtigen Systems nähern, …"

März 2016 S. 21 Abs. 15:

"… direkt vor uns liegt eine Drangsal, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat …"

Februar 2016 S. 18:

"Immerhin verspricht uns Jehova, das gegenwärtige böse System bald zu vernichten und die neue Welt herbeizuführen."

Januar 2016 S. 8 und 9 Abs. 3,4 und 8:

"… [wir] sollten uns alle darüber im Klaren sein: Bald werden wir vor unserer größten Glaubensprüfung stehen! - Wie können wir uns besser auf das vorbereiten, was so kurz bevorsteht? - Schon bald werden die Winde der größten Drangsal aller Zeiten losgelassen werden … "

15.12.2015 S. 13 Abs16:

"Bald wird die Erde „bestimmt erfüllt sein mit der Erkenntnis Jehovas, wie die Wasser das ganze Meer bedecken“(Jes. 11:9)."

15.11.2015 S. 24 Abs. 13; S. 25 Abs. 20:

"Bald wird Gott die böse Welt von heute in der „großen Drangsal“ vernichten (Mat. 24:21; lies Jeremia 25:32, 33)." – "Doch bald werden der Teufel, seine Dämonen sowie alle rebellischen Menschen von der Bildfläche verschwunden sein."

15.8.2015 S. 14 Abs. 2; S. 15 Abs. 4; S. 17 Abs. 14; S. 18 Abs. 17; S. 26 Abs. 10; S.28 Abs. 19:

"Durch das messianische Königreich wird Jehova bald alles Leid beenden … – Die Bibel sagt deutlich, mit welcher Einstellung wir auf die [nahe bevorstehende] (steht nicht in der deutschen Ausgabe, doch im Englischen steht hier zusätzlichimpending“) Vernichtung des gegenwärtigen Systems der Dinge warten sollten. – …das Ende aller Dinge [hat sich] genaht … – Das Ende des bösen Systems muss … nahe sein. Wir sollten daher nicht annehmen, es müsste noch viel Zeit verstreichen … Das Ende dieses Systems ist nicht mehr weit. – Bald wird Satans Welt zerstört. … (1. Joh. 2:17). – Wir können das Ende des bösen Systems überleben und Jehovas gerechte neue Welt erleben, die sehr nahe ist … "

15.7.2015 S. 13; S. 15 Abs. 3:

"Und schon bald werden wir alle gemeinsam altern, ohne dabei Schmerzen und Beschwerden zu haben." – "Was wird bald auf uns zukommen? … Schon bald wird sich jeder von uns in einer ähnlichen Lage [wie die ersten Christen in Jerusalem in A. D. 66] befinden. … (Mat. 24:3, 21, 29)."

1.7.2015 S. 16:

"Schon bald werden auf der Erde nur noch glückliche Menschen leben, Menschen, die gerne auf Gott hören. (Lesen Sie bitte Psalm 37:9-11.)"

15.11.2014 S. 4 Abs. 7:

"Bald wird [Jesus] die Erde von allem Bösen befreien und sie in ein Paradies verwandeln, in dem Menschen für immer leben werden (Luk. 23:43)."

15.8.2014 S. 10 Abs. 22:

"Bald werden treue Männer und Frauen die Erde in ein Paradies verwandeln und Millionen Auferstandenen erklären, was Jehova alles vorgesehen hat."

15.2.2014 S. 8. Abs. 1

"Bald wird der Bräutigam mit der Braut vermählt. … "die Hochzeit des Lammes ist gekommen … "(Offb. 19:6, 7)."

15.11.2013 S. 11 Abs. 8,9:

"Bald wird Jehovas Gericht ganz plötzlich über diese Welt hereinbrechen. … Lies 1. Thessalonicher 5:1-3. In der nahen Zukunft werden die Nationen „Frieden und Sicherheit!“ ausrufen."

15.10.2013 S. 25 Abs. 19:

"Bald wird sich Jehova noch einmal einen großen Namen machen … (Hes. 38:23)."

15.6.2013 S. 23:

"Bald wird Jesus den Teufel samt dieser ungehorsamen Geistwesen binden und in den Abgrund werfen (Luk. 8:30, 31; Offb. 20:1-3)."

1.6.2013 S. 16:

"Und bald wird auf der ganzen Welt Frieden herrschen. (Lesen Sie Jesaja 2:3, 4; 54:13.)"

15.12.2012 S. 28 Abs. 18:

"Und bald wird [Jesus Christus] „seinen Sieg vollenden“ (Offb. 6:2)."

15.12.2012 S. 20 Abs. 7:

"Bald wird Christus von seiner Autorität Gebrauch machen und das böse System des Teufels  vernichten. … (Lies Offenbarung 21:1-5.)"

15.10.2012 S. 22 Abs. 2:

"Bald wird die Tausendjahrherrschaft Jesu Christi beginnen … (Offb. 20:6)."

15.9.2012 S. 20 Abs. 9:

"Bald wird [Jesus] zur Tat schreiten und Satans System  beseitigen."

15.8.2012 S. 15 Abs. 16:

"Bald wird Gottes Königreich die einzige Regierung über die Erde bilden."

15.6.2012 S. 18 Abs. 17:

"(Lies Offenbarung 17:16, 17.) Bald wird [Jehova Gott] die politischen Elemente von Satans System, vertreten durch die Vereinten Nationen, dazu bringen, die falsche Religion anzugreifen."

15.5.2012 S. 21Abs. 18:

"Bald wird Jehova dem bösen System der Dinge ein Ende machen. … (1. Thes. 5:1; 2. Pet. 3:3, 4)."

15.3.2012 S. 11 Abs. 8:

"Bald wird über diejenigen, die nicht auf die gute Botschaft hören, ein Strafurteil gefällt. … (2. Thes. 1:8, 9)."

15.1.2012 S. 12 Abs. 16:

"Und bald wird er seinen Sohn dazu befähigen, Millionen und Abermillionen von Menschen aus einem Gefängnis herauszuholen, aus dem es eigentlich kein Herauskommen gibt: dem Tod (Joh. 5:28, 29)."

15.8.2011 S. 16 Abs. 20:

"Bald wird Christus seine Feinde  vernichten … (Ps. 2:8, 9; 45:1-6)."

1.6.2011 S. 8:

"Bald werden auf der Erde nur noch Menschen leben, die von der Erbsünde und damit auch von allen egoistischen Neigungen befreit sein werden (Jesaja 11:9)."

15.12.2010 S. 16 Abs. 2; S. 20 Abs. 21:

"Bald wird er von seiner Autorität Gebrauch machen und den vergeblichen Versuchen des Menschen, sich selbst zu regieren, ein Ende setzen." – "Bald wird Christus gegen Satans böses System vorgehen."

1.12.2010 S. 5:

"Bald werden durch [Jesus Christus] sämtliche Regierungen abgelöst, und er wird Leid, Bedrückung, Armut, Krankheiten und sogar den Tod aus der Welt schaffen (Daniel 2:44)."

"Erwachet!":

Feb. 2012 S. 12:

"Bald wird Jesus die vollständige Herrschaft über die Erde übernehmen. (Daniel 7:14)"

Aug. 2009 S. 9:

"Bald werden Vorurteile und Diskriminierung der Vergangenheit angehören."

22.6.2005 S. 10:

"Bald werden Ladendiebstahl und alle anderen kriminellen Handlungen der Vergangenheit angehören."

"Unser Königreichsdienst":

Aug. 2011 S. 1 Abs. 3; S. 3 Abs. 4:

"Bald wird Jehova seinen Namen  heiligen (Hes. 36:23)." – "Bald werden alle vernichtet, die eigenen Wünschen nachgehen und es ablehnen, den Willen Jehovas zu tun (1. Joh. 2:17)."

Juli 2011 S. 1 Abs. 2:

"Bald wird Jehova aus Mitleid mit seinen Dienern alles Böse beseitigen und eine gerechte neue Welt herbeiführen (2. Pet. 3:13)."

"Tagestext" von 2015, 24.4., 18.9., 5.12:

"Bald wird das Urteil an der „großen Hure“ vollstreckt … (Offb. 17:1, 5, 16, 17; 19:1, 2)." – "Bald wird sich Jehova noch einmal einen großen Namen machen … (Hes. 38:23)." – "Bald wird Jehovas Gericht ganz plötzlich über diese Welt hereinbrechen."

"Gottes Königreich regiert!" von 2014 S. 27:

"Bald wird Jesu Königreich die ganze Erde zu seinem buchstäblichen Staatsgebiet machen (Ps. 72:8)."

"Gute Botschaft"-Broschüre von 2012 S. 9, 26

"Bald wird Jesus seine Macht als König einsetzen, um alles Leid und die dafür Verantwortlichen zu beseitigen. … Lesen Sie Psalm 37:9-11. Bald wird Gott allen Religionen, die Menschen täuschen und unterdrücken, ein jähes Ende bereiten. – Lesen Sie Offenbarung 17:1, 2, 5, 16, 17; 18:8."

"Jahrbuch" von 2011 S. 4:

"Bald wird Jehova durch seinen Sohn „die Werke des Teufels abbrechen“ (1. Joh. 3:8)."

"Höre auf Gott und lebe für immer"-Broschüre von 2011 S. 10:

"Bald wird er die Toten wieder zum Leben bringen."

--------------------- Zeitsprung zu 2001---------------------

"Der Wachtturm":

15.7.2001 S. 22:

"Bald wird ‘Rache an denen geübt, die Gott nicht kennen, und an denen, die der guten Botschaft nicht gehorchen’ (2. Thessalonicher 1:6-10)."

1.3.2001 S. 20 Abs. 16:

"Doch bald wird [Jehova] seine Hand zum letzten Mal gegen Satans Welt ausstrecken … (1. Johannes 5:19)."

15.11.2000 S. 7:

"Sehr bald wird sich auch die Bitte erfüllen, daß Gottes Königreich kommt und sein Wille auf der Erde geschieht (Matthäus 6:10)."

"Erwachet!"

22.12.2001 S. 12 Bildunterschrift:

"Bald wird sich jeder über nahrhafte, gesunde Nahrung im Überfluß freuen."

8.6.2001 (Bald Gesundheit für alle) S. 9, 10:

"Bald wird Gott seinen messianischen König, Jesus Christus, beauftragen, sich der Angelegenheiten der Menschenwelt anzunehmen. … (Jesaja 33:24)."

8.3.2001 S. 14:

"Bald wird Jehova alle Waffen beseitigen und Kriegen sowie denjenigen, die Kriege unterstützen, ein Ende machen … (Offenbarung 11:18)."

22.2.2001 S. 14:

"Schon bald wird Gottes Königreich die Herrschaft über die Erde übernehmen. … (Psalm 72:12-14; 2. Petrus 3:13) … (Jesaja 33:24)."

22.11.2000 S. 12 Bildunterschrift:

"Bald wird unsere Erde ein Paradies werden."

"Jesaja"-Buch Band 2 von 2001 S. 26 Abs. 21; S. 37 Abs. 12; S. 274 Abs. 26; S. 384 Abs. 26:

"Bald wird Gott nach der Vernichtung seiner Feinde die ganze Erde in das buchstäbliche Paradies umgestalten lassen, das Jesus dem Übeltäter am Pfahl verhieß (Lukas 23:43)." – "Sehr bald wird der inthronisierte König, der auferweckte Christus Jesus, ‘Rache üben an denen, die Gott nicht kennen’ (2. Thessalonicher 1:6-9; Offenbarung 16:14-16)." – "Bald wird jedoch nicht mehr zugelassen, dass [die Bösen] den Frieden der Gerechten stören. (Psalm 37:10, 11, 29)." – "Bald wird Jehova seinen ruhmreichen Namen heiligen, indem er alle Gegner vernichtet (Psalm 83:17, 18)."

"Jesaja"-Buch Band 1 von 2000 S. 21 Abs. 24; S. 283 Abs. 25:

"Bald wird die Welt die Schlacht von Harmagedon erleben (Offenbarung 16:14, 16)." – "Bald wird das Ende der Welt Satans kommen. … (Zephanja 2:3)."

"Freund Gottes"-Broschüre von 2000 S. 8:

"Bald wird Gott die Erde in ein Paradies umgestalten."

--------------------- Zeitsprung zu 1991---------------------

"Der Wachtturm":

15.9.1991 S. 8:

"Bald wird das „Königreich [Gottes] . . . alle diese [irdischen] Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“ (Daniel 2:44)."

1.9.1991 S. 7:

"Doch bald wird dies [Weltweiter Frieden und Sicherheit] Wirklichkeit werden."

1.6.1991 S. 15 Abs. 22:

"Bald wird [Jehova] seine Prophezeiung verwirklichen ..., was sich für die Christenheit katastrophal auswirken wird."

15.3.1991 S. 13 Abs. 23:

"Bald wird, so wie es dem glorreichen Wagenlenker entspricht, alles zur Herrlichkeit gebracht werden."

1.3.1991 S. 25 Abs. 22:

"Bald werden die Nationen meinen, sie würden Frieden herbeiführen — ohne Jehova. Doch wenn sie sagen: „Frieden und Sicherheit!“, wird plötzliche Vernichtung über all diejenigen kommen, die nicht in Frieden mit Gott sind (1. Thessalonicher 5:3)."

"Erwachet!" 8.1.1991 S. 14; S. 27:

"Bald wird Gott Schritte unternehmen, um das [die Erde reinigen] zu verwirklichen. – Bald wird die Menschheit unter Gottes himmlischer Regierung ihre Ressourcen vernünftig einsetzen."

--------------------- Zeitsprung zu 1981---------------------

"Der Wachtturm":

15.10.1981 S. 7:

"Bald wird Christus dem kommunistischen „König des Nordens“ und dem nichtkommunistischen „König des Südens“ ein Ende bereiten."

15.8.1981 S. 29:

"Doch bald wird eine Änderung eintreten. Die Zeit ist nahe herbeigekommen, wo der auferstandene Jesus Christus Satan und dieser schlechten Welt ein Ende bereiten wird."

"Erwachet!":

8.11.1981 S. 10; S. 15:

"Bald wird Gott eine neue Ordnung der Dinge errichten, durch die alle Probleme derer, die ihn lieben, gelöst werden. – Bald wird Gott die heutige Gesellschaft, die „ohne natürliche Zuneigung“ ist, durch eine Neue-Welt-Gesellschaft ersetzen."

8.8.1981 S. 10:

"Bald wird die gegenwärtige Welt einer neuen Ordnung weichen müssen, die von Gottes Königreich regiert werden wird."

22.7.1981 S. 4; S.24:

"Bald wird Gott die Tage der Bösen ‘verkürzen’. Er wird zu seiner festgesetzten Zeit, an seinem „Tag des Gerichts“, eine „Vernichtung der gottlosen Menschen“ bewirken. – Bald wird die alte Welt samt ihrer Habsucht verschwinden."

22.5.1981 S. 4:

"Bald werden wir die Vernichtung aller, „die Schädliches treiben“, erleben."

--------------------- Zeitsprung zu 1971---------------------

"Der Wachtturm":

15.3.1971 S. 182 Abs. 33:

"Der Höhepunkt dieses weltweiten Zeugniswerkes steht noch bevor. Es sind jedoch alle Anzeichen dafür vorhanden, daß das den Höhepunkt bildende Ende nahe ist."

1.9.1970 S. 530 Abs. 22; S. 544:

"Bald werden sich Tausende und aber Tausende von Menschen, die ihren unerschütterlichen Glauben an Gott bewiesen haben, des in der Bibel verheißenen Lebens in Jehovas neuer Ordnung erfreuen. — Joh. 17:3. – Die heutigen Weltverhältnisse lassen erkennen, daß ein weltweiter Wechsel kurz bevorsteht, und die Tatsache, daß das siebente Millennium der Menschheitsgeschichte bald beginnt, deutet an, daß der von Kriegen heimgesuchten Menschheit eine Änderung zum Guten bevorsteht. … Doch bald werden die sechstausend Jahre, in denen [Satan] die Menschen als seine Sklaven ausgebeutet hat, enden, und Christi Tausendjahrherrschaft, ein Millennium des Friedens, wird anbrechen."

1.1.1970 S. 16 Abs. 42 (Tausend Jahre Frieden nahen!):

"Bald werden die sechstausend Jahre, in denen er die Menschheit als seine Sklaven ausgebeutet hat, enden, sie werden noch zu Lebzeiten der Generation enden, die, wie Jesus gemäß Matthäus 24:34 vorausgesagt hat, die Weltgeschehnisse seit dem Ende der Zeiten der Nationen im Jahre 1914 bis heute miterlebt hat." (Betreffs dieser Behauptung siehe "Diese Generation".)

"Erwachet!":

22.12.1971 S. 7:

"Bald wird [Gott] das gegenwärtige böse System der Dinge vernichten, aber alle, die durch Taten beweisen, daß ihnen der Wille Gottes nicht gleichgültig ist, wird er am Leben erhalten. — 1. Joh. 2:17."

8.9.1971 S. 8 (Artikel, in dem angesichts des "nahen Endes" gegen eine Hochschul-/Universitätsausbildung, siehe "Höhere Bildung", argumentiert wurde):

"Bald wird [die heutige Industriegesellschaft] von Gott, dem Allmächtigen, beseitigt werden. (Spr. 2:20, 21; 1. Joh. 2:17)"

8.4.1970 S. 29:

"Bald werden die gegenwärtigen Systeme der Menschen in Verwirrung und Chaos gestürzt werden, in eine „große Drangsal, . . . wie es seit Anfang der Welt bis jetzt noch keine gegeben hat, nein, noch je wieder geben wird“. (Matth. 24:21)"

(Um eine umfassende Liste mit Belegstellen zu erhalten suche man auf der WTLIB-CD nach "bald wird" und "bald werden" [in Anführungszeichen].)

Andere gleichsinnige Wendungen, die eine "unmittelbare Nähe des Endes" suggerieren und damit ein hochgespanntes, nie nachlassendes "Dringlichkeitsbewusstsein" erzeugen und zu hektisch/panischem Aktionismus führen sollen:

"Der Wachtturm" vom Juni 2016:

Zweiter "Studienartikel" S. 13 Abs. 8:

"Wir nähern uns heute der neuen Welt…"

Dritter "Studienartikel" S. 21 Abs. 14; S. 22 Abs. 20:

"Wir stehen an der Schwelle zur verheißenen neuen Welt. … die kommende große Drangsal (Engl.: the great tribulation just ahead) durchzustehen…"

Vierter "Studienartikel" S. 24 Abs. 4:

"[Der Teufel] weiß, dass ihm nur noch wenig Zeit bleibt…"

Siehe auch "Dringlichkeit; Dringlichkeitsbewusstsein".

