Ein Aufruf für ein „Leben ohne Angst“.

 Ja, wenn die Liebe uns ganz erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, der kennt wirkliche Liebe noch nicht.“  1. Joh. 4:18

Munch-"Der Schrei"
Munch-„Der Schrei“

Furcht ist die Reaktion auf eine unbestimmte Bedrohung, aus der sich eine konkrete, Bedrohung ergeben kann, die Angst hervorruft. Während die Furcht den Verstand beflügeln kann, um ihre Ursache zu bekämpfen, wirkt die Angst lähmend auf den Verstand. Gerade dieser Umstand war schon immer ein hervorragendes Mittel um Menschen mit Angst gefügig zu machen und sie dorthin zu bewegen, wo man sie haben wollte. Diffuse Ängste vor existenzbedrohenden Einflüssen sind in unserer turbulenten Zeit für zahllose Menschen wieder zum steten Begleiter geworden, und sie fürchten sich, weil sie nicht wissen, was ihnen die Zukunft bringt.

Heute befassen wir uns mit der Angst als einem probaten Mittel in der Hand menschlicher Führernaturen aus der Religion und der Frage, wie wir uns von diesen Ängsten befreien können. Der Widerpart ist die in Aussicht gestellte Freude auf Belohnung in der Zukunft, die in ausgewogener Kombination gerne als bewährter Lenkungsmechanismus genutzt wird, um die Menschen in einer Doktrin gefangen zu halten.

Um nicht in die Depression abzugleiten, flüchten viele Zeugen Jehovas aus der Angst erzeugenden Vorstellung in Harmagedon für immer vernichtet zu werden, und klammern sich an die Hoffnung, der Sklave werde sie mit seiner von Jehova eingesetzten Organisation in das ewige Leben führen.

Besonders perfide wird diese Art der Manipulation aber immer dann, wenn sie sich hinter dem vermeintlichen Willen Gottes versteckt und wenn sein Vorsatz durch ihren eigenen unkenntlich gemacht wird. Und damit sind wir bereits bei unserem heutigen Thema.

Alle Kirchen, und da macht auch die WTG keine Ausnahme, nutzen diesen Einfluss inzwischen immer dreister aus, ungeachtet dessen, was ein zunehmend größerer Teil des Einzelnen Verkündigers davon hält. Offen und unverblümt lässt man sich zu Aussagen hinreißen, die man schon lange als grobe Fehleinschätzung erkannt hat und längst hätte zurücknehmen müssen. Aber nein, seit nunmehr 100 Jahren verkündet die WTG in der Welt lauthals den Beginn des Königreiches unter der Leitung Jesu Christi, ohne dass sich für die Menschen in irgendeiner Hinsicht etwas zum Guten gewendet hätte. Dennoch ist das für sie und ihre Unterstützer offenbar ein Grund zu jubeln. Sklave-2.001

Dennoch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Mehrheit der Brüder zu einer trägen Masse mutiert ist, die sich vom Sklaven bereitwillig abspeisen und hinters Licht führen lässt. In der Folge wurde selbständiges Denken zugunsten einer unangebrachten Hörigkeit unter das Diktat weniger betagter Männer aufgegeben, welche sich hinter der Parabel vom treuen und verständigen Sklaven verstecken. Und was macht ihre aus lammfrommen Dienern bestehende Gefolgschaft? Sie haben ihr eigenverantwortliches Denken längst an diese menschliche Führungsriege delegiert und lassen sich Angst davor einjagen, den Mut zusammenzunehmen und einigen WTG-Lehren eingehender auf den Grund zu gehen.

Wenn es zurzeit auch noch vergleichsweise wenige sind, so wachen doch mehr und mehr Brüder aus diesem geistigen Tiefschlaf auf und ziehen die Reißleine. Einige haben zum Beispiel ihre Stellung als Älteste aufgegeben und setzen damit Akzente, auch wenn sie aus Furcht vor drohenden Sanktionen dafür nicht immer den wahren Grund angeben.

Während sich die eine Gruppe im vermeintlichen Paradies gut aufgehoben fühlt, ist die andere in ihrer Angst gefangen, Angst vor Sanktionen oder dumpfen Gefühlen der Abneigung, wenn sie über ihre Zweifel sprechen. Man kann beobachten, dass die meisten geradezu fluchtartig jedem Gespräch aus dem Weg gehen, wenn es eine kritische Wendung nimmt.

Wird beispielsweise kritisiert, dass diese oder jene neue Erkenntnis nicht nachvollziehbar sei, dann wird der Betreffende argwöhnisch beäugt, wobei man längst erahnte Schwachpunkte in der Lehre mit allen Mitteln verteidigt. Die ständige Manipulation hat in den Gläubigen ganze Arbeit geleistet. Zu groß ist dann die Angst davor, das ganze eigene, über Jahre hinweg aufgebaute Weltbild könne zerstört werden. Überhaupt kann ja nicht sein, was nicht sein darf, und so wendet man sich empört und in tiefstem Herzen verunsichert von solchen kritischen Unholden ab, hält sie für sich bezeichnet und tut damit genau das, was der Sklave vorschreibt.

Nahezu die gesamte Bruderschaft ist in dieser Weise vom Sklaven mit Angst geimpft, die wie eine unüberwindliche Barriere wirkt und den Sinn von Millionen sklavenhöriger Anhänger verblendet, „damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus … nicht hindurchstrahle“. 2. Kor. 4:4

Deshalb, liebe Brüder, überprüfen wir uns doch bitte einmal selbst, warum wir Angst haben „unsere Wahrheit“ auf den Prüfstand zu stellen. Warum sind wir denn nicht bereit ganz offen über unsere Zweifel zu sprechen und sie gegebenenfalls auszuräumen? Warum scheuen wir davor zurück, alles zu prüfen und das Beste zu bewahren, wie es die Schrift empfiehlt? Ist es nicht die tief in uns sitzende Angst, die uns lähmt und daran hindert „gleich freien Menschen“ zu denken und zu reden, und uns der Wahrheit zu widmen, von welcher Christus nach Joh. 8:33 sagte, dass sie uns frei machen würde, auch frei von falschen Vorstellungen und Angst?

Angst und Rettungsanker

Die Angst vor einer offenen Auseinandersetzung mit der eigenen Überzeugung und den Vorgaben der Organisation, die ihre Untergebenen zusehends für ihre Ziele vereinnahmt, sorgt dafür, dass sie sich nicht von ihr lösen können.

Die WTG steuert uns mit einem Spiel aus Angst und Emotionen. Die Angst vor ewiger Verdammnis im kommenden Weltgericht als Antagonist zur Hoffnung auf ewiges Leben im kommenden Paradies. Dieses unlösbare Knäuel an positiven wie negativen Emotionen hält die Menschen in einem biblisch nicht begründbaren Aktionismus, geistig aber bewegungsunfähig gefangen. Wer sich aber mit der Arbeitsweise der Mächtigen im Hintergrund beschäftigt und ihre manipulativen Methoden durchschaut hat, erkennt allmählich, dass selbst unsere Organisation genau nach diesem Schema vorgeht. Sie überhäuft die Brüder in ihrem Alltag mit angeblichen Pflichten, die mittels Predigtdienstbericht überprüft werden, so dass ein Blick über den Tellerrand schon aus Zeitgründen nahezu unmöglich ist. Und sollten doch einmal Zweifel aufkommen, dann sorgt der Zuchtmeister Angst schnell wieder dafür, dass wir solche „bösen Gedanken“ schleunigst wieder verscheuchen, bevor unserer Mitstreiter damit beginnen sich über uns empören.

Habe den Mut zur Wahrheit – werde frei von Angst!

Nachdem sich die Organisation längst den Ruf eines falschen Propheten erworben hat, ist sie fast nur noch mit der eigenen Nabelschau beschäftigt und damit, das teils angeschlagene Image aufzupolieren oder unhaltbare Lehren mit „neuem Licht“ zu überstrahlen. Grobe Fehler in der Bibelexegese oder unhaltbares Lesen in der Glaskugel und das ständige Hakenschlagen im Zickzackkurs der Änderungen mittlerweile unhaltbar gewordener Lehren werden als Fortschritt verkauft. Die Organisation häutet sich wie eine Schlange und nennt es eine fortschreitende Läuterung. Wie sie selbst ständig beteuert, schreite sie mit Riesenschritten voran, man fragt sich nur wohin. Die erklärten Ziele können es jedenfalls nicht sein. Denn wer sich vor der Überprüfung seines Lehrgebäudes anhand der Bibel und unabhängig geführten Gesprächen zu bestimmten Themen fürchtet, kritische Fragen mit Unmut erwidert und forschende Geister einfach ausschließt, hat zweifellos etwas zu verbergen, was auch durch noch so helles „neues Licht“ nicht mehr gutzumachen ist.

Sobald wir aber die Decke anheben und hinter die Kulissen blicken, verstehen wir das „Spiel” und erkennen, dass es eigentlich keine Gefahr und keinen Anlass für irgendwelche Ängste gibt. Wir erkennen ferner, dass wir nur lenkbar sind, solange wir uns lenken lassen wollen. Wann wollen wir uns endlich selbst auf den Weg eigener Nachforschungen begeben und uns mit unserem Verstand und im Vertrauen auf Gott selbst in seinem Wort untersuchen, was er uns mitzuteilen hat? Informieren wir uns anhand verschiedener Übersetzungen darüber, was Gott bereits für uns getan hat und was er wirklich von uns erwartet, und wir werden feststellen, dass dies weit von dem entfernt ist, was uns die Organisation ständig als Gottes Willen vorlegt, wo es in Wirklichkeit nur um den eigenen Selbsterhalt geht.

Angeblich haben wir eine wunderbare Zukunftshoffnung. Ja, die Gute Botschaft der Bibel kann uns helfen im Jenseits ein glückliches Leben zu führen, was aber bewirkt sie für das Diesseits? Doch wie kann es dennoch sein, dass es in einer Religionsgemeinschaft wie den Zeugen Jehovas gehäuft zu Angstzuständen und psychischen Erkrankungen kommt, wenn sie doch auf der Erde zu den glücklichsten Menschen zählen, wie sie immer wieder behaupten? Hier einige Zitate aus unserer Literatur:

Rettungs-Buch S. 44: „Deshalb sind seine „treuen Zeugen“ die glücklichsten Menschen auf der Erde.Für die einfachen Gemüter lautet also die Botschaft hinter dieser Aussage, „bist du nicht glücklich, dann bist du kein treuer Zeuge“ ist.

WT vom 1. 12. 1970, S. 732: „Zu den Dingen, für die „wahre Diener Jehovas Gottes“ bekannt sind, gehört, dass sie glücklich sind.“ Doch lässt sich glücklich sein nicht befehlen.

WT 1. 3.1989, S. 3 „…sind sie heute tatsächlich die am meisten bevorrechtigten, erfolgreichsten und bei weitem glücklichsten Menschen auf der Erde, …“

Doch wie kann ein Zeuge glücklich bleiben, wenn er von der leitenden Körperschaft ständig gesagt bekommt, welch große Verantwortung er als Zeuge für das Leben seiner Mitmenschen trägt und dass die Rettung der Bösen davon abhängt, ob er alle sich bietenden Gelegenheiten ergreift, um den Bösen zu warnen.

Wir zitieren aus einem Brief der leitenden Körperschaft“ an die weltweite Bruderschaft der Zeugen aus dem Jahrbuch von 1996: „Niemand von uns kann sagen, wie lange die Tür für schafähnliche Menschen noch geöffnet sein wird, so dass sie in die Sicherheit unseres geistigen Paradieses Zuflucht finden können. – Wie tragisch wäre es doch, zu dieser späten Stunde noch aus dem Wettlauf des Lebens auszuscheiden. … Bestimmt möchte niemand von uns für den Tod eines Menschen verantwortlich gemacht werden, weil wir es versäumt haben ihn zu warnen.“

Machen solche angeblichen, geschickt in Suggestivfragen verpackten Erwartungen Gottes aufrichtigen und gottgläubigen Menschen nicht Angst?

Wer hat nicht schon einmal als Zeuge eine Gelegenheit zum Zeugnisgeben ausgelassen oder nicht erkannt? Wird Gott böse Menschen vernichten, weil wir es versäumt haben sollten ihn zu warnen? Macht Gott die Errettung von Menschenleben davon abhängig, dass sie von anderen unvollkommenen Menschen, die selbst errettet werden müssen, gewarnt wurden?

Das wäre so, als wenn man von einem Ertrinkenden erwartet, dass er andere vor dem Ertrinken rettet. Haben solche Briefe der leitenden Körperschaft nicht nur das Ziel die Bruderschaft unter Druck zu setzen und sie mit Angst zu impfen, damit sie noch mehr leisten?

