“Gehorsam wird von Jehova gesegnet”

Oder, “der Sklave ist nicht dogmatisch” 

“Gehorsam wird von Jehova gesegnet” so lautet das Thema, welches Anthony Morris III, in einem Videovortrag auf JW-Broadcast, behandelt. Schnell stellt sich heraus, dass Morris hier aber im Wesentlichen nicht den Gehorsam gegenüber Jehova meint, sondern den Gehorsam gegenüber der leitenden Körperschaft, denn er erklärt: „Wenn wir der leitenden Körperschaft gehorchen, dann wird Jehova uns segnen“.

Link zum Video

Der Leittext zu dieser Ansprache ist Johannes 21:17. Der dreht sich eigenartigerweise aber nicht um “Gehorsam” oder um “Jehova” und Morris geht auch im Laufe seiner Ansprache nicht weiter auf diesen Text ein. Wir lesen dort:

Jesus sprach zum dritten Mal zu ihm: ‘Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?’ Petrus wurde traurig und sprach zu ihm: ‘Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe.’ Jesus spricht zu ihm: ‘Weide meine Schafe!’“ 

Was hat nun dieser Text mit dem Thema: „Jehova segnet Gehorsam“ zu tun? Es scheint eher so, als soll hier die Funktion des „treuen und verständigen Sklaven“  erklärt werden. Jedenfalls ist dies die Richtung, in die Anthony Morris unsere Aufmerksamkeit lenken möchte.

Allerdings gibt es hierbei Ungereimtheiten: Jesus gebot dem Petrus, seine Schäflein zu weiden und nicht, ihnen Befehle oder Anweisungen zu erteilen, über sie zu regieren oder zu herrschen. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass mit der Befugnis des Petrus, die Schafe zu weiden, auch einhergeht, dass die Schafe ihm gehorchen sollten. Denn als Christen hören wir nicht mehr auf Propheten und folgen diesen, wir folgen nur einem Führer – unserem Herrn – Jesus Christus.

Des Weiteren wurde dieser Auftrag nur dem Petrus erteilt. Und dieser kam ihm, in seiner Lebenszeit, im Anfangsstadium der Christenversammlung, treu nach. Bis vor einigen Jahren sollten wir glauben, es habe auch schon in der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts einen „treuen und verständigen Sklaven“ gegeben, der die Vollmacht hatte, die Schafe zu weiden. Darauf stützte sich ja das Argument, die Bevollmächtigung zum Weiden der Schafe erstrecke sich, angfangen von der Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ des ersten Jahrhunderts, bis zum Wirkungsbereich des “Sklaven” in der heutigen Zeit.

Dies sollen wir nun jedoch nicht mehr glauben. Kürzlich haben wir “Neues Licht” erhalten, gemäß dem es keine Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ im ersten Jahrhundert gegeben habe, woraus folgt, dass Jesu Auftrag an Petrus nichts mit der LK zu tun gehabt haben kann, wenn wir uns an derzeit gültiger WTG-Lehre orientieren.

Bevor wir diese Ansprache näher beleuchten, sollten wir uns daran erinnern, dass ein Redner oftmals viel über seine Absichten preisgibt, einfach dadurch, dass er bestimmte Sachen auslässt. In dieser Rede, in der es um Gehorsam geht, wird ausschließlich auf Jehova und noch häufiger auf die „leitende Körperschaft“ Bezug genommen; doch gibt es keinerlei – nicht eine einzige – Bezugnahme auf den, dem unser aller Gehorsam gebührt – den König Jesus Christus. Dabei hat bereits Mose darauf verwiesen:

„Einen Propheten wie mich wird der Herr, euer Gott, zu euch senden, einen Mann aus eurem Volk. Ihr sollt alles befolgen, was er euch sagt. Gott hat Jesus zuerst zu euch geschickt, nachdem er ihn in diese Welt gesandt hatte, und ihn beauftragt, euch zu segnen. Er wird euch helfen, umzukehren und euer Leben zu ändern.“  (Apg 3:19-23)

Jesus ist der “größere Moses”. Wer ihn missachtet oder nicht auf ihn hört, soll, gemäß Vers 23, aus dem Volk verstoßen werden. Da die WTG die “Rotte Korah” so gerne bemüht, fragen wir uns: Gibt es vielleicht Parallelen zwischen denen, die bei dem Thema Gehorsam – Jesus Christus – den “größeren Moses”, immer wieder unerwähnt lassen und der „Gruppe Korah”, die sich gegen Mose auflehnte?

