Das Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut

Ernte.001In der Woche vom 9. – 15. September wurde in unserem „Wachtturm-Bibelstudium“ der Artikel „Siehe ich bin bei euch, alle Tage“ behandelt. In diesem Artikel ging es hauptsächlich um das Gleichnis Jesu vom Weizen und Scheinweizen. In einer kleinen einfachen Grafik wurde gezeigt, dass das Säen des Weizens im Jahre 33 u.Z. mit der Ausgießung des heiligen Geistes auf die Jünger Jesu begann, und dass es sich auf die Einsammlung der „Gesalbtenklasse“ bezieht.

(Bilder aus WT 15.7.2013) 

Dazu führt der WT vom 15.7.2013 auf Seite 9, Absatz 2 aus: „Was auf dem Feld des Landwirts geschieht, veranschaulicht, wie und wann Jesus die gesamte Weizenklasse — gesalbte Christen, die mit ihm in seinem Königreich herrschen werden —aus der Menschheit heraussammeln würde. Das Säen begann zu Pfingsten 33 u.Z. Das Einsammeln endet, wenn die Gesalbten, die am Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge am Leben, endgültig versiegelt sind und dann in den Himmel aufgenommen werden. (Mat. 24:31;Offb. 7:1-4).

Dieses Gleichnis gibt uns einen umfassenden Überblick über Entwicklungen innerhalb von 2000 Jahren, vergleichbar mit dem Rundumblick auf einem hohen Berg bei guter Fernsicht. Welche Entwicklungen in Verbindung mit dem Königreich erkennen wir von unserem Aussichtspunkt? Das Gleichnis handelt von einer Zeit der Aussaat, des Wachstums und der Ernte. Im vorliegenden Artikel geht es hauptsächlich um die Erntezeit.“

Um die Richtigkeit dieser Auslegung zu prüfen, wollen wir zunächst das Gleichnis Jesu betrachten, wie es in Matth. 13 nachzulesen ist:

„Und Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.“ Matth. 13:24-30 EU

Sämann.001Es handelt sich hier in der Tat um ein Gleichnis, das relativ einfach zu verstehen ist. Von daher ist die komplizierte Erklärung des „treuen und verständigen Sklaven“ mit seiner verschlungenen Gehirnakrobatik und den verwirrenden Zeitangaben nicht zu verstehen. Zumal das Gleichnis auf das Bitten seiner Jünger hin in Matth. 13: 36-42 von Jesus selbst ganz einfach erklärt wurde.

Die Jünger sagten: „Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete und sprach zu ihnen: Der Menschensohn ist’s, der den guten Samen sät. Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen. Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel. Wie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird’s auch am Ende der Welt gehen.

Zu beachten ist hier besonders der nachfolgend angeführte Vers 41, da er deutlich zeigt, dass die Trennung aus seinem Reich vollzogen wird. Wir werden später noch näher darauf eingehen.

Vers 41:“Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich “

Versuchen wir die einzelnen Begriffe dieses Gleichnisses zu ordnen, um zu klären, was Jesus sagen wollte und was die Jünger auch verstanden haben. Folgende Begriffe werden verwendet:

  1. Das Reich des Himmels/Königreich der Himmel
  2. Die Söhne des Königreiches
  3. Der Samen
  4. Das Unkraut
  5. Der Weizen
  6. Die Knechte
  7. Der Hausherr
  8. Die Schnitter

Wenden wir uns dem Begriff „Söhne des Himmel- oder Königreiches“ zu. In diesem WT-Artikel wird der Begriff „Söhne des Himmel- oder Königreiches“ allein auf die „gesalbte Christen angewandt, die mit Christus in seinem Königreich herrschen werden“, also nur auf die Regierung des Königreiches Gottes. Hatten die Jünger das so verstanden, war dies von Jesus so gemeint, und was stellten sich die Juden unter dem „Reich Gottes“ vor?

Für Juden und Christen steht das Gottes Reich für eine Welt, in der Gottes Wille geschieht, in der er alles Böse überwunden und alle Schuld vergeben hat, sodass Leid, Schmerz und Tod ein Ende haben. Hier auf unserer Erde soll dieses Reich Gottes Gestalt annehmen. Für Christen sind Wirken, Tod und Auferstehung Jesu Christi der entscheidende Auftakt dieses Reiches und sein Vordringen in die gottfeindliche Welt.