Freundlichkeit 2.001Man stellt sich schon die Frage, warum selbst seelisch gesunde Zeugen Jehovas die Stimmung innerhalb vieler Versammlungen häufig als kühl und distanziert empfinden, auch wenn man oberflächlich den Eindruck gewinnt, dass alle so freudig sind und dir freundlich begegnen. Warum empfinden selbst Älteste und Pioniere die stetig steigende Forderung nach noch mehr Dienst als großen Druck? Und warum nimmt die Zahl psychisch Kranker gerade unter denen zu, die sich „im Dienst für Jehova besonders verausgaben“, wo doch im WT v. 15.5.08 auf Seite 21 behauptet wird:

„…Und wenn du als getaufter Zeuge Jehovas wirklich glücklich sein möchtest, dann setz‘ dich voll und ganz im Dienst für das Königreich ein…? Ein Affront für diejenigen, die trotz aller Bemühungen nicht glücklich sind.

Eine große Anzahl unserer Brüder leiden unter Depressionen. Wie zu erwarten, leugnet die Organisation diese Tatsache und verweist auf diejenigen als Vorbilder, die ihr Leben im Griff zu haben scheinen. Dabei wird verdrängt, dass dies in der Regel genau diejenigen sind, die sich um die Vorgaben des Sklaven wenig scheren und letztlich nur das machen, was sie für sich als richtig erachten. Nach außen hin geben sie das erwartete Bild ab, gehen aber in Wirklichkeit voll in ihren eigenen Zielen auf. Angst.001

Wenn nur der Berichtszettel stimmt. Sich ab und zu beim Treffpunkt sehen lassen und den Sklaven in den Himmel loben, dann ist alles gut. Es wird wohl kaum mehr gelogen als in Verbindung mit dem, was die Meisten auf ihren Berichtszettel schreiben. Aus Angst vor dem Gespräch mit den Ältesten bzw. mit dem Kreisaufseher.

Ich war selbst jahrelang Sekretär einer Versammlung und musste mich oft über das wundern, was so manch einer der Ältesten oder Dienstamtgehilfen auf ihrem Zettel vermerkt hatten. In etwa kannte man ja die Umstände der Einzelnen, und ich fragte mich, „Wo nimmt er nur diese Stunden her?“ Aber egal, keiner fragt danach, Hauptsache der Bericht liegt über dem Durchschnitt.

Die ständige Aufforderung, sich noch mehr für das Königreich Gottes einzusetzen könnte kein Mensch auf Dauer ohne Schaden überstehen, wenn er diesen Aufforderungen ständig gewissenhaft nachkommen wollte.

Ein Blick in das wöchentliche Programm der Dienstzusammenkünfte mag dies verdeutlichen. Hier nur einige der Suggestivfragen, mit welchen der Sklave die Bruderschaft zur Tätigkeit antreibt: „Kannst du im Dienst noch geschickter werden? Was haben wir erreicht? Kannst du den Pionierdienst aufnehmen? Was kannst du tun, um als Rentner, als junger Mensch, in den Ferien oder im Urlaub, in der Schule? Zeige durch deinen Einsatz deine Liebe zu Jehova! Bist du rein vom Blut aller Menschen und von Blutschuld? Nutzt du deine Möglichkeiten voll aus? Folgst du dem Beispiel Jesu usw.“

Gebetsmühlenartige Aufforderungen drängen dazu, im Predigtdienst noch mehr Einsatz zu zeigen, da nur die eigene messbare Leistung zählt. Diese Fragen erzeugen ein schlechtes Gewissen und führen zu vermehrten Ängsten. Und so sind es in der Regel Ängste, die als Motor für unsere theokratische Tätigkeit dienen.

Das beginnt bereits in frühester Kindheit. Man befürchtet, selbst den Ansprüchen der eigenen Eltern nicht genügen zu können, besonders dann, wenn sie ihre Kinder nur noch so sehen wollen, wie sie nach WTG-Vorgaben sein sollten. Jehova dienen macht Freude, – Jehova liebt einen fröhlichen Geber und einen glücklichen Diener. Predigen.001

Das muss doch an dir liegen, wenn alle anderen angeblich so freudig in den Dienst oder in die Versammlung gehen, nur du selbst nicht. Liebst du Jehova etwa nicht richtig? Wenn ja, dann ist deine Rettung in Frage gestellt.

Als Kinder waren wir auf unsere Eltern angewiesen und mussten glauben, was sie uns sagten. Außerdem ist uns gesagt worden, dass sie nur das an uns weitergeben, was durch den Sklaven von Jehova kommt. Deshalb lerne ich schon sehr früh; ich muss aufpassen, was ich sage, was ich denke und was ich tue oder versäume.

Schon als Kind muss ich darauf achten, womit ich spiele. Als Junge habe ich heimlich mit einer Zündplättchenpistole gespielt. Vor meinen Eltern musste ich sie verstecken und hatte deshalb immer ein schlechtes Gewissen. Wird Jehova mich in Harmagedon deshalb vernichten? Aber ich spiele doch so gerne damit.

Aus Angst von den Eltern zurückgewiesen, kritisiert oder sogar geschlagen zu werden, lernt man mit einer Lüge zu leben und bekommt mit der Zeit zwei Gesichter. Alle diese Verurteilungen und Selbstvorwürfe begleiten dich dann durch dein späteres Leben als ein Zeuge Jehovas, von Kindesbeinen an.

Freundlichkeit.001Ein Kind, das schon in seinem jungen Leben solchen Konflikten ausgesetzt wird, kommt ja nicht auf die Idee zu sagen, meine Eltern sollten sich mal einem Therapeuten anvertrauen, mit denen stimmt etwas nicht! Nein, es denkt „mit mir stimmt etwas nicht“, und ist mit dieser belastenden Einstellung womöglich das ganze Leben lang belastet. „Ich bin unartig, böse, faul, ich liebe Jehova nicht wirklich, andere schaffen es, ich nicht, das muss ja an mir liegen.“ Mit solchen Gedanken schürt die WTG bewusst die Angst, um sich Menschen gefügig zu machen.

Was kann ich tun ?

Ich habe einmal irgendwo gelesen, dass es für eine glückliche Kindheit nie zu spät sei. Das mag paradox klingen, aber selbst die unglücklichste Kindheit, die in uns gespeichert ist, kann durch Erkenntnis, Verständnis für die eigene Situation und Vergeben in Frieden und Freude verwandelt werden.

Dazu gehört allerdings viel Arbeit und sich selbst gegenüber Aufrichtigkeit. Nimm dir Zeit zur Besinnung und prüfe sehr genau, in welchen Lebensbereichen und vor allem, bei welchen Menschen du „ganz du selbst“ sein kannst, etwas, was dir von der Organisation der WTG natürlich als „selbstsüchtiges Verlangen“ ausgelegt wird.

Suche dir Menschen, bei welchen du dich nicht verstellen musst, wo du deine eigene Meinung sagen und du das leben kannst, was dich glücklich macht. Das soll kein Aufruf zu einer egoistischen Lebensweise sein, sondern ein Aufruf darauf zu achten, dich nicht von angeblichen Vertretern Gottes zu etwas zwingen zu lassen, was du nicht möchtest, ein Aufruf zum „Leben ohne Angst“.

Als in den Versammlungen auf Vorgabe des Sklaven wieder einmal das Thema Unmoral dramatisiert wurde, kam danach eine 60Jährige Schwester zu mir als Ältester, um nun endlich zu beichten, dass sie schon vor ihrer Hochzeit sexuelle Kontakte mit ihrem Partner hatte, wohlgemerkt nach fast 45 Jahren. All die Jahre hatte sich diese arme Schwester mit einem schlechten Gewissen geplagt.

Ständig den Finger in die Wunden menschlicher Schwächen zu legen ruft immer wieder Angst hervor. Wenn bereits Kinder mit solchen Ängsten leben müssen, sind spätere Angstzustände oft vorprogrammiert. Da wir aber weitgehend durch unser Unterbewusstsein gelenkt werden, können wir die eigentliche Ursache nicht erkennen. Und so bleiben die Betroffenen mit ihrer Angst alleine.

Diese Sorgen und Ängste, den Anforderungen des Schöpfers nicht genügen zu können, ist eine negative Energie, mit der wir unseren Körper vergiften und zugleich unsere Immunabwehrkräfte zerstören. Wenn sich In der Pubertät die sexuellen Bedürfnisse regen und man Erfahrungen mit der ersten Liebe macht, hat man ständig den drohenden Zeigefinger vor Augen. „Nur Jehova nicht missfallen!“ Mit Angst geht man durch die aufregendste Zeit seiner Entwicklung und wird in etwas gedrängt, was man später bereuen könnte.

Das Gegenteil von Angst muss nicht Leichtlebigkeit sein sondern Liebe. Wo Angst ist, kann Liebe nicht wachsen, „da die Furcht hemmend wirkt“. Wollen wir in unser Leben Liebe einbringen, so muss die Angst weichen. Tun wir das nicht, lernen wir auch nicht, uns selbst und unsere Mitmenschen wirklich zu lieben und unsere Ängste zu überwinden statt sie zu unterdrücken, und so werden Depressionen nicht ausbleiben.

Solange uns diese Zusammenhänge nicht bewusst sind, werden wir immer bemüht sein, es anderen Menschen recht zu machen, und werden weiterhin ein Spielball religiöser Organisationen bleiben. Noch einmal, wir müssen lernen das zu leben, was uns Freude, Glück und Erfüllung bereitet. Das bedeutet nicht, ein unmoralisches und egoistisches Leben anzustreben, sondern es geht darum, die eigenen Ängste zu überwinden, die uns daran hindern eigenverantwortlich zu leben.

Frage dich ehrlich, wo verrate ich in meinen Beziehungen mein Herz, in der Beziehung zu meinen Eltern, Freunden und Mitmenschen und zu meinen so genannten Glaubensbrüdern.

Diese Art der Inventur ist der erste Schritt sich von Ängsten zu befreien. Denken wir an die Worte aus 1. Johannes 3:19-21 Hfa

„Daran zeigt sich, dass die Wahrheit unser Leben bestimmt. So können wir mit einem guten Gewissen vor Gott treten. Doch selbst wenn unser Gewissen uns schuldig spricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott größer ist als unser Gewissen. Er kennt uns ganz genau. Kann uns also unser Gewissen nicht mehr verurteilen, meine Lieben, dann dürfen wir voller Freude und Zuversicht zu Gott kommen.“– und das ohne Angst.

Mag ich nicht (0)

51 Kommentare zu “Ein Aufruf für ein „Leben ohne Angst“.

  1. Freund der Wahrheit

    Ein freundliches Hallo euch allen,
    Ich bin hier eher zufällig gelandet. ( oder auch nicht- mal sehen) Ich bin Vater einer Tochter die seit, ich weiß nicht genau, aber schon einige Jahre Mitglied der Jehovas Zeugen ist. Seit einem Jahr ist sie mit einem Bruder verheiratet. Zudem habe ich noch einen Sohn der schon einige Jahre mit Frau und Kindern regelmäßig an Versammlungen, Bibelkreisen und sonstigen Aktivitäten mit Frau und Kindern teilnimmt. Da ich den Grundsatz vertrete: Jeder/Jede entscheidet persönlich über seinen Glauben, war ich mit Ihren Entscheidungen stets einverstanden. Zudem bin ich oft von Ihnen eingeladen worden und konnte mir so ein Bild über Ihr Leben machen. Sowohl bei den Hauskreisen als auch in den Versammlungen habe ich einige Mitbrüder und Schwestern kennen gelernt und war über das angenehme Klima erfreut. Trotzdem bin ich bei Anfragen, ob dies nicht auch für mich eine Perspektive sein könnte, freundlich ausgewichen. Zeitweise haben wir auch darüber diskutiert. Gedrängt hat man mich allerdings nicht. Im Januar letzten Jahres hat mein Sohn angekündigt dass er demnächst die Taufe anstrebe. Ich fragte ihn dann, wann dies genau geplant sei. Wenn er seine "Sucht" im Griff hätte. ( er ist Raucher wie ich auch und genießt gelegentlich etwas Alkohol) Allerdings hat er es bisher nicht geschafft. Seit etwas mehr als einem halben Jahr beobachte ich ein Verhalten, das mir nicht so richtig gefällt. Ich habe mich über seinen Erziehungsstil geäußert und er hat sehr heftig reagiert. Beim Abendessen hat mein älterer Enkel ( 10 J.) ein wenig herumgezappelt. Der ist halt so einer:-) Die Reaktion seines Vaters erschien mir allerdings unangemessen. Er sprach im Befehlston zu ihm und stellte die Frage, was sie beide heute Mittag vereinbart hätten? "Ich will brav sein" antwortete mein Enkel. " Und warum bist du es nicht?" Hier sah ich den Zeitpunkt mich auf Seiten meines Enkels zu schlagen.
    Ich habe viele Jahre im pädagogischen Bereich gearbeitet und bin der Meinung, dass das Wort "brav" keinerlei Bedeutung hat, außer jemand unter Druck zu setzen auf unfaire Weise. Ich kenne dies sowohl zum Teil aus meiner Kindheit als auch aus anderen Familien. Damit umgeht ein Erwachsener der Verantwortung klar auszudrücken, was er von seinem Gegenüber ( ausschließlich Kinder) möchte. Das Kind soll erraten und gehorchen ohne wenn und aber. Als ich ihm das sagte, räumte er ein dass dies so sein könnte, aber er müsse sich schließlich auch irgendwie schützen und könne nicht den ganzen Tag Erklärungen aushandeln.
    Auch müsse ich mich nicht einmischen, dies sei sein Haushalt, dem er vorstehe und ich sei nur der Gast.
    Dies empfand ich als Schlag ins Gesicht. Natürlich habe ich darüber reflektiert , aber ein ungutes Gefühl ist seitdem geblieben.
    Anfang dieses Jahres habe ich einen Internetanschluss und verbringe viel Zeit damit einige Versäumnisse nach zu holen. Die Vielfalt der Informationen erschien mir anfangs undurchschaubar. Mittlerweile habe ich etwas Übung" den Spreu vom Weizen zu trennen". Ich bin an vielen Dingen Interessiert: Politik, Menschenrechte, Arbeitslosigkeit , um nur einige zu nennen.
    So kam ich auch an Seiten über Jehovas Zeugen ( Aussteiger, Geschädigte, Kranke) und war entsetzt!
    In dieser Zeit hat mich meine Tochter angerufen, um mit mir zu plaudern, was ich allgemein immer als sehr angenehm empfinde. Doch diesmal hatte ich ein Problem. Sie berichtete mir freudig, dass die Organisation jetzt eine Seite betreibe, die ganz toll sei. Mir fehlte leider der Mut, dieser Euphorie etwas entgegen zu setzen. Ich liebe meine Tochter, sowie alle meine Kinder und Enkel und brachte es einfach nicht über`s Herz sie zu enttäuschen. Nach Ende des Telefongespräches bin ich auf die Seite der JW und habe mir diese Propaganda angesehen. Dann die Kinderseite. Es war schrecklich! Ich bin normalerweise nicht auf den Mund gefallen und kann mich selbst in kritischen Situationen behaupten. Aber damit habe ich jetzt meine Probleme. Was soll oder kann ich tun um meine Kinder und Enkel auf den richtigen Weg zur Wahrheit zu helfen?
    Mit traurigen Grüßen: vom Freund der Wahrheit

