Anmerkungen zum neuen Buch „Gottes Königreich herrscht“

Buch neu.001„Gottes Königreich herrscht“ lautet der Titel des neuen Buches, das anlässlich der Kongressserie 2014 veröffentlicht wurde. Zum hundertsten Jahrestag der „Herrschaft von Gottes himmlischem Königreich“, das angeblich 1914 begonnen haben soll, wartet die leitende Körperschaft mit einer revidierten Version der Zeugen-Geschichte in den vergangenen 100 Jahren auf.

Damit löst diese Neuauflage die alte Ausgabe mit demAltes Buch.001 Titel „Zeugen Jehovas – Verkündiger des Königreiches Gottes“ ab. Hatte man den Brüdern bereits mit dieser Ausgabe eine geschönte Geschichte der Organisation vorgelegt, so werden in der neuesten Auflage weniger ruhmreiche Begebenheiten, über die man die jüngste Generation lieber im Dunkeln lässt, gerne unauffällig in einer unscheinbaren Fußnote versteckt.

Greifen wir nur das Beispiel aus dem grauen Kästchen auf Seite 76 heraus, das überschriebenHaus der Fürsten.001 ist mit „Beth Sarim“, das „Haus der Fürsten“, das bezeichnender Weise hauptsächlich von Rutherford als Residenz genutzt wurde. Doch ursprünglich sollte es ein angemessenes Domizil für Abraham, Josef und David sein, die Patriarchen des alten Testaments, die nach der Erwartung der „Ernsten Bibelforscher“ 1925 auferstehen sollten. Diese abstruse Auffassung wurde auch damals schon begeistert als „neues Licht“ angepriesen.

 

Ebenso skurril wie Rutherfords Vorstellungen von der Erfüllung biblischer Prophezeiungen, die ihn veranlassten für die Patriarchen in einem Vorort von San Diego eine Villa zu bauen, war Russells Beharren auf der großen Pyramide von Gizeh als „Gottes Steinzeuge“. Er war felsenfest davon überzeugt, dass jeder Zentimeter im Inneren der Kammern die biblische Chronologie widerspiegeln würde, sodass er dieser Vorstellung sogar Bücher, Karten und Zeitschriftenartikel widmete.

Immerhin wurde diese bizarre Theorie auch nach Russells Tod im Jahre 1916 unter Rutherford bis 1928 im Wachtturm ganz offiziell als Glaubensartikel gehandelt. So leicht lassen sich die Menschen von geheimnisumwitterten Geschichten beeindrucken, wenn ihnen der Nimbus anhaftet, Gott habe es so gefügt. Fataler Weise tragen diese ominösen Fantasiegebilde auch nicht wenig zum Anspruch bei, die einzige von Gott erwählte Gruppe zu sein, der solche großartigen Offenbarungen zuteil werden, wo es sich in Wahrheit doch nur um Märchen für religiöse Fundamentalisten handelt. Heute will man natürlich nur ungern dazu stehen, da das Vertrauen in die Organisation und ihr Lehrgebäude weiter beschädigt werden könnte, was es unbedingt zu vermeiden gilt – will man sich doch nur von der besten Seite zeigen.

Die Art und Weise, wie die WTG mit ihrer Geschichte umgeht, erinnert doch sehr an die Praxis weltlicher Geschichtsschreibung. Die Herrscher dieser Welt unternehmen alles, um auf ihre eigene Regierungsperiode nur ja kein schiefes Licht fallen zu lassen. Insofern ist der Vergleich zutreffend, den die WTG als Beweis für die Realität der Herrschaft Christi auf Seite 26 anführt.

„Wie jede Regierung dieser Erde, so weise auch Christi Königreich vergleichbare Merkmale auf, so ihr Argument. Es bestehe aus einem König, einem Kabinett, einem Heer, einem Staatsgebiet und habe eben auch seine ganz spezielle Geschichte.“ In diesem Sinne äußerte sich auch Gerrit Lösch, als er dieses Buch auf dem Kongress vorstellte.

Leitende Körp..001Dass aber die selbst ernannten irdischen Vertreter der Regierung des Königreiches Gottes eine vergleichbare Geschichtsverfälschung betreiben wie die Regierungen dieser Welt, erwähnte er natürlich nicht.

Die heutige junge Generation des „Volkes Gottes“ wird vermutlich kaum erkennen, wie irrational und unhaltbar die Lehren der ehemaligen „irdischen Vertreter“ unter der angeblichen Regierung Jesu Christi in der Vergangenheit tatsächlich waren. Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass die ältere Ausgabe des Geschichtsbuches der Zeugen in nur wenigen Sprachen verbreitet wurde.

Mit der neuen Buchveröffentlichung wird die junge Zeugen-Generation jedoch mit einer noch weitaus stärker geschönten Sicht auf die ohnehin schon unrühmliche Vergangenheit der Organisation konfrontiert. Wie in den Medien schon lange Usus, werden auch sie nur das erfahren, was die leitende Körperschaft der WTG sie wissen lassen möchte. Diese neu überarbeitete Geschichtsklitterung enthält von allem etwas und ist ein bunter Mix aus Fantasie, geschönter Desinformation und vorsätzlicher Unterlassung von Fakten. Jedem logisch denkenden Leser sollte indes auffallen, auf welch schwachen Füßen die angeblichen Beweise ruhen, die belegen sollen, dass Gottes Königreich seit 1914 eine Realität sei. Leider wird das Gros der Zeugen dies aber weder erkennen können noch sehen wollen. Die Reaktion der Brüder auf die Ansprache von Bruder Lösch, die von Frankfurt an alle Kongressorte übertragen wurde, lässt dies zumindest vermuten.

So bewahrheitet sich eben auch in diesem Fall, was einst Napoleon so treffend auf die knappe Formel reduziert hatte: „Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.“

Am Ende seiner Darlegung wandte sich Bruder Lösch an die Zuhörer und fragte: „Brüder, was ist das Königreich Gottes für uns? Eine … – dann eine Kunstpause, um die Spannung zu steigern, worauf die Masse erwartungsgemäß, wenn auch zögerlich, im Chor antwortete, …R-e-a-l-i-t-ä-t!

Ja, wer es versteht, die Menschen auf einer Begeisterungswelle reiten zu lassen, lässt sie auch des Kaisers neue Kleider sehen und führt sie, wohin er will. Mit einer emotional aufgeheizten Stimmung, wie sie charismatische Redner gerne erzeugen, waren die Menschen seit jeher zu begeistern und zu beeindrucken. Einen vorgekauten Brei zu repetieren ist dabei sehr bequem und zudem effizienter, als sie mit einer logischen Argumentation überzeugen zu wollen, die ein Mitdenken erfordert.

So stellt der Sklave auch in diesem Buch nach dem Motto „Nachdruck durch Wiederholung“ am Ende eines jeden Kapitels dieselbe Suggestivfrage: „Wie real ist das Königreich für dich“? Die Antwort wird unterschwellig bereits mitgeliefert und kann nur lauten, „absolut real!“

Natürlich ist das Königreich Gottes realer Bestandteil dessen, was Christus zu seiner Zeit umsetzen wird, nur hat es mit dem Jahr 1914 nicht das Geringste zu tun.

So ist es eben nichts weiter als pureGehirnwäsche, wie schon Adolf Hitler in „Mein Kampf“ bemerkt hatte: „Sie (die Propaganda) hat sich auf wenig zu beschränken und dieses ewig zu wiederholen. Die Beharrlichkeit ist hier …die erste und wichtigste Voraussetzung zum Erfolg… nur einer tausendfachen Wiederholung einfachster Begriffe wird sie [die Masse] endlich ihr Gedächtnis schenken“.

Auf die skurrilen Beweise für diese angebliche „Realität“ werden wir später noch eingehen. Es wird sich zeigen, dass schon der Titel dieses Buches eine unbewiesene Behauptung darstellt, die natürlich von seinen Lesern keinen Widerspruch duldet.

Russel.001Alleine schon der Bericht darüber, als Bruder Russell am Freitag, den 2. Oktober 1914 in den Speisesaal der Bethelfamilie eintrat und freudig ausrief, „der Heiden Zeit ist nun zu End‘, der Könige Tage vorbei, Gottes Königreich herrscht“, lässt aufhorchen. Man fragt sich, warum Gott ausgerechnet auf einen einzigen Mann zurückgreifen musste, um ihn dieses epochale, aber unbewiesene Ereignis zu einem Zeitpunkt erkennen und verbreiten zu lassen, als es nachweislich nicht stattfand.

Gemäß Mat. 24:26,27 sagte Jesus: Wenn euch jemand erzählt: ‚Der Retter ist schon da, so glaubt ihm nicht, geht nicht hin. Und wenn er sich irgendwo (unsichtbar) verborgen halten soll, glaubt es nicht. Denn der Menschensohn kommt für alle sichtbar – wie ein Blitz, der von Ost nach West am Himmel aufzuckt.(Also werden es alle sehen.)

Jesu zweites Kommen sollte gemäß seinen eigenen Worten demnach nicht im Himmel, sondern für alle Menschen sichtbar als Übernatürliche Erscheinung stattfinden, als Ereignis, das keinem menschlichen Auge verborgen bleiben könnte. In Zeugenkreisen will man davon allerdings nichts wissen; lieber bevorzugt man die unsichtbare Gegenwart Jesu im Himmel, die kein Mensch sehen oder beweisen kann. Damit lässt sich ein unhaltbares Dogma auch leichter in die Welt setzen. Doch hat das griechische Wort „parusia“ eben auch die Bedeutung von „Wiederkunft“ und nicht nur von „(unsichtbarer) Gegenwart“.

Für eine solch raffinierte Irreführung kommt eigentlich nur einer in Betracht, nämlich der große Irreführer, der die Macht über die ganze bewohnte Erde innehat und alle irreführt. Wer wollte dieser biblischen Feststellung schon widersprechen? Etwa die zahllosen religiösen Gruppen, denen eingeflüstert wird, sie seien auf dem richtigen Weg? Was Jesus einst den sieben Versammlungen in Kleinasien diesbezüglich zu sagen hatte, lässt aufhorchen.

„Attraktive Veröffentlichungen“ aufgrund wahrheitsgemäßer Darstellung?

Die äußere Anmutung und Ausführung des Buches müssen selbst bei gutem Willen als nurBuch gebraucht.001 wenig ansprechend beurteilt werden. Natürlich ist das eine Geschmacksfrage, doch will die düster wirkende Grafik des Bucheinbandes dem freudigen Ereignis dieser Veröffentlichung nicht so richtig gerecht werden. Im Gegensatz zur vorangegangenen, ansprechend gebundenen Ausgabe kommt das neue Bändchen in einem billigen Papiereinband daher, das bei emsigem Gebrauch schnell unansehnlich werden dürfte.

Der Gepflogenheit der WTG entsprechend, wendet sie sich in der Einleitung in einem Brief an die Leserschaft und stellt auf Seite drei nicht ohne Stolz fest, „Mit Jehovas Segen über unserer Arbeit sind wir nun in der Lage, unsere attraktive biblische Literatur in mehr als 670 Sprachen zu veröffentlichen und sie allen kostenlos anzubieten.“

Wie Splane von der LK sich in einem Video bereits äußerte, sind längst nicht alle WT-Publikationen in 670 Sprachen verfügbar. Ob das jüngste Druckerzeugnis nun vom äußeren Eindruck her als attraktiv beurteilt werden kann, ist eher Geschmackssache und daher zweitrangig, doch leider zeugt der Rückblick auf die vergangenen 100 Jahre Zeugengeschichte nicht eben von der Liebe zu einer aufrichtigen und wahrheitsgemäßen Berichterstattung. Angesichts der immer kürzer werdenden Halbwertszeit der Veröffentlichungen dürfte aber selbst dieser Umstand nicht allzu hoch gewichtet werden.

