Dinge über die man nach dem Ausstieg kaum spricht

Vor einigen Monaten veröffentlichte BI einen Artikel mit Video, der die Kriterien –   aus Sicht der Organisation der Zeugen Jehovas –  für die Auswahl eines idealen Ehepartners, beleuchtet. Die Empfehlung „nur im Herrn heiraten“ bedeutet –  laut WTG – keinen „Weltmenschen“ zu ehelichen, sondern am besten eine fleißige und theokratische Schwester, bzw. einen vorbildlichen Bruder, der am besten noch mit einem Dienstamt aufwarten kann.

Doch wie ergeht es oft den Paaren, die genau diesem Rat gefolgt sind? Was passiert, wenn man nach diesen Vorgaben auswählt und seine eigenen Wünsche völlig ignoriert – wenn man sich Fragen, wie: „Wer passt zu mir? Was erwarte ich von einem Partner? Wer bin ich überhaupt?“ nicht stellt und sie vollkommen verdrängt?

Ist durch die Empfehlung der WTG das Eheglück so wirklich garantiert? Funktioniert eine Verbindung auf dieser Grundlage und welche Basis hat so eine Beziehung dann?

Hier meine Erfahrung:

Mein Ehemann und ich sind in „der Wahrheit“ groß geworden. Wir wurden erzogen, o.g. Kriterien zu entsprechen, nicht nur, um so einen passenden Ehepartner zu finden, sondern in der festen Überzeugung, dass Jehova das so wünscht. Einen von uns trieb hauptsächlich die Angst vor Vernichtung – warum sollte Jehova ihn in Harmagedon retten, wenn er keinen „triftigen Grund“ hatte, NICHT Pionier zu sein? Der andere ging mit Leib und Seele in der Organisation auf – ohne Angst – sondern mit dem tiefen Gefühl, von Herzen etwas für Jehova tun zu wollen.

So wurden wir beide eifrige Pioniere und waren auf der Suche nach einem Partner, der die angeblich biblischen Vorgaben des Sklaven erfüllte. Dies schien uns die  Garantie für eine glückliche Ehe zu sein. Wir hatten keine einzige andere Liebes-Beziehung vor unserer Ehe und das Kennenlernen verlief ähnlich, dem vieler anderer auch: man begegnet sich in einer Pionierschulung oder auch als Helfer bei Bauprojekten, spürt Sympathie füreinander, tauscht sich aus und stellt fest: der andere entspricht wirklich dem Idealbild eines Partners, so wie die Organisation ihn uns empfiehlt. Jede/r junge Verkündiger/in, die/der sich nicht in „der Gewalt hat“ und nicht ehe- und kinderlos bleiben möchte, sehnt sich genau SO einen Partner herbei!

Nach sieben Monaten Bekanntschaft hielten wir das erste Mal Händchen – dies nur unter Beobachtung und ganz vorsichtig. Den ersten Kuss tauschten wir nach einem Jahr bei der Verlobung und geheiratet wurde ein halbes Jahr später.

Als Pioniere gingen wir beide einer Teilzeitarbeit nach. Mein Mann war obendrein Dienstamtgehilfe und wir genossen einen guten Ruf, waren fleißig, eifrig und ohne “Makel“. Ja, wir beide waren wirklich vorbildlich! Naja, nicht ganz: eigentlich hätte er noch die Schule für die Dienstamtliche Weiterbildung besuchen können (an dieser Stelle, einen von Herzen kommenden Gruß an Konja Simon Rohde, dessen wunderbares Buch ich gerade gelesen habe!) …

Da wir nur ein geringes Einkommen hatten, lebten wir ein bescheidenes, einfaches Leben in einer 1,5 Zimmer-Wohnung. Nach einiger Zeit wurde er zum Ältesten ernannt und wir füllten voll und ganz die Rolle des fleißigen, vorbildlichen jungen Ehepaares aus. Auf Kongressen dienten wir den Brüdern und gleichaltrigen Verkündigern als Vorzeigepaar. Natürlich fühlte ich mich super dabei. Und natürlich habe ich Ehepaare, die beide Vollzeit arbeiten, insgeheim verurteilt, genauso wie die Schwester, die nicht arbeitet, sich aber nur ab und zu für den Hilfspionierdienst meldet. Wie untheokratisch!

Ich gebe offen zu, dass ich oft gedacht habe: „Hey, ich gebe alles – ich verzichte auf  so viel und die machen sich ein schönes Leben.“ Innerlich war ich entrüstet. Heute im Rückblick erkenne ich, dass ich eigentlich nur neidisch war. Neidisch darauf, dass sie sich trauten, ihren eigenen Weg doch irgendwie zu gehen und noch ein bisschen sie selbst geblieben sind.

Im zweiten Jahr unserer Ehe stieg ich aus dem Pionierdienst aus – es wurde mir doch zuviel, ständig den Stunden hinterherzurennen. Ich war nervlich schon leicht angeschlagen und kam mir wie ein Versager vor. Nach fünf Jahren bekam ich unser erstes Kind (was in den 90ern noch Anfeindungen und blödes Gerede bedeutete) und mein Mann gab den Pionierdienst auf und arbeitete ganztags, um seine Familie versorgen zu können. Einige Jahre und ein paar Kinder später sind wir zu der gelobten und gepriesenen Vorzeigefamilie geworden, ganz nach den Vorstellungen der Organisation: immer präsent an besonderen Diensttagen, die Kinder, schon im Kleinkindalter überall auf der Bühne, legen so zuckersüüüüß und zauberhaft schön verkleidet, den perfekten Auftritt hin – in schicken und festlichen kleinen Kinderanzügen, mit passender Kinderfliege oder Krawatte! Bei Kongressen sind wir als freiwillige Helfer schon in aller Frühe mit die ersten vor Ort.

Mein Mann geht mit Leib und Seele in seinem Amt als Ältester auf, verausgabt sich für „vaterlose Knaben“ und für perfekt funktionierende, organisatorische Abläufe. In seiner Familie ist er hauptsächlich präsent als studierender Vater. Ich – als vorbildliche Ehefrau, für die Kinder und den Haushalt zuständig  – halte ihm den Rücken für sämtliche theokratische Aktivitäten frei. So manches Mal melde ich mich noch für den Hipi, unterstütze die Pionier- oder Ältestenschulungen mit Kochen oder Backen etc. – es gibt immer etwas zu tun, in der Organisation. IMMER!

Theokratisch gesinnte Ehefrauen, die ihre Männer unterstützen, werden auf Kongressen oder beim Besuch des Kreisaufsehers gerne gelobt, denn Jehova schätzt dies angeblich sooo sehr. Und ich bin stolz auf meinen vorbildlichen Einsatz, bemerke jedoch nicht, dass ich langsam „auf dem Zahnfleisch gehe“. Das Engagement für die Organisation oder besser gesagt für Jehova ist unser beider Lebensinn. Und wenn ich mich mal schlecht fühle, weiß ich, es kann nur daran liegen, dass ich noch nicht genügend für ihn getan habe.

Nach jedem Kongress analysieren wir, was die Familie noch besser, noch mehr tun könnte, wo wir unser Leben noch mehr „vereinfachen“ sollten. Trotz allem wird die Erziehung unserer Kinder von diesen Extremen nicht sehr berührt. Sie dürfen sich an Klassenfahrten beteiligen, Sport treiben, sogar im Verein – mit Ausnahme des Fußballvereins, weil wir Konkurrenzdenken nicht fördern wollen. Wir haben ein Haus gemietet und halten uns ein Haustier. Die Kinder werden nicht zum Dienst gezwungen, wenn sie nicht wollen. Natürlich gehen sie oft freiwillig mit, schon allein, um der Erwartung der Eltern zu entsprechen. Ich denke oft: „Insgesamt haben wir das doch eigentlich super im Griff und sind echt tolle theokratische, aber ausgeglichene Eltern.“

Bis zu dem Tag, an dem eines unserer pubertierenden Kinder plötzlich nicht mehr mit in die Versammlung will. Das ist die Katastrophe! Ein halber Weltuntergang. Wir überlegen: “Was haben wir falsch gemacht?“ Der unlustige Jugendliche wird trotzdem noch paar Monate mitgeschleift, weil man ja einen Ruf zu verlieren hat. Immer stärker meldet sich mein gesunder Instinkt und ein ungutes Bauchgefühl. Mir fällt auf, unter welchem Druck die Kinder stehen und ich bemerke, dass auch von mir immer mehr verlangt wird. Ich registriere Änderungen, die mir komisch vorkommen und ich frage mich: „Ist das wirklich alles von Gott genauso gefordert? Will Jehova wirklich, dass der Sklave so massiv Einfluss nimmt?“

Irgendwann lassen wir unser bockiges Kind zu Hause, was uns zum Gesprächsstoff der Versammlung macht: „War ja klar: bei der nachlässigen Erziehung! Das Kind musste ja auch nicht jeden Samstag in den Dienst, durfte Klassenfahrten mitmachen etc. – tja, jetzt ernten sie, was sie gesät haben.“ Es passiert noch einiges mehr und ich frage mich immer öfter: “Wo mischen die sich eigentlich überall ein?“ Irgendwann kommt es schließlich  zur Prüfung, zur Erkenntnis und zum Ausstieg.

Den möchte ich hier aber nicht thematisieren. Es erging uns wie so vielen – wir sind als komplette Familie endgültig vor ca. zwei Jahren ausgestiegen, mit all den Gefühlen der Befreiung und auch mit den vielen Tiefs – aber insgesamt ganz zufrieden, dass wir es zusammen geschafft haben, dieser Sekte zu entfliehen. Endlich sind wir frei und bereit für ein glückliches, gemeinsames, freies und selbstbestimmtes Leben.

Wie geht es bei uns weiter? 

Jeder, der die ZJ verlässt, kennt den Verarbeitungsprozess, der seine Zeit – Monate, manchmal Jahre – braucht, erst recht, wenn man nichts anderes kennt. Dann, langsam erwacht das eigene Ich. „Was will ich? Darf ich überhaupt was wollen? Wer bin ich?“

Zum ersten Mal spüre ich deutlich, dass es ein „Bauchgefühl“ gibt. Aber: Darf ich auf mein „Bauchgefühl“ hören? Will Gott das? Ist das vielleicht nicht nur mein ach so „verräterisches Herz“? Ich habe ungute Gefühle, die ich anfangs nicht einordnen kann. Was ist nur los? Was stimmt nicht mehr? Warum fühle ich mich unglücklich? Warum so eingeengt? Warum bin ich so verändert?

Und mitten in dieser Identitätskrise steht plötzlich die Frage: “ … mit wem bin ich da eigentlich verheiratet?“ Versteht mich nicht falsch: Ich habe einen wirklich netten Partner, aber diese Beziehung war völlig auf die Organisation gebaut – leben und sterben mit und für die Org.