Bauregion

Organisatorisch

Unter WTG-Landesaufsichtszentralleitung organisierter regionaler Freiwilligentrupp von Handwerkern und Angelernten, die bei Bedarf neue Königreichs- oder Kongresssäle bzw. Zweig- oder sonstige Büros für die WTG bauen oder bestehende renovieren.

Begeisterung; begeistert sein

Aktionismus
Worthülse

Von der WTG allen "Zeugen Jehovas" vorgeschriebene euphorische Empfindung und Gefühlsregung hoher Freude angesichts und i. V. mit allem, was mit ihr zu tun hat, von ihr kommt und von ihr vorgegeben ist. "Zeugen Jehovas" haben "mit Begeisterung" den von ihr zu christlich/göttlichem Gebot erhobenen "Haus-zu-Haus - Predigtdienst" durchzuführen und "mit Begeisterung" allen mandatorisch von ihr vorgeschriebenen Zusammenkünften und Kongressen beizuwohnen, sie müssen "mit Begeisterung" an den Zusammenkünften durch Ausarbeiten und Halten vorgeschriebener "Studierendenansprachen" sowie durch "Kommentaregeben" aktiv teilnehmen, sie müssen "begeistert" bei sämtlichen als "Vorrecht" bezeichneten Freiwilligenaktivitäten wie Reinigung von "Königreichs-" und Kongresssälen, oder auch beim Immobilienschaffen für die WTG mitwirken und sich dabei voll einsetzen etc.

Im "Tagestext" vom 26.6.2016 verordnet die WTG ihrer "Zeugen Jehovas"-Befehlsempfängerherde folgendes:

"Bin ich ein begeisterter Leser unserer Veröffentlichungen?"

Siehe auch das Beispiel der Schwester "Kathy" unter "Predigtdienst", deren "Problem" es war, den von der WTG angeordneten "Predigtdienst" "nicht zu lieben" und hierum solange betete, bis sie ihn "liebte".

De facto läuft diese Vorschrift, eine genau präzisierte Emotion angesichts angeordneter Tätigkeiten zu empfinden, auf absolutistisch/totalitäre Gefühlskontrolle hinaus, wodurch die WTG ein Hauptmerkmal totalitärer Gruppen erfüllt, nämlich Gedanken- und Gefühlskontrolle; vgl. auch "Organisation, die" unter "Merkmale totalitärer Gruppen nach Hugo Stamm". Für Beispiele suche nach allen Stellen dieses Glossars, die die Begriffe "Begeisterung/begeistert" beinhalten.

Belehrung

Worthülse

WTG-Indoktrination ; auch "Schulung" und "Unterweisung" genannt. In WTG-Publikationen, in Ansprachen anlässlich von Versammlungszusammenkünften und Kongressen sowie im Rahmen von Schulungen und brieflich gegebene Instruktionen und Anweisungen betreffs WTG-Doktrin und -Direktiven, die als von Gott  stammend zu betrachten sind. Wird deshalb – in WTG-typischer Selbstherrlichkeit – auch als "Geistige Speise / Speise zur rechten Zeit", "Göttliche Belehrung", "Göttliche Bildung" und als "Die beste Bildung, die es gibt" gepriesen. Die jeweils neueste Version von WTG-"Belehrung" wird "Neues Licht" genannt, siehe daselbst.

Das im Rahmen von WTG-angeordneten "Zusammenkünften" und "Kongressen" in Form von Ansprachen und Vorträgen, sowie des von der WTG zu biblisch/göttlichem Gebot erhobenen "Familienstudiums", des von der WTG eigenmächtig auf den Sockel allerhöchster Wichtigkeiten erhobenen "Predigtdienstes" und anlässlich von "Heimbibelstudien" durchgeführte, streng WTG-reglementierte Übermitteln von WTG-Dogmen und -Direktiven wird "Lehren" genannt, siehe daselbst.

Ihre "Belehrung" (wie auch ihre "Anweisungen", siehe daselbst) wird von der WTG in für sie typischer, anmaßend überheblich/blasphemischer Weise als "Lebengebend" und "Muster gesunder Worte" bezeichnet, siehe jeweils daselbst, und der in ihr enthaltene Stoff als "lebengebende Information" sowie als "Gottes Denkweise" offenbarend, siehe daselbst. Beispiele betreffs WTG-Eigenlobs i. V. mit ihren Verlagsprodukten siehe "Literatur".

WTG-"Belehrung" wird auch als "biblische Belehrung" bezeichnet, wobei hier nicht die Bibel, sondern WTG-Lehre und -Direktiven dargelegt und erklärt, sowie anhand von – zumeist anhand von aus dem Kontext gerissener, und/oder in Rösselsprungmanier willkürlich miteinander verknüpfter – Bibelversen scheinbiblisch begründet werden. Als Beispiel hierzu siehe "1914".

Der im englischen "Wachtturm" verwendete Ausdruck "Bible-based instruction" zeigt bereits an, dass sich WTG-"Belehrung" nicht ausschließlich auf die Bibel beschränkt (die Bibel bildet lediglich die "Ausgangs-BASIS" oder "-Grundlage"), sondern mehr oder weniger weit darüber hinausgeht, in Verletzung der NT-Richtlinien aus 1Kor 4,6; Gal 1,8.9 und 2Joh 9.

Mit Verweis auf 2Kor 10,4.5 und Heb 4,12 behauptet die WTG, wenn man von WTG-Dogmen abweichenden "Falschen Lehren" mit "passenden" Bibeltexten zu Leibe rücke, würden diese wie Kartenhäuser in sich zusammenfallen. Jedoch gibt die Realität ein anderes Bild. Sobald "Zeugen Jehovas" z. B. im Rahmen ihrer "Predigttätigkeit" an biblisch gebildete Menschen geraten, "fallen" sie "auf die Nase" und "beißen sich die Zähne aus", nicht nur aufgrund der biblischen Unbegründbarkeit vieler WTG-Lehren, sondern auch, weil sich vieles in "Theologie und Glauben" eben nicht so simplizistisch/schwarzweiß verhält und in einfache Denkschablonen pressen lässt wie von der WTG behauptet und getan wird; siehe z. B. die Themen "Gott", "Seele", "Tod" u. a.

Aufgrund des totalen, kritiklosen und unbedingten Vertrauens seitens "Jehovas Zeugen" in das "Vom-Geist-Geleitetsein" der WTG, im Verbund mit den im Folgenden dargelegten WTG-Behauptungen gilt jede Lautäußerung der WTG und alles, was sonst noch von ihr kommt (insbesondere "Organisatorische Vorkehrungen", "Dienstzuteilungen" etc.) als absolut richtig und hundertprozentig zuverlässigde facto als von Gott inspiriert, selbst wenn es noch so sehr jeglicher biblischen Grundlage ermangelt oder jeglicher Vernunft widerspricht und offensichtlich falsch und schädlich ist.

"Der Wachtturm" vom 15.10.2015 S. 26 Abs. 10 belegt, wie sich die WTG selbst als Übermittler göttlicher Wahrheit und Gottes Sprachrohr versteht und verstanden wissen möchte:

"Machen wir bei öffentlichen Vorträgen oder Kongressen Notizen? Dann nehmen wir sie doch wieder zur Hand. Sie bieten eine ausgezeichnete Grundlage, über das nachzusinnen, was wir durch Gottes Organisation aus seinem Wort gelernt haben. Auch die Zeitschriften Wachtturm und Erwachet! sowie neue Veröffentlichungen, die wir auf den Kongressen erhalten, liefern uns immer wieder Neues zum Lesen und Nachdenken. Außerdem könnten wir beim Lesen des Jahrbuchs zwischen jeder Erfahrung kurz unterbrechen, bevor wir weiterlesen. So können wir darüber nachdenken und unser Herz berühren lassen. Manche unterstreichen sich in den Veröffentlichungen auch gern Schlüsselgedanken oder machen sich Randnotizen, die sie später bei einem Rückbesuch, Hirtenbesuch oder Vortrag verwenden möchten. Was ist aber der wichtigste Vorteil, wenn wir beim Lesen biblischer  Veröffentlichungen immer wieder innehalten und nachdenken? Zum einen kann das Gelesene tief in unser Herz dringen und zum anderen können wir Jehova im Gebet für all das Gute, das wir lernen, danken."

Dies deckt sich mit dem maßlos selbstherrlichen und krass überheblichen Anspruch der WTG, außerhalb von ihr könne keine "notwendige biblische Anleitung" gefunden werden, siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 15.5.1981 S. 19:

"Wir alle zum Verständnis der Bibel Hilfe brauchen. Wir können die notwendige biblische Anleitung nicht außerhalb der Organisation  des „treuen und verständigen Sklaven“ finden."

Immer wieder weist die WTG ihre Befehlsempfängerherde auf die absolute Notwendigkeit des "Studiums" ihrer "Literatur","Publikationen" und "Veröffentlichungen" als einzige Möglichkeit des "Erkenntnis"-Gewinns und der "Wahrheit hin, siehe z. B. "Der Wachtturm" vom Mai 2016 vierter "Studienartikel" S. 21, wo ein beredtes Beispiel dafür zu finden ist, wie in WTG-"Belehrung" Wahrheit mit Irrtum vermischt wird, um den Anspruch der WTG zu bekräftigen, Gottes  auserwähltes Sprachrohr (Gottes "Kanal") und die "Einzig Richtige Religion" zu sein, die als einzige göttliche Wahrheit verkündet:

Im Abs. 14 wird völlig richtig gesagt: "Durch sein Wort und seinen heiligen Geist hilft uns Jehova, seinen Willen zu erkennen und zu tun.  … Was ist dazu erforderlich? Unter anderem tägliches Bibellesen, das Nachdenken über das Gelesene und die Bitte um heiligen Geist (Luk. 11:13; Gal. 5:22, 23)."

An dieser Aussage gibt es zunächst nichts auszusetzen, solange sie genau auf die tatsächliche Bedeutung der in ihr verwendeten Begriffe eingeschränkgt wird: "Sein Wort" = Gottes Wort, die Bibel in Sinne von "sola scriptura", ohne Hinzufügungen und/oder menschliche "Erklärungen"; "Sein heiliger Geist" = Gottes – und NUR Gottes – Geist.

Nun aber wird im Abs. 15 folgende irreführende Behauptung hinzugefügt – Großdruck sowie Anmerkung in eckigen Klammern und Normaldruck zur Verdeutlichung hinzugefügt:

"Wir müssen die Bibel aber nicht nur täglich lesen [Gottes eigenes Wort allein ist nicht gut genug und reicht nicht], SONDERN SIE AUCH ANHAND UNSERER VERÖFFENTLICHUNGEN STUDIEREN, um Jehovas wunderbare Eigenschaften nachahmen zu können [nur WTG-"Literatur" – nicht die Bibel – kann hierzu befähigen]. Bestimmte Bibeltexte sowie Wachtturm- oder Erwachet!-Artikel [die Bibel allein reicht nicht] können dabei besonders hilfreich sein." Vgl. dies mit dem in den U.S.A. "An alle Kreis- und Bezirksaufseher" vertraulich versandten Brief mit dem Aktenzeichen SCG:SSF vom 1.9.1980 ("…die Lehren Jehovas, so, wie sie vom treuen und verständigen Sklaven dargelegt werden …").

Hiermit offenbart sich die WTG eindeutig als "Falscher Prophet", der behauptet, nur durch ihre Schriften, nur Mithilfe ihrer "Offenbarungen" könnten Menschen "Gott und die Wahrheit erkennen". Im Lichte von Schrifttexten wie 1Kor 4,6 (WTG-Belehrung geht über die Bibel hinaus bzw. fügt zu ihr hinzu); Gal 1,8.9 (Das WTG-"Evangelium" ist etwas anderes als das im NT vermittelte echt christliche); 2Joh 9 (WTG-Lehre weicht von echt biblisch/christlicher Lehre ab) et al. ist ein solcher Anspruch als außerordentlich anmaßend, vermessen und falsch zurückweisen.

Jedoch stellt die WTG die von ihr als "Geistige Speise" in Form ihrer "Literatur" ausgegebenen "Belehrung" nicht nur der Bibel gleich, sondern sogar noch darüber – Beispiele:

"Der Wachtturm" vom 15.5.2015 S. 7:

"Susan ist eine geistig starke Frau. Sie las den Wachtturm und schlug die Bibeltexte auf — und das bei einem Nebenartikel! Das beeindruckte mich sehr und ich dachte mir: „Was für eine geistig gesinnte Frau! " (Anm.: "Der Wachtturm" kommt zuerst; die Bibel ist zweitrangig.)

"Familienglück"-Buch Kap. 10 S. 120-1 Abs. 11:

"Obwohl sie von der Versammlung weit entfernt wohnten, tat die Frau ihr Bestes, um geistig stark zu bleiben, indem sie mit den neusten organisatorischen Informationen sowie mit der geistigen Speise auf dem laufenden blieb, die ihr regelmäßig in Form der Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! zukam. Daraus schöpfte sie die geistige Kraft [Englisch: Dies gab ihr die geistige Stärke], die sie brauchte ..." (Anm.: Die Bibel findet hier keinerlei Erwähnung.)

Vgl. dies mit "Der Wachtturm" vom 15.5.2015 S. 32:

"Wir mussten gegen diese Isolation ankämpfen, indem wir regelmäßig gemeinsam die Schriften der Gesellschaft studierten." (Anm.: Die "Schriften der Gesellschaft" – nicht die Bibel – werden "Studiert".)

Obgleich die WTG, vertreten durch ihr oberstes, "Leitende Körperschaft / Treuer und verständiger Sklave" genannte Zentralkomitee hier und da scheindemütig beteuert, nicht "Inspiriert" zu sein, behauptet sie im "Wachtturm" vom 15.1.1981 S. 17 Abs. 1 und 2 unumwunden, von Gott "Wissen, das andere nicht haben" zu erhalten (mehr hierzu siehe "Neues Licht"), womit sie de facto Anerkennung ihrer Lautäußerungen als "inspiriert" einfordert. Ihr pausenloser Anspruch auf Totalgehorsam gegenüber diesen Anweisungen läuft auf das Gleiche hinaus ("Sind wir den Anweisungen  Gottes und des treuen und verständigen Sklaven gegenüber 'Gehorsam'?"). Weitere Beispiele dafür, dass die WTG ihre Anweisungen de facto als von Gott kommend bzw. als von Gott inspiriert verstanden wissen möchte siehe "Geistige Speise" (Falschauslegung von Ps 32,8: "Gottes eigene Belehrung = WTG-Instruktionen"); "Neues Licht".

Im "Wachtturm" vom 15.7.2011 S. 30 Abs 9 erteilt das oberste WTG-Leitungsgremium allen ihr untergebenen "Zeugen Jehovas" die Anweisung, sich durch die neuesten Versionen ihrer "Neues Licht" genannten Lehroffenbarungen "nicht beunruhigen" zu lassen, also, nichts zu hinterfragen und nichts zu bezweifeln, d. h. das eigene Denken zu unterdrücken und auszuschalten:

"In unserer Zeit kommt es immer wieder vor, dass uns der „treue und verständige Sklave“ biblische Lehren etwas genauer erklärt als bisher. Das braucht uns nicht zu beunruhigen. Im Gegenteil: Es stärkt unser Vertrauen zu diesem Instrument Jehovas, vertreten durch die leitende Körperschaft." – So behauptet das oberste WTG-Zentralkomitee sich selbst betreffend ("Habt keine Angst – alles ist schon in Ordnung!"). Eine Begründung, weshalb dies so sein soll bleibt diese "einfach so"-Behauptung der WTG jedoch schuldig. Vor allem aber verschleiert eine solch hanebüchene und herablassende Behauptung, die Masse der dummen "Zeugen Jehovas"-Schafe verstünde ja ohne die gnadenvollen Erleuchtungen seitens des obersten WTG-Direktoriums ohnehin nichts die Tatsache, dass frühere Lehraussagen schlechter und damit – im Vergleich zu den nunmehr "verbesserten" oder "berichtigten" Versionen FALSCH waren, obgleich die WTG IMMER – ZU JEDER ZEIT – rigoros auf absolutistisch/totalitäre Weise absolute und rückhaltlose Annahme ihrer Aussagen als durch göttliche Lenkung zustande gekommen einfordert, und jegliche Vorbehalte dagegen als "Rebellion", "Ungehorsam" und als zu ahnende, exkommunikationswürdige "Abtrünnigkeit" verteufelt.

Ein von der WTG in den U.S.A "An alle Kreis- und Bezirksaufseher"  vertraulich versandter Brief mit dem Aktenzeichen SCG:SSF vom 1.9.1980 belegt, dass sich das oberste Zentralkomitee der WTG mit grenzenlos anmaßend/überheblicher Chuzpe und Hybris als Gottes Sprachrohr und exklusiv befähigten "Deuter und Ausleger göttlicher Wahrheit" aufspielt, dessen "Geistige Speise" sowie "Neues Licht" genannte Auslegung die einzig wahre, absolut verbindliche und ohne Wenn und Aber als "Wahrheit" anzunehmende und zu befolgende Lehre ist, deren Ablehnung gleichzusetzen ist mit verurteilungs- und strafwürdiger "Rebellion" und "Ungehorsam gegen Gott":

"Wenn … ein getaufter  Christ [Anm.: Ein der WTG durch seine "Hingabe und Taufe" verpflichteter Zeuge Jehovas] die Lehren Jehovas, so, wie sie vom treuen und verständigen Sklaven dargelegt werden [Anm.: Die menschlichen Lehren der WTG] verläßt und damit fortfährt, trotz schriftgemäßer  Zurechtweisung andere Glaubenslehren für wahr zu halten, dann ist er abtrünnig. Es sollten liebevolle Anstrengungen unternommen werden, sein Denken richtigzustellen. Wenn er jedoch nach solchen Anstrengungen weiterhin darin fortfährt, seinen abtrünnigen Ideen Glauben zu schenken und das, was ihm durch die 'Sklavenklasse' dargeboten wird, zurückzuweisen, dann werden angebrachte rechtliche Schritte unternommen."

Siehe auch die Frage B.5 des WTG-Formulars A-8-X Ge 10/15 "BEWERBUNG UM AUFNAHME IN DEN WELTWEITEN ORDEN DER SONDERVOLLZEITDIENER DER ZEUGEN JEHOVAS": "Glaubst du, dass die von Jehova kommende geistige Speise durch den treuen und verständigen Sklaven vermittelt wird, und lebst du gemäß dem, was er lehrt?"