Eine fehlerhafte Grundannahme 

Mit seiner Bezugnahme auf Apg 16:4 und 5 baut Morris auf einer fehlerhaften Grundannahme auf. Er behauptet: Auch im ersten Jahrhundert habe es eine sogenannte leitende Körperschaft gegeben. Demzufolge müsse auch heute eine leitende Körperschaft existieren, die von Christus eingesetzt sei. Und natürlich erwartet auch er, als Teil dieser heutigen „leitenden Körperschaft“, unbedingten Gehorsam.

Während es also, nach der neuesten Interpretation der WTG bez. Matthäus 24:45-48,  keinen “treuen und verständigen Sklaven” im ersten Jahrhundert der Christenversammlung gegeben hat, so soll es damals aber eine leitende Körperschaft gegeben haben? Apg.16:4,5 erzählt jedoch lediglich davon, dass die Apostel und älteren Männer der Versammlung in Jerusalem zusammen kamen, um eine spezielle Streitfrage zu klären.

Dieser Disput, um die Beschneidung der Heiden-Christen, entstand nun einmal durch die Hardliner der jüdisch-christlichen Versammlung in Jerusalem und deshalb wollte Paulus auch, dass sie dort geklärt werde. Dieser „Einzelvorfall“ beweist in keiner Weise die Existenz einer zentralen LK im ersten Jahrhundert. Wir sollten uns fragen: Warum gibt es keinerlei Belege, für die Annahme einer solchen Existenz – weder in der Spätzeit des ersten, noch während des zweiten und dritten Jahrhunderts?

Die Entscheidung, die von den Aposteln und den älteren Männern in Jerusalem gefällte wurde, kam unter der Wirksamkeit des Heiligen Geistes zustande und stammt somit von Gott.

Nun behauptet unsere leitende Körperschaft ja ebenfalls, von Gott geleitet zu sein. Demnach kommen alle Anweisungen, die von ihr herausgegeben werden, angeblich von Jehova Gott. Gleichzeitig lässt sie sich aber jederzeit eine Hintertür offen, durch  die Begründung, nicht inspiriert und somit fehlbar zu sein, um falsche Entscheidungen ihrerseits als Irrtum entschuldigen zu können.

Können wir wirklich annehmen, dass es, unter Anleitung Jehovas, zu diesen Fehlern kam? Und wenn wir dies nicht bejahen können, warum sollten wir der LK bedingungslos gehorchen und das mit der Erwartung, hierfür von Jehova gesegnet zu werden?

Wir machen uns nicht des Dogmatismus schuldig!

Als nächstens versucht Morris eine Erläuterung des Begriffes “Beschlüsse” aus Apostelgeschichte 16:4, der in Griechisch “dógmata” lautet und befindet das Wort als unpassend: „Wir wollen nicht sagen, der treue Sklave sei dogmatisch oder des Dogmatismus schuldig“.

Er zitiert sodann aus einem nicht genannten Wörterbuch: … ‘Wenn man eine Lehre oder ein Glaubensgebäude als Dogma bezeichnet, zeigt man damit seine Missbilligung, da die Leute das einfach als wahr akzeptieren sollen, ohne es zu hinterfragen.’

Klar, so eine dogmatische Haltung ist nicht gut. Ein anderes Wörterbuch sagt:  ‘Wenn man jemanden als dogmatisch bezeichnet, kritisiert man ihn, weil er meint, Recht zu haben und nicht einräumen will, dass andere Ansichten auch berechtigt sein könnten.’ Das wollen wir natürlich nicht auf die Beschlüsse des treuen Sklaven heute anwenden.“

Wow, wie interessant! Zuerst gibt uns Anthony Morris eine zutreffende Definition zum Begriff  Dogmatismus, weist diese Definition für das Verhalten der leitenden Körperschaft aber weit von sich. Die WTG ist nicht dogmatisch. Das behaupten nur die Abtrünnigen. Leider sprechen die Tatsachen eine andere Sprache. Die Publikationen des Sklaven sind voll von dogmatischen Aussagen.

Wachtturm vom 15. 9. 95, S. 30

“Darum genügt es nicht, wenn man ewig leben möchte, dass man nur auf Jehova, sowie auf sein Wort vertraut, sondern man muss auch auf Gottes Anweisungen, die er durch seine Organisation erteilt … uneingeschränkt vertrauen.“

” … auf die Anweisungen des Sklaven uneingeschränkt vertrauen“ – das ist Dogmatismus in seiner reinsten Form.