Ich traue mich langsam, mich zu fragen: „Passen wir überhaupt zusammen?“ Und viel schlimmer: „Liebe ich meinen Partner wirklich – so richtig?“ Hilfe suche ich zuerst in einschlägigen Büchern. Bei Eheproblemen gibt es eine Vielzahl von Ratgebern, mit tollen Tipps:

„Denken Sie an die Anfangszeit, als Sie frisch verliebt waren, an die Schmetterlinge im Bauch, an den ersten Kuss.“

– Naja verliebt waren wir wohl schon irgendwie, Schmetterlinge mmmh … was ist das genau? Der erste Kuss, haha, der fand vor allen, bei der Verlobung statt! Also DAS Highlight war das nicht.

„Was hat Sie früher verbunden?“

– Die absolute Selbstaufgabe und der Stress, 90 Stunden im Monat in den Dienst zu gehen.

„Was hat Ihnen zusammen Spaß gemacht?“

– 90 Stunden im Dienst zu verbringen und nebenbei nach den Älteren in der Versammlung zu schauen.

„Was hat Sie verbunden, was hat Sie als Paar ausgemacht?“

– 90 Stunden Dienst, die Publikationen studiert und kaum eine Minute Freizeit gehabt zu haben.

„Versuchen Sie, diese ersten Dinge dieser ersten Verbundenheit wiederzubeleben.“

– Ja danke. Bloß das nicht! Aber genau das ist der Ratschlag von Beziehungs- und Eheratgebern. Und es  offenbart sich: die Ehe war nur auf die Anforderungen der Organisation gebaut. Ja, so eine Ehe hat sicherlich Bestand – in der Organisation!

Natürlich haben wir Sympathie füreinander. Natürlich hassen wir uns nicht. Natürlich mögen wir uns – wir haben Kinder miteinander. Natürlich haben wir schon viel miteinander erlebt, durchlebt und zusammen durchgestanden. Natürlich haben wir uns lieb, aber ist das wirkliche Liebe – mit Haut und Haaren? Ganz und Gar? Ist er mein Seelenverwandter, der mich versteht?

Ich bin völlig verunsichert.

Darf ich überhaupt darüber nachdenken, dass meine Ehe scheitern darf?

Darf ich mich überhaupt fragen, ob ich mit dem Falschen verheiratet bin?

Darf ich überhaupt so fühlen?

Und darf ich es laut aussprechen?

Ich bin verzweifelt: Es kann doch nicht sein, dass die Organisation so tiefgreifend gewirkt hat, dass ich jemanden geheiratet habe, den ich nur liebgehabt, aber nicht geliebt habe! So eine Marionette war ich doch nicht! Ja, vielleicht im Glauben manipuliert, aber doch sicher nicht bei der Partnerwahl! Oder etwa doch!?

Durch offene, traurige Gespräche kommt zutage, dass auch mein Mann an seinen Gefühlen und unserer Beziehung zweifelt. Wir erkennen: bei der Partnerwahl hat uns die Organisation geleitet und nicht unser Gefühl. Wir haben uns nicht gefragt:“ WER passt zu mir? Was brauche ICH? Was und WER ergänzt mich? Was wünsche ich mir?“ So etwas kam uns früher gar nicht in den Sinn. Nein – völlig indoktriniert und verblendet haben wir agiert, um einer Rolle gerecht werden zu können.

Damals waren wir beide schon über zwanzig – also nicht mehr ganz taufrisch für Org-Verhältnisse. Als Schwester, in dem Alter auf dem Heiratsmarkt, musst du schon damit rechnen, übrig zu bleiben. Der Spruch „Andere Mütter haben auch schöne Söhne“, trifft dann auch nicht ins Schwarze, denn man muss sich schon bemühen, einen ordentlichen Bruder abzubekommen, am besten einen, der noch die dienstamtliche Weiterbildung absolviert.

Da stehen wir nun nach Jahrzehnten einer Ehe – aufgewacht – und können es nicht glauben: Wir wissen beide eigentlich gar nicht, was es heißt, um unserer selbst willen geliebt zu werden. Wir fühlen uns unwohl und finden, dass wir ohne das Fundament Organisation nicht zusammen passen.

Wie befreiend könnte es sein, jetzt wirklich mal man selbst sein zu dürfen.

Eines ist ganz klar: wir empfinden Freundschaft füreinander – keine Spur von Hass. Wir haben ein gutes Verhältnis – so wie Geschwister es idealerweise haben. Einige würden sagen: “Das ist doch schon viel!“ Wirklich? Andere würden sagen: “Die Bibel hasst Ehescheidung, ihr dürft euch nicht trennen.“ Wieder ein Punkt, der mich gedanklich sofort in die Versammlung katapultiert und mir Alpträume verursacht, denn als derartiges böses schwarzes Schaf wird man garantiert vernichtet.

Wieder andere könnten sagen: “Arrangierte Ehen können auch funktionieren, es ist nicht das schlechteste. Ihr habt Kinder – spinnt ihr?!“  Fakt ist: keiner von uns beiden ist in jemand anderen verliebt, es geht wirklich nur um diese Ehe und unsere Gefühle füreinander. Und dieses Dilemma wird, wie ich finde, totgeschwiegen.

Es ist bekannt, dass viele Ehen nach dem Ausstieg auseinandergehen, weil die Partner merken, dass sie nicht zusammenpassen. Aber wer traut sich schon, offen darüber zu sprechen? Wer traut sich, nach einem ohnehin traumatischen Ausstieg, auch noch seine Ehe als gescheitert zu sehen, weil sie nur ein Arrangement auf Grundlage der Organisation war?

Dinge über die man nach dem Ausstieg kaum spricht 

Wer ist mutig genug, sich einzugestehen, dass man sich nicht wirklich von Herzen geliebt hat, sondern nur aus Sympathie und aus (aus heutiger Sicht) falschen Beweggründen geheiratet hat? Natürlich war man nicht nur unglücklich. Natürlich gibt es Dinge, die verbinden. Und natürlich sind da die Kinder. Aber der Kitt, der alles zusammengehalten hat, war die Organisation und ist die plötzlich weg, offenbart sich die nackte Wahrheit.

Wer gibt schon zu: Ich wurde von Geburt an indoktriniert und manipuliert. Ich war es gewohnt, nach dem Wachtturm zu leben. Was der Sklave wollte, wurde gemacht. Ich habe nicht den von mir gewünschten Beruf erlernen dürfen. Ich wurde nie gefördert, sondern gefordert. Ich kann mich nicht an ein Lob meiner Eltern erinnern, aber an den Moment, als meine Mutter, mit Tränen in den Augen dem Kreisaufseher ganz stolz erzählte, dass ich Pionier werden will. So wurde mir klar, wie ich wenigstens ein bisschen Anerkennung bekommen konnte. Anerkennung, die jeder Mensch braucht, genau wie das Gefühl, irgendwo dazuzugehören. Und in der Organisation funktioniert beides nur durch Predigtdienst und Stundensammeln.

Ich habe nie gelernt und erfahren, dass man einfach um seiner selbst willen geliebt und geschätzt werden kann. Authentizität wurde mir abgewöhnt und mein eigenes selbstständiges Denken und Fühlen zerstört. Durch diese Indoktrination, stehe ich jetzt an einem Punkt meines Lebens, an dem ich zurückblicke und fühle, ich will mit diesem Partner nicht alt werden und er auch nicht mit mir.

Natürlich gibt es Ehen, die unter den gleichen Voraussetzungen geschlossen wurden und trotzdem glücklich sind. Vielleicht haben sie sich nicht so beeinflussen lassen. Oder sie passen halt trotzdem einfach gut zusammen. Darüber kann ich nicht urteilen.

Aber ICH stehe jetzt vor dem Scherbenhaufen meines Lebens. Durch diesen Umbruch habe ich keine Kontakte, weder zu meiner Familie, noch zu einem sozialen Umfeld. Anderweitige Unglücksschläge müssen ohne Hilfe von früheren gedachten besten Freunden verarbeitet werden. Die Ehe ist kaputt und jeder ist jetzt eigentlich unglücklich.

Und dann sind da noch die quälenden Fragen:

Ist es ok, wenn ich jetzt wirklich die Freiheit nutze und mache, „was mein Bauchgefühl mir sagt“?

Darf ich sagen: “Ich habe mich fast 50 Jahre nach anderen ausgerichtet und getan und gehandelt, wie andere es für richtig hielten, aber so kann und möchte ich die nächsten Jahre nicht weiter leben“? Ich habe 50 Jahre lang um Hilfe gebetet.

Als Kind betete ich : „Bitte hilf mir, dass ich gehorsam bin und meine Eltern sich freuen.“

Als Schulkind: „Bitte hilf mir, dass ich mich in der Schule traue, Zeugnis zu geben.“

Als Jugendliche: „Bitte hilf mir, dass ich eine freie Antwort geben kann, damit Mama sich dann freut und sich nicht immer wegen mir schämen muss, weil ich die Antworten im Wachtturm ablese.“

Oder: “Bitte hilf mir, dass ich mich traue, im Predigtdienst an den Türen, etwas zu sagen.“

In der Ausbildung: “Bitte hilf mir, dass ich den Mut habe, Erwachsenen zu erklären, warum ich nicht Geburtstag feiere.“

“Bitte hilf mir, dass ich den Wunsch habe, mich taufen zu lassen.“

“Bitte hilf mir, dass ich den Wunsch habe, Pionier zu werden.“

“Bitte hilf mir, dass ich den Pionierdienst durchstehe.“

Bitte hilf mir … bitte hilf mir … bitte hilf mir …

Und jetzt? Darf ich beten “Hilf mir, die Trennung durchzustehen?“

Oder muss ich so beten: “Hilf mir, dass, egal wie ich mich fühle, ich die Ehe auf Gedeih und Verderb aufrechterhalten kann?“ Lohnt es sich überhaupt zu beten?

Bestimmt gibt es hier geteilte Meinungen. Ich habe natürlich auch nicht alles erzählt und es kann auch kein Außenstehender beurteilen. Wir müssen unseren Weg selber finden – egal wie der aussehen mag.  Und ja: ich habe hier nicht einen Bibeltext erwähnt! Ich wollte hier nur Gefühle zum Ausdruck bringen. Keinerlei Glaubensansichten – einfach nur Gefühle – unabhängig von jeglicher Konsequenz. Ich wollte nur meine Geschichte erzählen, weil ich glaube, dass es etlichen so geht, etlichen, die sich aber vielleicht ( noch) nicht trauen, dazu zu stehen.

Ich möchte alle umarmen, die sich in der gleichen Lage befinden: Befreit, eigentlich bereit und süchtig nach Leben und Liebe, aber gehemmt es auch nur ansatzweise zu probieren.