Man beachte die "einfach so"-Behauptung, die "Geistige Speise" genannten, menschlichen, nichtinspirierten und sich ständig wandelnden  WTG-Organisationsdogmen und -Direktiven seien göttlichen Ursprungs, sowie die in eine Frage gekleidete abschließende Anweisung: "Lebst du gemäß dem, was ER [= das oberste WTG-Zentralkomitee – nicht "Gott", "Jesus Christus" oder "Die Bibel"] lehrt?" Für eine weiterführende Analyse dieser Behauptungen und Direktiven siehe "Leitende Körperschaft" sowie "Treuer und verständiger Sklave".

Kennzeichen von, und Techniken in WTG-"Belehrung"

Im Lichte der "ehernen" Richtlinie "Die Lehren Jehovas, SO, WIE VOM TREUEN UND VERSTÄNDIGEN SKLAVEN DARGELEGT" gilt als Basisregel, dass wenn immer in WTG-"Belehrung" von "Der Bibel", "Der heiligen Schrift", "biblischen/schriftgemäßen  Grundsätzen" etc. die Rede ist, gedanklich hinzugefügt werden muss: "… so, wie von der WTG verbindlich ausgelegt, erklärt und interpretiert". Die Bibel dient hier also nur als Alibi und als Vorwand, eigenen Organisationsdirektiven Autorität und Legitimität zu verleihen; Menschenwort steht hier klar ersichtlich über tatsächlichem Gotteswort, in krasser Verletzung der Aussage Pauli in 1Kor 4,6, nicht über das geschriebene Wort Gottes hinauszugehen ("sola scriptura").

Neben dieser eigenzweckdienlichen Usurpation der Bibel zum Durchsetzen  ihrer eigenen Organisationsinteressen ist ein Hauptkennzeichen von WTG-"Belehrung" die irreführend/verdrehende, rabulistisch/WTG-zentrische und WTG-eigenzweckdienliche Umdefinierung positiv besetzter bzw. ethisch/moralischer Begriffe wie z. B. "Ergeben", "Lauter(keit)", "Liebe", "Loyal", "Richtig","Treu", "Opferbereit", "Wahr(heit)" u. a., die WTG-seitig in ihrem Sinne neu besetzt und angewendet werden. Eine weitere Technik ist "Sandwiching", d. h. Einbetten rein menschlicher, WTG-ersonnener Direktiven ohne biblisches Fundament zwischen biblisch, logisch oder allg. begründbare Richtlinien, wodurch WTG-eigene Behauptungen moralisch/ethisch bzw. intellektuell "geadelt" werden, bei gleichzeitigem Verschleiern der Tatsache, dass sie biblische nicht begründet sind, womit unkritischen Lesern entgeht, wie hier biblisch / göttliche Lehre mit rein menschlichen Geboten oder Aussagen vermengt werden. Für Beispiele in WTG-Literatur suche in diesem Dokument nach "Sandwiching".

In ihrer an "Zeugen Jehovas" erteilten "Belehrung" zielt die WTG auf "mind automation" (Denk-Automatisierung) im Sinne einer pawlowschen unbedingten Konditionierung i. V. mit dem kritiklosen und unreflektierten Annehmen sämtlicher ihrer Lautäußerungen als von Gott stammend, sowie dem "Befolgen von Anweisungen" ab; des Weiteren auf das Ausbilden und Pflegen eines "reflexartigen" Zurückweisens von allem, was nicht WTG-willens- oder lehrgemäß ist (präventive Denk-"Inokulation" gegen "Kritisches Hinterfragen" oder sog. "Negatives Denken"); mehr hierzu siehe "Gehorsam; gehorchen; gehorsam sein".

Im "Wachtturm" vom 1.11.1980, Seite 19 erklärt die WTG, dass "Zweifel" – mithin: Nachdenken und analysieren – an der Richtigkeit von jeweils aktueller  WTG-Lehre zu "Abtrünnigkeit" führt und deklariert dies sodann zu "verdammungswürdigem 'Stolz' ":

"Wer also mit seinen Zweifeln so weit geht, daß er abtrünnig wird, schwingt sich zum Richter auf. Er denkt, er wisse es besser als seine Mitchristen und auch besser als der „treue und verständige Sklave[i. e., die "Leitende Körperschaft"], durch den er das meiste, wenn nicht sogar alles, gelernt hat, was er über Jehova Gott und seine Vorsätze weiß."

Hier wird im Grunde ausgesagt, dass jeder, der seine Denkfähigkeit gebraucht, so, wie es ihm gemäß Apg 17,11; 2Kor 13,5; 1Thess 5,21 sowie 1Joh 4,1 von Gott nicht nur gestattet, sondern sogar geboten ist, ein "böser 'Rebell' " ist, der im göttlichen Strafgericht von Harmagedon die Strafe ewiger Vernichtung erleiden wird, sofern er sein Denken nicht unterdrückt, seine Zweifel beiseiteschiebt und sich der WTG und ihrem menschlichen, nichtinspirierten Lehr- und Direktivenkodex wieder in bedingungslosem  Gehorsam  unterordnet. Dies belegt die panische Angst, die die WTG davor hat, dass ihre auf weiten Strecken menschlichen, unbiblischen, selbstersonnenen und großenteils eigenzweckdienlichen Dogmen und Direktiven auf den Prüfstand der Bibel und biblisch/christlicher Vernunft kommen. Des Weiteren belegt diese Passage den ungeheuerlichen, megalomanen Anspruch der WTG bzw. des sie vertretenden, obersten Zentralkomitees, die "Einzig Wahren und Erleuchteten" auf dieser Erde zu sein und der einzige Quell wahrer Gotteserkenntnis, die im Alleinbesitz göttlicher Wahrheit sind. Der eklatante Irrtum eines solchen Anspruches besteht darin, dass nur das geoffenbarte Wort Gottes, welches derzeit in der Bibel vorliegt und von Gott selbst vermittels seines Heiligen Geistes erklärt wird (1Kor 2,10-13), die Quelle wahrer Erkenntnis ist; siehe 1Kor 4,6. Vgl. dies auch mit dem unter "Kritisches Denken" angeführten "Tagestext" vom 1.2.2016 betreffs der WTG-Behauptung, dass jeder, der sämtliche ihrer Dogmen und Direktiven nicht widerspruchslos und unkritisch akzeptiere und sich ihnen "Bereitwillig" unterordne, "Stolz" und "von Satan verblendet" sei.

Ein weiteres typisches Merkmal in WTG-"Belehrung" ist, dass zwecks "Beweisens" und zur "Stützung" von WTG-Anweisungen und Lehraussagen häufig und reichlich aus anerkannten wissenschaftlichen Werken, Lexika und von Fachleuten und Gelehrten der "bösen Christenheit" erstellten theologischen Wörterbüchern und Bibelkommentaren zitiert wird bzw. deren Ausführungen herangezogen werden, aber nur, solange diese die menschlichen und eigenzweckdienlichen Behauptungen und Theorien der WTG stützen; alles, was nicht WTG-konform ist, wird verschwiegen und beiseitegeschoben. So geschieht es in WTG-"Literatur" oft, dass aus anerkannten Quellen und Referenzwerken oft nur bruchstückhaft und in unvollständigen Passagen zitiert wird und nur die der WTG "angenehmen" Teile Verwendung finden, die "unpassenden" jedoch verschwiegen werden. Aus diesem Grund erteilt die WTG ihrer Befehlsempfängerherde die Anweisung, beim Heranziehen aller nicht-WTG-Quellen "große Vorsicht" walten zu lassen, da diese in "kritischen" Bereichen WTG-Lehre nicht stützen, sondern diese (biblisch fundiert und/oder wissenschaftlich begründet) z. T. komplett widerlegen und ad acta befördern, was natürlich WTG-Interessen zuwiderläuft und daher bekämpft werden muss.

Der Inhalt von WTG-"Belehrung" (= "Entleerung; "Lehren" oder "Leeren"?) kreist in seiner Grundsubstanz immer wieder um einige wenige, in WTG-Denken zentrale Punkte (vgl. auch "Gottes Wille" sowie "Täter des Wortes werden"), die i. d. R. durch biblische Eisegese (das Gegenteil von "Exegese"), also vermittels des in-den-Bibeltext-Hineindeutens bereits feststehender, vorgefasster Dogmen und Glaubenslehren "theologisch" untermauert werden:

* Erhöhung der Predigtdienststundenleistung und des Einsatzes für die Organisation ("Ganzherzig" sein; "Mehr tun"; "Opferbereit sein"; "Sich einsetzen"; "Sich verausgaben"; "Vermehrter Dienst" etc.);

* Die absolute Priorität der WTG und ihrer Interessen im Leben jedes einzelnen Zeugen Jehovas ("Das Königreich an die erste Stelle setzen"; "Sich der wichtigeren Dinge vergewissern" u. a.);

Absoluter  Gehorsam gegenüber der WTG sowie totale, widerspruchslose  Unterordnung unter die WTG-Organisation und ihre Vertreter ("Anweisungen befolgen"; "Geradeso tun"). Vgl. "Leitung durch ein Haupt"; "Unterordnung"; "Unterwürfig";

* Die unmittelbare Nähe des göttlichen Strafgerichts, nun schon seit über 130 Jahren ("Harmagedon kommt bald, ist greifbar nahe, steht unmittelbar bevor, es bleibt nicht mehr viel Zeit, …);

Warnungen gegen die böse, schlechte Welt des Teufels ("Falsche Religion"; Habgier und Materialismus; "Unmoral");

Warnungen gegen "Höhere Bildung" und dagegen, sich "zu viel" der "Weltlichen Arbeit" zu widmen;

Warnungen vor den Folgen von "Ungehorsam" gegenüber den "Anweisungen" der WTG und ihres obersten gesetzgebenden Zentralkomitees;

* Selbstbeweihräucherung der WTG und Lobpreis ihrer eigenen "Verdienste".

Getarnt als "Bibelstudium" durch das pausenlose Anführen und Bezugnehmen auf "beweisende" oder "untermauernde", doch meistens aus dem Kontext gerissene, gemäß der "Rösselsprungmethode" miteinander verknüpfte und/oder falsch interpretierte Bibelstellen, um eine pseudobiblische Scheinlegitimation für ihre Edikte zu schaffen, ist diese "Belehrung" im Grunde nichts weiter als gleichförmig/repetitive Indoktrination betreffs Gehorsam gegenüber WTG-Verlagsdirektiven, "Haus-zu-Haus"-Präsentationstraining zur Verbreitung ihrer Produkte (Dogmen,  Publikationen) und pausenloser Anreiz zu immerwährender Leistungssteigerung im Einsatz für die WTG.

Angesichts des repetitiven, immer wieder die gleichen "ollen Kamellen" wiederkäuenden Charakters von anlässlich WTG-vorgeschriebener  Zusammenkünfte und Kongresse an die WTG-Befehlsempfängerherde verabreichter WTG-"Belehrung" wurde folgender treffender Kommentar in den Raum gestellt: "Wieso müssen wir im Buchstudium immer wieder lernen, wer Jesus Christus ist, wo die Toten sind und was Gottes Königreich ist? Man geht ja auch nicht jahrzehntelang in die erste Schulklasse. Jesus hat seine Jünger auch nicht ständig darüber belehrt, daß Jehova der wahre Gott ist."

Anlässlich der Jahresversammlung im Oktober 2013 ("Neues Lichts" betreffs "Prophetischer Vorbilder") wurde eine zunehmende "Vereinfachung"/Verflachung von WTG-"Belehrung" angekündigt, siehe "Neues Licht". Derzeit haben die in WTG-"Zusammenkünften" verabreichten Instruktionen und "Unterweisung", sofern sie sich nicht um "Predigtdienst" und das Verbreiten von WTG-Verlagsprodukten drehen, das Niveau von "Mein Buch mit biblischen Geschichten" für Kinder.

Was den Wert der von der WTG erteilten "Belehrung" zur geistlichen Auferbauung oder hinsichtlich der Bewältigung von Alltagsproblemen anbelangt, so tendiert dieser gegen Null. Z.B. rät die WTG zu "Predigtdienst"-Leistungssteigerung ("Vermehrter Dienst") zur Bewältigung von Depressionen. Im Falle von innerhalb der WTG erlittenem Unrecht seitens Hierarchiefunktionären befiehlt die WTG Stillschweigen und Ausharren und verweist sogar auf die Möglichkeit, das erlittene Unrecht schon irgendwie verdient zu haben; siehe "Auf Jehova warten". Betreffs des Auftretens jeglicher Probleme wird darauf verwiesen, dass diese sicherlich die Folge "mangelnden Geistiggesinntseins" und somit selbstverschuldet sind, siehe z. B. den "Tagestext" vom 7.11.2014:

"Du, der du einen anderen lehrst, lehrst dich selbst nicht? (Röm. 2:21) Ist eine Ehe gescheitert, könnten Zweifel aufkommen, ob jemandes geistige Gesinnung echt ist. Der Apostel Paulus warf die ernste Frage auf: „In der Tat, wenn jemand seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Versammlung Gottes Sorge tragen?“ (1. Tim. 3:5). Wenn beide Partner Jehova dienen und ihre Ehe dennoch scheitert, kann leicht der Eindruck entstehen, sie hielten sich selbst nicht an das, was sie lehren (Röm. 2:22-24). Spielen getaufte Ehepaare mit dem Gedanken, sich zu trennen oder sich scheiden zu lassen, und das aus unbiblischen Gründen, kann zwischen ihnen und Jehova irgendetwas nicht stimmen. Offensichtlich haben beide Partner oder auch nur einer biblische Grundsätze außer Acht gelassen. Man kann sich kaum vorstellen, dass ihre Ehe gescheitert wäre, wenn sie mit ganzem Herzen auf Jehova vertraut hätten (Spr. 3:5, 6). w12 15. 5. 2:7, 8"

Solche "Ratschläge" können nur noch als extrem simplizistisch, holzschnittartig vereinfachend und die Lebensrealität von Menschen völlig ignorierend bezeichnet werden.

Auf weiten Strecken erhebt sich angesichts der mit erhobenem Moral-Zeigefinger von der WTG verabreichten "weisen Belehrung" die in Röm 2,21 aufgeworfene Frage "Der du nun einen anderen lehrst, du lehrst dich selbst nicht?", wenn es um solch christlich/menschliche Tugenden wie Bescheidenheit, Demut, Mitmenschlichkeit usw. geht, die die WTG von ihrer "Verkündiger"-"Herde" in eigenem Interesse pausenlos und lautstark einfordert, an denen es ihr selbst bzw. ihren Vertretern und besonders ihrem obersten Leitungsgremium teils mehr oder weniger, sehr oft aber vollends gebricht.

Durch ihren unerhörten und vermessenen Anspruch, nur die von ihr kommende "Belehrung" könne Menschen das Erlangen der "Anerkennung Gottes" ermöglichen und zu "Ewigem Leben" führen, selbst wenn dieser "Belehrung" jegliche biblische Grundlage fehlt wie z. B. der neuesten Version der WTG-"Generationen"-Lehre, stellt die WTG ihre eigenen "Wahrheiten" mit blasphemisch/überheblicher Chuzpe und Hybris über göttliche Maßstäbe und erfüllt damit den in 2Thess 2,4 angesprochenen Tatbestand des "Sich in den Tempel Gottes setzen und sich als Gott Ausweisen". Wie die Pharisäer zur Zeit Jesu Christi, so setzt auch die WTG das Gebot Gottes um ihrer eigenen Organisationsdirektiven willen beiseite und "lehrt Menschengebote", siehe Mat 15,6-9; Mar 7,9-13. Sie legt den Menschen unnötig "schwere Lasten" auf, Mat 23,4; Luk 11,46, die mit dem "sanften Joch" Christi (Mat 11,28-30) nichts gemein haben. In ihrem komplexen, talmudähnlichen Direktivenkorpus geht die WTG weit über das hinaus, was in Gottes Wort zu finden ist (1Kor 4,6) und gehört zu denen, die "ein anderes Evangelium verkündigen" (Gal 1,8.9), wodurch sie sich selbst als unechte "Christen", als nicht zum gesegneten "Leib Christi" gehörend kenntlich macht. Nur die Bibel allein ("sola scriptura") enthält für Christen das "Vorbild der gesunden Worte", siehe "Muster gesunder Worte"; jegliche von Menschen betreffs biblischer Aussagen veröffentliche Äußerungen, "belehrende Kommentare" und "mahnende Hinzufügungen" können höchstens als die persönliche Meinung einzelner fehlbarer Menschen reflektierende Denkanstöße betrachtet werden, niemals aber als "zu gehorchenden göttlichen Geboten" oder als "absolute göttliche  Wahrheit".

Vgl. auch "Anweisungen"; "Geistige Speise"; "Großer Unterweiser".

Betreffs der Forderung der WTG, alles, was im "Wachtturm" veröffentlicht wird, unbedingt und ohne zu hinterfragen als absolute Wahrheit anzunehmen siehe "Wachtturm, der".

Betreffs weiterer biblischer Bewertungen des Anspruches und der Behauptungen sämtlicher Glaubenssysteme, die in nachbiblischer/heutiger Zeit "Neuoffenbarungen" für sich geltend machen, die über den biblischen Rahmen hinausgehen oder behaupten, diesen zu ergänzen oder zu erhellen siehe "Neues Licht".

Betreffs des Anspruchs von Menschen bzw. menschlicher (Religions-) Organisationen, als einzige im Vollbesitzt absoluter Wahrheit und unfehlbar richtigen Wissens betreffs biblisch/geistlich/religiöser/theologischer Angelegenheiten zu sein schreibt der Theologe Roland Hardmeier in seinem Buch "Zukunft. Hoffnung. Bibel. Endzeitmodelle im biblischen Vergleich" (©Betanien Verlag e. K. Oerlingshausen) auf S. 20; 42-3 und 49 (Ausgabe von 2010) – Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck, sowie Großschreibung zur Betonung hinzugefügt:

"Wer sich die Mühe macht, auf das zu hören, was andere erkannt haben, dem steht ein reicher Schatz an Erkenntnis zur Verfügung, auch wenn diese Erkenntnis nur bruchstückhaft ist. ES IST NIE FALSCH UND FÜR DIE EIGENE SICHT IMMER EIN GEWINNN, WENN MAN ANDEREN AUFMERKSAM ZUHÖRT, auch dann, wenn wir ihre Ansichten nicht in allem teilen. Wir müssen es lernen, die Eschatologie nicht als Schlachtfeld zu betrachten, sondern als Lernfeld willkommen zu heissen." – "Jedes [eschatologische] Modell hat eine eigene Entstehungsgeschichte, welche durch gesellschaftliche und kulturelle Einflüsse mitbestimmt wurde. Diese Tatsache SOLLTE RAUM SCHAFFEN FÜR OFFENE FRAGEN IN UNSEREM EIGENEN MODELL UND UNS ZURÜCKHALTEND MACHEN IN UNSERER KRITIK GEGENÜBER ANDERSDENKENDEN. …Je klarer wir erkennen, dass auch unser Standpunkt mindestens teilweise das Produkt kultureller Einflüsse ist, desto weiser werden wir im Umgang mit den Zeichen der Zeit sein." – "Diejenigen, die uns im Glauben vorangegangen sind, waren Kinder ihrer Zeit, so wie wir es heute sind. Eine fruchtbare Beschäftigung mit der biblischen Zukunftserwartung kann es deshalb nur durch ein Geschichtsbewusstsein geben. Das Bewusstsein, dass das Modell, dem wir nahestehen, eine Geschichte hat, die durch Kultur und Gesellschaft mitgeprägt wurde, und die Tatsache, dass sich jedes dieser Modelle im Wandel befindet [wie es auch mit WTG-'Belehrung' der Fall ist, siehe 'Neues Licht'], SOLLTE UNS ZURÜCKHALTEND IN UNSERER PERSÖNLICHEN MEINUNG MACHEN und eine echte Wertschätzung der anderen Modelle ermöglichen."