Im Wachtturm vom 1.10.87, in dem Artikel: „Bist du zufrieden mit Jehovas geistigen Vorkehrungen?“ wird noch dicker aufgetragen. Der Artikel war mit folgender Abbildung versehen: Aus dem Himmel ragen Gottes Hände, die einige markante Druckereigebäude der WTG halten. Aus diesen Gebäuden ergießt sich eine Flut von Druckwerken direkt auf das Dach eines Königreichssaales der ZJ. Unter den Armen der Gläubigen und in ihren Büchertaschen finden sich jene Publikationen, die aus der „himmlischen“ Druckerei und den Händen Gottes herabkamen. Damit ist klargestellt, worin die „geistigen Vorkehrungen Jehovas“ bestehen: Besuch aller Zusammenkünfte und Studium aller Schriften, die die WTG druckt. Kommen wir nun zur dramatischen Einleitung dieses Artikels:

„Wenn du aufhörst, Luft zu atmen, wirst du in wenigen Minuten sterben. Wenn du aufhörst, Wasser zu trinken, wirst du in wenigen Tagen sterben. Wenn du aufhörst, Nahrung zu essen, wirst du in wenigen Wochen sterben. Wenn du aufhörst, dich von Jehovas geistigen Vorkehrungen zu ernähren, wirst du, sobald du stirbst, für immer tot sein.“

Aber Morris möchte uns sagen, dass die „leitende Körperschaft“ oder der „treue und verständige Sklave“ von uns nicht erwartet, dass wir ihre Glaubenslehren ohne Hinterfragen akzeptieren? Der offizielle Standpunkt, wie er in Publikationen und von Kongressbühnen verkündet wird, lautet so:

“In Übereinstimmung zu denken, schließt aus, Ideen zu hegen, die im Gegensatz zu Gottes Wort oder zu unseren Publikationen stehen.” (CA-tk13-E No. 8  1/12)

Und weiter heißt es: “Es ist angebracht, Personen, die ‘nicht von unserer Art’ sind, indem sie vorsätzlich den Glauben und die Lehren von Jehovas Zeugen zurückweisen, als solche zu betrachten und zu behandeln, die wegen Fehlverhaltens ausgeschlossen wurden.” Wachtturm 15. Sept. 1981 Seite. 23

Diese Aussage muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Personen, die die Lehren von “Jehovas Organisation” zurückweisen, müssen wegen Fehlverhalten ausgeschlossen werden. Es wird also als Fehlverhalten bewertet und im Sinne einer Sünde, mit Ausschluss bestraft, wenn jemand es wagt, die Lehren der Organisation zu kritisieren oder abzulehne.

Und noch einmal: Laut Anthony Morris Statement ist die WTG nicht dogmatisch.

Falls du immer noch glaubst, dass Morris die Wahrheit sagt und dass er in diesem Video nicht lügt, dann prüfe es doch ganz einfach: Sprich mit den Ältesten deiner Versammlung, anlässlich einer Zusammenkunft und sage ihnen, dass du nicht an 1914 glaubst oder dass du deine Predigtdienstzeit nicht mehr berichten möchtest, weil dies eine unbiblische Praxis ist. Unterhalte dich mit Glaubensbrüdern darüber.

Eine Organisation, die nicht dogmatisch ist, wird dir keine Sanktionen auferlegen, wenn du deine eigene Meinung hast oder etwas, gemäß deinem eigenen Verständnis, tun möchtest. Eine undogmatische Gesellschaft wird dich nicht mit einer Strafmaßnahme, die dein gesamtes Leben umkrempelt, wie z.B. dem Gemeinschaftsentzug bedrohen, nur weil du dich dafür entscheidest, eine andere Meinung als der “Sklave” zu vertreten. Nur zu – trau dich. Schau, was passiert. Anthony Morris fährt fort:

“Abtrünnige und Gegner wollen uns zwar einreden, dass der treue Sklave dogmatisch sei, dass man alles, was von Brooklyn kommt, wie ein Dogma zu akzeptieren hat, als etwas willkürlich Entschiedenes. Aber das ist natürlich falsch und daher lautet die korrekte Übersetzung nicht ‘Dogma’, sondern ‘Verordnungen’.”

