„Glauben kann man nur allein!”

Das war die knappe Einsicht von Leo Tolstoi, nachdem er mit fünfzig Jahren begonnen hatte, Gott zu suchen. Bis zu seinem fünfzigsten Jahr war er Atheist, dann kam ihm der Verdacht, dass es damit nicht getan sein konnte. Depressionen bedrohten sein Leben, als ihm die Sinnlosigkeit desselben ins Bewusstsein gedrungen war. Gewohnt, als Graf zu befehlen, sagte er im Gebet zu Gott: “Gib mir Glauben!” Aber danach geschah nichts auffälliges.

Er fing an, Gott zu suchen, und Gott ließ sich Zeit! Wo er Gott suchte, fand er ihn nicht. Weder in seiner Kirche noch in der Welt. Er fand ihn überall dort nicht, wo andere behaupteten, dass er hier oder dort zu finden sei. Als er fast achtzig Jahre alt wurde, fand er Gott: Er fand ihn in sich selbst, weil Gott sich erst nach einer langen Lehrzeit des Lebens von Tolstoi finden ließ.

“Glauben kann man nur allein!” Damit wollte der Dichter sagen, dass der Glaube eine Angelegenheit des inneren Menschen ist, die sich nur im Menschen selbst abspielt. Es ist bemerkenswert, dass er diese Erfahrung machen durfte, nachdem er die Bibel aufmerksam gelesen hatte und begonnen hatte, die Ideale des Christentums in die Praxis umzusetzen. Seine Versuche einer christlichen Gesellschaftsreform waren naiv und mussten scheitern. Aber sie lehrten ihn, dass Glauben eine reine Privatsache ist. Er musste einsehen, dass Glaube sich zwischen dem Menschen und seinem Gott entfaltet, dass Glaube auf der eigenen Wahrnehmung Gottes beruht.

Erst diese persönliche Wahrnehmung der  Nähe zu Gott macht einen gläubigen Menschen aus, der danach ein tiefes Vertrauen und eine große Liebe zu seinem Vater im Himmel entwickeln kann. Diese Wahrnehmung lässt sich nicht vermitteln. Man kann nicht sagen:“Glaube!“ und damit reicht es. Man kann auch nicht sagen, dass viel eigene Arbeit zum Glauben und zur Liebe führt. Und nur wenn Gott will, und Glauben und Liebe durch seinen Geist wachsen lässt, kann  ein Mensch glauben! Es ist in der Bibel enthalten: Der 65. Psalm lautet im Vers 5: “Glücklich ist der Mensch, den DU erwählst und zu dir kommen lässt, damit er bei dir wohne.“

Also muss Gott wollen! Er muss uns zu sich lassen! Er muss in uns etwas sehen, was ihm gefällt. Dann wird er seinen Finger auf uns richten und leise sagen: „Komm!“ Oder nehmen wir Jesus Christus, der mehrmals darauf aufmerksam machte, dass Gott Menschen zu sich zieht: “Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, Gott ziehe ihn.”

Und so hat Gott immer Menschen zu sich gezogen und ihnen erlaubt, ihm nahe zu sein. Darin manifestiert sich der Glaube an Gott. Glaube an Gott ist keine Zeremonie, keine Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft, sondern die Gewissheit, dass Gott IST und wir durch das Band der Liebe mit ihm verbunden sind. Und diese Erfahrung, dieses metaphysische Erkennen Gottes vollzieht sich im inneren Menschen.

Dadurch finden Jesu Worte aus Johannes 14:23 ihre Erfüllung: „Wenn jemand mich liebt, wird er sich nach meinem Wort richten. Mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.“

Diese Menschen wissen danach, dass ER lebt, dass ER im Bewusstsein wahrgenommen wird! Sie sagen nicht mehr: “Ich glaube an Gott!”. Denn was man sehen kann, muss nicht mehr geglaubt werden. Für sie ist Gott eine Person und nicht etwas Ungewisses, an das man glauben kann oder auch nicht. Für sie ist Gott die Autorität, der sie sich gern unterwerfen und vor der sie sich verantwortlich fühlen. Und was fordert Gott von Menschen, die ihn kennen? “Er hat dir mitgeteilt, Erdenmensch, was gut ist. Und was fordert dein Gott von dir zurück, als Güte zu lieben, Recht zu üben und bescheiden mit IHM zu leben?” (Micha 6:8)

Mit diesem Satz lässt sich Glaube und damit alle Religiosität zusammenfassen! Der christliche Glaube hat dazu noch das Bekenntnis zum Sohn Gottes, zu Jesus Christus. Dieses Bekenntnis zu Jesus erschöpft sich niemals darin, eine Kirche zu besuchen, Gebete nachzusagen, bestimmte Zeremonien mitzumachen und sich einzubilden, dass damit alles getan sei. Ein Christ ist man zuerst durch die Liebe zu Gott und seinen Mitmenschen, man ist es durch die tätige gelebte Liebe! Diese Liebe übt man nicht aus Pflichtgefühl, weil man muss, sondern weil man es so will, weil man in der tätigen Liebe seine ureigene Verantwortung vor Gott sieht. Es ist eine Herzenssache, die das ganze Leben durchzieht. Und auch hier ist man in gewissem Sinne allein, denn die Liebe braucht keine Aufpasser und Antreiber. Die Liebe ist das göttliche Licht in einer sonst finsteren Welt.

So einfach präsentiert sich Glaube aus Sicht der Bibel! Im Brief an die Hebräer schrieb Paulus: „Wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass es ihn gibt und dass er die belohnt, die ihn aufrichtig suchen.“ (Hebr. 11:6) Aber das alles ist eben keine Fleißaufgabe, es ist ein Geschenk, eine Frucht des Geistes Gottes. Daran lässt die Bibel keinen Zweifel aufkommen: „Denn durch die Gnade seid ihr gerettet worden aufgrund des Glaubens. Ihr selbst habt nichts dazu getan, es ist Gottes Geschenk und nicht euer eigenes Werk, denn niemand soll sich etwas auf seine guten Taten einbilden können. Denn wir sind Gottes Werk. Durch unsere Zugehörigkeit zu Christus hat er uns so erschaffen, dass wir das Gute tun. Gott selbst hat es schon für uns bereitgestellt, damit wir unser Leben entsprechend führen können.“ (Eph.2:8-10)

Wenn Glaube das tiefe Vertrauen in Gott bedeutet, dann ist es deutlich, dass es nicht auf auswendig gelernte Glaubenssätze und Bekenntnisse ankommt, nicht auf „Erkenntnis aufnehmen über Gott“ und nicht auf das Ausüben bestimmter Handlungen oder Tätigkeiten, weil man meint, Glaube sei schon das Ausüben solcher Handlungen.