Es geht also nicht nur um die Regierung vom Reich Gottes unter Jesus Christus sondern konkret auch um die Untertanen dieses Reiches Gottes.

Diese Untertanen werden als „Kinder oder Söhne des Königreiches bezeichnet. Die WTG bezieht den Begriff „Söhne des Königreiches“ allein auf die Gesalbten Mitregenten, die mit Jesus die Königreichsregierung bilden sollen.

Gemäß der Elberfelder Studienbibel hat der Begriff „Sohn“ gr. „hios“ jedoch mehrere Bedeutungen. Abgesehen von der primären Bedeutung, wenn damit der Nachkomme einer Familie oder Sippe gemeint ist, wird dieser Begriff „Sohn“ auch auf jemanden angewandt, der sich unter einem bestimmten Herrschaftsbereich befindet„hios“ kann sich aber auch auf die Orientierung oder die Art des ethischen und moralischen Verhaltens einer Gruppe oder Gemeinschaft beziehen oder einen an Christus Glaubenden, der als Kind Gottes in die Liebe der Sohnbeziehung aufgenommen wird.

Deshalb geben viele Übersetzungen den Text aus Matth. 13:38 mit „Kinder des Reiches Gottes“ wieder, z.B. die Lutherübersetzung: „Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen.“

In diesem Gleichnis beziehen sich die „Kinder“ auf einebestimmte Gruppe oder Gemeinschaft. Die „Kinder des Bösen“ werden mit ihren verwerflichen, amoralischen Neigungen deutlich gegen die „Kinder des Reiches Gottes“ abgegrenzt.

In das Reich Gottes gelangen nur Menschen, die von Gott als gerecht betrachtet werden. Nun wissen alle, die die Lehre des Sklaven kennen, dass dieser Begriff „Gerechte“ von der WTG nur auf die Gesalbten angewandt wird. Deshalb ist es nach dem Verständnis der WTG auch nur logisch, den guten Weizen allein auf die Gesalbten zu beziehen. In der Grafik auf Seite 9 u.10 werden die Gesalbten, also die mit Jesus Regierenden, als der „Weizen“ bezeichnet, alle anderen dagegen als „Scheinchristen“. Daher finden die Glieder der so genannten großen Volksmenge in diesem Gleichnis auch keine Entsprechung, es sei denn, man würde sie zu den Scheinchristen zählen.

Aus dem Zusammenhang und der Aussage dieses Gleichnisses ist jedoch zu erkennen, dass mit dem „Weizen“ keine elitäre Klasse angesprochen wird, sondern es geht vielmehr um echte Christen und um Scheinchristen. „Der gute Same sind die Kinder des Reichs“, also jene, die in diesem Reich leben werden, das Unkraut sind die Kinder des Bösen, die aus diesem Reich entfernt werden, nicht mehr und nicht weniger. Der Unterschied Weizen und Unkraut wäre aus dem Blickwinkel eines Menschen nicht zweifelsfrei zu erkennen.

Von den Juden, die unter dem buchstäblichen Königreich Davids lebten, sprach man ja auch von den Kindern Israels oder Juda und hatte dabei nicht nur die Königsklasse oder die Familie Davids im Sinn.

Grundsätzlich wendet die WTG den wahren Weizen nur auf die Gesalbten, sprich auf die 144000 an. Doch jeder, der Christus nachfolgt und sich zu ihm bekennt, ist im übertragenen Sinn auch ein Gesalbter, denn der Begriff „Christ“ ist von Christus abgeleitet und bedeutet „Gesalbter“. Somit ist jeder Mensch, der sich dem Gesetz des Christus unterwirft und glaubt, ein Sohn oder Kind des Königreiches Christi.