Von einer solchen "Zurückhaltung" und "Wertschätzung" anderer Verständnismöglichkeiten kann jedoch i. V. mit solch besserwisserisch/rechthaberischen Religionssystemen wie der WTG/"Jehovas Zeugen", die auf abgehoben egozentrisch/narzisstisch/größenwahnsinnige Weise in dem Dünkel schweben, als einzige mit der Weisheit des gesamten Universums erleuchtet worden zu sein und alles GANZ GENAU zu wissen, sowie keine Grenze darin kennen, ihre eigene kleinlich/beschränkte Weisheit auftrumpfend als "DIE WAHRHEIT" zu verkünden, keine Rede sein.

Betreffs der wichtigtuerischen (und im Lichte ihrer eigenen Verfehlungen heuchlerischen) WTG-Behauptung, vermittels ihrer als "Geistige Speise" bezeichneten "Belehrung" "Korruption" aufgedeckt zu haben siehe "Geistige Speise".

Belohnung

Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Durch "Anstrengung", "Harte Arbeit", "Gehorsam" und "Gute Werke", d.h. Einsatz und Leistung für die WTG, allem voran im "Haus-zu-Haus - Predigtdienst" durch das Erbringen einer hohen Zahl von "Predigtdienststunden" verdienbarer bzw. verdienter "Lohn" in Form von "Rettung" und "vollkommenem  'Ewigem Leben'" im "Paradies".

Beispiele:

"Der Wachtturm" vom Mai 2016 erster "Studienartikel" S. 5 Abs.10:

"… ihr eigentliches Ziel [ist], … Jehova glücklich zu machen. Sie sagt: „… ich gebe mein Bestes, damit sich Jehova über mich freut.“

Hier wird völlig unverhohlen das Hohelied der Selbsterrettung durch Werkheiligung (in diesem Fall das Verrichten von "Pionierdienst") gesungen: "Zeugen Jehovas" müssen "Sich anstrengen" und "Ihr Bestes geben", um Gott "glücklich zu machen"; ohne dieses ist Gott "unglücklich" und "kann sich nicht freuen". Betreffs der Abstrusität und des Irrtums eines solch unbiblischen Gottesbildes siehe "Gott", Unterthema "WTG-Gottesverständnis".

Kommentar des "Tagestextes" vom 25.4.2016:

"[Wir können] zu denen gehören, die „die Erde erben“ und ewig darauf leben. … Natürlich erhalten wir das nicht automatisch. Jehova möchte, dass wir etwas dafür tun (1. Joh. 5:3, 4). Es lohnt sich auf jeden Fall, ihm (= der WTG) heute treu zu dienen [= Volleinsatz beim Abarbeiten des WTG-Forderungenkataloges zu erbringen]!"

Kommentar des "Tagestextes" vom 13.3.2015:

"Der Segen Jehovas — er macht reich (Spr. 10:22) In unserem Dienst für Jehova setzen wir so viel Zeit, Kraft und Mittel ein wie möglich. … Vertrauen in Jehovas weise Anleitung — das entsteht nicht von allein, sondern das muss man sich erarbeiten. … stärke dein Vertrauen, indem du deinem Glauben entsprechend handelst. w13 15. 9. 2:20, 21" Betreffs der "Verstümmelung" und Verdrehung dieses Bibelverses siehe "Anstrengungen; sich anstrengen".

Vgl. mit "Der Wachtturm" vom 15.4.2015 vierter "Studienartikel" S. 28 Bild und Abs. 17:

"Predigen wir fleißig und zeigen wir so unser Vertrauen zu JehovaWenn wir wie Paulus fleißig predigen, können wir darauf vertrauen, dass Jehova alles, was wir brauchen, hinzufügen wird (Mat. 6:33)." (Betreffs des Irrtums der WTG-Festlegung eines generellen, angeblich an alle Christen ergangenen "Predigtauftrages" durch Vergleich mit dem an Paulus von Christus ergangenen "Evangelisierungs-'Spezialmandat'" siehe "Predigtauftrag".)

Gemäß dieser "Werkheiligungs"-Falschauslegung gibt Gott seine Geschenke nur für eine entsprechende "Vor-" oder "Gegenleistung" ("Anstrengung") seitens der Menschen, obgleich der zweite – weggelassene – Halbvers aus Spr 10,22 genau das Gegenteil aussagt: "Der Segen JHWHs, der macht reich, und eigenes Abmühen fügt neben ihm nichts hinzu." NeÜ: "Wohlstand kommt durch den Segen Jahwes, / eigenes Mühen vergrößert ihn nicht". Es geht hier also klar um das, was Gott für Menschen tut, nicht umgekehrt. Siehe auch "Anstrengungen; sich anstrengen"; "Glauben ausüben" (dort: "exercising faith", "Glauben EXERZIEREN"); "Mehr tun"; "Sich verausgaben" u. a.

Spricht die Bibel tatsächlich von einem "Lohn" ("μισθός misthós") oder einer "Belohnung/Vergeltung" ("ἀνταπόδοσις antapódosis") seitens Gottes, z. B. in Ruth 2,12; Ps 18,21(20); Jes 40,10; Mat 5,12; 6,1; Kol 3,24; 2Tim 4,8; Heb 11,6.26 ("Belohner" = "μισθαποδότης misthapodótēs"); 2Joh 8; Offb 11,18; 22,12; so macht sie auch klar, dass es sich hierbei nicht um etwas von Menschen Verdientes, Erdientes oder Erarbeitetes handelt, sondern um ein Geschenk ("δωρεά dōreá"), um Gnade ("χάρις cháris") bzw. eine Gnabengabe ("χάρισμα chárisma") Gottes; siehe Röm 3,24; 5,17; 6,23b.

Man beachte die folgenden Definitionen:

* "δωρεά dōreá" – gemäß dem Friberg Lexicon: "A gift bestowed without payment freely, gratis, as a gift (MT 10.8)".

* "χάρισμα chárisma" – gemäß Thayers Greek Lexicon: "A gift of grace; a favor which one receives without any merit of his own".

Röm 6,23 macht – in der Gegenüberstellung von "ὀψώνιον opsōnion" (Soldatensold) mit "χάρισμα chárisma" (Geschenk; Gnadengabe) – den Unterschied zwischen etwas "durch eigene Werke Verdientem" (Tod) und etwas unverdientem und unverdienbarem (ewiges Leben) mehr als deutlich. "Hoffnung für alle" (ähnlich der NGÜ) gibt zur Verdeutlichung dieses Gedankens Röm 6,23 folgendermaßen wieder:

"Denn die Sünde wird mit dem Tod bezahlt. Gott aber schenkt uns in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, unserem Herrn, ewiges Leben."

Zu beachten ist hier der Kontrast zwischen "bezahlt" (hier wurde also etwas "verdient") und "schenkt" (ein Geschenk erhält man "umsonst", ohne "Verdienst".)

Der "Lohn"/die "Belohnung" Gottes ist und bleibt immer unverdient, ein Geschenk. Ein Geschenk bekommt man "einfach so", weil es der Gebende so will. Man kann es nicht einfordern, nicht einklagen oder auf seinen Erhalt pochen. Dies korreliert mit Pauli klarer Aussage in Eph 2,8.9 laut NeÜ: "Durch die Gnade seid ihr gerettet worden aufgrund des Glaubens. Ihr selbst habt nichts dazu getan, es ist Gottes Geschenk und nicht euer eigenes Werk. Denn niemand soll sich etwas auf seine guten Taten einbilden können." Vgl. dies mit dem unter "Anstrengungen; sich anstrengen" erläuterten, von der WTG "unterdrücktem" zweiten Halbvers Spr 10,22. Dies alles erteilt der durch WTG-"Belehrung" bewirkten Vorstellung seitens "Jehovas Zeugen", sie könnten sich durch ihre "Guten Werke"  Gottes "Wohlgefallen" und damit ihre "Rettung" und "Ewiges Leben" "(v)erdienen", eine klare Absage. Gestützt wird dies auch durch Hiob 41,3 (41,11 gemäß alternativer Verseinteilung); Röm 9,16; 11,35 und Tit 3,5.

(Betreffs der eigenzweckdienlichen WTG-Falschinterpretation von "Glaube ohne Werke ist tot" aus Jak. 2,26 im Sinne von "Leistung erbringen, hauptsächlich durch Haus-zu-Haus - Predigtdienst" siehe "Glaubenswerke".)

Redet also Jesus von "Schätzen im Himmel" und vom "Lohn im Himmel", siehe z. B. Mat 6,20 und Luk 6,23, so redet er hier nicht vom "himmlischen Bankkonto", in das Menschen durch Ableisten der Arbeitsforderungen eines Forderungenkatalogs einen einklagbaren "Lohn" einzahlen, sondern vom "guten Namen" oder "guten Ruf" bei Gott, Spr 22,1; Pred 7;1, durch das jemandes "Name", d. h. sein Selbst ("Name" = "Existenz"; etwas Nichtexistentes hat keinen "Namen", da es nicht benannt werden kann), in Gottes "Buch des Lebens" eingetragen wird, Ex 32,33; Ps 69,29(28); Luk 10,20; Phil 4,3; Offb 3,5. In diesem Licht ist folgende Behauptung des "Wachtturm" vom 15.5.2015 vierter "Studienartikel" S. 28 Abs. 15 einschließlich der irreführenden Verdrehung der angeführten Schriftstellen als falsch zurückzuweisen:

"Jehova freut sich, wenn wir tun, was ihm gefällt (Spr. 27:11). Und wie glücklich es auch uns macht, Jehova zu gefallen, weil wir „Schätze im Himmel“ aufhäufen! (Mat. 6:20)."

Abgesehen von der "Werkheiligungs"-Falschaussage, man könne sich durch "Tun" (menschliche Arbeit, Leistung) ein "himmlisches Bankkonto" aufhäufen, hängt – wie unter "Gott"ausgeführt – Gottes "Glück" oder "Glücklichsein" – sein "Wohlbefinden" – nicht von dem ab, was kleine Menschen auf der Erde "tun", denn andernfalls übten diese Kontrolle über Gott aus, genauso, wie gemäß diversen Mythologien die Götter auf die Opfer und Gaben der sie verehrenden Menschen angewiesen waren, um sich "gut" fühlen zu können.

"Der Wachtturm" vom August 2016 dritter "Studienartikel" S. 24 Abs 20 enthält eine WTG-innerorganisatorische Anwendung des "Belohnungs"-Begriffes, die ein Schlaglicht auf das wahre Wesen der WTG und das von ihr postulierte, angeblich in ihr gegebene "Geistige Paradies" und "echte Liebe" wirft:

"Dein demütiger  Einsatz in der Versammlung wird nicht unbemerkt bleiben. Brüder, die Jehova lieben, werden dich schätzen und unterstützen." ( Engl. Original: "Because of your humble efforts in the congregation, you will be rewarded by receiving the affection, appreciation, and support of others …", also "Aufgrund deiner demütigen Anstrengungen innerhalb der Versammlung wirst du durch den Erhalt der Zuneigung, der Wertschätzung und der Unterstützung seitens Anderer belohnt (!) werden."

Hieraus wird deutlich, dass "Zuneigung", "Wertschätzung" und "Unterstützung" innerhalb der WTG nur unter der Bedingung gewährt werden, dass man sich in absolutem Gleichklang mit WTG-organisatorischen Anweisungen verhält und zum Nutzen der WTG und der Förderung ihrer Interessen tätig ist. Innerhalb der WTG/unter "Jehovas Zeugen" wird also nicht als Mensch geschätzt, wer sich bemüht, ein guter Mensch und Christ zu sein, sondern "Zuneigung", "Wertschätzung" und "Unterstützung" gibt es nur konditional auf der Basis des Erfüllens von WTG-dienlichen  Organisationsdirektiven. Mit Christentum, echt christlicher Gemeinschaft und wahrer, von Gottes Heiligem Geist durchwalteter Bruderschaft hat dies nichts zu tun.

Gemäß der unter dem Abschnitt B "The Concept of Reward" Abschnitt 1.(5) unter dem Eintrag "misthós" im "Theologischen Wörterbuch des Neuen Testaments" von Kittel und Friedrich (einbändige englische Ausgabe) enthaltenen Definition ist die WTG als "Römische Religion" einzustufen im Lichte ihres Betonens eines mit der Gottheit bestehenden "Vertragsverhältnisses, innerhalb dessen es Gelübde und Opfer im Austausch gegen Beistand gibt. Im Opfer erinnert der Anbeter die Gottheit an die von ihm erbrachten Gaben und erwartet deshalb, erhört zu werden." Auch liegt es nicht fern, WTG-Lehre von der Notwendigkeit, Gottes "Anerkennung", "Wohlgefallen" oder "Segen" durch das Erbringen hoher Leistung (z. B. "fleißiger  'Predigtdienst' "oder reichliches Spenden an die WTG) zu "erlangen", in die Nähe zum Animismus zu rücken, gemäß dessen Konzept Naturgeister bzw. Geistwesen durch Opfergaben zu dem Menschen nützlichem Verhalten veranlasst werden können.

Betreffs der in WTG-Doktrin stattfindenden Schmälerung und Herabwertung der von Jesus Christus bewirkten Erlösung zur Rettung der Menschheit siehe "Loskaufsopfer".

Hat bereits Martin Luther vor 500 Jahren den katholischen Irrtum i. V. mit der Lehre von der Werkheiligung erkannt, so lehrt die WTG in schönem, mittelalterlichem Gleichklang mit der RKK: "Ewiges Leben müsst ihr euch durch fleißigen  Predigtdienst und absoluten  Gehorsam gegenüber allen unserer Anweisungen  erarbeiten, (v)erdienen und erkaufen, andernfalls werdet ihr von Gott in Harmagedon  vernichtet." Biblisch betrachtet, stellt jede Art von "Leistungsevangelium" wie dasjenige der WTG die Dinge auf den Kopf, denn gemäß der Bibel gilt: ZUERST erfolgt Annahme des Menschen; DANN werden "Glaubenswerke" aus Dankbarkeit vollbracht. Gemäß dem "Leistungsevangelium" jedoch müssen ZUERST Werke verichtet werden; erst dann wird der Mensch – aufgrund dieser Werke – angenommen.

Siehe auch "Anstrengungen; sich anstrengen"; "Beweisen; unter Beweis stellen"; "Danach ringen"; "Ewiges Leben"; "Glauben beweisen, unter Beweis stellen"; "Liebe unter Beweis stellen"; "Predigtauftrag"; "Sich verausgaben".

Bereitwillig; Bereitwilligkeit

Aktionismus

Sämtliche von der WTG angeordneten Aufgaben und erhaltenen "Zuteilungen" sofort und ohne zu zögern annehmen. Wird von der WTG eingefordert unter Bezugnahme auf Ps 110,3 "Dein Volk ist voller Willigkeit am Tage deiner Macht" und Jes 6,8 "Hier bin ich, sende mich!", Siehe "Hier bin ich! Sende mich". Siehe auch "Dienstbereit sein; Dienstbereitschaft"; "Sich willig gebrauchen lassen". Vgl. "Freiwillige; Freiwilligendienst".

Bereuen

Biblisch/umgedeutet

"Reue" zeugen, d.h. Bedauern über begangene "Fehltritte" und "Sünden" bekunden. Muss "durch Werke" "bewiesen" werden. Ist absolut unerlässlich, um nach erfolgtem "Ausschluss/Gemeinschaftsentzug" wieder in die WTG-Organisation aufgenommen zu werden. Mehr siehe "Werke, die der Reue entsprechen" sowie "Wiederaufnahme".

Berichten

Aktivität
Organisatorisch

(1) Monatlichen Predigtdienst-Leistungsnachweis über geleistete "Predigtdienststunden" und verbreitete WTG-Literatur ausfüllen und an die Ältesten über den zuständigen "Dienstgruppenaufseher" weiterreichen; siehe "Predigtdienstbericht".

(2) Im Rahmen eines orwell'schen Bespitzelungssystem eine von einem anderen Zeugen Jehovas begangene "Missetat", die man beobachtet hat, nach einer dem "Beschuldigten" eingeräumten Frist zur "Selbstanzeige" an die Ältestenschaft der Gemeinde "berichten" ("verpetzen"), damit diese gegen den Betreffenden zum Zwecke des "Zurechtbringens" aktiv wird. Wird "Biblisch" begründet mit Lev 5,1, in der die frühere, unscharfe "öffentliche Verfluchung"-Wiedergabe in der 2013-NWÜ mit "öffentlicher Aufruf zum Bezeugen" neu eingegrenzt wird. Die WTG-Anwendung hiervon zum "Zwingen" von Beobachtern eines möglichen "Fehltrittes", diesen zu "Berichten", ist irrig, da es hier nach Meinung aller Bibelkommentatoren um im alten Israel bereits bekannte, aber ungeklärte Verbrechen(!) wie z. B. Diebstahl oder Mord geht, nicht aber um niemandem bekannte "Lappalien", durch die keiner anderen Person Schaden zugefügt wurde und die zwischen Gott und einer Einzelperson stehen und zwischen dieser Person und Gott geklärt werden müssen, die aber von der WTG eigenmächtig als von ihren Ortsvertretern zu ahndende "Sünde" deklariert werden als Möglichkeit, ihre Befehlsempfängerherde auf der Grundlage menschlicher Moralmaßstäbe betreffs "Sünde" durch Verhaltenskontrolle gängeln, kontrollieren, mikromanagen und unter Druck setzen zu können.