Es stimmt schon, dass sich Glaube in christlichen Werken ausdrückt, aber diese Werke können auch ohne Glauben, ohne das Vertrauen in Gott ausgeführt werden. Für den Glaubensmenschen sind die dazu passenden Werke einfach natürlicher Ausdruck seiner Liebe zu Gott. Er will sich damit keine „Pluspunkte“ verdienen und keinen Anspruch auf die Gnade Gottes erheben. Er will einfach nur Gott verherrlichen und seinen Vater erfreuen, weil er in der Liebe die Erfüllung seines Lebens sieht.

Glauben erarbeiten?

Mitunter wird im WT-Jargon davon geredet, dass man ‚Glauben erarbeiten’ muss. Was versteht man darunter? Eine mögliche Antwort findet man im Buch Einsichten über die Heilige Schrift. Hier wird betont, dass Glaube auf das Gehörte folgt, dass Glaube durch Erfahrungen mit Gott gestärkt werden kann und dass Glaubende auch Trost und Stärkung brauchen. Das bringen auch die Apostel zum Ausdruck.

Aber wenn ein Funktionär der WTG über dieses Thema spricht, dann hört es sich wie eine Bastelanleitung an, dann wird die wesentliche Rolle Jesu und die des heiligen Geistes ausgespart, dann kommt es im Wesentlichen nur darauf an, zu studieren (den Wachtturm natürlich), Zusammenkünfte zu besuchen, in den Predigtdienst zu gehen und andere Aktivitäten der WTG zu unterstützen. Es wird nicht klar, dass der Glaube ein Geschenk ist, das durch den heiligen Geist vermittelt wird. Es bleibt dunkel, wenn es dabei um die Hilfe Jesu geht und es in der Hauptsache um Jehowah geht, der erkannt werden muss, bevor man überhaupt glauben kann.

Wenn Funktionäre der WTG über Glauben sprechen, dann setzen sie Glauben bei ihren Zuhörern voraus. Zur Zeit redet man gern über den Bau der Weltzentrale in Warwick und stellt dieses Projekt als einen Erfolg des Glaubens hin. Es hört sich so an, als wolle man sagen: „Schaut her! Wir bauen so etwas in 4 Jahren auf! Viele Helfer haben aus Glauben mitgearbeitet! Sie haben aus Glauben ihre Komfortzone verlassen. Und ihr Glaube hat einen Berg versetzt! Was sind wir doch gut!“

Scheinbeweis für Glauben

Nun kenne ich Bauprojekte aus der Geschichte, die wurden ebenfalls in unglaublich kurzer Zeit realisiert, und sie waren gewaltiger als Warwick. Was soll also so ein Scheinbeweis für Glauben und den Segen Gottes? Geht es vielleicht nur darum, zu sagen, dass man durch Teilnahme an solchen Projekten seinen Glauben für alle sichtbar zeigen kann? Sollte das die Absicht dahinter sein, dann ist es nur traurig, weil es zeigt, dass die Funktionäre noch nie begriffen haben, was Glauben eigentlich ist.

Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass man alle Aktivitäten eines Zeugen Jehovas abarbeiten kann, ohne Glauben zu haben. Eigentlich hatten die Betroffenen alles getan, um sich den „Glauben zu erarbeiten“. Aber es kam nicht dazu! Ebenso erging es Mutter Theresa, die in den Slums von Kalkutta Sterbende auflas, ihnen die katholische Taufe gab, sie bis zum Tode pflegte und viel Geld für ihr Projekt sammelte. Sie hat wiederholt in den Briefen an ihre Beichtväter geschrieben, dass dort, wo Gott sein sollte, nur Stille, Finsternis und Kälte sei! Im Sinne ihrer Kirche hat sie alles getan, was man angeblich braucht, um glauben zu können. Aber es kam nie dazu. (Eugen Drewermann berichtete auch über Kleriker, die hervorragende Kirchenmänner waren, aber keinen Glauben hatten!)

Wie anders waren die Menschen, die von Paulus in Hebräer 11 erwähnt werden! Zuerst hatten sie Glauben, d. h. zuerst vertrauten sie Gott und dann erst handelten sie aus Glauben! Ihre Handlungsweise hatte dann natürlich Rückwirkungen auf ihren persönlichen Glauben. Er wurde durch Erfahrungen mit Jehowah stärker und tiefer, sie lernten dadurch Gott besser kennen. Aber dieses Kennenlernen folgte auf den Glauben, während sich alle Werksgerechten einbilden, dass der Glaube auf die Werke folge.

Eine ungläubige Generation

Wenn das so wäre, dann hätte es in Israel viele Menschen geben müssen, die glauben konnten. Aber was Jesus sah, war eine „ungläubige Generation“. Die meisten gingen wohl in die Synagoge oder in den Tempel, verrichteten die vom Gestz vorgeschriebenen Handlungen, gaben Opfer und waren mildtätig. Aber den Christus lehnten sie ab, weil sie keinen Glauben hatten. Der Glaube folgte eben nicht automatisch auf ihr religiöses Leben.

Beispiele für Glauben

Wir haben im NT gute Beispiele dafür, dass Glaube ein Geschenk Gottes ist und nicht die Frucht eigener Arbeit: Da wäre z. B. der Offizier von Kapernaum, ein gottesfürchtiger Mann, der Jesus glaubte. Wie kam das zum Ausdruck? Nun, er meinte, dass Jesus nicht erst zu seinem Diener kommen müsse, um ihn gesund zu machen. Nach seinem Glauben sollte ein Wort Jesu aus der Ferne genügen – und es genügte! Oder denken wir an die Frau, die zwölf Jahre lang an Blutfluss litt. „Wenn ich nur sein Gewand berühre …“ Und als sie geheilt war, sagte Jesus: „Dein Glaube hat dich gesund gemacht!“ Ich muss jetzt noch auf ein Beispiel aus der Zeit des alten Bundes hinweisen: In Lukas 4 finden wir das Erlebnis Jesu in der Synagoge von Nazareth. Jesus hatte aus dem Propheten Jesaja vorgelesen. Die Zuhörer waren beeindruckt und bewunderten ihn, und doch musste ihnen Jesus eine bittere Wahrheit klarmachen.

Jesus erwähnte die Witwe von Zarephat und den syrischen General Naaman. Beides waren Ausländer, aber beide hatten Glauben! Die Witwe gab dem Propheten das allerletzte Essen, denn es herrschte Hungersnot. Sie hatte ein Kind, das hungerte und doch gab sie das letzte Essen dem Propheten! Warum? Weil sie Glauben hatte. Gott hatte diese Frau nicht übersehen.