Dieser Standpunkt wurde noch vor sechs Jahren auch Im Ew 2/o7 S2 vertreten, dort lesen wir, Zitat: “Über die Jahrhunderte ist das Unkraut (falsche Christen) so stark gewachsen, dass der Weizen (wahre Christen) praktisch nicht mehr zu sehen war. Wahre Christen wurden vom “Unkraut” der Christenheit getrennt. Jehovas Zeugen leuchten “so hell… wie die Sonne und helfen anderen, den wahren Gott,Jehova ,kennenzulernen.”(Zitat Ende)  Vor 6 Jahren also hieß die Wahrheit: Der Weizen =alle wahren Christen=alle Zeugen Jehovas.  Das Leuchten ist das Predigen. Diese Aussagen werden jetzt kassiert. Eine bessere Wahrheit ist jetzt gültig. Der Weizen=der Überrest der 144000 Gesalbten. Das Leuchten ist im Himmel.

Die Ansicht, das sich der gute Weizen all die Jahrhunderte hindurch unter allen Christen zu finden ist,  vertrat der WT, wenn auch nur indirekt, in der Ausgabe vom 15.1.2012 in den Absätzen 14 und 15 wie folgt: „Wie ein Gleichnis Jesu zeigt, würde es vom 1. Jahrhundert an immer gesalbte Christen auf der Erde geben. Jesus verglich sie mit Weizen, der inmitten von Unkraut wuchs. Natürlich können wir nicht mit Sicherheit sagen, wer genau dazugehörte. Doch was wir belegen können, hat es immer einige gegeben, die mutig Gottes Wort verteidigt und unbiblische Kirchenlehren entlarvt haben. Zum Beispiel wandte sich Erzbischof Agobard von Lyon (um 779—840) gegen die Verehrung von Bildern und dagegen, Kirchengebäude Heiligen zu weihen, wie auch gegen Liturgien und kirchliche Bräuche, die unbiblisch waren. Auch Bischof Claudius von Turin, einer seiner Zeitgenossen, verwarf kirchliche Traditionen, verurteilte Gebete zu Heiligen und die Verehrung von Reliquien.

Hier schließt man also nicht aus, dass selbst Kirchenführer aus anderen Religionen gesalbte Christen gewesen sein könnten.

Fassen wir einmal bis hierher zusammen:

  1. Der Begriff „Söhne des Reiches Gottes“ beschränkt sich nicht allein auf die Regierung mit Jesus und seinen Mitregenten. Das Reich Gottes ist eine Welt, in der Gottes Wille geschieht und in dem alles Böse überwunden und alle Schuld vergeben ist, sodass Leid, Schmerz und Tod ein Ende haben.
  2. Demnach müssten sich die „Söhne des Königreiches“ auf alle wahren Christen beziehen, die Christus nachfolgen und sich zu ihm bekennen. Im übertragenen Sinn ist jeder Christ ein „Gesalbter“, denn „Christ“ ist von Christus abgeleitet und bedeutet „Gesalbter. Wer aber wirklich ein wahrer Christ oder ein Gesalbter ist, entscheiden die Engel am Gerichtstag.

Ohne Titel 1.001

Kommen wir zu dem Begriff „Same“. Gemäß der Auslegung des besagten WT-Artikels wurde der vortreffliche Same zu Pfingsten 33 u.Z. mit der Ausgießung des Geistes Gottes auf die Jünger Jesu gesät. Den vortrefflichen Same bezieht der Artikel also auf die ersten gesalbten Christen. Danach wären sowohl die Gesalbten der Same als auch der Weizen. Diese Schlussfolgerung ist insofern nicht verkehrt, als ja aus dem Weizensamen nur Weizen hervorgehen kann. Dennoch ist zwischen dem Samen und dem Weizen in diesem Gleichnis zu unterscheiden. Der Same ist die „gute Botschaft“, die dazu führt, dass sich Menschen als wahrer Weizen offenbaren können. Diese Sichtweise ja auch im Wachtturm vom 1. 7.2000 auf den Seiten 13-18 vertreten, Zitat: Jesus bezeichnete sich selbst als Sämann der Königreichswahrheit (Johannes 4:35-38). Bei jeder Gelegenheit streute er den Samen der guten Botschaft aus. … Vor seiner Himmelfahrt gebot er den Aposteln, weiterhin Samen der Königreichswahrheit zu säen und Jünger zu machen.