"Der Wachtturm" vom Februar 2016 vierter "Studienartikel" enthält auf S. 28 und 29 oben eine beredte, Comic Strip-artige Bilderserie, die allen "Zeugen Jehovas" den WTG-politisch "korrekten" "Workflow" beim "Verpetzen" eines "Missetäters" auf der Grundlage des gegenseitigen Ausspähens moderner sozialer Netzwerke nahelegt: (1) WTG-organisations-"treue" "Zeugin" entdeckt beim Herumstöbern im Internet ein Foto einer anderen, bösen "Zeugin" beim feucht-fröhlichen Feiern mit Freunden. Es ist nicht erkennbar, dass es hierbei zu einer "schweren Sünde/Unmoral/Verfehlung" gekommen ist. (2) Die "liebe" "Zeugin" stellt daraufhin die "Böse" zur Rede. (3) Sie schwärzt die "Missetäterin", da diese offensichtlich ihrer Aufforderung (Erpressung), sich selbst zu "stellen" nicht nachgekommen ist, bei den lokalen "Ältesten" an. (4) Die "Ältesten" haben eine Unterredung zwecks "Raterteilens" und "Zurechtweisens" mit der "Übeltäterin". (5) Happy End: Alle sitzen einträchtig und entrückt lächelnd in einer "Zusammenkunft"; die gemaßregelte und offensichtlich "geläuterte" "Zeugin" beteiligt sich an der "Zusammenkunft" durch "Kommentaregeben". Der Kommentar zu dieser Bilderserie lautet:

"Wirst du loyal sein und deinen Freund bitten, bei den Ältesten Hilfe zu suchen, wenn du von seinem schweren Fehlverhalten erfährst?"

Das sich-Unterwerfen unter WTG-Regularium wird hier rabulistisch irreführend als "Loyalität gegenüber Gott" bezeichnet. Mehr hierzu siehe "Loyal, Loyalität"; "Treu; Treue".

Beschneidung

Biblisch

Entfernen der Vorhaut des männlichen Geschlechtsorgans am achten Tag nach der Geburt als "Zeichen des Bundes" zwischen Gott und den Nachkommen Abrahams, angeordnet von Gott gemäß Gen 17,11.12 und kodifiziert im "mosaischen Gesetz" laut Lev 12,3.

Laut Deut 10,16; Jer 4,4; Apg 7,51; Röm 2,29; Phil 3,3; Kol 2,11 äußerlich sichtbares Symbol für die Entfernung von Unvollkommenheit und Sünde; "Wegschneiden" von allem, was uns in unserem "Gottesdienst" behindert. In WTG-Anwendung bedeutet dies, sich von allem zu trennen, was einem vollstmöglichen  ("ganzherzigen")  Einsatz für die WTG im Wege steht (Besitz, Beruf, Hobbies, Freizeit etc.). Siehe "Das Königreich an die erste Stelle setzen".

Besuchswoche (des "Kreisaufsehers")

Organisatorisch

Siehe "Dienstwoche".

Bethel; Bethelheim

Organisatorisch

Aus der Bibel abgeleitete Bezeichnung für eine WTG-Landesaufsichtszentrale, auch "Zweigbüro" genannt (vgl. "Zweig"). Entweder mit oder ohne Druckproduktionsanlagen, beaufsichtigt eine Landesaufsichtszentrale das WTG-Werk in seinem Zuständigkeitsbereich, der mehrere Länder umfassen kann. Steht unter der Leitung eines vom obersten WTG-Zentralkomitee berufenen, mehrköpfigen "Zweigkomitees" und wird periodisch durch einen sog. "Zonenaufseher" auditiert. Wichtigste Abteilung ist die "Dienstabteilung" (kurz "DA"), die alle Aspekte des "Predigtwerkes" beaufsichtigt.

Hebräisch "בֵּית־אֵל bēth-ēl" = "Haus Gottes". Laut Gen 28,19 benannte Jakob einen Ort mit diesem Namen, an dem ihm Gott gegenwärtig war. Mit der Anwendung dieses AT-Ortsnamens auf ihre Landesaufsichtszentralen will die WTG den Gedanken vermitteln, dies seien "hochheilige" Orte, an denen Gott bzw. Gottes Geist in besonderer Weise wirke und "greifbar präsent" sei. Die "Bethel-Einführungs"-Broschüre für neue "Bethelmitarbeiter" erklärt lapidar: "Das Bethel ist der beste Ort der Welt". Vielen ehemaligen "Bethelmitarbeitern" kann dieser Gedanke nur ein Schmunzeln entlocken, da viele Erfahrungen, Tatsachen und Vorkommnisse in "Bethelheimen" in der ganzen Welt das Gegenteil und vielmehr die Abwesenheit Gottes, Seines und Christi  Geistes und göttlichen Wirkens beweisen.

Der Besuch eines "Bethels" steht für aktive Zeugen Jehovas ganz oben auf der Prioritätenliste und wurde des Öfteren mit einer Wallfahrt von Moslems nach Mekka verglichen. "Treue" Zeugen Jehovas begegnen "ihrem" "Bethel", oder der U.S.A.-Weltzentrale (dem "Bethel aller Bethel" oder "Super-Bethel") sowie allem, was irgendwie mit dem "Bethel" zu tun hat (einschließlich deren Mitarbeitern) mit größter Ehrfurcht und heiliger Scheu.

Betheldienst

Aktionismus
Worthülse

Eine Form des "Vollzeitdienstes" innerhalb der WTG. Freiwilligendienst in einem "Bethel" genannten WTG-Landesaufsichtszentrale für freie Kost und Logis sowie ein Minimaltaschengeld. Fällt unter "Sondervollzeitdienst".

Für ein Beispiel dafür, wie die WTG Eltern anweist, ihre Kinder in Richtung "Aufnahme des Betheldienstes als 'Beste Laufbahn'" zu beeinflussen siehe "Vollzeitdiener; Vollzeitdienst".

Bethelmitarbeiter

Titel

Jemand, der "Betheldienst" verrichtet (siehe oben). Oft auch "Bethelit" oder "Bethelaner" genannt, scherzhaft – in Anspielung auf das lächerlich geringe "Taschengeld", welches Bethelmitarbeitern ausgezahlt wird – auch "Bettelbruder". Für viele "normale" "Zeugen Jehovas" in den Ortsgemeinden ("Verkündiger", das organisatorische "Fußvolk") ist es eine große Ehre und Statussymbol (ein "Vorrecht"), mit "Betheliten" zu verkehren und mit ihnen gesehen zu werden sowie sie auf verschiedenste Weise unterstützen zu dürfen (Einladungen, materielle Zuwendungen etc.). Deshalb werden unter "Jehovas Zeugen" Kontakte und Verbindungen mit "Bethelbrüdern" (wie auch mit anderen, in der WTG-Hierarchie "hochgestellter" und "prominenter" Personen wie z. B. "Reisende Aufseher") in "Wer kennt wen/I am holier than thou"-Manier gerne als "Statussymbol" herausgestellt und hervorgekehrt

Betreffs der Rangstellung von "Bethelmitarbeitern" im WTG-Hierarchiegefüge siehe die Übersichtstabelle unter "Ernennung".

Betreffs der WTG-"Verbiegung" des AT-"Nasiräats" auf "Bethelmitarbeiter" u. a. "Vollzeitdiener" siehe "Mehr tun".

"Bethelmitarbeiter" haben den Status von "Sondervollzeitdienern". Betreffs der "juristisch winkelzügigen" WTG-Vorgehensweise gegenüber ihr unterstellten und total weisungsgebundenen "Sondervollzeitdienern" siehe "Sondervollzeitdiener; Sondervollzeitdienst".

Beweisen; unter Beweis stellen (Glauben, Treue, Ergebenheit, …)

Aktionismus
Worthülse

Inneren "Herzenszustand" und "Geisteshaltung" äußerlich sichtbar, doch abgetrennt hiervon, zusätzlich durch Arbeit, Leistung und Werke für die WTG zur Schau stellen, sozusagen als "Doppelbeweis" für Gott, da Er ohnehin bereits das Herz und das Innere eines jeden Menschen kennt und ihm nichts durch äußerlich sichtbare "Beweise" bewiesen werden muss. Zeugen Jehovas müssen also ihren Glauben, Treue, Ergebenheit … gegenüber Gott durch Abarbeiten des WTG-angeordneten  Forderungenkataloges – allem voran der "Haus-zu-Haus - Predigtdienst" – anderen Menschen/der WTG "beweisen". Dies zu tun wird von der WTG als "Tun des Willens Gottes" bezeichnet. Mehr hierzu siehe "Liebe zeigen". Vgl. auch mit "Belohnung"; "Glaubenswerke".

Dieses Dogma ist gleichbedeutend mit der katholischen Lehre der Werkheiligung, welches Martin Luther bereits auf der Grundlage von Röm 3,28; 4,5 und Gal 2,16 als unbiblisch und falsch entlarvt hat ("sola fide"), was kein Widerspruch zu Jak 2,14.17-26 darstellt, da es in Jak nicht um "gesetzlich verordnete" Werke, die um ihrer selbst willen durchgeführt werden geht, sondern um "Glaubenswerke", die einem innerlich bereits existierenden, vorhergehenden Glauben entspringen oder daraus "ausfließen". Kein "Gesetz", keine Regel oder Direktive, hat solche Werke "angeordnet" oder "vorgeschrieben". Sie sind Teil des inneren Glaubenslebens des Menschen, aber keine als Beweis vorgebrachten Nachweise dessen, was im Inneren eines Menschen vorgeht.

Gemäß dem Kommentar des"Tagestextes" vom 15.10.2015 ist "Einsatz im Predigtdienst" notwendig, um Gott davon zu überzeugen, dass man ihn liebt:

"Bei all dem, wofür Jehova gesorgt hat, ist es bestimmt gut, sich zu fragen: „Kann Jehova an meinem Einsatz im Dienst für ihn erkennen, wie dankbar ich ihm für seine Fürsorge bin?...ʺ "

Neben dem abstrusen und völlig unbiblischen Postulat, die Höhe einer äußerlich mess- und quantifizierbaren menschlichen Leistung verrate Tiefe an Liebe und Dankbarkeit, beweist diese Frage, wie unbiblisch das von der WTG  vermittelte Gottesbild doch ist. Gott hat es nicht nötig, dass Menschen ihm etwas "beweisen" müssen, da er das Menschenherz kennt, siehe "Gott"; vgl. Joh 2,25. Er benötigt keinen äußerlich sichtbaren Gradmesser, der es ihm erlauben würde, die Dankbarkeit eines Menschen zu "erkennen". Da dem so ist, muss betreffs aller WTG-Behauptungen festgestellt werden, dass es ihr bei ihrer "Dankbarkeit durch Einsatz und Leistung beweisen"-Doktrin einzig darum geht, Leistungskontrolle über ihre Befehlsempfängerherde auszuüben und sie zu immer mehr WTG-orientierter Aktivität anzutreiben: "Zeugen Jehovas" müssen der WTG "zeigen" oder ihr "beweisen", dass sie sich "auch wirklich" für sie anstrengen und sich verausgaben, und dabei "Genug tun" und immer "Mehr tun".

Betreffs der WTG-angeordneten leistungsbilanz- und zahlenmäßigen Quantifizierung von "Glaube", "Treue", "Liebe" etc. eines "Zeugen Jehovas" vermittels des "Predigtdienstberichts" siehe "Liebe zeigen".

Betreffs der eigenzweckdienlichen WTG-Falschinterpretation von "Glaube ohne Werke ist tot" aus Jak. 2,26 im Sinne von "Leistung erbringen, hauptsächlich durch Haus-zu-Haus - Predigtdienst" siehe "Glaubenswerke".

Betreffs des Irrtums der WTG-Behauptung, Menschen müssten sich durch das Abarbeiten ("Dienst") des von ihr als von Gott kommend dargestellten Forderungenkataloges ihre "Rettung" anläßlich des göttlichen Strafgerichts von "Harmagedon" und "Ewiges Leben" erarbeiten, im Lichte von Schriftaussagen wie Spr 10,22b; Röm 6,23 oder Eph 2,8.9 siehe "Anstrengungen; sich anstrengen" sowie "Belohnung".

Betreffs des Totalanspruches der WTG auf das gesamte Leben ihrer Befehlsempfänger, was das möglichst "angestrengte" Befolgen ihrer eigenzweckdienlichen Aktionismus- und Verhaltensregeln betrifft siehe "Alles zur Verherrlichung Gottes tun" sowie "Anweisungen".

Siehe auch "Danach ringen"; "Ewiges Leben"; "Genug tun …"; "Glauben beweisen, unter Beweis stellen"; "Liebe unter Beweis stellen"; "Mehr tun"; "Predigtauftrag"; "Sich der wichtigeren Dinge vergewissern"; "Sich verausgaben" u. a.

Bezeichnen; bezeichnet halten

Dogma

Begriff abgeleitet aus 2Thess 3,14 (σημειόω sēmeióō, "mit einem (Mal)Zeichen kenntlich machen"). In Robertsons "New Testament Word Pictures" heißt es betreffs der praktischen Umsetzung dieses Begriffes: "How this is to be done (by letter or in public meeting) Paul does not say."

Trotz der von Kommentatoren angemerkten "Unschärfe" dieses Terminus wird dieser von der WTG  ihren Interessen gemäß (totale Kontrolle ihrer "Verkündiger"-"Herde") in eine "harte" Regel umgeformt: Einem Zeugen Jehovas, der aufgrund von "missliebigem Verhalten" auffällt und "aus der Reihe tanzt" (z. B. durch organisations -"kritische" Äußerungen, "Rebellion" oder "Ungehorsam), muss in übertragenem Sinne ein "Vorsicht! Gefährlich"-Warnschild umgehängt werden, damit er in der Gemeinde als "Nicht vorbildlich" und als "Schlechte Gesellschaft" klar erkenntlich ist und von allen ergebenen, linientreuen Zeugen Jehovas als "Übeltäter" gemieden wird, bis er sich wieder hat "Zurechtbringen" lassen. Die Vorstufe zum "Gemeinschaftsentzug".

Der Irrtum hierbei besteht darin, dass sich die WTG bzw. deren gesetzgebendes oberstes Zentralkomitee mit einem göttlich  inspirierten Apostel des Urchristentums und ihre eigenen, nichtinspirierten Edikte mit inspirierten biblischen Aussagen auf die gleiche Stufe stellt. Keine heutige, von Menschen erschaffene und geleitete Organisation bzw. kein menschliches Gremium hat weder vor, noch von Gott das Recht, für ihre menschlich/unvollkommenen Organisationsdirektiven gegenüber "missliebigen" Personen, die u. U. weiter blicken als sie selbst, einen Gehorsam einzufordern, wie er gegenüber "echt göttlichen" Geboten vonnöten ist. Durch einen solchen Anspruch stellt sich die WTG bzw. ihr oberstes Zentralkomitee mit Gott auf eine Stufe und beansprucht göttliche Autorität, was im Sinne von 2Thess 2,4 ("[sie] sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass [sie] Gott sei") als anmaßend/blasphemische Selbstüberhebung anzusehen ist.

Im Übrigen widerspricht die WTG-Variante der Art der Anwendung dieser Richtlinie Pauli sowohl dem klaren Zusatz in V. 15 ("Doch haltet ihn nicht für einen Feind"), als auch der Aussage aus Jud 22,23, gemäß derer "missliebige" Personen nicht gemieden, sondern ihnen – christlichem Geiste entsprechend – Beistand gewährt werden sollte. In diesem Licht erweist sich die WTG-"Bezeichnungs"-Politik als bloßes Gängelungs- und Kontrollinstrument, um die "Verkündiger"-"Herde" gruppendynamisch gefügig und ungestört-homogen zu halten. Siehe auch "Sich zurückziehen" Nr. 2.

Bezirk

Organisatorisch

Größere regionale WTG - Aufsichts- und Verwaltungseinheit, gebildet aus mehreren Kreisen, die zu einer größeren regionalen Aufsichts- und Verwaltungseinheit zusammengefasst sind und vor der 2014-Neuregelung vom "Bezirksaufseher" überwacht wurde.

Bezirksaufseher

Titel

Obsolete Bezeichnung eines "Aufsehers" eines "Bezirks", samt der Tätigkeit deren zugeordneten Kreisaufsehern und deren Ehefrauen. Obsolet seit der 2014-Neuregelung, anlässlich deren die Bezirksaufseher-Funktionärsebene gestrichen und Teile der Aufgaben den Kreisaufsehern übertragen wurden, andere an die Landesaufsichtszentralen.

Bezirkskongress

Organisatorisch

Obsolete Bezeichnung für das von der WTG angeordnete "große" dreitägige, meistens im Sommer stattfindende Pflichttreffen der "Zeugen Jehovas"; seit der 2014-Neuregelung "Regionalkongress" genannt, siehe daselbst.

Bibelforscher

Organisatorisch

Frühere Bezeichnung der "Zeugen Jehovas", siehe "Verkündiger"-Buch von 1993 Kap. 11 S. 151:

"Es stimmt, daß sich unsere Brüder häufig als Bibelforscher bezeichneten und ab 1910 in Verbindung mit ihren Zusammenkünften die Bezeichnung Internationale Vereinigung der Bibelforscher gebrauchten. 1914 gaben sie ihren örtlichen Gruppen den Namen Vereinigte Bibelforscher, um eine Verwechslung mit ihrer zuvor gegründeten gesetzlich eingetragenen Körperschaft, der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung (International Bible Students Association), zu vermeiden. Aber ihre Anbetung umfaßte weit mehr als das Forschen in der Bibel. Zudem gab es andere, die ebenfalls in der Bibel forschten — manche in ehrfürchtiger Weise, andere recht kritisch und nicht wenige lediglich deshalb, weil die Bibel in ihren Augen guter Lesestoff war. Nach Bruder Russells Tod lehnten es einige, die früher mit ihm verbunden waren, ab, mit der Watch Tower Society und der International Bible Students Association zusammenzuarbeiten, und leisteten dem Werk dieser Gesellschaften sogar Widerstand. Diese Splittergruppen nannten sich unterschiedlich; einige hielten an der Bezeichnung Vereinigte Bibelforscher fest. Das schuf zusätzliche Verwirrung. Aber 1931 nahmen wir den wirklich einzigartigen Namen Jehovas Zeugen an."

Bibelschule (für ledige Brüder)

Organisatorisch

Ehemals die "SDW" ("Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung"; englisch "MTS", "Ministerial Training School", die ab 1988 durchgeführt wurde). Ähnlich wie die "Gileadschule", nur weniger "hochkarätig" (weniger "echtes" Bibelwissen; mehr organisationsorientiert). Jetzt auch für ledige Schwestern und Ehepaare, die ihren "Dienst" "ausdehnen" ("Mehr tun") möchten und nun "Schule für Königreichsverkündiger" genannt. Wird zum Abschluss mit einem "Zertifikat" beglaubigt, aber kein "Diplom" wie im Fall der "Gileadschule".