Als Jesus darauf hingewiesen hatte, dass es auch in Israel viele hungernde Witwen gab und Elia nicht zu einer von ihnen geschickt worden war, erkannten sie die Wahrheit, die Jesus ausdrücken wollte: Sie hatten, obwohl sie zum Staatswesen Israels gehörten und sich „in der Wahrheit“ wähnten, keinen Glauben! Und dann wollten diese frommen Leute Jesus umbringen! (Lukas 4:24-30)

Die Menschen aus Hebräer 11 hatten Glauben als einen persönlichen Besitz. Sie mussten ihren Glauben nicht ständig „erarbeiten“, weil sie Gott gesehen hatten, weil er ihnen vor Augen stand (Hebr. 11:27) Wer meint, Glauben erarbeiten zu müssen, glaubt an die eigene Leistung und nicht so sehr, dass Glaube eine Frucht oder das Erzeugnis des heiligen Geistes und somit ein Geschenk Gottes ist. Wer immer wieder das Erarbeiten des Glaubens wie einen Leistungssport darstellt, will Menschen zu Tätigkeiten veranlassen, die seinen Zwecken dient. Er redet ihnen ein, dass Glaube erarbeitet werden muss, sonst ginge er verloren. Das ist halb wahr, aber eben nur halb.

Denn wenn Glaube ein Geschenk, eine Gnade ist, dann kann man dieses Geschenk nur pflegen. Man kann den Glauben stärken, man kann ihn vertiefen. Hiob z. B. hatte Glauben. Er glaubte an den Schöpfer, von dem er wusste, dass er lebt (Hiob 19:25). Wir lesen im Buch Hiob die fürchterlichen Anklagen Hiobs, denn er verstand seinen Gott nicht. Dadurch hat er aber nicht seinen Glauben aufgekündigt. Das wusste Gott, und deshalb sprach er zu Hiob aus dem Sturm. Nach dieser Demonstration gab Hiob zu, nichts gewusst zu haben.

Er sagte: „Ja, ich habe geredet, was ich nicht verstand. Es war zu wunderbar für mich, ich begriff das alles nicht. Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, doch jetzt hat mein Auge dich gesehen. Darum verwerfe ich mich und bereue in Staub und Asche.“ (Hiob 42:3-6)

Glaube muss nicht alles verstehen

Was hatte Hiob gesehen? Sein Glaube ist um eine wesentliche Dimension vertieft worden! Jetzt wusste er, dass er nicht alles verstehen musste und konnte. Aber nun wusste er auch, dass er Gott unbedingt vertrauen durfte; jetzt wusste er, dass er seinem Gott nichts Ungereimtes zutrauen konnte und ER ihn als Menschen immer im Blick hatte. Jetzt, so scheint es uns, war sein Glaube wirklich tief geworden. Und wieder bemerken wir, dass es nicht Hiobs Leistung war! Und so wird es jedem gehen, der glaubt und weiß, dass sein Erlöser lebt. Und wir bemerken auch, dass nicht einmal Hiobs Rechtschaffenheit (also das Ausüben von Werken wie in Hiob 31:1-34 von ihm geschildert) ihn zu dieser Glaubensdimension gebracht hatte.

Was ist nun von der puritanischen Pflichtmoral der „Organisation“ zu halten? Was bewirkt sie denn wirklich an Besonderem? Sie kann vielleicht das eigene Gewissen beruhigen, weil man ja „tätig“ war und man sich einbilden kann, Glauben zu haben, weil man Werke vorweisen kann. Wenn aber diese Werke gar nichts mit Glauben zu tun haben, dann nützen sie nichts. Man kann noch einen Schritt weitergehen: Ohne Liebe ist sogar der Glaube nutzlos (1. Kor. 13:2).

Und ganz nebenbei: Auch der Teufel glaubt an Gott, aber er liebt ihn nicht. Liebe und Vertrauen gehören zusammen. Und alles andere folgt daraus.

Mag ich nicht (3)

45 Kommentare zu “„Glauben kann man nur allein!”

  1. Ulla

    Hallo Lichtspender, Andre, Sylvia Geiser und alle !

    Lichtspender, wie treffend hast du doch formuliert, dass es "für alles eine Zeit gibt". Manche sind noch dabei ihren Reiseproviant in den Rucksack zu stecken, andere haben schon "Glaubensberge" versetzt. Jeder hat sein Tempo, niemand sollte kritisiert, geschubst oder gebremst werden. Auch Jesus war sich der verschiedenen "Glaubens-Geschwindigkeiten" seiner Jünger bewußt. Und sagte er nicht: "Ich möchte euch noch so vieles sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht ertragen." (sinngemäß, weil ich Stelle jetzt nicht weiß in der Bibel).

    Liebe Sylvia, auch ICH habe viele Stolpersteine in den letzten Jahren auf dem Weg liegen gehabt. Mehr und mehr FRAGEN, unzählige ?????????????????. Heute bin ich der Ansicht, dass "die Früchte des Geistes" wie Liebe, Freude, Friede....Langmut, Freundlichkeit, Selbstbeherrschung" auch von Menschen hervorgebracht und gezeigt werden, die mit dem christlichen Gedankengut noch gar nicht vertraut sind. Der Grund steht in Römer 2, denn Gott hat ihnen allen ein Gewissen gegeben. Auch ein Buddhist, ein Hindu, ein Muslim, ja sogar ein Atheist "wissen", dass Diebstahl, Gewalt und Mord falsch sind.

    Im Gegensatz dazu mag der "Heilige Geist", der "Helfer", den Jesus seinen Nachfolgern versprach etwas ganz anderes sein. Durch den heiligen Geist sollten Jesu Nachfolger in der Lage sein, die Hauptlehren der Evangelien im Laufe der kommenden Jahrhunderte zu erinnern. Die "Früchte des Geistes" waren den ersten Menschen durch ihr Gewissen schon vom Schöper eingepflanzt worden. (Adam und Eva schlug schon ihr Gewissen, als sie in Eden sündigten).

    Paulus schrieb doch: Das GUTE (die Früchte des Geistes) will ich tun, das SCHLECHTE aber tu ich (Früchte des Fleisches).... Jedoch mit Hilfe des HEILIGEN GEISTES konnte er sicher sein, dass er Jesu Geboten so gut es ging, erfüllte:

    Als ich mir die Geschichte der Religionen so durch den Kopf gehen liess, dachte ich so:

    "RELIGION" ist der menschliche Versuch, durch eigene "gute" Werke Erlösung zu erlangen.

    "EVANGELIUM" ist die Vorkehrung und Handlung Gottes, um uns zu erlösen durch GNADE.

    Das ständige Vermischen des einen mit dem anderen schafft seit Jahrtausenden Probleme....seufz

    Jeder von uns hat doch schon mal das Sprichwort gehört: "Glauben heißt nichts wissen." NEIN!!!! Es sollte richtigerweise heißen: "GLAUBEN heißt noch nicht alles wissen."

    Auch ich habe noch etliche ungeklärte Punkte, aber es macht FREUDE, darüber nachzuforschen... kann jemand von euch mir vielleicht erklären, was in Offenbarung 14:4 gemeint ist, die Auserwählten hätten sich nicht mit Weibern befleckt? Steht in fast allen Bibelübersetzungen so drin, nur in der HFA heißt es an dieser Stelle: "...sie haben sich nicht durch GÖTZENDIENST verunreinigt.