    1. Tirza

      Lieber Freund der Wahrheit!

      Ein herzliches Hallo von mir & Willkommen!

      Dein Beitrag ging mir zu Herzen und ich finde es wunderbar, dass du dich für deine Familie engagieren möchtest.
      Aus eigener Erfahrung und das können dir andere hier bei BI sicher bestätigen ist es schwer ZJ mit
      Argumenten zu erreichen. Sie sind zu gefangen von der Idee die einzig wahre Religion zu praktizieren und der einzig wahren Organisation anzugehören.
      Du kannst für sie beten. Das setzt aber meiner persönlichen Meinung voraus, dass du an unseren Herrn Hesus Christus glauben kannst und davon überzeugt bist, dass er das Erlösungswerk vollendet hat.
      Wenn du deine Familie erreichen möchtest dann denke ich persönlich, am ehesten, dass du dem, was ZJ anzubieten haben etwas viel besseres entgegen zu setzen hast. Taten sprechen manchmal mehr als Worte.
      Als ich deine Zeilen las kam mir gleich in den Sinn, was die unten aufgeführte "Andacht für den Tag"
      dir sagen möchte. Nur kann ich das nicht so gut ausdrücken, deshalb habe ich sie dir beigefügt.
      Ich denke es werden dich und deine Familie ganz viele hier in ihre Gebete mit einschließen und hab´vertrauen das Gott euch helfen wird.

      Liebste Grüße Tirza
      und nun die versprochene Andacht

      Heute, 17. August 2014:
      Überlassen Sie die schweren Sachen Gott
      Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wenn jemand in mir bleibt und ich in ihm bleibe, trägt er reiche Frucht; ohne mich könnt ihr nichts tun.
      Johannes 15,5 (NGÜ)

      Eine der wichtigsten Lektionen, die ich gelernt habe, ist, die schweren Dinge Gott zu überlassen. Zu oft sehen wir, was bei uns nicht stimmt und versuchen, es aus eigener Kraft zu korrigieren. Aber das wird nie reichen. Jesus hat in Johannes 15,5 gesagt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“

      Wir versuchen vielleicht unabhängig zu sein, aber Gott muss uns seine Gnade und die Fähigkeit geben, um das zu tun, was wir tun müssen. Unser Wille und unsere Entschlossenheit sind der Anfang, aber meistens verlassen sie uns mittendrin und wir stecken fest.

      Wir können lernen, das Leben zu genießen, das Jesus durch seinen Tod für uns erworben hat, indem wir Gott in jeden Bereich unseres Lebens mit einbeziehen. Jesus hat gesagt: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben“ (Matthäus 11,28; HFA).

      Wir sind nicht dazu geschaffen, ohne Gott zu funktionieren. Aber mit ihm können wir jede schlechte Angewohnheit sowie jede Abhängigkeit, wie zum Beispiel Essstörungen, Drogen-, Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch, ungünstige Zeiteinteilung, Wutanfälle und was auch immer überwinden. Jesus ist stärker als jedes Problem, das Sie haben.

      Gebet: Gott, ich weiß, dass ich ohne dich nichts bin. Deshalb lade ich dich ein, in jeden Bereich meines Lebens zu kommen. Ich überlasse dir die schweren Dinge und werde dir jeden Tag nachfolgen und vertrauen.

      1. Willkommen lieber "Freund der Wahrheit"!

        Wie Tirza schon schrieb: solange ein ZJ meint in der wahren Religion zu sein, ist eine breite Kluft vorhanden, die von aussen kaum überbrückt werden kann.

        Ich versuche es meist mit dieser Bibelstelle, Lukas 21, Jesus sprach:

        8 Er aber sprach: Sehet zu, daß ihr nicht verführt werdet! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin's und die Zeit ist nahe gekommen! Gehet ihnen nicht nach!

        Wenn du so weit kommst diese Worte Jesu zitieren zu dürfen, dann kommt die naheliegende Ergänzungsfrage: Warum geht ihr dieser Gruppe hinterher, wenn Jesus doch vor ihr warnt?

        Historisch: Was machte diese Gruppe schon von Anbeginn falsch? Das:

        Der Wachtturm vom 1.2. 1992 trägt die Überschrift:

        „NIMM DICH VOR FALSCHEN PROPHETEN IN ACHT!“

        Darin zeigt die amerikanische Wachtturm-Gesellschaft mit dem Finger auf andere, aber sie selbst hat in ihrer 140-jährigen Geschichte immer wieder neue Welt-Ende-Termine veröffentlicht, die sich nie erfüllten. Wenn sie nun andere mit erhobenem Zeigefinger falsche Propheten nennt, weisen also d r e i Finger auf sie selbst zurück! Hier sei nur an die bekanntesten Beispiele erinnert:

        ° Der WTG-Gründer Charles T. Russell erbrachte nach eigener Aussage „den biblischen Nachweis, daß das völlige Ende der Zeiten der Heiden […] 1914 erreicht sein wird; und daß dieses Datum die Auflösung der Herrschaft unvollkommener Menschen bringen wird.“[…] „daß dann das Königreich Gottes […] anfangen wird, […] auf Erden fest gegründet zu werden“.
        ° Unter Russells Nachfolger J. F. Rutherford, prophezeite „Das Goldene Zeitalter“ (heute „Erwachet!“): „Wir erwarten mit voller Gewissheit, daß die jetzige große Drangsal im Jahre 1925, etwa im Herbst, ihren furchtbaren Höhepunkt erreicht und alsdann zum endgültigen Abschluß kommen wird, damit anschließend das Werk der Wiederherstellung aller Dinge unter der gerechten Regierung des Christus und seiner Getreuen beginnen kann.“
        ° Unter der Präsidentschaft Nathan H. Knorrs wurde zuerst sehr vorsichtig, später jedoch mit Nachdruck das Jahr 1975 herausgestellt. Z.B. antwortete„Erwachet!“ vom 22.4.1967 auf die Frage "Wie lange wird es noch dauern?" wörtlich: „Daß wir im Laufe verhältnismäßig weniger Jahre Zeugen von der Erfüllung der restlichen Prophezeiungen sein werden, die mit der Zeit des Endes zu tun haben“. Konkret wurde unter anderem genannt: „Babylon, die Große (das „Weltreich der falschen Religion“, christliche Kirchen inklusive!) wird die Vollstreckung des göttlichen Gerichtsurteils erleiden“; Danach werden „auch die anderen Teile des Systems Satans vernichtet werden, seine kommerziellen und politischen Einrichtungen“. Das interne Info-Blatt „Königreichsdienst“ für April 1968 prophezeite: „Nur ungefähr 90 Monate verbleiben, bis 6000 Jahre der Existenz des Menschen voll sind“.
        ° Später wurde versichert, „in den 1970er Jahren“ bzw. noch im (20.) Jahrhundert käme das „Ende des alten Systems der Dinge“…!

        Aber k e i n e einzige WTG-Prophezeiung hat sich erfüllt -
        nach 5.Mose 18, 22 ein Kennzeichen falscher Propheten:
        „Wenn ein Prophet im Namen Jahwes redet, und der Spruch sich nicht erfüllt und nicht eintrifft, so ist das ein solches Wort, das Jahwe nicht gesprochen hat. In Vermessenheit hat der Prophet gesprochen; du brauchst dich nicht davor zu fürchten“.

        Es könnten noch viele weitere Falschvoraussagen der WTG zitiert werden.

        Mache dir nicht allzu große Hoffnungen, es wird auch für dich dann eine Erfahrung sein, wie eine Art Lektion, wie verblendet "Fans" einer Kirche sind. Aber das erlebt man auch in der Politik, bis hin zum Sport...

        Erfolgreiche Segenswünsche aus dem Wienerwald, sendet dir

        Gerd

    2. O.W. Schade@Freund der Wahrheit

      Lieber Freund der Wahrheit!

      Nirgendwo wird die Doppelmoral der JW.ORG Macher deutlich spürbarer als auf der Seite für Kinder. JW.ORG "füttert die Kinder an", damit sie später reibungslos funktionieren und kritiklos das tun, was man ihnen sagt. Es geht zu keiner Zeit um das Kind selbst, sondern immer nur um den NUTZEN in Verbindung mit Kindern und Jugendlichen. SCHRECKLICH, so nanntest Du es passenderweise!

      Vielleicht hilft es Deinen Kindern, die teils selbst schon Eltern sind, wenn sie verstehen, dass die Kinderseite von JW.ORG allein dem Image der Wachtturm-Gesellschaft geschuldet ist um nach außen kinderfreundlich und fürsorglich zu erscheinen. Mit der "Inneren Realität der WTG" hat das allerdings absolut nichts zu tun.

      Die Kinder-Videos und ihre Titel transportieren eine Fülle an Doppelbotschaften, die den gläubigen Nutzern geschickt verkauft werden. "Sei lieb zu allen Menschen" vermittelt den irrigen Gedanken, Jehovas Zeugen wären lieb zu allen Menschen. Die Liebe endet radikal und unmissverständlich bei allen
      Personen, die die WTG kritisieren. Ob die Kritik berechtigt ist und der Wahrheit entspricht, ist völlig bedeutungslos. Radikaler Liebesentzug auf Knopfdruck - "Sei lieb zu ALLEN Menschen" ist eine PR-Produktion, keine ehrliche Absicht.

      Und wer immer noch daran zweifelt, dass die WTG kein echtes Interesse an Kindern und deren Wohl und Unversehrtheit hat, dem empfehle ich die gut dokumentierten Berichte über Kindesmissbrauch und Wachtturmgesellschaft zu recherchieren. Hier fällt nämlich die Maske der WTG endgültig und sie zeigt ihr wahres Gesicht; die hässliche Fratze der Vertuschung und des Schweigens.

      Liebe Grüße
      O.W.S.

      1. Matthäus an Freund der Wahrheit

        Apropo Fratze, da muss ich nachlegen - gib bei Google ein:

        Im Schatten des Wachtturm! Achte im besonderen auf das Bild im TT "Wer ist Jehova?"
        ab der 18. Minute, halte das Bild an und druck zwei drei Bilder aus und gib das mit der Frage:
        Was soll das?, ...deinen Kindern!

        Hier wird Baphomet ein anderer Name für Satan auf schändliche Weise versteckt!

        Oder was dir OWS empfiehlt - Google: http://www.silentlambs.org/welcome_de.htm

    3. Matthäus an Freund der Wahrheit

      Lieber Freund der Wahrheit!

      Herzlich willkommen! Ich finde es gut dass du deiner Familie helfen möchtest ihr Denken zu überprüfen.
      Das wird uns ja auch in Gottes Wort mehrfach vermittelt. Der Grund liegt auf der Hand, es gibt viele falsche Lehrer und auch falsche Propheten - siehe Matth. 7:15 oder 1. Joh. 4:1

      Ein loyaler ZJ ist schwer zu überzeugen, für ihn gilt leider nicht die Bibel vorrangig, sondern das was die Organisation sagt. Das würde er aber nie zugeben. Das Wort Indoktrination wurde kürzlich von jemand hier hereinkopiert. In Wikipedia findest du den Gedanken der auf kaum eine Religion so zutrifft als auf ZJ.