 

Mag ich nicht (14)

55 Kommentare zu “Dinge über die man nach dem Ausstieg kaum spricht

  1. Mario

    Hallo zusammen ! Der Kommentar von Gerd kann ich nur unterstreichen. Ein großes Problem bei den Zeugen ist die Doppelbelastung, sowohl in theokratischer als auch weltlicher Hinsicht. Oh Mann, wenn ich daran noch denke. Mittwochs nach Frankfurt in die Predigtdienstschule, das hieß wenn ich Glück hatte um 16 Uhr Dienstschluß, dann 2 Kinder zum Handballtraining fahren. Nach 2 Stunden wieder abholen und nach hause fahren. In den 2 Stunden mit der Frau einkaufen und dann anschließend auf die Autobahn. 77 Kilometer hin, 77 Kilometer wieder zurück. Ankunft abends zu hause um 23 Uhr.Stress pur !Dasselbe am Samstag früh. Um 8 Uhr auf die Autobahn, damit ich um 9 Uhr in der Versammlung war für den Treffpunkt zum Haus zu Haus Dienst. Ankunft wieder zuhause nachmittags etwa 16 Uhr. Dann das gleiche Spiel am Sonntag zur Zusammenkunft. Wehe wenn ich mal Sonntags entschloß anstatt in die Versammlung zu fahren, mit den 3 Kindern zum Tierpark ging. Wo warst du denn ? Geistig schwach ?Ich meine, ich bin meinen familiären Verpflichtungen nachgegangen. Ich muß dazu sagen, meine Frau und die Kinder sind nicht in der Wahrheit.Das muß man erst mal unter "einen Hut" bringen. Tja, Vollzeitpioniere ohne Kinder verstehen das nicht! Dann die Bemerkungen wie: "Wenn du Versammlung versäumst, verlierst du Jehovas Segen". Oder: "Für die Wahrheit darf einem kein Weg zu weit sein".Noch ein sehr großes Problem bei den Zeugen ist, dass man mit ihnen nur beschränkt Diskutieren kann. Hat man Fragen oder bohrt genauer nach, wird nach einer Weile abgeblockt. Der Zeuge denkt dann,der andere will mich aufs" Glatteis" führen, von der Wahrheit abbringen und aus seinem Munde spricht Satan der Teufel.Man braucht ja keine Streitdebatten wie im Bundestag zu führen, aber man sollte dennoch Dialogfähig sein ohne dem anderen gleich schlechte Beweggründe zu unterstellen.

  2. Lichtspender

     

    Worüber dürfen freie Christen nachdenken -- worüber dürfen sie sprechen?

    Der Apostel Paulus sagte gemäß Philipper 4:4-9, hier nach der Neue evangelistischen Übersetzung (bibel.heute) Folgendes unter Inspiration:

    "4Freut euch jeden Tag, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Ich sage es noch einmal: Freut euch!
    5 Lasst alle sehen, wie herzlich und freundlich ihr seid! Der Herr kommt bald.
    6 Macht euch keine Sorgen, sondern bringt eure Anliegen im Gebet mit Bitte und Danksagung vor Gott!
    7 Und sein Frieden, der alles menschliche Denken weit übersteigt, wird euer Innerstes und eure Gedanken beschützen, denn ihr seid ja mit Jesus Christus verbunden.
    8 Ansonsten denkt über das nach, meine Geschwister, was wahr, was anständig und gerecht ist! Richtet eure Gedanken auf das Reine, das Liebenswerte und Bewundernswürdige; auf alles, was Auszeichnung und Lob verdient!
    9 Und handelt nach dem, was ihr von mir gelernt und gehört, und was ihr auch an mir gesehen habt! Dann wird der Gott des Friedens mit euch sein"

    Über anderes lohnt es sich nicht nachzudenken oder zu sprechen. Das erhält und die Freude des Christus.

    1. Fanny

      Fanny an Lichtspender

      Lieber Lichtspender ich möchte dir mitteilen was ich gerade eben dachte.

      Nun zu meinen Gedanken: Manchmal Frage ich mich warum man sich über all diese Theologischen Dinge den Kopf zerbricht wenn man sowieso keine eindeutigen Antworten bekommt? Ich meine z.b. das Thema Auferstehung oder Sündenfall.Dazu gibt es tausend Fragen und manchmal keinen Sinn dahinter.

      Der Sinn des Lebens überhaupt!!!!!

      Was soll das eigentlich alles Frage ich mich wenn zum Schluss nur der Gehorsam gegenüber Gott steht?Diese Fragen stellt sich nur jemand dem es im Leben eh nicht gugeht.Menschen die sich um das täglich Brot keine Sorgen machen müssen und sich alles leisten können was das Leben bietet Fragen nicht nach Gott.Habe ich aber Zukunftsängste,Existensängste und Krankheit dann suche ich nach dem Sinn des Ganzen.

      Dieser Kommentar entspringt meiner Gemütsverfassung heute darum bedanke ich mich bei dir für den Text aus Philipper 4:4 Der mich wieder ein wenig besänftigt hat .😙💭

      Die Gewitterwolken in meinem Kopf haben sich ein wenig verzogen!

      Liebe Grüße Fanny

  3. Grübler

    Grübler@hei-bea

    Wünsche gute Besserung und ein schönes Wochenende !

    Liebe Grüße

  4. Sylvia Geiser

    Danke Gerd für Deinen aufschlussreichen Kommentar, der doch einiges enthält. Ich musste schmunzeln.

    Wünsche Dir ein schönes Wochenende

    Sylvia

  5. Grübler

    Grübler@hei-bea

    Wenn du die Kommentare von den "Herren der Schöpfung " vermisst,  hier kurz ein paar Worte.

    Aber vorher nur eins,  du bist aus dem Harz. Ich bin da oft beruflich unterwegs.

    Ich habe vor mehr als 40 Jahren gegen den entschiedenen Willen meiner Eltern  (Ultra - ZJ) ein liebes Mädchen aus der "Welt " geheiratet.

    Meine Schwiegermutter hat es dann (1975) geschafft,  meine Frau zum "Studium " zu überreden.  Wir beide sind dann den Leidensweg mit allem  ( Hipi, Kongresse,  ich Ältester,  Stunden, Stunden, ) fast 25 Jahre zusammen gegangen.

    Durch flehentliches Beten bin ich nach Jahren der "Untätigkeit) zu Barbara Kohout gestoßen.

    Wie auch immer,  wir haben gemeinsam den Entschluss gefasst,  die Org. zu verlassen.

    Fazit für mich : Für mich hat es nie "Weltmenschen" gegeben., trotz "schwerer" Kindheit bei Zeugens.

    Ich habe mich dem Druck nie gebeugt und bin froh, so eine liebe Frau gefunden zu haben.

    Liebe Grüße

    1. hei-bea

      Hallo Grübler,

      super Beispiel, wie das Leben verlaufen kann, wenn man sich nicht 100% der Indoktrination der

      ZJ unterworfen sondern die Verantwortung für sein Leben selbst übernommen hat. Ist aber wahr-

      scheinlich vielen nicht möglich!

      Im Moment bin ich "indisponiert", lade Dich aber später gern mal auf einen Kaffee oder Tee ein!

      Liebe Grüße auch an Deine Frau vom Nordrand des Harzes       hei-bea

      1. Gerd

        Bevor uns das Sommerloch total verschlingt, sollte uns - ob gut verheiratet oder nicht - die Frage beschäftigen: wie weit sind w i r psychisch gesund, oder als Ex-ZJ nicht auch ein bisschen "geisteskrank"? Aus meinen Überlegungen vor 20 Jahren verfasst:
        Angst vor „Liebesverlust“ führt zu Schuldgefühlen

        Die Freiheit kostet ihren Preis. Nicht mehr „dazugehören“, ist eine schmerzvolle Erfahrung. Es kommen nicht mehr Gleichgesinnte zu dir und sagen das übliche „Grüß Dich!“. Der Ausstieg ist daher mit Liebesverlust verbunden. Zur „Bruderliebe“ benötigt man natürlich den passenden Bruder. Es treten nach der Befreiung einige Probleme auf, am schlimmsten die Angstgefühle. Ein junger Aussteiger mußte psychisch therapiert werden. Er träumte des Nachts von Harmagedon und sah dabei gewaltige Felstrümmer auf sich fallen. Seine Mutter, die bei den ZJ blieb, zahlte ihm die Kosten für den Psychotherapeuten.

        Die Organisation Jehovas will keine mündigen Anhänger, sie will abhängige. Es gibt Erwachsene, die Jahrzehnte dabei sind und nie richtig „großjährig“ werden. Da besteht ein kontinuierlicher Zustand kindlicher Abhängigkeit. Bricht jemand aus, dann zerbrechen unweigerlich auch einige Freundschaften. Die darauf folgende Einsamkeit kann quälend sein. Aber das gehört zum Entwicklungsprozeß auf dem Weg zum „erwachsen werden“. Erlernbar ist die Beseitigung der Angst vor Veränderungen. Dies schaffen zwar – wie ich inzwischen aus Erfahrung weiß - nicht alle Aussteiger und bleiben dann mit ihren Ängsten allein. Das ist der Grund warum viele der Organisation „treu“ bleiben und sie bleiben gleichzeitig mit sich selbst unzufrieden. Ein guter Nährboden für psychische Probleme.
        Ich merkte erst viel später, auch ich blieb nicht ganz ungeschoren vom psychischen Druck und kleinen Ängsten. In dieser Organisation wird man nicht „auferbaut“, eher „verbaut“. Vergleichsweise denke ich dabei immer an den schiefen Turm zu Pisa. Den kann man zwar mit Betonspritzen vor dem Einsturz bewahren, aber die schiefe Lage bleibt. Auch ein „altgedienter“ Zeuge wird seine Vergangenheit nie völlig los. Die „Droge“ zeigt Langzeitwirkung. Viele Fachleute meinen, die Aussteiger sollten „deprogrammiert“ werden, da mag einiges dran sein. Viele Außenstehende fragen mich häufig, wie wird eine gottsuchende Person überhaupt derartig verbaut, um am Ende einen Psychotherapeuten zu benötigen.
        Eine „christliche“ Religion, die krank macht?

        Wer in die Versammlungen der ZJ geht und mit ihnen in den Predigtdienst zieht, kommt ja nicht aus einem ruhigen Schlaraffenland, in dem den behaglich Schnarchenden die gebratenen Tauben sozusagen in den Mund fliegen. Auch ZJ leben mitten in unserer Leistungsgesellschaft, in der nur Tüchtige und Fleißige zu etwas kommen, alle anderen dagegen bleiben auf der Strecke. Schon in der Schule fängt es an: Kannst du was, leistest du was, so wirst du was. Wer versagt, „versaut“ sich u. U. schon hier das ganze Leben. In der Zeit der Berufsausbildung setzt sich das Leistungsprinzip verstärkt fort und hält bis zur Erreichung der Altersgrenze an. Längst wurde das darwinsche biologische Prinzip der „natürlichen Auslese“ und vom „Überleben des Stärkeren“ auf das Gebiet des Soziologischen übertragen: Freie Bahn dem Tüchtigen! - Dem Versager der Untergang!