    Es können doch keine buchstäblichen Weiber, dh Frauen gemeint sein, da es bei den 144000 doch auch WEIBLICHE Personen gibt (und die haben sich nicht mit "Weibern befleckt")??? Was meint ihr dazu??

    LG Ulla

     
    ******
    Viele Bibelkommentatoren denke hier an die damals übliche
    Tempelprostitation.
    Che

    1. Liebe Ulla,

      du hast sehr zutreffende Sätze gepostet, ich zitiere sie:

      Das ständige Vermischen des einen mit dem anderen schafft seit Jahrtausenden Probleme....seufz

      Jeder von uns hat doch schon mal das Sprichwort gehört: "Glauben heißt nichts wissen." NEIN!!!! Es sollte richtigerweise heißen: "GLAUBEN heißt noch nicht alles wissen." Auch ich habe noch etliche ungeklärte Punkte, aber es macht FREUDE, darüber nachzuforschen...

      Wir müssen nach unserem Weggang von der JW.org den Tanz um das Kalb, das nicht  gülden sondern blechern ist, aufgeben und uns von vielen Ansichten, die wir eingetrichtert bekamen, trennen.

      Ein Beispiel von vielen ist die "große Drangsal" von der Jesus sprach und die Ereignisse in Russland wenden viele ZJ auf diese Drangsal an. Da erhebt sich die Frage: wer wird von der Drangsal betroffen sein? Alle Christen, speziell die ZJ? Wem  beantwortet Jesus die Fragen über die Zeichen seiner Wiederkunft (nicht von Harmagedon!), es sind die jüdischen Jünger. Was dort Jerusalem betrifft, ist doch nicht auf die Zentrale einer Sekte bezogen. Was sagte Jesus? Matth. 24:

      21 denn dann wird große Drangsal sein, dergleichen von Anfang der Welt bis jetzthin nicht gewesen ist, noch je sein wird; 22 und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden...

      Wenn wir die Geschichte des ursprünglichen "Volk Jehovas" verfolgen, so sehen wir dass unzählige Pogrome, verbunden mit Ermordungen jeder Zahl, erfolgte, auch  in Millionenhöhe im verg. Jahrhundert. Die Juden sind nach wie vor  die besonderen Feinde der Dämonen, s i e sind das Zeichen an der Wand wann die Zeit des Teufels abläuft, nicht eine JW.org ist der Mittelpunkt! Das Bibellexikon schreibt zum Stichwort "Drangsal" noch dies:

      ...Diese Verse verweisen auf die große Drangsalzeit, welche die Juden in der Zukunft treffen wird (Jer 30,7; Dan 12,1).

      In Offenbarung 7,14 wird auf eine große Menge hingewiesen die aus der großen Drangsalzeit kommt. Diese jedoch kommen aus den Nationen, deshalb ist diese Drangsal nicht die Gleiche wie die, welche speziell über das Volk Israel den Juden kommen wird, obwohl beide Ereignisse zur gleichen Zeit stattfinden mögen. In Offenbarung 2,22 wird von einer „großen Drangsal" gesprochen, welche zweifelsohne allgemein gemeint ist und nicht identisch ist mit dem Vorhergenannten.

      Merken wir denn nicht, dass seit ca. 70 Jahren der Hass primär gegen Juden erfolgt, mit Anschlägen jeglicher Art, dazu die Schmähungen  gegen die "Buchgläubigen", wo der Koran die Christen (oder auch Nazarener genannt) umschreibt. Die gegenwärtigen Christenverfolgungen besonders in muslimischen Staaten, sollten uns wachsam machen, auch bei uns könnte sowas kommen, es wird ja förmlich gefördert...

      So ist anzunehmen, dass die Drangsal speziell Israel treffen wird und nicht irgend eine Kirche die sich selbst als "geistige Juden" bezeichnet!

      Daher: Neuorientierung ist besser als der Tanz ums blecherne Kalb!

       

    2. Peter

      Liebe Ulla, ich glaube wir müssen uns generell von dem pauschalisierenden Gedanken trennen, eine bestimmte Gruppe von Menschen sei von Gott auserwählt worden. Jeder Mensch ist individuell wertvoll und wird individuell von Gott geliebt. Die Liebe Gottes ist etwas sehr Persönliches und hängt nicht von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe ab.

  2. Sylvia Geiser

    Guten Morgen liebe Fox

    Ich teile Deinen Kommentar an Schneeflocke zu 100%. Ich bin ganz Deiner Meinung. Vielen Dank für diese Aussage. Du hast ihn sehr schön formuliert und vor allem verstanden.

    Hab einen schönen Tag

    Sylvia

     

     

  3. Sylvia Geiser

    Lieber Thilo

    Vielen Dank für Deinen aussergewöhnlichen Kommentar an Schneeflocke.

    Ist ein guter Christ besser, als ein guter Moslem oder als jemand, der die Schöpferverbindung in fernöstlichen Religionen sucht?

     Darauf kann ich keine definitive Antwort geben. Ich denke, dass jeder Mensch in seinem Gewissen Gott begegnet. Und dort ist er nackt und bloß. Hier helfen keine Ausreden, hier ist er ganz allein, und seine Gedanken klagen ihn an oder entschuldigen ihn. Dort weiß er, ob er Gott gefürchtet hat oder nicht. Wir können da nicht mitreden; wir müssen es dem obersten Richter überlassen. Natürlich sind alle Menschen durch ihre Abstammung von Einem Gottes Kinder, aber sie sind seine Geschöpfe  wie die Tiere. Eintritt in die Familie Gottes bekommt man erst, wenn man Gott  fürchtet und Jesus annimmt. Daran wird in Ewigkeit kein Weg vorbei führen. Es reicht wohl nicht, sich nur einzureden, dass Jesus uns liebt und seine Liebe uns wie ein Duft umgibt. Die Liebe zu ihm ist nicht nur Gefühl, sie ist auch Rechtschaffenheit.

    Wie wahr ist das was Du sagst: Die Liebe zu ihm ist nicht nur Gefühl, sie ist auch Rechtschaffenheit.

    Liebe Grüsse aus dem heissen Thailand

    Sylvia 

  4. Schneeflocke

    Lieber Tilo,

    das Thema "Glaube" ist so vielfältig und individuell, wie ein jedes Wesen, ob Mensch, Tier oder Pflanze keinem anderen gleicht.