      Am ehesten, wenn überhaupt kannst du, versuche es auf "naive Art", durch Fragen einen ZJ zum Denken zu bringen. z.B. sprich mit deinen Kindern über Apg. 17:11 oder 1. Thess. 4:5 und dann lege ihnen die Anweisung der LK vor - die erwarten das Gegenteil.

      Fragekasten von 9/2007 nach: km-x Sept. 2007 S. 3 Fragekasten ***
      Billigt es der „treue und verständige Sklave“, wenn sich Zeugen Jehovas eigenständig zusammentun, um biblische Themen zu untersuchen...? Nein. Dennoch haben sich einige... zusammengetan, um eigenständig biblische Themen zu untersuchen.

      Frag danach ob es für deine Kinder i.O. ist dass dieser Sklave gegen einen Rat aus Gottes Wort redet? Wenn ich die Wahrheit habe, lehre, vertrete und verbreite, (so stellen sie sich ja immer dar) die kann man doch jeder Prüfung aussetzen, oder nicht?

      Und hier wie es Paulus an die Korinther schrieb: achte auf die jeweilen Vers 2

      1 Korinther 15: 1 Liebe Brüder und Schwestern! Ich möchte euch an die rettende Botschaft erinnern, die ich euch verkündet habe. Ihr habt sie angenommen und darauf euer Leben gegründet. 2 Ganz gewiss werdet ihr durch diese Botschaft gerettet werden, vorausgesetzt, ihr bewahrt sie genau so, wie ich sie euch überliefert habe. Sonst glaubt ihr vergeblich und erreicht das Ziel nicht. 3 Zuerst habe ich euch weitergegeben, was ich selbst empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben. Das ist das Wichtigste, und so steht es schon in der Heiligen Schrift.

      2 Korinther 4:  1 Weil Gott uns in seiner Barmherzigkeit die Aufgabe übertragen hat, seine Botschaft überall zu verkünden, verlieren wir nicht den Mut. 2 Wir halten uns fern von allen Heimlichkeiten, über die wir uns schämen müssten, wir täuschen niemanden und verfälschen auch nicht Gottes Botschaft. Im Gegenteil, wir sind Gott verantwortlich und verkünden frei und unverfälscht seine Wahrheit. Das ist unsere Selbstempfehlung! Jeder, der ehrlich ist zu sich selbst, wird mir Recht geben. 4 Diese Ungläubigen hat der Satan, der Herrscher dieser Welt, so verblendet, dass sie das helle Licht dieser Botschaft und die Herrlichkeit Christi nicht sehen können. Und doch erkennen wir Gott selbst nur durch Christus, weil Christus Gottes Ebenbild ist. 5 Nicht wir sind der Mittelpunkt unserer Predigt, sondern Christus, der Herr! Wir sind nur eure Diener, aus Liebe zu Jesus.

      (Wer wird öfter in den ZK gepredigt - die Organisation oder Jesus?)

      Ich kann dir gerne eine gute Sammlung von Literatur Zitaten Vers. Bibelzitaten senden, da hast du immer "passende Munition" zum nachlegen. zeugejesus@gmail.com

      LG Matthäus

      1. Matthäus an Freund der Wahrheit

        Sorry kleiner Fehler: obiger Bibelverweis sollte 1. Thess. 5:19-21 heissen!

        Hier noch ein anderes sehr akt. WT Zitat:

        Wachtturm vom 15.07.2013, Seite 20, Abschnitt 2

        "Warum ist es so außerordentlich wichtig, dass wir diesen treuen Sklaven kennen und anerkennen? Weil von diesem Organ unsere geistige Gesundheit, unser gutes Verhältnis zu Jehova , abhängt." (Matth. 4:4, Joh. 17:3)

        …diese Behauptung hat das Urteil Gottes zur Folge! …genauso steht es in Gottes Wort: Gal. 1:8,9

        6 Ich wundere mich sehr über euch. Gott hat euch doch in seiner Gnade das neue Leben durch Jesus Christus geschenkt, und ihr seid so schnell bereit, ihm wieder den Rücken zu kehren. Ihr meint, einen anderen Weg zur Rettung gefunden zu haben? 7 Doch es gibt keinen anderen! Es gibt nur gewisse Leute, die unter euch Verwirrung stiften, indem sie die Botschaft von Christus verfälschen. 8 Wer euch aber einen anderen Weg zum Heil zeigen will als die rettende Botschaft, die wir euch verkündet haben, den wird Gottes Urteil treffen - auch wenn wir selbst das tun würden oder gar ein Engel vom Himmel. 9 Ich sage es noch einmal: Wer euch eine andere Botschaft verkündet, als ihr angenommen habt, den wird Gottes Urteil treffen!

        Im obigen WT wird Joh. 17:3 dahinter geschrieben - jeder ZJ kennt diesen Vers auswendig, DIES BEDEUTET EWIGES LEBEN !!! Mit anderen Worten, SIE wollen ihren Gläubigen diesen Gedanken vermitteln, SIE WOLLEN die Retter sein, Jesus hat ausgedient. Das ist Blasphemie höchster Güte!

        Dazu gibt es jede Menge Lit. Zitate die das belegen:

        „Der Wachtturm“, 01. Oktober 1987, Seite 10
        „Wenn du aufhörst, dich von Jehovas Vorkehrungen zu ernähren,
        wirst du, sobald du stirbst, für immer tot sein…“

        Welche Vorkehrungen gemeint sind, wird durch das Bild mehr als deutlich. In Gottes Händen die Zentrale der Zeugen Jehovas, aus der Bücher und Zeitschrif- ten kommen. Die Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas will hoch hinaus.

        oder:

        „Der Wachtturm“, 01. August 1956, Seite 477
        „daß wir im Schritt sind mit Gottes Neuer-Welt-Gesellschaft, durch deren Lei- tung und Führung wir in den letzten Tagen dieser alten Welt nicht nur geistig gut genährt, sondern auch am Leben erhalten werden...“

        Wer erhält uns am Leben?

        „Der Wachtturm“, Jahrgang 1956, Seite 464
        „Es ist heute gebieterische Pflicht, daß jene, die in der neuen Welt der Gerechtigkeit zu leben wünschen, mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten. Warum? Weil sie nun bald alle ihre Glieder durch die größte aller Drangsale, den Krieg von Harmagedon, sicher hindurchbringen und sie in eine helle neue Welt führen wird….“

        Die sündige, unvollkommene WTG verspricht ihren Anhängern Rettung.

        Vielleicht kannst du diese oder andere Zitate dosiert vermitteln - gerne per eMail mehr!
        Übrigens ich kann auf 45 Jahre aktiven Dienst bei den ZJ verweisen, ich bin seit Kindesbeinen bei den ZJ gewesen, vor 8 Jahren wurde ich ausgeschlossen weil ich viele falsche Berechnungen nicht mehr länger mittragen konnte. Als ZJ hat man auch die Lüge zu glauben und zu vertreten, wenn es die LK so will - auch dazu gibt es Beweise!

        LG Matthäus

    4. bruderinfo1

      Lieber Freund der Wahrheit,

      auch von mir ein herzliches Hallo!

      Freut mich, dass du "zufällig" hier gelandet bist. Diesen "Zufall" würde ich auch Deinen Kindern wünschen, denn so wie Du es beschreibst haben Sie nur die WTG-Seite und jw.org-Propaganda kennen gelernt. Deine Tochter ist getauft und damit Teil des Systems WTG, das ist erstmal so zu akzeptieren. Es sind ja erwachsene Menschen. Da Dein Sohn noch relativ "neutral" ist, wird er vlt. für andere Infos als jw.org empfänglich sein, oder? Du könntest ihn behutsam und höflich empfehlen mal etwas Nachforschung anzustellen. Hat er sich nur eine Seite angehört oder auch die andere? Ich finde, dass der Artikel zum Thema "Wer sind ZJ" auf der BI-Haupseite sehr gut dafür geeignet ist: http://www.bruderinfo.de/?p=2127

      Hat er sich dazu geäußert warum er sich ausgerechnet den ZJ anschließen will? Was ist der Beweggrund? Sind es die Menschen, die Herzlichkeit, die Lehre, die Verbote, der jw.org-Predigtdienst? Glaubt er, dass nur die jw.org-Religion die "Wahrheit" hat?

      Vielleicht hilft dir auch ein Brief eines ehem. ZJ, den er bei seinem Ausstieg an seine Versammlung geschrieben hat. Dieser Brief geht biblisch und logisch an verschiedene WT-Zentrallehren heran: http://www.sektenausstieg.net/images/stories/einzeln/Dennis.pdf

      Die anderen BI-Leser haben ja schon einiges geschrieben, deshalb will ich es mal dabei belassen.

      Dir alles Gute!

      LG
      Bruderinfo1

      1. Tomaso

        Hallo Bruderinfo,

        vielen Dank für die Veröffentlichung des Abschiedsbriefes von Bruder Dennis.
        Er enthält sehr viele wertvolle Gedanken und ich erkenne mich in nahezu allen Ausführungen wieder. Ich empfehle jedem ihn zu lesen!
        LG Tomaso

      2. sarai

        Lieber Bruderinfo1,

        vielen herzlichen Dank auch von mir für die Bereitstellung der Ausstiegs-pdf des Bruders über das Sektenausstiegs-Portal - das war das wirklich am besten zusammengefaßte Schreiben, das ich bisher gelesen hab, weil es so sachlich und gleichzeitig so überaus nachvollziehbar ist -
        so kann es wirklich noch vielen anderen Zwiespältigen dabei helfen - die ECHTE WAHRHEIT zu finden, die doch jeder aufrichtige und wahrheitsliebende *bibeltreu* sein wollende Mensch haben möchte.

        Ganz lieber Gruß,
        Sarai

  2. Papillon

    Ups meine Email habe ich falsch geschrieben. Adresse lautet: magda.papillon@t-online.de

  3. Anna

    Lieber Autor, liebe Schwestern und Brüder,

    DANKE, ich kann all dies so bestätigen. Genau so läuft es in den Versammlungen. Und wirklich so richtig freudig ist kaum einer. Ich kenne außer meinem Partner in meinem persönlichen Umfeld noch 3 Menschen (Zeugen Jehovas) (2 davon besuchen die Versammlungen nur noch sporadisch) bei denen ich „GANZ ICH SELBER“ sein kann. Da habe ich es selbst im Kollegenkreis schöner. Da darf ich der sein, der ich bin. Meine Meinung sagen und werde respektvoll behandelt.

    Viele Brüder klammern sich an die Hoffnung und daher schlucken die meisten immer noch alles was vom Sklaven kommt.

    Und an @weiss-nicht-recht: Ich danke dir für deinen Bericht. Ich sehe das ja bei mir, wenn ich nach der Arbeit in die Zusammenkunft gehe ist es keine Erholung sondern anstrengender als ein 8-Stunden-Arbeitstag. Immer diese Durchhalteparolen verbunden mit der Aussage, dass man ja dann auch vermehrt Segen bekommt. Hierzu dient oftmals diese Aussage:

    Maleachi 3:10(NWÜ)
    Bringt alle Zehnten in das Vorratshaus, damit schließlich Speise in meinem Haus ist; und stellt mich bitte darin auf die Probe“, hat Jehova der Heerscharen gesprochen, „ob ich euch nicht die Schleusen der Himmel öffnen und tatsächlich Segen über euch ausschütten werde, bis kein Bedarf mehr ist.“

    Der 10. ist natürlich vornehmlich der Predigtdienst und natürlich auch der Besuch der Treffpunkte. Und natürlich auch informell keine Gelegenheit auslassen. Immer Traktate einstecken und sich dafür ausrüsten Menschenleben zu retten. In alle Versammlungen gehen, Kommentare geben.

    Ja, Furcht sollte es in der Liebe nicht geben. Und das Bild von Edvard Munch „Der Schrei“ finde ich sehr passend gewählt.

    Herzliche Grüße an alle

    Anna

    1. Hallo liebe Anna,

      ich bin selber froh dass man hier Personen findet, die ähnlich denken und empfinden wie man selbst. Das tut einfach gut, und zeigt dass man nicht alleine da steht. Ich habe lange echt gedacht, ich selbst wäre nicht ganz normal, also bei mir wäre der Fehler, ich würde da etwas nicht ganz richtig verstehen, und das Problem liege sicher in meinem Verhältnis zu Jehova. Sicher ist eine gewisse Selbstkritik nie verkehrt. Nur es zermürbt, wenn man ständig solche Gedanken hegt. Und reden darüber konnte man ja auch kaum mit jemand. Bin froh, dass es diese Seite gibt. Dankeschön euch allen!

      1. BenKenobi

        Du bist sehr normal, sonst würdest du die Tatsachen nicht so wahrnehmen wie sie sind, und wie du treffend in deinem 2. Kommentar beschrieben hast!