        Kommen nun Menschen aus einer so geprägten Leistungsgesellschaft in die ZJ-Bewegung, potenziert sich der Streß: Zur Werktagshektik am Arbeitsplatz oder der Schule kommt die Abend- und Wochenendhektik. Die zahlreichen wöchentlichen Zusammenkünfte müssen regelmäßig besucht werden, vor allem aber der Predigtdienst für Jehova, ohne den niemand das Ende dieses bösen Systems der Dinge überleben kann, erfordert viel Zeit und Kraft. Neben dem Dienst von Tür zu Tür ist „Straßendienst“ zu leisten, Rückbesuche und Heimbibelstudien bei interessierten Leuten stehen auf dem Wochenplan jedes einzelnen ZJ. Welcher gesunde Mensch kann solche Doppelbeanspruchung - durch die weltliche und theokratische Leistungsgesellschaft - auf die Dauer durchhalten, ohne schwere psychische Schäden davonzutragen? Wieviel mehr kommen Menschen mit labiler psychischer Konstitution durch solchen Mehrfachstreß an den Rand des Nervenzusammenbruchs! Außenstehende äußern gelegentlich den Gedanken, Jehovas Zeugen seien wohl ausschließlich auf Erfüllung ihrer religiösen Pflichten bedacht, während sie ihre irdischen Aufgaben vernachlässigen. Gerade das sollen sie nach offizieller Lehre nicht. Zwar wird die weltliche Arbeit gegenüber der theokratischen auf den zweiten Platz gerückt, doch werden sie ermahnt, auch diese so gewissenhaft wahrzunehmen, als wäre sie für Jehova getan.
        Der Neuling, der diese Organisation ja nur aus deren Selbstdarstellung und von ihrer „Schokoladenseite“ her kennt, mag es tatsächlich noch als Glück empfinden, ZJ zu sein. Je länger Menschen jedoch dabei sind, desto mehr leiden sie unter dieser Täuschung, unter der Nichtübereinstimmung mit dem, was man ihnen vor Augen gemalt hat. Auf einer Seite stehen ungezählte Vorträge, Gespräche und illustrierte paradiesische Bilder der WT-Schriften und auf der anderen Seite die rauhe Wirklichkeit. ZJ reagieren ganz unterschiedlich auf diese „Ent-Täuschung“. Genau genommen muß ein ZJ in doppelter Hinsicht mit der Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit leben: einmal in Bezug auf die Organisation, dann aber auch im Hinblick auf sich selbst als Person. In Bezug auf die Organisation: In ungezählten Vorträgen und Artikeln der Zeitschriften hat man sie zum „geistigen Paradies“ hochgejubelt - völlig im Widerspruch zum real existierenden Organisationsbetrieb mit seinen stereotypen Zusammenkünften, den routinemäßigen Schulungsvorkehrungen und dem ständigen Wiederkäuen längst bekannter WT-Auslegungen.

        Der Vergleich mit dem unseligen „Arbeiter- und Bauernparadies“, der einstigen DDR, drängt sich hier auf. Dieses System sollte allem weit überlegen sein, was je ein Land seinen Bürgern an sozialer Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit zu bieten hatte. Dem standen jedoch der graue Alltag und die grausam harte Wirklichkeit des damals „real existierenden Sozialismus“ entgegen. Das Leben und Leiden unter diesem Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit hat dort - wie uns erst nach der Wende klargeworden ist - viele Menschen physisch und psychisch ungeheuer belastet. Sollte es sich unter ZJ anders auswirken, wenn die Wirklichkeit alle Ansprüche und Beteuerungen widerlegt? Da wirkt es wie Hohn, wenn gegen diesen für jedermann erkennbaren Widerspruch das alte ideologische Geschütz aufgefahren wird: In der Ex-DDR beteuerte man mit flotten Sprüchen: Wir folgen doch der reinen Lehre von Marx und Lenin. Bei den ZJ: Wir folgen doch der reinen Lehre der Bibel. Im WT-Originalton 1990: „Wir legen... die reine, unverfälschte Wahrheit der Bibel dar und bringen so einen lieblichen Wohlgeruch hervor, der für Gott... annehmbar ist“.

        Wie der „Sozialismus“ den neuen - d.h. zugleich den besseren - Menschen zu schaffen versprach, so redet auch der „WT-ismus“ den ZJ ständig ein, sie seien im Vergleich zu den Leuten dieses alten bösen Systems die besseren Menschen, auf jeden Fall die „reinen, moralisch einwandfreien...“. Ich zitiere nochmals einen Satz aus dem WT:
        „Diejenigen, die Jehova als Glieder seiner irdischen Organisation lobpreisen, sind reine, moralisch einwandfreie, gottergebene Menschen - in der Tat sehr begehrenswert“ (WT, 15.5.1988, S. 16).
        Muß ein ZJ, der sich trotz aller WT -Indoktrination noch intellektuelle Redlichkeit und Ehrlichkeit bewahrt hat, diese Sätze nicht als geistige Hochstapelei empfinden? Wo ist auch nur ein einziger Mensch - auch unter ZJ - der rein und moralisch einwandfrei wäre? Die WTG lädt mit der Pauschalbeschreibung der ZJ als „rein“ und „moralisch einwandfrei“ diesen Menschen eine Bürde auf, die sie nie zu tragen, einen moralischen Anspruch, den sie nie erfüllen, eine Eliteillusion, der sie nie zu entsprechen vermögen. Zwischen Forderung und Realisierung klaffen Abgründe, angesichts derer die einen in die Selbstlüge oder Heuchelei flüchten, die anderen aber der Depression verfallen. Dieser Gegensatz zwischen Anspruch und Wirklichkeit und der daraus geborenen  A n g s t,  im Gottesgericht von Harmagedon vernichtet zu werden, erzeugt - über alles bisher Angeführte hinaus und zusätzlich zu allem anderen! - einen unerhörten psychischen Druck und damit einen negativen Streß, an dem sich die Seelen wund reiben. Es ist wie beim Hochsprung: Wer die Meßlatte zu hoch legt, bringt den Springer zu Fall!
         

        Somit braucht niemand erstaunt zu sein, daß im vielgepriesenen geistigen Paradies der ZJ so viele an Depressionen, Neurosen und anderen psychischen Leiden erkranken. Manche flüchten in den Alkohol. Ich wundere mich nach allem, was immer mehr ans Licht kommt, daß es überhaupt noch psychisch gesunde ZJ gibt.... - Zitatende
        Ergänzung für oben aus heutiger Sicht: "....noch funktionierende Ehen gibt, die seinerzeit oft nur wegen der Zugehörigkeit zur "Wahrheit" geschlossen wurden..."
        Daher bewahrt euch zumindest eine "Schicksalsgemeinschaft", ich weiß worüber ich schreibe, habe unserem Matthäus und seiner Frau darüber schon "aus dem Nachtkästchen" geplaudert... -
        weil ich gerade von ihm ^ schreibe: werde gesund, wir brauchen dich!
        ...und euch allen, mit oder ohne gültige Ehelizenz 😉 !
        Gerd

        1. Omma@Gerd

          Danke, lieber Gerd,

          sehr schöner Kommentar, den ich nicht mit meinem eigenen "Senf" verwässern möchte!

          GLG  Omma und Oppa

  6. neo

    "so kann es einem ergehen, wenn man jehova und seine organisation verlässt. man hat kein segen gottes mehr"- habe schon mal irgendwo gehört ......bla bla bla 🙂

     

    hallo tiffy!

    vielen dank für deinen lebensbericht. hat mir sehr gut gefallen. du hast recht man muss nicht immer alles mit der bibel erklären wollen, man darf auch die gefühle zulassen und von den empfindungen berichten.

    bei uns in der versammlung gabs mehrere paare die aus gleichen oder ähnlichen gründen geheiratet haben. du bist mit deinen gefühlen nicht alleine. habe schon mehrere solche berichte gelesen. es macht mich immer traurig zu hören dass sich jemand scheiden ließ oder die beziehung in die brüche ging, aus welchen gründen auch immer.

    ich hatte auch mal eine freundin. die beziehung scheiterte nach paar jahren, unteranderem auch deswegen weil ich sie in die organisation bringen wollte. danach war ich ca 10j alleine, kehrte in der zeit zurück in die versammlung.

    am meisten machten mich die kongresse traurig da ich viele scheinbar glückliche, vorbildliche paare händchengehen sah. ich fragte mich oft warum will mich keine haben? oder wie konnte so ein bruder so ne hübsche schwester finden? die passen doch gar net zusammen! 🙂 war oft neidisch auf die anderen.

    heute weiß ich warum ich keine schwester abbekamm! 🙂 zum einen weil ich zeit für mich brauchte und ich musste no viel dazu lernen, zum anderen ich musste warten bis meine liebe frau frei wurde. wir verstehen uns sehr gut. haben gleiche interessen, unsere gedankenähnlichkeit grenz schon an "telepathie" 🙂 wir sind zusammen seid fast 5j und die letzten 5j sind die glücklichsten jahre meines lebens.

    der 23 novermber ist mein schönster tag im jahr. nicht nur deswegen weil ich da mein geburtstag hab sondern auch weil ich da mein zweites geburtstag hab (2012 im geist und 2014 vom wasser neugeboren) und als "bonus" habe ich unerwartet an diesem tag auch mein frauchen bekommen 🙂

    ich weiß nicht wie lange wir zusammen bleiben werden. es ändert sich so viel im leben und in der welt, aber ich würde mir wünschen mit ihr im altersheim rollstuhlsrennen zu machen 🙂 bis dahin versuche ich alles nachzuholen was mir bis jetzt verboten war und geniesse das leben, die freude, die menschen um mich herum, die natur, die familie.

    ich wünsche dir tiffy und allen anderen hier carpe diem und gottessegen. viele lieben grüße aus regensburg 🙂

  7. Nucnuc an tiffy

    Wunderbarer Bericht genau so ist es

    lieben dank an dich

  8. Tiffy

    Tiffy an Alle

    Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für die Reaktionen auf meinen Bericht.

    Liebe Bella – meine Mail Adresse ist bei BI für dich hinterlegt.

    Ich wollte einen Bericht schreiben, weil  ich weiß das ich mit meiner Situation nicht alleine bin. Ich hoffte so noch einigen die sich auch in dieser Lage befinden das Gefühl zu vermitteln nicht allein zu sein. Da draußen gibt es noch andere die so fühlen wie ihr.

    Ein Kommentar (der vielleicht etwas unglücklich hart formuliert war) wurde entfernt, dieser Kommentar hat aber meine Meinung eigentlich gut wiedergegeben: ich glaube mein Bericht wurde von einigen falsch verstanden.

    Dieser Bericht ist nicht nach einer 14tägigen schlechten Ehephase entstanden. Wie erwähnt wurde viel geredet und gelesen. Es ist das Ergebnis einer längeren Phase. Wie im Bericht gesagt wurde habe ich natürlich nicht alles erwähnt – weil die persönlichen Probleme die wir miteinander haben wir lösen müssen. Daher ist es auch nicht möglich das andere unsere Situation beurteilen können. Es ist völlig klar dass es überall, in jeder Ehe Probleme gibt. Wie gesagt ich wollte Gefühle näher bringen.

    Mein Wunsch ist einfach nur das jeder den Nächsten liebt und respektiert so wie er ist. Mit seinen Gefühlen, seinen Macken, seinen Vorlieben und seinen Wünschen. Jeden so nehmen wie er ist und vielleicht durch verschiedene Lebenseinstellungen und Ansichten seinen eigenen Horizont dadurch zu erweitern.

    Mein Bericht hat einige angesprochen die nicht in dieser Situation stecken bzw. gesteckt haben.