    Das Thema "Glaube" bei jw.org ist einfältig und grau. Damit ich nicht verallgemeinere schreibe ich jetzt mal von mir. Mir wurde mein ganzes Leben von der jw.org gesagt, wie und was ich zu glauben habe, dass die Bibel die Heilige Schrift Gottes ist, dass sie sich nicht widerspricht (was sie doch tut, was aber natürlich auch an falschen Überlieferungen und Übersetzungen liegen kann). Jede Woche hörte ich in der Versammlung von der Bühne, zu Hause beim Familienstudium, las ich in der Jw.org-Literatur und betete ich was mir andere Menschen lehrten und was ich felsenfest für die einzige, ewige und gute Botschaft hielt!

    Nun hast Du, lieber Tilo einige wunderbare Gedanken gebracht, besonders gefiel mir dieser z.B.
    "Er musste einsehen, dass Glaube sich zwischen dem Menschen und seinem Gott entfaltet, dass Glaube auf der eigenen Wahrnehmung Gottes beruht.
    Erst diese persönliche Wahrnehmung der  Nähe zu Gott macht einen gläubigen Menschen aus, der danach ein tiefes Vertrauen und eine große Liebe zu seinem Vater im Himmel entwickeln kann."
    Nun ein paar meiner eigenen Gedanken zu diesem Thema. Ich hoffe ich trete niemandem damit zu nahe, das ist nicht meine Absicht, weil ich denke, dass jeder auf seine Weise seinen eigenen Glauben fühlen und erleben darf, muss und auch soll. Ohne Bewertung anderer.
    Alle Wesen sind erschaffen, alle Menschen sind geschöpft. Alle stammen wir vom Vater, vom Allmächtigen, ausnahmslos. Ich weiß, ich werde nun einigen Worten der Bibel widersprechen und wenn ich damit etwas unheiliges tue, so weiß ich, dass unser Herr mir schon beim Schreiben vergeben hat, da es nicht einem ungläubigen Herzen entstammt, sondern einem ehrlich suchenden. Ich habe mich schon vor einiger Zeit mit dem Thema der Auserwählung und des gezogen werdens beschäftigt. Als ich noch in der Org war führte ich mit zwei Schwestern ein Gespräch. Es ging um die Frage, was wäre, wo wir wären, wenn wir alle drei nicht in die Org geboren worden wären. Eine der Schwestern sagte völligst überzeugt, dass jeder, der die "Wahrheit" erkennen sollte, auch von Gott dorthin gezogen werden würde, also früher oder später auch Zeuge Jehovas werden würde.
    Ich kann von mir sagen, ich fühle mich nicht besonders bevorrechtigt und nicht gezogen. Ich darf einfach SEIN und durfte Gnade und Liebe erkennen durch Christus. Was aber ist Christus für mich? Was ist das, was ich für mich und meinen Glauben in und durch IHN erkenne?
    Es ist der Geist der Vergebung und der BEDINGUNGSLOSEN LIEBE für alle. Er heilte, sorgte sich, war so mitfühlend, dass er mit weinte, obwohl er wusste, er würde den Toten wieder erwecken. Wenn ich schreibe "Geist", meine ich keine Person, es ist ein Hauch, ein Dunst, ein Liebeswind, der alles umweht, der einen Duft versprüht, den man NIE wieder vergessen kann, man wird bestäubt und geschwängert davon und wird damit ohne es zu bemerken selbst zum weiteren Schöpfer. Um IHN zu erleben benötigen wir ein offenes Herz, ein offenes Bewusstsein, Annahme, mehr nicht. Ist ein guter Christ besser als ein guter Moslem oder als jemand, der die Schöpferverbindung in fernöstlichen Religionen sucht?
    Ich kann einfach (zur Zeit) nicht anders denken, dass ALLE Menschen Kinder des Höchsten sind, alle diesen göttlichen Funken in sich tragen, in ihrem Herzen, und dass dieser entflammt werden kann, auch wenn ich weiß, dass es in der Bibel an manchen Texten anders dargestellt wird. JW.Org möchte die Herzen aller ihrer Gläubigen eng lassen, ein echtes Verbrechen, denn es widerstrebt gänzlich allem Göttlichen!!  Der Geist des Christus aber, der Liebe also, wird es aber weiten, immer mehr weiten, so sehr, dass man sich wünscht keine anderen Menschen mehr zu bewerten, EGAL was sie glauben und was sie tun. Es ist die Höchste Liebe, die der Vater hat, rein und vollkommen und deswegen wird er jedes seiner von seinem liebevollen ICH geschaffenen Menschenkind lieben egal was für ein Mist dieser gemacht hat und noch macht und egal woran er glauben mag. ER kann nicht anders, weil er Liebe IST!
    Ich könnte stundenlang darüber weiter schreiben, aber ich will jetzt auch keinen langweilen.
    Jetzt wieder abschließend zum Thema "Glauben". Mein Glaube ist wohl dieser, dass ich unseren erhabenen Urschöpfer und den, der mir ihn zeigte, sein Sohn den Christus liebe und mich auch von ihnen geliebt fühle, wenngleich ich die Bibel in Teilen nicht begreife oder sogar Zweifel aufkommen. Es wird seinen Grund haben. Und ich glaube fest daran, dass ich nicht einfach mehr studieren muss um sie zu verstehen, denn ER liebt mich auch mit Zweifeln an der Bibel.
    Liebste Grüße
    Schneeflocke

    1. Tilo

      Normal
      0
      21

      Liebe Schneeflocke,
       

       
      im Prinzip hast du Recht, wenn du feststellst, dass jeder Mensch (jeder, der glauben darf!) sein ihm eigenes Verhältnis zu seinem Vater im Himmel hat. Und ich stimme dir auch zu, wenn du schreibst, dass das Thema Glaube bei JW.Org einfältig und grau ist. Ich denke, dass es wie eine Steuererklärung abgehandelt wird.
       

       
      Die Aussagen der Bibel sind deutlich genug, um sagen zu können, dass Gott Menschen zu sich zieht. In dieser Hinsicht amtet er schon als Richter; er beurteilt die Menschen und will feststellen, ob sie sich als seine Kinder eignen. Joh. 1:12: „Doch allen, die ihn (Jesus) aufnahmen, die an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden.“ In diesem Zitat kommt auch die Rolle Jesu zum Tragen. Wir sehen, dass es Bedingungen gibt, damit man ein Kind Gottes sein kann. Eine fast selbstverständliche Bedingung ist im Psalm 15 zu finden. Hier wird die Frage beantwortet, wer in Gottes „Zelt“ sein darf.
       
      Gott ist barmherzig! Daran können wir nicht zweifeln. Diese Barmherzigkeit sucht das Gute in uns und will es zur Entfaltung bringen. Darauf muss sich ein Mensch einlassen! Tut er es nicht, könnte es eine Sünde gegen den heiligen Geist sein.
       
      Ich hoffe, dass ich dich richtig verstanden habe.
       