      2. Anna

        Lieber Weiss-nicht-recht, liebe Schwestern und Brüder,

        ja, man denkt immer es liegt an einem selber und man ist nicht gut genug. Und kommt oft zu dem Schluß man wäre ein Versager vor Jehova.

        Beim Anschauen des neuen Videos von jw.org „Jehova macht dich mutig“ über das arme Mädchen, dass zum Zeugnisgeben in der Schule animiert werden soll ist mir eingefallen, wie ich als sogenannte organisationstreue Zeugin gehandelt habe.

        Als ich vor ca. 15 Jahren und 5 Jahre nach meiner Taufe in meiner derzeitigen Firma neu anfing, habe ich manche Ängste durchlebt. Vorher war ich in einem 3-Mann-Büro und da war ich, beschwingt durch die Taufe, mutig genug dort zu sagen, dass ich nun ein Zeuge Jehovas bin.

        Jedoch in meiner jetzigen Firma mit über 50 Mitarbeitern habe ich mich damals nicht getraut. Ich hab’s immer wieder mit Herzklopfen und so weiter versucht, nicht geschafft. Daher hatte ich stets ein schlechtes Gewissen, wenn ich in den Versammlungen, Kongressen, der Literatur usw. gehört und gelesen habe wie wichtig es ist für seinen Glauben einzutreten. Meinen Kindern gegenüber hatte ich ein noch schlechteres Gewissen, weil ich natürlich gelogen habe in der Arbeit wüssten es alle, dass ich ein Zeuge bin.

        Bei Geburtstagen bin ich den jeweiligen Kollegen möglichst ausgewichen, ebenso Weihnachten. Und auf die jährliche Betriebsfeier (Weihnachtsfeier) bin ich natürlich nicht gegangen, immer mit einer Ausrede obwohl ich mir sooo oft vorgenommen habe, jetzt sage ich’s!

        Kompensiert habe ich meine Ängste mit mehr Predigtdienst.

        Heute bin ich sehr sehr froh darüber seinerzeit sozusagen „versagt“ zu haben. Und wenn ich heute mal was höre über informelles Zeugnisgeben am Arbeitsplatz kann ich still vor mich hin lächeln. Wobei ich – wenn es sich ergibt ja durchaus für unseren Herrn Jesus Zeugnis gebe und auch wenn es sich ergibt sage, dass ich an Gott glaube.

        Interessanterweise, also obwohl ich niemals als Zeuge Jehovas bekannt war, habe ich eine absolute Vertrauensstellung, sämtliche Vollmachten über Konten usw. Und ich werde nicht alle 3 Monate (wie die Versammlungskonten) geprüft ob ich alles richtig mache. Spätestens alle 3 – 4 Jahre bei einer Betriebsprüfung durch die Finanzbehörden.

        Und jetzt freue ich mich wenn ein Kollege Geburtstag hat, gratuliere artig und esse ein Stückerl Kuchen mit. Und habe keine Angst mehr und freue mich meines Lebens, ohne Druck Zeugnis geben zu müssen.

        @weiss-nicht-recht, du kannst auch gerne mit mir Kontakt aufnehmen: vierzonfrie@aol.com.

        Herzliche Grüße an alle

        Anna aus der Herbstsonne

  4. Horst

    Liebe BI,
    ich habe mir nunmehr schon viele Eurer Videos angesehen und viele Artikel gelesen.
    Dieser aktuelle Artikel "Ein Aufruf für ein Leben ohne Angst" zeigt mir in seinem Inhalt und seiner Formulierung ganz deutlich, mit wieviel christlicher Liebe ihr die Leser ansprechen wollt.
    Keine Hetze, keine Dogmen, keine Zeigefinger, keine Drohungen. Sehr einfühlsam, aber in der Sache bestimmt und absolut folgerichtig.
    Mit Rücksicht auf die Gefühle der Menschen. Im Gegensatz zur LK war Jesus nicht gefühllos. (Matth.14:33), und äußerte auch seine Gefühle. Der Sohn Gottes selbst hatte das größte Mitgefühl für die Menschen überhaupt und brachte dafür ein unermeßilches Opfer.
    Jedem WT-Schreiber und jedem Bethel-Mitleser, jedem Pressebeauftragten und jedem Rechtsanwalt der WTG, jedem linientreuen Verfechter der Wachtturm - Doktrin müssen nicht nur die Ohren klingeln, wenn er solche Gedanken liest. Er muss seine Manuskripte, seine Verdrehungen und seine Demagogie zerknüllen, zerfetzten und in den Ofen werfen.
    Das ist noch höflich ausgedrückt.
    Danke und viele Grüße.

  5. Neoveritas an Autor

    Lieber Autor,

    ist das Foto mit der völlig losgelösten LK freischwebend im Weltall eine Collage von Dir oder ist dieses Foto tatsächlich so in einem WT erschienen? Mich hat das fast umgehauen, vor allem wenn man überlegt, was die Message dabei ist.
    Freue mich auf eine Antwort.

    Viele Grüße von Neoveritas

    1. Bruder

      Es ist eine Collage obwohl es ähnliche Bilder auch in den Veröffentlichungen gibt.
      Gruß Bruderinfo

      1. Martin

        Martin@Alle:
        Dein Kommentar wartet auf Freischaltung.
        12. Oktober 2014 um 14:24

        Ihr lieben,
        die ihr Kriesen bewältigt habt oder derzeitig noch bewältigt, ich habe ein glaubensstärkendes Referat gehört und möchte Euch ermuntern, euch 30 Minuten Zeit zu nehmen, um dieses Video euch anzuschauen und Nutzen daraus zu ziehen.Vielleicht gefällt es euch auch. Es stärkt unser Vertrauen zu unserem himmlischen Vater und zu unserem Herrn Jesus Christus. LG Martin

        http://www.erf.de/fernsehen/mediathek/in-touch/neue-chancen-4-aus-krisen-werden-chancen/5604-119

  6. Glasperlenspiel 238

    hallo an Alle,
    schreibe hier zum 1. Mal. Lese schon seit längerem eure Kommentare und die Artikel. Erstmal vielen Dank für eure offenen Stellungnahmen und klaren Beiträgen. Bin sehr froh, diese Seite gefunden zu haben. Ich besuche seit okt 2007 die Vers nicht mehr, für mich besteht kein Grund für einen Ausschluß und ich denke, wenn man nicht mehr hinter ihren ganzen Regeln und ihrem verdrehten Glaubensgebäude steht, ist es überhaupt nicht nötig mich noch unter das Regelwerk des Ausschlusses zu stellen.
    Ich lebe mein Leben frei und so wie ich es mit meinem eigenen geschulten Gewissen vereinbaren kann. Drei meiner Kinder sind zum Glück auch nicht mehr dabei und so habe ich im Gegensatz zu vielen Anderen doch noch die Möglichkeit eines Gedankenaustausches diesbezüglich.
    Trotzdem lese ich sehr gerne hier, bestätigt es doch meine Gedanken und persönlichen Eindrücke nach 20 Jahren in dieser Glaubensgemeinschaft, nennen wir sie mal kulanterweise so.
    Ich wünsche allen ein glückliches und zufriedenes Leben und freue mich auf weitere interessante Beiträge, danke und herzliche herbstliche Grüße, ein Nordlicht 😉

    1. Omma@Glasperlenspiel 238

      Hallo Nordlicht,

      auch ich bin ein Nordlicht. Wo in etwa scheint deine Lampe? Bist du männlich oder weiblich? Wenn du möchtest, kannst du mir ja mal schreiben. wegsucher51@web.de Aber zunächst einmal ein herzliches Willkommen hier bei BI!!!

      GLG sendet dir Omma

  7. Noch Zeuge

    Lieber „Weis -nicht – recht“

    Ich bin glücklich dass du dich hier geäußert hast, so konnte ich erkennen das ich nicht alleine bin mit meinen Gedanken und Fragen. Du sprichst mir aus dem Herzen und auch Bruderinfo ein großes Dankeschön für diesen großartigen Artikel.

    Auch die vielen anderen Themen, die die Autoren von Bruderinfo hier veröffentlicht haben sind für mich unschätzbar. Ich lese schon länger hier regelmäßig.
    Deinen Erfahrungen kann ich nur zustimmen, lieber „Weis -nicht – recht“.
    Auch ich war bis vor einem Jahr Ältester und habe dieses “Vorrecht“ nach 40 Jahren
    Ohne Bedauern abgegeben, als mir bewusst wurde das man als Ältester nur noch der Handlanger der selbsternannten Sklavenklasse zu funktionieren hat.

    Wie du richtig sagst: Glaube soll etwas Gutes sein, etwas Schönes, etwas Beruhigendes, etwas was dir Stabilität gibt, Freude, Ausgeglichenheit, etwas was dein eigenes Ich stärkt, was dich glücklich und zufrieden macht“.
    Davon ist bei den Brüdern in unserer Versammlung nichts zu spüren.
    Man spürt förmlich die Angst auch nur ansatzweise eine kritische Frage zu stellen. Und die Ältesten sind nur noch fähig vorgegebene Standartantworten zu äußern.
    Aber ich habe meinen Glauben nicht verloren, auch dank der vielen Kommentare hier auf Bruderinfo.

    Es grüßt euch alle
    Nochzeuge

    1. Lieber Noch Zeuge,

      40 Jahre ist eine lange Zeit... aber wie ich finde, auch eine wertvolle Zeit, und keine vergebene Zeit. Man hat ja doch sehr vieles gelernt, und auch viel gutes bewirken können. Und ist ja nicht so, dass es keine wertvollen Freundschaften in der Organisation gibt. Aber nach so vielen Jahren damit zu brechen, das hinterlässt wirklich enorme Lücken, und ein inneres Durcheinander, vor allem wenn man vorher mit Herz und Seele dabei war. So geht es mir zumindest.

      Und dennoch muss man dankbar sein, dass man jetzt einiges klarer sehen darf. Ich habe lange mit mir gerungen, ob es nicht besser ist, sein Gewissen zu unterdrücken, und abzuwarten, sich selbst nicht wichtig nehmen, einfach gehorchen und weitermachen. So lernen wir es ja immer. Aber es ging einfach nicht mehr. Es kann einfach nicht richtig sein, dass man in der "wahren Religion" ist, und gleichzeitig Angst haben muss, über seine Gedanken und Gefühle zu reden. Es kann auch nicht sein, dass in der "wahren Religion" die Psychen und Nerven vieler lieber Menschen belastet werden, mit unnötigen Regeln, dass sogar Familien auseinander getrieben werden. Und die ganze Gemeinde das gut heißt.

      Und dennoch möchte ich mein Frieden nicht verlieren, auch nicht mit diesen lieben Menschen, selbst wenn sich die Wege langsam trennen. Sie sind niemals meine Feinde (sorry lieber Nachdenker 😉 Auch Älteste nicht. Es gibt immer solche und solche, und am Ende sind auch das nur Menschen.

      Dir wünsche ich alles Liebe, ich bin froh dass es hier so viel wertvolle Menschen und Meinungen gibt!

      1. Matthäus

        Ich persönlich stehe auch immer auf dem Standpunkt: "Was gut war oder ist wird von mir nicht schlecht geredet!" …und es ist richtig, es gibt viele aufrichtige Christen unter ZJ, viele von ihnen sind nur fehlgeleitet, manipuliert, trauen sich nicht zu widersprechen oder eine eigene Meinung kundtun. Doch auch diese soll man nicht "abschreiben", es bedarf eines besonderen Erlebnis, einer echten Enttäuschung, dann mag der Umdenkprozess leichter fallen.

        Natürlich gibt es die Hardliner, die lieber dem "Sklaven" blind hinterher laufen, die die Organisation wie eine Mutter verehren und sich dabei des Götzendienstes schuldig machen, bei solchen habe ich meine Probleme. Denn auf die trifft zu was Jesus sagte, sie ehren nicht den Sohn und anerkennen seine Stellung nicht und ehren damit auch nicht den Vater. Solchen kannst du auch mit direkten Worten Jesu kommen wie z.B. "Folge MIR nach!", diese sagen: "Ich folge dem Sklaven!", und denen ist schwer zu helfen. Sie leugnen in Wahrheit Jesus, so zumindest hat es Paulus geschrieben:

        2 Denn ich kann bezeugen, dass die Israeliten Gott dienen wollen, mit viel Eifer, aber ohne Einsicht. 3 Sie haben nämlich nicht erkannt, wie sie Gottes Anerkennung finden können, und versuchen immer noch, durch eigene Leistungen vor ihm zu bestehen. Deshalb lehnen sie ab, was Gott ihnen schenken will.

      2. Nachdenker

        Hallo weis-nicht-recht,
        so habe ich es auch nicht gemeint. Die noch aktiven Brueder und Schwestern sind und werden mir nie Feinde werden, wenn siemich aber lt. Anordnung so sehen wollen und muessen dann kann ich gut damit leben, weis ich doch das so ein Verhalten nie Gottes Wohlgefallen haben wird. Mir tun diese Brueder und Schwestern nur unendlich leid, denn sie sehen und merken gar nichf was mit ihnen geschieht und in welcher Abhängigkeit sie sich befinden. Ich wuerde ihnen gerne helfen endlich frei zu werden, aber es war leider bisher zwecklos. Moegen vielleicht viele ueber BI den Anstoss bekommen die wahre Freiheit zu finden. Dies nur damit wir uns recht verstehen.