Ab dieser Stelle verliert Anthony Morris nun jeglichen Boden unter den Füßen. Er verfügt über keinerlei gültiges Argument, sondern nur über unbegründete Behauptungen und versucht, Andersdenkende in Misskredit zu bringen. Wie es scheint, macht die Organisation zunehmend Abgefallene zu ihrem Hauptthema. Es gibt kaum eine Ansprache, in der das Schimpfwort „Abtrünniger“ nicht auftaucht, bietet es sich ja zur Diffamierung und Stigmatisierung einer Person regelrecht an und hat in etwa die Wirkung, wie wenn man jemanden einen “Nazi” nennt.

Derartige Schimpfwörter sind, dank erfolgreicher Indoktrination, aufgeladen mit Inhalten, wie diesem: “Hört nicht auf sie. Sie alle sind Abgefallene. Wir hassen Abgefallene, nicht wahr? Sie sind wie Nazis. Böse kleine Menschen; geistig krank; voller Hass und Gift.”

Es fällt auf, dass sich Morris in seiner Ansprache mehrmals auf Zweigkomitees bezieht. Man fragt sich unwillkürlichsich, ob wohl in den höheren Rängen der Organisation auch schon ein Geist der Unzufriedenheit herrscht und damit ein Geist der Abtrünnigkeit.

Nachdem er auf dogmatische Weise festgestellt hat, dass die LK nicht dogmatisch ist, fährt Morris fort:

“Haltet den Text in Apg 16 bitte fest und geht mal kurz zu Mat 24. Im Vers 45 wird eine Frage gestellt, die wir gut kennen und die heute beantwortet wird: ‘Wer ist in Wirklichkeit der TUVS, den sein Herr über seine Hausknechte gesetzt hat, um ihnen Speise zur rechten Zeit zu geben?’ Der Sklave ist also keine Einzelperson.”

Moment mal! Erst spricht er vom “Sklaven” im Singular und dann springt er unwillkürlich zu der Schlussfolgerung, dass es sich OFFENSICHTLICH um ein Kollektiv handele! Einen Beweis für diese Behauptung liefert er nicht und offenbar wird von uns erwartet, dies als Wahrheit anzunehmen. Natürlich völlig undogmatisch! Er fährt fort:

“Die Beschlüsse wurden gemeinsam getroffen. Kein Einzelner trifft die Entscheidungen. Diese Entscheidungen oder Verordnungen werden also von einem Gremium getroffen. Wenn sie dann bei den Zweigkomitees, den Ältesten oder den Versammlungen ankommen, ist es am besten, Jehova zu bitten, dass er uns hilft, sie zu verstehen und – wenn man möchte, dass er uns segnet – sie als Älteste oder als Versammlung zu befolgen. Falls du dies nicht verstehst, bitte Jehova, dir zu helfen, dies zu verstehen. Und wie genau ‘hilft’ Jehova dir, dies ‘zu verstehen’?”

Nun, Jehova spricht nicht direkt mit dir, oder? Jedenfalls habe ich noch keine Stimme in der Nacht gehört. Nein, Gott hilft uns, indem er uns seinen Heiligen Geist gibt und die Schriften für unsere Sinne öffnet. (Joh 16:12,13) Wenn das der Fall ist und wir so erkennen, dass eine bestimmte Unterweisung verkehrt ist, was dann? Laut Anthony Morris müssen wir den Männern der LK auf jeden Fall gehorchen.

Er beendet seine Ansprache wie folgt:

“Genauso wie heute war es auch im ersten Jahrhundert. Geht doch bitte zurück zu Apg 16:4 und 5. Was passiert, wenn der Kreisaufseher kommt und Hinweise des treuen Sklaven überbringt oder wenn Zweigkomiteesitzungen nach den Richtlinien geführt werden? Vers 5 sagt, wenn man sie befolgt, dann wird man im Glauben befestigt. Die Versammlungen wachsen, und das Zweiggebiet gedeiht Tag für Tag. Warum? Weil Jehova den Gehorsam segnet … Es ist eine Theokratie, eine Gottesherrschaft, und nicht eine Sammlung von Menschengeboten. Jehova Gott beherrscht das alles vom Himmel aus.”

Hoppla! Hat uns Anthony Morris hier nicht gerade unfreiwilligerweise den Beweis dafür gegeben, dass Jehova den Gehorsam der Herde, gegenüber der leitenden Körperschaft, eben nicht segnet?