      Noch etwas: Jesus als „Geist“. Ich kann mit diesem Begriff nur wenig anfangen, er versucht wohl  Jesu Natur zu beschreiben, so wie ja auch Jesus von Gott sagte, er sei  „Geist“ (Joh. 4:24). Abgesehen von der „Beschaffenheit“ Gottes, ist er für die Menschen eine Person, die sich äußert, die handelt und als Ursprung zu sehen ist. Ich habe den Verdacht, dass es viele Menschen gibt, die von einem „höheren Wesen“ reden, wenn sie Gott meinen, die ihn aber nicht als handelnde Person erfahren haben und die kein persönliches Verhältnis zu ihm kennen.
       
      Dem Menschen sind einige unverzichtbare Dinge geschenkt worden: Das Gewissen, die Sprachfähigkeit, die Sehnsucht nach Gott und die Fähigkeit, mit Gott in Verbindung zu treten. Diese Grundausstattung führt aber nicht automatisch dazu, dass man in Gottes Nähe kommen darf. Es ist wie beim Telefonieren: Es nützt ja nichts, eine Nummer zu wählen, wenn der Angerufene nicht den Hörer aufnimmt.
       
      Das wollte ich im Aufsatz sagen. Und wenn das stimmt, dann sind alle Kirchen und Organisationen überflüssig! Du hast geschrieben, dass man sich dem Einfluss Gottes öffnen muss. Das stimmt!
       
       Du hast auch geschrieben:
       
      Wenn ich schreibe "Geist", meine ich keine Person, es ist ein Hauch, ein Dunst, ein Liebeswind, der alles umweht, der einen Duft versprüht, den man NIE wieder vergessen kann, man wird bestäubt und geschwängert davon und wird damit ohne es zu bemerken selbst zum weiteren Schöpfer. Um IHN zu erleben benötigen wir ein offenes Herz, ein offenes Bewusstsein, Annahme, mehr nicht. Ist ein guter Christ besser als ein guter Moslem oder als jemand, der die Schöpferverbindung in fernöstlichen Religionen sucht?
       
       Darauf kann ich keine definitive Antwort geben. Ich denke, dass jeder Mensch in seinem Gewissen Gott begegnet. Und dort ist er nackt und bloß. Hier helfen keine Ausreden, hier ist er ganz allein, und seine Gedanken klagen ihn an oder entschuldigen ihn. Dort weiß er, ob er Gott gefürchtet hat oder nicht. Wir können da nicht mitreden; wir müssen es dem obersten Richter überlassen. Natürlich sind alle Menschen durch ihre Abstammung von Einem Gottes Kinder, aber sie sind seine Geschöpfe  wie die Tiere. Eintritt in die Familie Gottes bekommt man erst, wenn man Gott  fürchtet und Jesus annimmt. Daran wird in Ewigkeit kein Weg vorbei führen. Es reicht wohl nicht, sich nur einzureden, dass Jesus uns liebt und seine Liebe uns wie ein Duft umgibt. Die Liebe zu ihm ist nicht nur Gefühl, sie ist auch Rechtschaffenheit.
       

       
      Und nun muss ich noch einmal fragen, ob ich dich auch richtig verstanden habe, denn ich antworte hier als Mann. Und da ich selbst mit einer lieben Frau verheiratet bin, weiß ich auch, wie weit manchmal unsere Gedanken auseinander gehen können.
       
       Liebe Schneeflocke, ich möchte dich lieb grüßen!
       
      Tilo
       

       

       

      1. Lieber Tilo,

        welch herrlichen Artikel hast du vor einigen Tagen geschrieben, mein gr0ßes Kompliment!

        Es sind die beiden "H" nötig um zu Gott zu kommen, eigentlich ist es umgekehrt, ER kommt  zu uns. Zuerst ist das "Herz" wichtig, das Gott schon   längst beurteilt hat, dann erst kommt das "Hirn", das in der eigenen Seele wahrnimmt, dass Gott mit seinem Geist i n uns ist!

        Zu deiner offenen Frage zum körperlichen Geist, erinnere ich nur an 1Kor 15:

        "44 es wird gesät ein natürlicher Leib, es wird auferweckt ein geistiger Leib. Wenn es einen natürlichen Leib gibt, so gibt es auch einen geistigen.

        Vor einigen Jahren schrieb ich schon im alten BI-proph., dass wahrscheinlich ein materieller Leib nicht ewig, im Sinne von immerda, auf dem Planeten leben könnte, ohne sich dabei nicht wie ein Gefangener zu fühlen. Die Kombination aus Beiden, also die Fähigkeit auf Erden mit dem Fleischeskörper zu sein, sich aber in die Unendlichkeit des Raumes in den Körper als Geist zu begeben (verwandeln), erst diese Kombination scheint das Höchste der Erfüllung zu sein. Nicht umsonst, ist der Niederwurf von Teufel und Dämonen erdwärts, keine Belobigung oder Geschenk, es ist eine strafende Verurteilung.

        Lassen wir Gott i n uns wirken, dann stimmt der Glaube, denn da wird er erst echt! Nochmals Dank an Tilo, erfreue uns bald wieder mit solch zutreffenden Beiträgen!

        Vor einer 1/4 Stunde las ich zum Frühstück nachfolgendes, da könnt man an Calvins Theorien denken, 2Kor. 4:

        3
        Wenn aber auch unser Evangelium verdeckt ist, so ist es in denen verdeckt, die verloren gehen,

        4
        in welchen der Gott dieser Welt den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit ihnen nicht ausstrahle der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus, welcher das Bild Gottes ist.

        5
        Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Christum Jesum als Herrn, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen.

        6
        Denn der Gott, der aus Finsternis Licht leuchten hieß, ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Christi.

         

        Guten Morgen an Alle!

        Gerd

    2. Fox

      Hallo liebes Schneeflöckchen,

      zum Thema Widersprüche in der Bibel meine ich, es liegt nicht an der Bibel, auch nicht an den verschiedenen Übersetzungen. Es liegt an den Religionen, welche Bibelzitate wie Hackfleisch behandeln und nicht den Gesamtausdruck beachten. Nimm doch einfach die Lehre der Organisation zur jüdischen Bevölkerung. Wurden wir nicht gelehrt, Jehova habe sie verworfen, weil sie den Christus verworfen haben? Hat nicht Jesus auch ein "Wehe" über sie ausgesprochen? Und doch lesen wir in Römer 3 ganz klar, dass Christen im Unrecht sind, Juden und Griechen als zu nichts Gutem fähig zu bezeichnen (Elb.) und dass das jüdische Volk die ersten waren, denen die heiligen Aussprüche Gottes zuteil wurden. Und gerade dieser Gott hat von Abraham beginnend immer wieder versichert, sein Volk nicht zu verlassen. Zwar sind wir Christen m. E. besonders begünstigt, weil wir direkt von der Barmherzigkeit unseres Gottes und der Gnade Jesu Christi profitieren, doch haben wir die Zusicherung, dass auch das jüdische Volk eines Tages zu dieser Erkenntnis gelangt und dann die Decke Moses weggenommen wird. So werden wir eine Herde unter einem Hirten.