        1. Hallo lieber Nachdenker,

          ja mir tun diese Menschen auch leid. Ich mag sie nämlich wirklich. Ich mag überhaupt Menschen, und versuche immer das Gute in Ihnen zu sehen. Nur bei den Zeugen kommt man kaum durch in ihre Gedankenwelt. Sie werden schließlich auch genug gewarnt. Da wirst du ja gleich mit dem Teufel auf eine Stufe gestellt, wenn man nicht ganz genau das sagt was die Organisation vorgibt. Klar, ich möchte mich selbst jetzt auch nicht so darstellen, als ob ich jetzt hier die Wahnsinns Erleuchtung erlebe. Ich glaube, das denkt hier keiner von sich. Aber es befreit doch sehr, wenn man so manchen Ballast abladen kann, und Gott ohne Angst, ohne belastetes Gewissen, und ohne Druck dienen kann. Wie in dem Artikel erwähnt, das tut sogar der Gesundheit gut. Das spüre ich tatsächlich.

      3. Nochzeuge

        Hallo „weiß nicht Recht“
        Danke für deine Reaktion auf meinen Kommentar. Bitte verstehe mich nicht falsch, ich trauere der Zeit die ich mich für die Organisation eingesetzt haben nicht nach. Es war alles in allem eine wertvolle Zeit mit wertvollen Erfahrungen.
        Ich habe meine Arbeit auch nicht als Einsatz für die Organisation wahrgenommen sondern als Arbeit für die mir anvertrauten Menschen in der Versammlung. Ich habe auch noch relativ viele in der Versammlung die ich schätze und teilweise auch als Freunde sehen kann.
        Deshalb gibt es für mich zur Zeit auch keinen Grund diese Kontakte aufzugeben nur weil es die Organisation eventuell gerne möchte.
        Allerdings war es für mich schon schmerzhaft zu erkennen wie man von der Organisation missbraucht wurde um ihre Ziele umzusetzen, die nichts mit dem Wohl der Brüder zu tun haben. Meine Erfahrung mit dieser Organisation war, wenn du sie nicht mehr als 100% gottgeleitet akzeptierst bist du schneller weg als du dir auf Grund deiner Jahrzehnte langen Arbeit in ihr vorstellen kannst, das zählt alles nicht mehr. Die Antwort auf die Frage , vertraust du zu 100% der Organisation darf aus ihrer Sicht nur lauten „ja“. Der geringste Zweifel genügt schon dass du deine „Vorrechte“ abgeben musst.
        Aber wie gesagt, es war keine vertane Zeit, ich habe viel gelernt und mein Glaube an Gott und Christus hat nicht gelitten. Aber ich weiß dass dies bei vielen ehemaligen Zeugen anders ist.
        Ich sehe keinen Grund der „Organisation“ dankbar zu sein. Ich konnte meinen Glauben bewahren weil ich schon immer hinterfragt habe und nicht bereit war die Lehraussagen der Organisation, sprich des Sklaven, als von Gott kommend unwidersprochen zu übernehmen.
        Und auch im Umgang mit den mir anvertrauten Brüdern der Versammlung habe ich immer mehr versucht die Bibel und Lehre Christi umzusetzen. Aber das kam bei einigen der Versammlung nicht gut an und beim Sklaven erst recht nicht.
        Also mein lieber Bruder, ich bin nicht frustriert und traurig über die vergangene Zeit sondern dankbar das ich merke das es viele Gleichgesinnte gibt wie ich hier feststellen kann.
        Liebe Grüße und noch einmal danke für deine Äußerungen hier.
        Nochzeuge

  8. waytodawn

    Eigentlich ist ja alles, was ich hier beitragen könnte schon aufgeschrieben worden.

    Aber es ist ein "tolles" Thema... ein wichtiges Thema, welches aufgegriffen werden muss.
    Angst ist nun mal das Hauptmittel, mit dem der Zeuge.. mit dem jedes Mitglied eines Kults bei der Stange gehalten wird.

    Meine Angst lag damals weniger darin, ob ich Gott wohlgefällig sein würde - diesen Punkt habe ich bis zu meinem "freiwilligem" Ausschluss bereit lange hinter mich gebracht. Meine Angst begleitete mich eher auf dem Weg bis zu meinem Entschluss die Gemeinschaft zu verlassen, weil ich nie sicher sein konnte, ob meine Schwächen innerhalb der Versammlung so akzeptiert werden würden.

    Während einer Depression sprach mein Onkel, Ältester und nicht über meine Depression informiert, darüber, dass ich Gott auf die Probe stellen sollte. Er meinte natürlich, ich könnte mehr "Königreichsinteressen" verfolgen und dann die Segnungen "verspüren". Wir alle wissen, was sowas bedeutet: "Tu mehr und wenn du dann nicht glücklich bist, hast du nicht genug getan... oder gebetet."

    Als ich die Depression hinter mich gebracht hatte, hatte ich längst nicht das Gefühl, dass mir Gott dabei geholfen hatte... zumindest nicht der Wachtturm-Gott, dem ich meine Zeit gewidmet habe... Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinem meiner Glaubensbrüder und Freunden - bis auf einem - von meiner Gefühlswelt erzählt... aus Angst die Ältesten ... die Versammlung würde Wind davon bekommen und ich hätte "weniger Vorrechte"... wäre gekennzeichnet... Wer will schon als "geistig schwach" bezeichnet werden?

    1. Nachdenker

      Hallo Waytodawn,
      sind das nicht zu Herzen gehende Kommentare aus dem täglichen Leben in den Versammlungen. Diese Zustaende sind keine Ausnahme, nein sie sind mittlerweile der Normalfall. Daran sollt ihre die wahre Religion erkennen: Das ihr Angst ,Depressionen und Cliquenwirtschaft untereinander habt. Spass beiseite. Du bist nur ein guter ZJ wenn du funktionierst und willenlos und ohne Murren das tust was dir die WTG vorschreibt. Welch ein Elend und im Widerspruch zu unserem Schoepfer der uns als denkende Wesen erschaffen hat.

  9. weiss-nicht-recht

    lieber freigeist, Matthäus und BenKenobi,

    voll lieb von euch, dass ihr euch anbietet. Ich denke ich werde mich auch in Kürze bei euch melden.
    Ich verfolge diese Internet Seite schon seit längerem, allerdings als stiller Mitleser. Gestern, das war mein erster Kommentar, weil mich der Artikel über die Angst einfach angesprochen hat. Daher nochmal ein großes Dankeschön.

    Viele Gedanken die hier vermittelt werden, sind wirklich sehr nützlich und hilfreich. Allerdings bin ich nicht von der Sorte, der jetzt alles schlecht redet, und nur noch die Fehler der Organisation sucht. Die Brüder sind fehlerhaft, die Organisation, und ich auch. Und die, die nach Fehlern suchen, sind selbst auch nicht ohne. Ich meine, es gibt ja auch noch anderes im Leben, als die Geschichte der ZJ zu durchforsten, um alle Fehler zu finden. Was wird irgendwann auf diesem Grabstein stehen? Ich habe alle Fehler der ZJ aufgedeckt? Wie sinnlos. Aber andererseits kann es auch ganz interessant und wichtig sein, und so manches fehlende Puzzleteil darstellen. Man ist dabei, sein Leben neu zu sortieren, und vieles zu hinterfragen. Man hat sich schließlich durch die Jahre ein Lebensbild geschaffen, das nahezu perfekt war. Man gehört zu den bevorrechtigten, die die "Wahrheit" verstehen dürfen, zu den wenigen Menschen die Gott wirklich kennen, man ist Teil einer internationalen Bruderschaft, man hat die wunderbare Hoffnung, man plant bereits sein Leben in der neuen Welt, ... und auf einmal ... steht man da, und überlegt, was da eigentlich los ist. Ja und dann fängt man an in seinem Geiste aufzuräumen, und ist dankbar für so manche Nachforschungen.

    Der Glaube soll doch etwas Gutes sein, etwas Schönes, etwas Beruhigendes, etwas was dir Stabilität gibt, Freude, Ausgeglichenheit, etwas was dein eigenes Ich stärkt, was dich glücklich und zufrieden macht. Du kommst gestresst von der Arbeit, und setzt dich in die Versammlung um gestärkt zu werden, um dich emotional zu entspannen. Aber dann hörst du, was wir alles noch nicht gut genug machen, worin wir uns verbessern müssen. Wir müssen unser Bestes geben, Opfer bringen. Es sei alles für Jehova. Du hörst von Gottes dynamischen Wagen, der an Fahrt aufnimmt, und wir alle Schritt halten müssen. Du hörst was du alles noch tun solltest, noch mehr Dienst, noch mehr studieren, noch mehr Einsatz. Nach dem Treffpunkt keine Zeit verlieren, am Besten am Telefon beginnen. Die Zeit läuft. Hänge am Schluss auch noch eine halbe Stunde dran. Plane den Sonntagsdienst, und auch den Hilfspionierdienst. Sei Vorbild. Geh voran. Schule andere, mehr Rückbesuche, mehr Studien, mehr Literatur abgeben. Nur so kannst du von Jehova gesegnet werden. Und du gehst nach Hause, fix und fertig. Bemühst dich das umzusetzen, aber merkst, dass es zuviel ist. Du willst es gut machen, erreichst vielleicht das eine oder andere Ziel. Aber sofort bekommst du das nächste Ziel an dem du arbeiten sollst. Es gibt nie eine Phase der inneren Ruhe und Erholung. Darum auch kein Wunder, dass so überdurchschnittlich viele in der Organisation an psychischen Problemen leiden. Und das schlimme ist, sie trauen sich oft nicht um Hilfe zu suchen, weil sie Angst haben. Angst vor irgendwelchen Folgen und Sanktionen. Angst sich jemand anzuvertrauen, und zu sagen, die Organisation ist Schuld. Nur wirst du das nie bestätigt bekommen. Die Organisation kann nicht Schuld sein, weil sie ist ja von Gott geleitet. Also bist du Schuld. Du hast eine falsche Einstellung. Und so fühlst du dich noch schlechter. Außerdem, hast du als Zeuge glücklich zu sein! Weil Freude ist ja eine Frucht des Geistes. Und hast du die Freude nicht, hast du vermutlich auch den Geist Gottes nicht. Aha! Das tut ja so gut, so ein Glaube, so richtig erfrischend und erholsam...

    Dann wird dir gesagt, je größer deine Liebe zu Jehova ist, um so mehr tust du auch. So empfindest du einen ständigen Druck, Jehova nicht enttäuschen zu wollen. Du denkst, Organisation und Jehova, das ist eins, das ist gekoppelt. Vor allem brennt es sich in das Gewissen der ZJ, dass Jehova nur zufrieden mit uns sein kann, wenn wir Schritt mit seiner Organisation halten, und das tun was sie uns vorgibt. Wer nicht Schritt hält, warum auch immer, ist kein Vorbild, wird als fleischlich bezeichnet, schwach im Glauben.

    Es folgen seitens der Organisation Kursänderungen und Glaubenskorrekturen im Monatstakt. Es ist alles das hellere Licht. Obwohl das vorherige Licht ja auch auch schon von Jehova war, aber jetzt wohl falsch ist. Ähm Moment, wie kann das sein, hat Jehova uns da ein falsches Licht gegeben? Aber jetzt ist es richtig? oder ist es nächstes Jahr wieder alles ganz anders? Dann kommen seitens der Organisation unendliche Regelwerke, die an den Haaren herbeigezogen sind, und nichts mit der Bibel zu tun haben.

    kein unnötigen Kontakt zu Weltmenschen
    keine außerschulischen Aktivitäten
    am Besten keine Vereinsteilnahme
    Achtung vor weltlicher Literatur, Filme, Internet
    die äußere Erscheinung muss würdevoll sein. (Frisur, keine Tatoos, kein Piercing, Schwestern keine Hosen, Brüder kein Bart, keine enge Kleidung)
    Bildung ja, aber kein Studium.
    Neutral sein bei Sportveranstaltungen. Keine Fähnchen am Auto. Kein Autokorso.
    Kein Hupen bei Hochzeiten
    Nicht schwarz tragen bei Todesfällen, weil wir trauen ja nicht wie die Welt
    nicht Gesundheit wünschen, wenn jemand niest
    Zu keiner Hochzeit gehen, wenn ein Ausgeschlossener anwesend ist
    Keine Poster im Zimmer aufhängen
    Nicht zweifeln am Sklaven
    Schritt halten mit der neuen Erkenntnis
    kein Geburtstag, weil 2 Geburtstage in der Bibel im "negativen Licht" erwähnt werden
    kein frohes neues Jahr wünschen, das ist heidnisch
    kein Anstoßen von Gläsern
    Missetaten melden, selbst wenn es Familienangehörige sind. Blutschuld vermeiden.
    Den Ausschluss unterstützen, es ist eine Erziehungsmaßnahme der Organisation
    Die Liste könnte man beliebig fortsetzen.