„Nachprüfbare Beweise“ oder Behauptungen?

Wegen der überragenden Bedeutung des Begriffs „Beweis“ möchten wir an dieser Stelle kurz auf die Definition eingehen: Ein Beweis ist eine durch anerkannte Fakten und Verfahren nachprüfbare Bestätigung, die einen logischen und sinnvollen Bezug zum Gegenstand der Beweisführung bietet und die bloße Vermutung zur Gewissheit werden lässt. Eine pure Behauptung ist indes noch lange kein Beweis und daher für eine Verifizierung strittiger Darstellungen unzulässig.

Die folgenden Überschriften der einzelnen Kapitel beinhalten reine Behauptungen, die von der WTG aber gerne als unumstößliche Beweise verkauft werden:

1. Gottes Königreich – (die WTG )- sorgt für geistige Speise

2. Gottes Königreich – (die WTG) – wird weltweit bekannt gemacht

3. Gottes Königreich – (die WTG) – hilft Gottes Gerechtigkeit zu suchen

4. Gottes Königreich – (die WTG) – verteidigt die gute Botschaft

5. Gottes Königreich – (die WTG) – sorgt für Bildung

6. Gottes Königreich – (die WTG) – unterstützt Bau- und Hilfsmaßnahmen

Für die Zeugen ist der Begriff „Gottes Königreich“ ja längst gegen das Akronym „WTG“ austauschbar, da man ganz offenkundig im Werk der Zeugen den manifestierten Willen Gottes sehen will. Wer anderer Ansicht ist, sollte damit lieber zurückhaltend sein, wenn er nicht zurechtgewiesen oder schließlich exkommuniziert, sprich ausgeschlossen werden will. In totalitären Systemen sind vom Führungsgremium abweichende Ansichten nicht verhandelbar. Die Erörterung von Standpunkten ist tabu und kommt der Denkträgheit der Mehrheit entgegen.

Sehen wir uns weiter die Behauptungen an, wofür den Beweis anzutreten man nicht für nötig erachtet, da es doch jeder echte Zeuge einfach blind glaubt, schließlich stammen sie vom „Sklaven“.

Auf Seite 11 tönt man: „Wir haben genügend Beweise dafür, dass die Prophezeiung Jesu aus Matthäus 24 und 25 im Jahre 1914 ihre Erfüllung fand und Gottes Königreich zu regieren begann.

Wir werden etwas später noch einmal ausführlicher auf dieses Thema zu sprechen kommen.

Auf Seite 77 wird postuliert:der König hat eindeutig die Methoden gesegnet, die wir angewandt haben, um das Königreich zu verkündigen.“

Seite 145 wartet endlich mit Beweisen auf, die jedoch bei näherer Betrachtung in keinem Zusammenhang mit der Behauptung stehen, die man damit stützen will:Unsere Siege vor Gerichten beweisen, dass wir in Gemeinschaft mit Christus sind.“

Und so geht es weiter…

Seite 185: „Alle diese theokratischen Schulen sind ein starker Beweis dafür, dass unser König seine Diener wirkungsvoll ausgerüstet hat ihren Dienst zu erfüllen“. – Wenn man es denn so sehen will…

Die weltweiten Einrichtungen von Schulen zur Vermittlung von Lerninhalten nach dem Zuschnitt der LK sind zumindest ein Beweis für ihr Organisationstalent und den Bienenfleiß ihrer gläubigen Unterstützer. Viel mehr kann man bei nüchterner Betrachtung darin aber nicht erkennen.

Auf Seite 208 wird gar behauptet, dass die „Werte der Zweigbüros und Gebäude sowie Hunderter von Montagehallen und Zehntausender von Königreichssälen auf der ganzen Welt greifbare Beweise dafür seien, dass das Reich Gottes real sei und nun schon 100 Jahre herrschen würde“.

Sind denn die materiellen Werte der katholischen Kirche mit ihren zahllosen Kirchengebäuden, Ländereien und ihren Beteiligungen bei namhaften Firmen weltweit ebenfalls als Beweis für die Billigung Gottes zu betrachten? Das ist eine ungeistige und absolut materialistische Betrachtungsweise, die im Licht biblischer Erkenntnis keinerlei Bedeutung hat.

Im letzten Kapitel auf Seite 235 wird vollmundig erklärt: „Jedes Kapitel dieses Buches enthält starke Beweise dafür, dass Christus uns in dieser Zeit des Endes in ein echtes geistiges Paradies gebracht hat.“

Im Auge der zeugenhörigen Gläubigen mag das ja so sein, aber mit einem Beweis im Sinne der Definition hat das nun leider gar nichts zu tun. Eine Behauptung, wird eben so lange wiederholt, bis sie der letzte gut- bzw. leichtgläubige Zeuge als göttliche Wahrheit verinnerlicht und jede kritische Nachforschungsarbeit längst als überflüssig aufgegeben hat. Danach ist der Weg für weitere Behauptungen des Sklaven geebnet, die man allesamt ungeprüft als Aussprüche Gottes wertet. Hier geschieht eben genau das, was man etwa den Katholiken mit ihrer Marienverehrung oder mit Himmel und Hölle seit Kindesbeinen an eingetrichtert hat. Auch sie sind von den Glaubensinhalten ihrer Kirche völlig überzeugt, die man sie über lange Jahre immer und immer wieder gelehrt hat, so lange, bis keiner mehr die Haltbarkeit der Dogmen infrage stellt.

Ganz unmerklich ist dann an die Stelle von Gottes Wort als letzter Autorität in Glaubensfragen ein Priester, ein Papst, ein Guru oder eben ein „treuer und verständiger Sklave“ als maßgebliche Instanz getreten, dessen göttliche Legitimation anzuzweifeln bereits im Keim erstickt oder als ungehörig gebrandmarkt und sanktioniert wird. Nachforschungen anhand des göttlichen Maßstabs mit dem Ziel Lehrinhalte zu bestätigen und so Schritt für Schritt den Glauben zu stärken, führen ausnahmslos zur Missbilligung des Sklaven, der verantwortlichen Ältesten und nicht zuletzt der gesamten Bruderschaft.

Menschen mit anderen Meinungen gelten als Spaltungen verursachende Aufwiegler, Defätisten und gefährliche Dissidenten, die man als bezeichnet hält, da sie mit ihren Nachforschungen die christliche Einheit der Versammlung zu gefährden drohen. – Wir fragen uns nur, wie das sein kann, wo uns die Schrift doch dazu auffordert, selbst im Wort Gottes nachzuforschen und darüber nachzusinnen, ja völlig darin aufzugehen. – Ja, da würden unsere edel gesinnten Beröer mit ihrer biblischen Nachforschungsarbeit heute wohl eher wenig Sympathie ernten.

Wenn Schulungsprogramme jeglicher Art, rechtliche Siege oder eine Unmenge von Sälen und Druckereien Beweise dafür sind, dass Jesus Christus die Wachtturm-Organisation billigt, dann muss dasselbe auch für vergleichbare Aktivitäten im römischen Katholizismus, bei den Mormonen, der anglikanischen Kirche von England oder jeder größeren christlichen Konfession gelten. In den vergangenen Jahrhunderten haben sich diese Kirchen jedenfalls bei der Verbreitung von Bibeln weit mehr verdient gemacht als die Zeugen, auch wenn sie gerne das Gegenteil behaupten.

Der Hang zur Übertreibung und zur selbstverherrlichenden Eigendarstellung ist in dieser Veröffentlichung ein beredtes Zeugnis dafür, dass darauf eben nicht das Wohlwollen des Schöpfers ruht. Denn mit Demut und Respekt vor dem Wort und dem Benehmen eines Geringeren haben all diese Selbstüberhöhung und der falsche Stolz auf menschliche Leistungen nichts zu tun. Die angeblichen Beweise sind dem Aktionismus und dem Eigenlob einer menschlichen Organisation und eben gerade nicht dem Segen Gottes geschuldet.

Beispielsweise wird auf Seite 78 in einer Fußnote erklärt: „In den letzten zehn Jahren hat Jehovas Organisation mehr als 20 Milliarden biblische Veröffentlichungen produziert. Darüber hinaus ist unsere Website jw.org jetzt auch für die mehr als 2,7 Milliarden Menschen weltweit zugänglich.“

Wie bereits erwähnt, wird ein Dogma, ungeachtet dessen, ob es weltweit in mündlicher oder in schriftlicher Form verbreitet wird, nicht schon deswegen richtig, nur weil es ständig wiederholt oder millionenfach verbreitet wird. Damit lassen sich vielleicht Menschen beeindrucken, die ihren Blick auf die messbaren Leistungen einer Organisation gerichtet halten. Da will man mit Aufsehen erregenden Statistiken glänzen, wie etwa mit dem Web-Publikum von beeindruckenden 2,7 Milliarden Teilnehmern.

Im Vergleich hierzu haben die Seiten JWfacts.com, AAWA.com, JWstruggle.com und andere durchweg vergleichbare Zahlen vorzuweisen, und wir fragen uns wieder, was man damit „beweisen“ will.

Denken wir nur an die Beweise, die Jesus Christus lieferte, als er hier auf der Erde war. Es waren Beweise, die eindeutig nicht von Menschen erbracht werden konnten. Jeder einfache Mensch konnte erkennen, dass der verheißene Messias gekommen war, und es waren keine geschönten menschlichen Erklärungen nötig. Sollte Jesus bei seiner zweiten Wiederkunft nicht mindestens ebenso eindeutige Beweise ins Feld führen, damit jeder Mensch dieses so bedeutende Ereignis zweifelsfrei wahrnehmen kann? Die Antwort der Bibel ist ein klares Ja.

Neues Licht – und die „Demut“ der Leitenden Körperschaft

Beim Lesen dieses Buches fällt auf, wie man mit dem angeblich „neuen Licht“ bei wichtigen Lehren hausieren geht, indem sie bei jeder Gelegenheit als besonderer Segen Jehovas herausgestellt werden. – Doch altes Licht oder alte unhaltbare Lügen gegen neue Lügen oder „neues Licht“ zu ersetzen, kommt der Wahrheit eben nicht näher…

Seite 12 stellt die „überlappende „Generationen-Lehre“ visuell dar, die seit ihrer Einführung im Jahr 2010 bei denkenden Zeugen nur ungläubiges Staunen, wenn nicht gar Heiterkeit hervorruft. Mittlerweile unterteilt man die Generation, von der Jesus in Matthäus 24:3 spricht, und die nicht vergehen würde, bis alle diese Dinge geschehen“, aus der Not heraus einfach in zwei unterschiedliche Gruppen ein. Die eine davon soll in unserer heutigen Zeit leben, während die andere, welche die Ereignisse von 1914 miterlebt haben soll, allmählich ausstirbt.

Wenn ein Lehrpunkt der WTG nicht mehr zu halten ist, weil irgendwann auch einfache Gemüter merken, dass etwas nicht stimmen kann, überrascht sie immer wieder durch erfindungsreiche Rösselsprünge und skurrile Erklärungsversuche, die sie aus dem Hut zaubert, bleibt aber den biblischen Beweis dafür schuldig. Mit „neuem Licht“ bügelt man problemlos und ohne Not jede Scharte aus, und die Gemeinde nimmt es so dankbar an wie die Erde den Morgentau.