Bibelstudium

Aktionismus
Worthülse

Allg.: Lesen und Verinnerlichen von WTG-Literatur, wobei die Bibel nur Alibifunktion erfüllt.

(1) Heimbibelstudium mit "Außenstehenden", um sie an die WTG heranzuführen und zu Zeugen Jehovas zu machen.

(2) Eigenes Privat-"Studium" jedes einzelnen Zeugen Jehovas; siehe "Persönliches Studium".

(3) WTG-Literaturstudium im Familienkreis, siehe "Studierabend der Familie".

(4) Betrachtung einer WTG-Publikation im Rahmen einer Gemeindezusammenkunft wie z. B. das "Wachtturmstudium", oder das "Versammlungsbibelstudium".

Biblisch

Worthülse

Verstanden werden soll "Der Bibel entsprechend", "auf der Bibel beruhend", "bibelgemäß"; aufgrund der Gleichsetzung der WTG bzw. ihres obersten Zentralkomitees mit Gott handelt es sich in Wirklichkeit aber um "WTG-gemäß", "WTG-angeordnet", den Weisungen, Richtlinien, Edikten, Erlassen, Befehlen usw. des obersten WTG-Zentralkomitees ("Leitende Körperschaft") folgend. Dies wird mit WTG-konformen, oft falsch angewendeten oder aus dem Zusammenhang gerissenen Standard-"Lieblings"-Bibeltexten "begründet", wie z. B. Mat 24,14; 28,19.20; Heb 10,24.25 u. a. "Biblisch" ist, was die WTG als "Biblisch" erklärt. In WTG-"Belehrung" ist "Biblisch" – so wie "Christlich" – nur ein Deckmantel und Alibi. Wird oft synonym zu "Theokratisch" verwendet. Vgl. "Christlich"; "Schriftgemäß". Gegenteil: "Unbiblisch".

Biblische Chronologie

Dogma

Laut WTG die in der Bibel enthaltenen, exakt/wörtlich auszulegenden Zeitangaben, datierten Stammbäume und Herrscherdynastien, Prophezeiungen etc., die aber tatsächlich sehr oft alles andere als eindeutig sind und nicht zweifelsfrei auf exakte historische Daten festgelegt werden können. Z.B. schreibt das nicht-bibelkritische "Handbuch zur Bibel" (©Brockhaus 1975) betreffs des Buches Richter: "Eine präzise Chronologie nach Art moderner westlicher Geschichtsschreibung ist nicht zu erwarten."

Die wichtigste "Chronologie" in WTG-Doktrin ist die auf Daniel Kap. 4 beruhende "Sieben Zeiten"-Lehre, die die Grundlage für die "1914"-Doktrin bildet. Siehe "Sieben Zeiten"; "1914".

Vermittels Aneinanderfügen und/oder Kombinieren von in verschiedenen Teilen der Bibel enthaltenen Stammbäumen und deren Datierungen wird z. B. das Datum der Erschaffung Adams für das Jahr 4026 v. Chr. berechnet, das Datum der Sintflut für 2370 v. Chr. und das Jahr des Exodus für 1513 v. Chr., zu welcher Zeit Ägypten eine Hochkultur auf höchstem Niveau war. Da die Sintflut als weltweit angesehen wird, die sämtliche prädiluvialen Kulturen (und möglicherweise sogar die Dinosaurier) restlos ausgelöscht haben soll, verbleibt nur eine – aus historischer Sicht – lächerlich geringe Zeitspanne von wenigen Jahrhunderten zur Entstehung solch exorbitanter alter Hochkulturen wie China, Ägypten, oder gar Meso-Amerika. Abraham soll im 19 Jhdt. v. Chr. gelebt haben, in einer Stadt (Ur), die im Lichte archäologischer Funde als hochkulturell gilt. Eine solche Hochkultur müsste sich also innerhalb von weniger als vier Jahrhunderten aus dem nach der Sintflut herrschenden Nichts von den acht Flutüberlebenden her entwickelt haben. Bereits kurz nach der Flut soll es gemäß WTG-Chronologie zur Rebellion Nimrods – gemäß buchstäblicher Auslegung des Stammbaums aus Gen 10,1-8 der Urenkel Noahs – gekommen sein, der laut Gen 10,10-12 als Begründer der Hochkultur der Levante beschrieben wird. Aus wissenschaftlich/historischer Sicht und dem, was über historisch/kulturelle Entwicklungsprozesse bekannt ist, sind diese Zeiträume als indiskutabel zu gering zu bezeichnen. Das Problem ist:

(1) Sind die prädiluvialen biblischen Zeitangaben mit heutigen zu vergleichen?

(2) Wie verhält es sich mit dem Übergang von prä- zu postdiluvialen Zeitangaben: Laut Gen 9,28 lebte Noah nach der Flut noch 365 Jahre. Falls prädiluviale Zeitspannen von nachsintflutlichen verschieden sind: Wie lange wurde nach der Flut noch mit prädiluvialem Maß gemessen?

(3) Sind die Abstammungslisten als vollumfassend anzusehen, oder nur als generisch/abgekürzt? Welche Namen stehen für Sippen/Familienclans anstatt für Einzelpersonen?

Im Lichte der Nichtbeantwortbarkeit dieser Fragen müssen sämtliche, auf diesen Bibelangaben beruhende Berechnungen als spekulativ, unwissenschaftlich und für einen persönlichen Glauben als unzuverlässig und irrelevant betrachtet werden. Auch hier gilt der Grundsatz: "Man darf und sollte die Bibel nicht als Rechenbuch missbrauchen".

Biblische Erfordernisse

Worthülse

Die menschlichen und nichtinspirierten Anforderungen und Erfordernisse der WTG, die als von Gott kommend dargestellt und in WTG-"Belehrung" und "Unterweisung" mit zahllosen, zumeist gemäß der Rösselsprungmethode miteinander kombinierten und/oder aus dem Zusammenhang gerissenen Alibi-Bibeltexten pseudobiblisch "untermauert" werden.

Zu "Biblisch" siehe daselbst.

Biblische Wahrheit

Dogma
Worthülse

Die Wahrheit der WTG/der Zeugen Jehovas. "Biblisch" bzw. "Wahr" ist, was die WTG für "Biblisch" bzw. "Wahr" hält. Siehe auch "Biblisch"; "Wahrheit, die".

Biblischer Grundsatz

Organisatorisch
Worthülse

Auch "Theokratischer Grundsatz" genannt. Eine WTG-Basisregel. Siehe "Grundsatz".

Biblisches Verständnis

Worthülse

WTG-Verständnis und -Auslegung der Bibel, von allen Zeugen Jehovas als verbindlich – da göttlichen Ursprungs – anzunehmen. Die "Einzig richtige/einzig wahre" Lehre. Siehe "Verständnis". Betreffs "Biblisch" siehe daselbst.

Bildung

Abwertend
Dogma

(1) "Weltliche" Bildung wie Hochschul- oder Universitätsstudium ("Höhere Bildung"), beruflicher oder sonstige Weiterbildung, Kurse auf persönlich / privaten Interessensgebieten oder zur persönlichen Erbauung und Bereicherung etc. "Böse" und "schlecht", weil in Konkurrenz zu WTG-Interessen stehend: "Solltet Ihr die Zeit, die ihr mit solch nutzlosen, selbstsüchtig / materialistischen Interessen verschwendet, nicht besser dazu verwenden, von Haus zu Haus zu predigen?" Siehe "Höhere Bildung".

(2) "Theokratische" Bildung anlässlich von WTG-organisierten Gemeindezusammenkünften, Kongressen, Organisationsschulungen, etc.; siehe "Belehrung". Wird von der WTG selbstherrlich als "Göttliche Bildung" sowie als "Die beste Bildung, die es gibt" bezeichnet.

Allgemein gilt generelle Ablehnung seitens der WTG aller von ihr nicht-approbierten, (weiter)bildenden Literatur und Initiativen mit dem Argument, diese seien "Geistig gefährlich", siehe daselbst . Siehe z. B. "Unser Königreichsdienst" Sept. 2007 S. 3 Fragekasten – Anmerkung in eckigen Klammern und Normaldruck eingefügt:

"Billigt es 'der treue und verständige Sklave', wenn sich Zeugen Jehovas eigenständig zusammentun, um biblische Themen zu untersuchen und zu debattieren? (Mat. 24:45, 47). – Nein. … Einige beschäftigen sich gemeinsam mit anderen eingehend mit dem biblischen Hebräisch und Griechisch … Andere erforschen wissenschaftliche Themen, die mit der Bibel zu tun haben. Damit Ansichten ausgetauscht und debattiert werden können, wurden Websites und Chatrooms eingerichtet. Es wurden auch Tagungen abgehalten und Veröffentlichungen hergestellt, um Studienergebnisse publik zu machen und um unsere Zusammenkünfte und unsere Literatur zu ergänzen. Jehova [= das oberste lehrgebende WTG-Leitungsgremium] sorgt dafür, dass alle seine Diener [= die "Diener" der WTG] unter der Leitung seines Geistes und gestützt auf sein Wort der Wahrheit das bekommen, was sie benötigen. Daher billigt der 'treue und verständige Sklave' keinerlei Literatur, keine Websites und keine Treffen, die nicht unter seiner Leitung hergestellt oder organisiert werden."

Somit wird jegliche "weiterführende" bzw. "echte (biblische) Bildung" wie z. B. das Studium der biblischen Sprachen seitens der "Versammlungsverkündiger" von der WTG bzw. ihres Zentralkomitees klar abgelehnt und als "Verschwendung von Zeit, die besser im Predigtdienst eingesetzt werden sollte" angeprangert. Während sogenannte "weltliche" Unternehmen ihre Mitarbeiter dazu ermuntern und fördern, sich eigeninitiativ weiterzubilden, da sie den Nutzen gut informierten Personals, das über den Tellerrand der eigenen täglichen Beschäftigung hinausblickt, erkannt haben, möchte die WTG ihre "Verkündiger"-"Herde" im Dunkeln und geistig träge und "dumm", als tumbe Befehlsempfänger am ständig träufelnden Tropf der WTG-Organisations-"Mutterbrust" halten, die schön brav und "fleißig"  von Haus zu Haus  "predigen" und nicht in der Lage, die ihnen von ihrer "Mutterorganisation" verabreichten Dogmen,  Direktiven und Publikationen zu analysieren und zu hinterfragen bzw. über den von der WTG festgeschriebenen, eng umgrenzten geistigen Horizont hinauszublicken und u. U. die biblische Nichtbegründbarkeit, die Willkür und die Fehlerhaftigkeit von WTG-Dogmen zu erkennen.

Blaue Bombe

Worthülse

Das 1969 herausgegebene "Wahrheits"-Taschenbuch in blauem Kalikoeinband ("Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt"), das angeblich eine Rekordauflage hatte (laut WTG "das nach der Bibel viertmeistverbreitete Buch aller Zeiten") und das zu einem enormen zahlenmäßigen Wachstum von Zeugen Jehovas in der ersten Hälfte der 1970er führte, bis es nach 1975 aufgrund der Enttäuschung i. V. mit dem Ausbleiben des von der WTG proklamierten "Endes dieses Systems" wieder zu einem zahlenmäßig starken Mitgliederschwund kam.

Blutfrage

Dogma

Basierend auf Gen 9,4; Lev 7,27; 17,10-14; Deut 12,16.23; 1Sam 14,33; 2Sam 23,17 und besonders Apg 15,20.29 und 21,25 postuliert die WTG das "absolute und göttliche Totalverbot des Aufnehmens jeglichen Fremdblutes in den eigenen Körper, sowohl oral als auch intravenös in Form von Bluttransfusionen". Neben dem 1914-Dogma, dem "Haus-zu-Haus-Predigtgebot", der "Treue und verständige Sklaven/Leitende Körperschafts"-Doktrin und der "Endzeit / Letzte Tage"-Lehre ist dies eine "Heilige Kuh" der WTG.

Betreffs der AT-Stellen behauptet die WTG, hier handele es sich um "zeitlos/ewige, biblische Grundsätze" und von der Apg-Stelle heißt es: "Da nicht spezifisch gesagt wird 'nicht essen', sondern 'sich enthalten', geht es hier nicht nur um 'Essen', sondern um jegliche Form von Blutzufuhr in den eigenen Körper, und das schließt Bluttransfusionen mit ein. Da dies in gleichem Zug mit Götzendienst und Hurerei erwähnt wird, handelt es sich hier um ein Sittengesetz und zeigt die absolute Wichtigkeit, diesem göttlichen Verbot von Bluttransfusionen nachzukommen". Ein solches Verständnis findet allerdings i. d. R. nicht die Zustimmung von Bibelgelehrten. Zum einen zeigt der Kontext klar, dass der Sinn und Zweck dieser apostolische Verordnung darin bestand, im damaligen Zeitrahmen Einheit zwischen Juden- und Heidenchristen zu gewährleisten, vor dem Hintergrund der in der damaligen "heidnischen" Welt üblichen Götzenopfergebräuche, die rituelle "Unzucht (porna)" und den Gebrauch des Blutes von Opfertieren mit einschloss. Des Weiteren muss diese Verordnung im Lichte der AT-Stellen gesehen werden, in denen es ausschließlich um das (1) Essen von (2) Tierblut geht. Schließlich ist auffällig, dass in sämtlichen anderen NT-Anforderungs- bzw. "Verurteilungs/Verbots"-Listen, in denen Götzendienst, Hurerei etc. explizit "verboten" werden (z. B. Röm 1,28-31; 1Kor 6,9.10; Kol 3,5.8; 1Tim 1,9.10) keinerlei Erwähnung oder Anspielung auf ein "Blutverbot" vorhanden ist. Die Lage betreffs eines "göttlichen Absolutverbotes von Bluttransfusionen" ist also nicht so sonnenklar, wie von der WTG behauptet. Nicht zuletzt hat sie selbst ihre frühere Rigidforderung betreffs des Verbotes jeglicher Bluttransfusionen dahingehend aufgeweicht, dass nun zwischen "Vollblut" und "Blutfraktionen" unterschieden, und jedem Einzel-Zeugen Jehovas die Entscheidung überlassen wird, welche "Art" von Transfusionen er akzeptiert oder nicht.

Betreffs 2Sam 23.10-14 ("Wer gibt mir Wasser zu trinken aus der Zisterne von Bethlehem… Die drei Helden drangen in das Heerlager der Philister ein und schöpften Wasser aus der Zisterne von Bethlehem … Ist es nicht das Blut der Männer, die um ihr Leben hingegangen sind? Und er wollte es nicht trinken") ist klar erkennbar, dass es in dieser Passage nicht um "Leben retten durch Verabreichen von Blut" geht. David lag nicht im Sterben, und benötigte nicht das Wasser dieser speziellen Quelle, um am Leben zu bleiben; er hatte anderes Wasser zur Verfügung. Wie Kommentare zeigen, geht es hier vielmehr darum, dass David sich dafür schämte, das Leben seiner Männer wegen eines "Gelüstchens" leichtfertig aufs Spiel gesetzt zu haben und ihnen für ihren Einsatz seinen Respekt erwies. WTG-Auslegung dieser Stelle im Sinne eines "göttlichen Verbotes von Bluttransfusionen" erscheint völlig überdehnt und biblisch ohne Grundlage. Siehe z. B. den "Full Matthew Henry Commentary".

Angesichts des Aufwandes, den die WTG i. V. mit der "Blutfrage" treibt (wiederkehrende, relevante "Belehrungen" in Zusammenkünften und Literatur, Propaganda-Aktivitäten bei Ärzten und in Krankenhäusern, "Krankenhausinformationsdienst", "Krankenhaus-Verbindungskomitees", Stipulieren von – von jedem Zeugen Jehovas ständig mitzuführenden – "Blutkarten", die vor Zeugen, oder notariell beglaubigt, zu unterschreiben und bei den Zeugen in Kopie zu hinterlegen sind, etc.) fragt man sich, ob die hierfür aufgewendete Energie nicht besser auf nutzbringendere Weise verwendet werden sollte wie z. B. für die Unterstützung bedürftiger Gemeindemitglieder, oder auf andere, wohltätige und der menschlichen Gesellschaft nützliche Weise.

Blutschuld

Biblisch/umgedeutet
Dogma
Worthülse

Schuld, die jeder Zeuge Jehovas laut WTG auf sich lädt und die zu seiner "Ewigen Vernichtung" in "Harmagedon" führt, wenn er nicht "genug predigt", d.h. so viele Nicht-Zeugen Jehovas wie möglich vor Gottes kommendem Strafgericht warnt, um sie dazu zu bewegen, sich ebenfalls der WTG  unterzuordnen und Leistung für diese zu erbringen. Wenn ein Nicht-Zeugen Jehovas in Harmagedon stirbt und er hätte von Zeugen Jehovas "gewarnt" werden können und wäre möglicherweise selbst ein Zeuge Jehovas geworden, so muss dies laut WTG der "Zeuge Jehovas", der ihn hätte warnen können, dies aber versäumt hat, mit seinem eigenen Leben bezahlen. "Biblisch" "belegt" wird dies mit Hes 3,18; 33,6-9 sowie 1Kor 9,16, wo Paulus explizit auf den ihm (nicht allen Christen im allg.) direkt von Christus übertragenen "Verkündigungsauftrag" anspielt. Betreffs der (von der WTG gewollten) Angst- und Schuldgefühle, die dies bei "Zeugen Jehovas" bewirkt siehe "Genug tun; genügend tun".

Der Begriff kommt aus dem AT (siehe z. B. Ex 22,2; 1Sam 25,26; Spr 28,17 u. a.; wörtlich "Blute", דָּמיִם dāmīm, vom Singular דָּמ dām) und wird von der WTG zum Aufbauen einer Drohkulisse verwendet, um ihre "Schäfchen" auf der Grundlage von Angst- und Schuldgefühlen zu größtmöglicher "Predigtdienst"-Leistung anzustacheln. Siehe "Wächterverantwortung".