    Die NICHT in der Org aufgewachsen sind.

    Die aus tiefster Liebe geheiratet haben.

    Die NICHT ihr Leben durch den Pionierdienst verpasst haben usw.

    Freut mich wirklich für euch, aber seid mir nicht böse ihr könnt das wirklich nicht nachvollziehen. In dieser Organisation aufzuwachsen und die sogenannte Vorzeigefamilie zu sein ist Psychoterror!

    Es wundert mich auch ein wenig das einige wirklich auf meine rhetorischen Fragen:
    - Darf ich hören was mein Bauchgefühl mir sagt? 
    - Muss ich auf Gedeih und Verderb an meiner Beziehung festhalten?

    Sich trauen ziemlich deutlich und von sich überzeugt zu antworten. Die durch die Blume mit ihren Kommentaren zu verstehen geben das das eigene Bauchgefühl nichts wert ist. Das das eigene Gefühl bezwungen werden kann bzw muss. Das wir einfach mehr an uns arbeiten müssen oder Bibel lesen, an unserer Demut arbeiten oder nur mehr Willen haben sollten. Das die Ehe wohl echt auf Gedeih und Verderb halten muss!

    Ich möchte persönlich weg von diesem verurteilen und beurteilen – diese Zeit will ich hinter mir lassen. Ich wünsche uns allen das wir das irgendwann schaffen.

    Das wir Lebensberichte lesen können egal von wem, ob von Oliver Wolschke oder von Konja Simon Rohde oder von sonst irgendwem.

    Wir den Bericht vielleicht nicht nachvollziehen können.

    Wir vielleicht nicht verstehen können.

    Wir vielleicht auch mit unseren Werten nicht vereinbaren können.

    Aber das wir es ohne verurteilen schaffen  zu sagen: Die Welt ist voll bunter Geschöpfe schau an, auch diesen Menschen liebt Gott obwohl er völlig anders ist, anders  lebt und anders denkt wie ich.

    Tiffy

    1. Informant

      http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/religion-ausgestiegen-ein-einstiger-zeuge-jehovas-berichtet/20077054.html

       

      http://www.schwaebische.de/politik/ausland_artikel,-Zeugen-Jehovas-bleiben-in-Russland-verboten-_arid,10704452.html

    2. Tirza

      Liebe Tiffy,

      wenn ich mir erlauben darf dir einen Gedanken nahe zu legen der mir sehr geholfen hat, wenn

      es vermeintlich oder tatsächlich, schwer wurde.
      Dankbarkeit (Hans Peter Royer)
      https://www.youtube.com/watch?v=auUM5oGke-s

       

      Unser Herr Jesus Christus segen dich & deine Familie!

      Liebste Grüße

      Tirza

    3. hei-bea

      Hallo Tiffy,

      ich wage zu behaupten, dass es d e n  Traumpartner nicht gibt, der Dich mit allem "Drum und "Dran"

      so nimmt, wie Du bist und selbst wenn das der Fall sein sollte, was ist es Dir wert, wenn das berühm-

      te "Kribbeln" im Bauch fehlt, die erfüllende sexuelle Komponente... Man kann das nicht auf Dauer

      "wegbeten" - meine Meinung.

      Ein Neuanfang unter diesen Umständen ( da die gemeinsame "Zeugenvergangenheit" ein immer

      wiederkehrendes Thema bei Euch bleiben wird)? J a , für beide!- Wenn nicht noch kleine oder he-

      ranwachsene Kinder involviert sind!!!- Denn Eure Verbindung wird als Freundschaft bestehen

      bleiben...

      Aber kalkulier auch das Risiko ein, dass Du eventuell n i e m a n d e n kennenlernen wirst, der

      Dich mit dem Wow"-Gefühl im "Sturm" erobert (es sei denn, dass hast Du schon und fühlst

      Dich jetzt gefangen...) Dann ist man frei und allein- kann schön sein, aber auch bedrückend.

      Und vielleicht verliebst Du Dich dann r i c h t i g in Deinen jetzigen Mann und hast n i c h t

      mehr das Gefühl, etwas verpaßt zu haben...Kleines Gedankenspiel von mir!

      Übrigens finde ich es traurig, dass sich die Herren der Schöpfung ihrer "hochgeschätzten"

      Kommentare enthalten...

      Liebe Grüße an alle aus dem sonnigen Harz      hei-bea

      1. Peter

        Ich bin voll bei Tiffy. Habe mit meiner Scheidung nur die beste Erfahrung gemacht, sonst hätte ich nie meine absolute Traumfrau kennengelernt, mit der ich jetzt verheiratet bin. Tiffy, Du hast alles richtig gemacht. Wünsche Dir, dass Dir der liebe Gott genauso hilft, wie mir. Muss aber dazu sagen, es gab eine Zeit, da war ich extrem am Boden, aber 10 Tage, nachdem ich zu Gott gebetet habe, dass ich so nicht mehr leben kann, hab ich sie in einem Online Portal kennengelernt und bin jetzt der glücklichste Mensch der Welt.

        1. Tirza

          Lieber Peter,

          würde gern ergänzen:
          Was sagt die Bibel über Scheidung?
           

          Eine Auswahl an Auslegungen, die zu überprüfen Wert sind!

          https://www.bibelkommentare.de/?page=qa&answer_id=337

           

          https://www.schaermin.org/index.php?option=com_content&view=article&id=766:es-ist-aber-leichter-dass-himmel-und-erde-vergehen-als-dass-ein-strichlein-des-gesetzes-wegfalle-lk-16-17-mp3-audio&catid=39&Itemid=100001

          u.v.a., wenn man über Ehescheidung und Wiederverheiratung recherchiert und diese mit der Bibel vergleicht und sie als höchste Autorität anerkennt.

          Unser Herr Jesus  Christus segne dich & liebe Grüße

          Tirza

           

           

           

          1. Janus@Tirza

            Liebe Tirza,

            dies kann man so sehen. Muss man aber nicht.

            Sicher - und da sind deine verlinkten Artikel sehr interessant - ist die leichtfertige Scheidung das gewesen, was Jesus ablehnte. Hieraus etwas Absolutes zu konstruieren ist bedenklich.

            Schaut man den 1. Korintherbrief, das Kapitel 7 an, so ist der Kontext interessant:

            Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt, so ist es gut für einen Menschen, keine Frau zu berühren.

            Der Brief an die Versammlung behandelt also ein Problem der Versammlung und Paulus gibt einen persönlichen Rat.

            Ich sage aber den Unverheirateten und den Witwen:

            Wieder beginnt Paulus mit einem persönlichen Rat. Und auch der nächste Absatz beginnt mit:

            Den übrigen aber sage ich, nicht der Herr:

            Persönlich betrachte ich den Rat als eine persönliche Meinung von Paulus, wie er es auch selbst darlegte und welche auf eine direkte Frage eingeht, welche uns nicht vorliegt.

            Sicher sollte man eine Ehe nicht aus einer Laune heraus aufgeben, ohne Frage. Jedoch abseits der leichtfertigen Aufgabe einer Ehe, gibt es Gründe sich zu trennen und auch eine neue Liebe zu finden. So lange beide in Würde auseinander gehen, sollte man alle weiteren Urteile lieber Gott überlassen.

            Es grüßt

            Janus
            👍👍

            1. Tirza

              Lieber Janus,

              Es kommt die Zeit, wenn die Menschen die gesunde Lehre nicht ertragen werden - 2.Tim.4,3-4

               
              In seinem letzten Brief warnt der Apostel Paulus sein geistliches Kind Timotheus, dass am Schluss dieses Zeitalters rund um die „richtige“ Lehre chaotische Verhältnisse eintreten werden. Offensichtlich verlieren die meisten Verkündiger des Wortes Gottes völlig die Orientierung mit allen tragischen Konsequenzen für die Hörer und Leser. Paulus schrieb diesen Brief ca. im Jahr 60 n.Chr. kurz vor seinem Ableben.
              Wenn er unter der Einwirkung des Heiligen Geistes bereits damals prophetisch die Abgründe rund um falsche Lehrer und Lehren erkannte, wo stehen wir dann in unseren Tagen bald 2'000 Jahre später!?
              Paulus definiert den Begriff „gesunde“ Lehre (2.Tim.4, 3). Demzufolge wird immer mehr „ungesunde“ Lehre verbreitet. Nun liegt es in der Natur der Sache, dass noch jeder „christliche“ Lehrer überzeugt war und ist, dass er die „richtige“ Lehre, also die „gesunde“, vermittelt. Denn welcher (seriöse) Verkäufer vertreibt schon Produkte, die niemand will oder die krankmachen? Weil sich aber die wohl abertausenden
              „christlichen“ Lehren der letzten bald 2‘000 Jahre Gemeindezeitalter z.T. frontal widersprechen, stellen sie damit einen riesigen Wirrwarr von „ungesunden“ Lehren dar. Folglich sollten wir den Mut und auch jede Motivation aufbringen, „gesunde“ Lehre nach den ewigen, göttlichen Kriterien zu definieren.
              Die vergangenen bald 2‘000 Jahre „Kirchengeschichte“ lehren uns, dass jeder anscheinend noch so nebensächliche Aspekt des Wortes Gottes jederzeit zu einem angeblich zentralen Lehrinhalt umfunktioniert werden kann. Und als wäre dies nicht schon genug, haben fündige Menschen noch unzählige weitere „theologische“ Inhalte kreiert, z.B. die sog. „Menschengebote“ (Mt.15, 9), die „christlichen“ Traditionen – oder wie Paulus es ankündigt: „Sagen“ oder „Fabeln“ (2.Tim.4, 4). So haben zur Illustration die jüdischen Gesetzeslehrer im Altertum neben dem „Gesetz Mose“ (der Thora) noch weitere 613 Gesetze entwickelt, die ebenfalls zum Inhalt des Judentums erkoren und gelehrt wurden. Das „Christentum“ steht
              dem „Judentum“ in dieser Hinsicht in nichts nach!