Laut Apostelgeschichte 16:4,5 sollte die Organisation wachsen und sich ausdehnen, doch sie schrumpft! Es ist keine Zunahme in den Versammlungen zu verzeichnen. Im Gegenteil – die Zuwachszahlen werden kleiner, Königreichssäle werden verkauft und Zweiggebiete, innerhalb der entwickelten Länder, berichten negative Zuwachszahlen. Morris hat unüberlegt den Beweis dafür geliefert, dass Gehorsam gegenüber Menschen, anstatt gegenüber Gott, nicht gesegnet wird. 

“Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.  Denn des Menschen Geist muss davon, / und er muss wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pläne.  Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN, seinen Gott,  der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darinnen ist; der Treue hält ewiglich …”  (Ps 146:3,4)

Mag ich nicht (11)

53 Kommentare zu ““Gehorsam wird von Jehova gesegnet”

  1. Martin@Alle

    Hallo ihr Lieben
    die ihr noch in die Versammlung geht und den heutigen WT-Artikel, „Suchst du Zuflucht bei Jehova“ betrachtet.
     
    Gemäß diesem Artikel beinhalten die Anordnung der Zufluchtsstädte, die unter dem mosaischen Gesetz vorgesehen waren, eine "Lektionen, von der Christen heute etwas lernen könnten. Der Sklave scheint noch ganz in der Gedankenwelt des alten Israels und dem Gesetz verwurzelt, wenn er schreibt: „Uns mit der Regelung der Zufluchtsstädte im alten Israel zu beschäftigen hilft uns, diese Fragen zu beantworten
     
    Doch es gibt in der Bibel keinen Hinweis darauf, dass die alten israelitischen Zufluchtsstädte als Vorbild dienen könnten, von denen Christen lernen können. Doch warum benutzt dieser Artikel die Zufluchtsstädte als Vorbild für uns?
     
    Gut, man möchte Vordergründig mit dem Bezug auf die Zufluchtsstädte die Barmherzigkeit Gottes belegen. Doch an dieser Stelle würde es vollkommen ausreichen, auf das Opfer Jesu hinzuweisen. Aber das geschieht erst im Abs. 16, Zitat: Wie kannst du also bei Jehova Zuflucht nehmen? Glaube an die Kraft von Jesu Opfer. ... Glaube auch, dass er für dich gestorben ist. Das Lösegeld ist die Grundlage (?) der Vergebung deiner Sünden.

     
    Ein (fast) richtiger Satz, mit dem eigentlich schon alles gesagt wäre. Der Hinweis auf die alttestamentarische Einrichtung der Zufluchtsstädte wäre damit überflüssig. Doch nein, die Autoren verfolgen ein ganz bestimmtes Ziel. Das Opfer Jesu ist nur die „Grundlage“ unserer Befreiung von Sünde und deren Folgen. Der Sünder muss erst bei den Ältesten vorstellig werden, quasi die heutigen Zufluchtsstädte aufsuchen. Wie im Alten Testament muss er, seinen Fall den Ältesten vortragen.
     
    Übersetz möchte uns der Sklave mit diesem Artikel sagen: Wer eine schwere Sünde begangen hat sollte nicht denken, es würde genügen seine Sünde im Gebet persönlich vor Gott zu bereuen, oder das Opfer Jesu würde genügen.
    Nein, erst wenn die Ältesten die Reue geprüft haben kommt das Opfer Jesu zum tragen.
     
    Jehova soll festgelegt haben, dass sich Ältesten sich um Fälle von schwerer Sünde kümmern sollen. Als Beweis führt man Jakobus 5:13-16 an. Ich lese hier aber nichts davon, Jehova habe festgelegt, Älteste sollten sich um Fälle von schwerer Sünde kümmern um die Versammlung rein zu erhalten.
    Ein angeblicher Bruder namens Daniel beging eine schwere Sünde, aber er zögerte sich den Ältesten zu offenbaren. Und obwohl er zu Jehova betete, fühlte er sich schlecht.  Erst nachdem er sich den Ältesten offenbarte fühlte er sich befreit um sich Gott zu nahen.
     
    Halten wir fest. Daniel sündigte gegen Gott, nicht gegen die Ältesten. Das Gebet um Vergebung vor Jehova genügte aber angeblich nicht. Er musste erst die Vergebung der Ältesten bekommen. Traurig wie hier der wahre Liebesbeweis Gottes, das Opfer seines Sohnes nur mit einem Satz erwähnt wird während man das sogenannte Rechtskomitee und die Ältesten dagegen eine Stunde lang als Beweis der Liebe Gottes preist.  