Böcke; bockgleiche Menschen

Abwertend
Biblisch/umgedeutet

Nicht-Zeugen Jehovas; "Ungläubige" sowie "Feinde" und "Gegner" der WTG, selbst solche, die ihr nicht "feindlich" gesonnen sind, aber sich ihrer Doktrin und ihren Direktiven nicht unterwerfen. Diese behandelt die WTG nach dem Motto: "Und willst du nicht unser Sklave sein, so schlagen wir dir den Schädel ein". Von ihr selbst als "Feinde Gottes" und "Feinde der Wahrheit" bezeichnet, die in "Harmagedon" das Strafgericht "Ewiger Vernichtung" erleiden. Unter "Zeugen Jehovas" werden des Öfteren Personen, die ihnen feindselig begegnen ("Feinde der Wahrheit", "Feinde Gottes") als "Bock" bzw. "Böcke" bezeichnet. Antonym: "Schafe; schafähnliche Menschen". Begriffe abgeleitet aus Mat 25,32; siehe "Trennungswerk". Antonyme: "Schafe; schafähnliche Menschen", siehe daselbst.

Betreffs der Einstufung von "Böcken/bockgleichen Menschen" innerhalb der möglichen Stufen von WTG-"Unterordnungs"-Graden siehe "Anerkannter Mitverbundener".

Betreffs einer Zusammenfassung der neuesten WTG-"Lehre" betreffs der Bedeutung des Gleichnisses von den "Schafen und Böcken" aus Mat 25 im Rahmen ihrer "Neues Licht"-Doktrin siehe "Neues Licht".

Böses Herz (des Unglaubens)

Abwertend
Biblisch/umgedeutet

Wendung entnommen aus Heb 3,12 und interpretiert als kritisches  Hinterfragen, oder "stolzes und rebellisches" Nichtanerkennen von WTG-Dogmen und -Doktrin im Lichte von deren Unstimmigkeiten, was als "Mangel an 'Unterordnung' und 'Unterwürfigkeit' " sowie als "Ungehorsam" und "Rebellion" gegen Gott selbst gilt. Gleichbedeutend mit Apostasie; siehe "Abtrünnig; Abtrünnige; Abtrünnigkeit".

Das Einstufen abweichender bzw. nicht konformer oder unangenehmer Ansichten und Meinungen anderer, auf die jeder Mensch vollstes Anrecht hat , als "böse" und "ungläubig" muss als unnannehmbare und völlig inakzeptable Anmaßung, krasseste Arroganz und extreme Selbstüberhebung aufs Entschiedenste zurückgewiesen werden. Nur Gott hat das Recht, zu entscheiden, was "böse" und "ungläubig" ist; weder Menschen noch einer von Menschen geschaffenen Organisation wie der WTG stehen solche Festlegungen von Moral- und Sittenmaßstäben auch nur im Entfernesten zu.

Braut Christi

Biblisch/umgedeutet
Dogma

Die 144000 "Geistgesalbten" mit "himmlischer Hoffnung" in kollektivem Sinne, als Klasse bzw. als Einzelperson gedacht. Siehe "Brautklasse"; des Weiteren siehe "Hochzeit des Lammes".

Betreffs des Irrtums der "Zwei Klassen/Zwei Hoffnungen"-WTG-Theorie im Lichte von Joh 10,16; Eph 4,4 et al. siehe "144000".

Brautklasse

Biblisch/umgedeutet
Dogma

Die 144000 "Geistgesalbten" in kollektivem Sinne, als Klasse bzw. als Einzelperson gedacht. Die "Braut"-Symbolik stützt sich auf 2Kor 11,2; Eph 5,25-29 sowie Offb 19,7 und 21,2. Siehe "Gesalbte".

Betreffs der WTG-Erklärung hinsichtlich des "Zeugnisses des Heiligen Geistes" (inneres Wissen darum, ein "Gesalbter" und damit Teil der "Brautklasse" zu sein mit der daraus resultierenden "Himmlischen Hoffnung") siehe "Geistzeugung".

Betreffs des Irrtums der "Zwei Klassen/Zwei Hoffnungen"-WTG-Theorie im Lichte von Joh 10,16; Eph 4,4 et al. siehe "144000".

Brooklyn

Organisatorisch

Bezeichnung für die prä-Warwick-, bis 2016 im New Yorker Stadtteil Brooklyn angesiedelte WTG-Weltzentrale (auch "Hauptbüro" genannt), die auch als U.S.A.-"Landesaufsichtszentrale" fungiert, wo das "Leitende Körperschaft" genannte, oberste WTG-Zentralkomitee wirkt.

Brüder Christi

Biblisch/umgedeutet
Dogma

Begriff basiert auf Röm 8,29 sowie Heb 2,11. Wie der Begriff "Kinder Gottes" laut WTG ausschließlich auf die 144000 "Gesalbten" beschränkt, obgleich laut Mat 12,50 JEDER Mensch, der den Willen Gottes tut, ein Glied der Familie Christi und damit der "Bruderschaft/Geschwisterschaft" Christi, seines "Leibes" ist, der laut Gal 3,28 und 1Pet 3,7 auch Frauen mit einschließt.

Laut eigenmächtigem WTG-"Befund" ist nur jemand ein "Bruder Christi" bzw. ein "Glied des 'Leibes Christi'" und des "Geistigen Israel", wenn er "Gesalbt" ist, da er nur so – als "Geistiger Sohn  Gottes" – mit Jesus Christus den gleichen Vater – Gott – sowie die gleiche "geistige Mutter" – das "Jerusalem droben" – hat. Siehe z. B. das "Neueste WTG-Licht" betreffs der Bedeutung der Gleichnisse Jesu aus Mat Kap. 25 im "Wachtturm" vom 15.3.2015 S. 27 Abs. 7:

"Mit „meine Brüder“ sind geistgesalbte Männer und Frauen gemeint, die mit Christus im Himmel regieren werden".

Vgl. auch "Wiedergeboren; Wiedergeburt".

Dieses "Neueste WTG-Licht" zurrt dieses – utilitaristisch/eigennützige Interessen der WTG bedienende – Verständnis als "göttliche  Wahrheit" für alle "Zeugen Jehovas" absolut verbindlich und unverrückbar fest, siehe "Neues Licht" sowie "Zehn Männer aus allen Nationen". Gemäß diesen Erklärungen bedeutet das Befolgen von Jesu Christi Aussage aus Mat 25,34-40 ("Den Brüdern Christi Gutes tun") laut WTG, der die "Gesalbten 'Brüder Christi'" unter der Leitung ihres obersten Zentralkomitees repräsentierenden WTG  absolut  untertan zu sein, hauptsächlich durch Volleinsatz im Durchführen des von ihr zu göttlich/christlichem Gebot erhobenen "Haus-zu-Haus - Predigtdienstes". Durch diese "haarsträubend" egozentrische Behauptung, nur sie – die WTG bzw. die von ihr approbierten  "Gesalbten" – seien die "Brüder Christi", denen es in absolutem  Gehorsam durch Hochleistungseinsatz für ihre Verlagsinteressen  nachzufolgen gilt, stellt sich die WTG mit totalitären Kirchen wie der Römisch-Katholischen Kirche mit ihrem Anspruch, "Alleinseligmachend" zu sein, sowie mit anderen, göttliche Sendung, gottgleiche Verehrung und absoluten Gehorsam beanspruchenden und völlige Selbstaufgabe und Volleinsatz für ihre Gruppe fordernden Sektenbossen wie Uriella, Jim Jones, David Koresh, Baghwan, Ron L. Hubbard, Sun Myung Moon etc. auf eine Stufe und erfüllt den Tatbestand des in 2Thess 2,4 angeführten blasphemischen "Sich in den Tempel Gottes setzen und sich ausweisen, dass er Gott sei".

Betreffs des Fehlers der WTG-Einschränkung bezüglich der Zugehörigkeit zu den "Brüdern Christi" siehe "Leib Christi".

Betreffs des Irrtums der "Zwei Klassen/Zwei Hoffnungen"-WTG-Theorie siehe "144000".

Betreffs der WTG-Behauptung, die Bibel – vornehmlich das NT – sei "in erster Linie" an WTG-approbierte "gesalbte 'Brüder Christi'" gerichtet siehe "Gesalbt; Gesalbte".

Betreffs der WTG-Erklärung hinsichtlich des "Zeugnisses des Heiligen Geistes" (inneres Wissen darum, ein "Gesalbter" und damit ein "Bruder Christi" zu sein mit der daraus resultierenden "Himmlischen Hoffnung") siehe "Geistzeugung".

Betreffs der "haarsträubend" egozentrisch/narzisstisch/omphaloskeptischen Interpretation der WTG von Mat 25,34-40 hinsichtlich der von ihr auf sich selbst bezogenen Wendung "Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan" siehe "Zehn Männer aus allen Nationen".

Bruderschaft

Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Siehe "Glaubensbrüder". Alle Zeugen Jehovas, die sich aufgrund ihrer "Verwandtschaft im Glauben" als "Geistige  Brüder und Schwestern" betrachten sollen, ohne Rang- und Standesunterschiede, was aber nicht der innerhalb der WTG herrschenden Realität entspricht, wodurch es bei vielen Zeugen Jehovas zu massiven kognitiven Dissonanzen kommt. Vgl. "Geistiges Paradies".

Der Begriff stützt sich auf 1Pet 2,17 und 5,9 (ἀδελφότης adelphotēs).

Buch des Lebens

Biblisch/umgedeutet

Sinnbild für die "Liste"/das "Verzeichnis" von Menschen in Gottes Sinn oder Erinnerung, die von ihm das Geschenk Ewigen Lebens erhalten, siehe Mal 3,16. Wendung taucht auf in Ps 69,29(28); Phil 4,3; Offb 3,5; 13,8; 17,8; 20,12.15; 21,27, wobei Offb 13,8 und 21,27 von "des Lammes" – i.e. Christi – "Buchrolle des Lebens" sprechen.

Laut WTG muss sich jeder Mensch durch Volleinsatz ("Ganzherzigkeit"), absoluten  Gehorsam und unbedingtes,  kritik- und widerspruchsloses  Befolgen aller ihre Befehle und Direktiven, die als göttliche  Gebote dargestellt werden, den Eintrag in diese "himmlische Kartei" verdienen und verliert seine Registrierung durch das Verüben von "Sünde" sehr schnell wieder, auf jeden Fall dann, wenn seitens der WTG ein "Ausschluss/Gemeinschaftsentzug" verhängt wird, wobei sich die WTG gerne auf Mat 18,18 und Joh 20,23 beruft; diese Richtlinien wurden allerdings an inspirierte Apostel der Urkirche gerichtet und nicht an eine unvollkommene, nichtinspirierte, menschliche Organisation von eigenen Gnaden wie die WTG.

Buchrolle des Lebens

Biblisch/umgedeutet

Siehe "Buch des Lebens".

Bundesverhältnis

Biblisch

Siehe "Mosaisches Gesetz; mosaischer Gesetzesbund".

Bundesvolk

Biblisch

Das "Alte Israel", das unter dem "Gesetzesbund" stand. Siehe "Mosaisches Gesetz; mosaischer Gesetzesbund".

C

Christ; Christen

Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Laut NT die Nachfolger Jesu Christi (vgl. "Christlich"), siehe Apg 11,26; 26,28; 1Pet 4,16. Betreffs der Frage, wer "wirklich" ein "wahrer Christ" ist, siehe "Leib Christi".

Laut WTG sie selbst bzw. alle WTG-gehorsamen  "Zeugen Jehovas", wodurch sie diesen Begriff in eigenzweckdienlich/verdrehender und irreführender Weise usurpiert.

Ein Beispiel für der WTG Selbstverständnis (Wunschvorstellung) als "Christlich" ist im "Wachtturm" vom 1.7.1993 S. 13 Abs. 3 und 4 zu finden:

"In der New Catholic Encyclopedia (Band 3, Seite 694) wird über sie gesagt: „Die urchristliche Gemeinschaft, die zunächst nur als eine weitere Sekte innerhalb des jüdischen Umfelds betrachtet wurde, erwies sich als einzigartig sowohl in ihrer theologischen Lehre als auch besonders im Eifer ihrer Mitglieder, die als Zeugen Christi dienten, und zwar ‚in ganz Judäa und Samaria und selbst bis zu den Enden der Erde‘ (Apostelgeschichte 1,8).“ Man beachte die Aussagen „als eine weitere Sekte … betrachtet“, „einzigartig … in ihrer … Lehre“ und „Eifer … als Zeugen“. Und nun beachte man, wie in derselben Enzyklopädie Jehovas Zeugen beschrieben werden: „Eine Sekte … Die Zeugen sind fest davon überzeugt, daß in wenigen Jahren  das Ende der Welt kommt."

(Man beachte, wie die WTG in o. a. Zitat die Feststellung, die ersten Christen seien "Zeugen CHRISTI" – nicht "Zeugen Jehovas" – gewesen, kommentarlos unter den Teppich kehrt. Mehr hierzu siehe "Jehovas Zeugen"; "Ihr seid meine Zeugen".)

Obgleich sich die WTG pausenlos als "Christlich" bezeichnet (vgl. auch "Christenversammlung"), muss im Lichte ihrer menschengemachten, doch zu gottgleicher Autorität erhobenen Organisationsstruktur mit Fokus auf ihr alles beherrschendes, oberstes Zentralkomitee sowie dessen auf weiten Strecken jeglicher biblisch/christlichen Grundlage entbehrenden Direktiven, Dogmen und Erlasse sowie sich ständig wandelnden, als göttliche Offenbarung bezeichneten, zweckdienlichen "Neue Licht"-Lehren festgestellt werden, dass sich die WTG – vertreten durch dessen gottgleiches Zentralkomitee – "auf Gottes Stuhl gesetzt hat" (2Thess 2,4) und damit großenteils unchristlich ist. Ganz besonders deutlich wird dies angesichts des Beiseiteschiebens des zentralen christlichen Liebesgebotes aus Joh 13,34.35 (siehe "Liebe") zugunsten des zum "allerwichtigsten  göttlichen  Gebot" erhobenen, angeblich von Jesus Christus allen Christen erteilten Hochleistungs-"Haus-zu-Haus-Predigtgebotes", ohne dessen strikte – oder: nicht ausreichende – Befolgung laut WTG "Ewige Vernichtung" im "Göttlichen Strafgericht" von "Harmagedon" droht. Siehe auch "Leib Christi".

Christenheit

Abwertend

"Scheinchristlicher" Teil von "Babylon der Großen", also alle sog. "christlichen" Kirchen und Denominationen, die laut WTG besonders verurteilungs- und verdammungswürdig sind. Wird auch als "Gegenbildliches Jerusalem" bezeichnet, siehe daselbst. Der WTG ein besonderer Dorn im Auge (insbesondere die "böse Geistlichkeit"), da sie laut WTG nur "vorgeben", den Gott der Bibel zu repräsentieren, aber durch ihre "falschen Lehren", ihre Korruption sowie ihre Verstrickung in Politik und Kommerz große "Schmach" auf den "Namen Gottes" gebracht haben. Siehe auch "Falsche Anbetung", "Falsche Religion".

Die WTG betrachtet die Christenheit und ihre "Geistlichkeit" als ein besonders bösartiges, ausschließlich gegen die WTG gerichtetes Werkzeug Satans des Teufels. Durch ihre auf den zweiten WTG-Präsidenten J. F. Rutherford zurückgehende und von ihm begründete extreme Aggressivität und außerordentliche Feindseligkeit der WTG gegenüber der in ihrer Literatur stark vereinfachend und nicht realitätsgemäß ausnahmslos als verrucht und korrupt dargestellten "Geistlichkeit der Christenheit", die auch vor den herabwürdigendsten Verunglimpfungen und dem beißendsten Spott und Häme gegenüber Priestern, Theologen und Bibelgelehrten nicht haltmacht, hat die WTG das von ihr immer wieder lautstark als schiere Boshaftigkeit an den Pranger gestellte Vorgehen von Geistlichen gegen sie selbst in vielen Fällen selbst zu verantworten, einschließlich dadurch losgetretener "Verfolgungen". In ausnahmslos allen (üblicherweise in WTG-"Jahrbüchern" veröffentlichten) WTG-"Geschichtsberichten" wird typischerweise betont, wie seitens Staatsregierungen gegen die WTG durchgeführte "feindliche" Aktionen (Unterdrückung, Verbot, Verfolgung) durch "Geistliche" bzw. "die Geistlichkeit" auf hinterhältige Weise initiiert und losgetreten wurden mit der Behauptung, dies sei in Ps 94,20 "prophezeit" worden. Anstatt scheinheilig die "Boshaftigkeit der bösen Geistlichkeit der Christenheit" zu beklagen, sollte sich die WTG fragen, inwieweit sie sich die "Feindschaft der Welt" durch ihre unablässige vitriolische Hetze gegen die von ihr so sehr geschmähte "böse Geistlichkeit" nicht selbst zuzuschreiben hat. Siehe "Verfolgung".

"Der Wachtturm" vom 15.11.2004 S. 25 Abs. 21 enthält ein typisches Beispiel für der WTG extrem überzeichnete und drastisch simplifizierende Schwarzweißmalerei im Vergleich ihrer selbst mit der von ihr verurteilten "Christenheit" ("Wir die Lieben gegen die Bösen dort") vermittels krasser Falschauslegung von Bibeltexten:

"Die Christenheit wird gegenwärtig von solch einer geistigen Hungersnot heimgesucht. Doch gerecht gesinnte Menschen unter ihnen können die geistige Wohlfahrt des Volkes Gottes sehen und strömen ständig in Jehovas Organisation. Mit treffenden Worten beschreibt Jehova den Gegensatz zwischen der Situation der Christenheit und der von Gottes Dienern: „Siehe! Meine eigenen Knechte werden essen, ihr selbst aber werdet hungern. Siehe! Meine eigenen Knechte werden trinken, ihr selbst aber werdet dürsten. Siehe! Meine eigenen Knechte werden sich freuen, ihr selbst aber werdet Schande erleiden“ (Jesaja 65:13)."

Eine solch krass simplifizierende und die Realität abstrus verzerrende Behauptung muss als völliger Unsinn und bar jeglichen Wahrheitsgehaltes eingestuft werden. Es waren eminente Bibelgelehrte und Philologen der "Christenheit" wie z. B. Wilhelm Gesenius (1786-1842) oder Rudolf Kittel (1853-1929), die Bahnbrechendes auf dem Gebiet von Quellen- und Schriftforschung, Bibelübersetzung und Exegese leisteten, teils bevor die WTG überhaupt existierte. Es waren gelehrte Missionare der "Christenheit", die die Masse an Bibelübersetzungen in zahllose Sprachen ihrer Missionsgebiete anfertigten, ohne dass die WTG hier auch nur den kleinsten Beitrag geleistet hätte. Alles, was sie in dieser Beziehung "leistete" war, als "nutznießender Trittbrettfahrer" von all diesen bereits vorher erbrachten Leistungen i. V. mit ihrer eigenzweckdienlichen  Propagandatätigkeit zu profitieren. Zu behaupten, alle Gelehrten der "Christenheit" sowie die Nutznießer ihrer Leistungen "hungerten geistig", dieweil es sich bei eintöniger, repetitiver und spirituell leerer WTG-Indoktrination betreffs des Einhaltens von WTG-Organisationsdirektiven um "spirituell reichhaltige Belehrung" handele ist so abwegig und abstrus, wie es größenwahnsinnig ist.