      Was andere Religionen wie z. B. Muslime betrifft denke ich, wir sollten sehr differenziert betrachend eingestellt sein. Es gibt wie auch bei Christen dort Menschen, welche die Lehren missbrauchen wollen und zu jeder Gewalt bereit sind. Diese Personen gibt es überall. Aber auch die anderen. Und wir wissen aus der Bibel, dass es den Israeliten stellenweise untersagt war, bestimmte Volksgruppen anzugreifen, z. B. die Nachkommen Esaus, da sie Brudervolk von Jakob waren. Und auch Ismaels Nachkommen war durchaus eine positive Verheißung gegeben worden. Ich denke, wir werden uns ganz schön wundern, wer da auf Jesu rechter Seite stehen wird. Aber das bedeutet nicht, dass ich sie in der derzeitigen Anschauung bestätigen würde, denn ich bin vom Christsein überzeugt.

      Du fühlst dich nicht besonders berufen oder von Gott gezogen? Vielleicht hat er dich auch getragen, wenn ihm dein Schmerz nahe ging. Wie ein Hirte, der die Lämmer im Obergewand an seiner Brust hat. Wie sonst könntest du diese Wärme, diese Liebe spüren und erwidern?! Das wächst leider nicht auf Bäumen.

       

    3. Bruder

      Liebe Schneeflocke,

      möchte dir zu deinem Kommentar auch noch einige Gedanken schreiben.

      Ich merke eine gewisse Zerrissenheit mit der du wahrscheinlich zu kämpfen hast. Viele Fragen stehen für dich noch ungelöst im Raum. Sei versichert, so geht es auch mir und vielen anderen, und das bleibt auch nicht aus, wenn man seinen Glauben ernst nehmen möchte.

      Du sagts: „Mein Glaube ist wohl dieser, dass ich unseren erhabenen Urschöpfer und den, der mir ihn zeigte, sein Sohn den Christus liebe und mich auch von ihnen geliebt fühle, wenngleich ich die Bibel in Teilen nicht begreife oder sogar Zweifel aufkommen“.

      Ich denke damit hast du den Kern unseres Glaubens umrissen. So wie ein Kind mit vielen Fragen lebt, aber sich dennoch voller Vertrauen auf seine Eltern verlässt, so sollten auch wir uns als Kinder Gottes vertrauensvoll auf unseren Vater verlassen.

      Es ist nicht nötig auf ein „Gefühl der Erleuchtung oder Wahrnehmung“ zu warten. Der persönliche Glaube ist so verschieden wie die Menschen verschieden sind.

      „Herr sei mir Sünder gnädig“  ist die einzige Position, die wir vor Gott und Christus einnehmen müssen, im Vertrauen darauf, das er uns so wie wir sind annehmen wir.

      Jahre lang wurde uns etwas anderes gelehrt, und die bedingungslose Vergebung unserer Sünden ausgeredet. Doch Christus sagt, ich bin gekommen um Sünder zu suchen, nicht Gerechte. Alle Menschen, egal welchen Weg sie zur Zeit noch gehen um zu Gott zu kommen, werden diese Position vor Gott einnehmen müssen.

      Kein Mensch steht ohne die Annahme des Opfers Jesu gerecht vor Gott, und es wird der Tag kommen, wo jeder dies erkennen muss und kann, entweder bei der Wiederkunft des Herrn oder nach der Auferstehung.

      Bis dahin gilt das wir uns als Wahrhaftig und ehrlich erweisen, auch uns gegenüber, und bemüht bleiben, ein gottgefälliges Leben zu führen. ALLE Menschen sind Kinder des Höchsten und alle tragen diesen göttlichen Funken in sich, in ihrem Herzen, und dieser kann entflammt werden, da hast du vollkommen recht.

      Ich sehe nicht, das hier die Bibel etwas anderes lehrt liebe Schneeflocke. Die Bibel lehrt uns, dass die Liebe Gottes über unser Gerechtigkeitsgefühl geht, sie ist rein und vollkommen und deswegen wird er uns vergeben und zum Ziel tragen, wenn wir es zulassen, wie Eltern ihre Kinder.

      Erst dieses Vertrauen bringt uns Gott näher, nicht eine wie auch immer empfundene persönliche Wahrnehmung. Vertrauen zu Gott macht einen gläubigen Menschen aus, der danach ein tiefes Vertrauen und eine große Liebe zu seinem Vater im Himmel entwickeln kann."

      "Wie groß ist doch Gott! Wie unendlich sein Reichtum, seine Weisheit, wie tief seine Gedanken! Wie unbegreiflich für uns seine Entscheidungen9 und wie undurchdringlich seine Pläne! 34 Denn »wer kann Gottes Absichten erkennen? Oder wer hat ihn je beraten?«10 35 »Wer hat Gott jemals etwas gegeben, das er nun von ihm zurückfordern könnte?«11 36 Denn alles kommt von ihm, alles lebt durch ihn, alles vollendet sich in ihm. Ihm gebühren Lob und Ehre in alle Ewigkeit! Amen. Römer 11:24

      In diesem Sinn, liebe Grüße

      Dein Bruder

       

       

  5. Haraschmi

    Zu dem Thema "Glauben kann man nur allein" passt einigermaßen:

    Auf jw.org ist schon das Sommerkongressprogramm zu finden. Lt. Themen wird das an den letzten Kongress - den ich glücklicherweise nicht besucht habe - anschließen. Das Thema lautet:"gib nicht auf"... sagt eigentlich alles. Klingt für mich sehr danach, dass die LK langsam Angst bekommt, dass noch mehr die Org verlassen.

    Besonders krass finde ich, dass auf der Freitag-Seite ein Bild von Ant-Mo3 abgebildet ist. Der Personenkult nimmt neue Dimensionen an. Schön Stück für Stück die verblendeten Zeugen an ihren neuen Pabst gewöhnen!

    Das Programm beginnt mit einem Musikvideo. Vlt. rockt Ant-Mo3 die Stadien... 🙂

    Der 1. Programmpunkt: "Wir dürfen nicht aufgeben, besonders jetzt nicht" = gleich als erstes geht es gleich los mit der Dringlichkeit.

    Der 2. Programmpunkt ist eine Vortragsreihe mit dem unfassbaren Titel: "Ununterbrochen predigen"

    Samstag Nachmittag wird es auch sehr spannend: "Ausharren - die Schöpfung zeigt uns wie" durch Kamele, Bäume im Hochgebirge, Schmetterlinge, Küstenseeschwalben, Kiebitze und Akazien. = Was bitte hat das mit Ausharren im Glauben zu tun. Da wird wieder alles so gedreht wie man es braucht.

    Mir wird schon schlecht wenn ich die Titel lese. Wir bekommen bestimmt wieder gesagt, das war ein Meilenstein!!!