Mit „neuem Licht“ kommt man erst gar nicht in die Verlegenheit zu beweisen, dass Jesus zwei Gruppen im Sinn hatte, als er von dieser Generation sprach. Trotz aller Finessen und Spitzfindigkeiten dürfte dieser Beweis auch kaum zu erbringen sein. Der Sklave fährt mit seinen Zeugen ganz einfach Karusell.

Mit der Autorität eines göttlichen Boten, dessen Nachricht nicht diskutabel ist, sagt er uns gleichsam: „Nachdenken und kritisieren sofort einstellen, am himmlischen Manna wird nicht herumgemäkelt! Wenn es sich nun einmal um zwei Generationen handelt, deren Lebenszeiten sich überschneiden, dann ist das als neuer Erkenntnisgewinn so von euch zu akzeptieren. Schließlich schreitet der Sklave ständig voran und lässt euch gnädiger Weise an seinen Eingebungen teilhaben.“ So wird dieses neue Verständnis in diesem Buch nach bewährter Methode häufig wiederholt, um es im Sinn der Leser möglichst rasch als festen Bestandteil des Glaubensgebäudes zu verankern. Das setzt man solange fort, bis die Gruppe der Kritiker auf einen ungefährlichen Rest geschrumpft ist.

Seite 23 erinnert uns daran, dass Jesus im Jahr 1919 den „treuen und verständigen Sklaven“ ernannte: „…eine kleine Gruppe gesalbter Männer, die die Führung seines Volkes übernehmen sollte.“

So wird uns auf den Seiten 61 und 62 versichert, dass der Sklave besonders ab diesem Zeitpunkt damit begonnen habe, geistige Speise auszuteilen. Sie tritt in Form von gedruckten Publikationen und Lehrveranstaltungen in Erscheinung, die sich in ständigen Appellen ergehen, dass von nun an alle wahren Christen in der Verantwortung stünden, sich am Predigtwerk von Haus zu Haus zu beteiligen. All diejenigen, die das ablehnen, sind Abtrünnige, die nicht in der Lehre Christi geblieben sind und daher ausgeschlossen werden müssen, um „die Versammlungen rein zu erhalten“.

Seite 37 enthält einen Haftungsausschluss bezüglich falscher Aussagen und neuer Kehrtwenden im Lehrgebäude des „Sklaven“ und erinnert an die AGBs einer Firma. Damit schreibt sich die WTG aber selbst diplomatische Immunität zu: Wer sie kritisiert oder ablehnt, erhebt sich in Wirklichkeit gegen Gott selbst. Wie manch anderes in diesem Buch, verfolgt man hier den Zweck, die Organisation als „heilig“ und oberste Glaubensinstanz zu präsentieren:

„Wie Kapitel 4 und 5 dieses Buches zeigen, musste Gottes Volk in den vergangenen 100 Jahren ihr Verständnis bei einer Reihe von Gelegenheiten korrigieren. Bedeutet diese Tatsache, dass sie nicht Gottes Segen haben? Im Gegenteil! Er unterstützt sie. Wieso? Weil die, die Jehova fürchten, zwei Eigenschaften zeigen, die Gott liebt: Glaube und Demut!“ (Heb 11:6, Jak 4:6) – Da werden diese beiden wertvollen Eigenschaften doch allen Ernstes mit Leichtgläubigkeit in einen Topf geworfen.

„Jehovas Diener haben Glauben, dass alle Verheißungen in Gottes Wort wahr werden. Sie zeigen Demut, wenn sie zugeben, dass sie falsch verstanden haben, wie genau sich diese Verheißungen erfüllen werden.“ (Gottes Königreich herrscht, Seite 37)

Wirklich demütig wäre es dagegen gewesen, den Mund nicht vorschnell so voll zu nehmen und mit den übereilten Prognosen noch etwas zu warten – das hätte viel neues Licht erspart.

Ja, man ist mit selbst doch außerordentlich verständnisvoll, nachsichtig und gnädig, wo wir doch alle so unvollkommen sind! Da heftet der Sklave doch glatt jedem Untertan die Demut und den Glauben an die Brust wie einen Orden. Der Ton wird jedoch sofort ungleich rauer und unversöhnlich, wenn man die bösen Machenschaften, die Verirrungen und das Unvermögen die Bibel richtig zu verstehen bei den bösen religiösen Konkurrenten sieht. Das schadet aber nicht, sondern hebt im Gegenteil das Bewusstsein um die gottgewollte Abgehobenheit gegen den Rest der Menschheit zu verdeutlichen.

Dieses Problem ist alt, und so mahnte einst Paulus: „Du, der du andere lehrst, belehrst dich selbst nicht?“ – So führt der „Herrscher der Gewalt der Luft“ diese Leute eben am Nasenring und lässt sie ständig von dem Kakao trinken, durch den er sie zieht.

Unter der Überschrift auf Seite36: In der „Zeit des Endes“ wird die wahre Erkenntnis „überströmend“ versteigt man sich zu dieser Aussage: „Doch wir können die Bibel noch so gewissenhaft untersuchen – die Wahrheit über das Königreich verstehen wir nur, wenn Jehova uns diese Erkenntnis schenkt.“ – Wenn das so ist, warum sollten wir dann noch mit den Menschen die Bibel studieren? Oder sind die Verkündiger etwa die Verlängerung des göttlichen Mitteilungskanals in Form der WTG?

Sollte sich Gott etwa ständig korrigieren müssen? Nein? Von wem stammt dann das „neue Licht“, wenn diese Erkenntnis nach dem Überschreiten des Verfallsdatums immer wieder verworfen und durch neue Spekulationen und Behauptungen ersetzt werden muss? Kann man denn absehen, wann diese geistigen Häutungen endlich einmal aufhören werden? Oder schüttelt die WTG ihre Unterstützer mit ihrem Zickzack-Kurs so hin und her wie ein Hund seine Beute schüttelt? Nach dem Gesetz der Serie ist doch jede neue Wendung im vermeintlichen Verständnis bereits schon wieder veraltet, wenn sie die WTG mit großem Brimborium auf ihre weltweite Gefolgschaft ausgießt. Doch keine Bange, der „Lichtträger“ verfügt über einen unerschöpflichen Pool an „neuem Licht“.

Kein Wunder, dass auch sein Sklave den Anspruch geltend macht, die wahre Erkenntnis von Gott erhalten zu haben, auch wenn sie sich immer wieder als falsch erwiesen hat und die Untertanen keine andere Wahl haben, als dieses unbekömmliche Manna aus der Küche des großen Unholds zu schlucken. Doch mit „verblendetem Sinn“ stellt man sich selbst immer wieder das Zeugnis des erwählten Volkes Gottes aus und fühlt sich durch Jesu Worte aus Matthäus 13:11 als elitäre Gruppe bestätigt: Euch, (den Jüngern Jesu) ist’s gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber (den Juden) ist’s nicht gegeben.

Bereits Jesaja prophezeite: „Hörend werdet ihr (die Juden) hören und doch nichts verstehen.“

Natürlich wendet man diese negative Beurteilung nicht auf sich selbst an; damit sind ja immer nur die anderen gemeint, die keine Erkenntnis besitzen. Damit ist der Anspruch im Besitz der Wahrheit zu sein, so lange illusorisch, wie keine äußeren Beweise auf der Grundlage der Bibel vorliegen. Das Beharren auf grundlosen Behauptungen kann demnach nur das Ergebnis einer lang anhaltenden Gehirnwäsche sein. Und darin ist nur einer der wahre Meister, der Herrscher der Welt.

Würde die leitende Körperschaft ihr Verständnis auf einer „Nimm es an, oder lass es“-Basis stellen, wäre das eine Sache. Steht aber eine Person mit ihrer Bibelerkenntnis auf, die nicht den „zeitgemäßen“ Lehren entspricht, wird sie einfach niedergeknüppelt: familiäre Entfremdung und Verbalinjurien wie „Dämonisierung“, „geistig Kranker“ und „Abtrünniger“ sind die bekannten Sanktionsmaßnahmen.

In letzter Zeit tendiert die LK dazu ihre Sanktionen noch zu verschärfen, um den Abschreckungseffekt gegen Ungehorsam zu verstärken. Statt Langmut gepaart mit dem Geist der Milde und echter Zuneigung zu ihren Brüdern stellt man eher einen Geist der Abgehobenheit und Arroganz fest. Das aber entspricht so gar nicht unserem Vorbild Jesus Christus. Der Sohn Gottes war ohne jeglichen Anflug von Überheblichkeit, dafür aber von Herzen mildgesinnt und demütig.

Diese Tatsache relativiert auch die scheinheiligen Aussagen auf den Seiten 147 und 153, auf denen die Wachtturmgesellschaft sich dafür rühmt, auf dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erfolgreich Berufung für die „Freiheit der Gedanken, des Gewissens und der Religion“ eingelegt zu haben.

Der Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention garantiert allerdings nicht nur die Freiheit zur Religionsausübung, sondern auch die „Freiheit der Gedanken, des Gewissens und der Religion“. Natürlich gilt das auch für den Fall, dass jemand seine Glaubensansichten ändert. Einem Zeugen Jehovas wird das jedoch verwehrt und sogar mit dauerhafter Ächtung in der Familie geahndet.

Das Buch wartet mit einigen Aussagen auf, die dem unterrichteten Leser die Haare zu Berge stehen lassen. Einige davon, die sich auch gut zur Besprechung mit indoktrinierten Verwandten eignen könnten, sollen nachfolgend beleuchtet werden.

Organisatorische Veränderungen – begrenzt oder unbegrenzt?

Ein verwirrender Bestandteil des „neuen Lichts“, welches den treuen Sklaven wie ein unauslöschlicher Heiligenschein umgibt, ist die Vorstellung, dass Christus die Erde 1914 besucht haben und die Läuterung der frühen Bibelforscher bis 1919 überwacht haben soll, was auf Seite 100 wie folgt beschrieben wird:

„Von 1914 bis ins frühe 1919 hat Jehova es gestattet sein Volk durch verschiedene Prüfungen und Drangsale gehen zu lassen, um es zu reinigen und zu läutern. Demnach erhoben sich diese Gesalbten in einem geläuterten Zustand, erpicht darauf, ihre Unterstützung für den messianischen König zu zeigen!“ (Gottes Königreich herrscht, Seite 100)

Mit einem derart genau spezifizierten Zeitraum von fünf Jahren der Zusammenarbeit mit Jehova und Christus, sollte man annehmen, dass alle notwendigen Säuberungen Ende 1919 abgeschlossen sein sollten. Doch im nächsten Absatz lesen wir etwas anderes:

„War das das Ende der Läuterung und Säuberung für das Volk Gottes? Nein! In den letzten Tagen setzte Jehova es fort, seinen Anhängern durch den messianischen König zu helfen, rein zu sein, damit sie in dem geistigen Tempel bleiben könnten“. (Gottes Königreich herrscht, Seite 101)

Wir fragen uns nur: Wenn Gottes Volk tatsächlich zwischen 1914 und 1919 gesäubert wurde, warum dauerte es dann immer noch Jahrzehnte für ständig weitere Säuberungen? Wann soll die Zeit der Säuberungen denn enden?

Die Leitende Körperschaft scheint sich nicht entscheiden zu können, oder sie erkennt schlicht nicht die Notwendigkeit dazu. Der einzige Erklärungsversuch wird auf Seite 108 angeboten, auf der uns erzählt wird, dass beständige Weiterentwicklung notwendig sei, weil „Satan niemals damit aufhören würde zu versuchen Christi Nachfolger zurück in den Sumpf der Unmoral zu ziehen.“ Aber Moral ist die eine Sache… organisatorische „Nachbesserung“ ist das andere.