    1. M.N.

      "Er musste erst die Vergebung der Ältesten bekommen."

      An was erinnert uns das?

      BINGO: An Beichte und Absolution. Auch hier mal wieder steht die ach so böse, "babylonische" RKK Pate für JW.Org-Procedere, so wie anderswo auch (KRR-Klerus mit Papst, Kurie, Bischofskollegien, ... aka "Leitende Körperschaft" als "TUVS" in Personalunion, "Helfer"-Komitees, Zweigkomitees und weiter die gesamte Hierarchiestruktur hinunter; der "ex cathedra"-Lehranspruch des obersten JW.Org-ZK (welches in Französisch interessanterweise "collège central", also "Zentralkollegium" heißt; sodann das Exkommunikationsprocedere aka "Gemeinschaftsentzug/Ausschluss" uvm.). Dann aber auf die verruchte RKK draufhauen, dass die Fetzen fliegen. Heuchlerischer geht's nimmer.

      Aus gruppenpsychologischer Sicht dienen solche "Sünde vor Menschen bekennen"-Mechanismen der Kontrollausübung in puncto "Gedankenkontrolle". Die Kirche MUSS zwischen dem einzelnen Menschen und Gott stehen, sich mit Gewalt dazwischenschieben, nach dem Motto: "He - wir sind AUCH noch da, du musst erst MIT UNS verhandeln", um eine mentale Abhängigkeit des Menschen von der Kirche/der Org zu erzeugen und diesen weiterführend zu anderen, für die Org nützlichen Handlungen - orgzentrische Leistungen - anzustacheln.

      Dies erklärt weiterführend das enorme Verteufeln sexueller "Sünden" auf seiten strikt fundamentalistischer Religionen, weil diese sich besonders gut als Grundlage für Gängelung und Verhaltenssteuerung eignen, da Sexualität so fundamental ist, wie sie allumfassend ist. Im Glossar heißt es dazu unter "Hurerei":

      "Solch düster/dräuenden, mittelalterlichen, drakonisch/hanebüchen/weltfremden "Steinzeit"-Vorgaben bewirken unweigerlich bei jedem normalen jungen (aber auch älteren) ledigen Menschen, der diese rein menschlichen Kirchenorganisationsedikte als Gotteswort ansieht, erhebliche seelisch/emotionale Notlagen und permanente Schuldgefühle, die durch "Studium" (von WTG-Literatur), gesteigerten "Haus-zu-Haus-Dienst" und weiteren WTG-orientierten Aktionismus, Bekenntnis der "schmutzigen Sünde" vor Eltern und Ältesten zum "Hilfeersuchen" etc. bekämpft werden müssen. Viele geraten in eine nicht enden wollende seelische Zwickmühle und schleppen einen Berg an Schuldgefühlen mit sich herum, wenn sie es einfach nicht schaffen, eines ihrer natürlichen Bedürfnisse – so natürlich und unausweichlich wie Atmen, Essen und Schlafen – abzustellen und so zu tun, als gäbe es dieses nicht."

      Durch diese "Sünde vor den Ältesten bekennen"-Direktive verankert sich die Org sehr effektiv im Sinn ihrer Schäfchen und stellt sicher, dass jene nicht etwa den direkten Draht zum himmlischen Vater suchen und finden, denn das möchte man ja überhaupt nicht - wo kämen wir denn da hin, wenn die Zeugen uns elegant umgehen und direkt nach oben funken? Dann könnten wir ja unseren Laden gleich dichtmachen.

      Alles eine Frage der Strategie.

      Gruß,
      M.N.

  2. Ulla

    Liebe hei-bea,

    lass doch die Omma auch mal "mutlose und depremierende" Worte schreiben.

    Wir haben uns vielleicht schon viel zu viel daran gewöhnt, dass manche nur eine sonnige, von Liebe getriebene Einstellung an den Tag legen, dass wir ihnen eine Mutlosigkeit gar nicht zugestehen wollen. Aber wir sind alle nur Menschen. Und ich finde es schön und ausgeglichen, wenn Omma auch mal ihr Herz ausschütten darf...keiner ist nur "einseitig"         ; )

    Omma darf auch mal getröstet und ermuntert werden...