               

              Was also meint Paulus mit „gesunder“ Lehre? Um dies zu erfassen, müssen wir klären, welcher Inhalt eigentlich das Zentrum des Alten und Neuen Testamentes darstellt. Komprimiert man unter der Einwirkung des Heiligen Geistes alle zentralen Aussagen des Wortes Gottes, geht es letztlich nur um einen einzigen, zentralen Schwerpunkt: Die Offenbarung und das Werk des Herrn Jesus Christus. Letztlich geht es von 1.Mo.1 bis Offb.22 verdeckt oder effektiv nur um dieses Thema. Folglich müsste sich jede „gesunde“
              Lehre immer nur um den Herrn Jesus Christus bewegen – also die ewigen göttlichen Ratschlüsse mit den Menschen in Verbindung zur Person und zum gesamten Erlösungs- und Wiederherstellungswerk des Herrn Jesus Christus. Christus ist alles und in allen (Kol.3, 11); in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Kol.2, 9); denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge, ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit (Röm.11, 36; 1.Kor.8, 6; Kol.1, 16). Bezeichnenderweise finden wir in 2.Joh. 9 den entscheidenden Hinweis, welche Lehre die wichtigste überhaupt ist: die Lehre des Christus! Jeder, der weitergeht und nicht bleibt in der Lehre des Christus, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, dieser hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Alle anderen (vermeintlichen) Lehren scheinen dieser einen, zentralen Lehre untergeordnet zu sein. Und sie ist offensichtlich dermaßen wichtig und entscheidend, dass jede Missachtung massive Konsequenzen hat (oder hatte)
              (Gal.1, 6-9; 2.Joh. 10-11).
              Das würde folgende Gleichung ergeben: Die wahre, „gesunde“ Lehre ist die Lehre des Christus!
              Doch damit beginnt das Problem echter, „gesunder“ Lehre erst. Denn im Normalfall haben die „Christen“ und ihre Lehrer keine Ahnung, was in diesen Begriff eingebaut ist. Sie meinen, dass damit die abertausenden Lehren über Jesus Christus und irgendwelche biblischen Aussagen gemeint seien. Doch dem ist leider überhaupt nicht so. Um dies zu klären, müssen wir die „Lehre des Christus“ (gemäß dem Apostel Johannes)
              mit dem sog. „Evangelium“ oder „Geheimnis des Christus“ (gemäß dem Apostel Paulus) verknüpfen. Paulus hat durch direkte göttliche Offenbarung (Gal.1, 11-12) ganz offensichtlich ein weiteres Evangelium erhalten – er nennt es sogar „mein Evangelium“ (Röm.2, 16; 16, 25; 2.Tim.2, 8). Dieses Evangelium entwertet die vier Standardevangelien (Matthäus, Markus, Lukas und Johannes) in keiner Weise, sondern führt diese
              nur logisch weiter und vermittelt uns absolut wichtige Inhalte, wie z.B. ein Mensch ganz in Christus hinein kommt und das ewige, göttliche Ziel der Vollendung in Christus erreicht.

              In Eph.4, 11-16 legt Paulus fest, was u.a. wahre Lehrer (Verkündiger des Evangeliums des Christus) des Wortes Gottes tun: Sie führen die wahren Glieder Christi mit allen Mitteln ganz in Christus (ins Haupt) hinein (V. 15). Folglich verfolgt die „gesunde“ Lehre letztlich immer nur ein Ziel: Die innige Vereinigung eines Menschen mit dem Herrn Jesus Christus, so dass der Mensch zur Vollendung in Christus kommt und damit die ewigen göttlichen Ziele erreicht. Dazu werden alle Inhalte des gesamten Wortes Gottes – also sowohl das Alte Testament wie das Neue Testament (1.Pt.1, 10-12; Lk.24, 25-27; 44) – geistgeleitet aus-
              gelegt und in die „gesunde“ Lehre eingebaut. Und das zusammen ergibt die „gesunde“ Lehre – oder die „Lehre des Christus“. Dies wiederum ist Inhalt des wahren „Evangeliums des Christus“. Soweit einige Gedanken, was nach den ewigen Ratschlüssen Gottes „gesunde“ Lehre wirklich ist.
              Doch nun öffnen sich die Abgründe nahezu aller typisch „christlichen“ Lehren, Lehrgebäude und Denominationen, nämlich der Ersatz für die „gesunde“ Lehre. Paulus definiert es präzis: … sondern nach ihren eigenen Lüsten sich selbst Lehrer aufhäufen werden, indem es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und zu den Fabeln sich hinwenden (2.Tim.4, 3-4). Adressat all dieser Lehren ist letztlich die Seele des Menschen. Während die (gesunde) Lehre des Christus nur durch den Geist Gottes verstanden wird und weitergegeben werden kann (1.Kor.2, 10-16) und letztlich aus-
              schließlich auf den Geist des Menschen zielt, gehen alle restlichen Lehren im Kern einen völlig anderen Weg. Gemäß Paulus häufen sich die (endzeitlichen) „Christen“ Lehrer mit Lehren an, bei denen die Ohren gekitzelt werden. Das Ohr ist ein Sinnesorgan, also gekoppelt mit der Seele des Menschen. Die Seele des Menschen (das „Herz“) ist von ihrer Grundstruktur als Persönlichkeit des Menschen verdorben und gefallen (Mk.7, 21-23; Röm.3, 10-18; Röm.7). Sie könnte auch mit dem „Fleisch“ gleichgesetzt werden, das
              Paulus an diversen Stellen erwähnt (Röm.7-8; Gal.5). Demzufolge hat die Seele immer mehr oder weniger destruktive und egozentrische Ambitionen. Sie sucht immer Vorteile, Erfolg, Gewinn, Lustbefriedigung etc.
              Folglich zielen alle Lehren – außer der „gesunden“ Lehre des Christus – auf die Befriedigung der meist fleischlich und weltlich geprägten Bedürfnisse der Seele.
              Es wird also letztlich nicht „das Ohr gekitzelt“, sondern die gefallene und verdorbene Seele des Menschen. Von diesen Lehrern und Lehren wimmelt es zu abertausenden in Gemeinden, Buchveröffentlichungen, Vorträgen, im Internet usw. Studiert man diese Lehren, gehen sie meist nur auf Vorteile, Erfolg, „himmlischer Glückseligkeit“ auf dieser Erde aus. Doch diverse elementare Bestandteile der (gesunden)
              Lehre des Christus fehlen vollständig: Die Erfahrung der Mitkreuzigung des alten Menschen (der gefallenen Seele oder des menschlichen Fleisches), die tiefe Bedeutung und Erfahrung des Kreuzes, die Notwendigkeit der völligen Neuwerdung des Charakters (des menschlichen Wesens), die lebenslange Heiligung bis zur Vollkommenheit in Christus, die Umgestaltung in das Bild Christi – bereits in diesem Leben! – usw.
              Ziel allen göttlichen Wirkens mit dem Menschen und letztlich mit der gesamten Schöpfung (dem All) ist, dass der Mensch ganz in Christus hineinfindet. Denn nur in Christus erreicht der Mensch heilig, rein, makellos, vollkommen und vollendet die himmlische Berufung für Zeit und Ewigkeit. Jede Lehre, die diese Ziele darstellt, ist „gesund“, denn sie zielt immer auf den Geist (die Beziehung des Menschen zum HERRN, also zum Geist). Der Rest ist folgerichtig „ungesund“, denn er richtet sich auf die Seele, das Fleisch, die Welt etc.

              „Geist“ bedeutet, durch die Mitkreuzigung und den Tod des alten Menschen ganz in Christus
              hinzukommen und dann tatsächlich zu leben. Denn nur, wer Christi Geist hat, ist sein (Röm.8, 9). Jede andere Lehre kitzelt nur die Ohren, also das gesamte gefallene und verdorbene Wesen der menschlichen Seele. Natürlich sind diese Lehren viel attraktiver, erfolgsversprechend, positiv, weltgewandt und gesell-schaftsfähig – aber sie enden im Tod (Röm.8, 6)!
              Gegen das Ende des Gemeindezeitalters ertragen die „Christen“ die (gesunde) Lehre des Christus nicht mehr. Noch schlimmer: Sie wird aus nahezu allen „christlichen“ Kreisen bekämpft. Die Gründe sind naheliegend: Der Fürst dieser Welt hasst nichts so sehr, wie die (gesunde) Lehre des Christus und Menschen, die ganz in Christus sind. Denn nur durch diese Lehre werden Menschen völliges Eigentum des HERRN und kommen sie in die Lage, sämtliche Werke der Finsternis (und des Fleisches) zu entlarven und zu überwinden. Triumphierendes Leben gibt es nur in Christus. Ebenso werden die ewigen göttlichen Ziele
              (z.B. als Söhne Gottes) nur in Christus erreicht. Doch der Weg dorthin führt ausschließlich über die (gesunde) Lehre des Christus!
              Hören wir doch auf die Lehre des Christus  – denn alles andere ist letztlich die Lehre des „Antichristus“
              (1.Joh.4, 1-6; 2.Joh. 7-11)!

               
              liebe Grüße

              Tirza

               

               

               

              1. Janus@Tirza

                Liebe Tirza,

                ich verstehe nicht wirklich was du mir sagen willst.

                Geistiger Diebstahl ist jedoch ein Ding, was auf jeden Fall gegen christliche Gebote geht. Deinen Text findet man auf der Site Schaermin.org .

                Es grüßt

                Janus

                1. Tirza an Janus

                  Guten Morgen lieber Janus,

                  sicher, da hast du völlig recht - ich hatte nicht daran gedacht, als ich die PDF kopierte und als ich dann daran dachte, dachte ich, was soll´s auf das Wort Gottes hat niemand ein Copyright. Ich hätte es genauso geschrieben; hatte es mir mehrfach durchgelesen und sehe das genauso. Dem ist nichts weiter hinzuzufügen.

                   

                  Beste Grüße & Unserem Herrn Jesus Chrstus anbefohlen!

                  Tirza

                2. Tirza

                  Lieber Janus,

                   

                  "Der Mensch denkt und Gott lenkt",  - musste gerade an dieses Sprichwort denken, als ich mir die 3-Minuten Predigt des Tages auf DWG anhörte, weil dort der Sprecher nicht mit Namen vorgestellt wird und er auch nicht leicht zu recherchieren ist.

                  Würde man nun denken, er habe seine "Weisheiten" geklaut, die er von sich gibt?

                  http://de.dwg-radio.net/

                  Werde dennoch zukünftig streng darauf achten die Quelle anzugeben.

                  Das Problem grundsätzlich scheint mir, gibt man eine Quelle an, wird sie als unseriös, sektiererisch etc. angesehen. Gibt man  keine an und der Leser hat die Chance unvoreingenommen zu prüfen, wird statt dessen  nur die Quelle recherchiert?

                  Einen schönen Tag & liebe Grüße

                  Tirza8

                3. Janus@Tirza

                  Hallo Tirza,

                  dies ist einfach ein Thema bei dem ich etwas sensibel bin. Besonders in deutschen Netzwerken sehe ich diese Sorglosigkeit und finde es ärgerlich. Warum sollte man denn nicht auf Netzwerke verweisen, in denen man Informationen findet?

                  Ich denke wir sind und sollten alle erwachsen genug sein, die Quelle von dem Gedanken zu trennen.

                  Einen schönen Sonntag

                  Janus

              2. hei-bea

                Liebe Tirza,

                Du schreibst: gesunde Lehre=Findung in und bei Christus als "geistige" Existenz,

                da ungesunde Lehre sich auf alles Fleisch richtet...Warum ist der Mensch dann

                durch "göttliche" Schöpfung zu "Fleisch" geworden und damit automatisch zur

                "ungesunden" Lehre verdammt worden?! Damit er - Deiner Ansicht nach- dann

                irgendwann eine "Metamorphose "durchmachen m u s s ?! Erscheint mir äußerst

                unlogisch...

                Ich behaupte mal, es gab immer und zu jeder Zeit "wahre" Christen, die als Men-

                schen auch hier auf der Erde die "ungesunde"Lehre überstehen, mit Gottes Hilfe,

                weil sie seinen "Geist"haben!