Nehmen wir als Beispiel die Anordnung zur Ernennung der Ältesten.

Rückwärts gehen, um vorwärts zu kommen?

Seite 119 beschreibt organisatorische Verbesserungen hinsichtlich der Ältestenschaft unter Bezug auf Jesaja 60:17: Ich will Gold anstatt des Erzes und Silber anstatt des Eisens bringen und Erz anstatt des Holzes und Eisen anstatt der Steine; und will zu deiner Obrigkeit den Frieden machen und zu deinen Vögten die Gerechtigkeit.“

Der nächste Absatz ist die Wiedergabe eines Auszugs mit der Hervorhebung durch den Autor:

Jesajas Prophezeiung besagt, dass ein Material durch ein anderes ersetzt werden würde. Aber beachte, dass dieser Ersatz Veränderung bedeutet, nicht vom schlechten zum Guten, sondern vom Guten zum Besseren. Kupfer durch Gold zu ersetzen, ist eine Verbesserung und das gleiche gilt auch für die anderen erwähnten Materialien.
Also sagte Jehova mit diesem Sinnbild voraus, dass sich der Zustand seines Volkes Schritt für Schritt verbessern würde.
“ (Gottes Königreich herrscht, Seite 119)

Diese Aussage könnte deutlicher nicht sein: Organisatorische Anpassungen gehen nur in eine Richtung: Nämlich vorwärts und nicht rückwärts. Behalten wir das im Sinn und betrachten wir, was dasselbe Kapitel über die Ernennung der Ältesten in den folgenden Absätzen ausführt:

„Der Wachtturm vom 15.11.1895 kündigte eine weitreichende Veränderung an. In jeder Gemeinde sollten Älteste gewählt werden, die die Aufsicht über die Herde übernehmen sollten.“ (Gottes Königreich herrscht, Seiten 118, 119).

Und so wurde unter Russels Leitung eine Anordnung getroffen, nach der es für jede einzelne Gemeinde oder Versammlung Ältestenschaften geben sollte, statt eines einzigen Führers.

Aber Rutherford hatte andere Ideen, wie es Raymond Franz in seinem Buch „Der Gewissenskonflikt“ beschreibt:

„Die biblische Anordnung der Ältestenschaft wurde 1932 von Richter Rutherford beendet, aufgrund mangelnder Kooperation mancher Ältester mit den Programmen und Richtlinien der Gesellschaft. Seine Stellung als Präsident gab Rutherford die nötige Autorität, einen solchen Standpunkt zu vertreten, und alle Versammlungen wurden aufgefordert, für die Auflösung der Ältestenschaft und für ihre Ersetzung durch eine von der Gesellschaft ernannten „Dienstleiter“ zu stimmen.

Für die nächsten 40 Jahre gab es keine Ältestenschaften in den Versammlungen. Deshalb benutzte die Neue Welt Übersetzung der Heiligen Schrift, die von der Gesellschaft in den 1950-ern veröffentlicht wurde, regelmäßig den Begriff „ältere Männer“ statt „Älteste“, ein damals offiziell in Verruf geratener Ausdruck.“ („Der Gewissenskonflikt“ von Raymond Franz, Seiten 26, 27)

Diese Version der Ereignisse stimmt genau mit der Erzählung überein, die im neuen Buch „Gottes Königreich herrscht!“ präsentiert wird:

Von 1932 bis 1972, wurde die Aufsicht über eine Versammlung hauptsächlich von nur einem Bruder getragen. Bis 1936, wurde ein solcher ernannter Bruder „Dienstleiter“ genannt. Danach wurde der Name in „Gemeindediener“, anschließend in „Versammlungsdiener“ und zuletzt in „Versammlungsaufseher“ geändert. Diese ernannten Brüder sorgten eifrig für das geistige Wohl der Herde. Der Versammlungsaufseher traf üblicherweise Entscheidungen für die Versammlung, ohne mit anderen Dienern in der Versammlung Rücksprache zu halten.“ (Gottes Königreich herrscht, Seite 122 ff)

Man fragt sich unwillkürlich nach dem Sinn dieser organisatorischen Rösselsprünge. Man ging von einer „theokratischen“ Ernennung der Ältesten unter Russell zu einer nichttheokratischen Ernennung eines „Versammlungsdieners“ unter Rutherford über. Danach kehrte man unter Knorr zur ursprünglichen Variante zurück. Wie lautet die Erklärung für dieses Hin-und-Her an organisatorischen Veränderungen, wie sie auf Seite 119 beschrieben werden? Wurden diese Meilensteine von organisatorischen Änderungen auf Anweisung des Königs Jesus Christus umgesetzt? Hat man sich damit etwa „vom Guten zum Besseren“ bewegt?

Was die nahe Zukunft bringt!

Doch es werden nicht nur Vergangenheit und Gegenwart der Organisation Gottes falsch dargestellt, nein, man orakelt weiter darüber, was wohl die nahe Zukunft bringen wird. Da ist Fantasie gefragt. Die Zeugen lauschten immer schon gerne fantastisch ausgeschmückten Erzählungen über die Zukunft, die geeignet waren, das Paradies so auf ihr inneres Auge zu projizieren, dass man es mit Händen greifen zu können wähnte. Mit solchen Imaginationen gewürzte Kongresse lassen das Auge des Zeugen aufleuchten und sein Herz höher schlagen, bestärken ihn in seinem Entschluss fest hinter seinem Sklaven zu stehen – und – machen ihn für logische Argumentationen endlich und vollends unempfänglich und beratungsresistent.

Zukunft.001Eine düster wirkende Grafik auf den Seiten 224 und 225 stellt Ereignisse vor, die bis zum Ausbruch von Harmagedon zu erwarten sind, darunter einen Angriff der Vereinten Nationen gegen die Religionen. Die Wachtturmgesellschaft scheint schon vergessen zu haben, dass sie in den Vereinten Nationen selbst schon viele Jahre als NGO (Nichtregierungs-Organisation) registriert war (siehe unterWachturm der ehemalige Busenfreund).Die Kette eskalierender Ereignisse gipfelt in der Schlacht von Harmagedon, wenn„Jehova seinen König schickt, um alle Getreuen zu retten.“

Um die „Realität“ der zukünftigen Entwicklung zu unterstreichen, sieht man auf Seite 229 eine riesenhafte Christus-Gestalt – die auffallend an Kenny Rogers erinnert – mit einem Bogen in der Linken vom Himmel kommend erdwärts stürmen, grimmig entschlossen Furcht einflößende Jesus reiter.001Dinge zu tun. Ähnliche Bilder wurden schon früher verwendet, aber hier soll die Illustration wohl verdeutlichen, dass Jesus im Jahr 1914 unsichtbar gekommen war. Das war vor 100 Jahren. Heute scheint man den Eindruck vermitteln zu wollen, dass Jesus seinen Auftrag damals nicht vollständig abschließen konnte und so ein weiteres Mal kommen muss, um seine Aufgabe zu vollenden. Zu welch geistigen Purzelbäumen man doch Zuflucht nimmt, wenn das Hemd zu kurz wird!

Doch widerspricht Jesu Endzeitrede dieser wenig überzeugenden Interpretation des Sklaven: Jesus soll demnach seine Herrschaft zunächst unsichtbar im Himmel antreten, dann 100 Jahre später ein weiteres Mal kommen, um Gericht zu halten und sein Urteil zu vollstrecken? – Kurz vor seiner Himmelfahrt sprach Jesus davon, dass er bei seinem zweiten Kommen, und zwar für jedermann sichtbar in Erscheinung treten werde, von einem weiteren, dritten Kommen ist in der Bibel nirgendwo die Rede. Für eine „unsichtbare Gegenwart“ bleibt da einfach kein Raum.

Um das prägende Bild abzurunden, wird zunächst die völlige Vernichtung aller Nicht-Zeugen abgeschlossen. Dann ist die Bühne frei für die Umsetzung der bunten Heilsversprechungen rund um das Paradies, die im letzten Kapitel ausführlich beschrieben und wie üblich mit allzu bunten Bildchen garniert sind. Paradies.001Wie immer sieht man hier mit den Augen des Sklaven junge, glückliche Menschen, gekleidet nach seinen Vorstellungen, beim Picknick im Grünen oder beim Ernten übergroßer Tomaten.

Das Festhalten an 1914

Dem Sklaven mangelt es auch hier wieder einmal an Einsicht, Kraft und Mut für eine längst überfällige Revidierung dieses ominösen Datums. Und so klammert man sich auch in diesem Buch weiter hartnäckig an das Jahr 1914.

Obwohl das Referenzdatum mit dem Jahre 607 v.u.Z. für die erste Zerstörung Jerusalems unhaltbar ist, da die Fakten mit überwältigender Mehrheit für das Jahr 587 v.u.Z. sprechen, hält man eisern daran fest, denn damit würde eine der wichtigsten Säulen ihres Lehrgebäudes zusammenbrechen. Die sieben Zeiten würden dann nämlich im Jahre 1934 geendet haben, mit welchem sich eben kein spektakuläres Ereignis verknüpfen ließe. Die ganze schöne Chronologie, an welcher man die unsichtbare Gegenwart Christi festmacht, würde sich damit in Luft auflösen. Doch das würde weltweit erdbebengleiche Irritationen unter dem Volk Gottes hervorrufen, die man weder gegenwärtig noch in naher Zukunft ohne Blessuren überstehen würde. Also bleibt es dabei: man muss an diesem unhaltbaren Dogma weiter krampfhaft festhalten, bis, ja bis auch diese falsche Lehre endlich als solche entblößt und endgültig auf dem Scheiterhaufen falscher Lehren landen wird.

Carl Olof Jonsson, ein ehemaliger Bruder aus Göteborg, Schweden, ließ es sich denn nicht nehmen, das für ihn strittige Datum mit 607 v.u.Z. über mehrere Jahre hindurch auf seine Stichhaltigkeit hin zu überprüfen. Was er in Instituten und Fachbibliotheken an Materialien zusammengetragen hatte, gilt in Fachkreisen längst als wertvolle Zusammenfassung bestätigter außerbiblischer Quellen, welche selbst die Bibel bei genauer Betrachtung der Eckdaten für die 70-jährige Verödung Jerusalems bestätigt. Doch damit machte er sich bei den Verantwortlichen der WTG keine Freunde und wurde nach einer 3-jährigen Korrespondenz mit ihr erwartungsgemäß alsbald ausgeschlossen.

Für die meisten Zeugen dürfte es völlig in Ordnung sein, das Jahr 1914 angesichts der „Hundertjahrfeier“ ständig hervorzuheben. Für den Fall, dass auch die kommenden Jahrzehnte ohne die herbeigesehnten Ereignisse vergehen werden, wird dieses Buch – zusammen mit allen anderen Büchern, die auf 1914 verweisen – womöglich in Vergessenheit geraten, wie seinerzeit die unhaltbaren Schriftstudien mit der Pyramidenlehre Russells und manch anderes mehr. Das alles dürfte aber unserem wendigen Sklaven keine Bauchschmerzen bereiten, da es auch dann wieder seine beiden Zauberwörter richten werden, die sich in der Vergangenheit doch so gut bewährt haben: „Neues Licht“. Es macht jede Erklärung zu den veralteten Lehren überflüssig und stärkt ohne weiteres Zutun das Vertrauen in die neuen Lügen, bis auch sie wieder als überholt gelten und wieder durch „neues Licht“ abgelöst werden.