    LG Ulla

    1. hei-bea

      Hallo Ulla,

      mutlos und deprimiert darf natürlich jeder mal sein und ist es auch - ist menschlich. Aufpassen

      müssen wir aber, dass uns solche "Familienverhältnisse" nicht so "runterreißen", dass sie in ei-

      ner ernst zunehmenden Depression enden und das tägliche Leben zum Albtraum gestalten.

      Meine Worte an Omma waren auf die mir eigene Art und Weise als Trost und Ermunterung

      gemeint - schade, dass Du das mißverstanden zu haben scheinst.

      LG aus dem kalten Harz             hei-bea

    2. Omma@Ulla@hei-bea

      Liebe Ulla, und liebe hei-bea,

      eure Kommentare, von euch Beiden, haben mir sehr gut getan!  D.A.N.K.E!   Ihr seid Beide so lieb, jede auf ihre Weise!

      Ja, manchmal können die Ohren etwas hängen, aber dann stehen sie wieder aufrecht. Ein lieber Bruder hatte uns eine Mail gesendet und geschrieben: Das Leben ist ein AUF und AB.  Ja, ihr Lieben, das können wir bestätigen.  Halten wir uns an der richtigen Hand ganz fest.

       

      Psalm 37:5, 7, 23+24   (NGÜ)
      5 Lass den Herrn deinen Weg bestimmen, vertrau auf ihn, und er wird handeln.
      7 Überlass dich ruhig dem Herrn und warte, bis er eingreift. ......
      23 Es ist ein Geschenk des Herrn, wenn die Schritte eines aufrichtigen Menschen fest und sicher werden. An seinem Weg hat der Herr Gefallen.
      24 Wenn ein solcher Mensch dann doch einmal hinfällt, bleibt er nicht hilflos liegen, denn der Herr hält ihn an der Hand.

      Seid ganz lieb gegrüßt von Omma und Oppa

  3. Hupsi

    Genau so empfinde ich das. Danke für dein Feedback.

    Wenn ich jetzt mal bisschen Zeit hab, bin ich mal CT Russel, den ersten Symbolen auf altem Zions Wachtturm, den Symbolen und Hierarchien der Freimaurer -Organisation, ihren aktuellen Symbolen, symbolischen Gesten in Handzeichen, dem Buch über den "Göttlichen Plan der Zeitalter"  nachgegangen, und dem Grab Russels in Pyramidenform, dem Auge Luzifers in der Pyramide, den Rothschilds, und den Symbolen der Freimaurer Mädchen (Schmetterling)

    Unter dem Namen "go rainbow" und sowas. Ganz klar. Hier kommt ausschließlich Satan daher, sonst garnix.

    Mir schwirrt zwar der Kopf von meiner Suche, aber ich bin erleichtert, dass ich innerlich davon Abstand nehmen konnte. Und äußerlich gelingt es mir auch noch.

    Guten Abend!

  4. haraschmi

    Hallo an alle,

    ich finde das passt zu dem Artikel mit dem "Segen". Es heißt ja immer, dass durch die Mehrung der Segen Jehovas zu erkennen ist. Die neuen Zahlen für 2017 sind verfügbar. Ich habe mich erst gewundert, dass es so eine Steigerung gab. Da ich die letzten 5 Jahre für Europa und die ganze Welt in einer Excel-Liste zusammengefasst habe (ja ich bin ein Zahlenmensch). Dann ist mir aufgefallen, dass die Werte für den Verkündiger-Durchschnitt nicht mehr gezeigt werden (zumindest in dem 5-seitigen Dokument). Es werden nur noch die Verkündiger-Höchstzahlen angedruckt. Das kann man ja nicht mit dem Durchschnitt vergleichen. Also habe ich meine Datei erst mal angepasst (Russland habe ich 1:1 übernommen, da in 2017 nicht mehr angezeigt) und bin zu folgendem Ergebnis gekommen (wen es interessiert):

    knapp 31.o00 getaufte in Europa aber ein Rückgang von -0,29%. Wenn wir von 1 % Sterberate ausgehen, sind das 20.000 die die Gemeinschaft in Europa verlassen haben oder nicht mehr berichten.

    In den letzten 5 Jahren gab es in Europa gut 170.000 getaufte aber eine Mehrung von -0,0023%. Wären bei einer Sterberate von 1% = ca. 100.000, die in den 5 Jahren nicht mehr berichtet haben und das in Europa!