    Ausschlussgründe können sein: Extreme Unordentlichkeit, unmäßiges Essen, Selbstmordversuch... natürlich auch Rauchen, Unmoral usw.

    Wer fragt und hinterfragt, das ist im Ansatz ja noch ok. Doch wer öfters fragt, und nachhakt, ist ein Rebell. Man traut sich gar nicht, offen seine Meinung zu sagen, weil man ständig Furcht vor Sanktionen hat. Jeder Jugendliche wird aufgefordert, seinen Glauben zu prüfen. Das ist auch richtig. Doch die Prüfung muss ausschließlich anhand der WT Publikationen stattfinden, alles andere ist tabu. Das ist doch keine ehrliche objektive Prüfung. Und wer sich aus irgendeinem Grund dagegen entscheidet, den hat der Teufel überlistet. Die Folge, ach ja, er verliert ja nur seine Freunde, und seine Familie.
    Da muss ich doch glatt kurz aus dem Fragen-junger-Leute Buch ein Satz zitieren. Band 1.

    "Man kann seine Kinder ruhig dazu anregen, zu hinterfragen, warum sie dieses oder jenes glauben.
    Übt aber nicht Druck auf ihn aus, indem ihr ihm Schuldgefühle einredet."

    Nein ist ja auch kein wirklicher Druck, wenn man einem Jugendlichen sagt, er könne im dümmsten Falle alles verlieren.

    In wünsche allen Lesern hier von Herzen, ihren Frieden zu finden, und Gott ohne Schuldgefühle und ohne Angst zu dienen und zu lieben. Ich bin selbst dabei... einiges neu zu sortieren.

    1. Hans2

      Lieber weiss-nicht-recht,

      vor einigen Jahren hatte ich genau den Stand, den Du jetzt hast und den wohl alle durchmachen. Viele werden Dich verstehen und ins Herz schließen. Ich hatte nach 40 Jahren Mitgliedschaft angenommen, daß an den Zuständen mit Geist und Gottes direktem Wort etwas zu verbessern ist. Das haben die Aufseher mir mit deutscher Gründlichkeit (Hörigkeit) schnell ausgetrieben. Die schrägen Verleumdungen sind allen bekannt. Es blieb nur die völlige Neuordnung, der harte Schnitt, um nicht zu zerbrechen. Austritt auf dem Standesamt. Alles weitere war Segen und Leitung unseres Vaters und seines Sohnes. Alle Familienmitglieder (7) haben diesen Weg nach und nach beschritten. So blieb uns die Familienspaltung erspart. Die Reaktion der falschen "Freunde" hat bestätigt, daß der Weg zu Christus der einzig gangbare ist. Auf seinem Weg, in seiner Wahrheit, ist das wirkliche Leben. Jetzt und auf ewig. Wir machen weder von der Welt Satans vollen Gebrauch, noch haben wir unser Gelübde (alte Tauffragen) gebrochen. Einfach nur Wahrheit, die frei macht. Die "Genesung" braucht Zeit. Zeit, für Bibellesen anhand von richtigen Bibeln. Unter Gebet, mit Gottes Geist. Und das erkennen, daß die Wüstenwanderung bis zum Herausruf eben so lange gedauert hat. Eine Zeit der Zubereitung, keine nur verlorene Lebenszeit. Und die Erkenntnis, daß die Bedrückten mit leeren Händen und allen Fehlern zu Jesus kommen dürfen, ohne ein „Gespräch“ zu fürchten.
      Matth. 11:28-30: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und unter Lasten stöhnt! Ich werde euch ausruhen lassen. Nehmt mein Joch auf euch, und lernt von mir! Dann findet euer Leben Erfüllung, denn ich quäle euch nicht und habe ein demütiges Herz. Und mein Joch drückt nicht, meine Last ist leicht.“
      Das kann ich aus eigenem Erleben bezeugen!

      Ich wünsche Dir allen Segen Gottes und Christi bei der „Neusortierung“
      Liebe Grüße Hans2

      1. Omma@Hans2

        Lieber Hans2,

        du erzählst, dass bei euch nach und nach 7 Familienmitglieder diesen Weg gegangen sind. Wie kann ich mir das vorstellen? Wer hat damit angefangen? Hatten die Anderen auch schon eine kritische Haltung? Oder wodurch sind sie zum Nachdenken gekommen? Ich hoffe, dass ich nicht zu neugierig bin. 🙂

        Aber, wenn mann als älteres Ehepaar diesen Weg geht, hofft man dass evtl. auch Andere in der Familie aufwachen.

        Ganz liebe Grüße sendet dir

        Omma

        1. hans2@Omma

          Liebe Omma,

          Ich bin in 3. Generation in die „Wahrheit“ hineingeboren. Mein Glaubensleben bestand aus der Erfüllung von Forderungen und Erwartungen, die mit Furcht und Angst erpreßt wurden. Angst vor Dämonen, dem Satan, den Weltmenschen, der Hure Babylon, zu wenig Predigtdienst, Harmargedon, die kleine und die größere Erfüllung richtig zu wiederholen, usw. Ich habe mich taufen lassen, weil ich 1975 nicht sterben wollte. Als Lohn winkte das baldige Paradies.

          Irgendwann habe ich mich gefragt, was das für ein Gott ist, der laufend neues Licht senden muß, weil sein voriges Licht nicht richtig ist? Wo ist im direkten Mitteilungskanal zu Jehova das Leck? Heute ist gegenüber den Lehren, die ich gelernt habe, kaum noch etwas richtig. Eine neue Religion ist inzwischen von Menschen geformt worden. Den Mitteilungskanal zu den „geistigen Israeliten“ gibt es nicht. Nur 7 Leuchte, die die Deutungshoheit mit Macht verteidigen.

          In meinen Zweifeln wurde ich schwach im Glauben und verlor alle „Vorrechte“. Welcher Glaube eigentlich? Mit Gott oder gar Christus hatte der nichts zu tun! Das sollte sich ändern. Ich habe gebetet, daß Christus mir den zugesicherten Beistand von seinem Vater zu senden soll. Ich habe mich auf alle seine Zusicherungen berufen. Was einsetzte war eine sanfte Führung, damit ich die biblischen Fakten im Zusammenhang verstand. Man sagt: „Dem geht ein Licht auf.“ Und so war es auch. Natürlich habe ich heute nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen und bin noch genau so unvollkommen, wie alle. Aber ich habe Kontakt zu Jesus, der mein Mittler zum Vater ist, dem ich gern folge. Mit Jesus zu gehen führt sicher zum Vater. Alle Spitzfindigkeiten und Fragestellungen, die ich eben nicht begreife muß ich nicht klären. Dreieinigkeit ist so ein Ding. Ich weiß, daß sich Vater-Sohn-Heiligen Geist einig sind. Von mir aus dreieinig. Der Eine kommt nicht ohne die Anderen aus. Man kann keinen weglassen. Mein Glaube ist recht einfach geworden. Ich nehme Christus beim Wort! Er hat die ganze Familie ins Licht gebracht und uns gezeigt, daß wir in der Gnade leben und nicht in der Furcht der Verdammnis wenn wir nicht .....

          Sei ganz lieb gegrüßt von
          Hans2

          1. Omma@Hans2

            Lieber Hans2,

            danke für deinen ermunternden Kommentar. Ich erkenne viele Gemeinsamkeiten zwischen dir und uns. Nur werden wir wohl unseren Weg, so wie es bis jetzt aussieht, allein, ohne unsere Familie gehen müssen. Aber man soll die Hoffnung nie aufgeben.

            Es grüßen dich von ganzem Herzen

            Omma und Ehemann

        2. Nachdenker

          Hallo omma,
          ihr werdet es schon schaffen, da bin ich mir sicher und ihr werdet die Hilfe unseres Schoepfers bekommen.
          Ich habe auch erst alle Kontakte, auch die familiären verloren weil ich der erste ZJ in der Familie war. Nun habe ich bzw. wir alle Kontakte in der Versammlung verloren weil wir uns komplett zurueck gezogen haben und auch dank BI erkannt haben das die WTG nicht das ist als was sie sich ausgibt. Und o Wunder, wir knuepfen gerade wieder Kontakte zu Menschen in der boesen Welt und diese Kontakte sind zum Teil ehrlicher und schoener als alle Kontakte die wir in der Versammlung bzw. in 30 Jahren Versammlungsbesuch hatten.
          Ich wuensche euch viel Kraft.
          Nachdenker

          1. Omma@Nachdenker

            Lieber Nachdenker,

            ganz, ganz lieben Dank für deine einfühlsamen Worte!!! Ja, wir verspüren wirklich die Hilfe unseres Schoepfers und seines lieben Sohnes, denn den Frieden, den wir in uns haben kann nur von diesen Beiden kommen.

            Wir hatten damit gerechnet, dass diese Woche evtl. Älteste mit uns reden würden (war Dienstwoche), aber nichts ist geschehen. Dann hatten uns unsere Kinder eine ganze Zeit lang mehr als frostig behandelt, obwohl wir immer lieb und nett waren. Wir dachten schon, jetzt fangen sie an uns zu ächten. Heute zeigten sie wieder menschliche Züge. Wir wissen einfach nicht woran wir sind, denn wir können ja nicht in ihr Herz sehen. Vielleicht ist ihnen ja auch alles zu viel.

            Auf jeden Fall haben wir alles bereit liegen, was wir für einen Austritt benötigen. Jehova und Jesus Christus werden uns schon zeigen, wie und wann wir handel sollen. Wir sind bereit ihnen zu folgen, mit oder ohne Familie.

            Auch wir sind dabei, Kontakte in dieser "bösen Welt" zu knüpfen. Diese Woche sind wir z.B. bei meiner Cousine eingeladen, es ist ihr Hochzeitstag. Für derartige Dinge hatten unsere Kinder keine Zeit, sie mussten ja predigen gehen ....

            Danke noch einmal für deine lieben Wünsche, und sei lieb gegrüßt von deiner Schwester Omma und Ehemann

    2. Hallo weis-nicht-recht und Artikelschreiber,
      zunächst einmal vielen Dank dem Kommentarschreiber fuer den tollen Artikel, der die perfide Vorgehensweise und Taktik der WTG bloss stellt und das Dilemma und Unheil ihrer Mitglieder anspricht.Hab diese Problematik auch in mehreren Kommentaren auf der BI Hauptseite versucht darzustellen. Moegen diese ganze Problematik noch viele betroffene Mitglieder dieser in meinen Augen gefährlichen, weil mit versteckten Mitteln arbeitenden Gesellschaft, erkennen.
      Dir weis-nicht-recht vielen Dank fuer deine offenen Worte, die wieder aufzeigen, was in Wirklichkeit und im alltaeglichen Leben der WTG abgeht. Ich wuensche dir fuer die Zukunft einen klaren Kopf und mach dich von dem Druck und den Zwängen der WTG frei. Nur dann kannst du ein friedliches und gluecklich machendes Verhaeltniss zu dem Schoepfer aufbauen. Sicher nicht leicht, aber es lohnt sich und es ist nie zu spaet dafuer.
      Gruesse
      Nachdenker

    3. Hallo weis-nicht-recht,
      vielleicht magst du uns moch sagen in welche Ecke von Deutschland wur dich stecken koennen. Aber nur so ungefaehr. Du weist ja, der Feind liest mit.
      Gute Nacht
      Nachdenker

    4. Barnabas

      Lieber weiss-nicht-recht,

      jede deiner Gedanken sind absolut nachvollziehbar. Zumal mein/unser Leben ganze 40 Jahre einen sehr ähnlichen Verlauf hatte. Im Moment bin ich mit meiner Frau in der Lage ein zufriedenes, freudiges Leben frei von Angst zu führen. Habe deine Zeilen gestern Abend auch meiner Frau vorgelesen.
      Wir waren uns sofort einig. Wir möchten dir gerne unsere Hilfe anbieten.
      Ich möchte Bruderinfo bitten, meine Mailadresse an dich weiter zu geben.