Das Buch „Der Gewissenskonflikt“ von Raymond Franz, für die LK natürlich ein rotes Tuch, bringt die Problematik mit diesem einen Satz in seinem siebten Kapitel auf den Punkt:

„Wird der Glaube an 1914 gebrochen, so fällt das auf Sand gebaute Lehrgebäude zusammen“

Das vorgestellte Buch lässt auch für die kommenden Jahre kein Umdenken erwarten. Denn sollte die leitende Körperschaft je zugeben, dass ihre Lehre um das Jahr 1914 falsch war, würde sie sich selbst zusammen mit ihrer ganzen Organisation augenblicklich in Nichts auflösen. Die Bruderschaft würde sich orientierungs- und führungslos zerstreuen. Das will die WTG aber so rasch nicht zulassen und beharrt stattdessen lieber noch weitere Jahre auf ihrer Erfindung um die unsichtbare Gegenwart im Jahre 1914.

Doch der Tag der Abrechnung wird kommen, an welchem selbst die Dinge, die derzeit noch verborgen sind, aufgedeckt, gebrandmarkt und ausgelöscht werden.

Mag ich nicht (26)

22 Kommentare zu “Anmerkungen zum neuen Buch „Gottes Königreich herrscht“

  1. Sledge Hammer

    Seite 12 erhält eine direkte/indirekte neue Terminankündigung für Harmagedon. Anhand der Bildergrafik und Erklärung beginnt ein jeder ZJ doch an zu rechnen, wie lang es höchstens noch dauern kann bis zum D-Day. Diejenigen, deren 10 Finger dazu nicht ausreichen, nehmen sich noch 4 Brüder zu Hilfe. 50 Finger sollten ausreichen, um die erforderlichen Berechnungen durchführen zu können.

    Allen ZJ, die behaupten, die Organisation gibt keine Termine bzw. Daten mehr für Harmagedon bekannt, sollte diese Seite entgegen gehalten werden. Es straft sie Lügen.

     

  2. Papillon

    Neuer Gedanke in unserem neuen Buch seite 223 fussnote Müsst ihr mal lesen das Buch . Freu mich auf eure Ausführungen . Die Fußnote sagt das nicht die religiösen Anhänger ausgerottet werden bei der vernichtung babylons sondern die religiösen Einrichtungen .

  3. Aufgwachter

    Liebe Bruderinfo Gemeinde,
    es freut mich ungemein dass Ihr so aufgerüstet habt - ich meine technisch und visuell, sowie inhaltlich absolut authentisch geblieben seit. Ich persönlich lese seit ca. 2 Jahren Eure Aufsätze und meistens bin ich absolut konform. Aufgewachsen als ZJ- "Hardcore"- Pionier / DAG / ÄL, kenne ich das ganze Lehr - Geschreibsel seit ich lesen kann - mehr als 40 Jahre....
    Es ist wirklich eine Leistung, nachdem man den Schleier der scheinbar undurchdringlichen Manipulation überwunden hat - seinen Glauben zu bewahren und / oder neu zu definieren. Eure Artikel helfen dabei sehr - vielen Dank dafür!

    Ihr könnt gar keinen besseren Weg gewählt haben als diese HP. Für mich persönlich ist es trotzdem erstaunlich wie die Masse der ZJ sich nie weiterführende Fragen stellen. Da sind ja doch mal ganz gebildete Brüders dabei, die scheinbar nie hinterfragen. Sind die ZJ alleine so professionell geworden, oder werden größere Ziele auch durch solche religiösen ORGS versucht zu erreichen?
    Persönlich habe ich es seit Jahren als eine Beleidigung meines Gott gegebenen Intellekts empfunden, Frage - Antwort -Spielchen am Sonntag Morgen mitzumachen. Das geht gar nicht. Wer sich nicht einer Diskussion oder zumindest anderen Gedanken die auch mal den Standpunkt in Frage stellen können, stellen kann, der ist nicht qualifiziert genug, anderen seine Ansichten aufzudrücken zu wollen - und dann noch zum guten Schluss mit einer verzweifelten "Autoritätskeule".

    Das ist so weit entfernt von den Lehren des Christus - wie die Erde und die Sonne. Ich denke Ihr habt die Wichtigkeit Eurer Aktivitäten schon längst erkannt, dafür möchte ich Euch persönlich endlich mal meinen Dank aussprechen. Vermutlich wird es vielen Mitlesern so ergehen. Totalitäre Systeme wie die ZJ als Insider zu erkennen ist ein sehr wichtiger und entscheidender Schritt für eine Veränderung. Diese dann aber auch zu verlassen und hinter sich zu lassen ohne Groll auf Entscheidungen- verantwortet durch die ORG - die das Persönliche Leben maßgeblich beeinflusst haben, ist eine ganz andere Nummer.

    Ein gewaltiger Lernprozess den man persönlich bereit sein muss zu beginnen und zu führen - egal wie lange es dauert. Das wollte ich Euch einfach mal so mitteilen. Ich werde mich nun dem Kreis der Schreiber anschließen, soweit meine Möglichkeiten dies zulassen.
    Seid herzlichst gegrüßt
    Aufgwachter

    1. Matthäus

      Sehr guter Kommentar, auch ich habe 40 Jahre gebraucht diese Gehirnwäsche die hinter dieser Organisation abläuft, zu durchschauen.

      Freue mich auf weitere Kommentar von dir!
      LG. Matthäus

    2. bruderinfo1

      Lieber Aufgewachter,

      danke für Deine anerkennenden Worte. Es freut uns sehr, dass Du aus dem Bereich der stillen Leser herausgetreten bist. Das bereichert unsere Seite.

      Dass Brüder und Schwestern auch nach 40 Jahren und mehr nicht völlig indoktriniert sind und sich eine große Portion selbstständiges Denken bewahrt haben macht Mut. Auch unser Eindruck ist, dass die WTG gerade in den letzten Jahren erheblich überzieht mit ihrer unverholenen Selbstdarstellung und Arroganz. Sie predigen sich selbst als unverzichtbares Mittel zur Rettung und Verbindungsglied zum Schöpfer. Das wird nicht ohne Folgen bleiben. Immer mehr Brüder stößt es ab.

      Fühle Dich frei Dich weiter hier einzubringen und vlt auch Deine derzeitige Situation in der Versammlung zu beschreiben.

      Lg
      Bruderinfo1

  4. Peter

    hallo , an alle die hier ihre kommentare abgeben . dies zeigt mir der schon viele jahre aus dem ZJ-geschäft raus ist das sich vieles geändert hat , es ist nicht mehr die glaubenskiste die ich als kind kannte bis zum ausstieg als ich 33 jahre alt war. heute bin ich fast 60 jahre alt
    es hat sich aber eins nicht geändert die spong bob mentalität , es ist wie ein schwamm man kann es alles schlecht fassen , meinungen der warwick-weisen werden so interpretiert den gläubigen wie man sie benötigt. denke gerade an die umstellung der 1914 lehre.
    jemand der jemand der zum überrest gehört , der wieder jemand kennt usw. somit hat ein gummiband das man ziehen kann , somit brauch man sich nicht auf ein gewisses datum festlegen .
    die damalige ausdrucksweise das 1975 sechstausend jahre menscheitsgeschichte zuende sind hat viele dazu gebracht persönliche entscheidungen zutreffen das man fast am ende seiner kräfte war.
    denn man wartete ja auf das ende , sowie heute und morgen und übermorgen .......
    wie kann man charles taze so herabwürdigen , den gründungsvater , ihn als einfache mitglied werten . vertuschung in vielen lehrteilen , den jetzt hat man es einfacher die älteren zeugen die schlimme dinge erlebt haben sind fast alle gestorben , eien neu marketing strategie muss her, da stören alte geschichtliche dinge.
    wer von den jungen zj hier in deutschland kennt konrad franke noch , wer kennt wrobel der fürs geschichtsarchiv tätig war und von der bildfläche verschwandt .
    man setzt heute auf moderne technik die vor jahren als satanszeug betrachtet wurden ( internet) , man gibt sich mit solchen publikationen den anschein liberaler zusein , in dem man viele dinge nicht mehr erwähnt.
    wo nach ich immer noch eine antwort suche , warum werden älteste nicht auch psychologisch ausgebildet , damit man hilfestellung geben könnte wenn sie benötigt wird ( bei eheproblem , arbeitslosigkeit , burnout ... und verfehlungen jeglicher art ) besonders bei opfer die sexuellen dingen über sich ergehen lassen mussten ?
    die zwei zeugen reglung etc.
    ich akzeptiere jeden menschen und ihren glauben auch zeugen jehovas , den man hat sich eien seelische insel geschaffen , was ich nicht akzeptiere ist wie man menschen hinters licht führt um sie manipulieren so wie man es benötigt.
    man sagt das nathan homer knorr einmal gesagt haben soll : es ist eine firma ......

    also doch nicht die organsation jehovas ... dies sind dinge die verschwiegen werden.

    (wer schreibfehler findet darf sie korigieren )

    1. Omma@Peter

      Lieber Peter,

      zunächst ein herzliches Willkommen!!!

      Auf deine Frage:
      wonach ich immer noch eine Antwort suche, warum werden Älteste nicht auch psychologisch ausgebildet, damit man Hilfestellung geben könnte wenn sie benötigt wird (bei Eheproblemen, Arbeitslosigkeit, Burnout … und Verfehlungen jeglicher Art ) besonders bei Opfer, die sexuelle Dinge über sich ergehen lassen mussten ?

      Es folgt ein Auszug aus dem Hüte-Buch: (Hier geht es um psychische Erkrankungen, die anderen Probleme werden in dem Buch auch angesprochen, würden aber hier den Rahmen sprengen)

      „Hüte – Buch“
      S. 53/54
      22. Älteste sind keine Psychiater oder Psychotherapeuten, sondern Hirten (1.Petr. 5:2) Sie sollten folglich nichts tun, was als Gruppentherapie aufgefasst werden könnte. Es ist nicht nötig, Zeit für die Lektüre von Fachliteratur über Psychologie oder Psychiatrie einzusetzen. Älteste sollten nicht die Rolle eines Therapeuten übernehmen. Wer ernsthaft psychisch erkrankt ist, braucht womöglich professionelle Hilfe. (w88 15.10. S. 27)
      S. 54/55
      25. ( ... werden Verhaltensregeln aufgezeigt, die ein Ältester mit einem psychisch Kranken besprechen sollte, wenn er sich in eine professionelle Behandlung begeben will.)
      S. 55
      26. Älteste sollten sich dessen bewusst sein, dass die Zeit begrenzt ist, die sie für Verkündiger mit emotionalen Problemen einsetzen können. Daher müssen sie darauf achten, dass die Erfüllung dieser Hirtenpflicht in einem ausgewogenen Verhältnis zur Erfüllung all ihrer anderen Pflichten steht. .....

      (Vorher auf S. 48 Abs. 3 wird noch gesagt: Älteste sind zwar hilfsbereit, sollten aber nicht unvernünftig viel Zeit für Personen einsetzen, die ständig Probleme haben.)

      Deine Frage würde ich so beantworten: ES IST NICHT ERWÜNSCHT!!! Für die WTO sind andere Dinge wichtiger.