    In der gesamten Welt sieht zwar etwas besser für Gottes wohlhabende, glorreiche, einzige irdische Organisation aus aber wenn man genau hinsieht ist auch keine wirkliche Mehrung mehr zu finden.

    Rund 1.360.000 getaufte in 5 Jahren, eine Mehrung von 6,1% auf 5 Jahre gesehen. Wenn ich die Steigerung der Weltbevölkerung von knapp. 5,5 % in den letzten 5 Jahren abziehe, bleiben effektiv nicht mal 1 % Mehrung in 5 Jahren übrig.

    Die Zahlen ohne Gewähr.

    Seit wann spielt sich die LK als Führer auf? Ca. 5 Jahre? Passt!

    Für alle die es interessiert.

    Liebe Grüße

    Der haraschmi war´s

    1. Peter

      Hallo Haramschi, danke für Deine Arbeit, alles genau rauszurechnen. Die Zahlen aus Afrika würde ich mit Vorsicht genießen. Da wird oft „wohlwollend“ gezählt. Liebe Grüße, Peter

  5. JkB

     
    ***** Hinweis AN ALLE: ***** Nimm einen Zeugen Jehovas einzeln zur Seite und frage ihn: „Bist du im Heiligen Geist getauft?“ Das mag eine der unangenehmsten Fragen überhaupt für einen Zeugen Jehovas sein. Höchstwahrscheinlich geht die nächsten Sekunden in ihm etwa Folgendes vor: „Am liebsten würde ich ja diese Frage gar nicht beantworten, … doch da würde ich ja den religiösen Führern der Tage Jesu gleichen, die eine an sie gestellte Frage auch nicht beantworten wollten (Lukas 20:3-8). … Irgend etwas muss ich also antworten.“
     
    Wie also wird der Zeuge Jehovas nun antworten?: „Bin ich im heiligen Geist getauft? Nun, irgendwie „Ja“ – aber ich bin kein „Geistgesalbter“, ich gehöre zur „großen Volksmenge“.
     
    Oder wird er antworten: „Nein – nur „Geistgesalbte“ sind im heiligen Geist getauft. Ich gehöre nicht dazu.“
     
    Doch vielleicht überlegt er sofort erschrocken bei sich und würde seine Antwort am liebsten wieder zurücknehmen: „Gesalbter“ bedeutet doch „Messias“ oder „Christus“. Wenn ich sage „Ich bin ein „Christ“, dann müsste ich doch eigentlich auch „Gesalbter“ sein und folglich im heiligen Geist getauft sein... Aber ich will mir gegenüber auch ehrlich sein: Ich könnte zwar nach außen hin sagen: „Ja, ich bin im heiligen Geist getauft.“ – Aber entspricht diese Äußerung auch wirklich meiner inneren Überzeugung?“
     
    Vielleicht überlegt der Zeuge Jehovas auch still für sich: „Wenn ich sage „Ja, ich bin im heiligen Geist getauft“ – was wird wohl die nächste Frage an mich sein? Vielleicht: „Seit wann weißt du es? Wie ging diese Taufe vor sich? Woher weißt du es? ...“
    *****
     
    Mit diesen Worten beginnt ein neu ins Netz gestellter Artikel. Du kannst die Fortsetzung weiterlesen, indem du hier auf diesem Portal rechts oben auf das Fensterchen „Rubriken“ gehst und dort „Leben-und-Dienst-Zusammenkunft“ anklickst.
     
    Dort erscheint dann der Artikel zur Leben-und-Dienst-Zusammenkunft für die Woche vom 1. bis 7. Januar 2018, der sich mit Matthäus 1 bis 3 beschäftigt und „Die Taufe im heiligen Geist“ zum Kernthema hat.
     

  6. Argentum

    Ihr Lieben alle,

    ich wünsche Euch auf diesem Wege und für dieses neue Jahr alles Liebe, Gottes Segen und wahre Erkenntnis und vor allem den Mut, dem eigenen Gewissen und Herzen zu folgen. Großen Dank an BI für alle Bemühungen und all die Arbeit!

     

    Liebe Grüße

    Argentum

    1. Liebe Geschwister ich möchte mich den guten Neujahrswünschen von Agentum anschließen und Euch auch ein gesegnetes, glückliches und mit viel Genuss und Freude erfülltes neues Jahr wünschen!

      Euer Tom

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