Das Postulat einer "Gegenbildlichen/heutigen/neuzeitlichen Erfüllung" an "Christenheit" und WTG (oder irgendeiner anderen heutigen Kirche, Religionsorganisation etc.) auf der Grundlage dieses Verses (Jes 65,13) ist willkürliche, sektiererisch/eisegetische Spekulation; diverse Kommentatoren sehen diese Vorhersage als an den gehorsamen Juden in vorchristlicher Zeit, und auch (so z. B. John Gill) an den aus Jerusalem vor der römischen Zerstörung 70 A.D. geflohenen ersten Christen erfüllt. Zum anderen ist die ausschließliche, limitierte Anwendung seitens der WTG auf sich selbst als arrogant egozentrisch/narzisstisch/omphaloskeptischer Größenwahn zu werten und zurückzuweisen.

Laut WTG wird die "Christenheit" durch das "abtrünnige Jerusalem" der großen Propheten "Vorgeschattet".

Christentum

Biblisch/umgedeutet

Laut WTG mit der WTG-Organisation "verbunden" (siehe "Taufe") sein; Totalunterordnung unter das Diktat ihres obersten Zentralkomitees; "Zeuge Jehovas" gemäß WTG-Vorgabe und Definition; das gehorsame und unterwürfige  Ausführen des von ihr eigenmächtig zu göttlich/christlichem  Gebot erhobenen "Predigtauftrages", der als das wichtigste aller christlichen Gesetze betrachtet wird.

Laut NT "Christlichkeit" oder "Christ-Sein", d. h. das in der Nachfolge Jesu Christi-Stehen echter Christen, der "(Fußstapfen-) Nachfolger Jesu", der "Glieder seines Leibes", die das christliche Liebesgebot als fundamentalstes aller göttlichen Gesetze betrachten.

Christenversammlung

Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Die WTG  wendet diesen Begriff in einem weiten Sinne auf sich selbst, auf die eigene Organisation, d.h. die Gesamtheit aller "Zeugen Jehovas"-Verkündiger, Hierarchiefunktionäre, von ihr bezahlter "Sondervollzeitdiener" und des Obersten Leitungsgremiums an, im engeren Sinn jedoch nur auf die 144000 "Gesalbten".

Ein Beispiel für die egozentrisch/omphaloskeptische Anwendung seitens der WTG auf sich selbst siehe "Der Wachtturm" vom Juni 2016 erster "Studienartikel" S. 9 Abs. 11; S. 10 Abs. 13; Anmerkungen in Klammern und Normaldruck hinzugefügt:

"Heute formt Jehova seine Diener hauptsächlich durch sein Wort (biblisch korrekt), seinen heiligen Geist (biblisch korrekt) und die Christenversammlung (= die WTG – aus biblischer Sicht falsch). … Jehova formt uns als Einzelne auch durch die Christenversammlung (= die WTG) und ihre Aufseher."

Biblisch betrachtet, umfasst der Begriff "ἐκκλησία ekklēsia" (gesprochen "Enklēsia") die Gesamtheit aller Nachfolger Christi, siehe Mat 16,18; Apg 5,11 u. a., die nicht in einer menschlichen "Organisation" zusammengefasst sind, sondern in der höheren Wirklichkeit des alle menschlichen Organisationsstrukturen transzendierenden "Leibes Christi" (Röm 12,5; 1Kor 12,27), siehe 1Kor Kap. 12; Eph 4,15.16; Kol 1,18; 2,19; Offb 3,12. In diesem Lichte müssen beide WTG-Anwendungen dieses Begriffes als anmaßend und unbiblisch zurückgewiesen und verworfen werden.

Betreffs der Bezeichnung lokaler "Zeugen Jehovas"-Ortsgemeinden als "Versammlung" siehe daselbst.

Christi Auftrag

Aktionismus
Biblisch/umgedeutet
Dogma
Worthülse

Von der WTG – irrig auf Mat 28,19.20 sowie Apg 1,8 "gestützt" – postulierter Auftrag Jesu Christi an seine gesamte Enklesia aller kommenden Zeiten, "Predigtdienst" (vgl. auch "Haus-zu-Haus-Dienst"; "Jüngermachen"; "Predigen"; "Zeugnisgeben") zu verrichten. Mehr hierzu, besonders betreffs des Fehlers in relevanter WTG-"Theologie" siehe "Predigtauftrag".

Christi Gesinnung haben

Aktionismus
Biblisch/umgedeutet

Auf Phil 2,5 basierende Wendung, die durch die unmittelbar vorausgehenden, kontextbildenden Verse 1-4 in ihrer biblischen Bedeutung eindeutig festgelegt ist:

"Wenn es nun irgendeine Ermunterung in Christus gibt, wenn irgendeinen Trost der Liebe, wenn irgendeine Gemeinschaft des Geistes, wenn irgendein herzliches Mitleid und Erbarmen, so erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid, nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht tut, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst; ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen!"

Es ist zu beachten, dass es hier weder um "angestrengtes  Hochleistungspredigen" noch um "fleißiges  Studieren" geht.

Dies ist, was die WTG aus der Wendung "Wie Christus gesinnt sein" macht:

"Tagestext" vom 30.5.2016; Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck, sowie Fettdruck zur Hervorhebung hinzugefügt:

"Bewahrt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war (Phil. 2:5) Wie war Jesus denn gesinnt? Er war demütig. Aus Demut  diente er Gott opferbereit. Sein Leben drehte sich um das Predigen der guten Botschaft vom Königreich (Mar. 1:38; 13:10) [Falsch, siehe "Predigtauftrag"]. Für Jesus war Gottes Wort [nicht das einer menschlichen Organisation] die letzte Instanz (Joh. 7:16; 8:28). Er studierte fleißig [Wo steht das geschrieben?] die heiligen Schriften und konnte deshalb daraus zitieren, sie verteidigen und sie erklären.Wenn wir demütig [=WTG-gehorsam] und eifrig im Dienst sind und die Bibel gründlich persönlich studieren, entwickeln wir immer mehr Christi Gesinnung. Obwohl Jesus so eine hohe Position hat, ordnet er sich demütig dem Willen seines Vaters unter (1. Kor. 15:28; Phil. 2:9-11). Auch wir sollten uns unterordnen. Wie? Indem wir mit ganzem Herzen das ausführen, was uns aufgetragen worden ist: „Macht Jünger aus Menschen aller Nationen“ (Mat. 28:19). Auch möchten wir „gegenüber allen das Gute wirken“ — Außenstehenden und unseren Brüdern gegenüber (Gal. 6:10). w14 15. 10. 4:17, 18"

Man beachte die Häufung von WTG-"Lieblingsvokabeln" wie "Demütig sein "; "Dienen "; "Fleißig "; "Ganzherzig"; "Opferbereit sein"; "Predigen" u. a.; besonders das wiederholte Einhämmern von "Demut" ist hier auffällig, beweist dies doch das nahezu "Verzweifelte" der WTG, den "Gehorsam" seitens ihrer Befehlsempfängerherde  einzufordern.

Bei der Aussage "Jesus studierte fleißig die heiligen Schriften und konnte deshalb daraus zitieren" handelt es sich um ein sowohl infantiles, als auch willkürliches, von der WTG an den Haaren herbeizogenes Gedankenkonstrukt. Nirgends enthält das NT auch nur die geringste Anspielung auf "Jesus Christus studierte fleißig die heiligen Schriften". Zum einen war Jesus vollkommen, von Gott durch seinen Heiligen Geist gezeugt. Des Weiteren wurde er anlässlich seiner Jordantaufe durch den Heiligen Geist Gottes gezeugt und erleuchtet, so dass er seiner vormenschlichen Existenz als Logos vollends gewahr wurde, siehe z. B. Joh 8,58; 17,5; weshalb er sich an die im AT enthaltenen Geschehnisse vollständig erinnern konnte. Somit hatte er es nicht nötig, ein WTG-gemäßes "fleißiges 'Persönliches Studium' " durchzuführen; ein solches Postulat verkennt völlig das erhabene Wesen und den menschliches Dasein tranzendierenden Charakter Jesu Christi.

Die WTG reduziert und verzerrt also die Wendung "Wie Christus gesinnt sein", die sich laut Kontext klar ersichtlich auf "christlich/menschliches Miteinanderim Geiste der Liebe" bezieht, in für sie typischer Tunnelblickmanier und Im Extremfokus auf das "Angestrengte", "Demütige", "Eifrige", "Gehorsame" und "Unterwürfige" Ausführen der von ihr eigenmächtig zu göttlichem Gebot erhobenen Vorschriften ihres enormen und nie enden wollenden Forderungenkatalogs, allen voran den WTG-organisationsinteressen bedienenden "Haus-zu-Haus"-"Predigtdienst".

Vgl. auch mit "Christus nachahmen".

Christi Königreich

Dogma

Ein "Unter-Königreich Gottes", in dem der auferstandenen  Christus mit den 144000 "Gesalbten" als König herrscht. Siehe "Königreich Christi" sowie "Gottes messianisches Königreich".

Christlich

Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Laut NT: Christus-gleich, Christus-ähnlich, dem Wesen Jesu Christi gemäß und dieses widerspiegelnd; in der Nachfolge Jesu Christi stehend, seinem "Beispiel/Vorbild" (hypogrammós) nachfolgend, 1Pet 2,21; siehe auch Mat 10,38; 16,24; Joh 13,15; Phil 2,5; 1Joh 2,6. Jeder Christi ist ein "Glied des 'Leibes Christi' ", siehe daselbst.

Laut WTG: WTG-gemäß, WTG-angeordnet, WTG-konform; sich "Eng", "Gehorsam" und "Treu" an WTG-Vorgaben und -Direktiven  halten. In WTG-"Belehrung" ist "Christlich" – so wie "Biblisch" – nur ein Deckmantel und Alibi. Wird oft synonym zu "Theokratisch" verwendet. Vgl. "Biblisch".

Christliche Einheit

Aktionismus
Worthülse

WTG-Konformität oder -Uniformität aller Zeugen Jehovas, im von der WTG  verordneten Gleichschritt marschieren. Siehe "Einheit".

Christlicher Dienst

Aktionismus
Worthülse

Tätigkeit für die WTG, insbesondere der "Haus-zu-Haus-Dienst / Predigtdienst".Siehe "Dienst".

Christus

Biblisch

Bedeutet "Gesalbter" und basiert auf der griechischen Wiedergabe des hebräischen "מׇשִׁ֫יחַ māschīach Messias" (siehe daselbst) mit "χριστός christós".

Betreffs der Problematik der Anwendung des Begriffes "Gesalbte" auf die WTG-"Oberklasse" der 144000 siehe "Gesalbt; Gesalbte".

Christus nachahmen

Aktionismus
Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Die Wendung "Christus nachahmen" stützt sich auf 1Kor 11,1.

Laut WTG bedeutet "Christus nachahmen" fleißiges, emsiges und rastloses  Durchführen der von der WTG zum göttlichen  Gebot erhobenen Haus-zu-Haus-"Predigttätigkeit" mit der willkürlichen Behauptung, Jesus sei ein "Zeuge Jehovas" gewesen und sein Leben "drehte sich um das Predigen der guten Botschaft vom Königreich" (engl.: "Preaching to others about the good news … was foremost in his mind"), siehe "Der Wachtturm" vom 15.10.2014 S.32 Abs. 17. Auch der "Tagestext" vom 30.5.2016 haut in diese Kerbe, indem hier die Wendung "Christi Gesinnung haben" ausschließlich auf das Angestrengte", "Demütige", "Eifrige", "Gehorsame" und "Unterwürfige" Abarbeiten der von ihr eigenmächtig zu göttlichem Gebot erhobenen Vorschriften ihres enormen und nie enden wollenden Forderungenkatalogs, allen voran den WTG-organisationsinteressen bedienenden "Haus-zu-Haus"-"Predigtdienst" eingegrenzt wird:

"Bewahrt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war (Phil. 2:5) Wie war Jesus denn gesinnt? Er war demütig. Aus Demut diente er Gott opferbereit. Sein Leben drehte sich um das Predigen der guten Botschaft vom Königreich (Mar. 1:38; 13:10). Für Jesus war Gottes Wort die letzte Instanz (Joh. 7:16; 8:28). Er studierte fleißig die heiligen Schriften und konnte deshalb daraus zitieren, sie verteidigen und sie erklären.Wenn wir demütig und eifrig im Dienst sind und die Bibel gründlich persönlich studieren, entwickeln wir immer mehr Christi Gesinnung. Obwohl Jesus so eine hohe Position hat, ordnet er sich demütig dem Willen seines Vaters unter (1. Kor. 15:28; Phil. 2:9-11). Auch wir sollten uns unterordnen. Wie? Indem wir mit ganzem Herzen das ausführen, was uns aufgetragen worden ist: „Macht Jünger aus Menschen aller Nationen“ (Mat. 28:19). Auch möchten wir „gegenüber allen das Gute wirken“ — Außenstehenden und unseren Brüdern gegenüber (Gal. 6:10). w14 15. 10. 4:17, 18"

Das impertinente Betonen und Einfordern von "Demut" und "Unterordnung" von ihrer Befehlsempfängerherde sind hier für die WTG von außerordentlicher Wichtigkeit, um das absolut  gehorsame Annehmen und klaglose  Durchführen ihrer eigenzweckdienlichen "Predigtdienst"-Aktionismusdirektive zu forcieren. Betrachtet man den Kontext von Phil 2,5, wird sehr schnell deutlich, dass "Christi Gesinnung" nichts mit WTG-angeordnetem "Predigen" zu tun hat, sondern mit "Ermunterung, Trost der Liebe, Gemeinschaft des Geistes herzliches Mitleid und Erbarmen" (V. 1); mit "einig sein, in … Liebe miteinander verbunden "sein, "fest zusammenzuhalten" (V. 2 laut Hfa); "nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht" tun, sondern "den anderen höher achten als sich selbst" (V. 3); nicht nur "an den eigenen Vorteil zu denken, sondern das Wohl anderer Menschen im Auge zu haben" (V. 4 laut Hfa). Es geht hier also ausschließlich um Aspekte des menschlichen Miteinanders, um die "Einheit des Leibes Christi" (Eph 4,16). Hierauf – nicht auf "Predigen" – bezieht sich Paulus mit dem verweisenden Demonstrativpronomen "Diese" in Phil 2,5. Vgl auch mit "Christi Gesinnung haben".

Mehr betreffs des Fehlers und Irrtums der Behauptung, "Christus nachzuahmen" und "Christi Gesinnung zu haben" sei gleichbedeutend damit, "demütig" den von der WTG angeordneten, "Predigtdienst" genannten Hochleistungsaktionismus zur Verbreitung von WTG-Doktrin und-Verlagsprodukten durchzuführen siehe "Predigtauftrag".

Betreffs des Irrtums der WTG-Hypothese, Jesus Christus sei ein "Zeuge Jehovas" gewesen siehe "Ihr seid meine Zeugen".

Gemäß der Bibel bedeutet dies, dem Beispiel ("Fußspuren") Christi nachzufolgen, so wie in 1Pet 2,21 dargelegt; d.h. seine Liebe widerspiegeln, seine Lehren annehmen und sich bemühen, danach zu leben; siehe auch Mat 12,50; Joh 13,15.34.35; 14,15.23; 15,10.14; Phil 2,5. Hierzu ist anzumerken, dass der Kontext von 1Pet 2,21 (das gesamte Kap. 2) nicht von "Predigtdienst" handelt, sondern vom Ablegen von Sünde und schlechten Charaktereigenschaften sowie von Gutes tun, Gehorsam gegenüber staatlicher Gewalt, Ausharren und Leiden ohne zu drohen. Die "Verkündigung" wird im V. 9 nur gestreift und muss im Lichte von der durch das als Vorbild und Parallele referenzierte "Alte Israel" erfolgten "Verkündigung" vor den antiken Völkern gesehen werden, die ja auch nicht durch einen "Haus-zu-Haus-/ Predigtdienst" erfolgte, sondern durch das bekanntgewordene Wirken Gottes i. V. mit der Nation Israel. Siehe z. B. Jos 2,9-11; 9,3; Jes 41,21; 43,9-12 u. a.

Das von Christus selbst gegebene herausragendste Gebot ist das christliche Liebesgebot, siehe Joh 13,34.35, welches von ihm selbst in Perfektion vor- und ausgelebt wurde. In Nachahmung Christi zu leben bedeutet demnach, das innerhalb der Grenzen der menschlichen Unvollkommenheit Machbare zu tun, um die Liebe des Christus widerzuspiegeln, im Geiste von Mat 20,26-28: "Wenn jemand unter euch groß werden will, wird er euer Diener sein, und wenn jemand unter euch der Erste sein will, wird er euer Sklave sein; gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele."

Christus nachfolgen

Aktionismus
Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Gemäß der Bibel die Lehren Jesu Christi annehmen und sich bemühen, danach zu leben (1Pet 2,21 im Gesamtkontext des zweiten Kapitels, siehe "Christus nachahmen"); laut WTG wird dieser Begriff ausschließlich von "Zeugen Jehovas" ausgelebt und wird hauptsächlich durch das Abarbeiten des von ihr eigenmächtig zum alles überragenden "christlichen Hauptgebot" erklärten "Haus zu Haus - Predigtdienstes/Predigtauftrages" umgesetzt. Mehr hierzu siehe "Fußstapfennachfolger Jesu".

Chronologie

Dogma

Siehe "Biblische Chronologie".

D

Dämonen

Biblisch/umgedeutet
Dogma

Böse Engel, die dem Satan angehören. Abgeleitet von griechisch "δαιμόνιον daimónion" sowie dem Verb "δαιμονίζομαι daimonízomai". Die LXX übersetzt diverse hebräische Begriffe mit "daimónios".

Durch rösselsprungmethodisches Kombinieren von Gen 6,2.4 mit 1Pet 3,19.20; 2Pet 2,4 und Jud 6 sind dies laut WTG die in Gen 6 erwähnten "Söhne Gottes", die per "Materialisation" (Annahme eines stofflichen Leibes) auf die Erde herabkamen und mit Menschenfrauen die Rasse der "Nephilim" (siehe daselbst) zeugten, um später, beim Ausbruch der Sintflut, sich dieser Körper zu entledigen und wieder in den geistigen Bereich zurückzukehren, dann aber von Gott in den "Tartarus" (siehe daselbst) verbannt wurden. Diese "Lehre