      GLG Omma

      1. Peter

        danke liebe omma ,
        für den kurzen einblick in ein "geheimes buch" ,
        „Hüte – Buch“
        S. 53/54
        22. Älteste sind keine Psychiater oder Psychotherapeuten, sondern Hirten (1.Petr. 5:2) Sie sollten folglich nichts tun, was als Gruppentherapie aufgefasst werden könnte. Es ist nicht nötig, Zeit für die Lektüre von Fachliteratur über Psychologie oder Psychiatrie einzusetzen. Älteste sollten nicht die Rolle eines Therapeuten übernehmen. Wer ernsthaft psychisch erkrankt ist, braucht womöglich professionelle Hilfe.

        wenn man menschen die aus was für gründen erkrankt sind und psychologische hilfe benötigen muss man kein psychologe sein , mensch sein ist wichtiger .

        sie die die hirtentätigkeit nachgehen sollten sich den text aus einem lied von wolfgang ambros zu herzen nehmen der den menschen in einer gesellschaft sieht die nur von diktaten und regeln bestimmt wird , die menschen die hilfe benötigen können dies evt. nach empfinden

        A Mensch mecht i bleibn

        A Mensch mecht i bleibn
        (ein mensch möchte ich bleiben)
        Und i wü net verkauft werdn
        (und ich will nicht verkauft werden)
        Wie irgend a stickl Woar
        (wie irgend ein stückchen ware)
        Net olles wos an Wert hot
        (nicht alles was einen wert hat)
        Muas a an Preis hobn
        (muss einen preis haben)
        Owa moch des amol wem kloar!
        ( aber mach das allemal einem klar)
        .
        .
        .
        A Mensch mecht i bleibn, mein Lebn mecht i lebn
        ( ein mensch möcht ich bleiben , mein leben möcht ich leben)
        A Mensch mecht i bleibn und i werd olles dafüa gebn
        (ein mensch möcht ich bleiben , und ich werde alles darfür geben)
        Dass i des Morgn erreicht hob, von dem i Heute noch draam
        ( das ist es was ich morgen erreicht habe , von dem ich heute noch träume)
        I wü net, dass i irgendwos versaam!
        ( ich will nicht , das ich igend etwas versäume)
        https://www.youtube.com/watch?v=kUDI5WPDTbw

        bloss dazu benötigt man auch manchmal hilfe von aussen , menschen die man vertrauen sollte , älteste , den sie haben sich diese aufgabe gesetzt menschen zuhelfen. sonst wären sie keine guten hirten die ihre anvertrauten lämmer nur beachten wenn sie gesund sind,

        in der welt der der "falschen religion" werden (kath. kirche z.b.) die anwärter auf ein lehramt geschult , humanwissenschaftlich , auch in diesem wichtigen fach psychologie , da besonders die massenmedien heut zutage ein immer mehr in den vordergrund treten , ( denke an JW.ORG als massenmedium)
        http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/pccs/documents/rc_pc_pccs_doc_19031986_guide-for-future-priests_ge.html

        mit lieben grüßen
        peter

        ( habe heute alles klein geschrieben da es mir so leichter fällt , dicke finger und schlanke tastatur entschuldigt bitte , hoffe aber der sinn meines kommentares ist erkennbar.)

  5. SabineKönig

    Hallo.
    Hat jemand von Euch das Buch von Don Cameron "Gefangene einer Illusion" gelesen?
    Dieses neue Königreich-Buch,welches Du,lieber Autor,hier so gut auseinander pflückst,
    erscheint mir ,wie eine Antwort auf "Gefangene einer...".Wie so eine Gegendarstellung.
    So wie das dicke grüne "Verkündiger"-Buch ja auch irgendwie eine Gegendarstellung zu
    Ray Franz´"Gewissenskonflikt"war.
    Oder irre ich?

  6. Martin

    Liebes BI-Team, liebe Schwestern und Brüder,

    zunächst möchte ich meine Wertschätzung ausdrücken für die Errichtung der neuen Seite BI-Aktuell. Die Ereignisse nach 100 Jahren „1914-Königreichsbotschaft“ überschlagen sich, in der Welt im Allgemeinen und natürlich auch in der WTO. Um so wichtiger ist es, Ereignisse rechtzeitig zu erkennen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die neue Seite wird sicherlich dazu beitragen, sein Unterscheidungsvermögen zu schärfen um die „Anschläge Satans“ rechtzeitig zu erkennen, wo organisatorische Maßnahmen in Wirklichkeit die Bindung zu unserem Herrn Jesus unterdrücken und zu einem menschlichen Organisations-Führungs-Monster führen, das letztendlich zu mehr Unsicherheit im Glauben, Depression und einen Mangel an wirklichem Vertrauen zum Vater und zum Sohn führen.

    Den Brüdern der Versammlung der ich angehöre, geht es nicht gut. Viele sind alt geworden und können nicht mehr, und nicht wenige gehen unter. Als Trostpflaster können sie per Telefon zugeschaltet werden und für sie wird wenigstens noch gebetet. Eine ganze Reihe nimmt diese Möglichkeit nicht wahr. Es bleibt kaum Zeit, um sie seelsorgerisch zu betreuen. Die Ältesten sind selber so mit administrativen Aufgaben betraut, und verstehen gar nicht, weshalb die Beteiligung am „Wachtturm-Bibel-Studium“ und anderen Versammlungsaktivitäten so schwach ist. Sie erfassen nicht die wahre Ursache, weshalb die Brüder in der Wahrheit eigentlich nicht glücklich sind, obwohl es von nicht wenigen vorgespielt wird. Viele sitzen deprimiert und freundlos in den Zusammenkünften, „Kinnlade nach unten“. Älteste müssen sich von Burnaut erholen und in die Reha. Selbst Frauen von Ältesten müssen mit Depressiva behandelt werden und schweben mit Ihren Kommentaren „auf anderen Wolken“. Eine Gruppe fremdsprachiger Schwestern und Brüder ist der Versammlung angeschlossen, aber es gibt keine herzliche aufrichtige Verbindung zu diesen Brüdern. Kein christlicher Familiengeist.

    Anrufe vom Sekretär erfolgen dann, wenn der Predigtdienst-Bericht nicht rechtzeitig eingeht. Selbst bei Brüdern im Alten-u. Pflegeheim, dass sie ja nicht die Verkündigerzahl drücken und so der Eindruck des Rückgangs im Zweigbüro entsteht. Derzeit werden die Brüder angepeitscht, doch zu den Treffpunken am Wochenende zu kommen und Gruppenweise in den Dienst zu gehen und nicht alleine oder zu zweit unter der Woche, nur um die Motivation zu steigern und man führt Freudentänze, wenn dann einige 30-Std. Hilfspioniere wieder bekanntgegeben werden dürfen, woran der Segen Jehovas erkennbar ist. Die Brüder sollen doch auf Ihre Gruppenaufseher zugehen, wenn von ihnen nicht die notwendige Initiative ausgeht. Wie traurig muss es Jesus berühren, dass er kaum in die geistliche Person eines Zeugen Jehovas einziehen darf und ihn dadurch glücklich und gesund machen kann.

    Ich schrieb bisher nie viele Kommentare, bleibe aber immer auf dem Laufenden. Was mich bewegt ist eigentlich folgendes. Ich kenne Schwestern und Brüder, die selbst zu jenen gehörten, die im Okt.1914 am Bethel-Tisch saßen und das Kommen des Herrn erwarteten. Menschen, die ihr ganzes Leben eingesetzt haben, um „Gottes 1914-Königreich“ zu verkündigen und dies im Rahmen der WTG vorgegebenen Dienst-und Organisationsanweisungen. Sie fühlten sich auch zu den Geistgesalbten -änderten jedoch in den 30-iger Jahren ihre Ambitionen, und zählten sich nicht mehr zu den Menschen, die mit Christus „im himml. Königreich regieren werden“, sondern hörten auf, das Abendmahl zu nehmen und glaubten, nicht mehr das Zeugnis des Geistes zu haben, „mit Christus einmal vereint sein zu dürfen“, „sein Fleich zu essen und sein Blut zu trinken“, nur weil ein Präsident der ZJ die Entscheidung traf, das die in Offenbarung erwähnte große Volksmenge von jeglicher Geistzeugung diesbezüglich ausgeschlossen ist und dies öffentlich mit den finanziellen Mitteln der Spender proklamieren konnte.

    Wir kennen alle den weiteren geschichtlichen Verlauf unter JZ. Heute ist es fast ein Vergehen, von diesen Symbolen Brot und Wein zu nehmen und man braucht Mut, Glaubenstärke und Standvermögen, um sich öffentlich als ein geistgezeugtes Kind Gottes in einer Versammlung zu outen. Genau an diesem Punkt ist meine Überlegung: Hat in Wahrheit Satan hier versucht unter dem Deckmantel „wahre Anbetung“ - „er weiss, dass er nur noch eine kurze Frist hat“ - eine Kopie zu erstellen, von Menschen, die einerseits etwas besonderes sein wollen, der Ihren Drang nach der Sehnsucht der Gottesherrschaft und dessen Gerechtigkeit genutzt hat, um Menschen irrezuführen? Wurde durch solche Entscheidungen eines sogenannten neuen Lichtes in Wahrheit bewirkt, dass sogennnte ALPHATIERE sich durch den Geist zum regieren berufen fühlten, während die Masse gerechtigkeitsliebender Menschen schon aus Demut sich nie gewagt hätten, daran zu denken, prädestiniert zu sein, mit Christus „auf Thronen“ zu sitzen. Das Regieren war ja in all den Jahrzehnten das Mittelpunktthema der WTG-Bewegung und ist es bis heute geblieben.

    War es ein Trick Satans, die Masse der Menschen, die durch den „Fischzug der WTG-Aktivitäten“ organisiert wurden, in Wahrheit davon abtrennte, sich zum Leib Christi“ zu bekennen. Noch nicht einmal das NT wurde für sie geschrieben... diesen „armen Holz-und Wasserträgern“ der gesalbten ALPHATIEREN? Die Folgen nach Jahrzehnten sind katastrophal. Viele können noch nicht einmal ihren Herrn Jesus, obwohl sie behaupten an ihn zu glauben, ansprechen und ihn um etwas bitten. Sogleich wäre dies für sie eine Beleidigung des Höchsten JHWH (Jehovas), Götzenanbetung.... Wer will da noch ein vertrautes Verhältnis auch zu Jesus entwickeln und ihn in sein Leben Eingang finden lassen?

    Die Demütigung vieler Zeugen Jehovas, ihre demütigenden Behandlungen, die sie in vielen Versammlungen über sich ergehen lassen müssen von unprofessionellen Ältesten und misserablen Hirten, die die pharisäerhaften Direktiven in den Versammlungen oft durchpeitschen und wenn die Brüder den Anforderungen nicht Folge leisten und wie sie dann oft atakiert und behandelt werden, mit Vorrechten überschüttet und dann wieder von Vorrechten entbunden werden, als „unreif“ deklariert werden, als keine Vorbilder mehr, als „bezeichnet gehalten“, u.a. namenlos öffentlich zurechtgewiesen werden, oft wegen belangloser Angelegenheiten eine Versammlungsdrama entsteht, und Gemeinschaftsentzüge, die nur so hageln. Das alles „erdrückt, deprimiert und macht nicht glücklich und freudig“. Man könnte die Liste beliebig fortsetzen. Denutiantentum – einerseits willkommen, andererseits wird es für viele zur Falle und es werden dann Angriffe gegen diejenigen gefahren, die der Aufforderung nach Denuziantentum gefolgt sind, weil sie so gelehrt wurden.