Hier wird richtiger Weise erklärt, dass die von Jesus gesäte Königreichsbotschaft der „Same“ aus seinem Gleichnis ist. Aus diesem vortrefflichen Samen gehen natürlich vortreffliche und wahre Christen hervor, sodass es auch richtig ist zu sagen, der wahre Same zeige sich in den Söhnen des Königreiches, so wie es Jesus ja auch tat. Um aber im Bild zu bleiben, ist der „gute Same“ die gute Botschaft, wie sie von Christus gepredigt oder „gesät“ wurde.

Das Unkraut entsteht durch Verdrehung oder Verfälschung der guten Botschaft, die von den Söhnen des Bösen vorgenommen wird. Dieser Unkrautsamen wurde von Satan im Gesamtverlauf der vergangenen Jahre bis zur Zeit des Endes gestreut. Was aus dieser Saat hervorging, sind Scheinchristen, Menschen, die sich zum Schein dem Gesetz des Christus unterwerfen aber in Wirklichkeit nach ihrem eigenen Gutdünken leben wollen.

Sind die von Jesus erwähnten „Sklaven“ die Engel, die als Schnitter in der Zeit des Endes auftreten?

Ein weiterer Trugschluss in diesem Artikel ist die Behauptung, die Sklaven in diesem Gleichnis seien die Engel, Zitat: Mit den Sklaven sind Engel gemeint, denn Jesu Apostel waren gestorben und die auf der Erde nach ihnen lebenden Gesalbten werden nicht als Sklaven, sondern als Weizen dargestellt.“

Die Schlussfolgerung, da Weizen hier die Apostel veranschaulicht, können sie nicht zugleich die Sklaven sein scheint auf den ersten Blick stichhaltig. Doch der WT Artikel gibt ja auch den Schnittern, sprich den Engeln, eine doppelte Bedeutung, wenn sie einmal die Funktion als Sklaven und dann wieder die als Schnitter einnehmen. Die Engel können nicht die Knechte und die Schnitter zugleich sein, warum?

Die Sklaven in diesem Gleichnis wirken von Beginn an und über die gesamte Zeitperiode, die Schnitter oder Engel treten dagegen erst zur Erntezeit am Ende der Tage oder in der Gerichtszeit auf den Plan. Will man der Logik in diesem Gleichnis nicht Gewalt antun, so stellt sich das Bild mit seiner Interpretation wie folgt dar: Die Sklaven oder Diener des Herrn stellen die Apostel oder die Jünger Jesu dar, die in ihrem Eifer das Unkraut am liebsten sofort ausreißen würden.

Wie bereits festgestellt, ist das Gleichnis in seiner Botschaft nicht kompliziert verschlüsselt und von daher auch einfach zu verstehen. Es veranschaulicht auch, dass es eine Zeitperiode geben wird, in der das wahre Christentum vom falschen schwer zu unterscheiden ist.

Hier noch eine weitere wichtige Lehre, die wir aus dem Gleichnis ziehen können!

Bei einer genaueren Betrachtung enthält dieses Gleichnis noch eine weitere wichtige Lehre für uns alle, die wir uns als Sklaven des Herrn Jesu betrachten. Fassen wir die Schlussfolgerungen noch einmal zusammen:

Ein Landwirt sät Weizen aus, doch ein Feind des Landwirts sät Unkraut unter den Weizen. Als die Saat aufgeht, sehen die Knechte des Hausherrn, also seine Jünger und Nachfolger die Bescherung. Sofort wollen sie zur Tat schreiten: „Herr sollen wir das Unkraut ausreißen?“

Ja, das würde ihnen gefallen, eifrig wie sie sind und um dem Herrn zu gefallen, möchten sie für Ordnung sorgen und das Schlechte sogleich ausmerzen. Das ganze Unkraut, also das Schlechte, sollte nach ihrer Einschätzung restlos und augenblicklich aus dem Acker ausgerissen werden.