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag

      von Barnabas und Frau

    5. Neoveritas

      Hallo ich-weiss- nicht-recht,
      ich möchte Dich herzlich in diesem Forum begrüßen. Nach längerer Abstinenz möchte ich wieder einen Kommentar abgeben. Deine Erfahrungen sind sicher von vielen anderen auch gemacht worden. Zu der Liste kann man vielleicht noch folgende Punkte hinzufügen:
      -keine Teilnahme an Klassenfahrten (schlechter Umgang)
      -keine Gartenzwerge im Vorgarten (heidnischen Ursprungs)
      -in meinem Beisein wurden von meiner Mutter die Plastikcowboys aus der Wundertüte mit der Nagelschere "entwaffnet" (als ZJ hat man ja eine friedliche Gesinnung)
      -vor dem Verzehr einer Currywurst musste vorher genau überlegt werden, ob da evtl. Blutplasma drin ist
      -Fasching war auch nicht drin (heidnisches Fest)
      -kein unabhängiges Denken (der Sklave denkt schon für dich mit)

      Wer über diesen ganzen Klamauk nicht verrückt geworden ist, ist zu bewundern. Ich bin meinen Eltern trotzdem dankbar, da sie mir ein Studium ermöglicht haben und für die Chance einen akademischen Grad zu erwerben. Obwohl mein Vater Ältester war und meine Oma ebenfalls eine ZJ war. Im Jahr 2011 war dann Schluss. Nach der Lektüre des apokryphen Buchs "Hütet die Herde Gottes" traf kurz danach mein Austrittsschreiben bei einem Ältesten ein. Das Maß war voll und ich bereue die Entscheidung bis heute nicht. Letztlich ist entscheidend, wie in einer Familie der Glaube ausgelebt wird. Da gibt es halt große Unterschiede.
      Mein Vater hing bis zu seinem Tod an seinem Ältestenamt, obwohl er schon längst nicht mehr in Entscheidungsprozesse eingebunden war. Er quälte sich trotzdem ab, um die idiotischen Stundenvorgaben der Ältestenschaft zu schaffen. Was ihm zunehmend mehr Probleme bereitete. Zum Glück bin ich nie in die Führungshierarchie aufgestiegen; meine Predigtdienststunden hatte ich bewusst klein gehalten. So ist mir vieles erspart geblieben. Ich freue mich sehr, wenn Du hier Deine Erfahrungen berichtest. Meinen Glauben habe ich trotz all dieser Erfahrungen nie verloren. Die Bibel ist vielmehr nur noch wertvoller geworden und ich lese sie mit anderen Augen.Wie Du das ja auch berichtet hast. Wenn Du möchtest, so können wir uns auch privat austauschen.

      Sei herzlich gegrüßt aus dem norddeutschen Raum.

      Neoveritas

    6. Horst

      Lieber Weiss-Nicht-recht und alle anderen,
      auch wenn es vielleicht der ein oder andere als unpassend ansieht, aber aufgrund der Bemerkung ..nicht unmäßig essen" muss ich einfach mal etwas loswerden:
      Ich habe in ca. 50 Jahren schon viele ausgemergelte Vollzeitdiener gesehen und wir haben sie auch verköstigt.
      Aber wenn ich das Bild der LK-Mitglieder, des "treuen und verständigen Sklaven", der angeblich den von Gott gewünschten Lebenswandel durch diesen einzigen Kanal an die Menschheit weitergibt, anschaue,
      muss ich sagen, ich habe noch NIE so viele Männer, die angeblich nichts von Völlerei halten und die ganze Welt diesbezüglich belehren sollen, mit so einer WAMPE gesehen !

      1. Matthäus@weisnichtrecht

        Deine Einschätzung, schau dir doch die meisten Bischöfe und Kardinäle an
        und vergleiche! Ich kenne Älteste die nicht nur mehr als reichlich essen sondern auch beim trinken, bis hin zum Besäufniss nicht zimperlich sind.
        Aner dann über den einfachen Verkündiger zu Gerichte sitzen.

        LG. Matthäus

      2. Papillon

        Du sprichst mir aus der Seele. Dann sieht man sie noch im Bethel mit tollen Karren fahren. Nicht die vollzeitdiener Opel. Und im gleichen Atemzug bitten Sie um Spenden und fordern uns auf ein bescheidenes Leben zu führen. Da könnte man noch soviel anführen , aber ich will mich über sowas nicht mehr aufregen

    7. Papillon

      Gerne könnt ihr auch mit mir Kontakt aufbehmen . Würde mich freuen :magda.papillon@gmx.de

  10. freigeist

    Lieber weiss nicht recht,

    über Matthäus kannst Du auch gerne Kontakt zu mir aufnehmen. Er hat meine Klaradresse als Mail.

    Ich würde mich sehr freuen von Dir zu hören.

    Geh mal bitte oben auf diesen Kommentar, dann weisst Du etwas mehr von mir.
    Kommentar zur Ablehnung der Beschwerde des „Abtrünnigen“ Herrn Bernd Bochow

  11. weiss-nicht-recht

    Ich war Ältester, regelmäßiger Kongressredner, Pionier, Sonderpionier, stellvertretender Kreisaufseher.... das war mein Leben. Ich war wirklich mit Herz und Seele dabei. Bis vor einem Jahr. Da kam der Bruch. Zweifel wurden immer größer, wie ein Riss in einer Wand. Es folgten etliche Gespräche. Ich suchte und suchte und suchte. Und war immer mehr verwirrt, und auch unglücklich. Kein Ältester wollte auf meine Fragen eingehen. Man verwies immer wieder auf die Treue und Loyalität zu Jehova, bzw. zum Sklaven. Und man braucht Vertrauen. Ich könnte ein Buch schreiben, was ich erlebt habe. Heute fühle ich genau das was in diesem Artikel steht. Als ob mir jemand aus dem Herzen spricht. Die Kindheit, die endlosen Erwartungen. In der Versammlung, immer tun tun tun, mehr mehr mehr, besser besser besser. Fortschritte machen, Ziele setzen. Nicht stehenbleiben. Man wird regelrecht getrieben. Bis man nicht mehr kann. Ich erlebte so etwas wie ein geistigen Burnout. Bis mir klar wurde, dass das Jehova niemals wollen würde. Und dass im System da was nicht stimmt.
    Wie kann man z.B. behaupten, die Bibel sage, man dürfe mit ausgeschlossenen Familienangehörigen keinen Kontakt pflegen? Der ausgeschlossene Teil braucht nicht mal gesündigt zu haben. Sagen wir mal, er tritt aus, weil er nicht mehr glaubt. Und allein deswegen soll er gemieden, geächtet werden? Wo steht, dass die die mit einem Ausgeschlossenen Kontakt haben, selbst ausgeschlossen werden können? Wo steht denn in der Bibel dass das ausgeschlossene Kind, wenn es zu Hause wohnt, noch Kontakt mit den Eltern haben darf, wenn es aber auszieht, dann nicht mehr? Wieso um Gottes Willen, kommt man nicht "ohne Schaden" aus der Organisation raus? Vor der Schranke stehe ich. Familie, Freunde, alles zu verlieren. Wie kann eine Religion einem vor solch eine Entscheidung stellen, entweder du wählst die Organisation, oder du verlierst alles? Dies macht mir wirklich Angst... mehr als man glaubt. Zeugen Jehovas sind glücklich, ja, solange sie gehorsam sind, nichts anzweifeln, und einfach folgen, was der Sklave sagt. Sie bekommen eine Aufgabe, ein Ziel, bekommen eine familienartige Gemeinschaft, und ihr Leben verbessert sich in vielen Bereichen. Aber es wird ihnen ihr eigenes ICH geklaut. Es wird ihnen die Angst eingepflanzt, und die Möglichkeit, selbst zu denken. Sie werden Teil eines Systems, welches doch stark an eine Firma erinnert, die ständig mehr Leistung fordert. Hauptsache Predigtdienst. Das Markenzeichen der Zeugen. Wehe du gehst nicht. OhOh wenn du nicht dein Gebiet durchgearbeitet hast. Da kommen doch glatt welche auf die Idee, dir die gelbe und dann die rote Karte zu zeigen. Dann wird mit der Blutschuld-Fahne geschwenkt. Und immer tief ins Gewissen rein gebohrt. ... Ich würde mich freuen, mit irgendjemand hier Kontakt zu bekommen...

    1. Matthäus@Nemo

      Lieber "weiß nicht recht!"

      ...deine Zeilen haben mich sehr berrührt, es fehlen einem die Worte das wirklich nachzuvollziehen. Bis auf den SoPio und der Vetretung des KA, verbinden uns viele Details. Ich hatte sogar schon die Einladung zum SoPio, meine Frau konnte sich
      (mittlerweile sind es über 40 Jahre her) mit dem Gedanken einfach nicht anfreunden, so haben wir "in letzter Minute" diesen Schritt abgelehnt. Heute bin ich froh, bin bereits in Rente und denke oft mit schaudern daran wie es uns heute gehen würde. Ich kenne einen Ex KA der hat sich schon unter der Brücke gesehen, weil er auch nach Jahrzehnten das Lügengebäude und die Falschheit erkannte und ausgeschieden ist. Du kannst mir gerne schreiben, würde mich auf eine Nachricht freuen: zeugejesus@gmail.com
      LG. Matthäus

      1. Matthäus@weisnichtrecht

        Sorry, sollte an weiss nicht recht gehen!

    2. BenKenobi

      Lieber weiss-nicht-recht,
      ich weiss ganz genau was du empfindest, mir ging es so ähnlich. Ich war 33 Jahre in der Organisation, davon 17 Jahre Ältester, habe immer mehr den Konflikt zwischen Anspruch und Wirklichkeit gespürt, das führte mich fast ins Burnout. Ich und meine Frau sind vor 11/2 Jahren ausgestiegen, und haben unseren Glauben auf festere Grundlagen gestellt als auf eine menschliche Organisation. Wenn du willst kannst du mir schreiben unter benkenobi1965@gmail.com

  12. Matthäus

    Sehr wertvolle und zutreffende Gedanken - in der Hoffnung das Betroffene, die in Angst und mit ständig schlechten Gewissen, ihr Leben fristen, darüber nachdenken. Das es genauso ist soll auch dieser Aufruf zusätzlich belegen:

    WT 15.1.2013, S. 26, Abs 14 Zitat:
    “Diene ich Gott weiterhin treu, damit ich mir künftig nichts vorzuwerfen habe? Da die große Drangsal nahe ist, möchten wir nicht von Fragen gequält werden wie: Hätte ich im Dienst Gottes nicht mehr tun können? Warum habe ich nicht den Pionierdienst aufgenommen, als ich die Gelegenheit dazu hatte? Was hat mich zurückgehalten, mich darum zu bemühen, ein Dienstamtgehilfe zu werden? Habe ich mich wirklich angestrengt, die neue Persönlichkeit anzuziehen? Bin ich die Art Mensch, die Jehova in seiner neuen Welt haben möchte? Statt nur über solche ernüchternden Fragen zu grübeln, sollten wir sie nutzen, um uns selbst zu prüfen und sicherzustellen, dass wir jetzt im Dienst für Jehova unser Bestes geben. Sonst könnten wir weiter einen Weg verfolgen, auf dem wir uns schließlich noch mehr vorzuwerfen hätten.

    Obige Belehrung ist ein Hohn wenn ich nur die Bibel als Maßstab zur Verfügung habe.
    Wozu es nachfolgende biblische Lehransichten gibt, diese Frage muss jeder selbst sich beantworten:

    Gal. 2:16 Trotzdem wissen wir inzwischen sehr genau, dass wir nicht durch Taten, wie das Gesetz sie von uns fordert, vor Gott bestehen können, sondern allein durch den Glauben an Jesus Christus. Wir sind doch deshalb Christen geworden, weil wir davon überzeugt sind, dass wir allein durch den Glauben an Christus von unserer Schuld freigesprochen werden; nicht aber, weil wir die Forderungen des Gesetzes erfüllen. Denn wie die Heilige Schrift sagt, findet kein Mensch durch gute Werke Gottes Anerkennung.
    Mein vergängliches Leben auf dieser Erde lebe ich im Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, der mich geliebt und sein Leben für mich gegeben hat. 21 Niemals werde ich dieses unverdiente Geschenk Gottes ablehnen. Könnte ich nämlich durch das Befolgen des Gesetzes von Gott angenommen werden, dann hätte Christus nicht zu sterben brauchen.

    Für ein Geschenk musste man noch nie eine Leistung erbringen, wenn doch, dann war es kein Geschenk!
    LG Matthäus

    1. Glasperlenspiel 238

      hallo an Alle,
      schreibe hier zum 1. Mal. Lese schon seit längerem eure Kommentare und die Artikel. Erstmal vielen Dank für eure offenen Stellungnahmen und klaren Beiträgen. Bin sehr froh, diese Seite gefunden zu haben. Ich besuche seit okt 2007 die Vers nicht mehr, für mich besteht kein Grund für einen Ausschluß und ich denke, wenn man nicht mehr hinter ihren ganzen Regeln und ihrem verdrehten Glaubensgebäude steht, ist es überhaupt nicht nötig mich noch unter das Regelwerk des Ausschlusses zu stellen.
      Ich lebe mein Leben frei und so wie ich es mit meinem eigenen geschulten Gewissen vereinbaren kann. Drei meiner Kinder sind zum Glück auch nicht mehr dabei und so habe ich im Gegensatz zu vielen Anderen doch noch die Möglichkeit eines Gedankenaustausches diesbezüglich.
      Trotzdem lese ich sehr gerne hier, bestätigt es doch meine Gedanken und persönlichen Eindrücke nach 20 Jahren in dieser Glaubensgemeinschaft, nennen wir sie mal kulanterweise so.
      Ich wünsche allen ein glückliches und zufriedenes Leben und freue mich auf weitere interessante Beiträge, danke und herzliche herbstliche Grüße, ein Nordlicht 😉
      P.S. Hallo Matthäus, vielen Dank für Deinen wunderbaren Rat aus Gal. 2:16 !!

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