                Und da wir a l l e unvollkommene Menschlein sind, müssen wir auch nicht ganz

                in Christus hineinfinden. Und das Du den buchstäblichen Tod des "alten" Men-

                schen dafür als Vorraussetzung nennst, halte ich für völlig daneben! Kurzum,

                Deine sicherlich interessanten Gedanken kann ich in keinster Weise teilen, hal-

                te sie für "sektiererisch, gefährlich und völlig abgehoben, von der einfachen Lehre

                der Bibel und der Realität meilenweit entfernt!

                Liebe Tirza, ich schätze Dich sehr als Schwester und möchte Dich mit meinem

                Kommentar keinesfalls verletzen; er spiegelt nur meine Meinung wieder...

                Sei mir gegrüßt aus der untergehenden Sonne des Harzes       hei-bea

                1. Tirza

                   

                  Guten Morgen liebe hei-bea,

                   

                  deine Meinung sei dir zugestanden - mehr kann ich dazu nicht sagen, außer, vielleicht? siehst du es irgendwann einmal anders.

                   

                   

                   

                  Sei lieb gegrüßt & Unserem Herrn Jesus Christus anbefohlen.

                   

                   

                   

                  Tirza

                   

              3. Argentum@Tirza

                Liebe Tirza,

                wie soll das praktisch aussehen?

                Dazu werden alle Inhalte des gesamten Wortes Gottes – also sowohl das Alte Testament wie das Neue Testament (1.Pt.1, 10-12; Lk.24, 25-27; 44) – geistgeleitet aus-

                gelegt und in die „gesunde“ Lehre eingebaut. 

                Liebe Grüß

                Argentum

                1. Tirza an Argentum

                  Guten Morgen lieber Argentum,

                  meine persönliche Erfahrung bestätigt das Geschriebene, d.h. wenn du immer mehr in die Lehre des Christus "hineinwächst" und deine alte Persönlichkeit abgelegt hast (Stichworte Mitkreuzigung, mitgestorben , auferweckt, Geistzeugung, nicht mehr Lebe ich, sondern Christus lebt in mir - (sind nur Stichworte, die bekannt sein dürften und biblisch völlig korrekt sind und für alle als Bibelstellen auffindbar sind)

                  Welchen Willen führst du dann aus?

                  Epheser 2, Vers 10

                  10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, auf daß wir in ihnen wandeln sollen.

                   

                  Unser Herr Jesus Christus segne dich & liebe Grüße

                  Tirza

                2. Schneeflocke@Tirza

                  Liebe Tirza,

                  da Du Epheser 2 anführst, möchte ich gerne die zwei vorherigen Verse ergänzen:

                   

                  “8 Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es;

                  9 nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“

                   

                  Ich weiß jetzt nicht wie genau Du z.B. “Mitkreuzigung“ und “mitsterben“ definierst. Vielleicht meinst Du damit die Aufgabe der eigenen Persönlichkeit oder sich selbst “zu opfern“.

                  Dazu möchte ich erleichtert und absolut dankbar & freudig in die Welt hinausrufen, dass genau DAS der Christus, der Geliebte unseres Vaters und auch unser Geliebter und Erlöser für uns getan hat!!!

                  DAS ist Gnade, Güte und Erbarmen mit uns (allen) Sündern.

                  Wenn ich das Hohelied lese (genieße wollte ich erst schreiben...), dann erlebe ich, wie Gott sich Liebe zwischen Ehepaaren vorstellen könnte. Vielleicht wird dort auch die Liebe Gottes zu uns beschrieben?!

                  Aber wahrscheinlich ist Gottes Liebe noch wesentlich intensiver und geht in Bereiche, die das derzeitige menschlich sowie fleischliche Fassungsvermögen Liebender völlig übersteigt!

                  Wenn eine Religion zwei Menschen dazu bringt eine Ehe einzugehen ohne sich auch nur von Anfang an annähernd gegenseitig so zu lieben wie unser Schöpfer es sich für Eheleute wünscht (!!), dann könnte es einem die Tränen in die Augen treiben, wenn man an die in dem Artikel beschriebenen seelischen Folgen denkt....

                   

                  Liebe Tirza, ich weiß nicht, ob Du eine Zeugin Jehovas bist oder warst und wie Deine eigenen Lebenserfahrungen und Erlebnisse sind. Aber ich kann Dir versichern, dass viele, gerade jahre- und jahrzehntelange aufrichtig bemühte Zeugen, und auch diese, die dort (zwangs-) hineingeboren wurden, durch diese antichristliche Religion und ihre Auswirkungen (seelisch, psychisch, geistig und körperlich!) schon mehrfach gekreuzigt wurden!!

                   

                  Was Zeugen und Zeuginnen vor allem benötigen ist, dass sie endlich die wahre Gnadenbotschaft, das wahre Evangelium Jesu und unseres Vaters hören und annehmen und glauben dürfen. Siehe die Texte oben. Aus diesem Verständnis heraus entwickelt sich alles weitere, denn wir dürsten sehr danach!

                   

                  1.Joh. 3:19 Und daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und damit werden wir unsere Herzen vor Ihm stillen, 20 dass, wenn unser Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß. 21 Geliebte, wenn unser Herz uns nicht verurteilt, dann haben wir Freimütigkeit zu Gott; 22 und was immer wir bitten, das empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun, was vor ihm wohlgefällig ist. 23 Und das ist sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und einander lieben, nach dem Gebot, das er uns gegeben hat.

                   

                  Wenn Gott größer ist als unser eigenes Herz, selbst wenn wir dazu neigen uns zu verurteilen, so ist Er es auch bei jedem einzelnen unseren lieben Brüdern und Schwestern.

                  Jw.org ist eine durch und durch zerstörerische menschliche Organisation, die Menschen in eine angeblich selbst abzuarbeitende  Schuld treibt, anstatt in die Gnade des Herrn Jesu.

                  Ganz herzliche Grüße

                  Deine Schneeflocke

                   

                3. Argentum@Tirza

                  Liebe Tirza,

                  danke für Deine Erklärung. Jetzt habe ich es besser verstanden. 😉

                   

                  Liebe Grüße

                  Argentum

                4. Tirza an Schneeflocke

                  Liebe Schneeflocke,

                  vielen Dank für deine mitfühlenden Zeilen unseren ZJ Schwestern und Brüdern gegenüber, aber auch den Ehemaligen gegenüber. Zumindest habe ich dein Posting so verstanden und ja du hast recht, im nachhinein dürfte es für uns alle ein ziemlich schlimmes Erwachen gewesen sein, als wir erkannten, dass ZJ nicht die von gottgeleitete Org. ist, als die sie sich ausgibt. Ich selber war von 1986 - 1994 aktive, getaufte ZJ.

                  Erst 2013 hatte ich den Mut gefunden im Netz wegen 1914 zu recherchieren.

                  1994 sind wir, mein Ehemann und ich gegangen, weil die "Zustände" schon damals unerträglich waren. (Vetternwirtschaft und auch Stasiaktivitäten, die ich nachweislich in meiner Akte mit Klarnamen erfahren habe. (aus der Versammlung, die Betreffenden sind heute noch dort.)

                  Trotzdem, bis 2013 hatten wir noch regelmäßig den WT zu Hause studiert.

                  Also 19 Jahre! hat die Gehirnwäsche noch funktioniert, obwohl wir schon als bezeichnet galten und defacto wie Ausgeschlossene behandelt wurden!

                  Soweit zu meinen Erfahrungen.

                  Wahrscheinlich dauert der Prozeß der "Trauerarbeit" über die verlorenen Jahre seine Zeit und hier schreiben ja zum Teil einige über ganz frische "Ausstiege".

                  Mein Mitgefühl gilt allen - dennoch möchte ich gern, dass   w i r   aus der Opferrolle herauskommen.  D e n n:  Röm. Kap. 8  28 Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind.

                  Joh. Kap. 6

                  44 Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß der Vater, der mich gesandt hat, ihn ziehe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage.

                  Off. Kap. 5

                  10 und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden über die Erde herrschen!

                  Röm.6, 6

                  6 indem wir dieses wissen, daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, auf daß der Leib der Sünde abgetan sei, daß wir der Sünde nicht mehr dienen.

                   

                  Gal.5, 24

                  24 Die aber des Christus sind, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten.

                  Wird die Sache nun verständlicher, wenn ich auf das Ausgangsthema sozusagen Bezug nehme.

                  Ein Versprechen bleibt ein Versprechen und ja man könnte einwenden, und den Einwand habe ich auch schon gehört, da wollte jemand unbedingt bei ZJ bleiben, weil er sein Taufgelübde dort abeglegt hat.

                  Nun wie verhält sich bei Verträgen die unter arglistiger Täuschung geschlossen wurden?

                  Meinst du ein Eheversprechen ist genauso zu betrachten? Ich meine nach meinem derzeitgen Erkenntnisstand nein!

                  Ich wünsche dir alles Liebe & Unser Herr Jesus Christus segne dich!

                  Liebe Grüße

                  Tirza

                   

                   

                   

                   

                   

                   

    4. Zartbesaitet

      Liebe Tiffy,

      Wir haben beide lange darüber nachgedacht, was wir dir dazu schreiben könnten.

      Wir sind ganz bei dir was deinen letzten Kommentar hier betrifft. Deinen Artikel können wir nicht beurteilen, weil unsere Situation ganz eine andere ist. Wir haben uns in der Pionierdienstschule vor fast 35 Jahren kennen gelernt - und es war seit damals eine Verbindung tiefer Liebe - trotz einem Leben erfüllt mit der sogenannten "Theokratie". Wir dienten in Versammlungen wo Hilfe not tat. Wir zogen unsere drei Kinder "vorbildlich" aber auch so wie ihr teilweise frei auf.

      Wir sind dann vor einiger Zeit miteinander aufgewacht und haben seit diesem Jahr, wo wir keine Versammlung besuchen viel Verfolgung seitens der so liebevollen "Brüder" erlebt. Wir haben unsere drei Kinder in der Org, zwei davon Älteste, die im großen und ganzen liebevoll mit uns umgehen. Wir finden es auch nicht angebracht einen speziellen Rat für eure Zukunft zu geben.

      Doch einen Tipp, der uns sehr geholfen hat, mit unseren intensiven Gefühle, Zweifeln, Trauer und auch Zorn besser umzugehen:

      Allen, die heute wissen wollen, wie es jetzt mit unserem Glauben aussieht sagen wir nur: Wir waren - was unseren Glauben betrifft - noch nie so stark wie heute. Eine persönliche Beziehung zu unseren beiden Höchsten ist das Wertvollste was wir jetzt besitzen. Im Vergleich zu unserem heutigen Glauben waren wir die letzten 40 Jahre geradezu Atheisten!!

      Und - wir mussten so nach und nach lernen, viele Situationen in die Hände unseres Königs Jesus und seines Vaters zu legen. Wir baten z.B. um das richtige Verhalten unseren Kindern gegenüber, denen wir zu Beginn ja alles sozusagen hinwarfen, was alles nicht stimmt bei JZ.