    Es ist höchste Zeit, das die demütigen sogenannten Glieder der großen Volksmenge die Aufforderung Jesus verstehen. Petrus bringt dies schön zum Ausdruck in 1.Petrus 1 (Hoffnung für alle)

    Die Hoffnung der Christen
    3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem grenzenlosen Erbarmen hat er uns neues Leben geschenkt. Weil Jesus Christus von den Toten auferstanden ist, haben wir die Hoffnung auf ein neues, ewiges Leben.
    4 Es ist die Hoffnung auf ein ewiges, von keiner Sünde beschmutztes und unzerstörbares Erbe, das Gott im Himmel für euch bereithält.
    5 Bis dahin wird euch Gott durch seine Kraft bewahren, weil ihr ihm vertraut. Aber dann, am Ende der Zeit, werdet ihr selbst sehen, wie herrlich das unvergängliche Leben ist, das Gott schon jetzt für euch bereithält.
    6 Darüber freut ihr euch von ganzem Herzen, auch wenn ihr jetzt noch für eine kurze Zeit auf manche Proben gestellt werdet und viel erleiden müsst.
    7 So wird sich euer Glaube bewähren und sich wertvoller und beständiger erweisen als pures Gold, das im Feuer vollkommen gereinigt wurde. Lob, Preis und Ehre werdet ihr dann an dem Tag empfangen, an dem Christus für alle sichtbar kommt.
    8 Ihr habt ihn nie gesehen und liebt ihn doch. Ihr glaubt an ihn, obwohl ihr ihn auch jetzt nicht sehen könnt, und eure Freude ist grenzenlos,
    9 denn ihr kennt das Ziel eures Glaubens: die Rettung für alle Ewigkeit.
    10 Schon die Propheten haben nach dieser Rettung gesucht und geforscht, und sie haben vorausgesagt, wie reich Gott euch beschenken würde.
    11 In ihnen wirkte bereits der Geist Christi. Er zeigte ihnen, dass Christus leiden müsste und danach Ruhm und Herrlichkeit empfangen würde. Daraufhin forschten die Propheten, wann und wie dies geschehen sollte.
    12 Gott ließ sie wissen, dass diese Offenbarungen nicht ihnen selbst galten, sondern euch. Nun sind sie euch verkündet worden, und zwar von denen, die euch die rettende Botschaft gebracht haben. Gott erfüllte sie dazu mit dem Heiligen Geist, den er vom Himmel zu ihnen sandte. Diese Botschaft ist so einzigartig, dass selbst die Engel gern mehr davon erfahren würden.

    Ganz gleich, wo wir die Ewigkeit mit Chrisus erleben, ob im Himmel oder auf der Erde. Wir sind jetzt Kinder unseres himmlischen Vaters Jehova und Freunde und Brüder unseres Herrn Jesus. Diese schöne und beglückende Erlebnis lassen sich unsere Brüder beschneiden und viele werden es erst begreifen, wenn Jesus wieder erscheinen wird und wir hoffen, dass sie bis dahin oder dann noch begreifen, was sie sich durch Rutherfords Proklamation haben entgehen lassen, weil sie einem Menschen gefolgt sind und nicht dem Christus.

    Heute distanziert man sich ja bereits von dem einst so hochgepriesenen Russel. Unsere Eltern und Großeltern waren ergriffen von seinen Aktivitäten, die zur Bewegung der ZJ führte. Eines Tages wird man sich auch vom nächsten Ära-Präsidenten distanzieren müssen. Wohl den Schwestern und Brüder, die es schaffen, die „NEUE WELTÜBERSETZUNG“ einmal beiseite zu legen und eine andere Übersetzung neu lesen und auf sich anwenden. So einfach wäre alles.

    Wahrhaftig, Der Trick Satans ist gelungen, wie viele andere Massen er schon in die Irre geführt hat. Auch unter Jehovas Zeugen hat er eine Masse bewegt, Jesus abzuwerten (Auf den hatte er es schon immer abgesehen), an Stelle dessen eine nie dagewesene Organisationsderiktive zu schaffen, die den Gehirnen eingebläut hat, dass nur durch ihre Anerkennung ewiges Leben unter höchster Anstrengung nach Harmagedon erlangt werden kann. Der Widersacher unseres Herrn war clever.

    Möge JHWH und der Christus noch vielen Gliedern der großen Volksmenge die geistigen Augen öffnen, sodaß der Vater dadurch verherrlicht wird, dass der Christus wahren Einzug ins Herz aller Zeugen findet und sie ihn sogar als ihren Herrn ansprechen dürfen, so wie unser geliebter Bruder und Märtyrer Stephanus, der den Herrn zur Rechten Gottes sitzen sah und ihn ansprach „Herr vergib ihnen...denn sie wissen nicht, was sie tun..“. Mögen sie begreifen, dass sie erwählte und zur Rettung bestimmte Kinder Gottes sind. Das würde sie wieder freudig und glücklich stimmen und die oft miese Stimmung in den Versammlungen wieder abbauen. Möge dieses Licht in die Herzen aller aufrichtigen Zeugen Jehovas aufleuchten. Mögen viele AUFSEHER wieder zu Hirten der Herde Jesus werden, nicht der WTO-Herde. Mögen die reisenden Aufseher begreifen, welche gewaltige Verantwortung sie jetzt gegenwärtig erhalten haben, denn sie setzen Älteste und Dienstamtgehilfen im Namen JHWH's ein und ab. Mögen sie sich wirklich vom Geist des Herrn leiten lassen, denn sie alle werden von ihm zur Rechenschaft gezogen werden. Dann können sie sich nicht entschuldigen, sie hätten ja schließlich nur Befehle ausgeführt. Möge der Geist des Herrn die entscheidenden Impulse geben.

    Empfangt alle Grüße der Liebe
    Euer Bruder Martin

    1. Matthäus

      Lieber Martin,
      deiner Beschreibung kann ich zu 100% zustimmen. Hab gerade meiner Frau ein paar Passagen vorgelesen, sie sagte ebenfalls (wir gehen beide schon seit Jahren nicht mehr in die ZK) durch eine Freundin die noch "eingeschlossen" ist, dass es genauso traurig in der Versammlung aussieht. Depressiv und krank, mehrere Älteste sind burnout geschädigt, zwei sind oder waren sogar länger in Reha. Beide sind arbeitslos obwohl erst um die 50 J. also nicht fähig einer Arbeit nachzugehen, einer wurde von einer Firma dessen Besitzer 2 ZJ sind gekündigt. Mit einem Wort ein Trauerspiel.

      Und da wird ihnen sugerriert, "seht her wie glücklich sind wir"!
      Aber auch hier zeigt sich die Verlogenheit der WTG.
      Liebe Grüsse Matthäus

    2. Anna

      Lieber Martin, liebe Schwestern und Brüder,
      danke dir für deinen Kommentar in dem du gezeigt hast wie organisatorische Maßnamen die Bindung zu Jehova und zum Christus unterbinden. Vertrauen hat man zu 7 Männern die man nicht kennt.

      Vielleicht waren sie ja mal demütig, früher als einfache Verkündiger. nur Macht verdirbt. Wobei sie ja um den Zustand in den Versammlungen wissen. Dies aber den Brüdern anlasten. Man denke an das Drama über Verbreitung von Gerüchten am Freitag nachmittag am Kongress.

      Und jetzt ist halt gerade Freude angesagt über die jw.orgie. Die Brüder denken halt, jetzt passiert ENDLICH mal was. Das dieses "passieren" nach WTG-Lehre das Auslöschen der Menschheit ist realisieren sie nicht. Und das dies dann auch liebgewonnene Nachbarn, Arbeitskollegen, Familienangehörige betreffen würde.

      Jesus möchte nicht, dass jemand verloren geht und sein Gericht ist gerecht.

      Wie du sehe ich dies auch als einen Trick Satans. Mancher Bruder/Schwester der im KZ, Gefängnis usw. war würde sich im Grab umdrehen!

      Diese albernen Predigtdiensttreffpunkt, ja bei uns ist es auch so. Gruppenweises Zeugnisgeben ist das Gebot der Stunde. Und dann diese Programmpunkte im Königreichsdienst "Haben wir es schon versucht?" Letzte Woche war ja das informelle Zeugnisgeben dran. Immer und immer wieder wird ein schlechtes Gewissen eingeredet wenn man beim Doc oder an der Kasse kein Traktat mitnimmt. Oder wenigstens ein Kärtchen mit jw.org, gibt es jetzt auch am Literaturtisch 😉

      Lasst uns die Hoffnung nicht aufgeben, dass noch welche aufwachen!

      Herzliche Grüße Anna

  7. NEU

    Liebe Leserinnen und Leser,
    Brd. Russel war nach neuem Verständnis kein treuer und verständiger Sklave.
    Bruder Russel verstarb am 31. Oktober 1916 und erst ab 1919 kam nach neuem Verständnis der treue und verständige Sklave ins Dasein.
    Somit haben Russels Gedankenblitze keine Grundlage auf eine Geburt des Königreiches Gottes.
    War das eine kurze und logische Erklärung?
    Deshalb dürfen wir in den nächsten 10 Jahren erwarten, dass Russels Aussagen aus allen Publikationen verschwinden werden. Die können heute noch nicht verkünden, dass Russels Aussagen einfach FALSCH waren. Das macht der HIMMEL, später - viel später.
    Die Gesellschaft arbeitet auf Zeit, versucht Zeit zu schinden und Milliarden in Immobilien anzulegen, wie die großen Kirchen auch.
    Diese Erklärung dürft ihr gerne für weitere 1914 Erklärungen in Bezug auf den Geburtstag des Königreiches verwenden.
    Grüße an alle...

  8. NEU

    Lieber Autor des Artikels "Anmerkungen zum neuen Buch „Gottes Königreich herrscht“, veröffentlicht, Bezirkskongress 2014"

    das neue Verkündiger-Buch wurde sehr gut von Dir recherchiert und zusammengefasst, nur eine kleine Bitte in Punkt von Zitaten aus dem Buch.
    Bitte die Zitate aus dem Buch eindeutig wiedergeben, da mir zwei Beispiele auffielen mit Einschüben von Dir auffielen.
    Beispiel 1:
    Inhaltsverzeichnis von Dir zitiert: 1. Gottes Königreich – die WTG – sorgt für geistige Speise
    Der Einschub - die WTG - ist so im neuen Buch nicht zu finden.
    Beispiel 2: von Dir zitiert, Auf Seite 77 wird postuliert: „Ohne Frage hat der König die Methoden gesegnet, die wir angewandt haben, um das Königreich zu verkündigen.“
    Das Wörtchen "Ohne Frage..." kommt nicht im neuen Buch vor....
    Das was schon von meiner Seite, also wenn Zitate, dann bitte ohne Einschübe, ansonsten "Dickes Lob", gut zusammengefasst.

    Noch kurz meine Überzeugung, warum Jehova nicht mit Russel zusammengearbeitet hat.
    Ganz einfach, Brd. Russel war nach neuem Verständnis kein treuer und verständiger Sklave.
    Bruder Russel verstarb am 31. Oktober 1916 und erst ab 1919 kam nach neuem Verständnis der treue und verständige Sklave ins Dasein. Somit hat Russels Gedankenblitz keine Grundlage auf eine Geburt des Königreiches Gottes.
    War das eine kurze und logische Erklärung?
    Diese Erklärung darfst Du gerne für weitere 1914 Erklärungen in Bezug auf Deutungen über das Königreich verwenden.
    Entweder Jehova arbeitet mit dem tuv Sklaven zusammen oder mit Russel der gar keiner war.
    Irgendwas stimmt doch da nicht? Wir kennen die Antwort.
    Viele Grüße und weiter so....