Doch was sagt der Herr? Nein, halt, denn es besteht die Gefahr, dass ihr das Gute mit dem Schlechten vernichtet. Der „Taumellolch“ hat sich mit den Wurzeln des Weizens wohl so innig verflochten, dass die Knechte vermutlich völlig überfordert gewesen wären das Böse auszureißen ohne das Gute dabei zu verletzen. Diese Entscheidung konnte der Herr also nicht den Knechten überlassen. Daher delegiert er diese diffizile Aufgabe für die Zeit der Ernte auch an die Schnitter oder die Engel.

Von daher können die Knechte nicht die Engel sein, denn der Herr betraut am Ende der Tage ausschließlich die Engel mit der Ernte. Der Herr sagte ja zu den Knechten nicht „wartet damit bis zur Zeit des Endes, sondern meinen Engeln will ich diesen Auftrag geben, da nur sie wissen, worauf es dabei ankommt. „Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune“ Matth. 13:30

Nicht dass die Knechte nicht wüssten was Gut und Böse ist, will heißen wie wahrer Weizen aussieht. Doch wollte der Herr ihnen in diesem Zeitabschnitt nicht die Entscheidungsgewalt darüber geben zu beurteilen, wer ein wahrer und wer ein falscher Christ ist. Jesus sagt ja selbst, ich spreche mit diesem Gleichnis vom Ende der Welt, und ich entscheide mit den Engeln, wer als Unkraut verworfen wird und wer dem echten Weizen entspricht.

Solange ihr hier auf dieser Welt als meine Knechte auf das Ende dieser Welt wartet, solltet ihr euch nicht anmaßen beurteilen zu können, wer Gut und wer Böse ist. Diese beiden Gegensätze können so miteinander verquickt sein wie die Wurzel des Taumellochs mit der des Weizens. Macht euch nicht zu Richtern, indem ihr zwischen Gut und Böse zu urteilen sucht, was in meine Zuständigkeit fällt; zur gegebenen Zeit werde ich meine Engel damit beauftragen.

Deshalb ist dieses Gleichnis auch eine Mahnung für all diejenigen, die sich womöglich selbst als die Besseren einstufen und sich das Recht herausnehmen andere allzu rasch zu richten oder gar zu verurteilen. Man bedenke, dass in diesem Gleichnis mit dem Unkraut Menschen gemeint sind, und kein Mensch hat das Recht einen anderen für schlecht zu erklären. Jeder von uns selbst ist ja nicht durch und durch nur gut oder nur schlecht. Jeder Mensch steht unter dem Gericht Gottes, und ER behält sich das letzte Urteil vor.

Betrachten wir unseren WT-Artikel einmal unter diesem Gesichtspunkt, so stellen wir fest, dass der „treue und verständige Sklave“ von einer demütigen Haltung noch weit entfernt ist. Ohne Skrupel positioniert er sich selbst als Teil der „Gesalbtenklasse“ oder des „wahren Weizens“, der seit 1914 eingesammelt und gebunden wird. Im gleichen Atemzug bezeichnet er alle anderen christlichen Organisationen und Kirchen als Unkraut. Haben wir im letzten Studienartikel nicht auch gelernt, dass Jesus erst bei seinem zweiten Widerkommen als „Richter“ entscheidet, wer ein wahrer Christ ist? Woher wollen die angeblich Gesalbten denn wissen, dass sie als echter „Weizen“ vor dem „Richter“ bestehen können und im Königreich Gottes so hell wie die Sonne strahlen werden, während alle anderen vernichtet werden sollen?

Quintessenz 

Als Quintessenz dieses WT-Artikels muss man leider festhalten, dass darin keinerlei Erbauungspotenzial zu erkennen ist und selbst die Deutung dieses einfachen Gleichnisses einer Prüfung nicht standhält. Wie in nahezu allen Artikeln der letzten Zeit drehte sich wieder einmal alles um die Gesalbten und den Sklaven, dessen Position in unserem Bewusstsein zusehends vermehrt verankert werden soll. Es geht nicht darum, die Menschen Christus und seiner Botschaft zuzuführen, sondern die angeblich herausragende Rolle des Sklaven zu zementieren. Das Erschreckende dabei ist aber, dass die Mehrheit unserer Brüder diese Manipulationen nicht wahrhaben, geschweige denn wahrnehmen wollen oder können.

 

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