      Heute schweigen wir zumeist und nur ganz kleine Samenkörner streuen wir aus, die sogar größtenteils sichtbar auf guten Boden fallen. Dieses "sich verlassen" auf Jesus und unseren Vater lernten wir nicht als ZJ. Dort lernten wir nur Menschen zu gehorchen und es hat sich bei ihnen nichts geändert - siehe das Verhalten in der Russland-Geschichte. Hier sagte man nicht "Jehova wird das in Ordnung bringen" - nein man ließ Massen von Briefen schreiben.

      Und in eurer Situation würden wir die ganze Sache unserem Vater im Gebet darbringen. Und zwar nicht: "Rette unsere Ehe" oder "laß unsere Liebe wieder wachsen". Das wäre zwar vielleicht der Wunsch, aber Jesus und sein Vater haben mit euch als Einzelne vielleicht noch was vor und das mag anders sein als eure Wünsche und Vorstellungen. Und das bedingt nicht unbedingt ein Zusammenbleiben oder vielleicht doch - kurz gesagt: er weiß es - ihr aber nicht!

      Euer "Bauchgefühl" wird euch dabei hilfreich sein, dorthin lenken, wo es für jeden von euch gut ist - vielleicht einzeln oder zusammen! Lasst euch diesbezüglich frei - und lasst euch von ihm führen.

       denn euer Vater weiß genau, was ihr braucht, schon bevor ihr ihn um etwas bittet (Matth. 6:8 HFA)

      Wenn wir ihm vertrauen (was absolut durch die Umstände aus denen wir kommen nicht einfach ist), dann wird das geschehen, was er für uns für gut erachtet. Und wenn ihr eure Sorgen und ängstlichen Gefühle "fliegen" lässt (sie aber ihm gegenüber aussprecht), dann macht ihr den Weg frei an euch selbst seinen Willen zu vollziehen. Und dies wird im Rahmen der Liebe sein, die seine ganze Persönlichkeit ausmacht, und vor der ihr einen reichen Anteil abbekommen werdet!!

      Sein Segen möge euch begleiten!

      eure Zartbesaiteten

  9. Birgit

    Hallo liebe Tiffy,

    dein Artikel paßt vollkommen in das Bild das ich seid 30 Jahren beobachte,verfolge und selbst erlebt habe.Ich war Jesus sei Dank nie getauft,war aber seid meinem 13 Lebensjahr immer durch meinen Vater(Ältester seid 30 J.)beeinflußt,getrieben in die Versammlungen und geprügelt wenn ich nicht mitging.Das liegt hinter mir seid ca.3 Monaten.Oft fragte ich mich;warum kommen diese armen Seelen zu Mir (ungetauft) und schütten ihr Herz aus? Wie...ich weiss warum Er mich geheiratet hat...er will auf Sex nicht verzichten!!!Bitte?Wo ist die Liebe,Geborgenheit,auf einander verlassen können?Unser Schöpfer möchte doch das wir glücklich sind oder?Niemals könnte ich mir vorstellen,jemanden zu heiraten,den ich nicht liebe.Niemals.Der Beweggrund dieser armen Menschen ist der völlig falsche.Deshalb wird viel zu früh geheiratet,weil sie kein Menschengebot übertreten wollen.Armselig.

    Auch mein jüngster Bruder (getauft u.mit Amt) sagte unzählige male zu mir;ich kenne mindestens 20 Paare die unglücklich mit ihrem Partner sind und deshalb ein Doppelleben führen(er eingeschlossen).Durch die 2 Zeugen Regel sprach er natürlich immer allein mit mir.Heute weiß ich warum.Nur um des guten scheines Willen geht er mit ihr in die Versammlungen und macht auf Liebe.An Wiederwärtigkeit,meines erachtens,nicht zu überbieten.Jetzt kommt der Klopper....

    Er sagt ihr mitten ins Gesicht(ich war dabei) wenn er wieder mal "Überstunden"gemacht hat....Du weisst doch wo ich war,Du bringst es ja nicht!!   Mir liefen die Tränen.

    Ich wusste das mir niemand glaubt.Nicht getauft und kein Zeuge.Ich hoffe,das diese liebevolle Frau an seiner Seite wach wird,denn ihr Gesicht sprach Bände.

    Eine Begebenheit in diesem Satanistenhaus möchte ich erzählen und hoffe,hier Antworten zu finden.Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Vor ca.3 Jahren besuchte ich im Spätherbst meinen Vater.Gegen Abend ging ich vor die Tür um eine zu rauchen.Das Haus gehört meinem jüngsten Bruder.Ich lehnte an der Hauswand und beobachtete die Sterne.Für Astronomie interessiere ich mich seid dem 13 Lebensjahr.Ich wollte einen Schritt nach vorne gehen,da schupste mich was von hinten in eine Pfütze.Ich wußte nicht was mir passierte,denn es war niemand da.Als ich aufstehen wollte,stieß mich wieder etwas runter.Ich kam nicht hoch.Mein dicker Wollpulli sog sich voll mit Wasser und irgendwas lachte hinter mir.Nicht laut aber deutlich....sagte jemand....dich mach ich fertig.Niemand war da,mein Vater war im Wohnzimmer im Ersten Stock.Erst als ich laut sagte...Jesus,Bitte hilf mir....kam ich hoch.Was ist da passiert?Wer war das?Warum Ich?Als ich meinem Vater (Ältester)nach Monaten davon erzählte,sagte er nur;Das ist hier normal!!Was?Diese Geschichte ist nicht ausgedacht,habe in verschiedensten Bibeln nach Antworten gesucht,doch nichts gefunden.Vielleicht bekomme ich hier Hilfestellung,ich wäre Euch sehr Dankbar.

    LG

    Birgit

     

    1. Peter

      Hallo Birgit, wenn eine Frau sicher weiß, dass der Mann fremdgegangen ist, geht sie normalerweise sofort am nächsten Tag um 8:00 zum Rechtsanwalt und lässt die Scheidung einreichen. Jede andere Reaktion ist für mich unvorstellbar und absurd.

      1. neo

        hallo peter!

        nicht unbedingt absurd und nicht unbedingt gleich am nächsten morgen!

        die umstände sind wichtig! z.b. ob einer bereut? war das spontane reaktion? war alkohol im spiel? längere zeit auseinander? alte liebe? wie sehr liebe ich den partner? will ich oder kann ich ihm verzeichen? wie war er bis jetzt zu mir? haben wir gemeinsame kinder? wenn ich mich scheiden lasse kann ich dann alleine sich um die kinder kümmern? uvm.

        möchte den fremdgeher nicht rechtfertigen oder gründe liefern zum fremdgehen aber des sind wichtige fragen die jeder selber sich stellen muss. ich habe dann immer den einen propheten im sinn der ein leichtes mädchen geheiratet hat und die ihm 2 fremde kinder bescherte. hab den namen von ihm vergessen.

        aufm sex alleine kann man keine beziehung aufbauen. die gefühle sind viel wichtiger. lg 🙂

        1. Omma@neo

          Lieber neo,

          meinst du diesen Propheten?

          Hosea 1:2+3   (Hoffnung für alle)
          2 Als der HERR zum ersten Mal zu Hosea sprach, befahl er ihm: »Such dir eine Hure und nimm sie zur Frau! Du sollst Kinder haben, die von einer Hure geboren wurden. Denn auch mein Volk ist wie eine Hure: Es ist mir untreu und läuft fremden Göttern nach.«
          3 Da gehorchte Hosea und heiratete Gomer, die Tochter von Diblajim. Sie wurde schwanger und brachte einen Jungen zur Welt.

          LG  Omma

          1. Nachdenker an Alle

            Hallo Ihr Lieben,

            möchte mich hiermit als Kommentator von BI verabschieden. Werde noch ab und zu vorbeischauen, aber mehr auch nicht. Viele von euch und vor allem BI haben uns viel geholfen. Dafür sagen wir Danke.

            Weiterhin alles Gute, vor allem an die zur Zeit Kranken von denen ich viele sehr schätze.

            Möge das System WTG bald zu seinem Ende kommen und so viele wie möglich noch befreit werden.

            Nachdenker

            1. hei-bea

              Lieber Nachdenker,

              auch für Dich und Deine Familie alles Liebe und Gute; ein "Cut" ist manchmal die richtige

              Entscheidung... Passt auf Euch auf!

              Aus dem Harz mit lieben Grüßen       hei-bea

            2. Bird

              Lieber Nachdenker,

              Alles liebe dir und deiner Familie. Warst du doch einer der ersten welche ich hier kennenlernen durfte. (:

              Wie viele andere hier bin ich auch ein stiller Mitleser geworden. Um privat einige Dinge zu regeln braucht man doch einen Freien Kopf. (;

              Allen hier und auch dir, wünsche ich den Segen unseres Herrn Jesu.

              Bezüglich des Endes der WTG, lassen wir doch den Herrn entscheiden wie er dem ein Ende setzt. Vor allem da er ja immer wieder von denen vergönnt wird. Welch eine Gotteslästerung.

              LG

              Bird

        2. Johnny

          Die Ausrede mit dem Alkohol ist echt der Brüller: "Du Schatzi, ich war besoffen, alles halb so schlimm. Und es tut mir uuuuunendlich leid."

    2. Dimitri

      Hi Birgit,

      nach was für Antworten zu deinem Erlebnis hast du in der Bibel denn Gesucht?

      Spontan kam mir hier folgendes in den Sinn:

      „Zieht die volle Rüstung Gottes an, damit ihr den heimtückischen Anschlägen des Teufels standhalten könnt. Wir kämpfen ja nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen dämonische Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher der Finsternis, gegen die bösartigen Geistwesen in der unsichtbaren Welt. Greift darum zu den Waffen Gottes, damit ihr standhalten könnt, wenn der böse Tag kommt, und dann, wenn ihr alles erledigt habt, noch steht! Steht also bereit: die Hüften umgürtet mit Wahrheit; den Brustpanzer der Gerechtigkeit angelegt; die Füße mit der Bereitschaft beschuht, die gute Botschaft vom Frieden mit Gott weiterzutragen! Greift vor allem zum Großschild des Glaubens, mit dem ihr die Brandpfeile des Bösen auslöschen könnt. Setzt auch den Helm des Heils auf und nehmt das Schwert des Geistes, das Wort Gottes, in die Hand! Und betet dabei zu jeder Zeit mit jeder Art von Gebeten und Bitten in der Kraft des Heiligen Geistes, und seid dabei wachsam und hört nicht auf, für alle Gläubigen zu beten.“

      ‭‭Epheser‬ ‭6:11-18‬ ‭NBH‬‬

      Ich bin überzeugt, dass du mit deinem Stossgebet das richtige getan hast, was oder wer auch immer dich geschubst hat oder was sonst geschehen sein könnte.

      Denn wenn auch immer wir von "den bösartigen Geistwesen" bedroht werden sollten, kann und wird unser Herr und König Jesus Christus uns helfen und beschützen, wenn wir zu ihm rufen, auch davon bin ich überzeugt!

      Ich hoffe Epheser 6 hilft dir!

      Liebe Grüsse,

      Dimitri

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dieses Captcha bewahrt uns vor Spam. *