  9. Frank&Frei

    der Beitrag zeigt ohne Umschweife, wie sektiererisch die WTO ist. alles, was iknfrage kommt, wird in den Pott geworfen. Und wenn es nicht mehr passt hinausgeschmissen.
    Die würden die Gläubigen wieder und wieder in die Irre führen, so schamlos wie sie sind, ihre geistigen Ergüsse zur Annahme aufzuzwingen.
    Nur ist und bleibt man für seinen Glauben allein voll umfänglich verantwortlich.
    Von daher nehme ich diesen geistigen Auswurf nicht ernst für mein Leben.
    Wir müssen nicht im Dunkeln herumstochern, wenn wir Gott und Christus lieben. Wir brauchen keine Gurus, die uns Visionen vermitteln, die eher einen Deliriums Zustand darstellen.
    Wir wissen allesamt noch sehr wenig, vertrauen aber darauf, dass zu SEINER Zeit Gott uns führen wird - durch seinen Geist und nicht durch eine Clique von Männern, denen nichts heilig ist um sich selbstherrlich anzubeten.
    Christus ist der einzige und nominierte Führer zum Leben. Was brauchen wir da Rutherfords "Hasus der Prinzen" oder die Leidende Körperschaft der 7 Riesen in Wallkill? Das alles wurde und wird weggetan. Allein unser Glaube wird uns Festung sein.

    1. Matthäus

      Hallo Frank und Frei,
      du vergießt eins, letztes Jahr gabs wieder einen Lichtblitz und der hört sich so an:

      Wachtturm vom 15.07.2013, Seite 20, Abschnitt 2

      "Warum ist es so außerordentlich wichtig, dass wir diesen treuen Sklaven kennen und anerkennen?
      Weil von diesem Organ unsere geistige Gesundheit, unser gutes Verhältnis zu Jehova , abhängt." (Matth. 4:4, Joh. 17:3)

      Sie scheuen sich auch nicht hinter diese unverschämte Behauptung Joh. 17:3 zu schreiben - und was wollen sie damit vermittle? …dies bedeutet ewiges Leben wenn du die "7 Weisen" anerkennst!

      Abgehobener geht's wirklich nicht!

      1. Frank&Frei

        Die THEOKRATUR des Septumvirats überschlägt sich im Erfinden von Lügen und Halluzinationen.
        Das göttliche Echo wird schrecklich für sie sein.

  10. waytodawn

    Liebe Brüder,

    ihr erinnert euch an meinen Beitrag unter Kongressnotizen 2014 ?

    Dieser Artikel ist genau das, was ich damit ausdrücken wollte! In diese Richtung muss es gehen.
    Hervorragend ausgearbeitet und analysiert.

    Ich wünsche mir, dass anhand dieser Analysen das Aufwachen und Nachdenken beginnt!
    Tun wir unser Bestes.

    Liebe Grüße

    Uwe

    1. Matthäus

      Was ich zu diesem Gedanken noch anbringen möchte:

      # Alleine schon der Bericht darüber, als Bruder Russell am Freitag, den 2. Oktober 1914 in den Speisesaal der Bethelfamilie eintrat und freudig ausrief, „der Heiden Zeit ist nun zu End‘, der Könige Tage vorbei, Gottes Königreich herrscht“, lässt aufhorchen.Man fragt sich, warum Gott ausgerechnet auf einen einzigen Mann zurückgreifen musste, um ihn dieses epochale, aber unbewiesene Ereignis zu einem Zeitpunkt erkennen und verbreiten zu lassen, als es nachweislich nicht stattfand. #

      …die meisten ZJ wissen gar nicht wie Russel zu dieser Meinung von 1914 kam, in einem seiner Werke hat er es beschrieben, vielleicht interessiert es jemand, auch weil heute relativ belanglose Dinge wegen ihres "heidnischen Ursprungs" für Christen verboten sind. Konnte es JHWH dann hinnehmen, dass Russell die Maße der Korridore der Cheopspyramide in Giseh als Hilfe benutzte, um die Gültigkeit seiner Vorstellungen vom "Ende der Heidenzeiten" zu beweisen? Ein ganzes Arsenal von Zahlen und Zahlenspielen findet sich in seinen Erklärungen wieder. Nur ein kurzes Zitat:

      Der Zeitbeweis der Schrift, welchen wir betrachtet haben, zeigt, daß diese Drangsal mit der Zeit des zweiten Adventes Christi anfangen sollte (im Oktober 1874), woselbst das Richten der Nationen unter dem erleuchtenden Einflusse des Tages Jehovas beginnen würde.
Dies zeigt sich in der Pyramide auf folgende Weise:
Die "abwärtsführende Passsage", welche vom Eingange der Großen Pyramide hinab in den "Abgrund" oder in die "unterirdische Kammer" führt, stellt den Lauf der Welt im allgemeinen (unter dem Fürsten dieser Welt) in die Zeit der großen Drangsal (den "Abgrund") dar, in welcher das Böse zu Ende kommen soll. Diese Periode zu bemessen und zu bestimmen, wann der Abgrund der Drangsal erreicht sein wird, ist leicht genug, wenn wir ein bestimmtes Datum haben - einen Punkt in der Pyramide, von dem wir auszugehen haben. Wir besitzen diesen Zeit-Merkpunkt an der Vereinigung der ersten aufsteigenden Passage mit der "Großen Galerie". Dieser Punkt markiert die Geburt unseres Herrn Jesus (das Jahr 1), wie der "Brunnen", 33 Zoll weiter, seinen Tod anzeigt. Wenn wir also die erste aufsteigende Passage hinab bis zu ihrem Vereinigungspunkte mit der Eingangs-Passage messen, so gibt uns das ein festes Datum, um es an der abwärtsführenden Passage zu markieren. Dieses Maß beträgt 1542 Zoll und gibt das Jahr 1542 v. Chr. als das Datum an jenem Punkte an. Dann, von diesem Punkte an, die "Eingangs-Passage" HINAB messend, um die Entfernung bis zum Eingange des "Abgrundes" zu finden, der die große Drangsal und Zerstörung darstellt, mit welcher dieses Zeitalter schließen soll, da das Böse von seinem Throne gestoßen sein wird, erfahren wir, daß es 3457 Zoll beträgt, welche 3457 Jahre symbolisieren, von dem obigen Datum, 1542 v. Chr. an. Diese Berechnung zeigt das Jahr 1915 n. Chr., als den Anfang der Zeit der Drangsal bezeichnend, an; denn 1542 v. Chr. und 1915 n. Chr. geben 3457 Jahre. So bezeugt die Pyramide, daß der Schluß des Jahres 1914 der CHRONOLOGISCHE Anfang der Zeit der Drangsal war, dergleichen nicht gewesen ist, seitdem eine Nation besteht, nein, noch auch je sein wird. Und so wird man bemerken, daß dieser "Zeuge" das biblische Zeugnis über diesen Gegenstand völlig bestätigt, wie es durch die "parallelen Zeitordnungen" in den Schriftstudien, Band 2, Kapitel 7 gezeigt wurde.
      Nachzulesen im 3.Band Seite 330

      Etwas, das die Organisation deutlichst verurteilt, ist Astrologie. Russell schrieb/sagte:
      „Wenn Uranus und Jupiter 1914 im Sternbild des Wassermanns in Konjunktion sind, wird das langerwartete Zeitalter einen ansehnlichen Beginn in dem Werk getan haben, den Menschen freizumachen, damit er seine eigene Rettung bewirke, und es wird die schließliche Verwirklichung der Träume und Ideale aller Dichter und Weisen in der Geschichte gewährleisten.

      Offenbar spielten Astrologie und die Pyramidenlehre eine Rolle bei der Bestimmung des Jahres 1914.

      1. NEU

        Sehr gut Matthäus - die Vergangenheit der WTO soll mit neuen Büchern ungeschehen gemacht werden. Die setzen auf kollektive Demenz.
        Wenn Russel nach neuen Verständnis kein tuv Sklave gewesen ist, warum werden seine Deutungen noch publiziert?
        Russel ist 1916 gestorben und nach neuem Verständnis ist der treue und verständige Sklave erst 1919 in Erscheinung getreten.
        Schlussfolgerung: die Deutung von 1914, die Russel verkündete ist einfach nur FALSCH.
        Grüße

        1. Matthäus

          Habe gerade den neuesten Artikel im WT 1.10.2014 über
          "Seit wann regiert Gottes Königreich", gelesen. Es grenzt schon an Unverschämtheit wie man am Beispiel eines Neuen (Bibelunkundigen) zeigen möchte wie klar und logisch die Hinweise aus Daniel zu verstehen oder zu berechnen sind.

          Die gesamte "Beweisführung" fällt ins Leere wenn der Beginn der Berechnung eine verkehrte Grundlage hat. Doch wie ein Kreisaufseher einmal sagte, da will man lieber die Lüge pflegen und verteidigen, bevor man eingesteht dass 1914 für den Antritt der Regierung KEINE Grundlage hat. Die Argumente aus dem Bibelbuch Daniel sind ja soweit noch akzeptabel und tlw. richtig, ja Daniel verweist auf ein Königreich welches Macht und Gewalt besitzt. Doch wenn 1914 diese Regierung ihre Macht und Gewalt übertragen bekam. warum gibt es dann heute noch soviel Grausamkeit verursacht durch die Königreiche auf Erden? Sie wären dann bereits zermalmt.

          Das der mächtigste König es auch nach 100 Jahren nicht geschafft hat die Regierungen zu beseitigen, darüber gibt es für den Wohnungsinhaber keine plausible Erklärung.

          LG.

          1. Matthäus

            ZJ sollten so ehrlich sein und endlich eingestehen was der Ausgangspunkt für 1914 war - im obigen Kommentar habe ich auf Russels Erklärungen verwiesen die für 1914 den Beginn der großen Drangsal enthalten sollte - und wie jeder Bibelkundige weiß, der Drangsal folgt unmittelbar Harmagedon.

            Nochmals das Zitat von Russel:
            So bezeugt die Pyramide, daß der Schluß des Jahres 1914 der CHRONOLOGISCHE Anfang der Zeit der Drangsal war, dergleichen nicht gewesen ist, seitdem eine Nation besteht, nein, noch auch je sein wird. Und so wird man bemerken, daß dieser “Zeuge” das biblische Zeugnis über diesen Gegenstand völlig bestätigt, wie es durch die “parallelen Zeitordnungen” in den Schriftstudien, Band 2, Kapitel 7 gezeigt wurde.

            …ein paar Zeilen davor macht er deutlich:

            Der Zeitbeweis der Schrift, welchen wir betrachtet haben, …..in die Zeit der großen Drangsal dar, in welcher das Böse zu Ende kommen soll. Diese Periode zu bemessen und zu bestimmen …

            Doch welcher Neue hat schon die Möglichkeit jenes zu erfahren was die ersten Bibelforscher wie Russel, Rutherford usw. wirklich zu 1914 gelehrt haben. Ehrlichkeit wäre gefragt, doch die war noch nie die Stärke der WTG. 100 Jahre ist eine lange Zeit, alle Jungen bis zum Alter von 40 Jahren wissen nicht einmal mehr um den Hype von 1975 Bescheid. Dieses Vergessen macht sich die WTG schamlos zu Nutze um sich immer als "Wahrheitsverfechter" ins rechte Licht zu stellen. Man gibt immer nur soviel zu und versucht selbst daraus Kapital zu schlagen - seht her wir sind auch nur unvollkommen, haben verschiedenes überbwertet, falsch verstanden usw.

            Diese Floskeln sind nichts anderes als sich schön zu reden, keine ehrliche Einsicht. Erst wenn man zur falschen Lehre von 1914 steht und die falsche Prophetie offen zugibt und bereut, kann ihnen der Geist Gottes wieder zugute kommen.

            LG.

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