    Würgende Grüße

    Haraschmi

     

     

    1. Lichtspender

      Das wird der erste Kongress sein, den ich nicht mehr besuchen werde.

      Wiederholung ist garantiert: aber man wird hungrig nach Hause gehen.

      Ich lese lieber direkt in Gottes Wort und lasse seinen Geist wirken.

      Ein Bibelbuch am Stück zu lesen ist für mich Kraftnahrung pur.

      Es ist stärkender als 3 Tage Kongress mit Propaganda und Indokrination.

      1. Heinz

        Zwei Fragen wo ich für eine Hilfestellung dankbar wäre:

        1. Es gab mal einen Bericht über Umweltversäumnisse beim Bauprojekt Warwick, den finde ich nicht mehr. Wenn ich richtig entsinne, die Watchtower sogar von der Stadt New Yorck oder Warwick deswegen verklagt worden und aufgefordert die Umweltauflagen zu erfüllen. Hat hier jemand einen Link zur Verfügung?

        2. Gab es mal eine Website, die von Mitgliedern des sogenannten Verbindungskomitees betrieben wurde in Sachen Bluttransfusion. Hat jemand den Link dazu? Oder gibt es diese Seite nicht mehr?

        Für Informationen dazu vielen Dank im voraus.

      2. Störtebeker

        Lieber Lichtspender,

        das sehe ich genau so!

        Liebe Grüße Störti

    2. Andre

      Liebe(r) Haraschmi,

      gestatte mir, dass ich zu deinem Kommentar was sage. Du teilst hier das Programm des Kongresses mit. Mit entsprechenden Bemerkungen, die zeigen, wie du darüber denkst: würgen. Aber so wie du schreibst, wirst du dahingehen. Vermutlich auch andere, die hier schreiben und lesen. Sich über das Programm auslassen, schimpfen und trotzdem hingehen.  Da stellen sich bei mir alle Haare auf !! Ja geht`s noch ? In der VS sitzen und denken " mein Gott, wird hier ein Schwachsinn verzapft" aber trotzdem 2 Std sitzen. Hä ? Wenn ihr freiwillig hingeht braucht ihr auch nicht lästern - es ist eure Entscheidung.

      Sicher, bei BI kommen viele neue Leser dazu, die über ZJ"aufgeklärt" werden möchten sollen und müssen. Aber wenn erkannt wird, was Sache ist muss gehandelt werden.

      Ich schätze auch sehr die aufbauenden Worte/Artikel oder News. Aber eine VS würde ich mir nie nie nie mehr antun. Ebenso schätze ich die lieb gewordenen Kontakte: ein ganz besonderer Gruß an unseren Matthäus: Bitte werde wieder ganz schnell gesund - wir beten für dich !!! Halte durch.

      LG

      Andre

       

      1. Omma@Andre

        Lieber Andre,

        schön, dass du Matthäus erwähnst!!!  Mir geht er auch nicht mehr aus dem Kopf, weil wir so gar nichts zur Zeit von ihm hören.

        Weiß jemand wie es ihm geht?

        Auch wir wünschen ihm alles, alles Gute und beten für ihn.  Ja, möge er ganz schnell wieder gesund werden.

        LG  Omma und Oppa

        1. Anna

          Liebe Omma, liebe Schwestern und Brüder,

          schön, dass auch du oft an Matthäus denkst. Mein Mann und ich auch 🙂

          Die neuen Stammzellen arbeiten. Allerdings kämpft er noch mit den Nachwirkungen der Chemo, vor allem im Magen-Darm-Bereich. Da ist die Lebensqualität natürlich eingeschränkt, wenn einem dauernd schlecht ist.

          @Schneeflocke: Das sind interessante Gedanken von dir. Wir haben gestern abend noch darüber gesprochen. Weil wir ja alle von unserer Erziehung und Umwelt geprägt sind. Und wäre ich in Damaskus geboren, ggf. säße ich jetzt mit Kopftuch am Rechner.

           

          Herzliche Grüße aus dem saukalten Süden Anna

        2. Andre

          Hi,

          an Haraschmi: Danke für deine Richtigstellung. Du weißt aber sicher, was ich gemeint habe bzw. damit zum ausdruck bringen wollte. Wie gesagt, ich lese hier auch sehr gerne auferbauende, informative Artikel, aber keine Zusammenfassungen von VS, KK, BZK, WT  oder sonstigen ZJ Gedöns.

          Vergangheit ist Vergangen...

          Wollte dich nicht persönlich angreifen.

           

          LG

          Andre

          1. haraschmi

            Hi Andre,

            alles gut.

            Liebe Grüße

            der Haraschmi

      2. haraschmi

        Hallo Andre,

        ich werde nicht hingehen, so wie ich letztes Jahr nicht da war und seit 9 Monaten auch kein Fuß mehr in die Versammlung incl. Gedächtnismahl gesetzt habe. Da liegst Du leider falsch.

        Was ich aber immer noch mache ist, die Artikel zu lesen. Denn diese bestärken mich immer wieder NICHT mehr hinzugehen, weil ich das ganze nicht akzeptieren kann.

        ABER ich habe noch Verwandte, die sehr aktiv sind. Ausgeschlossen bin ich (noch) nicht, versuche aber die Verwandten mit meinen Gedanken auf die Unstimmigkeiten zu bringen. Ob mir das gelingt weiß ich nicht, aber ich sehe es so, dass ich durch den Nichtausschluß eher eine Chance habe als durch den Ausschluss.

        Übrigens gibt es hier viele, die wie Du schreibst sich auslassen und schimpfen und trotzdem hingehen. Ich denke die Entscheidung muss jeder für sich selber treffen und niemand kann hier beurteilen, welche Beweggründe jemand hat.

        Gruß

        Haraschmi

      3. Lichtspender

        Lieber Andre,

        ich verstehe dich. Du bist halt schon ein Stück weiter als andere. Ich auch.

        Aber wenn wir ehrlich sind: wir brauchten auch unsere Zeit, bis es Klick machte.

        Als ich hier in BI das lesen anfing, konnte ich über manche Lehransichten nur staunen.

        Ich dachte mir: da tummeln sich doch etliche Abtrünnige. Mit der Zeit -- je mehr ich selber

        mich wirklich hinsetzte und las und las und las und forschte in Gottes Wort, wurde mir klar: Da ist ja doch etwas dran!

        Heute bin ich von manchem Standpunkt, der mit zunächst sonderbar erschien, absolut überzeugt. Er ist durch und durch biblisch. Und Jehovas Zeugen liegen falsch.

        Es braucht also etwas Zeit. Und jeder muss sich die Zeit nehmen, die er braucht, um dann schließlich konsequent das NEIN! zu sagen und die nötigen Schritte zu gehen.

        Ich denke, dass siehst du aber genauso.

        In Liebe

         

        Lichtspender

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